Gelehrtenschule des Johanneums. Zum Vokalismus des Herodotischen Dialektes. Von Dr. Adolf FHtsch. Hamburg, 188 8. Gedruckt bei Liitcke A Wulff, Kinos Holipn Senator, wie auch des .Tohanueums Buchilruekoi-n. 1888. Progr. Nr. (¡8C>. ¿jk z? (¿m) $*&,&£ Ziu den bis jetzt am wenigsten geförderten Fragen griechischer Dialektforschung gehört die Sprache des Herodot. Die Versuche auf Grund der Handschriften allein bei Herodot zu einigermaßen sicheren Resultaten zu gelangen sind als gänzlich mißlungen anzusehen. Es schließt dies nicht aus, Bredow's Werk (Quaestionum criticarum de dialecto Herodotea libri IV) nach wie vor als ein musterhaft sorgfältiges, gelehrtes Buch anzuerkennen, das immer ein unentbehrliches Hülfsmittel bei Studien über den herodotischen Dialekt bleiben wird. Die Ergebnisse desselben müssen freilich als durchweg zweifelhaft bezeichnet werden. Nicht besser steht es mit den Untersuchungen von Struve und anderer. Von Neueren hat vor allem Merzdorf über den Dialekt des Herodot gehandelt. Derselbe erörtert in seiner ersten Abhandlung (G. Curtius' Stud. VIII 125 fi.) die Frage, in welcher Weise der Zusammenstoß von Vokalen geduldet oder vermieden werde. Auch Merzdorf stützt sich lediglich auf die Handschriften und zwar so, daß er die Richtigkeit oder Unrichtigkeit einer Form je nach der Majorität ihres Vorkommens in den Handschriften entscheidet. Ich habe schon in meiner Anzeige dieser Abhandlung (Fleckeisen's Jahrb. 1876 S. 108) diese Methode angefochten und u. a. darauf hingewiesen, daß Merzdorf, indem er z. B. in Verfolgung dieses Princips dazu kommt, im Conj. Praes. der Verba auf -£m nur nach Vokalen Contraction anzunehmen (notr¡), nach Consonanten aber nicht Qoy.r¡), diese Entscheidung nur nach der Mehrheit einer einzigen Form trifft. Eine schärfere Verurtheilung dieses Princips kann es natürlich nicht geben. Die Benutzung der Inschriften verwirft Merzdorf, wenigstens für die Contraction: in der Volkssprache sei bereits lange contrahirt worden, während die elegantere Sprache des Schriftstellers die uncontrahirten Formen noch beibehalten hätte (a. a. O. S. 147); demgemäß entscheidet er sich trotz tnoísiv auf jener milesischen Inschrift des 6. Jahrh. dafür, daß bei Herodot tnoCts zu schreiben sei. Daß dies unrichtig ist, habe ich schon a. a. 0. gezeigt, Merzdorf selbst aber hat dann die Unhaltbarkeit des „Majoritätsprincips" sehr wohl eingesehen und sich Stud. IX 201 deutlich darüber ausgesprochen, daß auf diesem Wege nicht weiter zu kommen sei. Wird nun aber die Glaubwürdigkeit der Handschriften angefochten, so haben wir zu erklären, wie denn die unrichtigen Formen in dieselben hineingekommen sind. Schon längst war es eine allgemein anerkannte Thatsache, daß in unsern Homertexten viele Formen falsch geschrieben sind; für eine große Zahl derselben fand man eine Erklärung in der falschen Umschrift des E und O. Aber damit kam man nicht aus, genug des lautlich und grammatisch Unmöglichen blieb zurück. Daß nun auch vielfach attische Formen bei Homer wie in andern Schriftwerken sich finden, wo sie nicht hingehören, daß namentlich die spätere Aussprache des Griechischen mancherlei falsche Lesarten veranlaßt hat, ist längst anerkannt. Neuerdings aber hat man eine viel weitergreifende Umgestaltung unserer Texte nachzuweisen gesucht, so namentlich Kirchhoff, v. Wilamowitz, Fick, Führer. So läugnet z. B. v. Wilamowitz jene falsche Umschrift, er schreibt vielmehr alle Umgestaltungen bei Homer wie bei den älteren Attikern, den Elegikeni, Hesiod u. s. w. dem fi,eT,axaQaxTi¡(¡ifífiÓQ zu, den die Texte hauptsächlich im 4. Jahrhundert v. Chr. erlitten haben, vgl. Homerische Untersuchungen S. 286 ff. Mag man dieser Anschauung beipflichten oder sie bekämpfen, wie es Ludwich thut (Aristarch's Homerische Textkritik II S. 404 ff.), in Bezug auf den Herodot bleibt es eine unumstößliche Thatsache, daß denselben ein „einschneidender und verderblicher /jiiayaçay.rqçKj/joç betroffen hat." Ein Hyperionismus entstellt denselben, der bereits in der Zeit Hadrians für die richtige Jas angesehen ward (vgl. Wilamowitz a. a. ü. S. o 15). Wir haben uns nun die Frage vorzulegen, wie wohl dieser Hyperionismus entstanden sein mag? Es ist eine längst anerkannte Thatsache, daß von den Alexandrinern, wie ver- muthlich schon früher, die Sprache des Homer und Herodot kaum unterschieden ward. Die Folge davon war, daß eine Menge homerischer Formen in den herodotischen Text eingeführt wurde, Formen, die oft gar nicht ionisch sind oder eine frühere Epoche darstellen. So bildete man sich eine ganz falsche Vorstellung von dem ionischen Dialekt. Dahin gehört z. B. die angebliche .¡große Vorhebe der Jas für die offenen Vokale". Der Glaube an diese Vorliebe mochte wohl auf der Beobachtung beruhen, daß die Ionier in vielen Fällen offene Vokale haben, wo im Attischen contrahirt wird, so sagen sie z. 13. so, &a, sov in ytvtoç 'Hoayj.toc, c EQfj,tw no'Ltxeui, noitwv, fiovaíwv, fíoasioéojv, noiiwGi, noitovci u. s. w., wo im Attischen durchweg Contraction eintritt. Wie man sieht deuten die angeführten Beispiele sehr zahlreiche Gruppen von Wörtern an. Damit vereinigte man nun homerische Formen, wie r¡%st, aTiovisaeai, ôoxést, ydovfsiç u. dgl. und mischte so nichtiges und Falsches durcheinander, wie es noch heute in unserii Ausgaben steht. Dieser unrichtigen Vorstellung von dem ionischen Dialekt haben wir andrerseits auch das Eindringen attischer Formen mit zu verdanken, wie z. B. das Mchtachten der. Psilosis und vieles andere; oft genug setzte man auch, absichtlich oder unabsichtlich, die geläufigere attische Form statt der dialektischen. Trotz alledem ist manche Eigentümlichkeit handschriftlich gewahrt, die jetzt inschriftlich bestätigt wird, wie z. B. y.i-ü-wv für %mú>v, IqyáGaxo für slyyUGccro, aber blindlings darf man der Ueberlieferung nicht folgen. Vor allem wird man weder ihren bunten Wechsel von Formen beibehalten dürfen, wie es in den Ausgaben geschieht, noch auch je nach der Majorität des Vorkommens sich für die eine oder andere Form entscheiden. Zuverlässigen Anhalt für die Entscheidung von Echt und Unecht haben wir vielmehr bei den Inschriften zu suchen, nächst diesen bei den ionischen Dichtern. Die erste Sammlung ionischer Inschriften gab Ermann 1872 (Curt. Stud. V 251 ff.), zugleich mit einer Darstellung des Dialektes derselben. Wie sehr aber neuere Funde das Material vermehrt haben, zeigt ein Blick in Cauer's Delectus 3 vom Jahre 1883. D Seitdem ist mancher Fund hinzugekommen, und nicht alles davon war so leicht zugänglich wie die Inschrift von Oropos (Hermes XXI). Eine möglichst vollständige Sammlung aller ionischen ') Keinen besonderen Gewinn bringt die Dissertation von Karsten: de titulorum Jonieorum dialecto, Hal. 1882. Inschriften war iängst dringendes Bedürfnis ; dem hilft die vor Kurzem erschienene Sammlung ab von Fritz Bechtel „die Inschriften des ionischen Dialekts" (Göttingen 1887). Die verdienstliche, sorgfältige Arbeit, in der durch neue Abklatsche viele richtige Lesarten gewonnen sind, und in der der gelehrte Herausgeber manche neue Aufschlüsse in scharfsinniger Weise zu sichern sucht, hat Anspruch auf den vollsten Dank eines jeden, der sich mit Studien speciell des ionischen Dialekts abgiebt. Zu bedauern bleibt nur, dalà kein einziger Index den Gebrauch des Buches erleichtert; es. ist z. B. jetzt schwer möglich, überall die Bemerkungen zu berücksichtigen, die der Herausgeber zur Erläuterung zahlreich eingestreut hat, man findet sie nicht immer schnell wieder. In der Eintheilung der Inschriften befolgt Bechtel im Ganzen dasselbe Princip, das Wilamowitz in der Ztschr. f. Gymnasialw. 1877 S. 645 angedeutet und das auch Cauer in seinem Delectus 2 angenommen hat. Er sondert drei Hauptgruppen: I. Euboia: 1) Chalkis, 2) Eretria und Styra. II. Kykladen: 1) Naxos und Keos, 2) Délos, Paros mit Thasos und Pharos, Siphnos, 3) die übrigen Kykladen. III. Klein - Asien : 1 ) die 12 Städte : a) Miletos, Myes, Priene, b) Ephesos, Kolophon, Teos, Klazomenai, Phokaia, c) Chios und Erythrai, d) Sainos. 2) Halikarnassos und die übrigen Städte Kariens. Jedem Ort sind seine Kolonieen hinzugefügt, und in jeder Abtheilung ist wiederum möglichst die zeitliche Reihenfolge beobachtet (nur die chalkidischen Vaseninschriften und die Münzen sicüischer Herkunft sind einer besonderen Bearbeitung vorbehalten ; die thasischen Theorenverzeichnisse sind schon früher von Bechtel herausgegeben: Gott. 1884). Die Eintheilung beruht auf Verschiedenheiten in der Sprache, die man zwischen den einzelnen Gruppen beobachtet hat, nur bei den Kykladen stützt sich die Scheidung der beiden ersten Gruppen bis jetzt allein auf Beobachtungen über das Alphabet, wie sie von Kirehhoff und Dittenberger angestellt sind; sprachlich ist noch keine Verschiedenheit erwiesen. Ob die Trennung der karischen Städte Halikarnass u. s. w. von den übrigen kleinasiatischen berechtigt ist, muß erst noch die Zukunft zeigen, bis jetzt ist jedenfalls ein Unterschied nicht gefunden; über das einzige, was vorgebracht ist, den Dat. zuïç s. Anhang. Nun werden aber Einwendungen dagegen erhoben, zur Feststellung des herodotischen Dialekts die Inschriften heranzuziehen, vor allem von Stein, dem verdienten Herausgeber, Erklärer und Uebersetzer des Herodot. Derselbe lehnt die Benutzung der Inschriften sehr entschieden ab, zuletzt in Bursian-Müllers Jahresberichten, Bd. 42, 13. Jahrgang, 1885, S. 132 f., bei Besprechung seiner kleineren kritischen Ausgabe. Seine Gründe sind ■ folgende : „einmal ist der äußere Umfang dieser Inschriftentexte, die jüngeren eingerechnet, und ihr sprachliches Material so dürftig und lückenhaft, daß sie auf viele der zu stellenden Fragen gar keine Antwort geben. Diese Inschriften sind ferner sehr verschieden an Herkunft und Alter, und weit entfernt eine einheitliche Sprachform darzustellen, sind sie — ganz entsprechend der vollbezeugten Zersplitterung des Dialektes in lokale Spiel- und Mischarten — voll von Ungleichheiten aller Art. Und dieser Mangel an Gleichförmigkeit zeigt sich selbst in den Denkmälern desselben Lokals, derselben Zeit, ja häufig genug in dem Texte ein und derselben Inschrift." Es wäre sehr erwünscht gewesen, wenn Stein die beiden letzten Sätze durch Beispiele erläutert hätte. So wissen wir nicht, was er meint und sind auf Vermuthungen 1* -* — 4 angewiesen. Wo sich wirklich Verschiedenheiten auf derselben Inschrift finden, da werden diese natürlich in jedem Falle besonders zu prüfen sein. Meistens sind die Gründe dafür leicht zu finden. So verdanken auf Inschriften von Samos attische Formen ihr Dasein den Kleruchen aus Attika; auf Chios erkennen wir Einfluß des lesbischen Dialekts ü. s. w. Der Wechsel aber z. B. von o und v auf sehr vielen Inschriften zeigt uns, daß sich beide Vokale in der Aussprache wenig oder gar nicht von einander unterschieden. Kein Verständiger wird deshalb verlangen, daß in den Herodottexten aotóc oder gar aoróc zu schreiben sei. Mit Recht macht sich Stein (a. a. O. S. 130) über den Vorschlag lustig, táora (!) für tavxa zu schreiben. Schwerlich aber wird Stein einen thatsächlichen Widerspruch auf derselben Inschrift oder auf Inschriften desselben Ortes und derselben Zeit anführen können. Die Verschiedenheiten sind vielmehr zeitlich oder örtlich. Die zeitlichen beruhen auf selbständiger Entwicklung des ionischen Dialekts oder auf dem Eindringen der attischen Sprache, neben der sich noch lange gewisse ionische Eigenthümlichkeiten gehalten haben, wie die Genetive auf -ew, -ioç, -soç neben -svc, das ionische r¡ z. B. in c 'Uqi¡ u. s. w. Wer wird aber deshalb ein ^ïqictoxX(ovç oder dgl. für ionisch ausgeben, oder auf Grund einer solchen Form bezweifeln wollen, daß der allein richtige Genetiv der Nomina auf -xXijç im Ionischen auf -xkioc lautet? In späterer Zeit wird daraus -xXsvc, aber das hat mit Herodot nichts zu thun. Die örtliche Verschiedenheit ist längst erkannt und hat schon 1877 Wilamowitz zur Aufstellung jener Eintheilung veranlaßt, die sich inzwischen durch neue Funde nur bestätigt hat. Diese Verschiedenheit beweist aber nicht das Geringste gegen die Benutzung der Steine für die Feststellung des herodotischen Dialekts. Herodot schrieb nicht euböisch oder inselionisch, sondern milesisch wie seine Vorgänger, er schrieb in der Sprache der Stadt, die vor Athen den glänzenden Mittelpunkt geistigen Lebens in Griechenland bildete (vgl. Fleckeisens Jahrbücher 1876 S. 110). In der Sprache Milets besitzen wir einige Inschriften, die uns manchen Aufschluß über den milesischen Dialekt geben. Die Sprache desselben stimmt aber auch ganz überein mit der auf den Inschriften der übrigen ionischen Städte, eine Verschiedenheit ist bis jetzt wenigstens noch nicht entdeckt. Und bei solcher Lage der Dinge sollen wir die aus den Inschriften gewonnenen Resultate nicht benutzen dürfen für den Herodot? Für die attischen Schriftsteller werden doch längst die Inschriften der betreffenden Zeit benutzt und sorgfältig alle Thatsachen verzeichnet, die sich aus den dahin einschlagenden Untersuchungen für Feststellung des Textes ergeben (vgl. v. Bamberg, Zeitschr. f. d. Gymnasialw. 