von der moralischen Rechtschaffenheit. Z59
des göttlichen Gesetzes ein lebendiges Gefühl gehabtzu haben; daher es auch kam, daß, wie oben über denAnmerkungen über das göttliche Gesetz angemerketworden, als es den Donner und Blitz sahe und denTon der Posaunen hörete, das Erdbeben fühkete undandere dabey vorgehende schreckliche Dinge wahrnahm,voll Zittern und Beben zu Mose sprach: Rede dumit uns, wir wollen gehorchen, und laß Gortnicht mit uns reden, wir möchten sonst sterbenrMos. 20, iZ. 19. welches alles Gott selbst zu Eh-ren der jetzt angeführten Wahrheit gebilliget und desVolks Klage und Vekanntniß gegen Mosen so aus-geleget: Sie haben wohl geredet, ich will einen Pro-pheten, wie du bist, erwecken aus ihren Brüdern. Die-ser aber ist Christus, von welchem wir lauter Gna-de und Wahrheit haben. Joh. i, 17. Wir bemer-ken noch weiter, so wohl in der Drohung, als Ver-heißung, mögen Väter und Kinder, die Gott, wennsie ihn hassen, strafen, denen er aber auch, wenn sieihn lieb haben, wohlthun will, sowohl nach der leibli-chen als geistlichen Zeugung verstanden werden. Zu-weilen trifte auf beyderley Art zugleich ein; zuweilenaber nur nach einer dieser Arten. Mancher Vater istein Hasser Gottes und Uebertreker seiner Gebote, derleibliche Kinder hat, die nicht anders gesinnet sind undwerden, als er selbst, die also dem Vater in allem sol-chen Bösen aus seinem Vorgänge, Erziehung und An-regung folgen, und fühlen daher Gottes gerechte Strafeeines auf diese, ein anderes auf andere Weise: und datrift es also zugleich nach der leiblichen und geistli-chen Zeugung ein, was Gott gedrohet hat, dergleichenvon Ierobeamö und Ahabs Geschlechte bemerket wor-den. i Kön. 14. 2 Kön. 9. Es kann aber auchgeschehen, daß unter solchen Kindern eines leiblichen
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