DAS VOKABELLERNEW EIN BEITRAG ZUR NEUSPRACHLICHEN METHODIK. VON DR. G. WENDT, PROFESSOR. WISSENSCHAFTLICHE BEILAGE ZUM JAHRESBERICHT DER OBERREALSCHULE UND REALSCHULE VOR DEM HOLSTENTH ZU HAMBURG. OSTERN 1901. NR. 801. HAMBURG. GEDRUCKT BEI LÜTCKE & WULFF, EINES HOHEN SENATES, WIE AUCH DES JOHANNEUMS BUCHDRUCKERN /l<3o4 SoA % sa ^ L Ln den „Lehrplänen und Lehraufgaben für die öffentlichen Kealschulen des Hamburgischen Staates von 1893" heißt es für das erste Halbjahr des französischen Unterrichts u. a.: „Aneignung eines genügendenWortschatzes, auf dessen planmäßige Erweiterung in allen Klassen Bedacht zu nehmen ist." In den preußischen Lehrplänen von 1892 findet sich die Forderung nicht als „Lehraufgabe", sondern unter den „Methodischen Anmerkungen": „Auf Aneignung eines festen von Stufe zu Stufe zu „erweiternden und auch auf den Gebrauch im täglichen „Verkehr zu beinessenden Wort- und Phrasenschatzes „ist auf allen Stufen streng zu halten. Dieser Schatz ist „durch fortgesetzte mündliche und schriftliche Verwertung „in sicheren Besitz umzuwandeln. Besondere, die Lektüre „und das Bedürfnis des täglichen Lebens berücksichtigende „Vokabularien können gute Dienste leisten." In hamburger wie in preußischer Form ist die Forderung bis heute auf dem Papiere geblieben. Unsere Jahresberichte haben wenigstens ebenso wenig darüber zu berichten wie die preußischen. Selbstverständlich werden die Lehrer hüben wie drüben die „Aneignung eines genügenden Vokabelschatzes" erstreben; aber was für „genügend" gehalten, wie die Aneignung betrieben, wie „planmäßig" oder „von Stufe zu Stufe" erweitert wird, das ist aus den Berichten nicht zu ersehen; es scheint auch nicht, als wenn behördlicherseits auf die Durchführung jener Forderungen Wert gelegt würde; es verlautet nichts von der Einführung eines Vokabulars, das sich organisch an den Unterricht anschlösse oder aus demselben hervorginge. Die Jahresberichte sprechen nur von der Aneignung und planmäßigen Erweiterung des grammatischen Schatzes; l* — 4 die Kevisionen beschränken sich im Grunde nur auf dessen Vorhandensein und behandeln den Schatz an Worten als etwas Nebensächliches. Und doch enthält die Forderung einen besonders durch den Hinweis auf Vokabularien so fruchtbaren Gedanken, von ihrer Erfüllung hängt der ganze Erfolg des französischen Unterrichts auch im Sinne der Lehrpläne so wesentlich ab, daß wir Lehrer das größte Interesse daran haben, nach dieser Eichtung weiter zu arbeiten und daraus die Konsequenz zu ziehen. Von der Behörde können wir diese Arbeit nicht erwarten, da sie an dem „methodisch angelegten Elementar- und Lesebuch" festhält; und an diesem muß sie festhalten, so lange ihr die „sprachlich-logische Bildung durch den systematischen Betrieb der französischen Grammatik" als höchstes Ziel des Faches vorschwebt und „mündliche und schriftliche Übersetzungen in's Französische auf allen Stufen" als das einzige Mittel jenes Ziel zu erreichen. Unsere Lehrpläne stehen mit der Forderung betr. planmäßige Erweiterung des Sprachschatzes auf der Seite der „neuen", mit der Forderung betr. Grammatik und Übersetzung aber noch ganz im Lager der „alten Methode", sie folgen der vermittelnden Methode, und wollten ihr folgen, um die Gegner zu versöhnen und sie auf einer mittleren Linie zu gemeinsamer Arbeit zu vereinigen. Leider übersahen dabei die Lehrpläne, daß es nicht nur die Methode war, was die Jungen von den Alten schied, sondern auch die Ziele, indem das Können über das bloße Wissen gestellt wurde. Genug, es wurden 1892/93 der alten Schönen, die man Grammatik nennt, einige neue Schleifen und Bänder — „Wortschatz", „Sprechübungen in jeder Stunde", „Ausbildung der Hörfertigkeit" — angehängt, um ihr eine Zeit lang die Herrschaft zu sichern. Und das ist bis jetzt wunderbar geglückt. Noch immer huldigen ihr aus verschiedenen Gründen große Scharen von Anhängern, mit denen die Behörden wohl oder übel rechnen müssen. Der Sturm der „Jungen" ist abgeschlagen. Es fehlt nur noch, daß der eben veröffentlichte Erlaß des preußischen Königs betr. das Englische an Gymnasien von den „alten" Methodikern durchgeführt wird, um das Schicksal der Pläne von 189-2/93 zu teilen. So wird mein „Beitrag" von selbst zu einer Kritik der vermittelnden Methode überhaupt. Da ich aber nicht nur die Fachgenossen, sondern auch das urteilsfähige Publikum, welches keine Fachzeitschriften liest und'keine Lehrerkonferenzen besucht, im Auge habe — denn es ist eine Frage, über deren prinzipielle Seite jeder Gebildete ein Urteil hat —, so dürften einige einleitende Bemerkungen am Platze sein. Die „Neue Methode" ist nur eine — wieder ausgegrabene — alte. Die früheren „Bürgerschulen" im weitesten Sinne dachten nicht daran, mit den Gymnasien konkurrieren zu wollen; mit dem Betrieb des Französischen und (seit etwa 1840) Englischen verfolgten sie lediglich praktische Zwecke; an den Gelehrtenschulen wurde das Französische als Anhängsel des Lateinischen behandelt; es erfüllte seinen Zweck, wenn der Primaner einen leichten Prosatext ohne, einen Dichter mit Vorbereitung übersetzen konnte. Die allmähliche Heraushebung der jetzigen 6 klassigen Bürgerschule d. h. der „Eealschule" aus der Gruppe der dem mittleren Erwerbsstand dienenden Schulen ergab sich als Folge des Einjährig-Freiwilligen-Dienstes, zu dem die Absolvierung der Eealschule berechtigt. Heute steht diese Eealschule — nach Ausscheidung jeder alten Sprache — mit ihrem in sich abgeschlossenen Lehrziel, ihrer straffen inneren, wie äußeren Organisation, vor uns wie ein mächtiger Bau, der unseren staatlichen Bedürfnissen noch auf lange Zeit entsprechen dürfte und von den anderen Kulturstaaten als ein Ideal bewundert wird, das man mit allen Kräften zu erreichen strebt. Den beiden neueren Sprachen wurde in ihrem Lehrplan eine bedeutsame Stellung angewiesen; aber da die Eealschule keine Fachschule sein, sondern eine allgemeine mittlere Bildung vermitteln soll, so mußte die Methodik des neusprachlichen Unterrichts erst noch gefunden werden: ein anerkanntes Lehrverfahren gab