Aufsatz 
Anleitung zum Privatstudium für die beiden oberen Klassen des hiesigen Gymnasiums
Entstehung
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ges auf die Disposition des Schriftstellers geachtet hat, wozu besonders die Reden derAlten auffordern. Endlich hat der Schüler im Anschluß an die vollendete Lectüre noch-mals die ans derselben gewonnenen und schriftlich aufgezeichneten Redewendungen genaudurchzugehen, wodurch er sich allmählich und fast unvermerkt einen bedeutenden phraseolo-gischen Reichthum erwerben wird.

Aus dem Gesagten erhellt schon, daß sich an die Lectüre auch eine schriftlicheThätigkeit theils unmittelbar theils in freierer Weise anschließt, lieber die Auszüge istschon das Nöthige bemerkt, desgleichen auf die Nothwendigkeit phraseologischer Samm-lungen hingewiesen. Diese sind alphabetisch und zwar in beiden Sprachen anzulegenmit kurzer Angabe der Stelleu, welchen die einzelnen Redewendungen entnommen sind.Je weiter der Schüler in seinen Privatstudien fortschreitet und je reicher seine Sammlungwird, um so mehr wird er im Stande sein sich des Gebrauchs namentlich des deutsch-lateinischen Wörterbuchs zu entschlagen und dasselbe durch seine Phraseologie zu ersetzen.Hierdurch wird er nicht nur die gewonnenen Redewendungen sich fester einprägen, sondernauch nach einiger Uebung sich überhaupt das Arbeiten sehr erleichtern; denn es ist gewißleichter bei den lateinischen Erercitien und Aufsätzen in der selbsigefertigten Phrasensamm-lung nachzusehen und derselben genau den Gebrauch der gesuchten Redewendung zuentnehmen, als in dem großen Wörterbuch lange Artikel durchzulesen und endlich doch inUngewißheit wegen der Wahl des Ausdrucks zu schweben. Dies ist jedoch nur die nächsteund unmittelbar sich ergebende schriftliche Arbeit. Ihr zunächst steht die Anfertigunggrammatischer stilistischer und lexikalischer Auszüge. Für die ersteren bietensich als geeignete Gesichtspunkte unter anderen dar Beispielsammlungen aus XenophonLysias Jsocrates zu den Regeln über die Conditional-, Final- und allgemeinen Relativ-sätze, über einzelne schwierige und in ihrer Anwendung reichere Partikeln, als on-«?,u. a., über den Gebrauch der Negationen, Auflösung des Partieipiums und ähnliches,oder aus Cicero und Livius über die Lvnseoutia temporum) seltenere Conditionalsätze(z. B. nach dem Schema „labepai' Ivng'IuS) nis! ine tllc. cl«z leg. !. 19)vergl. Zumpt 8- 519.) und anderes. In stilistischer Hinsicht empfiehlt sich eine Samm-lung der Einleitungs- Uebergangs- und Schlußformeln, deren sich Cicero bedient, verglei-chende Zusammenstellung der von demselben Schriftsteller gebrauchten Metaphern, odereine Beispielsammlung zu den gebräuchlichsten Wortfiguren rhetorische Frageu. s. w.). In lexikalischer Hinsicht mag eine vergleichende Uebersicht der von den Dich-tern zu denselben Substantiven gesetzten Epitheta entworfen werden, in welcher selbst dieeinander entsprechenden griechischen und lateinischen Beiwörter aus Homerus Vergiliusund Horatius zusammengestellt werden können.

Endlich schließt sich die Anfertigung schriftlicher Uebersetzungen unmittelbar andie Lectüre an. Es ist aber nicht ralhsam, daß der Schüler die ganze Schrift übersetze,mit welcher er sich beschäftigt, theils weil diese Arbeit wegen ihrer Ausdehnung leicht er-müdet, theils die durchgängige Beobachtung der nöthigen Sorgfalt bei derselben nicht