1886, Jahresber. S. 1 ff.). Warum soll nicht dasselbe für das Ionische geschehen? Wenn die mühevolle Arbeit des frühverstorbenen, tüchtigen Gelehrten Merzdorf im 8. Bande von Curt.'s Studien ein Verdienst hat, so ist es dies, endgültig nachgewiesen zu haben, daß mit den Handschriften allein in Bezug auf Feststellung des Textes bei Herodot nichts anzufangen ist. Merzdorf suchte nach Gesetzen beim Zusammenstoß von Vokalen, er fand ein ganz verwickeltes System, wie z. B. ass, oiss bleibt, iss, vss u. s. w. aber zu ist, vsi wird (vgl. die Uebersicht a. a. 0. S. 180), ein System, das ihm Niemand geglaubt hat, und Niemand glauben wird. Die Inschriften dagegen lehren in völliger Uebereinstimmung die einfache Regel : gleichartige Vokale werden zusammengezogen, ungleichartige bleiben erhalten, nur bei Häufung von Vokalen tritt in letzterem Falle Hyphaeresis oder unter Umständen Contraction ein. So wird immer st zu si, set zu si, tij zu r¡: es heißt tcoisT, noislv, tnoiti oder inotsiv, ßaaiXs7c wie 'EqstqieTïç; noiêsi, noiêsiv, tnotss ist so sicher falsch, wie nur überhaupt irgend etwas wissenschaftlich bewiesen werden kann. Daß détjzai die Regel nicht umstößt, zeigt der gleiche Gehrauch im Attischen (Ueber sr¡ zu t¡ siehe die Belege im Anhang). Wie noisïv sind auch die Inf. der Verba auf -am und -ó« contrahirt: Sqàv, oQaa&ai, ßsßaiovv u. s. w. Dagegen heißt es immer so, sm, sa wie tsfitvsoç, fiaoïlioç ^AnoXXbovCösm, sïèfwaw, Nvfiyfwv, yÍQscc, yêaç, yêcciç (aber yí¡, yîjv), %qvc war ebenfalls durch seine Form vor dem attischen scharfen Hauchlaut geschützt. Im Attischen wird sïqyvvm und eÏQyw^âurch den Hauchlaut unterschieden, Stein setzt überall spiritus lenis, aber eQxxr¡. Oft genug haben einzelne Handschriften, namentlich C und E den spiritus lenis bewahrt, so in iödilia I 24, sllicGuiv I 38. Die Handschriften haben ol^oç, nicht okfiog, wie in den Ausgaben steht. Grammatikerzeugnisse bestätigen die Psilosis öfters, so Tzetzes zu Hes. p. 109 : %o %Xi% "Aitiy.ol öaavvovGiv, oí ôè lomoï návTsc, xpü.ovGir. — iih'xaro Eustath. 234, Hdt. VII 90 in den Ausgaben slfa'XttTo. Zu Hipponax fr. 7, 1 acpt] y.al ccq/ju y.al -cd loma ol "lowtc ipü.ovai, und sonst. Noch eine andere Frage berührt Stein a. a. 0. S. 133, nämlich die inBetreff des v naçaym- yix 6v. Er äußert sich darüber folgendermaßen : „Das v finale erscheint auf den ionischen Inschriften zwar ebenso regellos wie auf den attischen, verhältnismäßig aber noch viel häufiger, während die ältesten Handschriften (A B), die hier allein maßgebend sind, nur geringe Spuren desselben zeigen und zu dem Schlüsse führen, daß Herodot — ob zuerst und allein? — sich dieses Parasiten für den litterarischen Gebrauch grundsätzlich enthalten habe. Man müßte denn annehmen, eine ausputzende Hand habe gerade an diesem Buchstaben ihre Arbeit mit einer Ausdauer und einem Erfolge durchgeführt, wie sonst nirgends. Und dies angenommen, nach welcher Regel soll ein Herausgeber den „verlorenen" Buchstaben herstellen?" Das Vertrauen auf die Handschriften hinsichtlich des Dialektes theilen wir nicht, aber wer sich die Mühe geben wollte, Stein's kritische Anmerkungen daraufhin zu durchmustern, würde noch eine recht beträchtliche Anzahl von Stellen finden, wo namentlich C und R dieses v haben; aber auch A und B bieten es nach Stein's Angaben, wenn auch freilich ziemlich selten, so steht z. B. in den Anmerkungen: I, 7 ntQirjlSs A!R: nsQir¡ldtv, 10 ¿xmqíí A 1 : txoictfv, 11 eîx s A X P: sïxsv ; ttqÓg&s A 1 C: ttqÓg9-sv; s'Xsys A 1 : i'Xsysv, 17 y.attßaXs A 1 , y.actßaXtv reliqui; wir sehen, wie eine „ausputzende Hand" hier thatsächlich an der Arbeit ist. Uebrigens ist vielfach an den Stellen, die Bredow S. 103 anführt für erhaltenes v, bei Stein keine Variante angegeben. Daß nun aber Herodot im Widerspruch mit der Sprache des Volkes, wie sie bei Dichtern und auf Inschriften uns sicher verbürgt vorliegt, dieses v grundsätzlich gemieden habe, ist ein Ding der Unmöglichkeit. Auch wäre ein Grund oder ein Zweck hierbei ganz unerfindlich. Es gehört das Ausmerzen des v naqaywyixóv vielmehr zu der Vorstellung von der großen Vorliebe der Ionier oder der herodotischen Sprache für offene Vokale. Das ist auch offenbar 7 — der Grund, weshalb dasselbe erst allmählich aus den Handschriften und dann aus den Ausgaben verschwand. Bei Gaisford und Lhardy finden wir dasselbe gar nicht so ganz selten geschrieben. Was nun das Vorkommen des v auf den Inschriften anlangt, so steht es keineswegs so regellos, wie Stein annimmt; auf den asiatischen Inschriften des 6. und 5. Jahrhunderts ist es vielmehr nur ein einziges Mal vor Vokalen weggelassen und zwar in einem Vers : Abdera No. 162 Evyçmv íísnoCrja" ovx aoar¡c f/áoioc. Sonst steht es vor Vokalen immer, vor Konsonanten meistens (die Stellen bringe ich bei nächster Gelegenheit, vgl. Erman Stud. V 279), so hat z. B. der Dativ Plur. immer v, ohne v steht nur e&tjxs, äved-ijxs, xatí-dtjxs, eômxe t'armas, auch onusd-s (Halik. No. 240, es). Auf Inschriften des 4. Jahrhunderts fehlt v häufiger. Ein Herausgeber des Herodot wird also jedenfalls dieses v in den den Inschriften analogen Fällen zu setzen haben. Aber darauf kommt es gar nicht an, wie oft es gesetzt wird, sondern nur darauf, daß der falschen Vorstellung ein Ende gemacht wird, es habe Herodot aus Vorliebe für die offenen Vokale das v naQayoiyixóv gemieden. Ueber das sonstige Vorkommen dieses v vgl. G. Meyer 2 § 306. Daß die Inschriften nicht in allen Fällen Aufschluß geben für die Feststellung der Texte, versteht sich von selbst, aber das darf doch nimmermehr als Grund angesehen werden, sie überhaupt nicht zu benutzen. In recht wesentlichen Punkten geben sie uns jedenfalls bereits das Richtige an die Hand, in andern werden wir uns Raths erholen bei den ionischen Dichtern. Ahrens hat zuerst darauf aufmerksam gemacht (Verhandlungen d. XIII. Phil. Versig. 1852 „über die Mischung der Dialekte in der griechischen Lyrik"), daß die iambische Poesie der ionischen Dichter in reinem ionischen Dialekt abgefaßt sei; zum Beweis führt er das Augment an und den Dat. PI. der zwei ersten Deklinationen; etwas anders stehe die Sache in den trochäischen Gedichten, wo sich Anklänge an die Sprache des Epos fänden. Dagegen schließe sich die Elegie in Form und Sprache an das Epos an, aber auch hier sei ein Unterschied wohl zu bemerken, indem die Elegiker verschiedene veraltete Formen des Epos nicht gebrauchten, wie die Deklinationsformen auf -yiCv), die Infin. auf -sfisvai, die sogenannten distrahirten Formen der Verba auf -áw, andrerseits jüngere Formen mit aufgenommen hätten, wie xa>c, xori. Bei Anakreon dagegen habe die melische Poesie der Lesbier auch den Dialekt beeinflußt. — Die Beobachtung von Ahrens in Bezug auf die melische Poesie ist kaum bestritten worden. Vielmehr gilt es seitdem als ausgemacht, daß dieselbe, und zwar die der Ionier ebenso wie die der Aeolier, von Homerismen frei sei (vgl. Renner, Curtius Stud. I, Meister I 23), indeß die Consequenzen aus dieser Anschauung sind, wenigstens für die Ionier, nicht gezogen worden. Es erörtert die Frage von Neuem Führer, Programm v. Münster 1885, der besonders Ahrens' Ansicht von Dialektmischung in der trochäischen und elegischen Poesie bekämpft. Speciell über die Ionier handelt Fick in Bezzenb.'s Beitr. XI 242 ff. „die Sprachformen der altionischen und altattischen Lyrik". Derselbe sucht nachzuweisen, daß ein Unterschied zu machen sei zwischen den älteren ionischen Dichtern Archilochus, Semonides, Mimnermos, Hipponax, etwa 700—540, und den jüngeren: Xenophanes, Phokylides, Ananias, Anakreon. Die ersteren hätten kein xs, sondern nur äv, keinen Genetiv auf -ao, -aoav, keinen Dat. PI. auf -sow* in nicht -sa Stämmen, keinen Infinitiv auf -¡jbsvai, u. s. w., die jüngeren dagegen gebrauchten diese Formen zahlreich. Der Gen. Sing, auf -oto bei den älteren Dichtern sei nicht der homerischen Poesie entlehnt, sondern gehöre zu altem poetischen Erbgut (ebenso Führer in Bezug auf die aeolischen Dichter und Anakreon), desgleichen rjsfaoç. Es ist hier nicht der Ort, im Einzelnen die Angaben Fick's zu prüfen, jedenfalls wird man im Großen und Ganzen demselben beistimmen müssen; nur auf Eines sei hingewiesen: den Unterschied, den Ahrens zwischen der Elegie und den Jamben beobachtet hat, läßt Fick unerörtert, und doch finden sich außer dem Gen. auf -01,0 Anklänge an Homer in den Elegien, so Mimn. 12 ^oôoôaxtvXoç 'f/«ç ebenso wie 3 Hmç rJQiyfvsia Hipponax fr. 85. Archil. 9, 3 xaxá xvfia jcoXvyXofäßoio d-alar\ç u. s. w. vgl. Renner „über das Formehvesen im griech. Epos". Ob der Einfluß des Epos sich nur auf solche Anklänge beschränkte, wird darnach im Zusammenhange festzustellen sein. Im Wesentlichen ist jedenfalls auch die Sprache der Elegien rein ionisch, wie das schon Ahrens für verschiedene Punkte gezeigt hat. Ein jeder Dichter gebrauchte die Sprache seines heimischen Landes, und demnach ist folgerichtig bei Archilochos der inselionische Dialekt zu Grunde zu legen (vgl. auch Wilamowitz Homer. Unters. S. 318), bei den übrigen das asiatische Ionisch. Das Versmaß ist es, das in vielen Fällen die richtige Lesmag an die Hand giebt und demgemäß die ionischen Dichterfragmente neben den Inschriften zu einer zweiten sicheren Quelle bei Feststellung des ionischen Dialektes macht. So werden z. B. die Contractionsgesetze durch dieselben lediglich bestätigt, ein noifew giebt es so wenig wie ßaaiXesc oder naïç oder &fçeï, die natürhch auch aus Herodot zu verbannen sind. Bei einer kritischen Feststellung des herodotischen Dialekts werden also die Inschriften sowohl wie die älteren ionischen Dichter zu befragen sein. Auch wird man nach wie vor nicht unterlassen dürfen, zum Vergleich Homer und Hesiod heranzuziehen, denn neben den alten und aeolischen Bestandtheilen stecken doch auch viele ionische Formen in denselben. Die andern ionischen Schriftsteller, etwa den Hippokrates heranzuziehen, hat bei dem dermaligen Stand der Ausgaben wenig Zweck. * Meine Absicht war aus dem Vokalismus bei Herodot diejenigen Fälle zusammenzustellen, in denen ein langer Vokal einem attischen kurzen entspricht, wie ¡lovvoç, ¡lovoç; es läßt sich dabei z. B. unschwer nachweisen, daß eine Form wie ovvo^ia im Ionischen nie existirt hat, nur in Verbindung mit dem Artikel lautete das Wort xovvopa. Bei der Sammlung derselben kam ich zuletzt auch auf die Wörter auf -r¡io-, aber indem ich die Einzelheiten festzustellen suchte, wurde ich länger aufgehalten, und so muß ich mich begnügen, nur eine Zusammenstellung der Nomina auf -t¡io- (= ovi) und -«0- in Ableitungssilben zu geben, denen -no- im Attischen entspricht. Ueber -t¡io- = -ävi, wie in Xr¡Cr¡, or¡ioc u. a. wird gesondert zu handeln sein, ebenso über Kyioç u. a. In einem Anhang suche ich auf Grund von Bechtel's Inschriftensammlung einige Punkte zu erörtern, auf die ich bei meiner Untersuchung nebenher geführt ward. -^ -t)io- (-evi) und -eio- in Ableitungssilben (attisch -ao-). Im Ionischen finden sich zahlreiche Nomina mit der Ableitungssilbe -r¡w-, der im Attischen die Silbe -sio entspricht. Wie dieses i¡ aufzufassen sei, darüber sind verschiedene Ansichten aufgestellt. G. Curtius geht Stud. II 188 davon aus, daß sich nicht alle diese Nomina auf einen -sv- Stamm zurückfahren lassen, Avie z. B. Cewtjia, noXsfir¡i,a und kommt daher zu dem Schluß: „daß das griechische ¿, wo es zwischen zwei Vokalen steht, vielfach wie das <>- — 9 — lateinische Jod die Kraft gehabt hat, den vorhergehenden Vokal zu verlängern" (vgl. Grdz. 5 631). G. Meyer, Griech. Gramm. 2 S. 79 § 67 lehrt: „Dehnung von s zu i¡ durch folgendes i hegt hauptsächlich vor in den auch dor. Adjectiven auf -r¡ioc = -ttoç. Zwischen e und * hat sich ein halbvokalisches i entwickelt, das sich leicht zur Spirans auswuchs, . . . ihr Stimmton hat dann das s gedehnt". Als zweifelhaft stellt es Merzdorf, Stud. IX 244 hin: „ s wird vor 4 in einigen Adjektiven, sei es durch die Kraft des i, wie Curtius, sei es durch Analogiebildung, wie andere wollen, zu r¡. u Eine Entscheidung über diese Frage kann indeß erst versucht werden, wenn das Material etwas vollständiger als bisher vorliegt. Ich gebe dasselbe zunächst aus Herodot unter Angabe der Varianten der Handschriften nach Stein's großer kritischer Ausgabe ; dem füge ich bei, was ich aus Homer, Hesiod, den älteren ionischen Dichtern und den Inschriften gesammelt habe. Und zwar führe ich zuerst diejenigen Nomina an, die von -sv- Stämmen abgeleitet sind, dann die übrigen. Für die Entscheidung, zu welcher Classe ein jedes Wort zu stellen -sei, war natürlich nöthig, die betreffende Angabe zum Beweis hinzuzufügen. Ferner schien es mir wünschenswerth, über das sonstige Vorkommen des einzelnen Wortes im Allgemeinen Auskunft zu geben. Auch die von -sc- Stämmen abgeleiteten Nomina auf -sio- führe ich an, um zu erweisen, daß ein áXi¡d-r¡ír¡ und dgl. nicht existirt hat. Wie weit schließlich Wörter auf -r¡io- im Aeolischen und Dorischen vorkommen, mußte ebenfalls zur Erklärung der ganzen Erscheinung vorgebracht werden. Was mir etwa entgangen sein sollte, wird sich leicht in die aufgestellten Abtheilungen einordnen ohne dieselben umzustoßen. Vollständigkeit ist bei solchen Untersuchungen schwer möglich. 1. Von -sv- Stämmen abgeleitete Nomina auf -r¡io-. a) -7¡iov = -slov, -r¡Cv, Stein tçijiov, „Opferthier", „Schlachtvieh", ohne Variante I 132, II 39, 69, IV 60, 61 (5 Mal), 62, V 8, VI 57, bezeugt auch von Greg. Cor. § 3 (S. 379, Schaeter); Hom. IsQ^iov „Schlachtvieh", X 159, l 23, £ 94, 250, q 600. Inschriftlich ist der Gen. lsQr¡ov 2 -*- 10 — überliefert auf einer Inschrift von OroposNo. 