Fasti tribunorum plebis 133-70 von Professor Dr. Max Ziegler. Wissenschaftliche Beilage zum Programm des Kgl. Gymnasiums in Ulm. Die vorliegende Abhandlung hat den Zweck, eine möglichst genaue Liste der Volkstribunen aus den Jahren 133—70 aufzustellen. Weiterhin aber wurden die einzelnen Tribunen durch ihr ganzes Leben verfolgt, und alle Notizen gesammelt, die sich auf Alter, Stand, Familienzugehörigkeit („man weiss, welche Schwierigkeiten dabei die römische Homonymie bereitet." Mommsen) derselben, sowie auf etwa von ihnen bekleidete Magistraturen und auf das Verhältnis der Tribunicier zum Senat beziehen. Aus alldem soll später, nach Fertigstellung von zwei weiteren Tabellen (218—-134 und 09—43), erschlossen werden, ob das Tribunat eine regelmässig bestimmte Stelle in der römischen Aemterlaufbahn eingenommen hat, ferner namentlich, aus welchen Kreisen der Gesellschaft die plebs sich gewöhnlich ihre Vertreter bestellte und ob sich noch Spuren von dem ursprünglich nicht magistratischen Charakter des Tribunats finden. In Beziehung auf diese Fragen ist weder in alter noch in neuer Zeit völlige Ubereinstimmung zu finden. Dass das durch Revolution begründete Tribunat ursprünglich nicht magistratischen Charakter hatte, sondern eine Art von Volksvertretung im Gegensatz zur Magistratur war, ist eine von keiner Seite bestrittene Tatsache. Während aber sonst allgemein angenommen wird, dass seit der politischen Gleichstellung der plebs die Tribunen nichts anderes mehr sind als Beamte des patrizisch-plebejischen Staats, hat Herzog (Staatsv. I. 1163 ss. u. II. 681s.) zu zeigen versucht, dass auch noch in der späteren Zeit der Republik, ja auch in der Kaiserzeit Tribunat und Magistratur scharf unterschieden werden können und müssen, und infolge dieser eigenartigen Anschauung das Tribunat auch nicht im Zusammenhang mit der Magistratur, sondern in einem besonderen Abschnitt über die Volksrechte behandelt. Diese Auffassung bekämpft Schiller in der Besprechung des Herzogschen Werks (Burs. Jahresber. 1888. 3. p. 3—7), und in der neuen Auflage von Mommsens Staatsrecht ist sie unberücksichtigt geblieben. Professor Herzog in Tübingen ist es nun auch gewesen, welcher, in der Hoffnung, durch statistisches Material eine Stütze für seine Ansicht zu gewinnen, die vorliegende Arbeit schon im Jahr 18S5 veranlasste durch Stellung einer Preisaufgabe. Die damals zusammengestellten fasti tribunicii vom Jahr 133—70 habe ich 1886 in einer Doktordissertation (damals nach Tübingersitte ungedruckt geblieben) nach rückwärts und vorwärts erweitert, um so eine breitere Operationsbasis zu erhalten, auf der man zu möglichst sicheren Resultaten gelangen könnte. Auf Herstellung vollständiger Fasten ist verzichtet worden. Das Interesse konzentriert sich doch auf einzelne besonders wichtige Perioden, über welche wir durch eine nicht allzu spärliche und nicht gar zu unsichere Überlieferung unterrichtet sind. Verschiedene Zeitabschnitte, in welchen man merkliche Unterschiede in dem Personal der Tribunenkollegien schon aus dem historisch gegebenen Zusammenhang vermuten kann, lassen sich leicht abgrenzen. Die Zeit von Ti. Gracchus bis Sulla, von Sulla bis zum Jahr 75, vom Jahre 75 — 70, daun die nächstfolgenden Jahrzehnte nach Wiederherstellung der tribunicia potestas bis zu der Zeit, wo der beredte Mund Ciceros verstummt, endlich ein grösserer Abschnitt aus älterer Zeit 218—134 (beginnend mit dem Jahr 218, weil von da an infolge der Erhaltung des Livius und Polybius die Quellen reichlicher fliessen), — diese Perioden werden, soweit dies überhaupt möglich ist, ein deutliches Bild davon geben, wie sich das Tribunat zur Magistratur verhalten hat. Vor der nach so langer Zeit nun erfolgenden Veröffentlichung eines Teils dieser Arbeit habe ich natürlich die neuerdings zugewachsene einschlägige Litteratur mit besonderem Interesse verglichen. Zur Zeit der Entstehung dieser Tabelle, im Jahre 1885, gab es eine neuere 2 Vorarbeit speziell für tribunicisebe Fasten überhaupt nicht. Uie alten vollständigen Annalen von Pighius 1599—1G15 sind nur in den Partien berücksichtigt worden, wo sich P. auf wirkliche Ueberlieferung stützt. Alle seine in der Luft stehenden Kombinationen sind stillschweigend übergangen worden. — Für die Bestimmung der von Tribunieiern bekleideten Präturen standen die sorgfältigen Arbeiten von Wehrmann, fasti praetorii 588—710. Berol. 1875 und Hölzl, /'. pr. G87—710 Lipsiae 1890 zur Verfügung. Für Censoren konnte eine entsprechende Schrift von de Boor, fast. cens. Berol. 1873 benutzt werden. Unbrauchbar dagegen ist Schubert, de Horn, aedilibus, Begimontii 1828, der ganz auf den unsicheren Pfaden von Pighius wandelt. Letzteres ist (cf. Besprechung von Holzapfel, Berl Phil. Woch. 1890. p. 1241 ss.) auch der Fall bei den Schriften von Garofalo, J Fasti dei Tribuni della plebc della Bcpubblica Bornana. (Appendice: fasti degli edili plebei) Catania 1889. Correzioni e aygiunte 1895. Gute Dienste dagegen tut Niceolini mit seinem Werk: Fasti tribunorum pl. 1895 —9G in den Studi storici zu Livorno erschienen (anerkennend besprochen von Holzapfel, Berl. Phil. Woch. 1897. p. 205 ss.), und dann in Buchform herausgegeben (Accedunt addenda et index de integro refectiis. Pisis 1898.) N. beschränkt sich aber durchaus auf das Tun und Leiden der Tribunen als solcher, auf die Fälle, wo irgend eine Aeusserung der tribunicia potestas in die Erscheinung tritt, ohne dass er, was für meine Zwecke unerlässlich ist, auf den Personalstand der Tribunenkollegien eingeht und insbesondere den cursus bonorum der einzelnen Tribunicier verzeichnet. Er lässt die für mich besonders wichtigen bei der Bewerbung um das Tribunat Durchgefallenen weg. Auch ist in vielen zweifelhaften Fällen, oifenbar um das umfangreiche Buch nicht noch mehr anschwellen zu lassen, auf nähere Betrründungr verzichtet. — Mancherlei Anre hat dann Metellus triumphiert, wie auch inschriftlich bezeugt ist. Eph. epigr. IV. .'57. CJL. I 2 . p. 177. — Was der richtige Vorname ist, lässt sich nicht entscheiden. Prise. 8,1.7 bei Keil II 382 bietet den Vornamen C. Vgl. auch Orat. Rom. frg. ed. Meyer-Diibner p. 250 (ed. Meyer p. 137) , wo der bei Gell. u. Prise. Genannte mit C. Mamilius Limetanus (s. unter 109) identifieiert wird. Der Streit mit Metellus lalle dann vor dessen Konsulat. Dies ist minder wahrscheinlich. C. Coelius C. f. C. n. Ca/dus. Oros. 5,15,24. — Cic. leg. 3,16,35,36, — Rhet. ad Herenn 1.15,25. — Vgl. die eingehenden Artikel bei Pauly-Wiss. s. Goel. Nr. 12 und Drumann - Groehe II. .344, denen ich hier in vielem folge. — Wahrscheinlich identisch mit dem in der adramytenischen Urkunde erwähnten Tribunicier C. Coelius C. f. Vgl. Willems im Nachtrag 1,693 s. Mommsen Str. 111. 968 A. C. Coelius beantragt als tr. pl. die 4. lex iabeüaria, um dann C. Popillius, den Legaten des gefallenen Konsuls Cassius bei geheimer Abstimmung um so sicherer vernichten zu können. Unser Tribun C. Coel. ist sicher identisch mit C. Coel. C. f. C. n. Caldus (CJL. I. 2 p, .152), der im J. 94 Konsul wurde als tüchtiger, aber viel angefeindeter homo novus. Cic. in Verr. act. 11. 5,70,131 : Modo C. Fimbriam, C. Maritim, C. Coelium vidimus non me- dioeribus inimicitiis ac laboribus contendere, ut ad istos honores pervenirent, ad quos vos per negleyentiaxn per- venistis. Auch in der interessanten Erörterung über liomines novi bei Cic. pro Mur. 17 wird er kurz erwähnt. Vgl. Cic. Brut. 45,105. de petit. cons. 11. de or. 1,25,117: Crassus (geb. 140, cf. Cic. Brut. 43,162) fragt: quis enim non videt, C. C'oelio, aequali meo, magno lio- nori fuisse, liomini novo etc. — Die Identität zwischen Tribun u. Konsul erhellt, wie schon Pighius gezeigt hat, aus Münzen seines Enkels, der III vir monetulis war, mit der Inschrift: C. Caldus cos. und mit einem Täfelchen fj iTil libero-damno), wodurch eben dieser als Urheber der lex tabellaria bezeichnet wird. Eckhel 5,175. Mommsen r. M. w. lp. 563 Nr. 180 u. p. 636 Nr. 280. Borghesi, Oeuvres I. 319 ss. Babelon, Monnaies de la rep. vom. I. 370 s.. Gleichfalls aus Münzen geht hervor , dass er Prätor war etwa im J. 99. cf. Wilsdorf, Leipz. Stud. 1 110. — Sehr wahrscheinlich auf unseren C. Coelius (es. 94) ist zu beziehen die Stelle Cic. pro. Plane. 21,52: Sed quid ego aedilicias repulsas colligo? — Quaestor Q. Caelius (die Formen Cael. u. Coel. in Hss. oft verwechselt; Vornamen häufig konfundiert.), clarissimus ac fortissimus adulescens, tribuni pl. P. Rutilius Rufus (es. 105), C. Fimbria (es. 104), C. Cassius (es. 96), Cn. Orestes (es. 71) facti non sunt, quos tarnen omnes consules factos seimus esse. Mommsen Str. I 542 A. 2 u. Herzog 1 671. A. I wollen die Möglichkeit nicht recht zugeben, dass der homo novus C. Coelius Caldus habe ohne Quäst.ur zum Konsulat gelangen können. (Vgl. unter dem J. 103 C. Norbanus, der nach seinein Tribunat noch Quästor wurde und dann erst Prätor und Konsul.) Einen Konsul Q. Caelius gibt es aber nicht; eine Korrektur ist also bei Cic. 1. 1. notwendig. Mommsen möchte den Fall in die Zeit vorder lex Villia annalis (180) verweisen und denkt an Q. Aelius Paetus es. 167 oder an Q. Caecilius Metellus es. 206. Allein alle andern bei Cic. 1. 1. angeführten Beispiele gehören in unsere Zeit. Auch das dem Q. Caelius hier von Cicero gespendete Lob und die Zusammenstellung mit Fimbria stimmen iiberein mit den oben aus Cic. angeführten Stellen über C. Coelius. So bleibt wohl nichts anderes übrig, als unseren C. Coelius bei Cic. pro. Plane, einzusetzen. Wir müssen also hier einen Fall konstatieren, dass ein homo novus zu Prätur und Konsulat gelangte, nachdem er hei der Bewerbung um die Quästur durchgefallen war. Cicero spricht nicht von Konsularen, welche sich um die> Quästur gar nicht beworben haben (diese können zahlreicher gewesen sein), sondern er führt den einen ihm bekannten Fall an, wo ein späterer Konsul als Bewerber um die Quästur eine repulsa erfahren hatte. — Nicht unmöglich ist, dass,- wie Hirschfeld Hermes 8,468 meint, auf unsern C. Coelius zu beziehen ist, Rhet. at Herenn. 2,13,19. ('. Caelius iudex absolvit in- iuriarum eum, qui Lucilium poetdm (den Satiriker, f 103 o. 102) in Seena, nominatim laeserat. Sehr problematisch ist die 1. 1. ausgesprochene weitere Vermutung, dass in Festus p 210: pedarium Senatoren significat Lucilius, quem ait „agipes vocem mittere coe- pit" eine Verhöhnung eben des C. Coelius zu erkennen sei. Ein metrischer Fehler wird allerdings vorliegen ; aber es empfiehlt sich nicht, gerade das so durchaus sinngemässe und so richtig gebildete uirxZ Xeyo.uevov agipes zu ändern. Mommsen Str. III. 982 A. 1. — Vgl. auch unter Crassus 107 die Stelle Cic. Brut. 43, 160. - Sonstige Tribunicier dieses Namens : Q. Coelius Latiniensis vor 67 (s. dort), 53 (Vinicianus), 52 Rufus, 51 L. Licinius L. f. C. n. Crassus. Cic. Brut. 43,160 s: Sed Ha tacitus (L. Crassi) tribunatus, ut, nisi in eo magistratu cenavisset apud praeconem Granium (cf. Cic. pro Plane. 14,33) idque nobis (? bis) narravisset Lucilius (der Satiriker), tri- bunum pl. nesciremus fuisse. Ita prorsus, inquit Brutus; sed ne de Scaevolae quidem tribunatu quidquam audivisse vid oi' et eum collegam Crassi credo fuisse. — Omnibus quidem uliis, inquam, in magistrat-ibus, sed tribunus anno post fuit, eoque in rostris sedente suasit Serviliam legem Crassus (das Gesetz des Kons. Servilius C'.aepio vom J. 106. cf. Cic. Brut. 44, 164. 87, 298. d. or. 1, 52, 225. parad. 5, 3, 41. pro Cluent. 51, 140); nam cen- suram sine Scaevoltt gessit: eum enim magistratum nemo unquam Scaevolarum petivit. Sed haec Crassi cum edita oratio est, quam te saepe legisse certe scio, quattuor et triginta tum (106) habebat annos totidemque annis mihi uetate praestabat. Iiis enim consulibus eam legem suasit, quibus nati sumus (106), cum ipse esset Q. Cae- pione consule natus et C. l.aelio (140). Also war Scae- vola im J. 106 Volkstribun, und Crassus im vorhergehenden J. 107. — L. Licin. Cr. war geb. im J. 140 (Cic. Brut. 43, lril. 44, 162); Quästor zu unbestimmter Zeit, wohl vor 108 (Cic. de or. 1, 11, 45. 2, 90, 365. 3, 20. 75); kur Aedil 103 (Cic. in Verr. 2, 4, 59, 133. de off. 2, 16, 57. Plin. n. h. 8, 53. 36, 7s. Solin. Polyh. 3* — 12 30); Prätor 100 o. 99 (Welirmann, f. pr.); Konsul 95; Censor 92 (Boor, f. eens. p. 25). Mommsen, r. M. w. p. 573 s. n. 199. ßabelon II. 130 ss. Er starb am 20. Sept. 91. Cic. de or. 3, 1, 1 ss. Brut. 88, 303. Altkonsularische Familie. Sehr viele tribunicische Li- cinii: 191. 481. 376. 375—71. 370. 369—67. 196. 177. 145. Zwischen 120—100. 73. 53. 648/106 (css: C. Atilius Serranus. Q. Servilius Caepio) Q. fifucius P. f. P. n. Scaevo/a. Cic. Brut. 43, 160 s cf. oben bei L. Licin. Crass. 107. Er bekleidete alle Aemter mit Ausnahme der Censur, um die sich.überhaupt kein Mucier bewarb, zur gleichen Zeit wie Crassus. Im J. 82 ermordet. Cic. de or. 3, 3, 10. Brut. 90, 311. ad Att. 9, 12, 1. de nat. d. 3, 32, 80. Diod. 38, 16. Vell. P. 2, 26: Leinde consules Carba tertium et C. Marius septiens con- sulis filius (82) —. Quippe dum ad Sacriportum dirni- catur, Damasippus praetor — Scacvolam pontificem max. et divini humanique iuris auctorem celeberrimum — trucidavit. App. b. e. 1, 88. Liv. ep. 86. Flor. 2, 9, 20 s. Oros. 5, 20, 4. Aus der gens Mucia der erste Konsul im J. 175; Tribunicier: 485. 141. 64. 54. 650/104 (css. C. Marius II. C. Flavius Fimbria) L. Cass/us L. f. Longinus. Ascon. in Cornel. 