Am ^Lebenden Sonntag nach Pfingsten.
waat/und hättegleichwol hernach so stren-ge BussWerck verrichtet / wann er es nurnicht harte beichten dörffen. Wiederum /so erfordertd iß unser Carholische Lehr vondem Büßenden ein starckeö ernstliches propolkum und Fürsab / in das künfftigdieSünd nach allen Krafften zumeyden/ sieovli^irt / allen zugefügten Schaden/ es seygleich anGut oder anderer Ehr/zu reliirui-ren und guc zu machen/und alle genommeneEhr wieder zu erstatten. Das / das heisijadenPaß den Sünden abschneiden / dagedenckt ja ein jeder / was hilfst mich dasStehlen und Betrügen / wann ich es allesmuß wieder geben/so laß ich es eben so Mehrbleiben? Also auch die Ehr und guten Nah-men betreffend / ehe einer sein Maul zurTaschen macht/und widerruffetwas er bößgeredt har/eher last er hinführo das Ehrab-schnciden bleiben/will aber einer solche Sa-chen nicht beichten/so muß er den nagendenWurm und den bellenden Höll-Hund deßGewissens immerdar bellen und gautzen hö-ren / welches noch weit beschwerlicher ist.Zu diesem kommt auch hinzu/daß unser Ca-rholischeLehr zu verstehen gibt/daß/ob zwardurch das H. Sacrament der Büß dieSchuld nachgelassen wird/jedoch nicht alleStraff zugleich wird aufgehebt / sondernnur die ewige erraff / welche dann in ei«zeitliche wird verändert / so entweder hieroder im Fegfeuer sehr theuer muß bezahltwerden.
Herentgegen betrachten wir anderer8e«Ien Lehr und deroselben Früchten / sowerden wir befinden/wie selbige Lehr ein soerschreckliches und tödliches Gisst in sichbegreifst/ und zu allen Sünden Anlaß gibt.Oversnu8 schreibet I. 9 c. l r. von einemBaum/welcher da wachst in der JnsullpImola, dessen Früchten vergleichen sichmit den flilis mui'can'c. mit den ÄkuscatellerBirlein / sie seyen schön und lieblich anzuse-hen/ seyen auch wohl zu riechen / haben aberbeyneben eineM» giffrigen Saffr/daß sogardieZndianerWe Pfeil darmit mbciren/und unheilsameWunden machen. DiesemBaum und seinen Früchten ist gleich dieschädlicheLehr/dann sie hat einAnsehen undGeruch nach dem H. Cvangelio / sie ist vollder Sprüch H. Schrifft/aber beyneben istsie befasstet mit einem so erschröcklichenGisst/ daß der abgesagte Feind des mensch-lichen Geschlechts der leidige Satan nichtsärgers findet / die Pfeil seiner Versuchungdarmit zu mtwiren/ und die Seelen unheil-sam zu verwunden / als eben diese Lehr ;schwerlich / schwerlich ist alsdann mehr einMittel zufinden / um einen solchen Men-schen in seiner falschen Lehr zu helssen. Zumanderen gibt ein solche falsche Lehr Anlei-tung zur Sund / weilen sie aufhebt allerinfaHion und Obl iAscion, alles Fegfeuer/und sagt / daß wer festiglich glaube/ dem
werde gar kein Süsid impucirt/ so wenig
als man einem unmündigen Kind was vor-übelhat. Man seye die ro. Gebor nichtschuldig/man könne sie auch nicht halten/diegute Merck seyen nicht vonnötben / derGlaub allein thue alles/sasten seye einMen-schen-Gedicht oder noch arger rc. Heist dasnicht Geliebte/giffrigeFrüchten asserSündund Lasier bringen ? Heist das nicht / alleForcht Gottes aus dem Hertzen der Men-schen mit Gewalt gleichsam vertreiben undhinausjagen ? Wer will bey einer solchenLehr der Begierlichkeit des Fleisches etwasabschlagen ? Wer will den Gelüsten seinesHertzens was versagen ? Das seynd ja sol-che Frücht/welche nicht weniger vergifften/als die Frucht des ^rbeismi oder derGott-losigkeit/was dißvor Frücht seyn gewesen /deutet an der Königliche Prophet pisl.Oixic inlisscns in cor 6 e luo: non eil l)eu 8 ,der Unrveise har gesagt m feinern Her»yen:Es ist kern Gorr. Was ist darauserfolgt! (/orrupri sunr, 8 cabomin 2 diIe 8 kL-Üi lünr in lkuclUz iul's , non cli gui fsciLcdonum.non ell üsguescl unum, ste st^ndverderbt und abscheulich worden inihren Anschlägen: Es ist keiner auchnicdr ein eintziger/der gurs thut. Alsoauch vergifftet die uncatholische Lehr / diesagt/es ist alles Gebot aufgehebt/man darffkein Sünd in specie beichten/derGlaub be-kräfftigt alles/ der Mensch habe kein freyenWillen / was er thut/ thue er aus Noth/ esseye kein Sünd ausser des Unglaubens / se-het was kan anders erfolgen/als: OorrupriluncLeabominsbil^sLölilunc , stese^ndvrrderbr und abscheulich worden;Wiesie solches selbst müssen bekennen / und ausden Schafften ihrer eignen Lehr gnugsamZeugnus können herbey gebracht werden.Ich will aber hiermit nicht alle Uncatholi-sche darum für gottloß und lasterhaffteLeutgehalten haben/dann ich weiß/daß unter ih-nen ausser den Glauben auch viel gute Her-tzen seyn/ denen vielleicht bald zu helssen wa-re/sondern ich rede da von der Lehr/daß die-selbe also beschaffen sey / und solche privils-kiri und Freyheit ertheile / durch welche sieihre arme Seelen mir schweren Sündendörffen überhauffen und beladen / daß es zuerbarmen ist. Und eben aus diesem ent-springt / daß gemeiniglich dergleichen einvLcmignuni ociium, und tödlichen Haß wi-der die Carholische Religion tragen/daß sielieber vom Teussel als vom CarholischenGlauben hören/ diß aber kommt allein her/weil unser Religion dem Gisst derSündenso starck zuwider ist / und sie dieses Gifftsgantz voll stecken. Es schreibt klin. von dembrgxino oder Esch-Baum l. >6 c.,z. Daßdemselben die Schlangen dermaßen feindund abhold seyn daß wann man einenCreißmacht/mid selbigen mir einer Stauden vondiesem Baum umfangt / und legt mittendarein ein Feuer, und ein Schlang/ so wirddie Schlang sich ehender in das Feuer bin-4) o ' ein