Wissenschaftliche Beilage zum Programm des Sophien-Gymnasiums zu Berlin. Ostern 1892. Über den Artikel bei Eigennamen in den Komödien des Aristophanes. Von Dr. Wilhelm Uckermanii. 1892. Programm No. 65. (imj BERLIN 1892. R. Gaertners Verlagsbuchhandlung Hermann Heyfelder. I Wiederholt in den letzten Jahren ist der griechische Artikel hei Eigennamen Gegenstand der Behandlung in Einzeluntersuchungen gewesen. Denn seit alter Zeit sind in unsere Grammatiken Regeln eingedrungen über das Stehen und Fehlen des Artikels, die bei genauer Prüfung der Überlieferung nicht bestehen bleiben können. Finden wir doch noch heute in Schul- grammaliken z. B. den Satz: „Ländernamen haben den Artikel" 1 ) oder: „Ländernamen erhalten gewöhnlich den Artikel, z. B. r\ 'ElXccg, r\ 'Aaia ht ). Raph. Kühner, Ausfuhr). Grammatik der griech. Sprache II, 519, giebt zu, dafs „persönliche Eigennamen als solche, d. h. insofern sie schon an und für sich bestimmte Einzelwesen bezeichnen, den Artikel verschmähen können; sie nehmen ihn jedoch an, wenn sie schon erwähnt waren, und dann auf sie hingewiesen wird oder auch hei nicht vorhergegangener Erwähnung, wenn sie als hinlänglich bekannt oder berühmt bezeichnet werden sollen" (hiermit ist die Anaphora des Artikels gemeint). Pluralische Völkernamen, sowie auch die Namen von Ländern, Ortschaften und Festen stehen bald mit bald ohne Artikel. Selbst Krüger 3 ), der von allen neueren Grammatikern die besten Bemerkungen über den attischen Sprachgebrauch des griechischen Artikels gemacht hat, sagt: „er kann im allgemeinen stehen und fehlen bei Eigennamen von Individuen, ersteres jedoch nicht, wenn sie als noch unbekannte eingeführt werden. Ebenso können des Artikels entbehren die Plurale von Völkernamen und Patronymiken. Bei den Namen der Feste, Länder u. a. kann er gleichfalls stehen und fehlen." Auf die Anaphora, die er den im engeren Sinn deiktischen Artikel nennt, geht er nur kurz ein in § 50, 2 Anmerk. 1—4. Gegen diese lange Zeit festgewurzelten Ansichten haben zuletzt Blafs 4 ) und H. Kallen- herg 5 ) berechtigten Widerspruch erhoben: Blafs, der sich mit seinem Beweismaterial auf einige Demosthenische Reden beschränkt, trifft in zwei Hauptpunkten den Nagel auf den Kopf, indem er das Zwecklose einer Statistik aufdeckt, die alle Fälle als gleiche Einheiten rechnet, und indem er der Anaphora die gebührende Stelle in den Gesetzen der Grammatik anweist. Kallenberg ') Curtius' Grammatik, neubearbeitet von Hartel. 2 ) Frauke-Bamberg, Griech. Schulgrammatik, 18. Aufl. 1886. Seite 1. 3 ) Griechische Sprachlehre 1875. I. § 50, 2 Anm. 11. 4 ) Im Rheinischen Museum für Phil. Neue Folge, 44. Bd. S. 1 ff. 5 ) Philologus, Neue Folge, Bd. III S. 515 ff. und in der Wissenschaft! Beilage zum Programm des Friedrich- Werderschen Gymnasiums in Berlin, Ostern 1891. — 4 — dagegen hat die gesamten griechischen Historiker von Herodot bis Polybius und Pausanias zum Ausgangspunkt seiner Untersuchung gemacht, den Sprachgebrauch jedes einzelnen Schriftstellers festgestellt und so gewisse Regeln als allgemein feststehend für die griechische Sprache erkannt. Seine Resultate, aus den umfangreichsten Materialsammlungen aller Zeiten und aller Gebiete gewonnen, beanspruchen allgemeine Anerkennung. Nachdem so die Gesetze, wann der griechische Artikel bei Eigennamen stehen und fehlen kann, wann er stehen oder fehlen mufs, für die geschriebene Musterprosa erkannt waren, schien es mir lohnend und wichtig zu untersuchen, welche Stellung die gesprochene attische Volkssprache d. h. die fein ausgebildete Sprache des gemeinen Lebens in diesen Fragen einnimmt, ob hier eine regellose Freiheit im Fehlen und Stehen des Artikels bei Eigennamen obwaltet, oder ob feste Gesetze gelten. Unklar in ihrer Fassung ist die Bemerkung Kallenbergs (a. a. 0. Programm S. 4), ,,dafs bei Untersuchungen über den Artikel bei Eigennamen die Dichter so gut wie gar nicht in Betracht kämen"; vielleicht ist sie so auszulegen, dafs K. nur die Flufsnamen, von denen er im ersten Kapitel handelt, im Auge hat, da deren verhältnismäfsig wenige bei Dichtern vorkommen; in seiner Allgemeinheit aber ist jener Satz unrichtig, da gerade die folgende Untersuchung zeigen wird, dafs auch Aristophanes im Setzen des Artikels ganz festen Gesetzen folgt — das Vorurteil, das den Dichtern in der Befolgung grammatischer Gesetze fast zügellose Freiheit unterlegt, ist doch wohl überwunden —, dafs er den anaphorischen Artikel an vielen Stellen aufserordentlich fein anwendet, dafs der Artikel überhaupt, wo er in der