78: L. Cassius L. f. Longinus trib. pl. C. Mario C. Flavia coss. plures leges ad mi- nuendam nobilitatis potentiam tulit, in quibus hanc etiam, ut quem populus damnassct cuive Imperium abrogasstt in senatu tte esset. Tulerat autern eam maxime propter simultates cum Q. Servilio, qui ante biennium (106) consul fuerat et cai populus, quia male adversus Cimbros rem gesserat (105), abrogavit Imperium. Vergl. unter dem J. 103 C. Korbanus. Ueber eine vielleicht auf dies Gesetz Bezug nehmende Münze cf. Mommsen Strafr. p. 170 A. 8 (gegen Babelon I. 332,). Altkonsularische Familie; vielleicht ein Sohn des tr. pl. vom J. 137 u. ein Bruder des Konsuls vom J. 96, der bei der Bewerbung um das Tribunat durchgefallen ist. Ply-Wiss. s. Gass n. 72. — Sonstige Tribunicier dieses Namens: 4:86 (?), 137. 89. 56. 49. 46. (Einen Tribun Clodius in die Tabelle aufzunehmen, wie Niccolini tut, empfiehlt sich nicht. Mommsen RMW. setzt zwar die bei Plin. h. n. 33, 3, 46 erwähnte lex Clodia, welche Quinare mit Viktoriatengeprilge einführte, etwa ins .1. 104. Vgl. auch Lange 2, 674. Babelon XXVI. Abgesehen davon, dass nur eine ungefähre Zeitangabe möglich ist, muss das Gesetz auch nicht notwendig tribunicisch gewesen sein,) 651/103 (css: C. Marius III L. Aurelius Orestes). Cn. Domitius Cr., f. Cr. n. Aheriobarbus. Cic. de leg agr. 2. 7, 18 (lex Domitia de sacer- doti.is). Das dankbare Volk wählte ihn kurz nachher zum pontil'ex maximus (Liv. ep. 67. Val. M. 6, 5, 5). I — Cic. pro Deiot. 11, 31. (Ascon. in Scaur. p. 132). Cic. Verr. 2, 47. 118 (div. in Caec. 20, 67). Ascon. in Cornel. p. 81. Dem genauen Zeugnis des Askonius (C. Mario II C. Fimbria css. 104) widerspricht Vell. P. 2, 12, 3, der das Tribunat des D. in das J. 103 setzt. Man kann mif Mommsen Str. II, 29. A. 5 diese- widersprechenden Notizen in Einklang bringen durch die Annahme : Askonius bezieht sich auf die Zeit vom 10. Dez. bis Jahresschluss (104) u. Vell. auf die Zeit vom 1. Jan. bis 9. Dez. 103. — Suet. Ner. 2 (Dio Cass. frg. 92 u. 37, 37). Konsul 96, also Prätor vor 98. Censor 92. Boor, f. cens. p. 25. Mommsen r. M. w. p. 573 s. N. 199. Babelon 1, 461. Der im J. 82 in Afrika von Pompejus besiegte u. getötete Domitius (Plut. Pomp. 10—12. Liv. ep. 89. EuLrop. 5, 6. Oros. 5, 21, 13), ein Führer der marianischen Partei, ist nicht zu identificieren mit unserem Cn. Dom.; jener war wohl noch ein jüngerer Mann (nach Oros. 5, 24, 16 Schwiegersohn des Cinna, des Konsuls vom J. 87. — Altkonsularische Familie, aus der nur noch ein Tribun bekannt ist: 59 (Calvinus). L. Appuleius Saturninus. Cic. p. Sest. 16, 37: res erat (Q. Metello) cum L. Saturnino, Herum tribuno pl. — Aus vielen andern Stellen des Cic. erhellt, dass S. im J. 100 Tribun war und als solcher gegen Metellas auftrat; s. dort. Also war er vor 100 zum erstenmal Tribun. Vell. P. 2, 12, 6 : rion tarnen huius consulatus (des 6. des Marius im J. 100) fraudetur gloria, quo Servilii. Glauciae Saturninique Appulei furorem 'continuatis lionoribus rempublicam lacerantium — compescuit. Aus »continuatis« darf man nicht schliessen, dass Appulejus im J. 101, unmittelbar vor seinem zweiten Tribunat, das erste bekleidet hat. Herzog I. 1141'. Der Ausdruck ist ungenau, hat aber eine Art von Berechtigung, weil A. sich für das J. 99 wieder wählen liess und Glaucia dasselbe tun wollte. App. b. c. I, 32. Ueber Glaucia s. u. — Das J. 103 für das erste Tribunat des A. ergiebt sich aus Plut. Mar. 14, 6 ss. Dafür spricht auch App. b. c. 1, 28: TnirjTrji Si K oi ' vto ? K xtvjkiog MtrtAAo? (102. Boor f. cens.) Ykxvx(xa ts ßovkeuovrx xxi 'AirovXyiov y.xropoi'vov, bsbTjgxp^Tjxbrx ylr/ (wohl gleich „eben erst", also 103), tj / s äßicoaexc -rrxptkvsy. (Vgl. unten bei Glaucia? 111) — cf. Licin. p. 10, 6b Pertz (21 Bonn.) Auch aus der sehr mangelhaften Darstellung bei auct. d. v. ill. 73 u. Oros. ö, 17, 3—9 ist zum mindesten zu erkennen, dass A. vor dem J. 100 schon einmal Tribun war. Vgl. unter dem J. 100. C. Norbanus. L. Aurelius Cotta. T. Didius (T. f. Sex. n.) Die Ansetzung des Tribunats des Norbanus und seiner oben genannten Kollegen (? 105,104:,103,101 oder gar 95; letztere Ansetzung, die sich auch noch bei Ply-Wiss. s. Aurel, n. 100 findet, ist sicher falsch) ist viel umstritten. Zu völliger Sicherheit ist nicht zu gelangen. Die wahrscheinlichste Darstellung giebi Mommsen r. G. II. p. 180 A. Vgl. auch Wehrmann p. 6 3 . Lengle Unters, über die sullan. Verf. 1899.. Freib. i. Br. p. 24 s. Mommsen Strafr. p. 198. Q. Ser- — 13 vilius Caepio, Konsul .106, war als Prokonsul im Verein mit dem Konsul Cn. Mallius von den Cimbern bei Arausio am 6. Okt. 105 geschlagen worden. (Sali. Jug. 114,1. Vell. P. 2,12,'P. Flor. 1,38,4. Dio. frg. 91. Oros. 5. 16.) Liv. ep. 67: — Caepionis, cuius temeritate clades accepta erat, damnati bona publicata sunt primi qiost regem Tarquinium imperiumque ei abrogatum. — Dies ist geschehen wohl kurz nach der Niederlage; der Antragsteller ist nicht bekannt. Die ungewöhnliche Bestrafung wurde im folgenden J. 104 (s. dort) noch verschärft durch das kassische Gesetz über den Verlust des Sitzes im Senat. Ascon. in Cornel. 78 (unter dem J. 104 ausgeschrieben). Aber auch dies genügte dem gegen die Optimaten erbitterten Volk nicht; es wollte Cäpios Blut haben. Cic. d. or. 2,40. 167: Si magi- stratus in populi Roniani potestate esse debent, quid Norbanum accusas, cuius tribunatus voluntati paruit civitatis? Demgemäss hat der Volkstribun C. Norbanus ein neues Verfahren gegen Caepio eingeleitet und zwar, wie es scheint, in Verbindung mit seinem Kollegen Saturninus, der gleichzeitig auch Cn. Mallius, den Kollegen des C. bei der unglücklichen Schlacht belangte, ohne Zweifel im J. 103 (denn das 2. Tribunat des Sat. im J. 100 ist vom J. 105 schon zu weit entfernt). Letzteres geht hervor aus Licin. ed. Pertz 10,6 b. (21 Bonn.): Cn. Manilius (statt Mallius) ob eandem causam quam et Caepio L. Saturnini rogatione e civitate est cito ('{ plebiscito) eiectus. Vgl. Cic. d. or. 2,28,125 (com- miseratio Cn. Maliii). •— Cic. or. part. 30,104 s. d. or. (2,28,124s). 2,40,167 u. namentlich 2,47,197 — 50,204. Hier wird erzählt , dass M. Antonius, der Konsul vom .). 99, seinen Quästor Norbanus mit Erfolg verteidigt habe gegen P. Sulpicius Rufus, der den N. angeklagt hatte lege Appuleia, quod minuerat maiestatem (also auf Grund des wahrscheinlich von N. selbst mitveran- Jassten appuleischen Majestätsgesetzes). Diese Anklage des N. durch Sulp, fällt nach 97; denn Antonius sagt, dass er als Homo censorius den Norbanus verteidigt habe. Man kann diesen Prozess genau fixieren und ins J. 95 setzen nach Cic. Brut. 41,162: Sed est etiam L. Crassi in consulatu (95) pro Q. Caepione defensio. Doch darf man daraus nicht schliessen, dass Cäpio damals noch nicht verurteilt, noch nicht in der Verbannung war. Jenes pro Caepione bedeutet: zu Gunsten des verurteilten C. gegen den Ankläger Norbanus (an diesen allein konnte man sich halten, weil Appuleius längst tot war). Weiter ersieht man aus Cic. d. or. I. 1., dass Norb. seiner Zeit (wahrscheinlich 103) eine seditio erregte durch sein scharfes Einschreiten gegen Caepio, wobei 2 Kollegen des Norb, die Tribunen L. Cotta u. T. Didius, welche gegen den Antrag des N. inter- cedieren wollten, mit Gewalt vertrieben wurden (47,197). Als Anklagepunkt wider Caepio ist an dieser Stelle nur genannt die schimpfliche Flucht und der Verlust des Heeres, cf. 48,199. Ebenso Rhet. ad Herenn. 1,14,24. Cic. or. part. 30,104 s. d. or. 2,28,124. 21,89. 25,107. 39,164. 50,203. d. off. 2,14,49. Wahrscheinlich steht aber mit dieser Anklage in engem Zusammenhang eine weitere Untersuchung wegen angeblicher Unterschlagung der tolosanischen Beute durch Caepio, wenn auch nirgends der Name des Norbanus, als desjenigen, der diese guaestio veranlasste, genannt ist. Cf. Cic. d. nat d. 3,30,74. 8trab. p. 188. Bio Cass. frg. 98. Gell. 3,9,7. Oros. 5,15,25. — Auct. d. vir. ill. 73,5 wird berichtet, dass Appul. erst in seinem 2. Tribunat (100) die von Caepio zurückgezahlten Summen für seine Kolonisationspläne verwendet habe. Dies kann auf einer Verwechslung beruhen (vgl. Mommsen 1.1.); jedenfalls ist es kein zureichender Grund, die ganze Untersuchung ins J. 100 zu verweisen. Caepio ist zum Tod verurteilt worden, aber durch Flucht entkommen. Liv. ep. 57. Val. M. 4,7,3. Nach Strab. p. 188 wurde er verbannt, nach Val. M. 6,9,13 im Gefängnis hingerichtet. Letzteres ist erfunden; höchstens kann man mit Neumann, Geschichte Roms 1. 413 annehmen, dass des Norb. Kollege Reginus (s. dort), um die Flucht zu erleichtern, das Volk täuschte durch Vorzeigen eines verstümmelten Leichnams. In der Tat ging Caep. in die Verbannung und lebte als Bürger in Smyrna. Cic. pro Ralb. 11,28. f wohl erst nach 90. cf. Mommsen r. G. 2,203. A. C. Norbanus war Quästor des Konsuls Antonius, erst nach seinem Tribunat, im J. 99. Cic. d. or. 2,47,197. 198. Wahrscheinlich ebenderselbe war Prätor in Sizilien im J. 88. Wehrmann, f. praet. Konsul 83 als liotno novus. Flieht, von Sulla besiegt, nach Rhodus, wo er sich kurz darauf tötet. App. b. c. 1,91. Liv. ep. 89. — In dem Namen Norbanus haben nach Mommsen. Jahrb. des gem. deutschen Rechts II. p. 338. A. viele irrigerweise ein Cognomen bald der Junier (so NiccolinD, bald der Vibier finden wollen; derselbe ist vielmehr ein von einem Ortsnamen abgeleiteter Geschlechtsname. Der zum Teil von Neueren (so Wehrmann) fälschlich beigesetzte Beiname Bulbus o. Baibus beruht lediglich auf dem Chronogr. a. 354 (CJL. I. 2 p. 154), wo als Konsuln des J. 83 : Asiaticus et Pulbus (?) angegeben sind. Dagegen wird wohl ein Zusammenhang bestehen zwischen unserem Norbau. und den Konsuln der Jahre 38 u. 24. C. Norbanus C. f. Flaccus und C. Norbanus C. f. C. n. Flaccus. Auch bei L. Cotta und T. Didius lässt sich nur vermutungsweise eine Identificierung geben, die aber eine Stütze findet in der politischen Stellungnahme der beiden optimatisch gesinnten Tribunen. L. Aurelius Cotta war Prätor nach Cic. Brut. 36,137. 74,259. d. or. 3,11,42, aber nicht c. 91, wie Wehrmann /. praet. annimmt, sondern wohl c. 101. Ob der bei Val. M. 6, 5, 4 genannte Volkstribun ebenderselbe ist, lässt sich nicht entscheiden. Altkonsularische Familie, aus der nur noch ein Tribun (im J. 49) bekannt ist. T. Didius. T. f. Sex. n. ? Prätor in Macedonien vor 100. Wehrmann /. pr. — Konsul 98. cf. Mommsen, BMW. p. 540. n. 138. ßabelon I. 454 s. Der einzige Konsul und der einzige bekannte Tribunicier aus der wenig angesehenen gens Didia. Baebius. Auet. d. v. ill. 73. Vgl. unter dem J. 111. L. (? Antistius) Reginus. Val. M. 4,7,3. Befreite den Caepio aus dem Gefängnis. Vgl. unter Norbanus. Von den wenig hervortretenden Antistii scheinen die Regini eine minder angesehene Nebenlinie gewesen zu sein. Cf. Ply-Wiss. s. Ant. u. Drumann-Groebe I 39; Bei beiden ist unser Reginus nicht unter den Antistii aufgezählt. Ueber 4 — 14 einen späteren Münzmeister C. Antist. Reginus cf. Mommsen RMW. p. 7-42 Babelon I. 149. Sonstige Tribunicier der gens Antistia: 422. 420. 319. 88. 58. 56. — 652/102. (css. C. Marius IV. Q. Lutatius Catulus). A. Pompeius f. Diod. 36,13. Plut. Mar. 17,8 ss. Beide erzählen die Beleidigung des Kybelepriesters Batakes durch den Volkstribuu A. Pompeius und des letzteren darauf folgenden Tod. Gleich nachher folgt die Erzählung von des Marius Rüstungen zum Kampf gegen die Teutonen. Batakes und die magna mater wurden feierlich versöhnt. Drumanu 4,314 vermutet, dass in dem ganzen Vorgang eine Veranstaltung des Senats zu sehen sei, um zum Kampf gegen die Teutonen Mut zu machen. — Der erste Konsul aus der gens Pompeia im J. 141 ; sonstige Tribunicier im J. 99 u. 52. 654/100. (css: C. Marius VI. L. Valerius Flaccus.). L. Appuleius Saturninus II. Auct. ad. Herenn. 1,12,21 (vielleicht auf das erste Tribunat zu beziehen). — Cic. Phil. 8,5,15. p. Rah. 7, 20, in Cat. 1.2.4. Brut. 62,224. p. Sest. 47,101. (Cic. p Sest. 16,37. 62,130. d. leg. 3,11,26. d. dorn. 31,82. 32, 87. d. rep. 1,3,6. p. red. in sen. 15,38. ad. Quir. 4,9 s. d. off. 3,20,79. p. Cluent. 35,95. in Pis. 9,20. p. Plane. 36,88. p. Balb. 21,48. d. or. 2,25,107. in Cat. 4,2,4. Ascon. in Pis. p. 122. Diod. 36,15. Vell. P. 2,15,4). Val. M. 3,2,18. (ib. 3,8,4. 8,6.2. Quintil. 2.16,5. 5,11,6. 6,1, 49. 7,1,9. Plut. Mar. 29. ,App. b. c. 1,28—33. Suet. Jul. 12. Liv. ep. 69. Ampel. 18,4. 26,3. Flor. 2,4 Dio frg. 95,3. ib. 37,26. Auct. d. v. ill. 73. Oros. 5,17.3—9.). Cf. CJL. I. 2 196 el. 18. Z. 11 s. und dazu Mommsen ib. p. 196. Sat. war quaestor Ostiensis nach der Censur vom J. 108 und wahrscheinlich ganz kurz vor dem ersten Tribunat also spätestens 104 (die Notwendigkeit eines Intervalls zwischen Quästur und Tribunat ist nicht nachzuweisen. Mommsen Str. I. 531 3 ). Nach Cic. pro Sest. 17,39 und har. resp. 20,43 (andere Darstellung Diod. 36,12) ist ihm die procuralio frumentaria durch Senatsbeschluss entzogen worden. Wegen dieser Kränkung ist er zur Popularparlei übergegangen u. hat sich als Volkstribun gerächt. Wahrscheinlich kurz vor seiner Quästur war er Münzmeister. Mommsen, RMW. 557. Nr. 171. Babelon I 206 s. — Vgl. Ply-Wiss. s. App. n. 29. Wenig hervortretende Familie. Ein Konsul (Pansa) 300. Sonstige Tribunicier 99 (Decianus). 