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[Dominicale] (1721)
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278
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278 Am Fünfften Sonntag nach Pfingsten.

GOtt helffe darzu mit seiner Gnad/ sie mitihrer Gednlt lind Aufmercksamkeic/ und ichfange an im Nahmen des HLrrn.

Ein strenges Verfahren scheinetjenes zuseyn/ Christi des HErrn/ gegen einem Fei-gen - Baum/ welchen / weil er kein Fruchtdaran gefunden / er alsbald verflucht undvermaledeyer/ daß er ewig keinFrucht mehrsolle rragen/indeme doch der H. kvizrcus c.n.bezeuge!: t>!on elscrems)us Ncolum, es wa,rs nocb mcbr Zerr/ das Feigen seyn joll,ren ; Allerliebster Heyland! wie hat dochdieser arme Baum die kNNeN verdie-net? er kan ja seine Frucht nicht alleStundgeben ? Verwundere du dich nicht OMensch über dieses strenge Verfahren/son-dern erschrecke darüber/ dann du wirst imsittlichen Verstand in diesem Baum vorge-bildet und verflucht/wann an dir nicht diegewünschte Früchten zu finden; Die Fruchtaber/so du tragen sollst/ seynd nach Erläute-rung d U»uN LÜ On s. bee Ge-

bühr/ und der Frieden. Diese Fruchtverlangt Christus der HErr an uns Christ-lichen Bäumen zu allenZeiren/wie OuA-n-sschreibt: Oominus in juliis, vo-

>e» 8 M 3 N ?ucüre 5u^us8^>iriiüs 8znKi in eis,gui lunr ebsi-irss j I^c e^ki.i, : Es ^UN-gerr den HErrm rvrllens in denen Ge-rechten die Frucht des Heil. Geists zuessen/ welche seynd die L.icbe/die Ge-dulr/ der Fried: Das ist so visl gesagt/wir sollen lieben unsern Nächsten zu allenZeiten/ wann man uns schon auch verfolget/vertilget und verhastet/das seynd die ange-nehme Früchren ausser seiner Zeit / dannallein lieben jene/ so uns lieben/ und mitfeci'nn zugerhan verbleiben/ist kein abson-derliche Frucht von einem ChristlichenBaum / wie Christus selbst sagt lvls'.rb s.

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das auch die Herde« r Dann dergleichenFrüchten werden auch gefunden bey denenHeyden und Türcken. Diese Frucht derLiebe verlangt von uns heut Christus imheutigen Evangelio: Vsö- ?r>us öec. undwer solche nicht traget / den verflucht undvermaledeyet er/ will ihn werffen in das höl-lische-Feuer: Omn>s gui irstcilur f-Llri ll-o ,keus Lkic juNicio, ein jedweder/ der zürnetüber sernenBruder/der wird schuldigdes Gerichrs / und der sagen wird:Du Narr: soll schuldig seyn des höl-lischen Feuers.

Wer dann bey GOtt in Gnaden willseyn / der verlohne sich mit seinen Neben-Menschen : Dann wie abhold GQtr derUneinigkeitsseye/ lasset sich abnehmen ausdem erstenOp.6en allda ist zu lesen/wie derAllmächtige das herrliche Gebäu des Him-mels und der Erden verfertiget/auch an ei-nem iedcn Tag etwas absonderlichs er-schaffen/ daß er allen Tagen das Lob geben/und sie für gut erkennet mir diesen Worten :GOrc sahe/ baß es guc wäre : ausge-

nommen den andern Tag / welchem alleiner das Lob entzogen; Alle Tag hat GOttcgnonir ret/aber den andern hat er ausge-schlossen: Die Ursach giebt derH.»^on.wie daß am andernTag beyErschaffung der

Welt ein Zertrennung seyegeschehen/dann

GOtt machte an diesem Tag das Firma-ment/ und scheidete die Wasser/so unterdem Firmament waren : Bilde also ihmeniemand ein/der mit seinem Nechsten zer-trennet ist/der ihn wedergrüssen noch sehenwill / daß er bey GOtt in Gnaden stehe.Erfahren hat es jener / von deme LLt,s.uLschreibet/ daß er aus Andacht habe wollendie Wunden eines Crucifix-Bilds küssen/weil er aber grosse Feindschafft getragen/und in allwcg dahin gekracht/ sich zu rächen/so habe das höltzerne Bild die Arm vomCreutz herab gelöst / und diesem einen sol-chen Widerstand gemacht/ daß er die Heil.Wunden nicht küssen konnte. Wann Gottnoch allezeit solche Wunder thun wollte/wann er noch alle mit Gewalt wolte öffent-lich zu Schanden machen/ und von denenCrucifixen/ ja von demHochwürdigenGuthhinweg treiben/ die im Hertzen ein Feind-schafft tragen/ O wie viel waren deren/ dieder Göttliche Gewalt nicht in der Kirchengedultete! O wie viel hatten die höllischeGe-richts-Diener zu thun/wann ihnen alle derHoll zuzuführen gestattet würde/ die sichvermessen/ mit einer Feindschafft in derKir-chen vor dem Hochwürdigen Guth zu er-scheinen. Es haben sonst die Menschen einschöne Gewohnheit zu reden: G Orr ver«z-yhe mirs! ich habe nechstens erbärmlichgescholten: GOtt verzeyhe mirs! ich habenechst zu viel gesoffen : GOtt verzeyhemirs! ich habemeinejungeJahrwohl übelangewendet: GOtt verzeyhe mirs ! Wirwollen halt/daß uns GOtt alle Laster undbegangene Missethat soll verzeyhen / undwann wir die geringste Unbild von unsermNächsten leyden/da istgleichFeuerimTach/da heist es: kan ihm es nicbr verzey-

hen; Alle/alle sollen mich hohlen / wannich ihme diß schencke? O mein Mensch! ichhalt es vor gewiß/daß du in dem H.Tauffwidersaget habest dem bösen Feind/und al-len seinen Anhang / zugleich auch verspro-chen/daß du an JEsum Christum glaubenwollest/ und seine Gebot und Gesetz halten/unter solchen aber ist nicht das Mindeste/daß wir unsern Feinden sollen verzeyhen/ach so folge ihme! Ach so seye gehorsam!GOtt der dich erschaffen/der dich erlöset/der dich richten wird / der verbietet dir/du sollst kein Feindschafft wider deinenNeben-Menschen tragen / du sollest dichnicht an ihme rächen / und du armes Erd-Würmlein darffst und woltest dich in die-sem GOtt widersetzen / dem alles imHimmel und auf Erden Gehorsam ley-stet? Der HErr und Heyland tratteeinstens mir seinen Aposteln in ein