18, 33 und 36, um 400 v. Chr. (lieber das fehlende t Wilamowitz, Hermes XXI S. 100, Eoehl JGA No. 382, Bechtel No. 108 a. Doch ist in den dort angeführten Beispielen 1 nur am Ende ausgefallen xrj, Mávr¡ u. a., aber nicht wie hier zwischen zwei Vokalen.) Auch lesbisch icrjiov, Cauer Del. 2 435, 429 B., delphisch IfQrjiov, Cauer Del. 2 204, 14. — att. IsqíIov ; Uqsvç und îs qu'ai Homer. xva(pr¡iov „Walkerwerkstatt", ohne Variante IV 14; I 92 ist dagegen xvccfifi'ov falsch überliefert für y.váyov. — att. xvccptïov, yvayslov ; xvatpsvg Hdt. und Attiker. xvacpsvw Aristoph. (xavtr¡iov „Weissagung", ohne Variante I 46, 48, 49, 53, 55, 90, 91, 157, II 29, 52, 54, 55, 83, 111, 133, 139, 152, 158, 174 (4M), III 16, IV 164, V 80, 89, 91, VI 35, VII 111, 142, 178, VIII 51, IX 33; rsy.vo¡jai>zr¡ior V 92 ??. — pavxrjiov Horn, /j 272, /javzrjov Pind. P. V 69. — fiavTr¡í7¡ „Weissagen", ohne Variante II 58, 83, VI 57 nqopiavxvxavr¡Cr¡ ohne Variante VI 110. — 7tqvxavr\iov ist auch inschriftlich aus dem milesischen Dialekt überliefert und zwar auf einer Inschrift von Prokonnesos, bald nach 600 vor Chr. Bechtel No. 103. ttqvxuvsTov auf einer im ersten Jahrhundert v. Chr. fehlerhaft erneuerten Inschrift von Kyzikos aus dem 6. Jahrh. Bechtel No. 108b. — Auch lesbisch und dorisch nqvxavi\tov. att. nqvxavsXov, TiQvxaveCa; nQvxavsvw h. Horn. I 68 und att. von Thuk. an. nx(fí%7¡Ci!¡ „Bettelei" III 14: nxw/Jijv dz. — att. nxor/sia; nxwyevm Hom. Od. aatQccnqCtj ohne Variante III 89. aber I 192 aaxqanCr¡v CEd. aaxqant/a Xen., ffaxça nsv m Xen. GXQax7jCr¡ „Feldzug", ohne Variante II 159, III 17, V 99, dagegen I 71: oxqaxirjv B,. 171: GxQaxitjv C. 205: avQaxir¡v dz, axqaxiàv Suid. H 111: azqaxir¡v Bd. Ill 3: axQaxr¡íi¡v R: (jXQccxttjp, 39: axçariijv à. 67: axqaxirjç B. IV 83: gxqccxsíijv C. axoaxtr¡v ceteri. 84: Gxoaxiîiç ABC d. An anderen Stellen schreibt Stein Gxqaxir¡, obwohl es auch hier Feldzug bedeutet: III 56: Gxqaxr¡íi¡v Wesseling, VII 7: GxQaxt¡ii¡v Wesseling, 3S: GTqaxr¡¡r¡c Valckenaer, 174: GTQaxr¡íi¡ Valckenaer, VI 56: GxQaxitj R, Gxqaxr¡Cr¡c Reiske. Unzweifelhaft ist hier überall GXQaxrjCr¡ zu schreiben, wie es Stein auch IV 83 gegen die Handschriften gethan hat. t7TiGxQaxr¡(t¡ ohne Variante 1X3. — att. Gxqaxsía; Gxqaxiá „Feldzug" nach Passow nur poet., GXQarsx' w Thuk. Tragg. — Hom. gxqccxÓc. 4- 11 - tuqi.X7¡í7¡ „Ort zum Einsalzen, Einpökeln", II 15 (líyQi, TccQiytjíwv t'mV IJr¡lovaiaxoi)V : %aoi%(mv ABCP, %aoaysi(x)V B, ragiysim' dz und II 113 /ç to vvv Kavwßixov xalsvjAtvov gto/jcc tor NeO.ov xccl ¿ç Taqi%sCaç: taqiyjaç G. Dindorf. Warum Stein die pelusischen %aqiyr¡iai mit r¡ , die kanobischen mit s schreibt, verstehe ich nicht; überliefert ist r¡ an keiner Stelle, aber jedenfalls an beiden Stellen zu setzen. — att. raoiysia „das Einsalzen", %aQi%svüi Hdt. — Hom. tccqxvm „bestatten", nur Ilias. 77 456, 674 tuqxvgovgi, H 85 xaqyvúwGi, einige Hdschr. haben hier TuqysvMGi, %aoysvcu>úi (vgl. Lobeck El. I 463, Curtius Grdz. s 729). vèqr]iov „Wassereimer", ohne Variante III, 14, hellenist. vootiov, Aristoph. dafür vÔQia. iÏÔqsvu) Hom. Od. xaXxrjiov „Schmiede", ohne Variante I 68. ôo^oç ya'kxr¡ioq. er 328. — att. yalxelov ; %a).xevw Hom. ^4G0 und att. von Thuk. an. — %a'l.xr¡iov „Schmiedearbeit", „ehernes Gefäß", IV 81 4 Mal, an allen vier Stellen hat %aXxr'i'i'ov nur z, yulxi'ov B, ein Mal auch Ppr und d 2 , die übrigen ya'Kxelov. IV 152: yalxCov B. — onla %aixr¡ia „Schmiedewerkzeuge" y 433. — Daß yalxr¡ioc mit yáíxsioc yá'Kxeoc, nicht verwechselt werden dürfe,' zeigt Ahrens K.'s Ztschr. IV 159. b) -r¡iov = -siov, -i] it] = tía. AyjXkqioç ohne Variante IV 76, aber IV 55: àyû.lsiov P, V94: àyû.lsiov ABr.— att. ayü.J.sioc. Ayillsv ç. ßaGtlrjtoc oder %à ßaailr[ia ohne Variante I 30, 35, 98, 112, 178, 181, II 121 a, 130, 149, 150, 163, 169, III 14, 30, 31, 61, 64, 65, 72, 74, 76, 84, 118, 128, IV 20, 22, 33, 56, 57, 59, 68, 71, 120, V 25, ' 52, 53, 106, VII 16, 17, 59, 117, 194, 233, VIII 42, IX 110, 111. Eine Variante steht nur I 14: ßaoilsiov B. III 61 ßaat^ioiat: ßaGiirjici z.— ßaaikijCi] „die Königsherrschaft", ich erspare es mir die Stellen anzuführen, man findet sie Bredow 183 f. In den Handschriften herrscht gleiche Consequenz wie bei ßaoilyioc, eine Variante habe ich mir nur notirt zu III 84: ßaGilsia d. — ßaGilytog auch Hom. n 401, Hes. Op. 126, Theogn. 1191 und bei lesbischen Dichtern, Meister I S. 70. — att. ßccGiltioc, T« ßaGilsia, q ßaGilsia, Hom. ßaGilsvg, ßaGilsvw. dovlrjioc ohne Variante III 14 ¿gS-íjti oovli¡Ci¡. eovlr¡Cr¡ ohne Variante VI 12. Dagegen steht VII 8 y doi'liov t,vyóv. öovlsiov d. oovlr¡ír¡ noch Anakreon 114 durch den Vers gefordert, wenn auch erst durch Conjectur hergestellt: oovlr¡ír¡v Jacobs, cod. P ôov isiiiv. ■ — att. ôovlsioç, auch « 252, sonst Hom. dovlioc, nur in der Formel öovhov tjfiaç. ôovJ.evu) att. a'§oat¡íi] „Feldzug" VI 56, Stein ¿ÇodCrjOt: ¿ÇodioiGi sz, t^oôrjirjGif — In derselben Bedeutung steht auch l'Çodoç IX 19, 26. ¿Codevoo kommt erst bei Polybius vor, aber oôsvm A 569, Ap. ßhod., Kallim. Xenoph. und Spätere. — att. t"§oöia bei Poh/b. und Strabo, t'ÇoôeCa Inscr. ßosett. 42 neben GvvsÇodsveiv. An dem tCodyCij des Herodot ist darnach nicht zu zweifeln. xi¡qvxr¡iov „Heroldsstab" IX 100: xr¡qvxiov CP. — xr¡ovxc: Nfcrwg W 349, K 18 UvrÛ.oxoç W 514, Tlvloç à 639, 682, ïnnoi si 597. Nqlevç, Nr¡).r¡iáoric, Nr¡lsíor¡c Horn. — Auch Minnermus 9, 1 Nr¡Xr¡iov (ccotv), außerdem Qu. Sm., Ap. Ehod. Nykijtç Ap. Ehod. und Plut. JlT¡?.t¡iog ôo/ioç 2 60, 441, Qu. Sm.; ürjlsvc, JTi]lr¡iáoi]c, JTi]Xs(ôtjç Horn. TtQiffßqiov „Ehrengeschenk", & 289 und Anth. Plan. 351, Anth. Pal. 9, 656, 6. 7iQ6úfir¡tov o/jfjia Anth. 1, 19, 8. TTqeGßyk h. Hom. 29, 3 = nqicßa; kretisch nqeiyr¡ia, Cauer Del. 2 No. 119,29. att. to nqsaßttov. — nqsaßsvw kommt bei Homer allerdings nicht vor, Hdt. VII 2 heißt es „älter sein", doch ist es im Attischen gebräuchlich, zuerst bei Aeschylus, in der Bedeutung von „ehren", „hochachten". nvQr¡ío%' „Reibhölzer" als ältestes Feuerzeug h. Horn. Ill 111, der Vers wird zwar des Inhalts wegen verworfen, aber doch kann nvqr¡iov die ionische Form für das att. nvqtüov sein. nvqei'co „anzünden", Plato. Es verhält sich nvqr¡ior zu nvqsvw wie vdqr¡iov zu vöqtvw. nvqr¡iov auch Ap. Ehod. I 1184. (>wnr¡iov „Strauchwerk" N 199, 0 559, ip 122, g 473 h. Hom. XIX S. Fraglich ob von Qumevm „Strauchwerk abhauen" Anth. 6, 226 abzuleiten, oder ob nach Analogie gebildet. Zwei Formen auf -gXov stehen auf Inschriften, für die wir -jjiov erwarten müßten: xanr¡ltTov „Kramladen, Schenke", Jasos No. 104, 44, xanrjlsvm Hdt. u. a., att. y.anr¡ltiov. Der Dialekt ist aber auf dieser Inschrift „schon stark zurückgedrängt" B. Nicht anders steht es mit noqtjiov „Mittel zur Reise", Samos No. 221,21, 322 v. Chr., ebenso attisch. Kretisch noqt¡(w Cauer Del. 2 No. 119,29. c. Weibliche Benennungen auf -sia. Von Maskulinen auf -svç abgeleitete Feminina, die eine Person bezeichnen, haben sí, nicht r¡i. Es gehören hierher: lsQtCr¡ „Priesterin", die Ausgaben haben lqsCr¡, so ohne Variante V 72; I 175: Uqsh¡ Lhardy, II 53: ttqstai ABC, tcqiat PRdz, 54: Uçsiaç ABC, lqr¡tac PBdz, 55: lêqeiai ABC, Eust. Icqicti, PRdz, VIII 104: isqsíf¡ ABC, íqfr¡ R. — Bei Homer kommt das Wort nur ein Mal vor als Versausgang Z 300 Uqeiav, bei den älteren ionischen Dichtern 13 — -J r gar nicht; auf Inschriften drei Mal: Kykladen: Keos No. 48 îiçsia, 4.. Jahrh. (in einer fehlerhaften Abschrift Eangabe's steht IEPEA); Asiatisch: Pantikap. No. 123, 3. Jahrh. (?) IsQrj und Ephesos No. 150, Zeit Hadrian's, teqrj. ■ — attisch IfQtia, Eur. Orest. 261 UqKu, kurze Silbe durch den Vers gefordert, natürlich ist auch hier et zu schreiben (vgl. Zacher Nom. in -aioc S. 8). Die Grammatiker schreiben z. Th. die Betonung ¡eqeia vor (die Stellen im Steph. Thes. unter ifqeia), das Eustath. p. 1579 speciell den älteren Attikern zuweist; hiermit würde das Ionische sowohl bei Herodot wie auf den asiatischen Inschriften übereinstimmen. Kallim. Epigr. 40 "IeçtTj , entsprechend dem inschriftlichen teyrj (über it statt í s. Anhang 3). ßaaCXna „Königin", der Nomin. ist ohne jede Variante überliefert: I 11,J[85, 187, 188, 191, 205, ebenso der Dat. ßaciXeCtj IV 33 und Accus. ßautXeiav IV 127; dagegen der Gen. I 211 und 213: fiatíilr¡h¡c Rdz. — Bei Homer kommt ßacCXeta nur in der Odyssee vor und zwar in dem Versausgang dyaxXeirrjc ßaciXeir/c q 370, 468, a 351, y 275; noXvpvr¡(jT'>¡ ßuciXeia ô 770, £ 115, a 314; noXv[ivr¡aTr¡v ßaaCXeiav tp 149, ebenso q 583 w ßaaiXtia, sonst steht der Vocativ nur in der Caesur xarù tqltov xqo^aXov: ô 697, q 513 aï yàq ôrj ßacCXsia, i¡ 241 aQyalJov ß., v 59 %a1ce ¡joi, d ß., n 337 r¡ai¡ toi ß. Zwei Mal steht an derselben Stelle der Nominativ n 332 íyüífiq ßaaiXeia, X 345 nv&eXtai ß. und der Acc. h. Hom. XII 2 dâ-a- várwv ßaoiXeiav; außerdem noch der Versausgang X 258 ßaoCXeia ywaixâïv. Nehmen wir bei Herodot ¿eceíi¡ als zuverlässig überliefert an, wofür das inschriftlich zwei Mal gesicherte ítQr¡ zu sprechen scheint, so ist kein Grund ersichtlich, warum es nicht auch ßaGiXeCij heißen soll. In der Odyssee steht nun freilich ßaaü.eia. Dasselbe durch das aeolische vvfiya (Meister I S. 159) zu erklären, ist kaum möglich, wie die Uebersicht über das Vorkommen desselben zeigt. Man muß vielmehr annehmen, daß ßauiXeia die ältere ionische Form darstellt, die gebraucht wurde, bevor die Angleichung an r¡ überall durchgeführt war, vgl. G. Meyer 2 § 48. Dann könnte man auch noch weiter gehen und sagen, daß ßaaCXeta die richtige ionische Form sei, die auch zu Herodot's Zeiten noch gebraucht wurde; in diesem Falle müßte es aber auch îfQeta heißen, und ieqtifj, durch leçrj inschriftlich bezeugt, wäre erst eine jüngere ionische Form. Da nun jedenfalls zwischen ieqeír¡ und lecij eine geraume Zeit liegt, so ist wohl das Erstere und damit auch fiaci).eC ohne Variante I 94: aber I 4 olxsiovvxat A 1 C 1 , otxsisvvxai reliqui. III 2 oîxoïovvxat B, olxsiovvxat BCP, oíxsisvvxai Adz, IV 148: oíxsiet'fjsvog d. — ohr¡ioc auch Hes. Op. 457, kretisch oíxijímc Cauer Del. 2 No. 118,i3. — Auf ionischen Inschriften ist überliefert: olxuoxrjxoc Ephesos No. 147,4, 300 v. Chr. und auf einem lykischen Felsengrabe No. 263 olxetoi: die Zeit der Abfassung dieser Inschrift ist nicht genauer anzugeben; ionisch ist auf derselben nur ¿cyácaxo, dagegen zeigt Aanáqat, AnoXXwvidov, av für r¡v, daß kein rein ionischer Dialekt vorliegt. — att. oîxsioç, — 15 — olxeiów ; oîxsvç Horn. II. „Verwandter", Od. „Diener"; von diesem kann oixijioç nicht abgeleitet sein, denn sonst müßte es bedeuten „dem Hausgenossen gehörig" oder dgl. ; olxr\ioz gehört vielmehr zu olxim, das von Hom. an gebräuchlich ist. ari^iov „Zeichen" ohne Variante II 38, 41, III 28, VI 27, VII 128, VIII 92, IX 59; nur I 171 : ci/^eta Pz. Sonst nur bei späteren Dichtern Anth. Pal. IX 482, 20, Kallimachus Artem. 219 u. a. — att. Gr¡fxsTov. Zacher, Nom. in -aioc S. 41 f. zeigt, daß ar¡[isiov nicht von einem «-Stamme abzuleiten sei. Doch wird man der dort (S. 42) angegebenen Etymologie (von sama) wegen des anlautenden a nicht beistimmen können. -e io- b) -r¡ lo- àp^Qwn^oç ohne Variante I 32, 207, II 4, 148, III 65, 122, IV 46, VII 47, VIII 60, 144, dagegen I 5: àv&Qamihjv Rbdz., II 55: áv-froameiij P, av&Qu>nír¡ R, Txr\ir[ ßiovrj. ,^Avíyq(í>ntioc maiorem habet notam antiquitatis" sagt Pierson, aber doch kommt das eine wie das andere bei Plato und Xenophon vor. Bei Thuk. steht allerdings fast ausschließlich âv&qwnsioc, aber doch VI 78 av&çwnivoç; V 103 âv-DQwnsioiç (Sa)t,8« yWi dem xe ¿ Dind. mi Steph. Thés. wffl die Form guwurç'.oc aus Herodot entfernt wissen, sie verdanke ihren Ursprung dem Kaö^oc. Wir haben indeß ein untrügliches Zeugniß für Qomxnm: Auf einer Inschrift von Teos, um 470 v. Chr., Bechtel No. 156 b 37, steht Eur. Hei. 866 (-ü-t(ov) ; -tttwaeiv xal -d-söäaai' xar tvèsiav tov i, to nsqisreyxstv S-stov xal xadrjoai, Bekk. An. p. 99, 32; xtew/iara' ta nsQixa-^aQt^qia Hesych. ebd. nsçiS-aÙGar, nsQi&e((iiGiç Plat. Krat. p. 405 A.] xovqíJiov avdoç h. Horn. V 108. Sonst xovqiov av-d-oç: in einem Verse, der Eust. p. 940, 61 zu Folge in einigen Handschriften nach N 433 gelesen ward (vgl. die Ausg. von La Roche und Nauck); ferner Orph. Arg. 1336, und xovqiov àyXaov ^ßrjv in einem Orakel bei Pausan. IX 14, 3. xovq^iov scheint also von dem Dichter des hom. Hymnus nach Analogie anderer Nomina auf -r¡io- gebildet zu sein, von einer directen Ableitung aus xovqij kann nicht die Eede sein (vgl. Zacher a. a. O. S. 22). Ebenso steht es mit xQoxTjíoc: xQoxr¡Cb¡> aviïsi in demselben Hymnus: V 178. Sonst heißt es xqoxsoç bei Pind. Pyth. 4, 413, Eur. Hec. 468, Jon 890, Anth. X 21, oder xqóxwoc in der Anthologie und bei Grammatikern. 1 IX^ioç, nsöCov J IXi]iov O 558. Hesych.: IXr¡iov , ro ^IXiaxov ¿no "iXov' ro irjç 'IXtov nhèCor. Der Scholiast dagegen meint: ro ngog rm zafo) tov ™IXov' o de KodcT^c 3 Ior¡i,ov YQÚyti,, Xv r¡ to vnoxeífisvov tr¡ v Ior¡. Das Wort ist Analogiebildung nach Kanavrjioç, NijX^ioç, TJr¡).^oc, oder dem aXtjiov nsöCov direct nachgebildet. Xot,0d-yi,oç â&Xoç (nicht as&Xoç) „Kampfpreis für den Letzten" iJJ 785, %à Xoia&ijia VP 751. — loïud-oç stellt in demselben Buch Vers 536, ferner Hes. Theog. 921, Anth. App. Epigr. 147, 8, Eur. Hei. 1597. Sonst heißt das Wort bei Pind., den Tragikern, auch bei Nonn. und Apoll. Eh. XoCc&ioc. — XoiffS-ytoc gebildet und gebraucht wie später nçwrtïov, ösvtsQsla. Lobeck Path. 473. NvGytov Z 133: oç noxs [iaivo/j¿voio Aimvvtioio ti&rjvaç aevs xwt r¡yád-sov Nvarjiov' NvGijioç als Beiwort des Dionysos: Aristoph. Ean. 215, auch Apoll. Rh. 2, 905; 4, 1132, der Nvarjioç auch sonst gebraucht. Städte des Namens Nvßcc oder Nvccu gab es eine große Zahl, s. Steph. Byz. Das hiervon abgeleitete Adjectivum heißt Nvaaloç oder Nvßioc- Von dem thrakischen Ort des Dionysos sagt Hesych. : Nvßiov, oqoç Aiovvcov. — Nvotfiov von Nvca wie ^AX^iov von Alai. 4 — IS — Çéïpfïov to, „Gastgeschenk" À 269, .¿20, ■» 389, i 267, 370, x 290; auch Apoll. Rh. 1, 770. t¿ gin^'i« ^ 124, Z 218, 2 408, d 33; in gleichem Sinne steht auch oft tcc Çeivia. Adj. %sivr[ia öwQct w 273; die gewöhnliche Form des Adjectivs hei Homer ist Çeivioç, seltner Çêvioç. att. %£vio<;, bei Dichtern auch ÇeCvioç. "%vvf¡io<; „gemeinsam": %à Cvvqict A 124, Adj. Zvi'tficc revesa W 809. Sonst heißt das Adjectivum bei Homer 2-wo'ç. Dafür '§vvr¡mv Hes. Theog. 