es noch nicht. Die allmählich in größerer Zahl geschaffenen Lehrstühle an den Universitäten lieferten — in nicht gleich ausreichender Menge — vorwiegend Lehrer, welche viel von der Wissenschaft verstanden, von der praktischen Sprache wenig. Der Unterricht mußte — 6 also zunächst Philologen, Theologen, Mathematikern (oder Nichtakademikern) überlassen werden, welche die Methodik der alten Sprachen einfach auf die neueren übertrugen. Diese Richtung erhielt wesentliche Verstärkung durch das Streben des Realgymnasiums (Realschule I. Ordnung) nach Gleichberechtigung mit der Gelehrtenschule; die Forderung wurde durch den Nachweis der Gleichwertigkeit des Bildungsganges begründet; der Nachweis schien aber nur durch die „wissenschaftliche" Behandlung des Französischen (als Modern- Latein) und des Englischen (als Modern-Griechisch) erbracht werden zu können. Unter wissenschaftlich wurde natürlich grammatisch verstanden; der breite Strom der lebenden Sprachen als Reflex eines mächtig dahinfließenden Kulturlebens wurde in das enge Bett der Wissenschaftlichkeit gezwängt, um das Hauptziel zu erreichen: die Anerkennung der Reife für die Universität. Da aber in Bezug auf die Vorbildung, Qualifikation und Anstellung der Neusprachler für die höhere und mittlere Realschule ein Unterschied nicht gemacht werden kann noch darf, so wurde auch für die letztere das „wissenschaftliche Verfahren" vorbildlich. Von Sprechen und Schreiben der lebenden Sprachen war kaum noch die Rede; man plätscherte gemütlich im Fahrwasser der altsprachlichen Methodik, langweilte sich und die Schüler mit „Übersetzungen ins Französische auf allen Stufen", fand Trost in der undefinierbaren „formalen" oder „sprachlich-logischen Bildung," bis zu Anfang der 80er Jahre Professor Vietor-Marburg, der noch heute an der Spitze der Reformbewegung steht, diese durch den Weckruf: Quousque tandem! einleitete, stark beeinflußt freilich durch Perthes, welcher bereits für eine ähnliche Reform des lateinischen Unterrichts eingetreten war, die hier nicht näher zu erörtern ist. Um Vietor sammelte sich bald eine größere Zahl von Schulmännern, welche den Kampf gegen die „grammatische Methode" rücksichtslos aufnahmen. Es bildeten sich neuphilologische Vereine (in Hamburg 1883), die sich 1886 zu dem Verband der deutschen neuphilologischen Lehrerschaft (1896 in Hamburg) zusammenschlössen. Seinem immer entschiedeneren Drängen auf Einführung der „Reform" wurde durch die preußischen Lehrpläne von — 7 - 1892 Rechnung getragen. Diese wurden 1893 an den Hamburger Kealschulen eingeführt, wie sie auch im übrigen Deutschland maßgebend geworden sind. Diese Lehrpläne brachten uns also die vermittelnde Methode. Warum und wie diese sich, besonders in Folge der Forderungen für das Einjährigen-Examen, rückwärts entwickeln mußte, habe ich an einer andern Stelle gezeigt 1 ); ihre Vorwärtsentwickelung in den oberen Klassen, zunächst der Oberrealschule, zeigen die von den preußischen wesentlich abweichenden Bestimmungen für die hamburgische Abiturientenprüfung. 2 ) Ich möchte nun zu dem Ausbau der Realschule mein Scherflein beitragen, und zwar an einer Stelle, wo die „Reform" bis jetzt wenig oder gar nicht gearbeitet hat; ich meine das Vokabellernen auf der unteren Stufe, weil ich darin gewissermaßen das Gerippe des ganzen Unterrichts erblicke. Die Reformmethode geht von dem Grundsatz aus, daß eine fremde Sprache „direkt" zu lernen ist, in der Weise wie die Muttersprache gelernt wird; unzweifelhaft richtig ist dieser Grundsatz bei dem Unterricht, der als erster fremdsprachlicher in jungen Jahren (bei uns mit neun) anfängt und in den ersten Jahren mit einer sehr großen Stundenzahl bedacht ist, und das ist bis jetzt das Französische. Das Kind fängt in der Muttersprache an mit dem Verstehen und Nachahmen von Lauten, dann Wörtern; das erste Verstehen ist Wiedererkennen; das Wort weckt diebetreffende Idee; was ihm sonst noch beigegeben, ist nicht von Belang. 3 ) Selbst Erwachsene achten in der gewöhnlichen Unterhaltung fast nur auf das entscheidende Wort, weniger auf seine Nebenbeziehungen oder sein grammatisches Beiwerk; im fremden Lande erfolgt die Verständigung zunächst nur auf diesem Wege. Für die nächsten Zwecke reicht also das Können ') Vergl. meinen Vortrag auf der Allgemeinen Philologen-Versammlung in Bremen IS99. -) Vergl. die Begründung und Diskussion meiner „Thesen" auf den Neuphilologentagen in Wien (1898) und Leipzig (1900). 3 ) Vergl. Canto one: Boy, Gun, Joy, Fun. Canto two: Gun, Bust, Boy, Dust. d. h. das Sprechen und Verstehen der notwendigsten Vokabeln völlig aus. Wer nomen und verbum in der primitivsten Form wiedererkennt, versteht, wer sie anwenden kann, spricht; damit ist die erste Unterhaltung möglich; sie braucht in der fremden Sprache nicht gewandter zu sein, als man es auf der entsprechenden Stufe in der Muttersprache erwartet; die Hauptsache aber ist, daß man in dem natürlichen Gedankenbereich des Knaben bleibt. Man hält also von vornherein den Schüler dazu an, seine Fragen, Antworten, Mitteilungen in die fremde Sprache zu kleiden; mag die Form noch so elementar sein. Einstweilen ist die Hauptsache, daß er überhaupt spricht, nicht wie er spricht; man darf die Scheu, fremde Worte zu gebrauchen, nicht aufkommen lassen, sonst ist das Spiel für lange Zeit verloren. Darum muß der Anfänger zuerst in seiner unmittelbaren Umgebung heimisch gemacht werden, das ist aber das Klassenzimmer mit seinem lebenden und toten Material, also mit Konkretem, mit dem, was sich zeigen oder darstellen läßt; nur so läßt sich die deutsche Benennung umgehen; denn das Ding soll ohne Vermittlung der Muttersprache direkt mit dem fremden Namen genannt werden, nicht auf dem Umwege der Übersetzung. Dieses Verfahren ist keineswegs neu; aber viele Lehrer, die im Übrigen für die Reform sind, wollen nicht den Grundsatz anerkennen, daß man die Muttersprache von vornherein möglichst aus dem Unterricht verbannen soll; nur durch ein konsequentes Befolgen dieses Grundsatzes kann das Hauptziel dieses Unterrichts