Komödie steht, notwendig oder zum mindesten berechtigt ist, dafs endlich die Falle die verschwindende Ausnahme bilden, wo ein Widerspruch mit den Gesetzen stattzufinden scheint, oder wo uns die Erklärung fehlt, oder wo wir annehmen, dafs Aristophanes metri causa von der Regel abgewichen sei. Jene attische Vulgärsprache nun, wie sie in Athen gesprochen wurde, tritt uns bekanntlich — wenn auch zuweilen in etwas gehobener, edlerer und feinerer Diktion, aber doch immerhin — am reinsten in der attischen Komödie, insbesondere in den uns erhaltenen elf Dramen des Aristophanes entgegen, und hier wieder hervorragend rein und echt in den Dialogpartien d. h. im jambischen Trimeter, wo sich Aristophanes streng an die Gesetze und Regeln des Atti- cismus gehalten hat und seine Personen so reden läfst, wie die Mutter im athenischen Hause, die attischen Jünglinge auf der Gasse, der gemeine Mann auf dem Markte, vor Gericht sprachen. Abweichungen von der Volkssprache in poetischen Ausdrücken und Fügungen sind meistens Parodien tragischer Stellen, Nachahmungen und Travestieen des Euripides, Äschylus u. a. In den Chören dagegen und den übrigen nicht trimetrischen Partieen, namentlich in den Anapästen und Hexametern, nimmt die Sprache des Komikers oft einen höheren Schwung und gebraucht freier und gehäufter veraltete und epische Ausdrücke und kühnere Bildungen, auch oft dialektische Formen. Wir können daher aus den Stellen der melischen Partieen keine für die Gesetze des attischen Sprachgebrauchs bindenden Schlüsse ziehen; da jedoch andererseits auch in Chorgesängen und lyrischen Stellen Aristophanes recht oft den Gesetzen des Atticismus folgt, so habe ich die hier vorkommenden Namen nicht aus dieser Untersuchung ausgeschlossen, aber meistens bei ihnen die Bemerkung beigefügt, dafs sie den lyrischen Teilen entnommen sind. — Eine gesonderte Betrachtung endlich verdienen diejenigen Stellen der alten Komödie, — 5 — wo anderen Stämmen angehörende Personen in ihrem eigenen, heimischen Dialekt redend eingeführt werden. Von Vorarbeiten zum Sprachgebrauch des Aristophanes in der Anwendung des Artikels bei Völker-, Städte-, Länder- und Götternamen, sowie in Schwurformeln, ist vor allem Bachmanns 1 ) Arbeit zu nennen, der manche feine Beobachtung gemacht und zu einzelnen Erscheinungen das Material aus der Komödie gesammelt hat. Auch Füller 2 ) hat in seiner Dissertation die anaphorische Bedeutung des Artikels überhaupt, nicht blofs bei Eigennamen, und andere besondere Anwendungen nachgewiesen, doch sind in seiner Arbeit, welche das ganze Gebiet des Artikels in der Komödie umfafst, die einzelnen Erscheinungen und Gesetze über das Stehen des Artikels bei Eigennamen nicht so genau erfafst und ausführlich behandelt worden, wie es in den folgenden Blättern geschehen soll. Aus dem Bereich dieser Untersuchung habe ich alle Eigennamen im Vokativ ausgeschieden: da die Ausrufsbezeichnung to keine Form des Artikels ist 3 ), gewährt uns ihr Stehen oder Fehlen beim Vokativ keinen Anhaltspunkt für unsere Frage; sodann aber zeigt gerade beim Vokativ mit und ohne co Aristophanes eine grofse Freiheit des Gebrauchs, die sich festen Regeln nicht zu fügen scheint. Vergl. dazu Wölk. 1485 4 ) ösvqo, ösvq', a> Savd-ia; Wölk. 866 ösvqo, ösvq', u> 2u>xqaxsc. Dagegen: Wölk. 690 ösvqo, ösvq 1 ld(ivvia. Ferner: Lys. 6 %cüq', w Kako- vixrj — xal vt,xoi wegen der adjektivischen Ableitung und ol Adxwvsg, aber Aaxsdaifiövioi ohne Artikel, in Übereinstimmung mit den übrigen Komikern und mit Lysias. Frie. 282 schlägt Bachmann die feine Änderung vor: anö- XüoXs ydq xavxolg Aaxedai^ovioißiv dXsxqißavog. Der anaphorische Artikel bei Völkernamen im Plural erscheint besonders deutlich bei der Mehrzahl der folgenden Stellen: Ach. 106 %avvonqu>xxovg xovg 'Iccovag Xsysi. Nachdem V. 104 Pseudartabas etwas von Ioniern gesagt hat, erklärt Dikaiopolis dies Kauderwelsch unter Hinweisung auf die Worte jenes Gesandten mit dem anaphorischen Artikel. — Ach. 158 xig xwv^Odo(idvxmv %6 nsog änozs&qiaxev; mit Artikel, weil sie auf der Bühne anwesend sind, und von ihnen schon vorher die Rede war, dagegen V. 156, wo die Odomanten zuerst eingeführt und genannt werden, ohne Artikel: ^Oöofidvxiov axqaxög, — noluav 'Odo/iav- xcov; dann V. 164 wieder mit Artikel: anoXXvfiai, vno xcov "Odopdvxwv noqd-ovfisvog. — Ebenso Oqäxeg Ach. 153 ohne Artikel: onsq iia%ifi(äxaxov Gqqxcov e&vog sns[ixpev, weil das Volk der Thracier im allgemeinen, im ganzen gemeint ist. Im folgenden jedoch mit anaphorischem Artikel, weil auf die Anwesenden, von