595, 601, auch Norm. ; Pind. Nem. V 27 "Cvvcíva Gxonóv. olr¡iov „Handgriff", „Steuerruder", T 43, t [483] 540, p 218, auch bei späteren Epikern. Die Etymologie ist nicht gesichert, daher ist es zweifelhaft, ob das Wort hierher gehört. noinvr¡M>c ara-^fioç B 470; außerdem nur noch Hes. op. 787 &r¡x¿c n. Eust. p. 257, 12 to 7ioi¡A,vr¡K>v nXsovaOfJov (%si tov ríQii¡ u. s. w. — noXsfi^ioç von TioXe/jíw wie olxrjtoc von olxêo). ta(fr¡iov (sc. v heißen, wie auch schon von anderen vermuthet worden ist. tqanr¡iov: TQaném = nolsfitfioc: noks/tím — olx^ioç: oîxim. Durch die Inschriften bezeugt ist, wie schon erwähnt: ttgrjov, nqvxavr]iov, (j>otvtxr¡ta. Es findet sich ferner: r]fitfivr]tov Paros No. 62, att. tf/jt/ivatop „eine halbe Mine". r¡ ist nicht aus a gedehnt, denn als ionische Form für attisches /jvcc müssen wir * ¡ivtj erwarten (aus * /jvft¡), Plur. (iviai,, ebenso wie yîj für *y¿i¡, Plur. y fat; ßxa-d-fiov /jvé . . . auf derselben Inschrift kann nur durch eine Pluralform ergänzt werden. Daß *¡ivij im Ionischen nicht aus * ¡jvata entstanden sein kann, ebenso wenig wie yij aus yuïu , bleibt einer besonderen Erörterung vorbehalten. f¡[/i[iv)¡iov ist von dem kürzeren Stamm abgeleitet, ebenso wie yrjivoc (Semon. Amorg. 7, 21) von yîj, nicht von yaXa. ZaQunrjia „Fest des Serapis" Naxos No. 28, Mitte des ersten Jahrb.. v. Chr. Das Fest heißt auf einer delphischen Inschrift auch SaqansCwv, der Tempel bei Strabo u. a. 2ccQctnelov und ^agamstov. GTtovd^tov Paros No. 62; anovôsïov, m zov oïvov tmanirôstç Poil. X 65, anovëslov auch bei Plut. u. a. (vgl. vôgijiov). Dagegen liegt die jüngere Form vor in den schon angeführten Wörtern: ngvxavstov, nohxsCav, oixsïot, xanrjXsXov, Ùq%sCoi>, nogsTa ; außerdem Erythrae No. 206 b, bald nach 278 v. Chr.: Ev cpqov tst oi, Qals'i "oi, J Av ôqsï ot und zwar: Koqvßavxmv Eixpqovtsiwv -xat QaXsCoùV 46, %Q,v Avdqttonv (sc. hoqvßavxwv) «, Koqvßavxmv Qa/.stcov, 3 Ardqsiwv ög. — QaXsïot zu Qa).r¡c und Avôqsïot zu Avoque (z. B. Herod. VI 126 Avôqtoi Gen.) wie ßoqrjioc, att. ßoqstoc, zu ßoqijc (die Formen sind erklärt Rev. archéol. 1877 Bd. 33, S. 128). Auf derselben Inschrift steht: a 20 Anó'Ü.mvoc AvxsCov (für to AvxsXov hat St. B. Avxr¡iov) ; ferner Isqyxsiai a a, b 1, «, 60; c i, ísqr¡x£tü¡v a 9, 3« u. s. w. , auch Isqaxiat c u. Dasselbe Wort findet sich noch auf einer Inschrift von Priene No. 144, vor 306 v. Chr. Bechtel S. 154. ïsqaxsvw ist ein spätgriechisches Wort. — oqxvv etov („piscina" Ditten- berger Syll. No. 6) Halikarnassos No. 240 a, Ende des 5. Jahrb. Nach voqr¡tov, nqvxavxjiov, noQdfir¡iov u. s, w. müßte man auch oqxvvr¡tov erwarten. Aber auf derselben Inschrift steht 6 ovzccç. Die nicht rein ionische Sprache der Inschrift deutet Bechtel auch dadurch an, daß er den spir. asper setzt, was er nur in den Texten thut, „in denen die xotvr] überwiegt" S. 67 Note. ¿qxvvstov mit s ist demnach nicht auffallend. 3. Von -sç Stämmen abgeleitete Nomina auf -sio-, sn¡. a) Abstráete Feminina auf -s(i¡ (Bredow S. 186). ¿dstij ohne Variante VIII 120; II 121 £: aôstav L. ; IX 42: ââstcu P. — Att. aèsta ; aderig Horn. — Das st in aostr¡ ist natürlich durch Contraction aus -stt entstanden. astxsttj „Schimpf" ohne Variante 173; I 115: dstxír¡ Rdz; III 160: astxtr¡c d, ¿tïy.ii]çH. — ccstxsítj auch Horn., att. aixta, richtiger wohl al'xsta, vgl. auch Eust. p. 1336, 58, — âstxqç Horn., auch Herod. III 24, 33, VI 98 ohne Variante, att. atxijc. Gestützt auf das inschriftliche tnáqet, tnáqac, das im Präsens al'qw voraussetzt (Ephesos No. 145, vor 454 - 20 — y Chr), fordert Bechtel auch für Herodot die Contraction yon «« zu«. Die Beispiele, die derselbe aus den älteren ionischen Dichtern für diese Contraction anführt, snid nicht .ollständig. Fick zeigt, Bezz.'s Beitr. XI 261 f., daß dieselben vielmehr die offenen Formen neben den contrahirten gebraucht haben. Trotzdem ist die Behauptung Bechtel s fur Herodot richtig denn die Dichter gebrauchen zu allen Zeiten ältere Formen neben den jüngeren, fcfttfWtfei Semon. 1, 24 aber beweist, daß schon im 7. Jahrhundert die contrahirte Form die volkstümliche war, folglich konnte im 5. Jahrh. nicht mehr die offene gesprochen oder in der Prosa gebraucht werden. ¿el*s( V , ds^ç ist vielmehr aus dem Homer m den Herodot eingeführt; es ist ai,s( V , ¿fc«'c und ebenso aïçw u. s. w. zu schreiben (Anders Merzdorf Curtius Stud. VIII 186). ¿)r¡»ec r das angebliche alr¡»r¡C n verdanken wir der editio Aldina (mit „z" bezeichnet), denn nach Stein steht dasselbe nur in dieser Ausgabe, aber in keiner Handschrift und zwar an folgenden Stellen: I 46, 55, 11.106, 115, 119, 120, III 22, 63, 64, 75 IV 44 19o, VI 68 69 VII 101 102, 104, 209, 234, VIII 82, IX 89; ferner einige Male auch m einem geringeren Codex, d: I 116, 117, III 72; außerdem notirt Stein nur folgende Varianten: 134- ¿LA Pßd, âmW^ HI 1: «V«A»AB, àl^v V z. - àl n i>el n auch Minim 8. Bei Homer steht es in der Bias nur W 361, 9. 407, dagegen oft in der Odyssee, al^svm (von Aesch an auch Horn. Batroch. 14) ist natürlich erst von âJufâe, àt.^ua abgeleitet. âWntii ist auch sonst nirgends bezeugt, es ist nur ein charakteristisches Zeugmß dafür, wie falsche Angaben sich oft Jahrhunderte lang halten und ganz unausrottbar scheinen. dvaiöeCn ohne Variante VI 129, VII 210. -- âvatôeCrjv auch Archil. 78, 5 (Bergld, früher âva,M n v); ebenso Horn. avcuoeCr¡. - ¿vcuöevo FC u Grammatiker. — att. ¿paiôéicc. ¿a&eve^olme Variante IV 135, VIII 51; II 47: ¿ ß &svC n c P. àa&evr,ç auch Herod. — att. aû&ivna. ¿ fí(f ale( V ohne Variante III 7, IV 33; II 121 «: aa 9 oclf¡(r¡ z. - Horn, ¿«pafa auch Herod. — att. uayáitia. âx t )eCn ,-Freiheit von Abgaben" ohne Variante I 54, IX 73; III 67: âte)Mr,v d- ¿tehfav-* âteUriv ceteri. - Horn. Q 546 faifc, auch Herod. - - Inschriftlich ist ¿rü.e( V bezeugt auf der Erneuerung einer Inschrift des 6. Jahrhunderts: Kyzikos No. 108 b at*(o)ett¡v, sonst nur ¿ziXeux: zuerst Erythr. No. 199 e, 394 v. Chr. und oft auf jüngeren: Jasos No 1Q5 :, Zeleia No. 114. a, b, c, d, e, 334 v. Chr., Ephesos No. 147 «, 300 v. Chr., Erythrai No 202, um 350 v. Chr. - att. àxûua. - s^eXeC n II 92: ^reXeí n v E. - tfaiqç Herod. - att. efcéXfut. - nolvTsUln II 87: noXvteXr¡íi¡v z. — att. rtoXvtiXeuz, noXvxsX^ç. âxoey. t l n „Zuverlässigkeit", IV 152: ax^lr¡v L., VI 1 : àxQsxir\v z, 82: ¿tQtxfqv AB, àxQsyfftnv z. - att. «Wx«« ; Hom. Herod. att. &$<«&. Bei Nachahmern des Homer heißt es âroevAn, z. B. bei Nonn. , Anth. Pal. 4, 3, 123, doch kommt das Sahst, bei Homer selbst nicht vor. J (ßfisieCri „Tanzweise", VI 129: ev^iXsucv d, tfiftiXàiav ceteri. — att. ^^iteuc, ( ' nq ' slv&tfy&W: ñV**?*-Aís rfiptnt, HI 140: cdf%EB, VII 16 y: 6¿r¡&( V c AB, evri&eCaç E. — att. évfàeux, tvr¡&Ca Trag.; s^&ijc Herod. und att. 21 sv pace C r¡ II 35: ev/jaqfr¡ L. gloss, evficçg(i) z, IV 113: £vfjaqaír¡r d: av¡jaQ(i¡v. — Greg. Cor. de dial. Jon. § 119: £v¡Aaqír¡v dé, tr¡v anónaxov. Suid. : £v/jaqét¡ drxonaxoc Traga c Hqoo¿tu¡ und evfiaQeia qavyja. 'Hqódoxog. Alle drei Angaben können die Form tv[iaqsCr¡ nicht zweifelhaft machen. — att. sv¡xÚQtia, aviiaqtfç. svfievsCti „Wohlwollen" II 45: svfxsvía E, svfxivea d, £t'(ii~V£ia reliqui. — Att. £i^[i(v£ta, ev[iavr¡c, letzteres auch h. Horn. 22, 7. — IIqo(isvsCr¡ II, 55, eine Priesterin von Dodona; Stein schreibt allerdings IJqontvaia, aber so gut wie in àqqioç náyog muß auch hier die ionische Form eingesetzt werden. tvnadeCr¡ „Vergnügen'', ohne Variante I 135, 191; I 22 svnad-Í7¡aiv C, svncc&ír¡KTt A 2 , VIII 99 simaOiijGi L. — Att. svnú&aa. und £vira&(a, ivnaürji erst Plutarch. íVTTsrsi'íj „Leichtigkeit", ohne Variante V 20. — Att. svníxfia; £\TC£xr¡g Herod, und att. [nyaXonqtmiij ohne Variante I 139, III 125. — Att. (i£yaXonqén£i-a; ¡ityaXo- nqtnr¡c Herod, und att. nqsaßvysveCri „Erstgeburt", ohne Variante VI 51. — nqeßßvyivsia bei Plut, und Strabo. — nqeaßvyevr'ic Horn. A 249, Eur. und Sp. — Dem Homer entnommen ist das gleichgebildete í¡mc r¡qiytvsta Mimn. 12, 10. Tiqofjtj-ä eíi¡ „Rücksicht", „Klugheit", Stein schreibt nqoitr¡&í Ez, l<: yiqç Hdt. und attisch. — Inschriftlich ist vyeCa aus der Kaiserzeit überliefert: Paros No. 67 und Olbia No, 129 u vysiac. Es erklärt dies auch das vysír¡ der Handschriften. Einige andere Abstracta, denen -tç Stämme zur Seite stehen, haben im Attischen -Ca, bei Hdt. wie es scheint -Cr t . Es sind dies: or¡[¿oxqaxCr¡ VI 43, 131. Att. ôijfioxqaxta. — lcoxqarCr¡ V 92«. Sp. laoy.qáteía, vgl. Lobeck Phryn. S. 525 f. iaoxqaxtjc Hdt. IV 26: iGoxqaxaïç ofioCùDç aï yvvatxtg xoïgi aiöqaot, und Sp. — £vxv%iri ohne Variante III 40. Att. tvtviCa\ nur Etym. M. p. 462, 25: Evqrjxai xaï sihv%sia naqà 2osXsCr¡ möglich. Auf die Anführung bei Greg. Cor. S. 628 (Schaefer): %q¿avrai Clmveç) fiii' ovv t(m r¡ avtl %ov a, otav liywöi . . . maxXeCt¡v Tr¡v tv SixsXta xx(t,tiv'. ^qaxXsÍ7¡v Pr: r¡(>áxXsiav ABCd, ^QaxXr¡'íT¡v z, fortasse c HcaxXfi¡v yr¡v tv. — c H()(íxXsiai GTrjXcu, Stein HqáxXsai, HquxXéiav útijXuoiv II 33: qqaxXfoyv Bd: yqaxXeCmv AB, r¡QaxXr¡ímv CPz; IV 8, 42, 185 und 196: ¡¡QaxXiitcov z. 'HqaxXtag avr¡Xag ohne Variante IV 152, VIII 132; IV 43 und 181: faccxXytaç z. — Bei Homer steht c H(¡áxXtioc nur in der Formel ßdj c HcaxXt¡iíi¡, ebenso 3 Icpix?.r¡tír¡ und 'ETtoxXijtiij. Sämmtliche Stellen bei Nauck, Bull. St. Petersb. 17 (1872) S. 184. Da y hier überall in der Thesis steht, schreibt Nauck c HQaxXf£fíi¡ u. s. w. Die Form ist unmöglich, aus ursprünglichem * c HQaxXeFeair¡ kann nur c H(>axXse!t¡ werden. ] ) — Inschriftlich liegt folgendes vor: Teos No. 156 b 33 'HquxXsíomsiv, um 470 v. Chr. — Erythrae No. 201 n tov 'ÜQaxXtCov, vor 350 v. Chr. — Sainos No. 225 c PoeóxXsia hellenistisch. — Erythrae No. 208 SsvoxQaTr¡i,u. Diese letztere Form ist interessant, sie zeigt, falls kein Versehen vorliegt, den beginnenden Hyperionismus. — c HqáxXsog nur auf der Inschrift von Erythrae No. 206 a 12, nach 278 v. Chr. — Als ionisch ist demnach allein 'HçaxXsioç anzusehen. Daß 'HqÚxXsioc in Verbindung mit OTr¡Xat, anders gelautet haben sollte, wie Stein annimmt, ist natürlich unmöglich. Es ist vielmehr bei Herodot ^HqaxXttag und 'HqccxXsi'ojv zu setzen. ■D-sQsCa sc. ¿¡Qu „Sommer", ohne Variante I 189. — Ebenso Pindar Isthm. 2, 61, Strabo u. a. Gegen die Schreibweise S-sçia Lobeck Soph. Ai. 208. Außerdem steht bei Hipponax 35, 5 niTçaç ¿çeCag, das wegen des o von Kenner Stud. I 1, 178 angefochten wird. Bei Hdt. lesen wir I 110 oQtivóg. Attisch oqsiog und oqeivóg. Ueber das o handle ich an anderer Stelle. Als Schlußfolgerung aus der Aufzählung in diesem Abschnitt ergiebt sich, daß die von -eg Stämmen abgeleiteten Nomina immer « haben; so lehren in Uebereinstimmung (über das allein stehende 'Açyijiog s. oben) die Inschriften, Dichter und Handschriften des Herodot. 1 ) In den mit xXéoq zusammengesetzten Adjectiven á/Jéa, âiitrxÀéa ist ein s durch Hyphaeresis ausgestoßen, wie ich Stud. VI 93 zu erweisen suchte. G. Meyer Gr. Gramm. 2 § 330, S. 321 scheint mich falsch verstanden zu haben. Daß in xXéoç F das vorhergehende e zu rj dehnen könne, worin ich der damals herrschenden Ansieht folgte, nehme ich natüi-lich nicht mehr an. — 24 — Nur minderwerthige Handschriften und die Aldina haben zuweilen, besonders in aXi¡d-sCr¡, r¡i. In âyyslov allein irren auch die besseren Handschriften. 4. Sonstige Nomina auf -sio-. tt¡,OQeír¡ „Urikenntriiß" VI 69: âïdqCri d, uiOQi¡Cr[ z. Sonst nur in der Odyssee, Hes. op. 685 und bei Nachahmern des Homer. avlsioç, VI 69: xf¡Gi -d-vQrjGi trjm avhCi^Gi,: avXrJGiv R. — Bei Homer nur in der Odyssee; auch attisch, z. B. Soph. Ant. 18 ¿xxóc avkelaiv nv).o~v, Eur. Hei. 438 nooç uvlsCoiGiv êarrixoiç nvlaiç. An letzterer Stelle ist es also zweier Endung gebraucht. ytvsiov „Kinn" II 36, IV 23; „Kinnbart" VI 117; IstoyevsCoûç V 20. Von Homer an gemeingriechisch. So auch Tyrt. 10, 23, Anakr. 25. ôsvtsqsÏcc „zweiter Preis" I 31, 32, VIII 123. Auch attisch, z. B. Plato Menex. 240 E; spätgriech. devregsva, so Plut. u. a. — Nach J.otad-tjtoç u. a. muß man dsvxsQrjiu erwarten. Schwand Letzteres aus den Handschriften, weil Homer keinen Rückhalt bot? d-sloç gemeingriechisch von Homer an, so auch Mimn. II 7, Anan. 1, 2. Isloc „glatt", ohne Variante II 29, 1X69; nur VII 9 ß: Xsóxaxov AB'C. leioyévsioç V 20. Gemeingriechisch von Homer an; IsCmc Archil. 112; = lat. levis, daher vermuthlich Xyioç im Ionischen. nqoaGxsiov „Vorstadt", ohne Variante I 78, II 41, III 14, IS, 54, IV 78, V 1, 12, VIII 129; 84: nooaGxiau AB, 85 ngoaGriov A l B, 86: nooácxiov AB, 142: nqouG%r¡tut dz. — Attisch TtQoÚGxeiov, bei den Tragikern steht „metri causa" nqovGxiov Soph. El. 1431, Eur. Ale. 836. die Hands chriften haben hier auch nqoáaxsiov. Letzteres ist das allein Richtige, und st hier so zu beurtheilen wie noislv, oïoç, ysçaioç mit kurzem 0 / und at, G. Meyer 2 § 154. Gxvnnsíov „Werg" VIII 52: Gxvnnsíov R: Gxvnnsíov AB, Gxvnslov reliqui. Auch inschriftlich erhalten: Sanios No. 220 n Gxvnnsíov, 37 Gxvnnivai, 346/45 v. Chr. Die Sprache der Inschrift ist attisch mit einigen ionischen Worten. Ob also Gxvnnsíov attisch oder ionisch ist, ist nicht zu entscheiden. — Attisch Gxvnnsíov, inschriftlich Gxvnnsíov und Gxvnniov Meisterhans S. 20, Außerdem findet sich bei den älteren ionischen Dichtern noch: ßooxsioc, Archil. 15 Ilúvxa novoç xsv%si Üvi\xo1c fjsXéxr¡ xs ßooxeii]. Bergk. 