43 — Tim das Amtsjahr der folgenden Tribunen zu fixieren, muss man den Zeitpunkt der Schlusskalastrophe bestimmen, in welcher der zum drittenmal zum Tribunen gewählte Appuleius getötet wurde. Dabei ist man ausschliesslich angewiesen auf App. b. c. 1,32 s. Mit der Bemerkung c. 33 in. xptoryjv hg p.xp%£v eKs/vqv ijpepxv will Appian offenbar ausdrücken, dass der PseudoGracchus (Equitius) schon einen Tag lang das Tribunat bekleidete, nicht, dass er einen Tag designierter Tribun gewesen war. Die Reihenfolge der Ereignisse nach Appian ist: Tribunenwahl, Wahl der Konsuln, Schlusskatastrophe. Letztere erfolgte einen Tag nach der Konsulwahl; also selbst, wenn Appian annehmen würde, die Wahl der Tribunen und Konsuln habe an ein und demselben Tage nach einander stattgefunden, was ja nicht denkbar ist, so wäre doch Equitius nicht erst einen Tag designiert gewesen. Demnach ist die Katastrophe am 10. Dez., dem Tag des Amtsantritts der Tribunen erfolgt, und am 9. Dez. hatte die Wahl der Konsuln stattgefunden. Ein so später Termin ist zwar auffallend, aber in der Zeit vor Sulla nicht unmöglich (Mommsen, Str. 1, 585), obgleich die Konsuln in Rom anwesend waren. Wehrmanu p. 5 A. 2 bebt zwar richtig hervor, dass jene Zeitbestimmung (10. Dez.) bei Appian erst nachträgich in Verbindung mit Equitius gegeben wird, aber für die eigentliche Katastrophe, der Saturninus zum Opfer fiel, einen früheren Zeitpunkt anzunehmen, geht doch nicht an. Aus dem auct. d. v. ill. 73 u. App' 1. 1. geht nur hervor, dass die Belagerten Durst gelitten haben, weil ihre Bedränger die Wasserleitung abgeschnitten haben. Daraus auf heisse Temperatur zu schliessen, die am 10. Dez. auch in Rom unwahrscheinlich ist, gebt gleichfalls nicht an. 655/99 (css: M. Antonius. A. Postumius Albinus). L. Appuleius Saturninus III. s. unter dem vorigen Jahr. Wurde am 10. Dez. 100 getötet ebenso wie sein Kollege L. Equitius, ein entlaufener Sklave, der sich mehrere Jahre hindurch als Sohn des Ti. Gracchus ausgab. Cic. p. Rab. 7,20 (ille ex compedibus atque ergastulo Gracchus), p. Sest. 47,101 (Metellus censor im J. 102 cum insitivum Gracclium contra vim multitudinis inci- tatae censu prohibuisset). d. vir. ill. 62 (Quinctium statt Equitium). Mommsen CIL. I. 2 p. 196. ei. 19. VI. 31604. Val. M. 9,7,1 s. (3,8,6). 3,2,18. 9,15,1. App. b. c. 1,32,5 (?>px-rrt-T7ic). Flor. 2,4 (liominem sine tribu, sine notore, sine nomine). Nach letzterer Stelle hat Saturninus schon im J. 101 versucht, diesen Equitius an Stelle des erschlagenen Nunnius (s. unten unter den designierten Tribunen) wählen zu lassen. P. Furius. Sohn eines Freigelassenen. App. b. c. 1,33: inxips .JhvTxv äg rcou du(pi to'j ' AttouXijiov titX- Cic. p, C. Rab. perd. 9,24 liominem omnium insignem notis turpitudinis. (Val. M. 8,1,2.) Dio frg. 95, 2,3. Oros. 5, 17, 9s. Furius wurde im folgenden Jahr gelyncht auf die Anklage des Volkstribunen Canuleius hin. Vgl. Wehrmann p. 4. A. 1. (L.) Porcius (M. f. M. n.) Cato. (Q.) Pompeius (Q. f. Rufus). Oros. 5,17,11: iunc (nach dem am 10. Dez. 100 erfolgten Tod des Saturninus) Cato atque Pompeius rogationem de redilu Metelli Numidici totius urbis gaudio promulgarunt: quae ne perficeretur, Marli consulis (100 nach dem 10. Dez.) et Furii tribuni pl. factionibus intercessum est. Danach ist sehr wahrscheinlich, wenn auch nicht sicher, dass Cato und Pompeius dies als 1 Volkstribunen taten. Vgl. auch Cic. p. Rab. 7,21, wonach im J. 100 omnes Colones, Pompei gegen Saturninus kämpften. — In Cato darf man wohl L. Porcius M. f. M. n. Cato erkennen: Prätor vor 91. Wehrmann f, pr. Konsul 89. Gefallen im Bundesgenossenkrieg. Yell. P. 2,16,4. App. b. c. 1,60. Liv. ep. 75. Eutr. 5,2. Gros. 5,18,24. Vgl. Drumann 5,202. Sonstige Tribunicier der gens Porcia : 199; vor 90. 62. 56 Der erste Konsul 195. — Pompeius ist wohl zu identificieren mit Q. Pompeius Q. f. Rufus: Prätor 91. Wehrmann f. pr. Konsul 88 mit Sulla; als solcher getötet. Vell. P. 2,20,1. Val. M. 9,7,2. App. b. c. 1,63. Vgl. Drumann 4,311. lieber die gens Pompeia vgl. A. Pompeius unter dem J. 102. Sex. Tiiius. Cic. d. or. 2,11,48: seditiosus civis et turbulentus. (ib. 2,62,253. 66,265. leg. 2,6,14. 2,12,31. Brut. 62,225.) p. Rabir. perd. 9,24. Val. M. 8,1,3 Obs. 46. Titius wurde wegen Parteinahme für Appulejus zur Verbannung verurteilt wohl sogleich nach seinem Tribunat. Möglicherweise stammt von ihm die hei Auson. epigr. 89 erwähnte lex Titia. cf. Lange II. 3 668. Sehr wenig bekannte Familie; ein Konsul erst 31. Einige Prätoren bei Wehrmann. Vgl. Mommsen, RMW. n. 213. Babelon II. 489s. Sonstige Tribunicier: 462. 43. 656/98 (css: Q. Caecilius Metellus. T. Didius). C. Appuleius Decianus. Cic p. Rab. 9,21: C. Decianus quia, cum hominem Omnibus insignem notis turpitudinis, P. Furium, accu- saret summo studio bonorum omnium, queri est ausus in contione de morte Saturnini (der ihm verwandt war), condemnatus est. (p. Flacc. 32,77). Val. M. 8,1.2. Schob Bob. p. 230 Or. Wenn es nach diesen Stellen an sich schon nahe liegt, das Tribunat des Decianus nicht lange nach dem Tod des Saturninus und kurz nach dem Tribunat des P. Furius (99) zu setzen, so zwingt uns dazu vollends eine Notiz des Appian. Dieser nennt aber den Ankläger des Furius nicht C. Appuleius Decianus (über die gens Appuleia vgl. Appul. unter dem J. 100), sondern C. Canu/eius. P. Furius wurde (im J. 98) zweimal angeklagt, das erstemal vom Tribun Appuleius fs. o.) ohne Erfolg (Val. M. 8,1,2), das zweitemal vom Tribun Canuleius mit dem unmittelbaren Erfolg einer Lynchjustiz. App. b. c. 1,33. Dio frg. 95,3. Der Gegenstand der beiden Anklagen war, wie es scheint, ein verschiedener : bei Val. M. und wohl auch nach Cic. p. Rab. 9/24 ist nur von Bescholtenheit die Bede, nach App. u. Dto wurde Furius belangt, weil er als Tribun die Rückberufung des Metellus verhindert hatte. — Wenig bekannte Familie. Im .1. 171 ein Prätor. Ply-Wiss. s. Can. n. 12. Sonstige Tribunicier : 445. 420. Q. Calidius. Cic. p. Plane. 28,69. Val. M. 5,2,7. Auct. d. v. ill. 62. 1 Aus der Erzählung hei Plut. Mar. 31, App, b. c, 1,33 und Liv. ep. 69 ist zu ersehen, dass die Rückberufung des Metellus. durch Calidius kurz nach dem Tode des Saturninus erfolgle, nachdem zuerst Marius und Furius Widerstand geleistet hatten. Nach Diod. 36,16 war Metellus sir' trr] hvo verbannt und nach Cic. post. red. ad Quir. ist wahrscheinlich die Rückberufung erst nach dem Ablauf des Konsulatsjahres 99 erfolgt, also sehr wahrscheinlich anfangs 98. — Calidius wurde dank der Empfehlung des jungen Metellus Prätor 79 (Wehrmann f. praet.j; kurz nach seiner Proprätur in Spanien durch bestochene Richter verurteilt. Cic. Verr. I. 13, 38. — Wenig bekannte Familie. Ein Sohn von unserem Tribun war Prätor 54 und ist zweimal bei der Bewerbung um das Konsulat durchgefallen. Ply-Wiss. s. Cal. n. 4 u. 5. Kurz vor 97 : M. Duronius. Val. M. 2,9,5: Dur. wurde von den Censoren des J. 97 aus dem Senat gestossen, weil er eine lex sump- tuaria als Tribun abgeschafft hatte. Wahrscheinlich um sich dafür zu rächen, klagte D. den Censor M. Antonius de ambitu an. Cic. d. or. 2,68/274. Er ist wohl gleich durch die ersten Censoren nach seinem Tribunat aus dem Senat gestossen worden; Senator wird er schon vor dem Tribunat gewesen sein. — Mit jener lex sumpt. ist vielleicht die lex Lieinia de sumptu minuendo gemeint (Gell. 2,24,7 ss.), von der man aber nur weiss, dass sie vor 103 erlassen ist, da der Satiriker Lucilius sie erwähnt. Teulfel, r. L. g. 143,1. Von welchem C.rassus sie ist u. ob sie prätorisch oder tribunicisch ist, lässt sich nicht sagen. Ply RE. VII. 1509. Lange III. 71. II. 671. — Die Duronii sind wenig bekannt; ein Prätor 181. 663/91. (css: L. Mareius Philippus. Sex. Julius Caesar.) M. Livius M. f. C. rt. Drusus f. Cic. p. Mil. 7,16. (schob Bob. p. 282 Or. Auct. ad Her. 4,22,31. Cic. d. nat. d. 3,32,80.) Cic. d. or 1,7,24 (leg. 2,12,31). Cic. p. Cluent. 56,153. p. Rab. Post. 7,16. d. dorn. 46,120. 16,41. (Diod. 37,10. Vell. P. 2,13ss.) Val. M. 9,5,2. 3,1,2. Ascon. in Cornel. p. 68. cf. Ps. Sali, ad Caes. 2. Plin. n. h. 33,3,46. 141 u. dazu Mommsen, RMW. p. 387. 69. Babelon, introd. LIV. (App. b. c. 1,35 s. Suet. Tib. 3. Liv. ep. 70. 71. Ampel. 19,6. 26,4. Flor. 2,5 (3,17). Dio frg. 96. Non. s. v. callet p. 258. Obs. 114. Auct. d. v. ill. 66). Oros. 5,18. Vgl. Asbach, Das Volkstribunat des jüngeren Drusus. Bonn 1883. Strehl, M. Liv. Drus. Volkstrib. 91. Marburg 1887. — Wir haben ein Elogium von Drusus. CJL. I. 2 199. N. 30 u. dazu Mommsen. Vgl. auch Mommsen Str. I. 542 3 . Das El. lautet: M. Livius M. f. C. n. Drusus pontifex tr. mil. Xvir stlit. iudie. tr. pl. Xvir. a. d. a. lege sua et eodem anno Vvir a. d. a. lege Saufeia in magistratu occisus est. Nach dem Auct. d. v. ill. 66 wäre Drusus auch Ädil u. Quästor gewesen. Man hat kein Recht, mit Nipperdey, Abh. der sächs. Ges. d. W. V. 37 s. diese Nachricht als die einer verdächtigen Quelle absolut zu verwerfen. In dem Elog., 4* 16 bei dem die Einteilung der Zeilen nicht feststeht, können die Titel q. u. acd. nach Xvir stlit. iudic. ausgefallen sein. Die ungewöhnliche Reihenfolge der Äemter beim Auct. d. v. ill. ist nicht verdächtig, weil eine kurze Charakteristik damit verbunden ist: M. Liv. Dr., genere et eloquentia Magnus, sed ambitiosus et su- perbus, aediiis munus magnißcentissimum dedit. Et ibi Remmio collegae quaedam de utilitate rei publicae sug- gerenti: Quid tibi, inquit, cum republica nostra? Quaestor in Asia null/s insignibus uti voluit, ne quid ipso esset insignius. Tribunus pl. etc. Auffallend ist nur die Bekleidung der Aedilität vor dem Tribunat, wovon wir sonst kein Beispiel kennen. Allein hier kann man ja, wie Nipperdey 1. 1. vorschlägt, annehmen, dass Drusus zunächst das Tribunat überging, weil er seine politischen Pläne erst nach Bekleidung der Aedilität fasste. So ist ja M. Fulvius Flaccus 122 Tribun gewesen sogar noch nach Bekleidung des Konsulats, vor welchem er auch Aedil gewesen sein kann. Immerhin darf man sich nicht verhehlen einerseits, dass die Annahme eines Ausfalls im Elog. ein Notbehelf ist, und andererseits, dass man jede abweichende Noliz des auct. d. v. ill. sorgfältig prüfen muss, weil man über die Quellen und die Glaubwürdigkeit derselben nicht zu sicheren Resultaten gelangen kann. Dass nun Drusus die Quästur bekleidete, möchte man gerne annehmen. Denn er war ein Mann, der ohne Zweifel, wenn er am Leben geblieben wäre, die Aemterreihe bis zum Konsulat durchlaufen hätte; und dazu war die Quästur Vorbedingung. Doch konnte ja Drusus, um bestimmte Pläne durchzuführen, zuerst sich um das Tribunat bewerben, in der Absicht, die Quästur nachher zu bekleiden. Dass Drusus das Tribunat erst in gereifterem Alter bekleidete, lässt sich durch nichts beweisen. So muss man die Aemterfrage bei Drusus unentschieden lassen, lieber die gens l.ivia vgl. unter dem J. 122. Saufeius sehr wahrscheinlich ein Kollege des Drusus, nur aus dem oben angeführten Elogium bekannt. CJL. T-. 199. el. 30. Sehr wenig bekannte Familie, aus Präneste stammend. Ein Münzmeister um 200. Mommsen RMW. 519. n. 96. Babelon 2,420s. 664/90 (css: L. Julius Caesar. P. Rutilius Lupus). Q. Varius Severus Hibrida. Cic. Brut. 88,303 — 89,306: Hoc igitur florescente Crassus est mortuus (am 21. Sept. 91. Cic. d. or. 3,1,2 u. 2,6), Cotta pulsus (cf. Cic. d. or 63,213: C. Cotta paucis diebus post mortem Crassi depulsus per invidiam tribunatu, non multis ab eo tempore mensibus eiectus est e civitate; also etwa im Dez. 91 oder Jan. 90), iudicia intermissa hello (Marsicq), nos in forum venimus. — Exercebatur una lege iudicium Varia (91 o. 90), —; cui frequens aderam, quamquam pro se ipsi dicebant oratores non Uli quidem principes, L. Memmius et Q. Pompeius, sed oratores tarnen teste diserto utique Phi- lippo (cos. 91). — Reliqui qui tum principes numera- bantur, in magisratibus erant (Philippus war demnach nicht mehr Konsul, also ist nun vom J. 90 die Rede). : — Erat, enim tribunus pl. tum C. Curio, quamquam is quidem silebat, ut erat seine! a contione universa relictus Q. Metellus Celer non ille quidem orator, sed tarnen non infans; diserti autem Q. Varius, C. Carbo, Cn. Poin- ponius (alle 5 waren also im J. 90 Tribunen, wobei noch nicht entschieden ist, ob sie Tribunen von 91—90 oder von 90—89 waren. 15s wird sich zeigen, dass C. Carbo in das Amtsjahr 90—89 gehört. Demnach wird man auch den nach ihm genannten Cn. Pomponius- in das J 90 — 89 setzen), — C. eticim Julius aediiis curuli8 — contiones habebat. Sed nie ■— primus dolor percussit, Cotta cum est expulsus (s. o ; Cotta scheint also nicht vor Jan. 90 verbannt worden zu sein). Jam consequente anno (89) Q. Varius Sita lege damnatus excesserat. — Atque huic anno proximus Sulla consule et Pompeio fuit. (88; von diesem sicheren Zeitpunkt aus rückwärts rechnend mit Hilfe der Bemerkungen: huic anno proximus und iam consequente anno erhält man gleichfalls für die obengenannten Tribunen das J. 90). Varius mag sein Majestätsgesetz (vgl. Lengle p. 32 ss.} schon im Dez. 91 eingebracht haben. Danach wurde eine Reihe von Optimalen verbannt, weil sie die Erhebung der Italiker veranlasst haben sollten. Die ersten Anfänge des Bundesgenossenkriegs werden allgemein noch ins J. 91 gesetzt (Cic. p. Mil. 7. p. Plane. 14. Vell. P. 2,13,14. Val. M. 9,5,2. Diod. 10,180. Plin. n. h. 28,9. 33,3(17). App. b. c. 1,34 -36. Liv. ep. 70. 71. Flor. 3,17,18. Obs. 114. Eutrop. 