Theoros Mitgebrachten, Bezug genommen wird: V. 155 ol ©qäxeg, ixe dsvq', ovg ©ecoqog ijyaysv. V. 170 anayoqsvm ity noistv lxxXr\ JeXtpdop jiXeiöxag äxovüiv [ia%aiqag sind einer lyrischen Partie entnommen.) Ebenso überflüssig ist der Artikel bei JSxuxrcodeg im Chorgesang Vög. 1553, wo ebenfalls ein Märchen beginnt: rcqog de xotg 'SxidnoGip Xi/jopfj xig «W '.AXovxOg. TqißaXXoi, mit anaphorischem Artikel Vög. 1533 naqd xov Jiog xal xwp TqißaXXoop idov avoo, denn sie sind V. 1529 als TqißaXXoi und V. 1521 als 'iXXvqwl bereits genannt. Der Singular Vög. 1627 top TqißaXXop pvp eqov und V. 1677 sv zw TqißaXXm nav xo nqäyfia hat natürlich den Artikel, weil eine bestimmte auf der Bühne anwesende Person gemeint ist. Mtidoi, ohne Artikel: Th. 337 Evqinidrj Mijöoig xe. Rit. 478 Mrjdoi,g xal ßaCileZ. Rit. 781 ög 3iijdoKjv öiet^fioco. Frie. 108 M^doißi, nqodtöopai xi)p 'EXXäda. Th. 365 Sj Mijdovg enäyovCi yfj (nach von Velsen). Wesp. 1098 noXXdg noXevg Mrjdwp. Ausnahme nur Lys. 1253, wo der Chor der Lakoner spricht: xoog Mqdoog x' svixav. Ebenso Ileqaat, als Volk ohne Artikel: Vög. 484 jjq%s Ileqatop näpxwp, aber im Chorgesang der Lakoner Lys. 1261 xwpöqeg xol Ilsqaav. Dagegen müfste der Artikel stehen Frö. 1026 öidd^ag IUqGag, weil die bekannte Tragödie des Aschylos gemeint ist. Vergl. dazu Frö. 53 apayiypäaxopxi t uoi xijv 'Avdqo[iedap. Th. 135 xax' Alö%vXop ix xrjg Avxovqyeiag sqsöd-ai ßovXofjbai,. Wesp. 580 ex xr^g JSioßijg eint] qrjöw. Th. 770 oI6' eyco noqop ex toi HaXa/xijdovg u. a. 2xv$-ai, bei Aristophanes ohne Artikel, sobald das Volk der Skythen gemeint ist: Ach. 704 OovxvdidrjP e^oXeöd-av (TV[jbrtXaxePxa zij 2xv&d)P eqijfiiq. Vög. 941 vo(iäöeaai yaq sv 2xvd-cug aXaxai Sxqdxcop (nach Pindar). Sobald dagegen der Skythe in Athen, d. h. der öfl'entliche Sklave, Scherge oder Gerichtsdiener, eine Art Schild wache, die ursprünglich von Skythen geleistet wurde 1 ), gemeint ist, mufs der Artikel stehen, und zwar der anaphorische, weil durch ihn auf eine in Athen hergebrachte, allgemein bekannte Thätigkeit dieser Skythen hingewiesen wird. Beispiele im Plural fehlen bei Aristophanes, dagegen kommt 6 2xvd-i]g, auch tj Sxv&aiva mehrmals im Singular mit dem Artikel vor: Tb. 1026 öde yaq 6 Sxvd-rjg näkai jttot (pvXa% ecpsoxwg. Th. 1017 ndog dp ovv erceXS-ot/Jit xal top 2xv&ijp XdS-oifit; Th. 1186 ext dedoixag xov Sxv&ijp; Th. 1182 xa&i^o^epTj dg nqovöoöav Mdqöioi. Rit. 932 rtsql Mt,XrjGitoV. XI oi ohne Artikel: Frie. 171 r\ itöXig i\ Xicov. Vög. 879 amotöi xal Xioioi. Vög. 880 Xioiöw Tja&riv navxa%ov nqogxsifisvoig. (Hier wäre der anaphorische Artikel am Platze.) Avöoi ohne Artikel: Wölk. 600 xoqai Avöutv. fr. 492 xd Avödv ösXnva. ^OXo(pv^ioi ohne Artikel: Vög. 1041 xad-dnsq *OXo(pv%ioi, (Olophyxos am Athos), dagegen Vög. 1042 öi> 6s y' olartsq (axoxv^ioi xq^tisi xd%a (= ol 'Orori;?tot: die Stadt Oto- tyxos ist eine fingierte, komische Bildung, Donner: Beulenstadt); vermutlich waren die Worte mit der entsprechenden Handbewegung und Gebärde begleitet, darum der anaphorische Artikel. Auch die Bewohner der Wolkenstadt in den „Vögeln" stehen wie alle anderen Völkernamen ohne Artikel, beide Male in Prosa, im Gebet des Hiereus und in dem Psephisma, das der Gesetzeshändler bereit hält: Vög. 1040 ^q^öü-ai NsqjsXoxoxxvyidg xoXg avxoXg ybhqoiGi, xal dxad-poto'v xal vofjLißnaöi und Vög. 878 didövai NscpsXoxoxxvyisvaiv vyisiav. Nach 2* — 12 — Analogie der athenischen Psephismata heifsts im Singular Vög. 1035 sav 6 Nsu?sXoxoxxvyisvg xov *Ad-r\vaXov äSiKrj. Ach. 866 ol xccxwg änoXoi'iisvot, Xaiqiß^g ßo(ißavXioi ist der anaphorische Artikel, auch abgesehen von der Wirkung des attributiven Zusatzes, am Platze, weil mit ol Xaiqtöijg (Schol. Tcsjicadsviievoi, rj {j,sXsxoovxsg xa xov Xaiqidog, XaZqig ds avXiji'fjg 0i]ßaZog a^toi^og) der eben auf die Bühne tretende Boioter und seine Gefolgschaft gemeint ist. Plut. 385 tritt die Anaphora des Artikels in xäv 'HqaxXsidwv durch den attributiven Zusatz xäv IlccfKfiXov hervor; ähnlich Lys. 678 durch den folgenden Relativsatz: Tag «T Afict- "Qovag Gxotcsi, ag Mixtov syqcap\ Ohne ersichtlichen Grund haben den Artikel die ana% Xsyöfisva bei Aristophanes: ol Käqsg Vög. 292, xovg^'Ißriqag fr. 550 und xovg (Dovyag fr. 677. Aufser den hier angeführten Völkernamen im Plural habe ich mir noch folgende Stellen, an denen der Name ohne Artikel steht, angemerkt: Ach. 542 ansöoxo xvviöiov 2sqMpioov. Ach. 855 Avoicxqaxog , XoXaqyscov bvsidog. Rit. 79 xd> xsTq' sv AlxtaXoZg, 6 vovg 6' sv KXwmddov. Rit. 238 XaXxiösag av diü-qovov xqaxog sind