4 bemerkt: Apparet Archilochi nomen parum locuplete testimonio niti. Auch ßgoxsty wird übrigens angezweifelt, außerdem ist &vi¡xo1c bei Archilochos unmöglich. Der letzteren Form wegen bestreitet auch Fick Bezzenb.'s Beitr. die Richtigkeit dieses Verses. — ßqorttoc, heißt es meistens bei den Tragikern, ßqoxsoc Horn, x 545, h. Hom. 4, 47, Hes. Op. 416, oft bei Pind. ^¡jbsxêçsioç, Anakr. 71 Ovxs yac y/jsxfQstov ovxs xaXóv. Etym. No. 429, 50: t [iexfQsio<; xxijxixóv tGxi Gtj/iaívsi, ôè xov %ov qfisxíQov. — Was inschriftlich sich außer den schon angeführten Formen findet, ist in Zusammenhang mit den Fällen zu erörtern, in denen it zwischen Vokalen zu « wird. Dahin gehören die Feminina der Adj. auf -vc und anderes. Zahlreich sind die Eigennamen auf -tio- bei Herodot, wie y HXs1oç IlvöayOQsioc Siysiov JTijvsioç 2nsQ%stôç QtGnsia s/eßadsia U'vxxálsta u. s. w. ; ich unterlasse es, sie aufzuzählen, da ich kaum Neues zur Begründung oder Anfechtung der überlieferten Form beizubringen habe. Oft genug haben die Handschriften t für a. Ob es aber z. B. nicht für 'HXsloç 'HXrjioç heißen muß, ist bis jetzt nicht zu erweisen. 25 5. Nomina auf -r¡tov im Aeolischen und Dorischen. Aus dem Aeolischen führt Meister Dial. I. S. 70 folgende Nomina mit -r¡i- an, die von -sv- Stämmen abgeleitet sind: Aus Dichtern ßaaiXijtm Sa. 49, ßaßü.rj'iwv Alk. 33, ßaaiX^ai, ßaaujidoc Balbilla CJG 4727 s, 4729 r,, 4730 n. Aus Inschriften íqr¡iov (= horn, leqyiov) 49 r, (= Cauer Del. 2 435) vorrömisch, ¡Qyíá 56 B c (== Cauer Del. 2 429 B). zwischen 319 und 317 v. Chr., Kor¡&r¡ic (Kqi¡x)-£vc) Münze von Kyme. Außerdem habe ich mir noch notirt nqvtav^iov Cauer Del. 2 431 is, 47, 48, etwa 167 v. Chr., ncvxavr¡Ca[i^ Cauer Del. 2 438 w, nachaugusteisch, TTQoxavriiov Inschrift v. Eresos, 1. Hälfte des 2. Jahrh. v. Chr., Bechtel NGGW 18S6 S. 374 14. — Einfaches r¡ verzeichnet Meister S. 90 in 7TQvxavr¡m 3 12, ßaXavyov (ßalavsvc) (SO 40 (= Cauer Del. 2 437), Zeit des Augustus, KaiGaQr¡aiv (KaiúaQtvc) 55 und Melinuo è ßacCXtjov, 7 xoiqÚvtjov- i¡ sei hier durch Schwinden des intervokalischen 1 aus r¡i entstanden. Die Inschriften bieten indeß keineswegs consequent -r¡i- in den von -sv- Stämmen abgeleiteten Wörtern. So steht auf derselben Inschrift, auf der wir Içytcc lesen, axçaxsCaç (= ionisch axcaxt]ít¡) Cauer Del. 2 429 Aie Neben ri(iviavt¡tov (drei Mal) lesen wir 7Tqvt[o\vs(oj Cauer Del. 2 431 7/8 {rtQvtav^a 12), ebenda 38 noXixia (ionisch no)axr¡(r¡); nqvxarsCaç Meister 40 b 3. — Außer diesen von -sv Stämmen abgeleiteten Nominibus findet sich noch tmfJsXr¡íac (Cauer Del. 2 438 4) auf einer nachaugusteischen Inschrift, das Meister S. 93 mit Eecht als „gesucht alterthümlich" bezeichnet. Derselbe Gelehrte führt S. 92 noch andere Nomina auf -r¡io- an, in denen für ursprüngliches -tío- -««-secundar -r¡tb- -i¡ia-: -t¡o- -r¡a- eingetreten sei. „Beispiel: Kvnqoy h>ii¡a Alk. 60, Theokr. 30 n aus KvnqoysvsGia: Kvnqoysvsia-. Kvnqoysvija. Vergleichbar sind die böotischen Patronymika von -10- Stämmen: Avxo/jsiôsnoç' Avxoptîàsioç, ÎJvityevsiioç: J Avxi- yfreioç, in denen lautgesetzlich a, für r¡ eingetreten ist, die ionischen von -¡g- Stämmen abgeleiteten Nomina auf -r¡io-, wie z. B. aXr¡^r¡Í7¡ u. s. w. Außer dem angeführten Kimcoyivija sind es Kv&iqrja Sa. 62, Tvqqaô^m, MvqdiXrjw Alk. 94, neixneßOTja Sa. 98, Tta%r¡u Sa. 55, TtTQctßaq^wv (unsichere Lesart) Alk. 153, Tijiav Alk. 43, nóXt¡oc Alk. 23 und von Grammatikern als aeolisch angeführt ¿I'yaxa." Indeß die Wörter, die Meister zum Vergleich und Beweis heranzieht, existiren in dieser Form nicht. Das ionische aXr¡-9--i¡Ci¡ glaube ich oben beseitigt zu haben; bei den boeotischen Wörtern sind gerade die entscheidenden Buchstaben conjicirt. Es steht nämlich auf der Inschrift (Cauer Del. 3 280, Meister Akr. 3) y A\vt\ty\svs\ita, lrl[ii]TO[tetoi[itti>] (auch ô unsicher). — Wie 3 Avxiysvsnoç : ^Avxiytvsioç, erklärt nun Meister auch die von -fç- Stämmen gebildeten patronymischen Adjectiva auf -no- im Boeotischen, wie Mvaaiysvsiw, Qiotpaveioc, KaXXißfrtvsioc u. a. (S. 224). Sollte aber das « hier wirklich anders aufzufassen sein als in den Genetiven JJqmxoyivtioç, liXsoyávsioc, Msvsa&tvsioç, in denen Meister S. 244 das st nur als andere Schreibung für s ansieht? Jedenfalls können diese Formen nicht die Existenz eines \lvxiysvsi'(a> erhärten. Fallen nun aber die Stützen des Beweises CAvxtysvsilin, aXr¡dr¡ír¡), so müssen wir uns, da es auch sonst kein sicheres Beispiel für Dehnung von n zu r¡t in -sç Stämmen giebt, nach einer andern Erklärung für KvirQoyívt¡a u. s. w. umsehen. Meister ist der Ansicht (S. 93), daß dieses r¡ lediglich eine Eigenthümlichkeit des älteren Aeolismus sei, da die Inschriften vom 4. Jahrh. an immer ft haben: ¿mfisXsiav âxiXstav u. s. w. Dieser letztere Umstand muß aber eben die Alterthüinlichkeit von IwnQoytvqu zweifelhaft erscheinen lassen. Es wird dasselbe vielmehr 6 — 26 — sein t¡ dem nicht allein im Aeolischen bezeugten, späteren Uebergang von si in i¡ (Meister S. 66, 68 Note) zu verdanken haben, wie delphisch KalhxQÚT und AvxofisdsUw ist eben besprochen; in Qü.oxXsiiw (Orch. 19 c 12 = Cauer Del. 2 294) ist si ebenso aufzufassen wie in den sonstigen Ableitungen von yj.ai- (ävtyxXsfowc, 'HqáxX.snoc Meister S. 221, vgl. auch den Gen. -xXsioç S. 2G8, -xXsiöac S. 226). « = t¡ ist' hier durch Contraction aus ss entstanden, vgl. Meister I S. 222 und S. 98. Denn ursprüngliches r¡ nimmt auch Meister bei den Bildungen mit -xXsec,- sonst nicht an. In 'Iáqsia, BaaCXtia geht ti nicht auf q zurück, wie das Ionische zeigt (vgl. oben S. 12 f.), ebenso in Asßaösia, Xaiqqmvsia. Im Elischen sind Nomina auf -r¡i- nicht sicher festzustellen. Ahrens Dial. I 230 schreibt Xatqrjïwfisvov, ebenso Roehl JGA No. 110 (Cauer Del. 2 258) mit der Erklärung „a Xárqic descendit XaTqrjïoç, Xarqijioo^i." Richtiger leitet man ein * Xatqr¡ioc von Xatqsvw ab. Statt fiavtsiac Cauer Del. 2 255 i könnte es auch navvtjCaç heißen. Ob es FaXr¡ioi (= ^HXeloi) oder FaXsioi (Cauer Del. 2 253, 258) heißt, ist nicht mit Bestimmtheit zu sagen. Ahrens Dial. I 230 und G. Curtius Grdz. 5 360 schreiben FaXr¡ioi\ G. Meyer 2 § 65 FaXsioi, früher FaXrjioi. In keinem Dialect ist -r¡i,o- für dieses Wort bezeugt. Im Dorischen finden wir ebenfalls Spuren von t¡t für i t : Auf kretischen Inschriften Cauer Del. 2 No. 118 13 oíxr¡Cmo, neben olxsioraxa 4 (nach 220 v. Chr.), nqvravr¡iov is. — otxr¡ioc bezeugt auch Choerob. Anecd. Ox. II 244, 28 als dorisch. — No. 119 (3. Jahrh. v. Chr.) 5 Jqo/jqCoo (Jqo[í£vc),m nqsiyr¡ia noqi¡ta>, '8/39 avöqqiov (neben nqsiysCa 32, loonoXnsíav 12, to uq^stov 34, 36, os). — CJG 2554 si Ttqvtavr\iov , 52 avdqr¡iov, 126 Jwqyi'oc. Dagegen Cauer Del. 2 120 (2. Jahrh. v. Chr.) n nqtiyelav, 121 (Ausgang des 3. Jahrh. v. Chr.) A i6 nqtnavsím. ■ — B-hodisch Cauer Del. 2 192 4 und s JlovtwqrjCooc {uovrrnqsvc c), aber 186 s p,vaitsíwv, s npcifjsïa u. a. — Delphisch Cauer Del. 2 204 u ísqr¡ia. — Dagegen gehört c HqccxXi¡ídav auf einer lakonischen Inschrift Cauer Del. 2 22 (427/26 v. Chr.) u. a. nicht hierher, da r¡ hier durch Contraction aus se entstanden ist (vgl. G. Meyer 2 § 127 und § 109 Note). Bei Pindar lesen wir aqr¡iov Ol. II 42, ¡xvajxijov P. V 49 (Bergk. 3 : /iva^rjov formara aeolicam restituí, vulgo ¡xva(xr¡'¿ov u. s. w.), fiavzrjov P. V 69 („vulgo ¡javxr¡'(ov quod servavit Boeckh."), naq%}-svi¡toi.c Nem. VIII 2 (zweifelhafte Lesart). — Dagegen mit si : (xavisCw Ol. VI 5, nqvcavsïa Nem. XI 1, ßaaiXstai (XáqiTsc) Ol. XIV 2, XatqtCav Nem. IV 54, olxtïoç Ol. XII 19, Nem. I, 53, XI 31; yvvatxsïoç Ol. XIII 89, fr. 100, 6, ôovXsiov fr. 208, avXstaig Nem. I 19, und mmer bei Ableitungen von -sc- Stämmen: dXccSsia Ol. VII 69, VIII 2, X 4, 54, P. III 103, N. V 17, VII 25, Isthm. II 10, fr. 188. Jlqwzoyevstaç Ol. IX 41, Kvnqoyivsia P. IV 216, 3 I( ßl yersia P. XI 22, vyCsiav P. III 34, Iqsiav N. II 11, nqo^áosia N. XI 46, Isthm. I 40, âyaveia — 27 — J. IV 31, -Décelait; J. II 41, ttèïmv J. IV 67 u. s. w. — Bei Alkman stehen neben aqrjiov fr. 23, 6 (Bergk. 4 ), àvôqeiaiv fr. 22, Hço/xa^eiaç fr. 62 einige Wörter mit r¡ für et: JIa(Siiá^i¡a (UoXXaXéymv ovvfb 1 âvôqt, yvvatxt ôè ITafftxaQija) fr. 27, Avxr¡oc: JTqÓGo-'' 'AnóXXwvog slvxr¡w fr. 73, at yàq AnóXXwv o Ai'xtjoç; ebendasselbe r¡ findet sich auch auf delphischen Inschriften in XaXr¡eXc KaXX.txqátv¡a 'HçaxXqov Allen Stud. Ill 232, G.Meyer 2 S. 80; ferner bezeugen t¡ für et die Grammatiker in oQt¡oc, o^rja, níXtja Ahrens II 163; Hesych: -d-tiítov' &eïov to oqvxtov. Kçrjteç. Auch in nXr¡wv, fiyoov wird rj für et oft bezeugt, Ahrens a. a. 0. Anm. 15. Bei allen diesen Wörtern ist in Bezug auf den angenommenen Uebergang von u : tji \ r¡ auffallend, daß nirgends eine Form mit tji überliefert ist; schon dieser Umstand müßte die Annahme einer Dehnung als zweifelhaft erscheinen lassen, selbst wenn diese für -eg Stämme sonst beglaubigt wäre. Auch G. Meyer, der jene Erklärung aufstellt (S. 80), bezeichnet sie in einer Anmerkung als nicht gesichert und verweist auf Meisterhans S. 22, der aus der augusteischen Zeit zahlreiche Beispiele für -r¡u -r¡og statt -eta -etoç auf attischen Inschriften anführt und diese auf lateinische Beeinflussung der griechischen Orthographie zurückführt (Medêa Daröus). Ob das richtig ist, mag dahingestellt bleiben. Schwerlich aber haben wir es hier mit etwas anderem als einer graphischen Verschiedenheit zu thun. Ebenso erklärt auch Blaß, Aussprache 2 S. 52, das r¡ von naior¡a, olxr¡ó%t]g, Kat(fáQi¡a u. s. w., sowie das delphische KaXXixQárr¡a (Anm. 197): „vor Vokalen ist der gewöhnliche Ersatz (für et) t¡ oder e. il Ebendahin gehört das nur von Grammatikern bezeugte lesbische Kunqoyivrja, vgl. oben S. 25. Nur in nXrjmv /jtfwv könnte r¡ auch alt sein, wie im Aeolischen (Meister I 68). — Im Dorischen also finden wir noch Spuren von -r¡t- bei Ableitungen von -ev- Stämmen, aber ohne Consequenz und bereits im Uebergang zu -et- begriffen. Außerhalb der -ev- Stämme kommt nur aveor¡toc und olxr¡íwc vor, beides in Uebereinstimmung mit dem Ionischen. 6. Patronymika auf -r¡c, -eîài\c, von -ev- Stämmen bei Herodot. Nicht unerwähnt dürfen in diesem Zusammenhange die von -ev- Stämmen abgeleiteten Patronymika bleiben. Die weiblichen Patronymika von -ev- Stämmen nämlich lauten in allen Dialekten auf -r¡g aus (nicht -r¡tg zu schreiben, Blaß Ausspr. 2 S. 41). Das i¡ entspricht hier dem r¡ in den Flexionsendungen der -ev- Stämme (G. Gurt. Grdz. 5 641) und ist also ursprünglich. Im Attischen geht den Inschriften zufolge -r¡t- in Alyr¡íc, ''Eqe%dn](ç, Oívr¡Cc ebenso wie in andern Formen (z. B. xXr¡ic xXeíc) im 4. Jahrh. in et über (Meisterhans S. 17). Auch bei Herodot haben diese Patronymika -r¡t-\ Nr¡Qr¡Cdwv II 50, Nr¡qr¡Cat VII 191, Botßrjfc (Xí(ivr¡) VII 129, und ebenso stets bei Homer z. B. ti/jíjc j3atítXr¡(doc Z 193, Hes. Th. 462, 892 fiuatXr¡Cda tty^v, Angermann Stud. I, 1, 44. — Dagegen gehen die männlichen Patronymika von -tv- Stämmen bei Schriftstellern, Dichtern wie Prosaikern, aus auf -e(ot¡c (Sammlung bei Angermann Stud. I 1,23 f.) oder auf -r¡táer¡c (Angerm. S. 29 ff.), letztere aber nur bei Dichtem, vor allem bei Homer. Auf attischen Inschriften des 4. Jahrh. incleß steht -r¡tot¡c wechselnd mit -s(di¡c', erst von 300 v. Chr. an stets -eíer¡c, Meisterhans S. 17. Wenn Blaß, Aussprache 2 S. 41, die Frage aufwirft: „wenn sich inschriftlich ^igtatriiörjc findet, sollen Avir da falsche Setzung von r¡t für et annehmen, oder ^íctGTt¡íoi¡c wie Aíyr¡Cc für das richtige halten?", so ist dieselbe für die attische Schriftsprache durch die von Meisterhans beigebrachten Thatsachen erledigt. Hier haben wir nun zu untersuchen, wie denn diese Sache im Ionischen sich verhält. Bei Herodot stehen, - 28 — der Schreibweise bei Homer und den attischen Schriftstellern entsprechend, nur Formen auf -tCor¡c. So ohne Variante (Bredow 190): Aiysïôat, CJHysvc) IV 149, 3 AqiGtsíoi¡c CJqkttsi'ç) VIII 79—82, 95, IX 28, UtqtUai VII 20, Nyksïdat V 65, ueçaetSai I 125. Nur eine einzige Form mit -r¡íor¡c ist uns überliefert, nämlich VIII 132 tmv y.al 'HqOôotoç o Badilijiösw r¡v. Ferner schrieb Archil. 2(-)J.i¡iO£u> nach Bergk. 