Wirklichkeit des mensch!. Verderbens. 7
pelagium gezeiget hat; wobey wir voraus erinnern,daß hier nicht so wohl die Sünde gemeiner werde, dieAdam, der erste Mensch und Sünder, in eigenerPerson begangen, sondern die durch ihn auf alle sei-ne Kinder und Nachkommen ist fortgeerbet worden,daher auch schon von langen Zeiten her ein gegründetter und begreiflicher Unterschied zwischen peccorumoriginale, und orig'marum und impurarum gemachetworden. Da es nun bey theologischen Materien vor-nemlich auf die Wirklichkeit und auf die Beschaffen-heit der Sache, davon die Rede ist, ankommt; sosoll auch hier vornemlich darauf gesehen und in diesemersten Abschnitte von der Wirklichkeit dieses Verder-bens der menschlichen Natur gehandelt werden; da-von wir den Erweiß in Zeugnissen der heiligen Schriftfinden, die wir nach einander vortragen, erläuternund die darinnen liegenden Wahrheiten anzeigen wol-len. Den ersten Erweiß von der Wirklichkeit diesesUebels nehmen wir aus Ephes. r, z. XVir warenauch Rinder des Zorns von Natur wie dieandern; welche Worte Pauli von alten und neuenGottesgelehrten als ein deutliches und starkes Zeug-niß von der Wirklichkeit des menschlichen Verderbensangesehen worden. Ehe wir nun die darin liegendeund damit verbundene Wahrheiten anzeigen, so mer-ken wir zur Erläuterung derselben folgendes. DerApostel Paulus hat den Zweck, die Ephescr zur Dank-barkeit zu erwecken, durch Vorhaltung der unendli-chen Liebe und Barmherzigkeit, die ihnen von Gotterwiesen worden. Er vergleichet zu dem Ende ihrengegenwärtigen Zustand mit dem vorigen sündlichenZustande, in welchem sie todt waren in Sünden undUebertretungen, und in einem weit fürchterlichern Zu-stande gelebet, als wenn sie im Grabe verfaulet gewe-sen. Dieses innerliche tiefe Verderben wurde bey ih-A 4 nen