erreicht werden. Man wendet ein, daß so Manches im fremden Idiom garnicht klargemacht werden kann oder gar zu viel Zeit in Anspruch nimmt; aber was sich nicht in kurzer, knapper Form allgemeinverständlich vortragen oder behandeln läßt, gehört eben nicht in den Anfangs-Unterricht. Diese Auffassung kann allein die sichere Direktive für das bieten, was den Unterrichtsstoff bilden muß; sie ist entscheidend auch für das Maß des grammatischen Stoffes. Freilich erfordert dieses Verfahren eine ganz besonders sorgfältige Vorbereitung von Seiten des Lehrers gerade auf der untersten Stufe. Man muß sich davor hüten, zu viel zu geben oder gar sein Licht leuchten zu lassen. Die Fortschritte tt v4*' — 9 V^ können nur sehr langsam sein; denn der Lehrer hat nicht nur auf die spontane Verwendung des fremden Idioms hinzuarbeiten, sondern auch noch lange auf die korrekte Wiedergabe der Laute an sich und im Zusammenhang zu achten. Im ersten Vierteljahr wird zum Lesen und Schreiben nur die Wandtafel benutzt, die auch später noch eine große Eolle spielt; ob Lautschrift oder gewöhnliche Schrift zu wählen sei, kann hier unerörtert bleiben, auch, wie die elementare Formenlehre in den Unterricht eingeführt wird. Dagegen werden die — noch nicht durch Druck oder eigenes Niederschreiben fixierten — Vokabeln bereits als Musterwörter für die Einübung der Laute verwendet. Daß das leicht durchführbar ist, lehrt die Erfahrung. Von den in unsern Lehrplänen geforderten „Leseübungen" ist natürlich, weil die Schüler noch keinen gedruckten Text haben, abzusehen. Etwa nach sechs Wochen erfolgt die erste Eintragung der Vokabeln von der Tafel und zwar, da sie längst durch beständigen Gebrauch bekannt sind, ohne die deutsche Bedeutung und nach den vom Lehrer beliebten Gruppen; es wird Raum gelassen für weitere Eintragungen; die Spalte für das deutsche Wort bleibt einstweilen unbeschrieben. Das Selbsteintragen des fremden Wortes hat auch als orthographische Übung seinen Wert; das eventuelle Eintragen der Bedeutung mag später als Hausaufgabe behandelt werden. Die systematische Erweiterung des Wortschatzes kann auf die mannigfachste Weise erfolgen, durch Bilder, Karten, Gegenstände, oder auf reflektivem Wege. Wenn wir uns nur darüber einig sind, daß in den ersten Jahren von fest zu wissenden und von allen Schülern gewußten Vokabeln nur die in Frage kommen, welche aus der nächsten und näheren Umgebung auf irgend eine Weise sinnlich wahrnehmbar oder darstellbar sind; davon sind naheliegende Adverbia und Wendungen nicht ausgeschlossen. Man wird es mir erlassen, für Semester und Jahr anzugeben, welche Wörter im einzelnen zu lernen und bei der Versetzung als bekannt und geläufig nachzuweisen sind. An den Anstalten wird man einen derartigen Kanon leicht 10 zusammenstellen können; er wird nach meiner Überzeugung in der Hauptsache immer auf das hinauskommen, was in dem zum Schluß gegebenen Vokabular geboten wird. Denn dieses enthält das Vokabelmaterial, welches im Laufe der drei ersten Jahre aus der Praxis des Unterrichts selbst herausgewachsen ist; und man wird einräumen, daß es auch, was die Menge angeht, ausreichend ist. In diesem Zusammenhange komme ich auf die Lektüre, wo ich im Interesse der „Methode" wieder etwas weiter ausholen muß. Die regelmäßige Lektüre möchte ich — abgesehen von möglichst einfachem, meist poetischem Memorierstoff — nicht vor dem Beginn des 2. Vierteljahres angefangen sehen. Ich will vor der Hand von ihrer systematischen Ausbeutung zur Bereicherung des Sprachschatzes oder gar der grammatischen Kenntnisse nichts wissen. Ehe die Schüler das Lesebuch in die Hand bekommen, ist in Verbindung mit den Vokabeln die Formenlehre bereits praktisch eingeprägt, natürlich ohne Vermittlung des Deutschen und mit Verwendung der alier- notwendigsten französischen Terminologie durch den Lehrer. Die Vorbereitung auf das Lesestück — Poesie oder Prosa — erfolgt an der Tafel; die Hauptbegriffswörter, an denen die Erzählung oder Schilderung hängt; erscheinen zuerst an der Tafel, ihre Bedeutung wird — möglichst mit Vermeidung des deutschen Wortes — zum „direkten" Bewußtsein gebracht, dann wird der Text in der Weise vorgelesen, daß alle Schwierigkeiten beim Verstehen umschrieben oder durch verständliche Wendungen ersetzt werden; endlich kurze Fragen gestellt, aus deren Beantwortung zu sehen, daß inhaltlich alles verstanden ist; dann erst werden die Bücher -geöffnet. Die weitere Behandlung ergiebt sich von selbst, besonders was korrektes und sinngemäßes Lesen angeht. Will man selbst vorübersetzen und dann nachübersetzen lassen, so mag man es thun; aber nicht eher, als das Stück — soweit es sich überhaupt dazu eignet — mit und von den Schülern auf die verschiedenste Weise umgewandelt ist. Bei manchen Lesestücken kann indessen die Übersetzung direkt von Schaden sein; in keinem Falle darf sie verzerrtes 11 — oder unidiomatisches Deutsch bieten. Doch darüber ist hier nicht zu streiten. Mir kommt es hauptsächlich darauf an, den Schüler schnell zum wirklichen „Lesen" zu bringen; die Analyse des Satzes ist nur Mittel zum Zweck. Wenn er endlich ein so als G-anzes behandeltes und verstandenes Stück lautlich korrekt und mit richtiger Betonung zu lesen versteht, so ist das immerhin eine Leistung, auf die er stolz sein kann, und die mir als Zielleistung höher zu stehen scheint, als eine Übersetzung. Die Verarbeitung zu schriftlichen Umformungen und Reproduktionen, vor allem auch zu freien Diktaten schließt sich bequem daran an. Soll nun aber das bei der Lektüre vorkommende neue Vokabelmaterial auch in den eisernen Bestand aufgenommen werden? — Durchaus nicht. Das würde zu einer unleidlichen Beschränkung und Festlegung der Lektüre auf den einzelnen Stufen führen. Thatsächlich aber bietet jede verständig ausgewählte Lektüre Gelegenheit zur Gewinnung des erst für Quarta anzusetzenden Wortschatzes an Abstrakten; dazu rechne ich die alltäglichen abstrakten Hauptwörter, die weniger sinnfälligen, gangbaren Adjektiva, weitere Adverbia und Wendungen; auszuschließen sind noch aus dieser