5,3. Oros. 5,18), wenn auch der eigentliche Kampf erst im J. 90 ausbrach (Vell. P. 2,15. Plin. n. h. 2,83). Varius war also wahrscheinlich im J. 91—90 Tribun (Wehrmann, Willems, Ply-Wiss. s. Aurel, n. 96, Mommsen Strafr. p. 198. Drumann-Groebe nehmen das J. 91 an). Schon darum liegt es nahe, dass die an jener Stelle vor ihm genannten in das gleiche Jahr und nicht in das J. 90—89 gehören. Cic. d. or 1,25,117. Brut. 49,182: aequales pro- pemodum fuerunt C. Cotta, P. Sulpicius (beide 124 geb. s. u.), Q. Varius. — (Cic. in Scaur. 47,100.) Pseud. Cic. anteq. iret in ex. 11,27. Val. M. 3,7,8. cf. Quint. 5,12,10. Ascon. in Scaur. p. 134. Ascon. in Cornel. p. 103. Auct. d. v. ill. 72. App. b. c. 1,37. Die oben ausgeschriebene Stelle (Brut. 306) sua lege, damnatus excesserat muss man nach Ciceros Sprachgebrauch so auffassen, dass er (89). verbannt wurde. Schwerlich ist hier ausnahmsweise excesserat — war ums Leben gekommen [excessus— Tod bei Cic. leg. 1,3.) — Zu dieser Annahme könnte verleiten Val. 8,6,4: sed dum ante pestiferum tribunum pl. quam certum civem agit, sua lex eum domesticis laqueis constrictum absumpsit; ib. 9,2,2: (C. Caesar trucidatus 87) apud seditiosissimi et abiec- tissimi hominis (Varii) bustum; und namentlich Cic. d. nat. d. 3,33,8.1 : summo cruciatu supplicioque Q. Va- rius, homo importunissimus periit.quia Drusum ferro (?), Meteilum (s. u.) veneno sustulerat. Nach der letzten Stelle muss man annehmen , dass Var. aus der Verbannung zurückgeholt wurde zum Zweck eines neu einzuleitenden Kapitalprozesses wegen Mords. — Er war inferiore gente ortus (Pseudo-Cic. anteq. iret in exil. 11,27) ; ein Spanier aus Sucro (Val. 3,7,8. Ascon. in Scaur. p. 131); propter obscurum ins civitatis Hibrida cognominatus. (Val. 8,6,1). Q. Caecilius Metellus Celer. Cic. Brut. 88,303 ss. s. o. bei Varius. Von diesem 17 - M. ist bei Plut. Coriol. 11,4 überliefert, er sei Celer | genannt wegen der Eile, mit der er nach seines Vaters Tod Leichenspiele feierte. Vielleicht war er Adoptivvater von dem gleichnamigen Konsul des Jahres 110 (? Tribun 72), welcher ein Sohn des Q. Metellus Nepos j war. Drumann-Groebe II. 21. Möglicherweise bezieht sich auf ihn Cic, d. nat. d. 3,133,01 : summo cruciatu supplicioque Q. Varius periit, qiiia Drusum(?) ferro, Meteilum veneno sustulerut. Da unser Q. Met. Celer sonst ganz unbekannt ist, kann man wohl annehmen, dass eben dieser kurz nach seinem Tribunat vergiftet wurde. Neumann I. 473 u. Drumann-Groebe 2,33. meinen, mit dem blossen Metellus könne Cic. wohl nur den bekannten Numidicus bezeichnen. Allein dieser steht zeitlich viel ferner und wird sonst nirgends mit Varius in Beziehung gebracht, während unser Metellus zugleich mit Varius bei Cic. Brut. 303 ss unter denen genannt wird, die als Tribunen im J. 90 habitabant in rostris. Von sich selbst sagt Cic. 1. 1.: nos in forum venimus — frequens aderam. Schwerlich also meint er einen anderen Metellus, als eben uusern, an den er in Verbindung mit Varius zunächst denken musste. Zweifelhaft ist, ob man auf unsern Volkstribun beziehen darf, was Val. 6,1,8 berichtet: Metellus guoque Celer stup- rosae mentis accr poenttor exstitit Cn. Sergio Silo — dient, dicendo —. Man kann dabei auch an den jüngeren Met. Celer denken, der im J. 63 Prätor war. Da aber letzterer damals vielfach ausserhalb Roms beschäftigt war, liegt es näher, dass Val. auf unsern Tribun Bezug nimmt. Vielleicht ist stuprosae mentis acer poenitor allgemeiner zu fassen und anzunehmen, dass Met. auch sonst in derartigen Fällen öfters als Kläger aufgetreten ist, möglicherweise infolge der Veranlassung, die Obs. 55 gerade aus dem J. 90 erzählt. Lange 11 585 bezieht die Notiz des Val. auch auf unsern Met., behauptet aber, es sei dort »ohne Zweifel« (?) eine ädilicische Anklage gemeint. — Konsularische Familie seit 284. Sonstige Tribunicier: 493. 213. 72. 63. 62. 61. 59. 49. C. Scribonius C. f. Curio. 90. L. Memmius C. 90. Cic. Brut. 88,303 ss. s. o. bei Varius. Cic. Brut. 51, 192. 90,311. 60,216. (Sali. bist. 2,45. Kr. p. 150. A. ?) Ascon. in Cornel. 103. Ueber L. Memmius in Verbindung mit Curio erfahren wir nur etwas aus Non. s. v. callet p. 258 (bei Peter frg. bist.: Sisenna 14): Sisenna lii- storiarum Hb. III: Lucium Memmium, socerum Gai Scriboni, tribunum pl., quem Murci Lici consiliarium fuisse callebant et tunc Curionis oratorem (andere Lesart: hortutorem). Die bei L. Müller aufgenommene Konjektur von Roth tribuni statt tribunum, womit Memmius des Tribunals entkleidet wäre, ist zum mindesten nicht notwendig. Ueber Beziehungen dieses Memmius zu Drusus ist sonst nichts bekannt. Dagegen wird man bei dem merkwürdigen Curionis oralor (?) erinnert an Cic. Brut. 89,305: tribunus pl. tum C. Curio, qucim- qxiam is quidem silebat, ut erat scmel a contione universa relictus. Verdächtig ist, dass Cic. 1. 1. diesen orator nicht nennt; das spricht für die von L. Müller aufgenommene Lesart hortator. Eine ganz genaue Zeitbestimmung Hisst sich aus Sisenna nicht entnehmen. Peter, rel. bist. Rom. p. 284. — Ueber die Memmii vgl. unter C. Memmius III. — C. Scribonius Curio bat auch die Quästur und Aedilität bekleidet. Cic. d. off. 2,17,59. (Falsche Auffassung dieser Stelle bei Nipper- dey, Ber. d. sächs. Ges. d. W. V,43). Er war Prätor vor 78, Konsul 76 als homo novus (Aedilen und Präloren schon früher. Mommsen RMW. p. 503 n. 48. Babelon p. 423) u. ist gestorben 53. Cic. ad. fam. 2,2. Sonstige Tribunicier aus der gens Scrib.: 216. 149. 50. 665/89 (css. Cn. Pompeius Strabo. L. Porcius Cato). M. P/autius (o. P/otius) Silvanus. Lex iudiciaria. Asc. in Cornel. p. 79 : lege Plotia. — M. Plautius Silvanus tr. pl. Cn. Pompeio Strabone L. Porcio Catone coss. — Lex Plautia Papiria de civitate sociis danda. Cic. p. Aich. 4,7 : Data est civitas Silvani lege it Carbonis etc. Vgl. Schol. Bob. p. 353, wo falsch steht: Silanus et Carbo cos. legem tulerant , statt Silvanus et Carbo tribuni pl. Ueber das Verhältnis dieser Rogation zur lex Julia vom .1. 91 vgl. Mommsen r. G. II. 239 A.: „Das plautische Gesetz ist wahrscheinlich, wie in der Regel die tribunicischen Anträge unmittelbar nach dem Amtsaniritt der Tribunen, also Dez. 90 o. Jan. 89 durchgebracht worden." Ob die bei Cic. ad Att. 1. 19,6 erwähnte lex Plotia Papiria von den Tribunen dieses Jahrs stammt, wie Lange 11. 689 u. III. 115 meint, lässt sich nicht entscheiden. Wahrscheinlich nehmen Kupfermünzen mit der Inschrift L P.D.A.P. (nach Mommsen, r. M. w. 338.580 vielleicht = lege Papiria de aere publico) auf die lex Plautia Papiria de civitate sociis danda vom J. 89 Bezug. Babelon I. 74 ss. und introduct. p. XX11I. Vgl. Plin. n. h. 33,46 : mox lege Papiria semunciarii asses facti. Livius Drusus in tribunatu etc. — Die gens Plautia o. Plotia (wie Claudia - Clodia) ist altkonsularisch. Speziell ein (M. Plaut. M. f. A. n.) Silvanus erscheint erst im J. 2 als Konsul. Unser Tribun war optimatisch gesinnt, ebenso wie der vom J. 77 (s. dort). Letzterer, der zur Zeit der Beschränkung der iribunüia potestas Volkstribun war, gehört wahrscheinlich einem untergeordneten Zweig dieser Familie an. Ausser diesen beiden kennen wir noch einen Plaut, als trib. pl. im J. 56. C. Papirius C. f. Carbo. Cic. pro Arch. 4,7 (Asc. in Cornel. p. 79). Schol. Bob. p. 353. Vgl. oben unter Plautius. Dass der Urheber der lex Plautia Papiria de civ. soc. d. mit dem Vornamen C. hiess, gehl aus diesen Stellen nicht hervor. Wahrscheinlich ist aber unser Tribun derselbe C. Carbo, welcher bei Cic. Brut. 88,303 ss genannt ist. S. unter dem J. 90 bei Varius, wo darauf hingewiesen ist, dass Cic. 1. 1. ungenauer Weise Tribunen von 2 verschiedenen Amtsjahren anzuführen scheine, zuerst solche aus den Jahren 91—90, dann noch 2 (C. Carbo, Cn. Pomponius) aus den Jahren 90—89. — Cf. Cic. or. 63,213 (C. f., des Kons, vom J. 120); d. or. 3,3,10 s (getötet. 82); ad fam. 9,21,3. Brut. 63,227. ib. 90,311. — Val. M. 9,2,3. Plin. n. h. 33,46: (lex Papiria sern- unciaria. s. o. unter Plautius). — Dass er auch Prätor war, sieht man aus Vell. P. 2,26,2: Damasippus praetor — C. Carbonem praetorium, consulis fratrem (letzteres beruht auf Verwechslung mit dem unten angeführten 5 18 - gleichnamig«! Vetler; vgl. den Stammbaum bei Wehrmann p. 20), , . . . trucidavit. Sicher ist die hier vorgeschlagene Identifikation durchaus nicht. Man könnte auch C. Carlo Cn. f. (den Bruder des Cn. ter cons. 85. 84. 82), von dem Licin.,p. 21,5 b. (Pertz) erzählt, dass er im J. 79 umkam (vgl. Val. M. 9,7,3) mit dem bei Cic. Brut. 88,305 angeführten trib.pl. identificieren. Niccolini nennt nach dem Vorgang des mir unzugänglichen Jenicke (pro Arch. et pro Deiot. Leipzig 1859, p. 4) den Urheber des Gesetzes Cn. Welcher Cn. soll das sein? Doch nicht der Kons, vom J. 85. Der bei Val. M. 5,4,4 angeführte ist wohl irrtümlich Cn. statt C. genannt u. war Tribun c. 74 s. dort. Ueber die gens Papiria vgl. C. Papir. Carlo tr. pl. J31. Cn. Pomponius 90 o. 89. Cic. Brut. 88,303 ss. s. o. bei Varius. Der einzige Grund, weshalb wir diesen in das Jahr 89 und nicht 90 setzen, ist der, dass ihn Cic. an jener Stelle nach Carbo nennt. Cic. Brut. 03,227. d. or. 3,15,50. Als Zeitgenosse des Varius, Carbo, Curio, Sulpicius etc. häufig genannt, cf. Cic. Brut. 49,182. 57,207. 62,221. Er kam um im J. 82. Cic. Brut. 90,311. — Angesehene Familie; aber nur 2 css in früherer Zeit (Matho 233 u. 231). Sonstige Tribunicier: 449. 394. 362. 167. L. Cassius. Val. M. 9,7,4. cf. App. b. c. 1,54 u. Liv. ep. 74. Ply-Wiss. s. Cass. n. 12. Drumann-Groebe II. 135. n. 20. Vgl. unter Cassius 104. 666,88 (css: L. Cornelius Sulla. Q. Pompeius Rufus. P. Sulpicius Rufus f. Geb. 124. Cic. Brut. 88,301 u. 64,229; ib. 89,306s. (Auct. ad Herenn. 4,22,31. Philipp. 8,2,7. m Cat. 3,10, 24. d. or. 3,3,11. leg. 3,9,20). Cic. Brut. 63,226. Lael. 1.2, d. harusp. resp. 20,43. Vell. P. 2,18,5—19,t. (Auct. ad Her. 1,15,25). Val. 6,5,7. ib 9,7 M. R. 1. Ascon. in Scaur. 24. in Cornel. 64. (Plut. Mar. 34,1.35. Sull. 8,1 10,13. App. b. c. 1.55—59. Liv. ep. 77. Ampel. 40,1. 42,1. Flor. 2,9,6 ss. Eutr. 5,3. Gros. 5,19,6). Stammt ursprünglich aus patrizischer Familie. Mommsen r. F. I. 120. 124. Herzog 1. 1036. 1063. Gewiss war es eine seltene Ausnahme, dass ein Patrizier sich des Adels entäusserte, um das Tribunat zu bekleiden. Im Fall des Sulpicius versagt in dieser Beziehung die Ueberlieferung gänzlich. Höchstens kann man anführen, Cic. d. or. 1,7,25: C. Cotta, qui tum (91) tribunatum pl. petebat, et P. Sulpicius, qui deinceps eum magistratum petiturus putabatur. Man hat also in Rom längere Zeit vorher von der Absicht des Sulpicius als etwas Auffallendem gesprochen. Wenn S. ein Plebejer gewesen wäre, hätte man keinen Grund gehabt, sich über ein derartiges Vorhaben desselben in weiteren Kreisen Vermutungen hinzugeben. Denn dass hochangesehene Vertreter der Nobilität das Tribunat bekleideten , war man längst gewöhnt. Anders Neumann 1. 508. P. Antistius. Vgl. Ply-Wiss. s. Ant. n. 18. Drumann-Groebe I. 39 n. 7. — Cic. Brut. 63.226. 49,182. 90,308. 311. Im J. 82 als Aedilicier vom Prätor Damasippus getötet. Vell. P. 2,26,2 (cf. Cic. Brut. 90,311. App. b. c. 1,88. Liv. ep. 86. Oros. 5,20,4 — u. Wehrmann f. pr. s. a. 82). A. verheiratete im J. 86 seine Tochter mit dem jungen Pompeius. Plut. Pomp. 4,2s. An dieser Stelle erscheint Antist. als Prätor, der über Pomp, in einer quaestio peculatus zu Gericht sitzt. Vell. P. aber lässt ihn als Aedilicier sterben. Er scheint eben in jener quaestio nicht als Prätor, sondern als iudex quaestionis den Vorsitz geführt zu haben. Mommsen Str. IL 664. Nach einer Notiz bei Cic. kam Antist. (wie er dort genannt wird Priamus ipse ) als senex um. cf. p. Rose. Am. 32,90. Diese Rede ist im J. 80 gehalten ; gemeint kann kein anderer sein, als der im .1. 82 ermordete Schwiegervater des Pompeius Priamus ist er genannt, weil auch ihm die Vermählung eines seiner Kinder den Untergang brachte, cf. Plut. Pomp. 9,2. Nach Cic. Brut. 63,226 war Antist. coniunctus Sulpicii aetati, also geb. c. 124. Dann konnte er aber im J. 82 nicht senex genannt werden. Wenn man auch annimmt, dass Cic., um den Vergleich mit Priamus anzubringen, den A. älter erscheinen liess, als es der Wahrheit entsprach, muss er doch bei seinem Tod mindestens 50 Jahre alt gewesen sein. So nennt sich Crassus mit 49 Jahren einen angehenden senex. Cic. d. or. 1,45,199. Er ist also spätestens 132, wohl c. 135 geb. Man sieht daraus, dass Cic. die Ausdrücke fere aequalis, aetati eins coniunctus etc. in ziemlich weiten Grenzen gebraucht. Uebrigens haben wir bei Cic. selbst eine Notiz , die darauf hinweist, dass A. das Tribunat im J. 88 in vorgerücktem Alter bekleidet hat. cf. Brut. 63,226. P. Antistius, qui multos cum taeuisset annos, ncque contemni solum sed irrideri etiam solitus esset, in tribunatu etc. — A. war also geb. c. 135, Volkstribun 88. lud. quaest. 86, Aedil nach 86 (cf. Nipperdey, Abb. d. sächs. Ges. d. W. 1870. V. 34), f 82. Ueber die gens Antist. vgl. unter Antist. Reginas 103. 