58 Am Fest der Gnadenreichen Geburt Jesu Christi.
Sünden l'egendenWelr wieder möch-te aufhelffen zum Himmel / zum ewi,gen Leben ; Und setzt bald in selbigerLermon hinzu : (^uis parvull eramus,psrvulum se 5ecic: Dieweil wir klein wa-ren / hat er sich auch klein gemacht / undzwar also klein / daß die H. Engel zu de-nen Hirten gesprochen: Ihr werdet ihnfinden als em kleines unmündigesRindlein / gewickelt rn Windeletn :Verbum caro fgölum ell : Das NOorr/welches im Hertzen des himmlischen Vat-ters von Ewigkeit her so süffiglich geruhet/ist Fleisch worden : Und zwar / wie 5.Lernsräus sagt 8erm. z. 6e 0>lgriv. Ls-ro inllrma, caro l'nkgnrili8, csro renera,esro impocens omnis opsris : Es istworden ein schwache»Fleisch/etn kind«liches Fleisch/ein zarres Lleisch/ein un-vermögliches Fleisch.
Komme nur / und sihe mit Verwun-derung selbst o Mensch ! was Gott fürdich ist worden : Du bist vor Zeiten imParadeiß so beredt gewesen / daß du al-len/was lebendigen Athem hat/eigentlicheNahmen gäbest / aber um deinetwegenliegt dein Schopffer wie einKindda/kanauch seine Mutter nicht einmal mit Nah-men nennen. Du hast dich in einem sehrweiten Lust-Wald verlohren / indem duden Gehorsam verachtet hast / dein Gottaber ist heut sterblich und gehorsam in die-se sehr enge Herberg kommen / den Tod-ten durch seinen Tod zu suchen. Du alsein Mensch hast wollen Gott seyn / hastdich aber dardurch verlohren: Er als einGott ist Mensch worden/dich verlohrnenwieder zu suchen. Der menschliche Hoch-muth hat dich so hart niedergedrückt/daßdich nichts änderst als die Göttliche De-muth hat erheben können: Deßwegen liegtdein Gott jetzt da auf dem Strohe / alsein kleines unmündiges Kind / damit erdir wieder aufhelffe / aufdaß er dich großmachte im Himmel.
Wann du demnach die Schreiber deßLandpflegers in den VethlehemitischenStall sihest lausten / auch das kleine Je-suleiu samt Maria und Joseph auf einTaffelein aufzeichnen / und unter die Leib-eigne deß Kaysers Au^gusii rechnen beo-bachtest / so halte es für ein glückseligesZeichen / dann es zeiget dardurch an / daßdu von der Sclaverey der Sünd und desSathans völlig befreyt seyest. Zu einemAusleger besten habe den H. 8c>pbrom-r>m,welcher Or-sr. i.in kgargi.Lbr. spricht:ZHorms cum lllius 8c über korec, narurL-
Oornini polieret, guo nos libercarirüono ornacos Oeo karri gU38> Üilios c>5-ferrer.mrer lervüs cenleri lullinuir: Erwar von Narur der Sohn/der Freye/sa der Herr selbst / dock aufsaß er unsmir der Fceyhrir begabere / und alsSöhn seinem himmlrsthen Varrer vor,
stellte / har er unrer dre Rnccbr undLeibeigne wollen gezehlr werden.
Wann du dieses himmlische Kindlemetwas fürwitziger betrachtest / und findest/daß es unsern kleinen Kindern/wie ein Eydem andern / gleich seye / so achte es fürdein grosse Glückseligkeit / dann er hatdeßwegen die Majestät deß Sohns Got-tes auf die Seiten gleichsam gelegt / dieGestalt und Schlechtigkeit deß Sündersan sich genommen / aufdaß der Sünder/nach abgelegter Ungestalt der Sünden /die Majestät einesKinds Gottes könnte an-legen : Zu einem Zeugen dessen habe den H.LallI welcher orsr. in ^nnunr.L V spricht:(^uiinkorma Oei erar, lormam lervi!n-lccpit, guo peccari lervos b?.c:rl>t!one inprillinam cliAnirsrem rellicU3r,cce!elligusk3triejuzrno6l6l!05exb!ke3c, guiacisu!iplius kormsm linc cienuo rcll-ml'sri.E)er in der Gestalt Goreee wäre / hacdie Gestalt eines Rnechrs an sich ge-nommen / aufdaß er dardurch dieRnechrder Günd in die vorige Mür»digkeir setze und dem himmlischen Vac,rer solche Söhn vorstelle / dre nach sei-nem Ebenbild wieder seynd zu rechcgebracht worden.
Wann du endlich im Kripplein siehestdeinen Gott als ein unmündigesKind in ar-me Windelein eingcfatscht/ so schliesse dar-aus / es seye deßhalben kommen/ für dich zustreiten/Frieden zu machen zwischen den er-zürnten Gott und den sündigen Menschen:Solches will sagen derH. Prophet lla. c 9.ksrvulus nsrus ell nobis, 8c 6liu8 cl3tu5 eitnvb>8 ; 8c voc3blcur I)eu8,korris.lttincepspaci8. Uns ist ein Rind gebohren. unduns ist ein Sohn gegeben ; und seinNahme heisst Gorr / starck / Fried-Fü st.
Die Fabel-Dichter erzehlen/ was Mas-sen die Götter vor diesen einen Krieg habenanstellen wollen/ und alle schon würcklich zuden Waffen gelösten seyen/gleich aufeinan-der loß zu gehen: Da seye der kleine Liebs-Gott vor ihnen erschienen/diesen als die an-dere Götter gesehen / haben sie gleich vomStreit nachgelassen. Ein Gedicht ist die-ses/aber die Warheit ist es/ daß die Göttli-che Personen einen grausamen Krieg unsarmen Sündern haben angekündet: Derallmächtige Gott hat aus gerechter RächdieDonnerkeil schon ergriffen / den Sün-der in das ewige Verderben zuschlagen/aber sehet! Der ewige Sohn Gottes gantzklein / wie ein nackender kleiner Licbs-Gott/ legt sich heut zwischen den erzürn-ten Himmel / und uns sündige Menschen /fangt an bitterlich zu weinen / und inniglichzu bitten für dasHeyl der armen Sündern:Und sihe! im Augenblick stillet er den ZornGottes/daß es gleich Fried ist worden/wel-chen die himmlische Hof - Trompeter sogleich allenthalben mit grossem Jubel aus-
geruf-