Gruppe die Vokabeln, welche sich nicht mit Einem Äquivalent decken, sondern je nach ihren Verbindungen verschiedenen Begriffen in der Muttersprache entsprechen. Schon in Quinta lassen sich zwischen Verben, Adjektiven und Substantiven Ableitungsreihen nach verschiedenen Richtungen herstellen, ich will nicht sagen Etymologien, wenigstens keine systematischen. Solche Übungen, die auch wieder hauptsächlich an der Tafel vorzunehmen sind, bieten auch den Vorteil, die Unregelmäßigkeiten der Bildung des Femininums und des Verbums in praktischen Zusammenhang zu bringen, während andererseits mit den bekannten (oder gelegentlich vorgekommenen) Vokabeln zur Erweiterung des Substantivs durch Adjektiva und beider zu Sätzen in einer Weise angeregt wird, die eine sehr lebhafte Beteiligung von Seiten aller Schüler findet. Auch die unregelmäßigen Verba, die natürlich schon in der Sexta- und Quinta - Lektüre „vorgekommen" 12 sind, werden in der Quarta zunächst als Vokabeln aus der Lektüre genommen und nach den Gruppen ir, re (oir) eingetragen, aber nur in der Form des Infinitivs. Eine systematische Behandlung derselben vor dem 5. Halbjahre ist grundsätzlich abzuweisen; sie führt nur zur Verwirrung. Die Aneignung erfolgt sicherer zunächst durch Umformungen und mündliche Übungen, auch durch Zusammenstellungen übereinstimmender Formen an der Tafel; jedenfalls lehrt die Erfahrung, daß im Quartajahre die Hauptformen — vom Subjonctif ist ja noch kaum die- Eede gewesen — fest angeeignet werden können, wenn auch der Einfluß der er-Konjugation einmal Formen wie prenderent, mettrant oder fairämes zu Tage fördert. Nur wenn dieses durch praktische Übung und Gewöhnung erreicht worden, ist eine systematische Behandlung am Platz, weil von Interesse; sie muß sogar — etwa im 7. Halbjahre — einsetzen (möglichst auf lautlicher Grundlage), da ja auf die dauernde und bewußte Aneignung unter keinen Umständen verzichtet werden kann noch soll. Die Präpositionen und Konjunktionen auf der Unterstufe, wie es in den „Lehrplänen" verlangt wird, in einer systematischen Form zu treiben, kann natürlich nicht empfohlen werden; sie finden im Vokabular keinen Platz, da ihre selbstständige Verwendung für die Praxis erst später in Frage kommt. Die Präpositionen lassen sich sämtlich durch Anschauung oder Darstellung — also ohne deutsch! — ohne Mühe einprägen; die weitere Entwickelung von der — darstellbaren — lokalen Grundbedeutung zur temporalen oder gar zur figürlichen gehört nicht auf die Unterstufe; das schließt natürlich nicht die Möglichkeit aus, gelegentlich in der Lektüre auf diese Entwickelung hinzuweisen; aber gegen das „Abfragen" derselben sprechen um so wichtigere Bedenken, als gerade bei den gewöhnlichsten „Verhältniß- wörtern" dies lokale Grundverhältnis wohl durch eine Geste oder durch einen kurzen Satz anschaulich zu machen ist, nicht aber durch Ein Äquivalent der Muttersprache. Sind sie durch sinnliche Auffassung angeeignet, dann ist die natürliche Grundlage gelegt für das leichtere und schnellere Eindringen in das große sprachliche Gebiet, auf dem die Präposition eine entscheidende Rolle spielt. 13 Die Kenntnis der Konjunktionen wird nach der ganzen Anlage des Unterrichts nicht verlangt; sie brauchen nur für das Verständnis der Lektüre geläufig zu sein. Die selbständige Benutzung zur Satzbildung liegt dem Knaben noch viel zu fern, und dazu würde die Schwierigkeit mit dem Subjonctif kommen, der für das junge Volk in der Praxis noch Kaviar ist. Damit würde auch die Bestimmung der Satzarten wegfallen, wie man sie oft schon in der Quarta der Gymnasien betreibt. Man soll eben nicht vor der Zeit auf einen „gelehrten" Stil hinarbeiten und nicht künstlich eine Vorstellungsweise herausarbeiten wollen, welche dem Erfassen- und Nachahmen des Schlichten und Natürlichen hinderlich ist. Vor dem 4. Jahre soll außer dem Lesebuch nichts Gedrucktes in den Händen des Schülers sein. Das Lesebuch kann oft wochenlang ganz in der Schule bleiben, auch das Vokabelheftchen. Ich halte für die Unterstufe sehr wenig von dem, was man „Präparation" nennt. Der Unterricht ist alles. Es ist nicht die Aufgabe des Neusprachlers, zu dem Quantum beizutragen, durch welches oft das Elternhaus die „wilden Bangen" beschäftigt zu sehen verlangt. Diese müssen schon weiter sein, ehe man von der Arbeit zu Hause für die ganze Entwickelung und für das betreffende Fach wirklichen Erfolg erwarten kann. Zu dieser häuslichen Thätigkeit kommt es früh genug. Ich muß mich für andere Fächer der unteren Klassen des Urteils enthalten. Aber für eine „lebende" Sprache, deren Aneignung zunächst durch Nachahmung, durch Ohr und Auge erfolgt, ist alle Präparation auf etwaiges Auswendiglernen zu beschränken, und auch das wird hauptsächlich nur eine häusliche Eevision des in der Klasse Gelernten sein können. Um keinen Preis die Vielschreiberei! Fangen wir erst an, uns auf den Hausfleiß zu verlassen und dafür Beweise in Form von „Schriftlichem" zu verlangen, dann sind wir schon auf der schiefen Ebene. Wenn regelmäßige Hausarbeit später nötig wird, dann sollen die Knaben bereits so angeleitet, meinetwegen so gegängelt sein, daß bei der Arbeit daheim auch etwas herauskommt. Alle „Muß Vokabeln" sind demnach in einem bestimmten Zusammenhange vorgekommen, in dem lebendigen Konnex des Schullebens, durch die Anschauung oder einen dem Alter — 14 durchaus entsprechenden Lesestoff; manches Wort fällt nebenbei ab und wird zum Kapital geschlagen, bildet aber keinen Teil des festen, immer wieder zu kontrollierenden Bestandes. Die Systematik des Vorgehens erhöht eben die Aufnahmefähigkeit und Aufnahmefreudigkeit, die Kontrolle aber läßt sich, wie schon angedeutet, auf die mannigfachste Weise, schriftlich wie mündlich, handhaben und in einer die Thätigkeit der ganzen Klasse lebhaft anregenden Weise. Für den Lehrer ist es von der größten Bedeutung, in jedem Stadium des Unterrichts zu wissen, auf welchen Bestand an Vokabeln er mit Bestimmtheit rechnen kann; denn kaum etwas anderes ist für den flotten sprachlichen Betrieb