halb- citierte, halbgemengte Verse aus Äschylos. frg. 64 Sctfiicov o d^og. fr. 123 Sxqstpaiovg. Endlich rechne ich hierher Lys. 558 nsqisqxovxai wtinsq xoqvßavxsg. B. Städteiiainen und Ortsbezeiclinungen. Im allgemeinen kommt im Griechischen, wie schon Blafs 1 ) und Kallenberg 2 ) ausgeführt haben, den Städtenamen und Ortsbezeichnungen, so lange es sich um einheitlich für sich ge- fal'ste Begriffe handelt, seien es Städte wie ^Ttäqxtj oder Demen wie Maqad-iäv oder Orte wie JIvXcu, der Artikel ebensowenig zu wie allen anderen Eigennamen. Auch bei Aristophanes gilt als Regel, dafs er nicht steht. Steht er aber, dann ist er anaphorisch und weist auf die Bekanntheit des Orts oder seiner Verhältnisse für den Redenden oder den Angeredeten hin: so bezeichnet bei Aristophanes r\ JlvXog und j Aaxsdai^iov die Stadt, von der im Zusammenhang die Rede ist, bei der der Redende gerade mit seinen Gedanken verweilt, — einerlei ob i) Im Rhein. Mus. a. a. O. S. 13 f. a J Couimeutar. critici iü Herodotuin, Berlin 1884, S. 14 (Programm des Friedrichs-Werderschen Gymnasiums) und a. a. O. im Philologus, Neuo Folge III, S. 536 H'. - 13 im Vorhergehenden derselbe Name wirklich genannt, oder ob nur an ihn gedacht wird. Der Artikel kann ferner stehen, wenn zu dem Namen der Stadt ein adjektivisches Attribut hinzutritt; auch wir sagen ja analog im Deutschen: Sparta, aber das glückliche Sparta. Z. B. Rit. 1005 und 1007 nsql A&tjvüv, dagegen Rit. 159 w xmv A&tjvsoov xays xwv svdaifiövoov. Jedoch darf, wie schon in der Einleitung S. 4 ausgeführt ist, diesen Regeln nicht ohne weiteres Anwendung gegeben werden auf die Chorgesänge und die Partieen, welche in gehobener Sprache oder in anderen Dialekten geschrieben sind; vergl. Lys. 980 nä xäv ^Atiaväv ißxiv a ysqcoia ij xol nqvxdvisg; (hier spricht der lakedämonische Herold). Der Artikel fehlt regel- mäfsig bei Städtenamen in allen präpositionalen Verbindungen, wie ix Aaxedai- (iovog, iv JsX(fotg und vielen anderen. Dagegen findet er sich in der Regel bei Aristophanes, wie bei allen anderen Schriftstellern, bei solchen Ortsbezeichnungen, durch welche ein Teil oder ein fest- umgrenztes Gebiet einer Stadt oder eines Landes ins Auge gefafst und einem anderen stillschweigend oder ausgesprochen entgegengesetzt wird. Öfter sind es gewöhnliche Substantiva oder Adjektiva, die durch den Gebrauch zu Eigennamen geworden sind, Gerichts- und Kultstätten, Heiligtümer, Tempel, Gebäude mit ihrem umliegenden Bezirk u. a. m.; ja, allein bei dieser Klasse von Ortsbezeichnungen steht der Artikel sogar zuweilen nach einer Präposition. Vög. 395 6 Keqafisixog ds^sxai vä. Dagegen entsprechen der oben aufgestellten allgemeinen Regel: Rit. 772 sXxoifiTjv ig Ksqa(isi,x6v und Pro. 129 xa&iqnvoov vvv ig Ksqa- fisi,x6v. Ebenso: Wölk. 1005 äXX' sig Axadqpsiav xaxiow und Frie. 357 nXavwfisvoi. ig Avksiov xdx Avxsiov und Ach. 504 avvol yäq ecifisv ovnl Aqvaim x' dycov (Atjvaiov, Platz bei Athen, iv äyqolg Schol.) Doch schwankt, wie oben bemerkt, hierbei der Sprachgebrauch des Aristophanes; denn: Rit. 1312 slg xö QrjßsXov nXsovdag und frgm. 567 slg xö QtjGsXov ÖQafiilv und Wesp. 121 q%ag ig xo Kaivov ifinsGav (Schol. xönog iv xw dixa- Gxijqia ovzco Xsyö[isvog) und frgm. 161 wd-v xov Jtovvöiov. Dagegen in Übereinstimmung mit der Hauptregel, im Nominativ: frgm. 131 nov 'Gti xö Jiovvöbov; — Für einen Stadtteil der neuen Wolkenstadt ist die Storchfeste anzusehen: Vög. 832 xig dal xa&i%si xijg nöXsoag xö fleXaqyixöv; (oxi'AS-ijvrißi xö HsXaqyixöv xel%og iv xfi axqonöXsi. Schol.) — Hsiqaisvg folgt genau der Regel, mit Artikel: Rit. 885 xceiroi öoipöv xäxstv' 6 Usiqaisvg und Rit. 815 xai nqög xovxoig dqKSxädrj xöv flsiqaiä nqogifia^sv und frgm. 608 tov Ifsiqaiä 6s jat] xsvayyiav äysw. Dagegen fehlt der Artikel bei der Präposition iv: Frie. 145 iv üsiqaisX dtjTtov ' Gxl Kav&aqov Xifitjv und Frie. 165 ovxog 6 %sl,(ov iv IlsiqaisZ naqd xatg nöqvaig. — 'H Kqavaä ohne Zusatz bedeutet die Akropolis: Lys. 480 (im Chorgesang) xijv Kqavaäv xaxs- Xccßov, dagegen kann Ach. 75 m Kqavaä nöXig xqavaä als Adjektivum gefafst werden; während nun Pindar mehrmals xqavaal A&ijvat verbindet, steht bei Aristophanes analog dem substantivierten Singular auch der Plural substantivisch mit Artikel = al ""A&^vat, Vög. 123 snsixa fA,si£oo xwv Kqavaäv tyxstg nöXiv; Daher ist ein Grund zur Änderung der Überlieferung in xrjg Kqavawv (vergl. Kocks Anmerkung zu d. St.) nicht zu erkennen. — Hierher gehört auch 6 KoXmvög oder 6 KoXoavög ayoqaXog, der Sammelplatz der Eckensteher in Athen: Vög. 998 - 14 — ov ol6sv 'EXXäg %w KoXoavög, zugleich eine überaus komische, vielleicht in Athen sprichwörtliche Redensart, mit der Kock das Wielandsche „ganz Deutschland und Buttelstädt" vergleicht. Betrachten wir nun den Sprachgebrauch des Aristophanes an einzelnen bekannteren Städten: AccxsöaifKov ohne Artikel, meist nach Präpositionen: Ach. 175 äXX' ix Aaxs6cclf.wvog yccq A(i(f>i9-sog 66i. Rit. 668 6 xtjqd^ ovx Aaxs6aiybOvog Xsysi. Frie. 274 kxsgov drJT' ex Aaxs6ai\iovog fisxsi. Vög. 813 id fisya xovxo xovx Aaxs6ai[iovog. Vög. 1012 mötvsq sv Attxada'njbovv %svr\XaxsXxai. Lys. 994 xd ngay/iaxa xav Aaxsdccifiovi. Lys. 1231 oxav sX&iOfisv ig Aaxedaifiova. Der für den attischen Sprachgebrauch nicht in Betracht kommende Spartanerherold sagt Lys. 995 Aaxs6aif.ioov rcäa. Ausnahmen: Lys. 1144 Kifioov öXr\v sowas ttjv Aaxsöaifibova. Hier ist der Artikel nicht etwa durch öXtjv veranlafst, — vergl. unter vielen anderen Beispielen: Frie. 27 oV r^isoug öXr/g. Vög. 504 Aiyvnxov xal Ooivixrjg naöriQ — sondern an jener Stelle berichtet Lysistrata vom Unglück der Lacedämonier im dritten messenischen Krieg, von ihrer Gesandtschaft nach Athen, vom bekannten Erdbeben. Da zog Cimon mit 4000 Hopliten hin und rettete das ganze Lacedämon, also ein deutliches Beispiel des ana- phorischen Artikels; denn wenn auch Lacedämon selbst im Vorhergehenden nicht genannt wird, so ist doch die Beziehung des Artikels auf die in Rede stehende Stadt klar. — Ebenso hat die Anaphora den Artikel veranlafst Wölk. 214: Der Schüler zeigt dem lernbegierigen Strepsiades eine yifi nsqiodog naGi\g: al6s ju-sv 'Ad-rjvai,, rj 6s Evßoicc naqaxsxaxai r}6l [iccxqcc nöqqu> nävv. Da fragt Strepsiades: äXX' rj Aaxsdai^ioov nov 'atf; er will wissen, wo die Stadt liegt, die alle seine Gedanken augenblicklich beschäftigt, sobald von Euboia und des Perikles Kriegszug dahin die Rede ist; darum also mit Recht rj Aaxsöttifiwv. SnciQT'rj steht immer ohne Artikel, selbst wenn ein Spartaner in seinem Dialekt spricht. Die Stellen, die aus Aristophanes hier in Betracht kommen, hat bereits Bachmann 1 ) gesammelt und die einzige Stelle Lys. 1072, wo die Überlieferung der Regel entgegen zu sein scheint, verbessert: xal (Jjtjv ijdij 'x SnÜQxrjg ol6l TCQsßßsig %woova'. Unter den von ßachmann angeführten Belegstellen stehen auch Vög. 814. 815 verzeichnet: 27ikqxtjv övofict xaXco[j,sv avxrjv; und 2näqxrjv yaq dv d-slfirjv iyw xr)[jbfi nöXsi; Hier gehört 2näqxrjv zum Prädikat. Während nun sonst in der Regel bei Prädikatsnominibus der Artikel fehlt, kann er bei den Verbis des Nennens zum Prädikat treten, weil er hier ein erfahrungsmäfsiger ist und durch den Gebrauch den betreffenden Begriffen eine prägnante Bedeutung vindiziert, so dafs er als integrierender Bestandteil des Begriffs erscheint 2 ). Somit kommt allerdings jenen beiden Stellen eine Beweiskraft für den Sprachgebrauch des Aristophanes zu. ""A&rjvai,, ohne Artikel im Abhängigkeitsverhältnis von Präpositionen: Rit. 1005 und 1007 nsqi ^A&ijvüov. Selbst der Megarenser sagt: Ach. 729 ayoqu 'v ""AO-ävaig %cüqs MsyaQsvßiv (fiXa und der Boioter: Ach. 900 sv AÜ-ävcug, sv Boionolöiv 6s [irj. Rit. 1037 IsQceZg sv i) a. a O. S. 43. 2 ) Vergl. dazu die ans der Prosa gesammelten Beispiele bei A. Procksch, Über den Gebrauch des Artikels, insbesondere beim Prädikat, im Philologus XXXX B., S. 1 ff., namentlich S. 34, und J. Dornseilf'en, de articulo apud Graecos eiusque usu in praedicato. Amstelod. 1856. — 15 A-y-qvaig. frgm. 569 nXi\v A&rjvmv, dvu' A&r\vmv. Ferner im Genetiv oder Accusativ. jetloch nicht in trimetrischen Partieen: Wölk. 401 ßdXXsi xal ^ovvtov, äxqov AS-qvswv. Th. 329 (nach Reisigs Konjektur, die von Velsen in den Text aufgenommen hat): sxxXrjOidcfaifisv "Ad-i\- vmv svysveXg ywaXxsg. Ach. 639 sl ds rtg Xtnaqdg xaXsCsisv A9-)jvac. Diesen Stellen gegenüher findet sich A-9-ijvai mit Artikel: Rit. 1319 m xaXg IsqaXg A-9-tfvaig xal xaXg vrfioig snixovqs. Rit. 1323 sv xaXaiv lotixsipdvoig olxst xaXg dqxaiaio'iv'A&ijvaig. Rit. 1327 oXoXv^axs (paivofisvaiöiv xaXg d^yalaiaivA-S-^vaig. Rit. 1329 m xal Xmaqal xal loözsopavoi xal dq^rilmtoi, Aü-rjvai. An diesen vier Stellen ist der Artikel anaphorisch gehraucht mit Beziehung auf das in dem letzten Akt der Ritter den Zuschauern auf der Bühne dargestellte „alte" Athen; „wodurch die hier vorgeführte stattliche Scenerie wirkte, ob durch Personifikation oder durch eine landschaftliche Ansicht, dürfte zu ermitteln unmöglich sein" (Droysen); jedenfalls sind diese Verse des Chors der Ritter in besonders erhabener, feierlicher