Druckschrift 
Über die beträchtlichen Vortheile, welche alle Nazionen des jetzigen Zeitalters aus der Kenntniß und historischen Untersuchung des Zustandes der Wissenschaften bei den Alten ziehen können
Entstehung
Seite
31
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

31

nissen der Alten, der Griechen, Römer und AraberVortheile ziehen kann, wird wohl ziemlich allgemeinzugestanden, und ist aus den oben vorgelegten allge-meinen Grundsätzen leicht zu erweisen. Sie ist unterallen.Wissenschaften die, worin mancherlei alte, mitneuen noch fast täglich vermehrte Parteyen, sichtapfer hemm tummeln, und die, allerneuesten Be-mühungen und Verheifsungen ungeachtet, noch sobald das Land des Friedens nicht werden zu wollenscheint. Denn da die neuesten Friedens Stifter auchunter sich zerfallen sind, und über mehr als einenPunkt, besonders aber überden der gänzlichen Beile-gung aller Fehden am meisten hinderlichen, über diegröfsere und geringere Ausdehnung ihres Idealismus,durch welchen allein alle Parteyen zur Ruhe sollengebracht weiden, mit einander zerfallen sind: so iststatt des gehofften Friedens, nur des Krieges noch mehrgeworden. In einer solchen Wissenschaft aber giebt essehr viel zu berichtigen, und besonders immer viel zurevidiren, und auf die ersten Gründe zurückzugehen,weil aus ihrer Mangelhaftigkeit hauptsächlich die Un-möglichkeit sich zu vereinbaren entspringt. In einersolchen Wissenschaft mufs man also alle bisher auf dieBahn gebrachten Begriffe, Sätze und Schlufs - Arten vorAugen haben, um sie durch [einander zu bestimmen,und mittelst genauer Nachsehung der gesammten Aktenjedesmal ein gründlicheres Unheil über die Lage desProcesses, und über seine mögliche Beendigung fällenzu können. In einer solchen Wissenschaft müssen allevon jeher aufgestellten Begriffe, Grundsätze und Theo-rien immer von neuem durchdacht werden, weil viel-' leicht aus einigem übersehenen, oder nicht genug be-sehenen das hervorgehen kann, was alle Parteyenbefriediget.