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[Dominicale] (1721)
Entstehung
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13
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Am Andern Sonntag im Advent.

!Lrm. z8.l2ua6rgZ. Pharao har die^ln,der ^stael genörhlger/ die Maurenum dl« Gradr aufzuführen: also machrau«H der Garan / daß die SünderSünden zu Sünden hinzu rhun/ undalso ein gantze hohe Mauer auffüh,ren / daß sie mche mehr heraus kom,mett sollen.

Es seynd unter allen Sündern keinehärter;» bekehren / als jene / die in einerSünd / absonderlich in der fleischlichenSund / ein Gewonheit gemacht haben:Diese werden öfters beichren/aber schwer-lich von ihrer Gefangenschaft befreyetwerden; dann wann der Priester die Ab-solution schon über sie aüSspricht / hat siedoch selten ihre Kraft und Würckung /weil solche selten einen zur Beicht erforder-ten Vorsatz haben/ sich zu bessern / welchesdaher abzunehmen/ daß solche selten einenbeständigen Beichtvarrer haben/ suchen all-zeit solche mit Fleiß/ die Noch nichts um ihrGewonheit wissen / und deßhalben nichtssagen. Aber mein Sünder / du bekrie-

gest dich selbsten / und machest durch deinGewonheit deine Erledigung von Tag zuTag fchwehrer. jedoch verzweifletnoch nicht ihr arme Sünder an eurem ewi-gen Heyl! dann ich bringe euch heut ein gu-te Zeitung aus dem Heil. Propheten ss nn;ihren Lr Oogiravir OominuS UillipLremrwUrn 6IiL 5ion: Der HEkr hae chmfürgenömmeu/ Vre Mauren der Toch-ter Sion zu zerre ssen: Das ist/ wie esIkugo Esrü äuslegt : Oilllpsre: tirmumproposirum, 8c coniueruclinem in mslo.«

Der HErr hat Gedancken / dir mit seinerGnad und Barmherzigkeit noch zu helfen/die von denen aufgehäuften Sünden auf-gerichteMauer einzuwerfen / aufdaß imSünder wieder frey werdest/ wie ein ange-nehmes Kind GOttes / dahero/ wanns dirErnst ist/von den Banden des Teuffels be-freyet zu werden / in den Himmel zu kom-men / so mache jetzt einen steifen Vorsatz/deine böse Gelegenheit ernstlich zu verlas-sen/ werfe dich Reumütig nieder vor dieFuß deines Erlösers / so wird die göttlicheBarmhertzigkeit dich nicht verwerfen.Gleichwie sie nicht verworfen jenen grossenSünder / der ein rechter Sclav wäre desleydigen Satans

Esware ein Manns-Person/von deme

l^.füÄN. junior. Orll prT^.in t.Hi:

V. Lonbelno: schreibet / daß er sich mitLeib und Seel dem bösen Feind verschrie-ben/ und zu einem Sclaven gemacht/ demeder Satan auch sein Zeichen und Pett-schafft in seine beyde Händ eingetrucket.Er hatteihm schon zo.Iahrgedienet/ undgrausame Laster mir ihme begangen / alsodaß er sich schon darein ergeben harte / ewigverdammt zu seyn. Zwey l>. k. l)omi

nicsner aber haben ihn zur reumüthiaenBeicht eyrrahnet/ und auch mit derHulff

GOttes darzu gebracht / welche er dannMit grosser Reu abgelegt / die Glaubens-Bekanntnuß gethan/und in selbem Augen-blick / da der PriestcrdieAbsolution überihn ausgesprochen / seynd die Zeichen desSatans in seinen beyden Hand«: ausge-löscht / und er befreyt worden von dessenGewalt / also daß er ihn gar nicht mehr ge-kennet. Dieser Mann ist hernach in 8.

vominici Orden eingerretten / und hatGOtt beständig gedienet / biß an sein letztesEnd. O wohl ein grosse Kraft der reu-

müthigen Beicht/ welche dem Sünder alleseine Band auflöset / und demSaranallseinen Gewalt und Recht über den Sün-der benimmt ! Wolle GOtt / es bedientensich derer alle sündige Menschen / wie eSseynsolte/ so würde die Hält nicht so viel ge-fangene und verdammte Sünder haben.

Aber zu erbarmen ist es / daß unserGOtt und HErr noch heutiges Tags vondenen Menschen bekennen müsse: bk irz.krolongsveruM inigullsrem uuLm : ^iehabc- Gre Bdsikreir v-clän^err: alswie derjenige/welcher ein langes Seyldre-henwill / der thuet immerzu neuen Hanfanlegen: Also fangt der Sünder das Seykder Boßheit an erstlich / von denen Gcdan-cken/hernach setzt er hinzu dieEinwilligung/nach dieser das Merck /, nach dem Merckdie Gewonheit / nach der Gewonheit dieNothwendigkeit / nach dieser die Beru-hung in öer Sünd/ biß endlich die Unbuß--fertigkeir darzu kommt / alsdann ist dasSeyl fertig/ mit welchem der Satan aufdenMmcker GOttes den Sünder hinmr-ter ziehet in den Abgrund der Hollen. Owie Närrisch seynd nicht die Menschen/daßsie dem Teusselselbsten die Strick reichen /sich darmit in die höllische Gefangnuß zuziehen/ da doch die göttliche Barmhertzig-keir so lang und so gedultig auf ihre Büßwarnet / damll sie selbe von ihren Sund-und Laster-Banden befreyen/ und frey mdie ewige Seeligkeit führen möge.

Mein Sünder und Sünderinen! diegöttliche Barmhertzigkeit stehet schon beydem Beichtstul/ wartet deiner: dann/ in(/!oowllloneb.ocu8b!li5Lric:orlllX Oei LÜ,spricht 8. Ili6oru8 in 5^ noph:, der-Verchc ist der <drr der gorrbcbenLZarMhertziFkeir/ in welchem sie die vomTeufel gefangene Sünder auflöset undfrey machet.

Auf diß aber soll keiner sündigen / nochgedencken / ich will meinen Gelüsten einGnügen thrm / kan ichs doch wieder beich-ten/die Beicht löschet ja alle Sünden wie-der aus: Gedencke nicht so mein Sünder!dann dieses wäre auf die BarmhertzigkeitGOttes sündigen / und würde solches diegöttliche Gerechtigkeit scharst rächen/ wieder H. David sagtPs. iL^.vominusju-llu8 conciäic cervice8 peccarOrum: DerHErr/ der rrerechk ist/ har der Gorrlo-V 3 M