667/87 (css : Cn. Octavius. L. Cornelius Cinna) M. Vergilius. P. Magius. Cic. Brut. 48,179: Rani T. Außdius (Prätor kurz vor 69; Wehrmann), qui vixit ad summam senectutem, erat bonus vir et innocens, sed dicebat purum; nec sane plus frater eins (? die Art der Verwandtschaft ist unbekannt) 41/. Vergilius, qui. tribunus pl. L Sullae im- peratori dient dixit. Eins collega P. Magius in dicetido paulo tarnen copiosior. Aus Plut. Sull. 10,8 ergiebt sich das J. 87, nur dass an dieser Stelle Verginius statt Vergilius überliefert ist. Da wir anderweitige Anhaltspunkte nicht haben, ist der bei Cic. gegebenen Namensform der Vorzug zu geben. Beide Volkstribunen wurden im folgenden Jahre verbannt. Vell. P. 2,24,2. — Die gens Magia scheint nicht magistratisch gewesen zu sein; sehr wenig bekannt auch die gens Vergil. Ein Prätor C. Vergilius im J. 62. (Vgl. Babelon 2,528 u. dagegen Mommsen BMW. n. 229 Im J. 87 vertrieb der Konsul Cn. Octavius seinen Kollegen Cinna nebst dessen Anhängern, worunter auch 6 Volkstribunen. Liv. ep. 79. Gran. Licin. p. 23 Bonn. Appian nun meldet h. c. 1,65: tu K/Vi/as xpoae'ipuyoy — 19 — etiro rrjz ßovkrji o'l tx civtk sQpovouv. Tcao ? te ]V1 ilxuiog kai K oivto; "eeprcopios kxi Fix/o? iVI xptoc erepoi Sertorius war im J. 88 bei den Tribunenwahlen durchgefallen. S. u. Die beiden andern bei App. genannten hält Lange III 2 129 für zwei von jenen 6 Tribunen. Möglich, aber doch allzu unsicher, als dass man dieselben mit Niccolini in die Liste der Tribunicier aufnehmen dürfte. Ebenso zweifelhaft ist es, wenn Lange den zuletzt genannten C. Marius identifizieren - will mit M. Marius Gratidianus (Cic. Brut. 45,168. 62,223. d. off. 3,16,67. d. or. 1,39,178). 669/85 (css : L. Cornelius C'inna III. Cn. Papirius Carlo) Sex. LucHius. Vell. P. 2,24,2: eodem anno (nach dem, was vorhergeht u. was nachfolgt, wahrscheinlich im J. 84) /'. Laenas tribunus pl. Sex. Lucilium, qui priore anno iribunus pl. fuerat, saxo Tarpeio deiecit. — Lange III 129 u. Madwig p. 472 nehmen ohne zureichenden Grund an, dass PJut. Mar. 45,3 und Liv. ep. 80 sich auf den gleichen Vorgang beziehen. Dort wird erzählt, Marius habe im Anfang seines 7. Konsulats (86) den Sex. Li- cinius (bei Plut. tivx, bei Liv. senatorem, bei beiden keine Spur von einem tribunicius) über den tarpejisehen Felsen gestürzt. Auch Dio frg. 102,12, wo erzählt wird, dass der Sohn des Marius im Anfang des J. 86 einen Tribunen eigenhändig tötete und einen andern vom Kapitol herabstürzte, kann das Zeugnis des Vell. P. i wenigstens in Beziehung auf die Namen der Tribunen Lucilius u. Laenas nicht entkräften, wenn auch hinsichtlich der chronologischen Fixierung ihres Tribunals bei der ungenauen Angabe des Vell. ein Zweifel nicht j unberechtigt erscheint. — Abgesehen von dem Satiriker wenig bekannte Familie. Leber einen etwa gleichzeitigen Münzmeister M. Lucil. Itufus cf. Mommsen RMW. n. 206. Babelon IL 150. Sonstige Tribunicier: 214 oder 61 (Niccolini p. 33). 53. 670/84 (css: Cn. Papirius Garbo II. L. Cornelius Cinna IV) P. Popillius Laenas. Vell. P. 2,24,2 s. o. unter Lucilius 85. — Altkonsularische Familie fl. Kons. 359, letzter 132). Ein Tribun 72. 671/83 (css: L. Cornelius Scipio. C. Norbanus) M. Junius Brutus. Cic. p. Quinct. 20,65 u. 21,69. Diese Stellen beziehen sich auf einen Vorgang des J. 83. cf. ib. 6,24ss. Beantragte als Tribun die Aussendung einer Kolonie nach lvapua. Cic. d. leg. agr. 2,33,89. 34,92. 36,98. Der bei Plut. Sull. 9,3 s. unter dem J. 88 angeführte Prätor Brutus ist nicht mit unserem Tribun zu identilicieren, wohl aber jener M. Brutus, der Vater des Cäsarmörders, der im .1. 77 auf Befehl des Pompeius getötet wurde. Cic. d. leg. agr. 2,34,92. ad Att. 9,14. Val. 6,2,8. Plut. Pomp. 16,2,3. Plut. Brut. 4,1. Liv.ep. 90. Oros. 5,22,17. Zonuras 10,2. — Ueber die gens Junta vgl. unter M. Junius Pennus 126. 674/80 (css: I. Cornelius Sulla II. Q. Caecilius Meteil its Pius) C. Herennius. Gell. 10,20,10: Sallustius quoque, proprietatum in verbis retinentissimus, consuetudini concessit et Privilegium, quod de Cn. Pompei reditu ferebatur, legem ap- pellavit. Verba ex secunda eins liistoria liaec sunt: Nam Sullam consulem de reditu eins legem ferentem ex composito tr. pl. C. Herennius prohibuerat. Vgl. Sali, bist. II. 62. Kritz. 12 Dietsch. 21 Maurenbrecher Dru- mann 4,334. Lange III. 168. Mommsen Str. I. 132. Ohne Zweifel ist das Gesetz gemeint, das dem Pompeius im J. 80 für den Tag des afrikanischen Triumphs das Imperium geben sollte. Das war ein Privilegium, weil Pompejus damals noch kein ordentliches Amt bekleidet hatte. Sulla scheint öffentlich dem Wunsch des Pompejus entgegengekommen zu sein, liess aber ex com- p>osito den Herennius intercedieren, weil ihm die Sache unangenehm war. Nachträglich wurde der Triumph dem Pompejus doch noch gestattet, um dessen Ileer zu befriedigen. Vielleicht ist der bei Cic. in Verr. I. 13,39 erwähnte, wegen Unterschlagung verurteilte Senator C. Herennius eben unser Tribunicier. Nach dem Zusammenhang bei Cic. ist es nicht notwendig anzunehmen, dass daselbst auf einen ganz kurz vor 70 verurteilten u. im .1. 70 noch lebenden C. Herennius Bezug genommen wird. So ist es jedenfals möglich, dass auch der im J. 75 gefallene Legat des Sertorius, C. Herennius, dieselbe Persönlichkeit ist. Plut. Pomp. 18. Zonar. 10,2. Sali. bist. II. 98,6. Maur. — Die gens Herennia ist als römische Familie nicht alt, aber angesehen. Mommsen RMW. n. 185. Ein Konsul M. Herenn. 93. Ein Tribun 60. 677/77. (css. D. Junius Brutus. Mam. Aemilius Lepidus.) Plautius (o. Plotius). Ueber die vielumstrittene lex Plautia de vi vgl. Orelii, ind. leg. p. 233 ss. Drumann III, 139. A. 29. Zumpt, Kriminalrecht der r. Rep. 11. 1,266s. Kritz in der Sallustausgabe III. p. 239 s. A. Hermann, de lege Lutatia. Gottingae 1844. p. 5 s. Pauly, RE. 4,429 s. Madwig II. 274. Lange, r. A. II 3 666. III 2 175 (nach Sigonius cf. Wächter im neuen Archiv des Kriminalrechts XIII. 1833. p. 16). Ihne r. G. 6,14. Fritzsche, sullan. Gesetzgebung. Essen 1882. p. 8. Weihmayr, über die lex Plautia de vi u. lex Lutatia. Augsburg. Progr. 1888. Voigt, röm. Rechtsgeschichte I. 835. (die dort angeführten Erwähnungen der lex Plautia bei Juristen sind hier ohne Bedeutung). Sunden, de trib. polest, a Sulla imminuta, Upsala-Leipzig 1897. p. 19 s. — Am nächsten kam Lange dem wahren Sachverhalt, wie ihn neuerdings (1899) Mommsen, Strafrecht p. 654 2 wohl endgiltig festgestellt hat. Wir kennen eine Reihe von Prozessen, die auf die lex Plautia (o. Plotia) Bezug nehmen; der früheste fällt ins .1. 63, der späteste ins J. 51. Sali. Cat, 31,4: (Catilina) lege Plautia interro- gatus. Auch die Genossen Catilinas nach demselben Gesetz verurteilt. Pseudo-Sall. in Cic. 1,3. (Schal. Hob. p. 368.) — Ascon. in Mil. p. 55. Caeliusbei Cic. ep. ad fam. 8,8,1. : reum lege Plotia de vi fecit (im J. 51). 5* 20 — Vgl. auch Licinius Calviis bei Quintilian 9.3,56. — Nun kommt aber die Hauptstelle, welche uns einerseits ermöglicht, die Zeit des Gesetzes zu bestimmen, andererseits aber auch erhebliche Zweifel hervorruft. Es schreibt nämlich im J. 56 Cic. pro Cael. 29,70 : De vi quaeritis, quae lex — quam legem Q. Catulus (cos. 78) armata dissensione civium rei p. paene extremis tem- portbus tulit, quaepue lex sedata illa flammet, consulatus mei fumantes reliquias coniurationis exstinxit. (vgl. ib. з,1). Also während nach den oben angeführten Stellen die Anhänger Catilinas nach der lex Flautia de vi verurteilt worden sind, spricht Cicero hier von einer lex Lutatia de vi, welche reliquias coniurationis exstinxit; и. im J. 56 soll eine lex Lutatia de vi bestanden haben, während wir oben eine lex l'lautia de vi vom J. 63—51 in Geltung gefunden haben. Bezüglich des Inhalts u. der Zeit der lex Flautia scheinen 2 weitere Stellen zunächst nur weiteres Dunkel zu verbreiten. Sueton. Caes. 5: (Caesar) tribunatu militum, qui primus Iio- nam rcverso per suffragia populi lionor obtigit, actores restituendae tribuniciae potestatis, cuius vim Sulla de- ■minurrat, enixissime iuvit. (Dies und das folgende fällt wahrscheinlich in das J. 73. Ply-Wiss. s. Cornel. Nr. 107). L. etiam Cinnae uxoris fratri et qui cum eo civili discordia Lepidum secuti post necem consulis ad, Sertorium covfugerantreditum in civitatem rogutione Flautia confecit, habuitque et ipse super ea re contionem. — Gell. 13,3: (über den Unterschied von necessitudo u. necessitas.) Repperi tarnen in oratione C. Caesaris, qua Plautiam rogationem suasit, „necessitatem" dictum pro „necessitudine", id est iure adfinitatis. Verba haec sunt: Equidem mihi videor pro nostra necessitate non labore, non opera, non industria defuise. Nach Momm- sens lichtvoller Darstellung verhält sich die Sache wahrscheinlich folgendermassen: Eine besondere lex Lutatia de vi kann es nicht gegeben haben , da zwei Grundgesetze für dieselbe Quästion nicht gleichzeitig in Kraft gestanden haben können. Vielmehr hat ein untergeordneter Tribun im J. 77 im Einverständnis mit dem Prokonsul (ein solcher konnte nicht selbst regieren) Catulus, dem Führer der optimatischen Senals- majorität, also, wie es zur Zeit der Beschränkung der tribunicia potestas allein möglich war, de senatus sen- tentia (vgl. Sali. bist. frg. JI[. 85 Kr. — M. III. 47. post reditum eorum, quibus senatus belli Lepidani gra- tiam fecerat) eine Rogation de vi durchgebracht, welche einerseits dem Rest der aufständischen Lepidianer Amnestie gewährte, andererseits kriminelle Verfolgung für weiteren Friedensbruch androhte. Falsch ist also bei Cic. 1. 1. das positive tulit von Catulus, der doch nur der intellektuelle Urheber und der Förderer dieses Plebiscits gewesen ist. — Ueber die besonderen Schwierigkeiten, welche die beiden Notizen bei Sueton u. Gellius enthalten, äussert sich Mommsen nicht. Vgl. Mommsen, r. G. Hl 7 . 38. 98. Wenn Sueton jene Aktion Casars mit Recht — u. dies scheint der Fall zu sein — etwa dem J. 73 o. 72 zuweist, mups die Notiz des Gellius „Plautiam rogationem suasit" unrichtig sein. Vielleicht hat Gellius die oben angeführte Suetonstelle (oder die gemeinsame Quelle), die er neben der Rede Casars benützte, missverstanden, weil dort ungewöhnlicher Weise rogutione statt lege Flautia gesagt ist. Der Ausdruck rogatio für ein bereits in Geltung stehendes Gesetz findet sich aber öfters. Vgl. Pauly RE. 6, p. 492. Dass Cäsar noch im J. 73 seinem Schwager, dem jungen Cinna (vgl. auch das Redel'ragment bei Gellius) und anderen Lepidianern Amnestie auswirkte auf Grund der lex Flautia de vi vom J. 77 ist recht wohl möglich. Es ist also nicht notwendig, mit Wehrmann, Maurenbrecher (Sali. bist. rel. Proleg. p. 78), Niccolini, Ply- Wiss. s. Cornel. No. 107 u. anderen eine zweite lex Flautia vom J. 73 o. 72 anzunehmen. — Ueber die gens Flautia vgl. M. Plautius Silvanus unter dem J. 89.. M. Terpo/ius. Asc. in Cornel. p. 81: / Haec est controversia eius- modi, ut m(ihi probetur ?) tr. pl. Cn. Domitius, Catula M. Terpolius.] Nach dem Vorhergehenden muss man wohl annehmen, dass T. gegen Catulus (cos. 78) irr ähnlicher Weise auftrat, wie Domitius (tr. 104) gegen Silanus. Auf seine Tätigkeit beziehen sich wohl die Worte in der Rede des Licin. Macer (Sali. bist. III. 82,10. Kr. = III. 48,10) Maur.: tumultus intercessit Bruto et Mamerco consulibus. Zu Terp. bemerkt dann Asc.: Contemptissimum nomen electum esse ex eis qui tr. pl. fuerant post infractam tribuniciam potestatem (a) Sglia. — Fuit autem is tr. pl. — D. Britto Mam. Lepido coss. Demnach ist es nicht angezeigt, den sonst ganz unbekannten Namen in Turpilius (Sali. Jag. 67. 69. Flut. Mar. 8| oder Turullius (cf. Willems I. 623 No. 14. Babelon II. 505) zu ändern. So auch Kiessling-Schoell zu der Ascon. stelle (cf. Annal. Inst. Rom, 1857. p. 291.) 678/76 (css: Cn. Octavius. C. Scribonius Curio) Cn. (L.) Sicinius. Cic. Brut. : Cn. Sicinius bomo impurus, sed admodum ridiculus —. Is cum tribunus pl. Curionem et Octavium consul.es produxissit. (Fs. Asc. in div. 103). — Sali. bist. 3,32,8. 10 Kr, m M. 3;48. Ob Sicinius Cn. o. L. hiess, ob man Cicero o. Sallust folgen muss, lässt sich nichb entscheiden. Vgl. die Anm. von Kritz zu Sali. bist. II. 45. 46. p. 149.s. — (Quintil. 11,3,129. Plut. Crass. 7,9.) — Drumann IV. 385 u. Gerlach ed. Sali. III. 94 haben aus Sali. I. I, mit Unrecht gefolgert, dass Slcin. auf Anstiften seines Hauptgegners Curio getötet worden sei. cf. Sali. ed. Kr. III. 278 A. — Uralt tribunicischer Name (494. 492. 491. 449. 395-93. 387). Ein Konsul 487;. Prätoren 183. 172. lllvir. mon. 49 (Babelon 2,458). 649/75 (css: L. Octavius. C. Aurelius Cotta). 0. Opimius. Cic. in Verr. II. 1,60,155s: Fetita multa est apud< istum praetorem (Verrem, im J. 71, cf. Wehrmann f. praetl) a Q. Opimio: qui adduetus est in iudicium, verbo, quod, cum esset tribunus pl., intercessisset contra legem Corneliam: re, quod in tribunatu dixisset contra alieuius hominis nobilis volantatem. — Tantum dicam paueos homine», ut levissime dicam, arrogantes, hoc adiutore Q. Opinium per ludum et iocum fortunis omnibus ever- tisse, — Tribus homs Q. Opimius senator-bona, fortunas,. ornamenta omnia amisit. Danach ist 0. unschuldig verurteilt worden u. war ein angesehener Mann, wenn» mau auch bei der Tendenz der Verrinen den Cicero etwas Uebertreibung zutrauen darf. Er war Volkstribun kurz vor 74, keinesfalls vor SO (contra leg. Com). Worauf sich jenes iiäercedere bezogen haben soll, ist unbekannt. (Vgl. Drumann 2,485.92. Fritzsehe, die sullan Ges.geb. p. 10. Lengle, die sullan. Verf. Freiburg i Br. 1899. p. 15.) Eine spez. zu dem intercedere gar nicht passende, (cf. Mommsen, Str. II. 308') im übrigen aber wohl richtige Bemerkung macht Pseudo- Ascon. in Verr. 1. 