4 zu fr. 104. Aber wir haben für die Form auf i¡i auch ein Grammatikerzeugniß : Greg. Cor. d. d. Ion. S. 377 (Schaefer) heißt es: to y.leiG${vT£ç y.?.r)ï<ï&fi'T£ç Xfyovßi Col "Imvsç)' èialvovai yàg %r[v et- oíy&oyyov etc s y.al i, sha ty.TsCvovcv trjv s OvXXaßrjv, TQtnovteç tic i], wGttsq y.al to Itostov [fsçiïor] isçtjïov y.al to ITijlsíorjc, Jltjisiôrjç, nr¡'kii'(et¡c, y.al oßa Toiarxa. Diese Notiz ist früher als unbegründet angesehen worden, so von Bredow S. 190; wenn wir aber sehen, daß die Form auf qt etymologisch die ältere ist, wie es uns zugleich die Inschriften für das Attische 'beweisen, so fällt jeder Grund weg, an ihrer Richtigkeit zu zweifeln. Auch ist gar nicht abzusehen, weshalb in Nr¡Qi¡íc i¡ lang geblieben, in Nr¡lsíor¡c aber verkürzt sein sollte. Den attischen Inschriften nach tritt diese Verkürzung in beiden Formen vielmehr gleichzeitig ein, wie es a- priori zu vermuthen wäre. Demnach muß es bei Herodot nicht nur Baau.r¡íer¡c heißen, dessen Erhaltung ¡wir vielleicht dem Umstände verdanken, daß dieser Name nicht bei Homer vorkommt, sondern auch Alyrßdai, L-Zcitfr^i'di/c u. s. w. Die ionischen Inschriften lassen uns für diesen Fall fast, ganz im Stich ; die frühesten hierher gehörigen Namen stammen aus dem 4. Jahrh., so ritüeidrjt; Keos No. 44 a, nach Bechtel zu Ilndsvc gehörend, BaaiXeCor¡c Chios No. 179, [UQt\(a)cfior¡c ïhasos No. 77 a ft, liqiGTtCôtvç, bu, 3. Jahrh. v. Chr., Chios No. 179 a Bauû.ilôrjç u. a. m. Nur auf einer jüngeren Inschrift von Teos (nicht näher datirbar) CJG No. 3064 2s steht 2y.r¡fit¡íor¡c (von Bechtel zu No. 187 nicht angeführt). Wie bei Herodot müssen nun aber auch bei Homer die männlichen so gut wie die weiblichen Patronymika mit r¡i geschrieben werden. Denn auch im Aeolischen bleibt r¡ vor t unverkürzt (wie ßaou.TJioc, íqr¡iov, so auch iD.rjtaöec Meister S. 69), oder vielmehr diese Verkürzung ist historisch zu verfolgen. Mögen also die hierher gehörigen Formen ionischen oder aeolischen Ursprungs sein, so kann bei den von -er- Stämmen abgeleiteten Wörtern nur -ijiôrjç das Richtige sein. Es fällt damit das oft erörterte lrixQsíor¡c. Die spätere attische Form ist auch in diesem Falle in unsere Homertexte eingedrungen, vielleicht begünstigt oder in Verwechslung mit den Ableitungen auf -y.Xe¿or¡c. Das ursprüngliche r¡ hielt sich nur in Formen wie JIr¡).r¡iádr¡c, wo das Metrum die Länge forderte. Die Grammatiker überliefern uns auch oft genug -r¡Cor¡c, doch ist das bis jetzt nicht beachtet worden, so Eust. zu II. A. p. 13, 11: oiov TskaficoviÔTjç Tela/Jwriadyc, Nr¡).r¡íor¡c Nr¡Xr¡laor¡c, ovrwç ovv xal IltjXtjidijc, nr¡lt¡Váot¡c. 7. Schlußfolgerung. Die Untersuchung ergiebt also, daß in allen griechischen Dialekten die Ableitungen von -¿i'- Stämmen -t¡io- statt attisch -sio- haben, nur ist dies -r¡to-, soweit die Inschriften in Betracht kommen, dem jungen Charakter derselben entsprechend (die voreuklidischen in Attika beweisen nichts) meist im Uebergang zu -sio- begriffen. Daß auf attischen Inschriften kein -t¡io- mehr erscheint, während es doch noch -r¡Cer¡q, -r¡íc lautet, ist bemerkenswerth, vielleicht hat hier die Analogie der Wörter auf -£/« von -sç Stämmen eingeAvirkt. Consequent ist -r¡io- 29 nur bei Herodot überliefert und damit stimmen die, freilich nicht zahlreichen, inschriftlichen Zeugnisse des 5. Jahrhunderts überein; das Wenige, was bei Herodot anders überhefert ist, muß demgemäß geändert werden. Wie darnach bei den übrigen ionischen Schriftstellern, Dichtern wie Prosaikern, zu schreiben ist, ergiebt sich von selbst ; die angeführten Thatsachen geben auch die Richtschnur für die Texte aeolischen und dorischen Dialekts an die Hand. Fragen wir nun nach der Entstehung des r¡ in diesem -r¡io- (vgl. oben S. 8 f.), so wird Niemand bezweifeln, daß in demselben die ursprüngliche Länge des e-Lautes der -et»- Stämme erhalten ist, ebenso wie in dem i¡ der Patronymika auf -r¡fc, -rji'ôrjç. Im Ionischen ist sonst bei diesen Stämmen vor folgendem Vokal Kürzung eingetreten: ßaßiXrjoc: ßaatXtoc. Die Erhaltung des t¡ in -r¡io- ist offenbar durch das nachfolgende i bewirkt. Ein Gleiches ist für r¡i = äi im Ionischen nachgewiesen, Merzdorf Curt. Stud. IX 225, z. B. vr¡C neben veóc, via. Sollte es darnach nicht auch ßctßiXtji, heißen müssen? Tyrt. 5, 1 ist dasselbe durch das Versmaaß gesichert, und ebenso steht auf einer Inschrift von Samos, No. 212, die Kirchhoff, Alphab. 3 S. 30 in den Anfang des 5. Jahrhunderts setzt, JjQir¡\v\^\ die übrigen Zeugnisse sind jünger: Milet No. 100 7 Tau ieçeï, um 400, vielleicht noch 5. Jahrh., Oropos No. 18 33 %oi leqsi zwischen 411 und 377, Thasos No. 71 11 ran ïqsï, noch 4. Jahrb. An den Dichterstellen kann ohne Schwierigkeit t¡i für das jüngere *¿ gesetzt werden, so Semon. Am. 1, 13 v Aqr¡i, zweisilbig für "jQfi. Ob es aber bei Herodot noch ßaaiXrjt, hieß, oder bereits das jüngere in Angleichung an ßaaiXeoc gebildete ßauiXsl durchgedrungen war, wage ich nicht zu entscheiden, vielleicht bringen neue Inschriftenfunde uns Aufklärung. Keinesfalls ist aber an dem samischen ITçiTjlv]^ Anstoß zu nehmen, wie es Bechtel thut, a. a. O. zu No. 212. Nicht von -fv- Stämmen abgeleitete Nomina auf -r¡io- finden sich im Nichtionischen selten (dorisch avocr¡ioc, (iva/jrjov), im Ionischen wie wir sehen häufig. Einigen wenigen unter diesen stehen Verba auf -fm zur Seite, es sind dies: oí,xr¡ioc, noXs[iyi,oç, T,qoTcr¡iov (tqcc- tcíw), xqaiG^tjiov „Heilmittel" Anth. 1, 32 (yj>aifí¡Af(m). Wie ol'xt¡fj.ct zu olxfw gehört, so auch otxijioc. Der Vokal ist auch in diesem Falle ursprünglich lang und vor Consonanten Coí'xt¡-fj,a) wie vor 1 (o¡,xTcr¡ioc u. s. w. übrig. Ist dadurch nun diese Entstehungsweise schon an sich unwahrscheinlich, so wird sie es noch mehr durch die Erwägung, daß im Ionischen scharf geschieden wird zwischen den Wörtern auf -r¡i,o- und -sio-, %áXxstoc kann nicht zu %ttXxi¡t,oc werden, denn es ist eben die verschiedene Form, durch welche die verschiedene Bedeutung 7 — 30 — gekennzeichnet und festgehalten wird. Auch für ßaallaa, îsqdiq tritt nie ßaßilrjKx, lsQr¡Cr¡ ein. Demnach ist wohl auch bei âvÔQrjioç u. s. w. Analogiebildung anzunehmen. Indem dann später Vokalkürzung eintrat oder auch Angleichung an die übrigen Formen mit kurzem Vokal, zuerst im Attischen, dann auch in den andern Dialekten, wurden die Formen auf -r¡io- zusammengeworfen mit denen auf -sto-. Es erübrigt noch ein Wort über den Accent zu sagen. Man schreibt ßadil^iog, aber attisch ßaciXsioc, ¿v-ä-comy/oc aber ¿vS-çaintioç. Sollen wir wirklich glauben, daß in diesen Wörtern der Accent durch das i¡ verschoben ward? Wir schreiben ferner avdQr¡ioc, aber dvÔQsiog, wie wenn das Wort durch das r¡ aus einem dreisilbigen zu einem viersilbigen würde. Es wird jeder zugeben, daß das höchst unwahrscheinlich ist. Auf die Grammatiker wird sich Niemand berufen wollen, denn denen waren die Formen mit *i¡ nicht aus der Umgangssprache bekannt, zudem kommt in vielen, wenn nicht den meisten Formen, der Accent gar nicht in Frage, sobald die Endsilbe lang ist. Mir scheint, daß die Schreibweise ¿vôçyioç oder gar dvocijioc auf falscher Anschauung von den Diphthongen beruht. Es gab, wie bekannt, Diphthonge mit kurzem ersten Vokal, wie st, 01, cu und solche mit langem: r¡i,, mi, äi ; in beiden Arten sprach man beide Vokale gleichmäßig neben einander; ebenso wie auch in verschiedenen anderen Sprachen die beiden Vokale eines Diphthongs nicht monophthongisch, wie im Deutschen, ') sondern gewissermaaßen neben einander ausgesprochen werden, z. B. italienisch noi, paúra, Airólo. Erst zur Zeit der alexandrinischen Grammatiker hatten die Diphthonge aar tnixcrneiuv Geltung, wo r\i = ë, «t=â u. s. w. war, vgl. Blaß Ausspr. 2 S. 20. In der Natur nun dieses Doppellautes ist es begründet, daß die Dichter jeden Diphthongen auch zweisilbig messen konnten, nach unserer Schreibweise bald ttutqwïoç, bald natQÙioç. Wenn wir heutzutage in unseren Homertexten ^Iqy^wv oder ^AtQtïôijç schreiben, so kann das nur die Bedeutung haben, auf die von unserer deutschen verschiedene Sprechweise der Griechen aufmerksam zu machen, sonst hat '^-iTQttôtjç keinen Sinn. Der Grieche konnte im Sprechen gar keinen Unterschied machen zwischen 'Arce'coyc und *AtQe£öt]c. Demnach ist es auch falsch, drÔQ^ïoc oder àvÔQijioç zu schreiben; r¡i ist Diphthong, und deshalb muß es entweder dvÔQijïoç heißen wie dvôçsïoç, oder dvÖQtjoc. Auf derselben Anschauung beruht wohl auch Bergk's Schreibweise Pind. P. V 49 /ivctfirjov, er bemerkt dazu: formant aeolicam restituí, vulgo fjbvafirjïov und VC9: fiavrr¡ov scripsi, vulgo ¡javTyïov; nur liegt natürlich kein Grund vor, (ivunijov aeolisch zu nennen. Giebt man aber diese Auffassung als richtig zu, so muß man auch zu dem Schluß kommen, daß Mar keine Ursache haben, in ßaoilrjioc ßoQ^coc dvd-Qwmjioç u. s. av. einen andern Accent anzunehmen, als er gemeingriechisch lautete. Demnach muß es ßaGClTjioc ßagyioc av&Q(ánr¡ioc heißen, oder wenn man lieber wül ßaad^oc ßocrjog av-&Qwnr¡og. -'■ K- ] ) Nur in einzelnen Mundarten findet man diphthongische Aussprache, so hört man in Norddeutschland nicht selten Ha -us, Ba-uer. Nördlich von Osnabrück wird niederdeutsch ei in hei = er, sei - sie, weiten = Weizen u. a. niemals monophthongisch ausgesprochen. 31 — Anhang. 1. Contraction von srj zu n- Für die Verba contracta stellt Merzdorf, Curt. Stud. VIII S. 162, die Regel auf, daß er¡ nach Vokalen zu i¡ contrahirt wird, dagegen nach Consonante n uncontrahirt bleibt. Die Handschriften stimmen mit dieser Theorie nicht überein, noch weniger die Inschriften. Letztere lehren, daß immer contrahirt wird : Olynth. No. 8 b u doxr¡t, zwischen 389 und 383; Milet No. 100 6 ¿£Qonotr¡i, etwa 400 v. Chr.; Chios No. 174 c 9 noiíji,, u noierai, 5. Jahrb., Halikarnass No. 238 23 Inixulqi, vor 454 v. Chr. Es ist überflüssig alle Zeugnisse für das 4. Jahrb.. und später anzuführen, eine Abweichung kommt nicht vor, so steht Zeleia No. 113 is afjyiaßarrji, 334 v. Chr. u. s.w. Nur in Öirjrm tritt keine Contraction ein, in Uebereinstimmung mit dem Attischen: étirai Olynth. No. 8b 4 und Arkesine: Dümmler, Mittheilungen d. archaeol. Inst. XI S. 107, d£i¡i Zeleia No. 113 3», 334 v. Chr. — Ebenso wird ít¡ zu r¡ im Conjunctiv der Verba auf (jt: Oropos No. 18 26 naget, 34 sï, um 400 v. Chr., für naQÎji, und i¡i aus naq^i, %i¡t; Halikarn. No. 238 33 ngoö-facu, 37 í¡ h vor 454 v. Chr.; ferner im Conj. Aor. Pass.: Keos No. 43 n öiaQavihrji., 24 iÇevsx&qh nach 420 v. Chr. und sonst. In den beiden letzten Fällen haben auch die Handschriften des Herodot übereinstimmend r¡, Merzdorf a. a. O. S. 101. — Der Gebrauch der älteren ionischen Dichter stimmt mit dieser Contractionsweise überein: oox^ Sem. Amorg. 7, 103, nqosxnovr¡ ebd. fr. 22, yafj/tj Hippon. 29. In Bezug auf die Eigennamen auf -y.lrjç weist Bechtel zu No. 72 und No. 94 nach, daß auf Euböa wie in dem älteren Attisch -xJLtijç gesprochen ward, auf den Kykladen dagegen und auf dem Festlande von Asien -xlrjc. Darnach ist auch bei Herodot überall -xlrjc zu schreiben, das die Handschriften nur zuweilen haben (Merzdorf Stud. VIII S. 100). — Desgleichen tritt in den Eigennamen auf -tr¡c Contraction zu -r¡¿ ein: 3 Ec>p,i¡ Abdera No. 162, 5. Jahrb., metrisch, und Lampsakos No. 171. Ebenso 'Eq/ur/ç Hipponax 55 B, ^Eq^rj Anakr. 111, 3, 'Ecfjtjv Hipp. 32, 'Eq^îj Hipp. 1, 10, 21, 89. Bei Herodot kommt der Accusativ einmal vor: V 7 c Eq/j£t¡v: tcprjv libri, sonst nur der Gen. 'Eçfifw. Natürlich ist 'Eg/xijv zu schreiben. — 'stnshlîjç Jasos No. 104 15 und 43, vor 353 v. Chr., Chios No. 177 e; ebenso Anakr. 72 B, wo Bergk. 4 *AtiíX).¿i¡c schreibt. — sli-mvr¡c (slsmvàc Suid.) Keos No. 44 a 5. — 4r¡(j.i¡c, attisch Jijnéaçj Thasos No. 78 u. — Qa).r¡c Milet No. 93, Anfang des G. Jahrh. Auch bei Herodot ist Qa/.îjç überliefert: I 74, Qa)S¡v I 75 ohne Variante (I 170 muß der Gen. natürlich QàXîm geschrieben werden, so gut wie 'Ec^tm, Stein tíá/.ew: dál'Ksw P, (àa'/.lîm z). — Darnach muß es auch Boqtjc, nicht Bo(j£r¡Q heißen. Das Wort steht VII 189 sechs Mal im Nom. und Acc, nur zu zwei Stellen giebt Stein Varianten : 20 %¿v ßoQ^v %s P, ioV ßo^v R, xóv %s ßoqrjv relicpii; 22 ¿ ßogtrjc R, ßoQrjc ceteri, an den übrigen Stellen bemerkt er: ßoQrjc, ßoqrjv L. Es ist doch auch für Herodothandschriften auffallend, daß sie innerhalb weniger Zeilen 4 Mal — 32 — die uncontrahirten , 2 Mal die contrahirten Formen bieten sollen. Von dem Eigennamen Boqrji; ist natürlich o ßoQrjc nicht zu trennen, die Stellen giebt Merzdorf Stucl. VIII 158 f.; wenn auch die besseren Handschriften nur selten die contrahirte Form haben wie II 101: fioQr¡v ABC, so ist doch überall ßooijc, ßoqt[o, ßoQtjv zu schreiben. — Ebenso heißt es *A(>iG%r¡c, nicht Uqigt£i¡c, z. B. IV 13; Ilv&qc VIII 92, nicht Jlv&fyç, u. a. m. Von Adjectiven und Substantiven, in denen tr¡ zu r¡ contrahirt wird, sind anzuführen: [%qv]gí¡v Keos No. 41, metrisch; xmXijv Milet No. 100 3 und 4, um 400 v. Chr., auch Xenophanes 5, 1; %aXyS¡v Erythr. No. 199 u, 394 v. Chr., No. 202 is, um 350 v. Chr.; áoeXcprjt, Arkesine S. 41 Note, Dümmler Mittheilungen XI S. 100. Dagegen schreiben die Herausgeber ¿ohX(p>r¡v Mykonos No. 92 22 = Dittenb. Syll. No. 433, Sprache fast ganz hellenistisch, und Halikarn. No. 240 d 34 = Dittenb. Syll. No. 6, 2. Hälfte des 5. Jahrh. ; neben dem auch attischen uösXyov 47 ist aobXyr¡ allerdings die entsprechende Form; für das Ionische des 5. Jahrh. müssen wir àdsXyîj erwarten. — Es heißt überall yij, z. B. Teos No. 156 a 6 yîjv, b 9 yr¡i, 22 yîjç, um 470 v. Chr.; Halikarn. No. 238 9 und 25 yrjv, vor 454 v. Chr., No. 240 yr¡v oft; No. 264 yîjv 6. Jahrh. Im Plur. bleibt dieses Wort stets uncontrahirt : Zeleia No. 113 « ytai, 334 v. Chr.: Cilios No. 174 12 yéaç, 5. Jahrh.; Halikarn. No. 240 3 ytac, 2. Hälfte des 5. Jahrh.; Mylasa No. 250 ytac (yiaic) ; Olymos No. 251 yéaç, die letzteren beiden Inschriften sind jung (Bechtel bringt zu No. 250 und 251 noch andere Stellen für yfccç bei). — In späterer Zeit tritt auch nach Ausfall von 1 Contraction von sr¡ zu v¡ ein: IíqT¡ für Itqtíij, vgl. S. 13. Daß auch bei den ionischen Dichtern stets er¡ zu >q in solchen Nominibus contrahirt wird, zeigt Fick, Bezzenb.'s Beitr. XI 261. Es sind dies die Nomina: acyvgrj %ctXxi¡ noQ(pvQÍ¡ y.sfjëuXîj âoyaXîj yccXîj qoôîj xmXij gvxtj (auch Archil. 