Am Sonntag
Seele wegnehmen ! Also sollen es alleChristen machen/ wann der höllische Ty-rann den Weinberg ihrer Seelen ver-langet zu einem Kraut-Garten zu ma,chen / das Unkraut der Sünden /^sei-nen teufflischen Saamen darein zu säen/so sollen sie den Weinberg der Seelennicht hergeben / sie sollen lieber sterbenals sündigen / und dardurch die See!verlieren. O CHriste JEsu! MeinSeel ist ein Erbtheil von dir meinemVatter / diese gibe ich nicht hinweg/helffe du mit deiner Gnad/ daß sie Blü-he in den Tugenden! Mich dunckt/ un-ser liebreichste Heyland frage jetzt/ waser schon langst gefragt harre bey Jsa.
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soll ich doch mehr gethan habenan meinem Wein Garren/ daß ichan ihm nicht gethan habe ? Dannda wir alle nichts waren / hat er unserschaffen und begabt mit einer so edlenWesenheit : Da wir schon gantz dürrund des höllischen Feuers würdig wa-ren / hat er uns mit feinem rosenfar-ben Blut befeuchtiget und fruchtbar ge-macht / was hätte er mehrers thunkönnen? Da wir uns aus Muthwillendem bösen Feind verpfändet hatten/ hater uns wieder ausgelost durch den Werthseiner unendlichen Verdiensten; Da wirdurch die Sund als schädliche Thiergantz verwüstet waren/ hat er alles durchseine Gnad wieder ergäntzet; da wiruns seiner Bottmäffigkeit boßhafftiglichhaben entziehen wollen/ hat er uns dan-noch nicht gestrafft / sondern als ein barm-hertziger Vatter zu Gnaden aufgenom-men. Da wir als Faullentzer alles ver-schwendet/ und grosse Schulden gemachthaben/ hat er uns wieder mit Gnadenbereicht / alle Schulden barmherzigst
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nachgelassen/ was hatte er mehrers thunkönnen? Noch mehr will er thun / wannwir nur uns etliche wenige Stunden/etliche Wochen / etliche Jahrlein / diewenige Zeit unseres Lebens in seinemWeinberg wollen einstellen/ ein wenige/kurtze Arbeit auf uns wollen nehmen/um unserer Seelen Heyl willen / dochzu seiner Ehr/ will er uns darfür einenewigen/ ewigen/ ewigen Lohn geben.
Wolan dann /^. es ist Zeit/daßwir in den Weinberg gehen! Manchesaus uns hat schon einen guten Theil desLebens zurück gelegt / und weiß keiner/wie lang er noch zu leben habe / viellleicht wird es bald Abend / oder garNacht / so lasst uns dann arbeiten/ da.wir noch können / lasst uns guts thun / dawir noch Zeit haben / aufdaß wir den Gro-schen ewiger Seeligkeit nicht verschertzen/lasset uns Gehör geben der Ermahnung desH.^UA. 8erm. Ll6. Oe lemp. klu8 prosnims , pro Eorpore IaborCmu8.
guonmm Lsro noltrs pgucig snnis ericin munclo , ani'mL verö nolir^, 6 bens3Kimu5 , s,nö 6ne reANLkic in Loslo:Vielmehr sollen wie uns bearbeiten zuNutzen unterer Seelen / als zu Nu,yen des Lerbs : Dann unser Fleischwird ein kurtze Zeit aufderwelrsey»/aber unser Seel/ wann wie wol undChristlich leben / wird ohne End indem Fimmel regiren.
O lieber GOTT! Wir wären jagern alle seelig / alle nehmen ja gernein den Groschen ewiger Seeligkeit: Sogehen sie dann bey Zeiten hin in denWeinberg / machen der Arbeit / derZierd ihrer Seelen / einem frommenund tugendsamen Leben/ einen Anfang/ich aber mache das End meiner Prer
dig/ und sage Amen: Es gs,schehe!
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