1. p. 200 Or.: „intercessisset contra leg. Com." Ut tribuni pl. aliorum quoque magistratuum capessendorum potestatem haberent. Persuasisse dicitur hanc legem Opimius. Danach hat Opim. im J. 75 als trib. pl. das tribunenfreundliche Gesetz des Consuls Cotta (c /actione media consitl, Sali, in der Rede des M. Li- cinius) empfohlen. Es hätte also zwischen Cotta u. Opimius im Vergleich zu Plautius und Catulus (s. unter 77) das umgekehrte Verhältnis bestanden. Es ist nicht unmöglich , dass von dieser Empfehlung der lex Aurelia durch Opimius die Bede war in jener sehr lückenhaft überlieferten Stelle Ascon. in Cornel. p. 66, wo es heisst, man wisse von keinem Gesetz des Cotta, praeter eam, quam in contione nobilitate magno populi studio, ut etc. Ob die Konjektur Madwigs con- sidatu statt contione und die Ergänzung tulit invita das Richtige treffen, muss dahingestellt bleiben ; es könnte auch geheissen haben , quam in contione suasit tr. pl. Opimius Dass unser Tribun — es ist in der Ueberlieferung der einzige dieses Namens — ein angesehener Mann war, geht aus Cic. 1. 1. hervor. Verwandtschaff mit dem ersten Konsul dieses Namens (154) u. dem als Gegner des C. Gracchus bekannten L. Op. (es. 121) ist nicht nachzuweisen. 680/74 (css. L. Licinitis Lucullus. M. Aurelim Cotta.) L. Quinciius. Cic. p. Cluent. 27,74. 29,79. 37,103. 40.110 ss. Alle diese Stellen aus der im J. 66 gehaltenen Rede beziehen sich auf Vorgänge des J. 74. Vgl. 33,91. wo der Prätor Verres u. 49,137, wo der Konsul Lucullus in diesem Zusammenhang erwähnt wird. Q. war demnach Tribun 74, geb. c. 123. Die Worte si fuisset homo nobilis u. propter humilitatem hominis sind schwerlich auf des Q. Geburt aus niederem Staude zu beziehen, vielmehr auf seine persönlichen Eigenschaften. Hier jedenfalls sind jene Worte, ebenso wie die interessante polnische Stellung des Q., nicht von Bedeutung, weil derselbe später ein kurulisches Amt bekleidet hat. S. unten. (cf. Ps. Asc. in dir. p 103. — Schol. Gron. in Verr. 1. p. 386. 395 Or.) J's. Asc. in Verr. I. p. 127. 141. — Sali. bist. 3,32,11 Kr. := Maurenbr. III. 48. (aus der Rede des Licin. Macer im J. 73. S. dort.) — Quintil. 5,13,39. — Plut. Luc. 5.7. 33,6 — Nach Plut. war L. Quinct. im J. 68 o. 67 Prätor u. agitierte als solcher für Abberufung des Lucullus. Sclwl. Gron. in or. p. leg. Man. p. 441. Wir haben den Beweis für die Identität dieses Prätors mit unserem tr. einerseits in der feindlichen Gegenüberstellung von Luculi. u. Q., die sich auch im Tribunat findet, andererseits in der oben citierten Stelle Cic. p. Cluent. 40,110 ss. Dort sagt Cic. im .1. 66, man erinnere sich noch an illam usque ad talos demissam purpuram. Dasselbe erwähnt Quintil. I. I. An eine besondere Verleihung der toga praetexta (cf. Mommsen Str. 1. 461. 418 2 zu denken, liegt kein Grund vor. — Q. muss also zwischen 74 u. 66 ein kurulisches Amt bekleidet haben. Abgesehen von der bezeugten Prätur könnte er auch acdil. cur. (_7I) gewesen sein. — Ein Tribun dieses Namens ist sonst nicht überliefert. Verwandtschaft mit den altkonsularischen, patrizischen Quinctii ist sehr zweifelhaft. 681/73 (css. M. Terentius Varr. Lucullus. — Cassius Longinus.) C. Licinius L. f. Macer. Mommsen, r. M. w. 607 No. 235. Babelon II. 132s. III vir mon. um die Zeit der Diktatur Sullas. GJL. I. 137. 434. — (Cic. leg. 1,2,7. p. Rabir. perd. 2,7). — Cic. Brut. 67,238. — Bei Sali. bist. III. 82. Kr. p. 272 ss — Maurenbr. III. 48,9 ss ist eine Rede erhalten, welche dem Tribun C. Licin. Macer in den Mund gelegt ist. cf. §. 11: Lucullus (es. 74) superiore anno quantis animis ierit in Quinctium, vidistis: quantae denique nunc mihi turbae concitantur! — Er tötete sich selbst im J. 66 als vir praetorius , weil er in einem Repe- tundenprozess vor dem Prätor Cicero verurteilt wurde. Prätor war er vor 67; denn aus dem Repetunden- prozess muss man auf eine Provinzialverwaltung schliessen. cf. Val. M. 9,12,7. Nach Plut. Cic. 9 starb | er eines natürlichen Todes. Der Selbstmord ist aber auch bei Cic. ad Alt. 1,4,2 angedeutet. Plut. giebt wohl eine Nachricht, welche von der Familie des M. verbreitet worden war. Anders Drumann 4,195,68. Vgl. Mommsen, r. F. 1,315. — cf. Non. s. v. contendere p. 259. — Peter, rel. bist. Rom. 338 ss. — Hölzl, fast, praet. p. 32. — Altkonsularische Familie, vgl. unter Crassus tr. pl. 107, selten der Beiname Macer. Der eigene Sohn unseres Macer, der als Dichter und Redner berühmt war, aber jung starb, hiess C. Lic. Calvus. 682/72 (css. L. Gellius Poplicola. Cn. Lenlulus). In der praescriptio eines inschriftlich erhaltenen Plebiscits über die pisidische Stadt Termessus, das, wie Mommsen gezeigt hat, kurz nach dem 1. April des J. 72 rogiert sein muss, sind die regierenden Volks- tribunen genannt gewesen und 3 von den Namen derselben sind erhalten. CIL. I. p. 1.14s Nr. 204: C. Antonius M. f., Cn. Cornelius .... f., (grosse Lücke) C. Fun- danius C. f. tr. pl. de s. s. plebem (ioure rogaverunt). Dieselben 3 Namen finden sich in einer anderen Inschrift, in welcher offenbar das ganze Tribunenkollegium desselben Jahres genannt ist: von einem Namen ist nur der Anfangsbuchstabe nebst ganz geringen Spuren von den übrigen Buchstaben erhalten CJL. 1. p. 171 s. Nr. 593. VI, 1. Nr. 1299. VI. 4,2, Nr. 31590 : (In dem zuletzt citierten neuesten Abdruck fehlt manches, was früher auf dem nun sehr verwitterten Stein zu lesen war. Dies ist hier nach der älteren Wiedergabe ergänzt) L. V (? olcatius) cur. viar. (Die beiden ersten Zeilen zeigen grössere Schrift). 6 e. lege Visellia de conl. sent. Cn. C'orneli, Q. Marci, L. Hostiii, C. Alttoni, C. Fundani, C. Popili, M. Valeri, C. Anti, Q. Caecili opus constcit —. Wir können also dies Tribunenkollegium nur einem Jahr zuweisen, in welchem nach der sonstigen Ueber- lieferung kein Tribun von anderem Namen bekannt ist. Hinsichtlich der chronologischen Fixierung des Gesetzes hat Mornmsen im Jahrb. d. gem. deutschen Rechts vom J. 1858 p. 337 zwischen dem J. 72 u. 71 geschwankt, im RMW. Nr. 184 das J. 72 angenommen, im CJL. 1. 1. 1. sich für das J. 71 entschieden. Das J. 71 (vor dem 10. Dez., wie es IM. offenbar meint) ist aber unmöglich einzig und allein darum, weil in diesem Jahr Lollius Palicanus Tribun war. Die sonst gegen die Ansetzung Mommsens von Zumpt, Kriminalrecht II. 1,433; Fritzsche, sullan. Gesetzgebung u. Sunden, de trib. pol. a Sulla imminuta , Upsala-Leipzig 1897 geltend gemachten Gründe sind nicht stichhaltig. — Aus den Jahren 72 und 70 ist in der Literatur gar kein Tribunenname überliefert, wohl aber aus dem J. 69 (Q. Manlius, Q. Cornificius. — Gic. Yerr. I. 30). Das Jahr 68 ist jedenfalls vom 1. April 72 zu weit entfernt, vielleicht auch schon das Jahr 70. Demnach haben wir auf Grund des Bisherigen nur die Wahl zwischen dem J. 72 u. 70, u. zwar wird man im letzteren Fall, der an sich minder wahrscheinlich ist, das Gesetz in den ersten Anfang des Jahres Selzen, in die Zeit, wo die tribunicia potestas noch nicht von Pompejus wiederhergestellt war. Denn das Plebiscit ist rogiert vom gesamten Tribunenkollegium de senatus sententia, was in der Inschrift ausdrücklich hervorgehoben ist. Das ist doch etwas anderes, als wenn in der Literatur manchmal überliefert ist, dass einzelne Tribunen de s. s, oder ex patrum auctoritate ein Gesetz eingebracht haben, oder wenn in einer Inschrift dem F.dikt eines Prätors beigesetzt ist de s. s, (CJL. VI.31 615 s). — App. b. c. 1,59 berichtet, dass von Sulla die Tribunen in Beziehung auf das Recht der Gesetzgebung von der Einwilligung des Senats abhängig gemacht wurden. Damit war ihnen die gesetzgeberische Initiative vollständig entzogen, so dass wohl in der Noliz Caes. b. c. 1,7,3 u. Liv. ep. 89, wonach Sulla den Tribunen das Recht, Gesetze vorzuschlagen, entzogen hat, nur ein ungenauer Ausdruck für dieselbe Sache zu sehen .ist. Vgl. auch das Plautische Gesetz unter dem J. 77. — Es fragt sich nun, ob die in den Inschriften angegebenen Tribunennamen weitere Anhaltspunkte für die zeitliche Fixierung auf das J. 72 o. 70 liefern. Am sichersten zu identificieren ist C. Antonius M. f. M. n. Hibrida. Vgl. Ply-Wiss. s. Ant. Nr. 19. Dru- mann-Groebe I. p. 390 ss. Er ist der jüngere Sohn des Redners und der Oheim des Triumvirn. Im J. 87 diente er als Offizier unter Sulla in Griechenland; er selbst kehrte erst etwa im J. 83 nach Rom zurück. Er hat sein Leben lang eine sehmähliche Rolle gespielt, ist aber zu den höchsten Ehrenstelleu gelangt (Prät. 66, Kons. 63, Gens. 42. f kurz nach 42.) Im J. 77 o. 76 wurde er von Cäsar vor dem Prätor Lucullus ohne Erfolg wegen Erpressungen belangt. In den Senat kann er als Sullaner gelangt sein, ohne die Quästur bekleidet zu haben. Im J. 70 (o. 69) wurde er von den Censoren Gellius u. Lentulus mit 63 anderen aus dem Senat ge- stossen. Nach Cic. pro. Mur. 19,40 u. Plin. n. h. 33,53 hat er besonders prächtige Spiele gegeben, aber nicht als Aedil, sondern als praetor urbamis. cf. llülzl, fasti praet. p. 35. 39. Sunden, 1. 1. 12 s. Nicht zulässig ist der Schluss, dass er gar nicht nach 70 Tribun gewesen sein könne. Denn, wenn Mornmsen, Str. I. 552 3 zu zeigen sucht, dass es zwar nicht Gesetz, aber doch Sitte gewesen sei, zwischen Tribunat und Prätur eine Zwischenzeit von mindestens 4 Jahren verstreichen zu lassen, so spricht dagegen nicht nur die Möglichkeit einer anderen Auffassung der von Mornmsen angeführten Stelle Cic. ad. Att. 12,5,3 (cf. Nipperdey, Abh. der sächs. Ges. d. W. 1870. V), sondern auch eine ganze Reihe von abweichenden Beispielen aus der Zeit vor 133 u. nach 70. Einige der älteren bei Mornmsen selbst Str. I. 534. Ich füge einige Fälle von nur einjährigem Intervall hinzu: Q. Cornificius 69. 67 o. 66, Q. Caecil. Met. Nep. 62. 60, Q. Fufius Caletius 61. 59, L. Flavius 60. 58, T. Annius Milo 57 55, P. Licin. Crassus Junianus 53.51. Häufig sind auch Intervalle von 2 u. 3 Jahren. Cn. Cornelius, wahrscheinlich ein sonst unbekanntes, untergeordnetes Mitglied der ausserordentlich weitverzweigten gens Cornel., vielleicht gar ein Freigelassener Sullas. Wenigtens sind die verschiedenen Identifikationsversuche, die man gemacht hat, alle miss- lungen. Der Zeit nach sehr gut würde passen Cn. Cornel. Lentulus Marcellinus (Willems I. 444 ss. u. dagegen Ply-Wiss. s. Com. Nr. 228), welcher Quästor wahrscheinlich im J. 74, Prätor 60, Konsul 56 war. Allein die Cornelii Lentuli sind Patrizier gewesen. Und speziell diesem das Patriziat abzusprechen auf Grund von Cic. de harusp. resp. 10,21 (wo ein Cn. Lentulus als unter den septemviri epulones befindlich angeredet wird) u. der von Mornmsen r. F. I. 90 s (der übrigens dies Beispiel nicht anführt) ausgesprochenen Vermutung, dass dies Amt in republikanischer Zeit nur Plebejern zugänglich war, ist doch nicht zulässig. — Nicht auf Intercession eines Volkstribuns ist zu beziehen Diod. 40,1 s. (Bericht von einer Senatsverhandlung, in welcher kretische Gesandte ums Jahr 70 durch Bestechung zunächst einen günstigen Beschluss erlangt hatten, cf. Mornmsen, r. G. III. 79 s.): Kxvpov i5s to boyux. stoi/jae AtvrXoy o e7rixde\ov,uevoz Stt iv-Jijg. Gemeint ist der Patrizier P. Cornel. Lent. Spinther cos. 57. Ply-Wiss. s. Com Nr. 238. Eben da ist unter Berufung auf Mornmsen Str. III. 997s. gezeigt, dass unter Umständen jeder Senator einen Beschluss xuvpey iroisTv konnte, wenn er mit Grund geltend machte, dass ihm irgend ein formaler Mangel anhaftet. Zu den eben dort nach Dio 55,3 angeführten Fällen ist vielleicht noch nachgewiesene Bestechung von Senatoren hinzuzufügen. —• Ueber Cn. Cornel Lent. Clodianus tr. pl. zwischen 82 u. 76 s. u. Sonstige Tribunicier dieses Namens in den J. 67. 51. 47. Q. Caec/hus. Wenn dieser nicht ein homo ignotus ist, kann er nur identificiert werden mit dem angesehenen Optimaten Q. Caecil. Q. f. Metellus Geler. (Ply-Wiss. s. Caec. 86 u. Drumann-Groebe II. 20 ss). Denn Q. Caec. Met. Nepos ist als Tribun des J. 62 bekannt, u. Q. Caec. Met. Creticus kann nicht wohl gemeint sein, da ■er schon im J. 69 Konsul war. — Geler hat ums J. 80 .gemeinsam mit Nepos den Lepiilus angeklagt. Sali, hist. frg. I. 135 M. bezieht Maurenbrecher auf eine 1 kriegerische Tätigkeit des Celer etwa als Quästor ums ; J. 78. Nach Dio 36,54,2 ss war er im J. 66 Legat des Pompejus in Asien, was aber nfcht hindert, anzunehmen, dass er früher schon Legat war, sei es nun unter Pompejus oder unter einem anderen Feldherrn. So ist es jedenfalls möglich, gleichfalls auf ihn zu beziehen die Stelle Cic. Pomp. 58: an C. Falcidins, Q. Metellus, Q. Caelius Latiniensis, Cn. Lentulus (tr. pl. zwischen 82 u. 75, cos. 72) — quos omnes honoris causa nomino — ■cum tribuni pl. fuissent, anno proximo legati esse potu- erunt. — Er war Prätor 63; Konsul 60, f 59, vielleicht vergiftet von seiner Gemahlin, der berüchtigten Clodia. C. Fundanius C. f. nach Mommsen r. M. w. Nr. 148 (A. 311 giebt noch die wohl richtige Datierung 72) u. GJL. I. 172 der Sohn eines Quästors C. Fund., von dem einige Münzen erhalten sind (ßabelon 1. 511 ss. will die Münzen und damit die Quästur ins .1. 101 ■setzen u. den Quästor mit dem Tribunen identificieren. Ersteres ist möglich, letzteres sehr unwahrscheinlich) u. Schwiegervater des Varro (d. r. r. 1.2,1). — Wenig bekannte Familie. Ein Konsul 2-16. Trib. pl. 219. 195. Q. Marcius. Welchem Zweig der gens Marcia er angehört, lässt sich nicht sagen. Möglich, dass er mit den altkonsularischen Philippi zusammenhängt, möglich auch, dass er ein und dieselbe Person ist wie der Legat des Crassus im Krieg gegen Spartakus in den J. 73—72 cf. Frontin strateg. 2,4,7, Trib. pl. 389. 311. 196 (Ralla). 