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[Dominicale] (1721)
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271
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Am Dritten Sonntag nach Pfingsten. 27 r

Sünders/ entgegen aber klilericolgis dieLarmhertzigketr den Sünder bey dem

gehalsten / sontecn hilffcl noch heutigesTags allen bereuten Sündern/ sie bauetfür sie ein Hüclern von laurer Balsam«Tr aub elein/ erquicket st« mit dem Balsamder göttlichen Gnad / dahero sagt der

andächtige Olosivs serm : clc ksilione Do-min>, poli commillum pcccsrum sliurnobis non «li r-fuAlum, guLm sä nunusDel milelicorsis conkugere. Dieses istdie einige Zuflucht der Sünder/ daßsie nur wahrer Reu zu den barmher-zigen Händen GGrres kommen/ undGnad suchen/ sie werden sie auch gewißfinden / sie werden ihnen die Thür ;u derGnaden - Hürceneröffnen/ und sie einfüh«

ren. Oeur Konus eli Omnibus Zic.

Liebste Zuhörer! wann wir in Unglückkommen / so kan uns niemand darvon er-retten als GOtt; Wann wir in ein Sundfallen/ so kan uns niemand aushelffen alsGOtt; Wann wir in die Gefahr gerathender ewigen VerdammnuS/ so kan uns nie-mand helffen als GOtt/ so sollten wir jadiesen unsern GOtt nicht stets beleidigen/sondern rrumürhig zu ihms um Gnad undBarmbertzigfeir ruffen/er wird sie jetzt kei-nen absagen. Osus Konus elt Omnibus Lic.Seye es dann/ daß wir bißhero schwerlichgrsündiget, so wollen wir doch nicht verza«g- n./ sondern zu unsern barmhertzigen GOttuns wenden/ ihm« um Verzeyhungbitten:OJEsu verzeyheuns armm Sündern/esreuet uns von Hertzen/ verstoffe uns nichtauf ewig von dir! O getröstet bereute Sün-der! ktic?eccatores recipir: Dieser nimmtdre Sünder an / und trackirt sie gütigerals Julius Cseisr. Man liefet von diesemRömischen Kayser/daßer unter andern einGesetz gemacht daß wann einer ein Weibs-Bild solle vochzwlngen / solle es in dero. Willkür stehen / dem Thäler das Lebennehmen zu lasten/ oder ihn zu heyrathen.Nun bat es sich ereignet/ daß einer so ver»messen gewesen 2 . Weibs-Bilder nothzu-zwingen; Beyde kommen vor die hoheObrigkeit / die eine begehrt den Tod desMenschen/nach gemachten Gesetz juiiiO«.lms. die andere verlangt sich mit >hme zuvermählen / beyde Begehren waren demGesetz des Kayserö gemäß/ dahero der Rich-ter lang in Zweiffel gestanden/ was für ei-nen 8-nrenr er fällen solle? Eine begehreteihm tod/ die andere lebendig und zu einemMann zu haben/ nach saltsamer Erwegungaller Umständen/ spricht der Richter/ jeneso begehrt diesen Menschen beym Leben zuerhalten / und sich mir ihm ;n vermählen/bandlet der Liebe/ Gnad und Billigkeitmehr gemäß als die andere/ dahero soll« sieihm lebendig in ihr Haus führen/ und solleerbey-hrinihrsmHauS leben. ä.ä.Wannder Sünder wegen seiner vielen Gebrechenbey der Göttlichen Majestät durch sem ei,aeneS Gewissen verklagt wird/ da begehretMit,, die Gerechngkeir den Tod deö

Leben zu erhallen; Der Göttliche Richterwendet daraus ein : k^olo morrem peccsro-»>s, ieä M2Z>» ur convrrrzrur Lr vivsr, weildein Begehren / Q Barwh'/tzigkeit/ derL>ed/ Gnad und Billigkeit wehr gemäß/ undich den Tod deö Sünders nicht verlange/solle er leben durch gerechte Büß undr-nr, und deö ewigen Tods n»cht sterben;Führet ihn daraus in sein Gnaden, Hür-ren/erquicket ihn mit seinem eigenen Fleischund Blut- biic keccscores recipir, dc mrn-Sucst cum illis : Dieser mmmr die Sun,der an/ und speiset mir thmn/ o unerhör-te Liebe!

Schweiget jetzt jhr Historien von vio-nyllo von L/lscur, daß er lange Zeit in fei»nem Haus seinen Enckel erhalten/ und mitgrosser Liebe auferzsgen/ in derMeinung ihnfür «inen Erben Lx Lss-in das Testament zusetzen; Aber der Jüngling aller Gutthatenvergessen/ suchte alle Mittel und Gelegen-heit/seinen Anherrn das Leben zunehmen/deßhalb««, haben alle das Urtheil gefällt/ derJüngling solle vom Leben zum Tod hinge-richtet werden; allein Dionykus entschuldig-te anfalle Weeg und Weiß den Jüngling/schreibt solches Laster der Undanckbarkettseinen jungen Jahren/ geringen Verstand/und Kmülicher Leichtsinnigkeit zu; Ladeteüber dieses den Knaben durch ein eintzigesHand-Triesslein wiederum zu sich insHaus mit folgenden Worten: LiebsterSohn / nächster Befrrundter/ es ist zwarmöglich/daß ich meine Adern eröffne/undalles Geblüt heraus lasse/ aber meingrgendich gefaste Lieb und Hertznsigung niemal/sinreincchlen diese gar zu grosse Wurtzel inmein Hertz gesetzt hat.

ä. Betrachtet es wohl/ ob wir nichtunoanckbahrer leben gegen unsern himmli-schen Vatter/als dieser Jüngling gegen sei-nen Anderen ? Dannoch heiff-t es heut/hic keccttores recipir, und eröffnet allen die

Thür seiner Varmhertzigkeik/ und will kei-nen verstoßen- der sich bessern will in Enve-gung dieser offlgedachten unbegreiffl-chenGüte GOtteS/ auch gegen denen grösser,Sündern/bedunckt mich/ich habe beut Ur«fach allen Sündern zuzuschreyen/ sie einzu-laden und zu sprechen/ kommet herbey alleund jede Sünder / keinen ausgenommen/und sehet an/ nicht einen Vionyllum8yr,>cuünum, sondern hier am Stammen desCreutzes euren verliebten und schniertzhaff«testen JEsum/und köret/was ex gleichfallszu euch red/r: O Sünder, o Sünderin-nen ! ES haben zwar die grausame Ksrß,len / die spitzige Dörner / die harke Na,gel vermögt / wie alle Bluts-Tropffenaus meinem Leib heraus zu nehmen/ mema-len aber die tragende Lied und Güte gegeneuch Sünder und Sinderinnen/und eure?Bekehrung/diese hat gar zu grosse Wurtzel

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