Sprache abgefafst (Siehe S. 4 der Einleitung), auch hat Ad-ijvat, an allen vier Stellen ein Attribut, das schon an und für sich auch hei Eigennamen, die sonst ohne Artikel stehen, den Artikel gern veranlafst. — Der Megareer, der Ach. 729 bei seinem ersten Auftreten ev A&dvaig gesagt hatte, wendet Ach. 829 den anaphorischen Artikel an mit deutlicher Hinweisung auf die Stadt, in der er sich befindet: olov xo xaxöv sv xaXg ^Ad-dvaig iow' sW. — Ahnlich der Lakonerherold Lys. 980 na xav "Aöaväv ißxiv d ysqmia 7} xol nqvxdvi,sg\ vergl. jedoch die andere Erklärung S. 13. In gehobener Sprache sind die Worte gehalten, die der Sklave an den Wursthändler richtet: Rit. 159 cö xmv 'A&ijvsav xays xmv evdaifiovmv, wo aufserdem das mit wiederholtem Artikel nachgesetzte Adjektivum auf das Setzen des Artikels bei Ad-ijvsmv einwirkt. — Anaphorisch ist der Artikel auch Lys. 37 nsql xmv Ad-r t vmv d' ovx sTciyXmrTtjo'oftav xoiovxov ovdsv, im Gegensatz zu den vorher genannten Boiotern und Peloponnesiern den Ort der Handlung, die Heimat der Redenden bezeichnend; ein ähnlicher Grund mag Wesp. 499 vorliegen: rj vofii^sig xdg A&tjvag Gol cpsqsiv qdvG/j,axa; IlvXog nach der Regel ohne Artikel: Rit. 76 xö fisv sv TJvXm, xo 6' stsqov sv xt\x- xXijöiq. Rit. 355 xaöaXßdöm xovg sv IlvXm öxqaxrjyovg. Frie. 665 pstd xav Ilvico. Lys. 104 dnsßxiv snl Oqdxtjg —_, 0 6' ifiög sv llvXcp. Rit. 702 xijv nqosöqiav xrjv sx IlvXov. Rit. 742 vnodqafjbövxmv ex IlvXov. Rit. 846 xmv döniömv xmv ex IlvXov. Rit. 1167 sx xmv öXmv xmv sx IlvXov [isiiayfisv^v. Rit. 1201 xovg sx IlvXov. Wölk. 186 xoXg ex IlvXov Xijup&sXat, xoXg AaxmvvxoXg. Rit. 1005 nsql A&qvmv, nsql IlvXov. Rit. 1058 nqö IlvXov IlvXov, t\v öoi scpqa^sv. Rit. 1059 satt IlvXog nqö RvXoio — xi xovxo Xsyst nqo HvXoio; Ausnahmen: Lys. 1163 spricht der Lakoner, was allein vielleicht hinreichen würde, den Artikel bei einem Stadtnamen zu erklären: al cig dfilv xovyxvxXov Xrj xovx' dnodöfisv; — noXov, m xav; — xav IlvXov, dßnsq ndXai dsöpsd-a. Der Artikel mit dem nachfolgenden Relativsatz hebt die Stadt Pylos als bekannt, für die Lakoner sehr wertvoll hervor, wie sie auch vorher schon als xovyxvxXov xovx' dem Hörer nahe gerückt ist, um den anaphorischen Artikel an dieser Stelle vollkommen zu rechtfertigen. Ähnlich verhält sich die Sache Frie. 219 ij^ovat (nämlich ol Adxmvsg) xav&ig, jjv s%m(isv xijv IlvXov. Durch den anaphorischen Artikel soll hier das vielumstrittene Pylos besonders hervorgehoben werden, dessen Rückgabe an die Spartaner - 16 - in den Friedensunterhandlungen nach dem Waffenstillstand von 423 — die Elqijvtj ist an den grofsen Dionysien d. J. 421 aufgeführt worden — eine wichtige Rolle gespielt hat. Köqiv&og als Stadt immer ohne Artikel: Rit. 604 si-snrjdwv x'sg Köqivd-ov. fr. 902 ov nccvxög dvdqög sg Köqivd-ov sö&' 6 nXovg. Plut. 173 xö d'sv Koqivd-m %svixov. Plut. 303 sv Koqivd-m. Vög. 968 oxav olxijacodt Xvxoi noXiai xs xoqwvcu sv tclvzm xö fxsxa%b Koqiv- ü-ov xai 2ixvtSvog. Auch in der sprichwörtlichen Redensart Jidg KöqivS-og = die alte Geschichte, das ewige Einerlei, ohne Artikel: Frö. 439 xovzl %i rpv xö nqäyficc; äXX' rj Jiög Köqivd-og sv xotg dzq(ä\i,adiv. und frgm. 509 Jiög KöqtvS-og. Dagegen hat dieselbe Phrase den Artikel Ecl. 828 öxs dq ö'scpaivszo 6 Jiög Köqiv-9-og xai xö Ttqäyp' °^ x iJQxsdsv, wo er ebenso wie der bei nqäypua anaphorisch ist. Die Wolkenstadt NscpsXoxoxxvyia steht ohne Artikel: Vög. 819 ßovXsi NscpsXo- xoxxvyiav (zu ergänzen övopb' avxTJ d-r](f6fisxi y'sv 'Exßaxdvoig öixddsig. Wesp. 1143 sv^Exßaxdvoidi xavd-' vcpaivsxai. Wesp. 1144 sv^Exßaxdvoidi yiyvsxat, xqöxrjg %dAt§; Dagegen: Ach. 613 sldsv xig vfxcav xdxßdxav' q zovg Xäovag; einen sicheren Grund für den Artikel in dieser vielleicht sprichwörtlichen Phrase vermag ich nicht zu erkennen. Die Stadt Lepreos in Elis hat bei Aristophanes den Artikel, beide Male mit besonderer Anspielung auf Xsnqa: Vög. 149 xi ov xov 'HXsTov Asnqsov olxi£sxov; und Vög. 152 ßdsXvxroficct, xov Asnqsov und MsXavxhiov. Wie schon oben (S. 13) bemerkt worden ist, fehlt der Artikel regelmäfsig bei Städtenamen und Ortsbezeichnungen, die von einer Präposition abhängen; ein Teil der hierher gehörigen Reispiele ist bereits im Vorhergehenden bei den einzelnen bemerkenswerten Städten aufgeführt worden, ich habe noch folgende Stellen gesammelt: mit der Präposition sv: Ach. 606 xovg d'sv Kafiaqivji xdv TsXa xdv KaxaysXq. Rit. 464 sv "Aqysi, [i' olct nqdvxsi Xavd-dvsi. Wölk. 249 mdnsq sv Bv^avzioj. Wesp. 159 6 S-sog ^.avxsvopisvco (lovxqijdsv sv JsXcpoZg noxs. Wesp. 236 rivix* sv Bv&vxim ^vvijfjbsv. Wesp. 1434 sv Svßdqsv yvvrj rcoxs xaxsa%' sytvov. (Mit feiner Anaphora fährt der Dichter V. 1437 fort: sld-' i\ Svßaqlxig . . .) Vög. 399 dnoO-avstv sv "OqvsaXg. Vög. 1694 sdzt d'sv OavaXdi nqög zy xXslpvöqq ysvog. Lys. 1131 "OXv^niadiv 1 ), sv BvXaig, Ilvd-oZ (Schol. sv TlvXaig dvzl xov sv &sq^,07XvXaig). 