19 avxijv). Nur bei den Elegikern bleiben nach Fick die Wörter auf -aXtoç uncontrahirt, wie âçyaXJoç olôaXtoç ytjQaXtoç uv%aXío<; (auch ucyaXtyc Mimn. 9, 4) und xvvtr¡v xvvtr¡t, Tyrtaios 11, 32. Es kann demnach gar keinem Zweifel unterliegen, daß bei Hero dot die contrahirte Form zu schreiben ist: wie %qvg>¡¡ z. B. I 52, %aXxr¡ II 151, so auch xvvtj I 84, II 151, 152, 162, IV 180 (,: xyvrj L.), úvxíj I 193, IV 23, überall steht die uncontrahirte Form ohne Variante, nur Xsovrij IV 8: Xsovrr¡v Rz, Xeov%ï\v ceteri. So heißt es auch av^own^, vgl. S. 15 u. a. m. Dagegen wird nicht contrahirt, wenn ein a- oder o-Laut auf das s folgt: es heißt iQvGtoc, 'iqvGtov, %qvdiovç, %Qvataç u. s. w. „Die dialektischen Formen der Stoff adjectiva werden in der Schriftsprache am längsten fortgepflanzt: auch in Ephesos schrieb man noch zu Trajans Zeit %qvgíov, u^yv^soi,, xqvgíw." Bechtel zu No. 129. Eben diese zahlreichen uncontrahirten Formen mögen auch das tt¡ der Handschriften veranlaßt haben. Eine Ausnahme machen nur einige Eigennamen auf -er¡, in Uebereinstimmung mit dem Attischen. Zwar könnte man Tty¿i¡i ßhegion No. 5, 5. Jahrh. und Alv€r¡ru)v, Münze von Ainea No. 12, um 550 v. Chr. (zur Zeit Alexanders Aivr¡cü>>>), als nicht beweiskräftig ansehen, weil es euböisch auch -xXf^c lautet, aber es ist doch wohl anzunehmen, daß der fremde Name unverändert blieb. So ist auf einer Inschrift von Thasos No. 69 = Roehl JGA No. 3S0, 5. Jahrh., 5 Mal sicher richtig Nsfj,ii]i. ergänzt, wenn auch s kein Mal erhalten ist. Auch bei Herodot wird an T6y(r¡ &vqfr¡ nicht zu zweifeln sein. • — 33 — Wie sr¡ zu i¡, so wird auch rjs zu i¡ contrahirt, so jedenfalls in %¡h,oc, für homerisches i¡£hoc. Arkesine, No. 33, 5. Jahrh., ist Hk[to]ç überliefert, das Bechtel als Hrjhoç liest. Die ionischen Dichter haben rfkioi, die Stellen giebt Fick Beitr. XI 266, nur in der Elegie heißt es qiXioc. Bei Herodot muß es demnach in Uebereiustimmung mit Archil. Semoii. Hippon. Anakr. ijfooc heißen. Dagegen ist eine Entscheidung für zQÙaÔat. (aus %quí¡g&u¿) oder XQÍ¡g<'Jcu (aus %Qr¡sadai) noch nicht möglich. Merzdorf Stud. VIII 210 entscheidet sich für XQUßOai, weil die Mehrzahl der Handschriften dies bietet. Inschriftlich liegt xQV^^ai vor: Keos No. 43 12 [x]c^ff¿/[«t] (die Ergänzung ist sicher), nach 420 v. Chr., aber möglich wäre ja, daß auch in diesem Worte ein Unterschied zwischen der Sprache der Kykladen und Kleinasiens bestanden hätte. 2. Dativ Pluralis auf -oiot, -ote; -r¡t,ai,, -aie. Meisterhans, Grammatik der attischen Inschriften S. 52, weist nach, daß schon die ältesten Prosa-Inschriften des 5. Jahrh. im Dat. Plur. zwischen -omu und -oi,q schwanken (vgl. auch Cauer, Curt. Stud. VIII 410), die letzten Spuren von -01.cn sind je eine Form aus dem Jahre 434 und 403 v. Chr. Viel später tritt derselbe Vorgang bei dem Dativ der a-Stämme ein (ebenda S. 48). Bis 420 lautet die Endung -aai nach Vokalen, -r¡ai nach Konsonanten; nur auf drei Inschriften vor 424 v. Chr. steht -¡xmJi, -r¡iai. Plötzlich tritt dann seit 420 die Form -«fe dafür ein. Auch im Ionischen läßt sich das allmähliche Verschwinden der längeren Formen verfolgen, wenn auch das Material nicht so reichhaltig ist wie im Attischen. -otöi: Chalkidisch, Olynth No. 8 a 4 ¿/./.ykoioi-, dagegen b u a]/jyoTè~Qcxoi'qo[i]<íi. — Die Inschrift von Kyzikos No. 105 b ist zwar eine sehr fehlerhafte Erneuerung von No. 108 a, aber die Formen 2 roïaw, 3 toTaiv txyovoiatv, s tovcoigw haben wir keinen Grund als unrichtig nachgeahmt anzusehen, darnach hätte im Milesischen des 0. Jahrhunderts auch noch der Artikel roter* gelautet. -01c: Chalkidisch No. 13 1 -níoic, 13 o\vtiôC^ok, 5. Jahrh., dagegen a/jyoTtfjoK neben aXXtfXoiai Olynth. No. 8 (s. o.). — io7ç adkoiç, archaische Inschrift auf einem ehernen Becken in einem Grabe zu Kyme gefunden, Cauer Del. 2 542. — Eretrisch: Oropos No. 18 i6 txâatoiç, 17 und 39 tule vó/Aoig, zwischen 411 und 377 v. Chr. Kykladen': Keos No. 43 s Xtvxoïç, '■> âçioiç %olç, ?/s toî[ç il¡jiaT\íoic, nach 420 v. Chr. — Délos No. 58 zoïç Dtolç, Zeit des Königs Massinissa. ■— Thasos No. 71 toTçoi, noch 4. Jahrh.; No. 72 9 aihoïç, xoüc aÂAoïç tíacCotc, 1. Hälfte des 3. Jahrh. Asiatisch: Milet No. 100 s zoic IrínoXXwvíoic, vielleicht vor 400 v. Chr. — Erythrai No. 199 12/13 tx[yó?'oí]c , Ergänzung ganz zweifellos, 394 v. Chr. — Halikarnass No.- 238 io tole (ivr¡¡io TsQiiéçoiç. — Lykisches Felsengrab, No. 263, zoTç ¿yyovoiç. Alle andern asiatischen Inschriften aus dem 4. Jahrhundert und später haben ebenso nur -01c. Ich führe nur die Inschrift an mit Bezeichnung der Abfassungszeit: Jasos No. 105, Zeit Alexanders; Zeleia No. 114 a, b, c, d, e, 334 v. Chr.; Priene No. 144, Mitte des 4. Jahrb..; Ephesos No. 147, fast ganz hellenistische Sprache; ebenso Teos No. 158; Erythrae No. 203 und No. 204, um 350 v. Chr.; No. 20C, bald nach 278 v. Chr.; Samos No. 221, 322 v. Chr.; Mylasa No. 248 a, b, c, 367—354 v. Chr. Es ergiebt sich also, daß im Chalkiclischen ebenso wie im Attischen von den ältesten Zeiten an -01-c neben -01O1 gesprochen ward, wobei hervorzuheben ist, daß rote a&XoK älter ist als das früheste attische Beispiel. Es ist dies also wieder ein Punkt, in dem das Attische dem Chalkidischen näher steht, als dem östlicheren Ionisch. Um 389 v. Chr. gebrauchte man aber in Olynth noch ai.lifioiGi neben «^or/çoiç. Im Eretrischen liegt um 400 v. Chr. eine Form auf -oigi nicht mehr vor. Auf den Kykladen ist vielleicht schon Ende des 5. Jahrh. -01,01 dem -01c gewichen. Asiatisch scheint um 470 v. Chr. noch -oigi allein zu herrschen, Ende des Jahrhunderts ist es verschwunden. Bemerkenswert!! ist xoie auf der Inschrift von Halikarnass, vor 454 v. Chr. Auf diese Form stützt sich wohl die Bemerkung von Wilamowitz, Horn. Unters. S. 317, Aiun. 26: „daß auch das Ionische so gut wie das Aeolische zuerst die Formen des Artikels verkürzt bat, scheint mir von selbst einzuleuchten." Jedenfalls dürfen wir aus diesem xoïç noch nicht schließen, daß vor 454 v. Chr. die Dative auf -oiot ganz geschwunden waren; anders Bechtel zu No. 238. -7/ tut,: Kykladen, Delos No. 53 go\ii¡aip bei Bechtel ist wohl Druckfehler, 1 nach r¡ ist deutlich erhalten, vgl. B.'s Angaben und Loewy Inschr. griech. Bildh. No. 1. — Thasos No. 6S vi>[irache fast ganz hellenistisch ist: Ephesos No. 14 7, Teos No. 158, Erythrae No. 206. Das Ergebniß ist, daß im 5. Jahrh. noch überall -tjigi gesprochen wird, nur auf Keos heißt es xavxcuc, nach 420 v. Chr. Ob der Artikel xijiGi oder xuïç lautete, wissen wir nicht, da bis jetzt kein inschriftliches Zeugniß vorliegt (No. 263 ist nicht beweiskräftig wegen Jtanáqac, 'Ano't.'hmvídov, äv für i¡v). Das letzte -r¡iGi ist asiatisch aus dem Jahre 394 v. Chr. Die nächsten Formen stammen aus der Mitte des 4. Jahrh. und lauten -aig. -r\iGi ist also viel später verschwunden als -oioi; es ward wenigstens im Asiatischen noch gesprochen, alß -oiGi bereits abgekommen war: ixyóvoic neben ^Ecv-d-qijiGiv , No. 199. Dagegen kommt ein -rjGi, das im älteren Attisch die gewöhnliche Form ist, nicht vor. 1 Diese Thatsachen geben einen festen Anhalt bei Entscheidung der Frage, was wir von dem -oiç und -aiç bei den älteren ionischen Dichtern zu halten haben. Asiatischionisch ist dasselbe jedenfalls nicht. Man hat auch seit längerer Zeit schon Anstoß an diesen Formen genommen. So hat Buttmann bereits für -oic vor Vokalen -oin" setzen wollen; Ahrens bekämpft ebenso die kürzeren Formen in der älteren iambischen Poesie der Ionier und in den Trochäen des Archilochos, bei Anakreon sucht er dieselben dem Einflüsse der aeolischen Dichter zuzuweisen (Verhandlungen der XIII. Pliilol. Versammlung, 1853, S. (JO ff.). Ueber dieselbe Frage handelt Renner, der Stud. I 1, 209 ff. eine vollständige Sammlung der Stellen giebt. Fick, Bezzenb.'s Beitr. IX 207, will die Formen auf -oig und -am aus den älteren ionischen Dichtern ganz entfernt wissen, erst seit 540 v. Chr. (vgl. Beitr. XI 255) würden dieselben gebraucht und seien dem Einflüsse des Tyrtaios zuzuschreiben, der dieselben dem dorischen Dialekte entnommen habe. Man wird den Aenderungsvorschlägen Fick's nicht überall beizustimmen brauchen, deshalb bleibt seine Behauptung, daß die Formen auf -oiç und -a/c unrichtig und daher zu entfernen seien, doch unanfechtbar (vgl. auch v. Wilamowitz, Homer. Unters. S. 317 Anm. 28). Nicht anders steht es bei Homer. Hier hat Nauck zuerst die Formen auf -r¡g und -oí? bekämpft und zwar auf Grund statistischer Beobachtungen; derselbe berechnet, daß die vollen Formen, die apostrophirten natürlich eingeschlossen, etwa 2700 Mal vorkommen, die kürzeren 150 Mal, Bulletin St. Pet. 1872. S. 20G ff., 1879 S. 409 ff. Demgemäß erklärt Nauck die kurzen Formen für falsch (vgl. Praef. zu Nauck's Ilias S. XIV). Diese Beobachtung wird nun durch die Inschriften bestätigt: die kürzeren Formen sind weder aeolisch noch ionisch, mit Ausnahme des Artikels. Darnach sind dieselben überall aus dem Homer zu entfernen, wo aber ihre Beseitigung nicht möglich ist, muß wenigstens für -r¡g die attische Form -am gesetzt werden, denn ein -r¡g hat weder im Ionischen (außer vor Vokalen), noch in einem andern Dialekte existirt. Was nun den Hero dot betrifft, so sind die Formen auf -t¡oi richtig überliefert, vielleicht auch die auf -oiGi, denn die Inschrift von Halikarn. No. 240 mit zahlreichen Dativen auf -oig ist kein vollgültiger Zeuge, da dieselbe auch andere jüngere Formen hat; die Inschrift von Milet No. 100 ist nicht genau datirbar; ist dieselbe vor 400 v. Chr. abgefaßt, so beweist 3 sJnollmvCoiç doch nichts für Herodot, der sein Geschichtswerk früher abfaßte und sich jedenfalls an die bis dahin herrschende Schreibweise anschloß. Dagegen lautet der Artikel jedenfalls rot?, wie die Inschrift von Halikarn. No. 238, vor 454 v. Chr., zeigt, vermuthlich auch ratg, doch fehlen hierfür die Beweise. 3. ieçog oder Igóg? Auch das Wort Isgóg ist ein charakteristischer Beweis dafür, daß die Herodot- handschriften allein uns nicht die richtigen Formen erkennen lassen. Die inschriftlichen Zeugnisse für das Wort mit seinen Ableitungen sind folgende: 1) Ico- und Ico-. : Chalkidisch, Amphipolis No. 10 i3 ïqov, 367 v. Chr. — Kykladen, Thasos No. 70 1HPON jedenfalls für HIPON, No. 71 » Iqóv, h ÎQtt (nicht ganz sicher), neben i Isqta, 36 — noch 4. Jahrh. — Asiatisch Abdera No. 163 7 3 Ioofiv^f.ion', Münze vor 400. No. 267 IPH = tgr¡ oder lgr¡, sc. xógvg, Fragment von der Backeuklappe eines Helms. 2) lego- und hgo-. Eretrisch No. 15 u hgöv, 19 iegoT (für ifçcîû), zwischen 410 und 390 v. Chr. Oropos No. 18 steht 16 Mal theils f/gsvg, theils ítgóg, 2 Mal lecqov, zwischen 411 und 377. — K y kl a den, Keos No. 48 If qua, wohl 4. Jahrb.. Thasos No. 71 i Ugta (neben Igóv, ïgeï). No. 72 îo hçâv, îi hQofivrjfiora, u Isçovg, 1. Hälfte des 3. Jahrh. — Asiatisch, Milet No. 100 4 legara/., o leqfwg, 6 hçonoiîji, ngoiegànS-ai , t leget, vielleicht noch 5. Jahrh. Aniorgos No. 230 legar, wohl noch 5. Jahrh. Halikarnass No. 238 a legîjt,, 3« lega, vor 454 v.Chr. Ebenso bieten die Inschriften des 4. Jahrh. und später nur ie: No. 102 2 Silbermünze, Jasos No. 104 u, i«, Zeleia No. 113 37, as, Pantikap. No. 119, 122, 123, Theodosia No. 127, Olbia No. 128, Ephesos No. 147 u, No. 150, Teos No. 158, is, ib, 22, Erythrai No. 201, 5, 24, No. 204 23, 24, 33, 34, No. 206 a, b, c sehr zahlreiche Formen, Sanios No. 221 37, Halikarn. No. 245, Mylasa No. 248 b s, c 4, s. Das Ergebniß also ist, daß die einzige Form, die wir aus dem Chalkidischen haben, « aufweist ; im Eretrischen heißt es Isqo- ; auf den Kykladen bietet allein Thasos / neben ie (No. 71), dagegen kann ie in No. 72 attisch sein, denn auf derselben Inschrift steht attisches elg, av für ionisches h, qv (vgl. Bechtel zu No. 18, S. 12), IrígiGToxitovg, das Bechtel wohl mit Unrecht anzweifelt (S. 58). Asiatisch heißt es durchweg ie, wenn auch nicht außer Acht zu lassen ist, daß viele der angeführten Inschriften wesentlich hellenistische Sprache haben. Die Münze von Abdera und das Hehnstück von unbekannter Herkunft können der sonstigen, einstimmigen U eher lieferung gegenüber nicht ins Gewicht fallen. Bei den ionischen Dichtern (vgl. Renner, Stud. 1,1 S. 184 f.) steht: Semon. Am. 7, 56 aS-vara ¿' Igà nolláxig xaisß&Csi, als Variante führt Bergk. 4 aus Cod. A und Athen. V179D íegá an, letzteres nicht so bei Kaibel. — Sem. 24, 2 Igcoati nicht überliefert, nur conjicirt. Anan. 1, 3 î'xov xaif Ugwv, andere fgüiv. Archil. 18, 1 ïegmv. Das Versmaaß gestattet auch bei Semon. i.e zu setzen. — BeiHerodot schreibt Stein agyiegevg, xaXhegíw, c iéQwvv[joç IX 33, sonst immer ie, soweit ich sehe. Die Handschriften haben « ohne Variante, z. B. I 140, II 39, 40, 110, 138, III 36, 38, 158, an den meisten Stellen aber lesen wir namentlich in C und R ie, so: I 31: hgóv C, II 3: IsgevGi B, 10: leggeg CR, 13: leg feg C, 28: legwv R, 37: legfeg C 55, s: Ugêmv R, 143: legfeg C, III 28 20: legêag Rd (A hat £ ausradirt), 21: ísQ¿wv Rd, 24: legfccg Rd, 29 e: legieg R, »: legiac R, ie : legwi AB, 37 13: íegóv R, 14 : legéa R, 142: íeqemGvvr¡v R, legoGvvi¡v z, \eguiGvvr\v ceteri, IV 161: Isgaxsvvag R, V 83 : isgovgyiai d, VI 19: íegóv z, 56: legwavvag Asz, 81 hat A 2 Mal s ausradirt, îegei'g d, VII 153: IsQofávrai d, 154: hgocpávrew ABd. — Es hat keinen Zweck, alle Stellen mit ihren Varianten anzuführen, einige andere habe ich bereits bei lsgelt¡ S. 12 erwähnt, wo übrigens auch ABC 4 Mal ie haben. Nur die Berechtigung ägyiegevg zu schreiben, will ich noch beleuchten. Es steht dies Wort II 37: ägyiegevg Rdz: agytgevg P, agyifqewç ABCcorr. âgyiegêuig Cpr., II 142: ag%igtag PRz, 143: agyigev'g Pz, 151: dgyigsvg Pz. Man sieht, die Handschriften sprechen nicht dafür, von der sonst beliebten Schreibweise abzuweichen. — Greg. Cor. de dial. Ion. § 66 (Schaefer) erklärt die Contraction von t« zu 1 für ionisch und führt ein Beispiel dafür aus Hesiod an (daneben steht § 68 in anderem Zusammenhang ¡egfag); auf ein solches — 37 — Zeugniß wird schwerlich Jemand Werth legen. Bei Homer heißt es bald Itcóg, bald îqoç Dies îçéç beruht auf aeolischem Ursprung, denn lesbisch heißt es Îqoq (Meister I S. 72). Aus Homer ist dann íqó? als angeblich ionisch in den Herodot eingedrungen. Jedenfalls ist es kaum kühner bei Herodot überall ieçoç als Iq6ç zu schreiben. Auch Kallenberg, Ztschr. f. d. Gymnasialw., Bd. 40, 1S8G, Jahresber. S. 313, erklärt sich für is in Uebereinstimmung mit Sayce und gestützt auf xallisçêm, das den Grammatikern bei ihrer Aendernng von te in « entgangen sei. 4. Die Diphthonge ai, si, oi vor Vokalen. In allen griechischen Dialekten herrscht die Neigung, das Jota als zweiten Theil von Diphthongen vor Vokalen halbvokalisch zu sprechen und dann ausfallen zu lassen, G. Meyer 2 § 155; dem Aeolischen scheint dieser Vorgang besonders eigenthümlich zu sein, Meister I S. 89 ff. Im Attischen läßt sich diese Erscheinung ziemlich genau verfolgen, sie zeigt sich schon im 6. Jahrh. und wird in einzelnen Wörtern im 4. Jahrh. zur Begeh So ist *A&r¡vcí für A&r\váa aus Ad-r¡vaía herrschend seit 362 v. Chr., àsC seit 361 v. Chr. (Meisterhans S. 14 und Note 490, v. Bamberg, Ztschr. f. d. Gymnasialw. 