Am Einund zwantzigsten Sonntag nach Pfingsten. z§ r
der Verdiensten Christi/ Maria und allerHeiligen kan ich alle meine unendlich ge-machte Schulden der Göttlichen Majestätbezahlen/ meine Sünden auslöschen / voll-kommcntlich gnug thut.
O himmlischer Vatter dann/ packen.
liam Nabe in me, 8 c omni» reclclgm ri'bi,have Gedule mir mir/ für meine Sün-den opffere ich dir auf die Verdienst mei-nes Erlösers/scin bitters Leisten undSter-ben/ sein rosenfarbes Blut / diese Müntzkaust du nicht verwerffen/ dann sie über-trifft alle Schulden.
Ich opffere dir auf sein Heiligkeit fürmein Unreinigkeit / seinen Gehorsam fürmeinen Ungehorsam/ sein Unschuld für al-le meine Schulden;
Ich will über das Hülff suchen beyanderen Freunden/ und von ihnen Müntzentlehnen/ dann ich will dir aufopffern dieDienst und Verdienst der AlierseeügstenJungfrmen / die Verdienst aller liebenEngeln / den Glauben der Apostel/ die Be-ständigkeit der Märtyrer / die Mühe undArbeit der Beichtiger / die Reinigkeit derJungfrauen / die Verdienst aller Heili-gen/ und der H. Sacramenten der Kir-chen mich bedienen.
Ich bitte um Gnad und Barmher-tzigkeit / ach behüte mich nur vor den be-förchtlichen Serve negusm, du schalck-yaffrec Anechr / nur vor der feurigenZahlstuben ewiger Verdammnuß. Amen.
o
Am An und zwanzigsten Zonntag naZ
Pfingsten.
Andere Predig.
Il'uLus Dominos Ll'36i<äiL eum ^ortoribus. 18.
Md sein Herr ward zornig/ und überantwortete ihn den Peini-gern.
Die Sünd ist ein grosse Schuld/ der Sünder ein schlechter
Zahler.
'Er groffeSchulden hat/und nicht zahlen kan /derförchtesich/ danndie Schuldner werdenerschröcklich gestrafft!---- die Böotier haben die
- Schuldner auf öffent-licher Schau-Bühnen in einen Korb / wieeinem Vogel eingcschlossen/und jedermannzum Spott und Hohn gezeiget/ das ist jaerschröcklichDie Indianer haben ihnendie Hand abgehauen / ein Aug ausgesto-chert / und darnach gar umgebracht/ das istja erschröcklich ! Die Moscowiter habensie an denen Sohlen und Waden alle Tagauf gut Türckisch geprügelt / biß sie durchihre Freund die gemachte Schuld abge-legt/ das ist ja erschröcklich! Die Tyrrhe-ner haben sie denen Kindern zu verlachenund zu verspotten frey undPreiß gegeben/das ist ja erschröcklichdie Römer habendie Schuldner nach ihrem Tod denen Ore-chwrn und Schuldherrn zu zerreißen gege-ben/damit sie mit der Haut bezahlen möch-ten/ was sie mit Geld nicht bezahlen konten/das ist ja erschröcklich!
Aber noch erschrecklicher ist / was heu-tiges Evangelium von einem Schuldner
erzehlet/der seinem Herrn 10200. Pfundschuldig worden. Einlulenr oder Pfundwird gemeiniglich gerechnet für 600 . Cro-nen/so machen ioo. Pfund 60000 . Cro-nen; 10000 . Pfund machen bey 60 . Ton-nen oder 6 . Millionen Cremen/ welches aufunsere gebräuchige Rheinische Gulden ge-schlagen / beynahe 100 . Tonnen oder 10 .Millionen Golds machet / O ein grosseSchuld wäre dieses ! Weil er nicht hattezu bezahlen/ befähle der König sich sechstenzu verkauffen/und zu einem Sclaven einesfrembden Herrns zu machen; Er befähle zuverkauffensein Weib/ mit welchem erbiß-hero so friedlich und liebreich gehaust! Erbefähle zuverkauffe seineKinder/ die er biß-her so inniglich gelibt; würde über das nochdenen Peinigern überlieffert / ihne so langzu peinigen/ biß er alles bezahle/irarus l)o.MINUS 8lL. O erschröcklich! aber nocherschröcklicherist/ daß derH./^ulkinus1 . i.gg.LvgnZ. c. l s. durch diesen Schuld-ner verstehet einen jeden Sünder/ der zuGOtt täglich ruffet: Verübe uns unse-re Schulden ; Dieser / dieser/ der miteiner oder mehr Todsünden behafftet/ istseinem GOtt und HErrn 10000 . Pfundschuldig. Er nennet diese Schuld erstlich10. weil er die 10,'Gebot GOttes über-Bbb; tretten;