172 (Sermo und Scylla). Zwischen 110—101. (Philippus s. dort). G2. 49 (Philippus). L. Hostihus ganz unbekannt. In Ermanglung eines Gognomen (? Tubulus, Saserna) ist es wertlos, sich über etwaige Familienbeziehungen zu äussern. C. Popilhus vielleicht verwandt mit dem trib. pl. ■C. Popill. Laenas vom J. 8t. S. dort. Möglicherweise dieselbe Persönlichkeit, wie der bei Plut. Caes. 5 erwähnte C. Popillius, der sich zugleich mit Caesar etwa 73 um eine Legatenstelle bewarb (Suet. Caes. 5). Vgl. Drumann III. 137s. — M. Valerius hat nichts gemein mit dem Konsul vom J. Gl M. Valer. Messala, der Patrizier war. Mommsen r. F. 1. p. 120. Möglicherweise ein Freigelassener, oder vielleicht verwandt mit den bei Cic. de or. III. 11,43 u. Brut. 46,169 genannten Brüdern Q. u. 1). Valerii Sorani. Ein trib. pl. alter, unbekannter Zeit Yaler. Soranus ist genannt Serv. Aen. 1. 277. Plut. Quaest. Rom. 61. Plin. h. n. III. 65. Solin. I. 7. Lyd. d. mens. IV. 50. Vgl. Niccolini p. 4-7. Sonstige tribunicische Valerii 195 u. 188 (Tappo). — C. Antius (? Restio) darf wohl identificiert werden mit dem Urheber der lex Antia cibaria. Gell. 2,24,13. Macrob. sat. 3,17,13: Sulla mortno Lepidus consul (77) legem tidit et ipse cibariam Dein paucis interiectis annis alia lex pervenit ad populum Jerenle Antio lles- iione. Quam legem, quamvis esset optima, obstinatio tarnen luxuriae- et vitiorum finna concordia nullo abrogante ■irritam fecit. lllud tarnen memorabile de Jtestione latore ipius legis fertur eum, quoad vixit, foris postea 11011 cenasse, ne testis fieret contempiae legis quam ipse bono publico pertulisset. Die Zeitbestimmung (paucis interiectis annis nach 77) passt sehr gut für das J. 72, besser als für das J. 70, das Lange III. 199 aus inneren Gründen, die keineswegs zwingend sind, annimmt. Restio muss diese optima lex, die bono publico durchgebracht wurde, de s. s. regiert haben. — Münzen aus den J. 49—45 (Mommsen, r. M. w. 651, Babelon I. 15 I ss) von einem Illvir monetalis C. Antius C.f. ltestio stammen vielleicht von einem Sohn des Tribuns, wenn auch die von Babelon beliebte phantasievolle Beziehung des Gepräges auf den Tribun sehr fragwürdig ist. Ob der im .1. 43 proskribierte u nach Sizilien entkommene Antius Restio mit unserem Tribun oder mit dem Illvir monetalis oder mit keinem von beiden zu identificieren ist, steht dahin. App b. c 4.40 (Antius) u. 43 (Restio). Wenn man den anekdotenhaften Zusammenhang und spez. c. 36 Schluss bei Appian in Betracht zieht, kann es nicht zweifelhaft sein, dass an beiden Stellen derselbe Mann gemeint ist, an den sich beide Rührstücke anknüp'en. Aus der zweiten Stelle mit Ribbeck, Se- natores Rom. a. 710, Berlin 1890 n. 135 zu schliessen, dass der Flüchtling ein Greis war und deshalb eher mit dem Tribun identisch sei, ist jedenfalls nicht notwendig (cf. Val. M. 6,8,7. Macrob. sat. 1. 11,19 s.) Ebenso zweifelhaft ist die Identifikation in Beziehung auf den iudex 11. Senator Antius im J. 54 bei Cic. ad Att. 4,16.6 u. 7. — Die gens Antia ist eine alte, aber wenig bekannte Familie Ein trib. pl. (Briso) 137. L. V(olcatius). Die Ergänzung des Namens ist nicht sicher. Die gens Volcatia taucht erst im letzten Jahrhundert der Republik auf. Vgl. Paulv RE. VI. 2. p. 2732ss. Der Konsul vom .1. 66 L. Volca'ius Tullus ist schwerlich mit unserem trib.pl. zu identificieren, wenn es auch der Zeit nach nicht unmöglich ist, dass er im J. 7.' Volkstribun war. Da er im J. (6 Konsul war, könnte er im .1. 69 Prätor gewesen sein; bei der Bewerbung um die Aedilität ist er durchgefallen (Cic. pro Haue. 21,51). Ein sonstiger Volkstribun dieses Namens ist in republikanischer Zeit nicht bekannt. — In der Inschrift ist der voranstellende L. Y(olcatius) deutlich allein als cur. tiar. bezeichnet. Die abweichende Meinung von Domaszewski (Eranos Vindobonensis p. 62, mir nicht zugänglich; auch nicht Hülsen, Notizic degli seavi 1891. p. 93) ist zurückgewiesen von Hülsen CIL. Yl. zu 11. 31590. Die Kumulation von Volkstribunat und der (in diesem Fall auf die Stadt beschränkten) cura viarum ist eine zufällige. Mommsen, Str. II. 668ss. Jahrb. des gern deutschen Rechts II. p. 339. Immerhin sei mit Wehrmann auf eine Bemerkung von Mommsen selbst (Str. II. 3.8s) hingewiesen, wonach dem Tribunenkollegium bei der Zahl seiner Mitglieder und dem Mangel eigentlicher Kompetenz zahlreiche Nebengeschäfte zugewiesen wurden. Fasst man alles zusammen, so kann man das Kollegium mit grosser Wahrscheinlichkeit dem J. 72 zuweisen (so auch Lengle, Untersuch, über die sull. 6* — 24 Terf. p. Iis.), wenn auch die Möglichkeit, dass es dem J. 70 zugehört, nicht ganz in Abrede zu ziehen ist. Auch das Fehlen der cognomina ist nach Mommsen CJL. I. p. 172 charakteristisch für diese spätere Zeit, und wenn er sagt, der Umstand, dass die meisten dieser Tribunicier homines ignoti et ignobiles seien, weise gleichfalls auf die Zeit der Beschränkung der tribunicia potestas hin, so ist auch dies gewiss richtig, sofern die Zeit vor Sulla, wo die Tribunen eben in der Regel homines ignobiles waren, aus anderen Gründen nicht in Betracht kommt. (583/71 (css. P. Cornelius Lenlulus. Cn. Aufidius Orestes. M. Lollius Pa/icanus. Cic. Verr. II. 2,37,91 ss: Sthenius Romain profugit: hiemi sese fluctibusque ccmmittere maluit —. 94: ( Vernes) edicit statim . ut Kalendis decembribus adsit Sthenius Syracusis. 95: hie, qui Romain pervenisset scitisque feliciter amii iatn adverso tempore navigasset —, rem ad amicos detulit. — Itaque in senatu continuo Cn. Lentulus et L. Gellius consules (also im J. 72) — causam Sthenii- docent. 96 : Eo die transigi nihil potuit (der Vater und die Freunde des Yerres zogen die Sache bis zum Abend hinaus, so dass kein Beschluss zu stände kam. Der Vater des Verres verspricht Vermittlung durch Boten an seinen Sohn). Et erat spatium dierum fere triginta ante kal. dec. — 97: — In senatu post ea causa non agitur. Veniunt ad istum (Verrim) nuntii — ante kal. dec. — Hie — meine kal. dec., ut edixerat, Sthenium citari iubet. 99: Quem absentem reuin fecerat, eum absente accusatore condemnat (am 1. Dez. 72). 100: Nuntiabatur isii primis Ulis temporibus, id. qiiod pater quoque ad eum — scripserat, agitatam rem esse in senatu; etiam in contione tribunum pl. de causa Stlienii M. Pali- canum esse questum ; poslremo me ipsum apitd hoc col- legiüm tribunoruin pl., cum eorum omnium cdicto non liieret Romae quemquam esse, qui rei capitalis condem- ilatus esset, egisse causam Stheirii; et cum rem ita cx- posuissfm, quemadmodum nunc ajiud vos —: decem tri- bunos pl. hoc statuisse —, non vidiri Sthenium impediri edicto, quominus ci Romae liceret esse. Während bis § 99 die Zeitbestimmung zweifellos klar ist, erheben sich in diesem § verschiedene Schwierigkeiten. Wahrscheinlich ist primis Ulis temporibus zu lassen kurz nach der am 1. Dez. erfolgten Verurteilung des Sthenius. Dann muss man bei agitatam ran rsse in senatu wohl auch an eine zweite Verhandlung denken, die im Senat angesichts der neuen Sachlage nach dem I. Dez. stattfand (vorher war nur eine einzige erfolglose gewesen ; cf. post ea causa non agitur), demnach auch de causa Sthenii Palicanum esse questum auf die erfolgte Verurteilung beziehen. Letzteres ist sogar notwendig wegen des folgenden apud hoc collcgium, wo nur dasjenige Kollegium gemeint sein kann, dem Pa- licanus angehörte. Nun fragt es sich nur noch , ob man annehmen will, dass alle diese Vorgänge in der kurzen Zeit vom 1. Dez. (resp. vom 3. wo frühestens die Nachricht in Rom verbreitet sein konnte) bis zum Antritt der neuen Tribunen am 10. Dez. sich abspielen konnten, oder ob man bei den hier genannten Tribunen an die des neuen Amtsjahrs 72—71 zu denken hat. Ich möchte mich mit Drumann 4,386, Kritz zu Sali. hist. p. 350 A. u. vielen andern für die zweite Möglichkeit entscheiden. Damit sind auch die sonstigen Nachrichten, die freilich nur in Scholien von geringem Wert stehen, am besten in Einklang zu bringen. Ps. Asc. in Verr. I. p. 148: [Cum primum contionem cul urbem cos. designatus etc. 1, 15, 45.} Pompeius autem pro consule de Jlispania Sertorio victo nuper venerat, et statim lia- buerat contionem de restituenda tribunicia poteslate Pa- licano tribuno pl. Wenn die Notiz richtig ist, weist sie bestimmt auf das J. 71 hin (Drumann 4,3c6), aber nicht notwendig auf die Zeit nach dem 10. Dez., wie Mauren- brecher meint, der das Tribunat des Pal. ins J. 71—70 (ebenso, wie es scheint, Mommsen, r. G. III. 102) setzen will. Iii st. frg. IV. 43, p. 172 u. proleg. 79s. Mit dieser engeren Verbindung mit Pompeius stimmt gut überein Ps. Asc. in dir. p. 103: Primus Siciuius ir. pl. ■nee multo qiost Quinctius, et postremo Palicanus per- fecerant, ut tribuniciam poiestatem populo darent consules Cn. Pompeius Magnus it M. Licinius Crassus (70). — Falsch ist die auch in zweifelnden'Worten gegebene Notiz Schol. Groii. p. 386. — Sali. bist. frg. IV. 57 Kr.. — M. IV. 43: M. Lollius Palicanus humili loco, Picens, loquax. magis quam facunilus. — Cic. Brut. 62,223: — aptissimos cognovi turbulentis contionibus. Quo in genere — nuper L. Quinctius fuit.; aptior etiam. Palicanus auribus imperitorum. ■ — Cic. in Verr. II. 1,47,122: Oblitosne igiiur hos putatis esse, quemadmodum sit. iste (Verns) solitus virgis plebem Romanam concidere? Quam rem etiam tribunus pl. in contione egit, cum eum, quem virgis iste ceciderat, in prospectum pcpuli Romani pro- duxit. Dazu Ps Asc. p. 193 : / tribunus pl.] M. Lollius Palicanus. Entweder ist der vom Scholiasten gegebene Name falsch oder bat Palicanus erst drei Jahre, nachdem Verres im J. 74 praitor urbanus gewesen war (cf. Wehrmann, fast, praet.), diesen gezüchtigten Bürgervorgeführt. — Palicanus war Prätor vor 68, denn im J. 67 tritt er als Kandidat für das Konsulat auf; er wurde gewählt, aber der wahlleitende Konsul C. Piso- verweigerte nach Val. M. 3,8.3 die Benunliation wegen, nicht näher definierter Bescholtenheit des Kandidaten. Mommsen, Str. t. 481' u. 494ss. Zu Drunianus Annahme, dass er noch zu jung war, liegt ein zureichender- Grund nicht vor. Cic. ad Att. 1,1,1 spricht von ilum im J. 64 als von einem aussichtslosen Bewerber ums-- Konsulat. — Die gers Lollia beginnt in Rom erst im letzten Jahrhundert der Republik eine zunächst sehr untergeordnete Rolle zu spielen. Plv, RE. IV. 1138. Palicanus (der Beiname findet sich sonst nirgends), der nach Sali. 1. 1. Picens liumili loco war, mag zu den Soldaten gehört haben, welche Pompejus im J. 83 imi Picenerland für Sulla geworben hat. Drumann 4,326 s.. Der bei Cic. in Verr. 3,25 genannte fast 90jährige Greis Q. LolHus, eques spectatus atque honrstus, ist jedenfalls nicht der Vater unseres P., schon deshalb nicht, weil' der eben dort genannte Sohn M. offenbar nicht unser- Tribun ist. Dagegen ist Pal. wahrscheinlich der Valer des Konsuls vom J. 21, M. Lollius M. f. Vgl. CJL. I 2 p. 64 zum J. 733. Von diesem Konsul stammt wohl eine Reihe von Münzen, deren Gepräge ßabelon II. 147 ss. in ansprechender Weise mit unserem P., dem. Verfechter der Volksfreiheit, in Verbindung bringt. 25 Im folgenden werden diejenigen Tribunen auf- I gezählt, deren Tribunat zwar unserer Periode zugewiesen, aber nicht genau zeitlich fixiert werden kann. M. Junius D. f. (I). n. Silanus). Zwischen 119 u. 122- In einer lex repetundarum aus dem J. 123 o. 122 (C. J. L. I. n. 98, p. 49—72) wird erwähnt eine lex, quam M. Junius D. f. tr. pl. rogavit (cf. I. I. p. 62. Z. 74) und zwar in der Weise, dass sie zeitlich nach dem calpurnischen Gesetz aus dem J. 149 (CJL. 1. p. 54 s.) gesetzt wird. Wenn der Urheber des Gesetzes identificiert werden darf mit dem Konsul des Jahres 109 M. Junius D. f. D n. Silanus, muss man das Gesetz kurz vor 122 setzen. Ueber die gens Junia vgl. unter dem J. 126. C. Licinius Nerva. Zwischen 120—100. Cic. 'prüf. 34,129: Euius (Bestiae cos. III) dissi- milis in tribunatu reliquaque omni vila civis improbus C. Licinius Nervei. — C. Fimbria (cos. 104) temporibus eisdem fere, sed longius artate provectus. Demnach mag Nerva etwa zwischen 120 u. 100 Tribun gewesen sein. Möglicherweise auf denselben bezieht sich Gell. 6,9,9: Valerius Antias libro annalium XLV. scriptum reliquit: denique Licinius tribunus pl. perduellionis ei diem dixit et comitiis diem a M. Marcio praetore (?) peposcit. Im 22. B. des Yal. Ant. war die Rede von der Quästur des Ti. Gracchus im J. 138. Gell; 6,9,12. Sein Werk hatte mindestens 75 Bücher. Gell. 6,9.17. Das späteste [ Jahr, über das wir von ihm eine Nachricht erhalten haben, ist das J. 91. Plin. n. h. 34,14. — Sehr an- j gesehene Familie. Speziell von den Nervae nur ein Konsul 7 n. Chr. Aus dem J. 104 kennen wir einen Prätor P. Licin. Nerva. Wehrrnann f. praet. s. 104 u. 102. Mommsen RMW. n. 146. ßabelon II. 125ss. Vgl. Licin. Crassus 107. L. Marcius Q. f. Q. n. Philippus. Zwischen 110 - 101. Cic. d. oll. 2,21,72 s: Perniciose — Philippus in tribunatu, cum legem agrariam ferret —, quam tarnen antiquari facile passus est. Sehr wahrscheinlich ist gemeint L. Marcius Philippus Kons. 91, Censor 86. Boor f. cens. p. 26. F.ine derartige lex agraria passt j sehr gut zu dessen politischer Stellungnahme. Cic. d. or. 1,7,24. 3,1,2. 