hinderlicher, als wenn das Material fehlt oder unsicher ist. Die Vokabeln sind, was die Kohlen für die Industrie sind. Die Selbstgewißheit ist für den produzierenden Schüler von nicht geringem Werte; sie bringt ihm auch einen moralischen Gewinn; denn er weiß, was er weiß, und — jeder Schüler weiß es, auch der minderbegabte. Und hierin darf man endlich einen Vorteil ganz besonderer Art erblicken, den ich den schulpädagogischen nennen möchte. Macht einem Schüler das Erfassen der sprachlichen Form oder die Ausnutzung des AVortschatzes in der Eede Schwierigkeiten, so bleibt er doch im Zusammenhang des Unterrichts; auch er wird gefördert und zwar nach der Seite, wo ja einstweilen noch der Schwerpunkt des Unterrichts liegt. Denn er versteht den Lehrer und das, was ihm stofflich geboten wird. Man kann ihn also auch eher versetzen, es weiter mit ihm riskieren und abwarten, ob nicht die Erleuchtung, die Gewandtheit in der höheren Klasse kommt, genau so wie im deutschen Unterricht, wo man bei der Versetzung auch oft fünf gerade sein läßt. Das Französische wird in den späteren Klassen noch schwierig genug. Aber wir sollen uns hüten, es in den Unterklassen nach Weise des Lateinischen zum fast ausschließlichen Kriterium der Begabung zu machen oder durch allzufrülie Betonung des „formalen" Gesichtspunktes so manchem sonst gilt veranlagten Knaben die Freude an dem Fache und an der Sache und damit oft die ganze Schulkarriere zu verderben. Es ist doch thatsächlich so, daß viele — 15 - Schüler, die einen deutschen Satz fehlerlos und fließend ins Französische übersetzen können, über diese Kleinarbeit nicht hinwegkommen und unfähig bleiben oder werden, sich in dem Strom der lebenden Sprache frei zu bewegen. Und welche Fülle anregender, leichter und idiomatischer. Lektüre läßt sich im Französischen bereits dem eben 9 jährigen Knaben bieten! Welche Vorzüge vor den zurechtgestutzten Einzelsätzen und den der kindlichen Gedankensphäre meist fremden Geschichten der lateinischen Übungsbücher, wo die Schwierigkeit der Form von der des Inhaltes oft noch übertroffen wird und so mancher sonst gescheute Junge zu Falle kommt! Für den Sextaner schon ist das Französische keine Welt, in der man sich langweilt. Nur quäle man ihn nicht unnötig mit der Form und mit allerhand häuslichen „Präparationen", sondern lasse ihn frisch genießen. Dabei entwickelt er sich normal; denn seine natürlichen Neigungen und Fähigkeiten werden in Anspruch genommen. Immer aber bleibt es in diesen ersten Jahren das Wort, worauf es ankommt, als der Träger, meist auch als die Summe des Geschauten, des Vorgestellten, des Erlebten. In diesem Sinne möchte ich also behaupten, daß das Hinarbeiten auf die Gewinnung eines festen Wortschatzes unter den Zielen des französischen Unterrichts der ersten drei Jahre vor anstehen muß. Es wäre nun noch die Frage zu erörtern, ob dieses Ziel nicht auch nach der vermittelnden Methode oder neben, vielleicht auch trotz derselben zu erreichen ist. Ich halte es für unmöglich. Nehmen wir als Typus dieser Methode den an den Hamburger Kealschulen eingeführten „Lehrgang der französischen Sprache" von Plattner, „Erster Teil". Das Buch ist nach den mit den preußischen Lehrplänen von 1892 gegebenen Anweisungen an sich geschickt und sorgfältig gearbeitet. Wesentlich einer Anregung von Hamburg aus folgend, haben die neueren Auflagen in „Leseübungen" und „Sprechübungen" einen Anlauf zur direkten Methode genommen, mit dem sich immerhin schon etwas anfangen ließe. Leider werden selbst diese sehr bald in den Dienst der „sprachlich-logischen Schulung" gezwängt, der zunächst ■ 16 mal zwei oder drei schöne Jahre geopfert werden. Die Fahrt durch die Wüste beginnt. Hier und da eine Oase, aber es ist meist eine Fata morgana. Denn selbst der sehr wenigen Lesestücke, die dem Schüler geistig nahe liegen, wird er nicht froh, da es hauptsächlich auf ihre Ausschlachtung zu grammatischen Zwecken ankommt, als wollte man ihn durchaus nicht zum Genuß kommen lassen; und die französischen Gedichte am Ende sind eigentlich erst für Quartaner! Bei Plattner arbeitet eben alles auf das „Theme" hin; daneben ist keine Zeit für andere Dinge, keines der Lesestücke kann überschlagen werden, auch kaum eine der Übersetzungsübungen in ihrem bunten Durcheinander von Anekdoten, Fabeln und Witzen, deren Pointen kaum erkannt werden, mit ihrer jede geistige Konzentration ausschließenden Mannichfaltigkeit und Zerrissenheit. Es ist als wenn auch im Französischen dem Knaben so recht nachdrücklich beigebracht werden sollte, der Inhalt sei gleichgültig, wenn nur die Form geübt, wenn nur übersetzt werde. Und der Knabe ist sehr gelehrig. Wie laiige dauert es, und er hört überhaupt auf, sich etwas beim Lesen zu denken. Nummer für Nummer wird mechanisch durchgearbeitet, bis die Kegeln „sitzen"; für die praktische Anwendung ist natürlich bitter wenig gewonnen. Auch der geweckteste Knabe wird darüber leicht zur Schlafmütze und der Lehrer — ach, wie soll er in diese öde Pilgerfahrt Abwechslung bringen! Je tüchtiger er ist, desto schlimmer. Aber es soll ein Wortschatz angeeignet werden! Wie ist bei solcher Einrichtung eines Buches, das keinen Schritt vom Wege gestattet, eine Gruppierung, eine „planmäßige Erweiterung" möglich? — Bei Plattner zwingt die Übersetzungsmethode eigentlich zur Aneignung aller „vorkommenden", in der „Präparation" geAvissenhaft verzeichneten, obendrein in zwei Wörterbüchern besonders gebotenen Vokabeln; sonst ist des Suchens kein Ende. Ich habe in der Präparation für die 25 ersten Lektionen (der Sexta) etwa 500 Wörter gefunden, die man als selbstständige bezeichnen kann. Ich muß es mir versagen, die übrigen Vokabeln zu charakterisieren, u. a. darauf hinzuweisen, daß bis zuletzt die einfachsten Formen der Grammatik (zum Teil in beständiger Wiederholung) mit der deutschen 17 Bedeutung' aufgeführt werden; das ließe sich ja ändern durch Massenstreichung: aber von den 500 gehört kaum die Hälfte in die Sexta, weil kaum die Hälfte der Lesestücke, für welche die „Präparation" gearbeitet