1 ) Folgende mit einem Suffix gebildeten Ortsbezeichnungen habe ich mir bei Aristophanes angemerkt: Ach. 758 rt ä' ciXXo Mtyaool; Ach. 524 iövreg MiyitQÜäe. Wesp. 57 yiktoTa MtyctQÖ&ev xexXi/u- pivov. — Ach. 868 &etßa&i. Ach. 862 Saoi Qrfßadev avXrjjctl näqa. Ach. 911 twqag Maqa&ävi,, wo das von den Handschriften überlieferte sv unhaltbar und von Bentley u. a. mit Recht getilgt ist. Ach. 697 und 698 ävdq' dya&öv bvca Maqad-wvi nsql xr)v nöXiv; slxa Maqad-ävi, [isv Sx' rjijtsv söiäxofisv. Th. 806 nqög ixsivtjv xijV Maqad-wvi. Ortsbezeichnungen mit der Präposition sx: Rit. 438 ßs d' ex Iloxeidaiag s'xovx' sv olda dsxa xdXavxa. Rit. 834 öioqoöoxijo'avx' sx MvxiXijvrjg. Frie. 1000 'x Msydqcov mit Hamaker und Meineke. Frie. 1047 6 %qt]o'ix l oXöyog ov"%^ilqsov. Frie. 1125 6 xöqa% otog fjXd-' i% °iiqsov. Frö. 1296 sx Maqad-covog ij nö&sv GvvsXs^ag; Frö. 501 ovx MsXixqg fxaßxiyvag. Mit slg oder ig: Rit. 174 naqdßaXXs xov sxsqov slg Kaq%rjööva. Rit. 1303 alxsl- dfrai xiv' itfiwv sxaxöv ig Kaqyrjdöva. Wesp. 1139 ig 2dqösig ydq ovx iXrjXvO-ag. VVesp. 1271 nqegßsvav ydq ig OdqaaXov w%sx\ Frie. 1126 ovx dnonsxijüsi S-dxxov slg'EXvfxviov; Vög. 618 xovx ig JsXopovg oid' wg 'Aftficov' iXS-övxsg. Frö. 364 nixxav diansfinaiv slg ^Eniöavqov. frgm. 132 ßXij&stöav slg c AXfivqidag (xönog xig nsql xdg so"%axi,dg xijg Idxxixrjg). frgm. 543 ig KXa£oiA,evdg, slg "Eudsoov, slg "Aßvöov. frgm. 618 vnö xov ysXcoxog slg TsXav dcpi^ojMai,.. — Frö. 1232 slg Ilio'av poXäv (Citat aus Euripides Iph. Taur.). Mit and: nur Ach. 1023 and OvXrjg s'Xaßov ol Boioöxioi. (Vergleiche zum Sprachgebrauch des Aristophanes von dnö und ix Bachmann a. a. 0. S. 43 ff.). Mit ini: Lys. 665 snl Asiipvdqiov ijX&ofisv (Schol.: %wqiov xijg 'Axxixijg nsql xrjv ndqvrjd-ov). Frö. 1021 xovg snx' snl Otjßag, feststehender Ausdruck, frgm. 585 inl IlaXXadia) deoösig öixijv (der Gerichtsort der Epheten in Athen). Mit nqög: Th. 1101 nqög "Aqyog vavaxoXoov (Citat). — Mit ^«X(? t: VVesp. 700 nöXscov äqxoop nXsißxmv dnö xov IJövxov (ii^qv 2aqöovg. — Mit sv&v: Vög. 1421 sv&v JlsXXijvijg nixeö&at. laxC. (Au allen drei Stellen spricht der ßoioter). — Lys. 1131 tv 'IlvXatg, Hu&oT. Rit. 1272 IluStövi <%. Vög. 189 rjv tfvtu ßovXuifis&a Ilu&üde. — Vög. 301 t(s yXavx' 'A&rpiaf rjyayev; — Wesp. 1382 'OXv/jTTtaaiv, vjvix' l9tjV. — Vög. 247 s%sts Xsi/.iwvcc sqÖsvtcc Maqa-d-mvog (lyr.). — Vög. 552 nav zo [istcc^v Tt£QMSi,%i[si,v nXivd-oig oTzrccTg ooGtcsq BaßvXmva (Anapäste). — Vög. 926 öv dt näisq xt'mSoq Altvac, (Chat aus Pindar; gemeint ist die 'Stadt Aitna, dagegen ist Fried. 73 das Adjektivum alxvaXog = vneQfisysd-rjg vom Berg Aitna abgeleitet). — Lys. 996 spricht der Lakonerherold: üsXXävag de det, ein Wortspiel mit dem Doppelsinn: yvvaixög stcdqag und Tijg nöXemg nsXXijvijg srcid-vfxovöiv. — Lys. 833 w noxvia HäiJbsod-a noxxdv 'EXXdda. — Diesen Stellen gegenüber findet sich fünfmal 'EXXdg ohne Artikel: Vög. 409 xlvsg no&' olös xal n69sv; — "§eva> xrjv 0Qaxrjv SXrjv. Die Bede des Theoros beginnt nämlich mit den Worten (v. 136) xQ^vov t 1 ^ 0l ' x av ypsv h> ©(?«*?/ noXvv. Wie an der letzten Stelle, steht 0q &sog Gsltav äfia. Der Dichter verweilt im ganzen Zusammenhang dieser Stelle bei den näheren Umständen des dritten messenischen Kriegs, bei der Gesandtschaft der Lacedämonier, der Sendung des Cimon u. s. w. Diese Beziehung führt den Gedanken auf Messenien und veranlafst den anaphorischen Artikel bei 3Ieößijvij, ebenso wie V. 1144 den bei Aaxeöalfiova (vergl. unter Aaxedal^ibov S. 14). Aißvij steht Vög. 1136 ohne Artikel: ix fisv ye Aißvtjg r]xov wg xqtöfjbvqiai, yeqavoi. Dagegen: Vög. 710 Gneiqsiv öxav yiqavog xqoo&vö' ig i^v Atßvrjv fiexaxwqfj mit anapho- rischem Artikel, „nach dem als Winterheimat der Kraniche bekannten Lybien". Das Reich des Tartaros steht ohne Artikel: Vög. 698 xaxä Tdqxaqov evqiiv iveöxtevatv ysvog r)[isvsqov und Vög. 693 %aog r\v xal vv§ sqeßog xs fiekav nqdoxov xal Täqxaqog evqvg: (an letzter Stelle wird Täqxaqog ebenso wie %äog und vv% wohl richtiger als Gottheit gefafst). Dagegen: Wölk. 192 ovxoi 8' iqsßodHpwctiv vno xbv Täqxaqov. Hier sind die Gedanken des Hörers schon durch V. 188 tyxovöiv ovxoi xa xaxd yfjg und durch das Verbum iqeßodiopäv auf die