4 Theologisch moralische Abhandlung,
festen Monarchen, der auf dem Throne sitzt. Unddieses erhellet aus folgenden Gründen.
r. Weil alle Seelen aus einer und eben der-selben Quelle, nemlich aus der schöpferischen KraftGottes entspringen. Sie sind nicht aus einer bessernoder geringern, feinern oder gröbern Materie, son-dern -E ^ ov-r-wv aus Nichts erschaffen. Es wurdebey der einen so wie bey allen andern einerley all-mächtige Kraft angewendet. Alle Seelen sindmein, spricht der Schöpfer selbst Hesek. 18,4;Die Seele des Kindes sowohl, als die Seele desVaters; Die Seele des Bettlers sowohl, als dieSeele des Königes. Diese, da sie aus keiner zu-vor epistirenden Materie, sondern von einerleywirkenden Urlach ihr Daseyn erhallen, müssennothwendig ihrer ursprünglichen Natur, und ih-rem Werthe nacheinandcrgleich seyn. Die mensch-lichen Körper, die aus derMaterie ihren Ursprunghaben, sind freylich sehr von einander unterschie-den. Der eine ist dauerhafter, gesunder undwohlgestalterer als der andere. Aber die mensch-lichen Seelen sind nicht so von einander unterschie-den, da sie nicht aus der Materie entstanden.
2. Alle Seelen haben eine Erschaffene Fä-higkeit des unendlichen und allerfeligsten Gotteszu genießen. Sie bedürfen keiner andern Kräfteund Fähigkeiten, als derer, mit welchen sie ihrerNatur nach begabt sind, um sie, wenn diese an-ders Gott geheiliget und gcwiedmet sind, mit de-nen, die vor Gottes Thron im Himmel stehen, se-lig zu machen, und mit unaussprechlicher Freudesein heiliges Angesicht zu schauen. Wir gehenüber das Feld, und treffen unter einem Erdenkloß