ist, in die Sexta gehört. Die andere Hälfte aber lohnt kaum eine Gruppierung. Der brauchbare Wortschatz ist also nicht nur sehr gering, sondern auch kaum assimilierbar; und die große Zahl der Wörter, die sich fast von selbst darbieten, die wie das Geld auf der Straße liegen, bleibt ihm fremd: Man führt ihm etwas ziemlich Wertloses zu und enthält ihm das vor, was ihm gebührt. Es überwiegt der Ballast. Ähnlich steht es bei Plattner mit dem Pensum der Quinta und Quarta. Alles konzentriert sich thatsächlich um die Grammatik, für das Eindringen in die Sprache auf natürlichem Wege bietet eben die vermittelnde Methode keine Möglichkeit. Diejenigen aber irren, welche glauben, daß bei der direkten Methode schließlich nicht dieselbe grammatische Sicherheit erreicht werden könnte, oder daß die „sprachlich-logische Schulung" nur auf dem Wege der Übersetzung möglich ist. Das muß zum Schlüsse ausdrücklich konstatiert werden. Die Begründung dieses durch vielseitige Erfahrungen bestätigten Satzes würde aber ebenso aus dem Eahmen dieser Arbeit herausfallen, wie eine Behandlung des Wortschatzes auf der mittleren und höheren Stufe. Das Vokabular. Als Abschluß der im Obigen entwickelten Methode der Vokabelaneignung lasse ich nach Voranstellung der Gruppen diejenigen Wörter abdrucken, welche sich mir in der Praxis als eiserner Bestand für die ganze Unterstufe empfohlen haben. Daß eine Reihe von Wörtern ebenso gut auch andern Gruppen zugeteilt werden können, räume ich gern ein. Die Anstalten entscheiden, wie sie die Gruppen und Vokabeln für ihre Zwecke auf jede der drei Unterklassen verteilen wollen, so daß ihre Kenntnis bei der Versetzung 0. R. u. R. S. V. d. Holstenthore. 1901. 9 18 — nachzuweisen ist. Da aber alle aus dem Unterricht hervorgehen und vom Schüler selbst eingetragen werden, so ist innerhalb der Gesamtzahl die freieste Bewegung möglich. Für das 4. Betriebsjahr ist aber die Kenntnis aller Voraussetzung; die Gesamtzahl wäre zu diesem Zwecke durch den Druck (mit deutscher Bedeutung) zu vervielfältigen, um in zuverlässiger Fassung auch zur Verfügung der Schüler zu stehen, zu Bepetitionen für Neuhinzutretende, Kranke etc. Man sollte jedoch diesen Druck so einrichten, daß das Material erweitert und neue Gruppen hinzugefügt werden können. Die Zahl der folgenden Vocabeln beträgt — ohne die „Termes de Grammaire" — r.und 1400. Petit Vocabulaire. Table des Matieres. 1) Le Corps humain. 2) Habillement. 3) En Classe. 4) La Chambre. 5) La Maison. 6) La Vffle. 7) La Nature. 8) Jardin, Arbres et Plantes. 9) Aliments et Boissons. 10) Animaux. 11) La Familie. 12) Professions et Industries. 13) Le Temps. 14) Adjectifs. 15) Adverbes et Locutions adverbiales. 16) Verb es. 17) Termes abstraits. 18) Noms de Pays. Termes de Granimaire. 2* 1) Le Corps humain la barbe la figure une oreille la bouche le front la paume le bras le genou la paupiere le cadavre la gorge la peau le cerveau la hanche le pied la chair la jambe le poing les cheveux la joue la poitrine le coeur la langue le pouce le cote la lanne le pouls le cou la levre le poumon le coucle la mächoire la respiration le cräne la main la taille la cuisse le membre le talon la dent le menton la tete le doigt le nez le tronc le dos la nuque le ventre une epaule un oeil le visage un estomac un ongle la voix 2) Habillement un anneau la blouse la boutonniere le bas la bourse la botte le bäton le bouton la brosse 21 le canif la canne la casquette le chapeau la chemise le col la courroie la cravate le cuir le deuü le drap le faux-col le gant le gilet mi habit la jaquette la laine - le linge la manche la manchette le manteau la montre le mouchoir le pantalon la pantoufle le paquet le parapluie le parasol le pardessus le patin le peigne la piece le porte-monnaie la robe le sabot le savon la serviette la soie le soulier la toile le velours le vetement le cahier le brouillon la copie le corrige la dictee l'ecriture f. la ligne la marge le p. buvard le theme le calcul l'addition f. le ehiffre la division la fraction la moitie 3) En Classe la multiplication le nombre la partie le probleme le reste le resultat la somme la soustraotion la carte murale le carton le certiflcat la craie le crayon les devoirs la dictee de l'encre f. un encrier une enveloppe une eponge la gomme la grammaire une image la legon -d'allemand -de chant -de dessin -de geographie -de gymnastique -d'histoire -de religion 22 la lecture le livre la chanson un en-tete la fable la lettre la page le poeme le proverbe la question la repcmse la traduction la perclie la phrase la ceclille la consoime la division le mot la Iiaison le point la syllabe le trait d'umoii la virgule le vocable la voyelle la place la plume le plumier le porte-plume le rang la recreation la regle le sac le tableau noir une armoire une allumette une assiette la balance le banc le berceau la bouteille le bouclion la bougie le bureau la cage la carafe la chaise la chandelle la chaudiere les ciseaux la clef 4) La Chambre le clou le coin la commode le couteau le couvercle le couvert la couverture le crachoir la cruche la cuiller la cuisine une ecuelle une estrade le fauteuü le feu la flcelle la flamme la fourchette la glace la lampe le lavabo la lime le lit le marteau le matelas le meuble le mur la nappe le panier le papier peint le piano le placard le plafond la planche 23 le planclier le salon le tiroir le plat le sofa le trou le poele le störe le vase le pot la table le yeri-e la porcelaine le tableau le verrou le pupitre le tapis la vitre la salle la tasse 5) La Maison l'ardoise f. une enclume la muraille un atelier un entresol le palier le balcon un escalier le paratonnerre la brique une etable le perron le cabinet un etage la piece la cave la fagade la porte la cliarpente la fenetre la rampe la cheminee le foyer le rez-de-chaussee les combles m. la gouttiere le seuil le comptoir la grange la sonnette le corridor le grenier le toit la cour la magonnerie la tuile le decrottoir la mansarde le vestibule une ecurie la marclie 6) La ViUe une afftche la boite aux 