Unterwelt gelenkt, auch mögen die Worte des Schülers durch die entsprechende Handbewegung begleitet gewesen sein, darum der anaphoriache Artikel. Nachdem wir im Vorhergehenden die Länder- und Inselnamen behandelt haben, die bei Aristophanes in Übereinstimmung mit dem Sprachgebrauch der griechischen Prosaiker den Artikel haben, und diejenigen, welchen aus besonderen grammatischen Gründen in dem Zusammenhang an der Stelle, wo sie stehen, der Artikel mit Recht zukommt, bleiben nur die Fälle übrig, in denen Aristophanes, ganz nach der allgemeinen Regel aller Eigennamen, die Länder- und Inselnamen ohne Artikel setzt; ziemlich häufig sind auch hier die Beispiele, wo der Name von einer Präposition abhängt: Von iv: Wölk. 1130 ßovXijasxai xav iv Alyvnxu> xv%eXv oliv. Rit. 798 xovxov 8tt 21 not' iv Aoxadiq nsvTwßoXov rjXidaaaü-ai, (vergl. zu Aqxadia die Ausführung von Blafs a. a. 0. S. 13). Wesp. 283 %av — ä(im rcgazog xaTsinot. Lys. 313 xwv iv 2dfj,w öxoaxtjywv. Frie. 277 aXV s'i xig vfioov sv Sctfiod-oäxt] xvy%ävsi [i,sfjbvrj}isvog. Rit. 785 Iva /*?/ xoißyg xijV sv 2aXafiivi. Th. 446 ävrjg ansS-avsv sv Kvnqut. Von sx: Plut. 521 s'finogog ijxwv ix ©sxxaXiag nag dnißTWV dvdganodtarmv. Lys. 59 ovöe TIagdXmv ovdsfiia yvvij ndga, ovo' sx SaXapivog. Rit. 262 xaxayayutv sx XsQQovqdov diaXaßoov dyxvgiffag. Von an o: Ecl. 918 tov an' 'loovlag xgonov. Von ig: Wesp. 1189 iym 6s xsS-soögtjxa nänox' ovdctfiot nkijv ig jflaoov. Lys. 411 sfjbol fisv ovv sßx' ig 2aXa[itva nXsvdxsa. Lys. 392 nXstv sg ^ixsXlav. Rit. 173 sxi vvv tov dqpS-aXfiov nagäßaXV ig Kagiav. frgm. 543 oxcog s%cov tov nalöa nooXtfasi 'g Xiov. Von svd-v: frgm. 656 not xrjxog; — si&i) SwsXiag. Auch wenn keine Präposition vorhergeht, ist das Fehlen des Artikels bei Länder- und Inselnamen die Regel. Nachdem die Mehrzahl der hierher gehörigen Stellen bereits oben unter den einzelnen bemerkenswerten Ländernamen mit angeführt ist, bleiben nur wenige Beispiele noch übrig: Wesp. 355 oxs Nd^og saXm. Vög. 504 Alyvnxov v. Hier ist Alyvnxov Prädikat und kann darum keinen Artikel haben: „Zu einem Ägypten, d. h. zu einer verweichlichten Stadt, hast Du ihre Heimat aus einem Athen gemacht". (Siehe dazu Kocks Erklärung, fragm. Com. Att. I. S. 538). D. Gebirgs- und Vorgebirgsnainen. Nur gering ist die Zahl der bei Aristophanes vorkommenden Gebirgs- und Flufs- namen; auch sind die meisten der folgenden Stellen melischen und nicht jambischen, also zu sicheren Schlüssen über den damaligen Sprachgehrauch nicht berechtigenden Par- tieen entnommen. Demgemäfs lassen sich bei dem geringen Material, welches die hier gesammelten Beispiele bieten, nicht feste Einteilungsgründe für bestimmte Klassen und Unterscheidungen aufstellen, wie dies Kallenberg in seinem oben wiederholt erwähnten Programm gerade bei diesen beiden Gebieten der Eigennamen, den Gebirgen und Flüssen, gethan hat auf Grund seiner Beobachtungen in dem weiten Gebiet der griechischen Prosa. Immerhin scheint durch die Überlieferung des Aristophanes die allgemeine Regel auch für die Gebirgsnamen Bestätigung zu finden: Die Namen von Gebirgen werden ohne Artikel gebraucht, falls nicht besondere Gründe, wie die Anaphora, ihn veranlassen. Eine deutliche Anaphora liegt vor Wölk. 323 ßXsns vvv ösvgl ngög tijv üagv^d- 1 ' rdrj ydq ogw xaTiovdag — 22 — rj7il Taivdqm &s6g. Lys. 1251 oxa xol [itv sn' Aqxa[itxiM xüg Mijöcog svixcuv. Wölk. 401 aXXa zov avxov ys vscbv ßdXXsi xal Sovviov, dxqov A&qvsoov. — Auch KwXidg Lys. 2 ist nach dem Lexikon von Passow ein Vorgebirge in Attika, zugleich aber heilst nach dem Scholiasten z. d. Stelle jene ganze Gegend KcoXidg , in der ein Tempel der KeaXiäg Idipqodixri stand. Jedoch ist an unserer Stelle: ... avxdg sxdXsösv ij 's Ilavög ij'nl KooXvdö' ij 's rsvsxvXXiöog nach meiner Ansicht unter KcoXidg die Göttin selbst zu verstehen; der Wechsel der Ausdrucksweise schliefst diese Deutung nicht aus: „Hätte man sie in den Tempel des Pan oder der Genetyllis oder zur Kolias hinbestellt". Dazu kommt, dafs KooXidg auch Wölk. 52 der Name der Göttin ist, nicht die Bezeichnung ihres Tempels oder Wohnorts: öandvtjg XcKpvyfiov KmXidöog rsvsxvXXiöog. E. Flufsnamen. Die wenigen bei Aristophanes vorkommenden Namen von Flüssen und Gewässern, für die auch das über die Berge im allgemeinen Gesagte gilt, stehen fast alle ohne Artikel: Wölk. 272 «V dqa NsiXov 'v nqo%oaTg vddztov %qvösaig dqvsöihe 7tqö%ot,cliv. Th. 855 NsiXov jxsv a'ids xaXXmaqd-svoi qoai (nach Euripides). Vög. 774 b%&<>) scps£6fisvoi naq' Eßqov Ttoxafiöv. Vög. 1121 äXX* ovxoöl xqs%si xug*AX