von der moralischen Rechtschaffenheit. z6l
Psalm 24, 6. heisset: Das ist das Geschlecht,das nach dem HErrn fraget, und das Ant-litz des Gorres Jacobs suchet. Welche da,her auch die kurz vorhergehende Verheißung ange-het v. x. der wird Segen vom HErrn em-pfahen, und Gerechtigkeit vom Gott seines-Heils. Endlich soll noch bey dem Beschluß be-merket werden, daß ein jeglicher der Gottes Ge-bote nach dem evangelischen Gnadenbunde rechthalten, mithin vor Gottes schwerer Drohung sichnicht fürchten, sondern der darinn enthaltenen Ver-heißungen theilhaftig werden will, den ihm ange-bohrnen Haß gegen Gott zuförderst in seinem Her,zen tilgen, und dagegen rechtschaffene Liebe zu dem-selben, durch den Glauben an den, der des Gese-zes Ende ist, nemlich an Christum, in seiner See-le anrichten lassen müsse. Der .Haß gegen Gottist nemlich der Ursprung und die Quelle aller Sün-den wider alle Gebote Gottes, und wenn ein Menschbey allem, was er wider Gottes Willen thut, bisauf die erste Quelle zurück gehen wollte, so würdeer finden, daß die in ihm wohnende und ihm an-gebohrne Feindschaft gegen Gott und seinen Wil-len die wahre Ursache davon sey. So lange dem-nach dieser Haß und Feindschaft nicht erkannt,
und nach Pauli Ausdruck gecreutziget wird, so
wird er auch wohl als ein Uebertreter der göttli-
chen Gebote leben und sterben, und dazu wird derAnfang gemachet in derjenigen Ordnung, die dasEvangelium Jesu angewiesen hat, und davon in derkünftig abzuhandelnden Materie von der Gnade einmehrereS anzuzeigen seyn wird. Und wenn statt diesesHaffes die Liebe zu Gott wieder hergestellet wird, sogeschiehet das bey den Menschen, und wird zu einem
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