1. la capitale tine • allee la boue la caserne une aiiberge la bourse le chäteau le bateau la boutique le chemin de feila bicyclette le bruit le cirque 24 le clocher la colonne la dalle une ecole un edifice une eglise les environs m. une etincelle le faubourg le fiacre la forge le fouet la gare un habitant une horloge un hötel l'liotel de ville un höpital un incendie le landau la lanterne la lettre le magasin la marchandise le marche le monument le musee la musique le palais (de justice) le pave la place la police le port la poste le poteau la prison la promenade le puits le reverbere la roue le nie le theätre la tour le traineau le tramway le trottoir la ville natale la voiture un affluent l'argent m. l'aurore le bassin le ble le brouillard le champ la chaussee le chemin le ciel la colline la couleur 7) La Nature le cuivre le desert le detour l'eau f. l'embouchure f. un eclair l'est un etang une etoile le fer la ferme le fleuve la fontaine la forgt le fosse la fumee la glace le glacier 1'horizon m. la lune le marbre la mer le metal la moisson 25 le moncle la montagne la neige le nord le nuage un ocean une ombre l'or m. un orage l'ouest le petrole la pierre la plaine le plomb la pluie le pont la poussiere la prairie le pre le rayon la rive le rivage la riviere la rosee la route le ruisseau le söl le soleil la source le sud la tempete la terre le tonneau le tonnerre la vapeur le village le, voyage la vue un abricot une amande un arbre une asperge le bois le bosquet le bouquet le bouleau la branche le buisson la carotte la cerise le diene le chou le citron 8) Jardin, Arbres le concombre le coton la date une epine la feuille la flgue la fleur le foin la fraise le fruit le fruitier le gazon le geranium le grain la groseille et Plantes le baricot l'herbe f. le hetre la jacinthe le jardin le laurier les legumes m. la lentille le lierre le lis le macaron la marguerite le melon le muguet le narcisse 26 — le nid les petits-pois la rhubarbe la noisette le peuplier la rose la noix le pin la salade im oeillet la plante le sapin im oignon le platane le saule une orange la poire le tabac un orme la pomme le tilleul la paille la pomme de terre la tulipe la pecbe la prune la violette la pensee la racine la perce-neige le raisin 9) Aliments et Boissons le beurre le fromage le iiz la beurree 1'huile f. le röti la biere le jambon la sauce le bonbon le lait le saucisson le cafe le lard le sei la canelle le miel la soupe le chocolat le morceau le sucre le bouillon la moutarde le the la confiture un oeuf la tranche la creme une omelette la viande la croüte le pain le vin le dessert le poivre le vinaigre l'eau-de-vie le potage la volaille 10) Animaux une abeille un aigle une alouette un agneau une aile un äne 27 une araignee la baieine la bete le bceuf la brebis le canard la carpe le cerf le cliameau le chamois le cliat le cheval la chevre le cliien la cigogne le cochon le coleoptere le colimagon le coq la coquille le corbeau la Corneille le coucou le crapaud la crevette le crocodile le cygne une ecrevisse un elephant un etourneau la founni la girafe la grenouille le hanneton le hareng une hirondelle le hibou le homard une liuitre im inse'cte la jument le lapin le lievre le lion le loup la meute le moineau la mouche le moutoii une oie im oiseau un ours e papillon e perroquet e pigeon e poisson a poularde a poule a queue e rat e renard e rossignol e saumon e serpent e singe a souris e taureau e tigre a tortue e troupeau a vache e veau e ver im anu le bebe le camarade 11) La Familie la compagnie le compagnon la connaissance le convive le cousin la cousine 28 — la dame le grand-pere le prenom un eleve un höte la servante im enfant maman le serviteur im ennemi madame N. la sceur la femme mademoiselle N. le surnom la Alle monsieur N. la tante le Als le neveu le veuf le frere la niece le vieillard le gamin un orphelin le voisin le gargon le parent la grand'mere , les petits-enfants 12) Professions et Industries ambassadeur empereur ouviier apprenti facteur patron architecte fermier paysan artisan forgeron peclieur aubergiste general peintre auteur imprimeur prince barbier jar dinier professeur berger laquais proviseur chai-pentier lieutenant ramoneur chasseur maQon relieur co eher marcliand roi concierge marin sergent de ville. condueteur mecanicien serrurier cordönnier medecin tailleur couvreur menuisier tapissier cuisinier meunier voyageur docteur musicien domestique ofneier 29 — 13) Le Temps un äge un instant le present un an le jöur le printenips une annee le jour de l'an le quart d'heure un anniversaire le lendemain le repas un apres-midi le matiu la saison un autonme le midi la seconde la date la lninuit la semaine le dejeuner la niinute le semestre la demi-heure le mois le siecle le diner le nioment le soir un ete Noel la soiree la fete la nuit le souper le futur Päques m. le trimestre une lieure le passe les vacances f. un liivei' la Pentecöte 14) Adjectifs la veille aigu celebre difflcile aimable cliaque doux applique chaud droit aveugle eher drole beau complet egal blanc content epais bleu court ennuyeux blond creux, excellent bon curieux facile brave dangereux faible brillant demi fameux brun dernier fidele 30 fier lourd quelque flu magnifique riebe fou maigre robuste frais malade l'ond froid mauvais rose gai mechant rouge gauche militaire roux gentil m ödeste rüde grand mort rase gras mür sage gris necessaire saint gros noir satisfait haut nombreux sec honnete obscur seul humain ouvert situe humide pale sür ignorant paresseux tendre innocent pauvi'e terrible inquiet petit timide intelligent pluvieux tranquille jaune poltron triste jeune poli vert joli possible vide joyeux pret vieux large prochain vif las profond vigoureux leger prompt voisin lent propre vrai libre public long pur 31 15) Adverbes et Locutions adverbiales ainsi dehors moins alors de ja ou - ou ä peine demain oü? ä peu pres de nouveau par cceur ä present derriere partout assez dessous peu au contraire dessus peu ä peu au dessous donc plus au dessus d'oü? point