4. Val. 2,2. — Aus Cic. d. off. 2,17,59 folgt, dass er Quästur, Aedilität, Prätur u. Konsulat bekleidete, aber nicht suo anno. Bei der Bewerbung um das Militärtribunal ist er durchgefallen. Cic. p. Plane 21,52. Ebenso bei der ersten Bewerbung um das Konsulat für 93. Cic. Brut. 45,166. p'. Mur. 17,36. Er war also Prätor vor 95. Für die ungefähre Bestimmung seines Geburtsjahres giebt einen Anhalt Cic. Brut. 64,230: Hortensias fgeb. 114) Philippo iam sene pro Cn. Pompei bonis dicente in illa causa, adules- cens cum esset, prineeps fuit. Dies war kurz nach dem J. 87. Plut. Pomp. 4. Damals also war Phil, iam senex, etwa 60 Jahre alt; demnach geboren c. 145. Nach dem J. 77 wird nichts mehr von ihm berichtet. Er mag Quästor gewesen sein c. 115, Münzmeister c. 110. j Mommsen, RMW. n. 152, Babelon II. 187, u. Tribun zwischen 110 — 101. (Lange II. 688 s: etwa 104). Also ist nicht auf Phil, zu beziehen, was wir aus dem J. 119 bei Plut. Mar. 4,6 über eine durchgefallene lex irepi m. 12,60 bezieht sich wohl nur auf Caepio, nicht, wie Nipperdey vermutet, auch auf Glaucia. — Wenn Mommsen r. G. 11.199 schreibt, Glaucia sei ein gemeiner Gesell niedrigster Herkunft gewesen, so ist zu bemerken. dass bezüglich der Herkunft des Gl. die Ueberlieferung keinen direkten Anhalt bietet, wenn auch sehr wahrscheinlich ist, dass er mit den altkonsularischen, zum Teil patrizischen Servilii in keinem Zusammenhang stand. Sonstige Tribunicier: (Casca) 212. (Globulus) 67. (Rullus) 63. (Cascaj 11; 41. 43. /P. Licinius Crassus Dives ? kurz vor 101. Ob von diesem die oben unter dem J. 107 bei Duroriius (s. dort) erwähnte lex sumpiuaria stammt u. ob dieselbe tribunicisch ist, lässt sich nicht entscheiden. Drumann 1,70 s.y Cr. Papirius Carba ? kurz vor 92. Vgl. bei C. Papirius Garbo unter dem J. 131. [Calpurnius 89. Sisenna 1. lA r (also im J. 89) frg. 120 Peter. Vgl. Mommsen Str. III. 135b Lange 11. 686. III. 112. Nicco- lini p. 363. Ob das Gesetz tribunicisch oder prätorisch ist, lässt sich nicht entscheiden./ Vi sei Ii us ? vor 72 (resp. vor 70) Ueber die in einer Inschrift (vgl. unter dem J. 72) erwähnte lex Visellia lässt sich nur so viel bestimmt sagen, dass sie vor dem .1. 72 (resp. 70) wahrscheinlich von einem Volkstribun rogiert ist und sich auf die cura viarinn bezogen hat. Lange II. 695 (1. 828. 922) setzt das Gesetz ins J. 72, in der nicht begründeten Annahme , dass in jener Inschrift auf ein unmittelbar vorher durchgegangenes Gesetz Bezug genommen sei. Von der cura viarum ist nur in Inschriften die Rede, die aber bis ins J. 115 zurückweisen. Alommsen Str. 11. 670 meint, sie hänge vielleicht zusammen mit den von C. Gracchus für das Wegewesen getroffenen Einrichtungen. (Plut. C. Gr. 7. App. b. c. 1,23. CJL. I. p. 90.) Aus der Kaiserzeit haben wir eine Reihe von Erwähnungen der lex Visellia mit verschiedenen, jedenfalls nicht spez. auf die cura viarum bezüglichen Bestimmungen. Dies Gesetz (oder diese Gesetze) hat man früher dem Konsul des ,1. 21 n. Chr. L. Visellius Varro zugeschrieben. Mommsen, Jahrb. des gem. deutschen Rechts II. 1858. p. 331 ss. hat die Möglichkeit zu erweisen gesucht, dass sämtliche Erwähnungen des vi- sellischen Gesetzes sich auf ein und dasselbe vor 71 erlassene beziehen , dessen mannigfaltiger Inhalt eine allgemeine hauptstädtische Polizeiordnung gewesen sei. Wenn Alommsen schon hier, selbst zweifelnd, seine Hypothese vorträgt, so giebt er Str. II. 668 2 ausdrücklich die Möglichkeit zu, dass verschiedene visellische Gesetze anzunehmen sind. Man kann nicht hinauskommen über das eben dort von AI. gegebene Resultat: „Im 7. Jahrhundert der Stadt scheint auf Grund eines weiter nicht bekannten visellischen Gesetzes eine eigene cura viarum bestanden zu haben." — Ein C. Visellius Ruga ist als einer der ersten Volkstribunen genannt bei Dion. Hai. 6,89. Das erste näher bekannte Mitglied der gens Visellia ist erst C. ( Visellius) Aculeo, der dem Ritterstand angehörige Oheim Giceros u. Freund des 110 geb. Redners Crassus, der Vater des als Aedilicier gestorbenen Vetters von Cicero, C. Visellius Varro. Vgl. Pauly R. E. s. Vis. u. Drumann (bes. V. 211). Vater u. Sohn haben sich durch juristische Kenntnisse hervorgetan, u. sind bei Cic. öfters erwähnt, ohne dass wir etwas erfahren, was auf die Bekleidung des Tribunals hinweist. Zum Schluss werden noch einige angebliche Tribunicier behandelt, die in Wirklichkeit gar nicht Tribunen waren oder wenigstens nicht in unsere Periode gehören, die aber in der neueren einschlägigen Litteratur als Tribunen dieser Zeit angeführt werden. Eine Reihe von minder wichtigen Pseudotribunen sind schon unter den betreffenden Jahren , in welchen sie Tribunen ge= wesen sein sollen, behandelt. [Q. Aelius Tubero.] Diesen führt schon Pighius als Tribun im J. 133 an; ebenso Niccolini (addend. p. 37). Nach Ply-Wiss. s. Ael. No. 155 widersetzte er sich als trib. pl. dem P. Africanus u. bekleidete demnach das Tribunat vordem Jahr 129, in welchem Afr. gestorben ist. (Vell. P. 2,4,5. Cic. d. nat. d. 2,5,11.) Diese Angabe stützt sich auf Cic. Brut 31,117: Et quoniam Stoicorum est facta mentio, Q. Aelius Tubero fuit illo tempore, L. Pauli nepos; nullo in oratorum numero, sed vita Severus et congruens cum ea disciplina, quam colebat; paulo etiam durior; qui quidem in triumvira tu (so ist überliefert; schon Pighius vermutete in tribuna tu, was neuerdings allgemein angenommen zu sein scheint) iudicaverit contra P. Africani avunculi sui testimonium, vacationem augures quo minus iudiciis operam darent non habere; sed ut vita sie oratione durus, incullus, horridus; itaque honoribus maiorutn responclere non potuit. Fuit autem constans civis et fortis et in primis Gracclto molestus, quod indicat Gracchi in eum oratio; sunt etiam in Gracchum Tuberonis; is fuit medioeris in dicendo, doctissimus in disputando. — Bleiben wir bei der überlieferten Lesart, so muss man annehmen, dass Tubero Illvir capilalis gewesen ist. Vgl. über die Tätigkeit derselben Mommsen Str. IL 594 ff. Ebendort p. 600 zieht M. aus unserer Stelle den Schluss : „Streitigkeiten über die Pflicht als Geschworener zu fungieren gehen zur Entscheidung an die Triumvira." Und Str. III. 226 3 schreibt er: Dass das Priestertum nicht von der Geschworenenpllicht befreit, beweist eine allerdings contra testimonium Africani (der selbst 8 — 30 — Augur — CJL 1.2 p. 198. elog. XXV. Cic. Lael. 77 — u. wahrscheinlich persönlich anwesend war) gefällte Entscheidung von Q. Ael. Tub., Prätor 123. (? Letztere Angabe scheint auf einem Irrtum zu beruhen. An der zuerst citierten Stelle macht M. d'ie nach meiner Information richtige Angabe, dass Tubero sich um die Prätur (wahrscheinlich) lur 128 (ohne Erfolg cf. Cic. | Mur. 36,75 u. Val. 7,5,1) beworben habe). Ungewöhnlich allerdings ist der Ausdruck in triumviratu; wenn aber der von Mommsen 11. 600 gezogene Schluss richtig ist, konnte für einen Römer nicht zweifelhaft sein, was für ein Triumvirat gemeint sei. Auch ist es durchaus nicht undenkbar, dass ein Mann aus hochstehender Familie wie Tubero sich um ein so niederes u. wenig angesehenes Amt beworben hat; die persönlichen Qualitäten Tuberos (cf. Plv-Wiss. 1. 1.) stehen dieser Annahme jedenfalls nicht entgegen. Aus der Meldung Ciceros, dass er Graccho imprimis molestus \/ar. darf man natürlich nicht auf die Bekleidung des Tribunals schüesseu. Auch Privatpersonen konnten den Tribunen lästige Opposition machen. (Vgl. z. B. Plut. Ti Gracch. 11. Cic. Brut 21,82). Ich komme also zu dem Ergebnis, dass Tubero aus der Liste der Tri- bunicier zu streichen ist. /Remmius. / Vgl. Niccolini p. 358. Die bei Cic. p. Rose. Am. 19,55. u. schob Gron. p. 431 erwähnte lex Remmia de cälumniatoribus fällt jedenfalls vor das-J. 80. Lange III. 101 vermutet darin ein Plebiscit aus dem J. 91, weil ein gewisser Remmius als Kollege des Livius Drusus in der Aedilität u. als Gegner des Drusus erwähnt wird Auct. d. v. ill. 66. Den Ausdruck einer Gegnerschaft gegen Drusus darf man aber in der durchaus billigen lex Remmia, die eine Lücke ausfüllte, nicht finden. Es ist kein Hindernis vorhanden, die lex Remmia für wesentlich älter u.. für prätorisch zu halten. Nach Mommsen Strafr. -191 Anm. 5 u. 6 wird das Gesetz nicht älter sein als die Quästionen oder vielmehr die iudicia publica nach dem älteren Begriff (ib. p. 180 s.). / Cethegus.] Nach Niccolini im J. 74 trib. ph Derselbe wird Plut. Luc. 5 neben L. Quinctius als bjj axyxyoc bezeichnet. Letzterer war allerdings im J. 74 Volkstribun (s. dort), hat aber auch nachher noch die Rolle des Demagogen gespielt, ebenso wie Cethegus, der kein anderer ist, als der Patrizier P. Cornelius Cethegus. Drumann-Groebe II. 478. Ply-Wiss; s. Cornel n. 97. Auf Grund der bisherigen Untersuchung habe ich nun eine übersichtliche Tabelle der in unserer Periode bekannten Tribunen zusammengestellt, auf welcher auch Geburts- ued Todesjahr, sowie der cursus bonorum der einzelnen Tribunicier, soweit darüber etwas überliefert ist, verzeichnet wurde. Das Zeichen x bedeutet die Bekleidung eines Amts zu unbestimmter Zeit. Eine hinzutretende Klammer bedeutet, dass der Betreffende bei der Bewerbung durchgefallen ist, oder zwar gewählt wurde, aber das Amt nicht angetreten hat. Eine Angabe über Zugehörigkeit zu einer konsularischen, magistratischen oder nicht magistratischen Familie, zum Ritterstand oder zu den Freigelassenen ist in der Tabelle nicht gemacht, weil die in dieser Beziehung gewonnenen Resultate teils allzu unsicher sind, teils nicht in tabellarischer Uebersichtlichkeit dargestellt werden können. No. Geboren Quästor Tribun Aedil Pxätor Konsul Gens. t f l | Ti. Sempronius Ti. f. P. n. Gracchus 162 137 133 133 2 3 4 M. Octavius Q. Mucius (Mummitis, Mi- nucius) Rubrius 55 55 55 5 P. Satureius 5 5 6 C. Papirius Carbo kurz vor 162 131 vor 122 120 119 7 C. Atinius Labeo Maeerio 131 (? 130) 8 M. Junius M. f. M. n. Pennus kurz vor 153 126 nach 125 9 C. Sempronius Ti. f. P. n. Gracchus 153 12G 123 u. 122 121 10 M'. Acilius Glabrio 123 o. 122 11 Rubrius 123 u. 122 12 M. Livius C. f. M. n. Drusus j c. 155 122 vor 114 112 109 109 13 M. Fulvius M. f. Q. n. Flaccus 55 vor 127 125 121 14 (M.) Minucius (Q. f.) Rufus 121 vor 112 110 15 L. Calpurnius Bestia ■ ■ vor 113 111 31 — No. Geboren Quästor Tribun Aedil Prätor Konsul Oens. t 16 P. (? Q.) Decius 120 115? ( 107. 17 C. Marius C. f. 156 vor 120 119 (für 116) 115 104-100. 86 18 Sp. Thorius c. 118 1 86. 19 Sex Peducaeus 114 20 C. Memmius lll vor 102 (für 99) 100 21 C. Baebius ? * 22 P. (Licinius) Lucullus "Tlb 28 L. Annius 53 24 C. Mamilius Limetanus 109 25 T. (C.) Manlius Maneiuus 107 26 C. Coelius C. f. C. n. Caldus kurz vor 136 (vor 108)? X 3 3 c. 99 94 92 27 L. Licinius L. f. C. n. Crassus 140 33 103 100 o. 99 95 91 28 Q. Mucins P. f. P. n. Scaevola X 106 103 100 o. 99 95 82 29 L. Cassius L. f. Longinus 104 30 Cn. Domitius Cn. f. Cn. n. 92 Aheuobarbus 103 vor 98 96 31 C. Appuleins Saturninus zw. 108—104 103. 100 (99) 10. Dez. 100 32 C. Norbanus 99 103 88 83 81 33 L. Aurelius Cotta c. 101 34 T. Didius (T. f. Sex. n.) vor 100 98 35 Baebius 36 L. (? Antistius) Reginus 37 A. Pompeius 102 102 38 L. Equitius (99) 10. Dez. 100 39 P. Furius 99 98 40 (L.) Porcius (M. f. M. n.) Cato vor 91 89 89 41 (Q.) Pompeius (Q. f. Rufus) 91 88 88 42 Sex. Titius 43 C. Appuleius Decianus " "98 44 C. Canuleius ,, 45 Q. Calidius 3' 79 46 M. Duronius kurz vor 97 47 M. Livius M. f. C. n. Drusus vor 90? 91 vor 90? 91 48 Saufeius • 49 Q. Varius Severus Hibrida c. 124 90 89 o. 88 50 Q. Caecilius Metellus Celer 51 C. Scriboiiius C. f. Curio kurz vor 107 X X vor 78 76 53 52 L. Memmius c. 90 53 M. Plautius Silvanus 89 54 C. Papirius C. f. Carbo kurz vor 122 zw. 87-83 82 55 Cn. Pomponius c. 124 89 (? 90) 82 56 L. Cassius 89 57 P. Sulpicius Rufus 124 88~ 88 58 P. Antistius c. 135 33 nach 87 82 59 M. Yergilius 87 60 P. Magius *61 Sex. Lucilius 85 62 P. Popillius Laenas 84 8* — 32 — No. Geboren Quästor Tribun Aedii Prätor Konsul Oens. * T 63 64 . M. Junius Brutus C. llerennius 83 77 80 65 Plautius 77 66 M. Terpolius 35 67 Cn. (L.) Sicinius 76 68 Q. Opimius 75 69 L. Qüinctius 74 68 0. G7 70 C. Licinius L. f. Macer 73 I nach 72 66 71 C. Antonius M f. M. 11. Hi- brida 72 66 63 42 kurz nach 42 72 Cn. Cornelius 3? 73 0. Caecilius (Q. f. Metellus Celer) 3) 63 60 59 74 C. Fundanius C. f. 33 75 Q. Marcius 33 76 C. Popillius 33 77 M. Valerius » 78 C. Antius (? Restio) 33 79 L. V(olcatiusP) 33 80 M. Lollius Palicanus 71 vor 68 (für 66) Nicht genau fixierbare Tribunen: 81 M. Junius D. f. (D. n. Silanus) zw. 149—122 ? vor 107 ? 109 82 C. Licinius Nerva zw. 120—100 83 L.MarciusQ.f. Q.n. Philippus c. 145 c. 115 zw. 110—101 X vor 95 91 86 84 M. Porcius M. f. M. n. Gato vor 90 85 L. Sestius zw. 100—80 86 T. Junius L. f. zw. 100-70 87 M. Octavius Cn. f. zw. 100—70 88 M. Terentius Yarro 116 X nach 87 X X 27 89 Cn. Cornelius Lentulus(? Clo- 70 vor 50 dianus) zw. 82—76 vor 74 72 90 C. Falcidius vor 67 91 Q. Coelius Q. f. Latiniensis vor 67 92 C. Papirius Carbo . kurz vor 67 1 vor 61? Solche, die bei der Bewerbung durchfielen, und solche, die als designierte Tribunen umkamen oder freiwillig zurücktraten : 93 P. Rutilius Rufus M vor 109 105 94 C. Flavius Fimbria (X) vor 106 104 95 C. Cassius L. f. Longinus (X) vor 98 96 96 Cn. Aufidius Orestes (x) 77 71 97 A. Nonius (PNinnius) (für 100) 101 98 C. Aurelius M. f. Cotta 124 X (für 90) X vor 77 75 kurz n. 75 99 Q. Sertorius 90 (für 87) 83 72 Zweifelhaft ist die Bekleidung des Tribunats bei folgenden: 100 Aufeius 123 101 C. Servilius Glaucia kurz vor 111 100 loa 102 Cn. Papirius Carbo kurz vor 93 103 Visellius .. vor 72