i6Z Am Sechsten Sonntag in der Fasten.
Ach Sünder! Fürchte dich einer glei-chen Straff/der du viel schwere Sündenaufladest/ und solche in deinem Gewissenals auf einem Karren daher führest/undalso ein geraume Zeit fortfahrest/ und sel-bige so bald nicht durch wahre Beicht undBüß abzuladen gedenckest/weil du stehest/daß andere auch dergleichen thun ohneSchaden / ohne daß sie Gott straffe oderverdamme / weßhalben du hoffest / Gottwerde dich auch nicht straffen : O Ver-messenheit! Mit welcher der Teuffel schonviel Sünder betrogen/ und in die Gött-liche Straff gebracht hat/die hernach mitihren Schaden erfahren haben / was 8.kaul. scl l<om. c. 2. geschrieben: lis, guinon acguielcunr vericaci.creNuncsuremmiguirari, ira 8 c inöignario: Denenjenr-gen / welche der warheir nrcbr bey-fallen / sondern der Loßhetc / stehetZorn und UnAnad bevor. Daheroschreyet solchen der Königliche Psalmistin die Ohren: /^ucjice tiXL Lc incsIIiZirL^
yui oblivilcimini l)eum! ne guanäo ra-piac, Lc non llr gui eripiac. ksi 49. Hö,rer dieses und mercker es / die rheGorres verwester! Daß er nicht ein-mal hinreisse/und kein Errerrer mehrda seye. Seyd doch gegen eure eigeneSeelen nicht so unbarmhertzig / daß ihrauf die Göttliche Barmhertzigkeit sündi-gend selbige dardurch in den Gewalt deßhöllischen Satans besseret / woraus euchkeiner mehr helffen könne! Dann l^oncie-
bec guis 6eri ex clivina milericorüis re-msrariu8 36 peccsnöum, spricht ^.bulen-6s in ?5 49. Aus der GorrUcdenBarm-hertziczkeir soll man mehr zum Sündi-gen vermessen werden / pocius exlila lroenari, ns unguam peccet; öc ma-^is guociammoclo milericoi-äis rimenüaell,guam julkiria, sondern man soll viel-mehr durch dieselbige in Zaum ge,halten werden vom fernern Sündi-gen ; Und ist die Göcrlrche Barmher.yigkerc einiger mästen mehr zu förcb-ren/als die Verechtlgkeir selbst. Wa-rum dieses? Die Ursach dessen setzt er gleichhinzu: weil derjenige jodle Gerech-tigkeit beleidigt / doch die Barmher-ylgkeir noch har zu einer sonderbah-ren Zuflucht : wer aber die Barm-hergigkeic auch beleidiget / wo solldieser hinfliehen einen Schutz zu su-chenkEin solcher gehet ohne Barmhertzig-keit zu Grund.
Solches hat erfahren mit seinemScha-den Judas der Verrather : Er hat be-gangen Diebstal/ Untreu/Undanckbarkeit/Verratherey / da er Christum ums Geldverkaufst hatte: Wie meinet ihr habe erso erschreckliche Laster begehen können ?Der H. Lkr^tolk. klom. 84- in klsrrb.sagt: Lonticisbar in lsnicars VtaZilkri: Ek
vertrauere auf die Güre seines Mei-sters: Also habe er all diese Lasier mit demVertrauen auf Gottes Barmhertzigkeitbegangen: Aber höret/wie ihn der Trüf-fel mir diesem Oel-Zweig betrogen'hübe!Zuvor hatte er dem Judas die Augen ver-blendet / daß er seine abscheuliche Lasternicht gesehen noch erkennet hat/er gedach-te/sein Meister seye ein guter Mann/undlasse sich leichtlich wieder erbitten; Aber/aber nach diesen begangenen Sünden hatihme der Teuffel die Augen erst wieder er-öffnet / runc vi6en8 ^uclas, c>ui eum craäi-clir, guo6 clamnaru8 ellet. kvlarrb. c. 2/.Alsdann/da Judas gesehen/daß derHerr verdammt wäre: lunc Alsdannhat er ihm die Augen eröffnet / und ihmzugeschryen: Juda was hastu gethan? Duhast verkaufft das Blut Christi / durchwelches die Barmhertzigkei t muß erlangtwerden/ wormit wirstu dann jetzt Barm-hertzigkeit erlangen? Du hast denlDchlüs-sel zur Gnad hinweg geben / wie wirstujetzt die Gnaden-Thur eröffnen können ?Hierüber ist Judas also in seinem Hertzengeängstigt worden/ daß er sich lieber hatteerhencken wollen/ als solche Quaal langerausstehen: luno Villen«,alsdann hat derJudas erst erkennet/daß/weil er dieBarm-hertzigkeit Gottes beleydigt hatte / er jetztkein Ort der Zuflucht mehr habe. Die-ses mercket wol ihr Sünder und Sünde-rinnen ! lvlggi8 ^uociammoäo milericor-6ia rimenüa Lcc. Dahero /^uclire brecLc inrel!i'b>re ! Lcc. Wann der Teuffeleuch eingibt / ihr sollet nur in diese oderjene Sund einwilligen/ Gott seye unend-lich gütig und barmhertzig / ihr könnet dieVerzeihung gar leicht von ihm wieder er-langen/da trauet nicht! Williget deßhal-ben nicht ein in die Sünd/weil Gott un-endlich gütig ist/der Teuffel betriegt euchzu euren ewigen Schaden: Dann jetzt ver-birgst er dem Sünder die GerechtigkeitGottes / damit er desto kecker sündige / a-ber in dem Tod verbirgt er ihme die Barm-hertzigkeit/damit er verzweiffle/ dann gui
olien6ic jultiriam, bakcr milericoi-cliam
kc. Ach ein solcher gehet ohne Barmher,tzigkeit zu Grund!
Wie ist dann jetzt zu helffen? Werunsern Hsyland zu sich will einführen /daß er ihme solle helffen in dem Streitwider den bösen Feind/ der nehme Oel-und Palmen-Zweig zusammen : Dannunser Heyland ist heut mit diesen beydenzu Jerusalem triumphirlich eingeführtworden / anzuzeigen / ohne Barmher-zigkeit werde der Sieg nicht erhalten/wie k. k. Klarr. Oo) rs O16. 8. k. inseinem Uyrrkirkccio poenir. vom. Palm.spricht: Obwol er komme als ein sanfft-muthiger König durch die Oelzweig be-ehret/ so werde er doch ritterlich kampffen
wider