du tout aujourd'hui encore pourquoi au moins enfin presque aussi en meme temps puis aussitöt ensemble sans doute autrefois en vain surtout beaucoup une fois sans cela bien fort seulement bientöt hier tard cä et lä ici tot ou tard car lä-bas toujours cependant lä-haut tout ä coup combien loin tout de suite comment longtemps trop d'abord mal vite de bonne heure maintenant volontiers clebout mais 16) Verbes a. en — er aboyer acheter admirer accomp agner accroclier s'agenouiller 32 aider bouclier crever aiguiser bouger crier aimer bourdonner croasser aj outer boutoimer danser aller brocher dejeuner allonger broder dem eurer allumer brosser deranger s'amuser brüler deshabiller annoncer caclier dessiner appeler calculer deviner apporter caresser diner s'approcher casser diviser appuyer causer donner arracher cesser doubler s'arreter chanter durer arroser charger echapper arriver chasser eclairer attaclier cherclier ecouter attaquer chuchoter eloigner attraper ciaquer embrasser avaler Commander employer avancer commencer empörter babiller compter ennuyer baigner continuer s'enrhumer baisser corriger enseigner becher coucher entrainer begayer couler entrer beler couper envelopper bläuier couronner envoyer blesser cracher epeler 33 — essuyer laver peser etouffer lever pietiner etudier leclier pincer eveiller lier piquer feliciter mächer placer fermei' manger planter forger manquer pleurer former marcher plier fouiller mener porter fouler miauler se porter frapper monter posseder frotter moucher pousser fumer moiüller preparer gagner multiplier presenter garder murmurer presser geler nager preter gener negliger prier glisser nettoyer prononcer gfatter noyer proteger grimper ordonner prouver gronder oter quitter grogner oublier ramasser habiller parier ramper heurter parier raconter lnuier passer ranger imprimer patiner reciter inviter paver refuser jeter payer regarder jouer p eigner i'egner jurer percer relier O.-R. ti. R.-S. v. d. Holatenthoie. 1901. 34 remercier sedier tourner remuer secouer tousser rencontrer sembler trancher renfermer semer transpirer rentrer separer transporter renverser serrer travailler reparer siffler traverser repeter sonner trembler respirer souffler trouver rever souligner veiller risquer souper verser ronfler soupirer vider roucouler sucer visiter rouler taper voler saluer täter voler sauter tirer voyager sauver tomber se sauver toucher b. en — ir (punir) applaudir gi'ossir reunir bondir guerir reverdir clioisir hennir rougir etablir mugir saisir finir nourrii- vieillir franchir polir grandir remplir Irreguliers acquerir accourir cueillir courir parcourir accueillir 35 couvrir ouvrir appartenir decouvrir partir retenir dormir sentir venir s'endormir consentir devenir fuir servir revenir mentir mourir sortir souffrir se Souvenir vetir offrir tenir attendre c. en — re (vendr« mordre 0 rompre battre pendre interrorapre descendre perdre tendre entendre rendre tordre fendre repondre vendre boire Irreguliers joiudre prendre conduire lire apprendre connaitre mettre comprendre construire omettre surprendre craindre permettre produire croire cuire dire ecrire faire refaire satisfaire promettre naitre paraitre disparaitre peindre plaindre plaire deplaire rire sourire suivre se taire teindre traduire vivre d. s'asseoir en — oir (Irregulie falloir rs) pleuvoir devoir mouvoir pouvoir — 36 — recevoir valoir vouloir savoir voir 17) Termes abstraits une action le depart la joie l'admiration le desir le laiigage une äme le desordre la loi un amoui' le devoir le loisir un apercu la direction le mallieuv - l'application l'enfance la misere l'attention une erreur la mort une aventure une esperance le mouvement la bataille un evangile le moyen la bienfaisance un exemple la naissance le bonheur la faim la nouvelle le bout la fatigue une odeur la carriere la flu la paix la cause la force la paresse la chaleur la frayeur le parfum la circonstance le froid la patrie la clarte la fuite la peine le commencement la gaite la pensee le commerce la gloire la permission la conduite le gouvernement la peur le conseil le gout la pitie le conte la grandeur le plaisir le coup la grossem le piix le eourage la guerre le pi'ogres la crainte le häzard la proie le cri la jeunesse la promotion 37 — la qualite la quantite la raison le recit le regard le regne le rendez-vous le repos le reproclie le resume le retour le reve l'AUemagne allemand les Alpes l'Alsace lAngle'terre anglais l'Autriche autrichien la Belgique beige le Danemark danois le Danube le departement l'Elbe l'Espagne le rire le savoir le secours le Service la signature le silence la soif le sommeil le songe le soupir le sourire le succes 18) Geographie espagnol la France frangais la Grece grec la Hollande hollandais l'Italie italien la Lorraine la Mediterranee la Moselle la Norwege norwegeois l'Oder le Portugal le talent la täche le tapage la traduction le triomphe la vente la vertu la victoire la vie la vieillesse la volonte portugais la province la Prusse prussien Les Pyrenees le Rhin la Russie russe la Suede suedois la Suisse la Turquie turc la Vistule les Vosges le Weser O.-R. u. K.-S. v. d. Holatenthoie. 1901. 38 Termes de Grammaire un accent im adjectif un adverbe affirmatif un article adverbe un attribut le cas la cedille la conrparaison le comparatif comparer le compose le conditionnel la conjonction la conjugaison conjuguer la construction la declinaison decliner le defini demonstratif dependre le derive la desinence feminin le futnr le genre la grammaire interrogatif l'inversion masculin negatif la negation la particule partitif le passe la plirase le pluriel la ponctuation possessif la preposition le present le pronom la proposition le radical se rapporter refleclii le regime regir relatif le singulier le substantif le sujet la terminaison le verbe ire le pluriel la ponctuation possessif la preposition le present le pronom la proposition le radical se rapporter reflechi le regime regir relatif le singulier le substantif le sujet la terminaison le verbe