1886, Jahresber. S. 12 f.). Für Herodot wird bezeugt, daß das Femininum der Adjectiva auf -vg ausging auf -eu, daß es intryôsoç, nicht tm,tr¡onoc hieß. Die Inschriften bestätigen die Ueberlieferung kaum, vielmehr scheint das asiatische Ionisch den Ausfall von Jota nicht zu lieben; nur ist es freilich bei der Dürftigkeit der inschriftlichen Zeugnisse in diesem Falle ganz besonders geboten, Vorsicht zu üben und nicht zu weit gehende Schlüsse zu ziehen, denn wie das Schwanken auf den attischen Inschriften lehrt, kann es auch dem Zufall zu danken sein, wenn uns Formen ohne Jota nicht überliefert sind. Trotzdem wird durch eine Vorführung des Materials über manches zu größerer Klarheit zu kommen sein. a) Der Diphthong ai vor Vokalen. 1. Uebergang von ai in «. Chalkidisch: Terone No. 7, Tsqmvaov, Münze, vor 420 v. Chr. geprägt, „Toçm'aïoi auf attischen Tributlisten, Toçwvatoç auf attischen Grabstelen" Bechtel. — Amphipolis No. 10 s und 25 aíKj>vyíi¡v, 357 v. Chr. — Auf chalkidischen Vasen: Avxáoc, für Ayxcùoç CJG 7375, 'Axtáoov für lixtaiwv 8431 (G. Meyer 2 § 155). — Eretrisch: Mende No. 17, 1 MCvôaov, Münze, 1. Hälfte des 5. Jahrh. (No. 17, 2 Mtvâccirj, nach 400 geprägt). — Styra No. 19, 141 Snôvôaoç, 153 Aïgxqccoç, 313 TCpctoç (vgl. Bechtel zu No. 7 und No. 19, 41). — Kykladen: Délos No. 54, A&r¡vár¡c 'Ocyavyc, vielleicht noch 5. Jahrh. „A&r¡va "Oqyávri auch in Athen" Bechtel S. 152. — Thasos No. 72 s Nixàv, nach Bechtel für Ntxátjv, 1. Hälfte des 3. Jahrh., att. Nixccta. Neben A-d-r¡vaCt¡c 10 kann Ncxuv auffällig erscheinen, aber Nixàv braucht auch gar nicht ionisch zu sein, denn Polyaretos, der durch diese Urkunde mit seiner ganzen Familie das thasische Bürgerrecht erhält, ist Proxenos von Thasos, kein Thasier. — Asiatisch: Jasos No, 105 10 etç xov aeC xqÓvop, Dialekt nicht rein ionisch, wie sic zeigt. — Phokaia No. 170 Omxatïç neben 'Ax>r¡vaCr¡. Die Inschrift ist von Biemann aus der Sammlung des Cyriacus Anconitanus veröffentlicht, Bull. de corr. hell. I 84 No. 17: 'AD-rjvaCri OmxatXc ano xâiv noXefiiwv ôty.atriv. In der Vor- 9 — 38 — Bemerkung sagt E. : nous avons partout mis l'iota souscrit, qui manque souvent dans le manuscript. Darnach können wir ' auf eine einzelne Form unmöglich großes Gewicht legen. Es fehlt auch jede Andeutung über das muthmaßliche Alter der Inschrift. Zu beachten bleibt ferner, daß die überlieferte attische Form des Namens Oooxaevç lautet. — Erythrai No. 206 a 27 A&r¡vac 0i¡/j(ag, 29 'A&ijvâç Níxijg, b 20 Aoijvtxç 3 AnoTQonataç, nach 278 v. Chr., neben ®r¡fi¿a<; und Anorgonctfaç beweist 'Adyvâç nichts für das Ionische. — Samos No. 216 U&t¡v5c, bald nach 365 v. Chr. Attisch und Samisch ist auf dieser Inschrift gemischt. Darnach haben wir Beispiele für den Ausfall des Jota nur im Chalkidischen und Eretrischen ; A$r¡vár¡<; auf Delos ist kein unverdächtiger Zeuge. Aus dem asiatischen Ionisch liegt nicht eine einzige beglaubigte Form vor. 2. ai bleibt erhalten. Chalkidisch: Olynth. No. 8 a 1 und 2 'Eççiôaiov, b 10/u Botncc(ovç, Msvôaiovç zwischen 389 und 383. — Auf Vasen: TaTaCr¡c Cauer Del. 2 539, € Inna7oç 546, A&r¡vati¡ 548. __ Eretrisch: No. 15 is/is 'Icctuxiac, Kr¡vaCmi,, zwischen 410 und 390. — Mende No. 17, 2 Mevaatr¡, Münze nach 400 geprägt. — Wie man sieht, sind die Formen ohne Jota im Chalkidischen und Eretrischen verhältnißmäßig zahlreich. — Kykladen: A&r¡vaCr¡c,: Keos No. 41, metrisch; Paros No. 64; Thasos No. 72 10, 1. Hälfte des 3. Jahrb.; A&r¡vaCr¡i: Keos No. 51. Außerdem kommen noch Formen vor von 'Ifftiaïoç Thasos No. 72, 1. Hälfte des 3. Jahrh. ; c Exataïoç No. 82 a 9, Ende des 3. Jahrb., die nur den euböischen Formen ohne Jota gegenüber erwähnenswerth sind. — Auch auf den „Thasischen Inschriften", herausgegeben von Bechtel, steht Ukxaïoç S. 7 12 ; Aylaimv S. 15 2; 'Exccraíov S. 18 7, S, 23 10, S. 31 s; c ExcctccZoç S. 29 9; Açidraiov S. 23 1; [ c E]ozicc(ov S. 26 10. — Asiatisch: A&r¡vatr¡c Halikarn. No. 240 a 3, 2. Hälfte des 5. Jahrh. — U&yvairii No. 265, metrisch, etwa 460 v. Chr., Chios No. 173, vor 446 v. Chr., Erythrai No. 200, 1. Hälfte des 4. Jahrh. No. 204 33, vor 345/44 v. Chr., Priene No. 142, 334 v. Chr. — alet Halikarn. No. 240 a 6, 2. Hälfte des 5. Jahrh.; No. 238 37 fehlt gerade der entscheidende Buchstabe tt \îeC\. — (Üwxavsvc No. 207, besten Falls 2. Jahrh. — 'Eçfiatœpoç (fj,r¡v¿c) Halikarn. No. 238 4, vor 454 v. Chr. — 'Elaiovamç, Smyrna No. 153 27 Diadochenzeit. — Außerdem kommen mehr oder minder zahlreiche Formen vor von Ayvatoç *A&r¡vcciov AXxaïoç 'Ex ax aloe, c ExatuCr¡ 'EgpaZoc 'EQv&çaïoç, 'Iatiaîoç Aeoxaïoç Naïoç u. a. — Der Gegensatz, in dem das asiatische Ionisch zu dem euböischen steht, ist darnach auch in diesem Falle unverkennbar; dem Attischen gegenüber ist ferner die Uebereinstimmung in 3 A&ijvcci>>] bemerkenswerth. Aus den ionischen Dichtern ist anzuführen: Anakr. 1, 4 ¡j xov vvv tnl Ai¡&ct(ov mit kurzem at, außerdem steht noch Tyrt. 10, 20 yegaiovc, indeß wird die richtige IJeberlieferung desselben bezweifelt. Von Homer an wird bei allen Dichtern der Jota-Diphthong oft vor Vokalen kurz gemessen, vgl. Zacher, Nom. in -aiog S. 8 ff., G. Meyer 2 § 154, Hartel, Horn. Stud. Ill S. 15 ff.; die Verkürzung wird dadurch erklärt, daß Jota hier halbvokalisch gesprochen sei. Anakreon folgt also in diesem Punkte wie in andern dem Gebrauch des Epos, vgl. Fick Bezzenb.'s Beitr. XI 254. Daß aber auch der ionischen Volkssprache die Verkürzung eines Diphthonges vor Vokalen nicht unbekannt gewesen sei, 39 schließt Hartel a. a. 0. S. 16 aus &f¡Qsvei, und evavov bei Hippon. fr. 22 A und B, wo sv von dem Grammatiker als kurz bezeugt wird, der noch hinzufügt: naqà á' *Innoói>axri, tnï tijc at, xccî ot, ôiy&ôyyov noXX^ taxiv f¡ %Qr¡Gic. Beispiele dafür haben wir aber nicht. ') — Hervorzuheben ist ai u. a. in aïsC Semon. Amorg. 1, 4; 7, 65; aïêv Xenophanes 1, 24; aïùivoç Anakr. 112, 4; xalsróc Archil. 86. Für 3 A%a¡:r¡<; Semon. Am. 23 verlangt Fick Beitr. XI 269 mit Eecht Ux«i(t¡c. Für Hero dot werden wir demnach in den entsprechenden Fällen ebenfalls ai zu setzen haben; es kommt Folgendes in Betracht: à y a Co fiai. VIH 69, Stein: ol ôè aysó(isvoC te xaî tpê-oviovtsi; avrrj- Jt âyso(isvoC BCPpr. (ut videtur) sv. Hes. : ayatófievoL" Es steht dies Hes. op. 333, aber auch Hom. v 16. Viel häufiger kommt dies Verbum bei Homer im Aor. und Fut. vor. Merkwürdiger Weise werden aber in den Lexicis noch immer ayáaaaa&ai, und äyaCsa&ai als nicht zusammengehörig behandelt. Das Verbum wird bald mit dem Dativ der Person, bald mit dem Accus, der Sache verbunden, wie v 16 âyaiofifvov xaxà f'çya und ß 67 ayaaßafisvoi xaxa f'çya. Die Bedeutung ist entweder, wie an diesen Stellen und bei Hesiod, „unwillig, entrüstet sein, zürnen", oder „neiden, mißgönnen", letzteres auch bei Herodot und Archü. 25: Ov /JOl Ttt rvyiU) TOV 7loXv%QVGOV (léÁSI; oj)(T ; iXs xm [is 'ÇrjXoç, ovo'' ayaio/jai, \ &eù)V i'qya. Uebergang von ai zu * findet im Attischen erst im 2. Jahrh. n. Chr. statt, von da aus ist es dann auch in die Herodothandschriften eingedrungen, denn von einem derartigen Uebergang wissen wir sonst nichts im Ionischen. '-) Es ist also VIII 69 unbedingt áyaiófisvoi zu schreiben. ') Von der Verkürzung der Diphthonge will Hartel a. a. 0. S. 15 das kurz gebrauchte w in r¡pa>Eg und narpwog streng geschieden wissen, die Kürze weise auf eine specielle Beschaffenheit des ta in diesen beiden Wörtern hin. Aber auch r¡ wird so gebraucht: Tz6)ü¡ag Abdera No. 162, 5. Jahrh., bei Homer ßeßfojcu u. a. Man könnte versucht sein, diese Kürzung für etwas ausschließlich Ionisches zu halten (auch Priene No. 141, 4. Jahrh. í¡pcoa, Tyrt. fr. 17 rjpäeg), doch kommt í¡p&sg auch bei Pindar vor. 2 ) Allerdings wird von Bechtel (zu No. 62) behauptet, daß at im Ionischen zu e geworden sei, und zwar in */ivsa aus * p.väi"a. Derselbe bemerkt; „Es gab eine ablautende Flexion *pvcua, * pvatäg; das Jota ist durch lokr. pvataTog bezeugt. Indem Jota ausfiel wie im Attischen 'Aeyvaia : 'A&rjvâ, xmXéa, ouxéa: att.-ion. xtoXij, auxrj, entstand im ionischen *pv9¡a, *p.vaf¡g, im attischen */M9ja, * pyaàg. Ionisch * p.v7¡a liegt in p.via vor; ionisch * p.t>a7¡g in p.vä u. s. w. Wie ionisch p.véa ist ionisch yéa zu beurtheilen." Dieser Aufstellung ist entgegen zu halten, daß das Schwinden des Jota in dem attischen ^A&fjvda ein historisch genau nachzuweisender Vorgang ist (Meisterhans § 7, 1), dagegen gehört das Schwinden des Jota in yér¡ aus yaXa in eine ganz andere, viel frühere Zeit. Wäre beides gleichzustellen, dann müßte auch aus 'Aayvaía *'A&r¡vér¡ werden, ebenso wie aus yola yér¡. — Zacher, Nomin. in -atog S. 112 vergleicht den Uebergang von yaca zu yza yr¡ mit ^AXxpaiwv (Hom.) zu att. 'AXxpétav, z. B. Thuk. I 102 (Stahl). Dagegen bringt Meisterhans S. 15 Beispiele für s aus at, meist vor Vokalen wie in IlXareatg, erst aus der Zeit nach 150 n. Chr. (vgl. Blaß Ausspr. 2 S. 46). ^AXxpimv ist vielmehr anders zu erklären, es ist aus 'AXxpawv entstanden, wie Iloasiâéwv aus ¡loaetaäwv, ' Apuêéwv aus ' Aptuêaajv, vgl. Merzdorf Stud. IX 238. Für yala y9j (pvä ist Fremdwort, vgl. G. Meyer2 § 126, und deshalb anders zu beurtheilen) ist der Thatbestand der, daß yata alte, epische Form ist, im Ionischen ist yy. Plur. yiac, im Gebrauch ; -yaiog findet sich bei Herodot als zweiter Theil in Compositen wie psaóyatog, xaráyaiog, Zacher Nom. in -atog S. 109 ff. Bred. S. 139; als erster Theil wird yr¡ gebraucht: yrfiyim neben yecimsdov, ysujnst^g, yr¡YEvf¡g. Fick Bezzenb.'s Beitr. XI S. 250 will yala und yr¡ ganz getrennt wissen, gewiß mit Recht. Es sind Doppelformen, die neben einander, nicht eine aus der anderen gebildet sind. 40 — aísí, so schreibt auch Stein, obwohl die Handschriften selbstverständlich viele Varianten bieten. Die Stellen sind (vgl. Bredow S. 140): I 54 aísí Ac: ¿sí, 171: ¿sí Pz, 185: aísí C: así, II 8: así Ed., 15: ¿sí AB, 53: aísí C: ¿si, 79: así L., V 63: ¿sí f, VII 10 s: así z, 106: aUv Bz. Dagegen schreibt Stein ¿sivaoç „immer fließend" I 93 und 145: dévaoç ACP, áévvaóc Bz. Auch hier muß es alsi heißen. — Daß así bei Thukyd. schwerlich vertheidigt werden kann, darauf möchte ich hier beiläufig hinweisen. a ist ¿ ç bieten die Handschriften einstimmig im Einklang mit dem homerischen und attischen (Meisterhans S. 14) Gebrauch: I 195, II 73, III 28. Auch bei Archilochus steht aísxóg. — Ebenso schreibt Stein mit den Handschriften überall lXalr¡, sXaiov, xaía, xXaíw. Es ist überflüssig, die einzelnen Stellen mit den Varianten anzuführen, die natürlich auch hier nicht fehlen, z. B. II 130 naçaxaisxai: naqaxêtxai CPd, mit dem späten s für ai. — Ebenso behalten auch die Eigennamen auf -aisvg das ai, so: 'ißxiaisvc, VIII 23 24: laxtsvç Pd, ißvisvc C, Iöxisvc, z, ^Eoxtatsvç Plut.; t. Itixiaiém' s: laxiaíwv. — 'Iaxmmxiç ohne Variante VII 175, VIII 23; I 56: laxiwxiç Steph. — 'loaxiaiàç ist auf der Inschrift von Eretria überliefert. — Attisch heißt es 'laxiattvc und 'Eaxiaisvc, auf Inschriften ist letzteres gebräuchlich: Cauer Del. 2 No. 553. üXaxaisvc ohne Variante VIII 44. Ebenso attisch. Qwxaisvc. So schreibt Stein mit den Handschriften an 13 Stellen I 163—167, eine Variante steht nur 167 u: qiwxstcov C. Dagegen schreibt derselbe an den übrigen Stellen (Dcoxasi'ç. Diese sind: I 152: (bvxaifa Bredovius, VI 8 (3 Mal): fwxieç und tpwxiwv AB 1 Cd, 11: (fwxasvç B, tpmxsvç d, 12 (Stein Oooxatt): (pwxasr AB, 17 ohne Variante. — Inschriftlich ist (Dojxaisiiç noch aus dem 2. Jahrhundert überliefert, dem (Dooxasïç (No. 170) dagegen ist, wie wir S. 37 f. sahen, keine Bedeutung zuzuschreiben. Bei Herodot muß es demnach überall Owxaisi'ç heißen und im Dativ natürlich (DwxatsX. Otjßaistic dagegen ist schwerlich richtig, denn der Stamm des Wortes lautet nicht Qqßai-, sondern Qijßa-; es wird dies Wort nur in der Verbindung xov &ijßait~oc Jioç gebraucht, natürlich ist der aegyptische Gott gemeint: I 182: Qtjßaiov Lex. Vind., II 42: Qtjßaiov ABC, 54: &tjßagoc E, IV 181: öyßaiwv Rdz. Bei den Eigennamen auf -ai-ír¡, -ai-ixóc, -ai-iç ist ein sicherer Beweis für die Bewahrung des «¿ vor dem folgenden t nicht zu erbringen, nur die Wahrscheinlichkeit spricht dafür. Es kommen hierbei in Betracht: 'Aiaiir, ohne Variante VII 94, 173, 196 i, 197, 198; V 61: «x«<¡?% und ebenso bei seinen Nachahmern. Im Attischen schreibt Dindorf bei Aesch. Eur. u. s.w. *A%auxóc, andere (z. B. Nauck Eur. Hek. 521) y A%âïx6ç u. s. w. Als Prosaform wird y A%aïx6ç, *A%atç angesehen. — 3 A%aiíi¡c Sem. Am. 23, s. S. 39. B oit taiiç VII 123: ßozxau'da d, ßoxTtjviaa B, 127: ßonaiiöa d. — Botxtaiovc, auf der Inschrift von Olynth. IlXaxaiiç ohne Variante IX 25, 36. — nXaxaiïxôç ohne Variante IX 38; VIII 126 nXaxsixwv t> ; IX 25: nXaxaïxoç AB. — Auch attisch heißt es IJXaxaúxóc, IlXaxaiiç. — Dagegen schreibt Stein mit den Handschriften richtig Qrjßa'ic II 28, IX 65 und Qqßaixoc II 4 und 91. — Auch attisch heißt es Grjßaic, Qqßaixoc. 41 — 3. Uebergang von a in ai. Auf Inschriften des 4. Jahrh. v. Chr. finden wir zuweilen statt eines einfachen Vokals einen Diphthongen (so si für e, oi für o, vgl. Meisterhans S. 21, 27, Blaß Ausspr. 2 S. 46, G. Meyer 2 S. 166). Diese „umgekehrte Schreibung" kommt auf ionischen Inschriften auch bei ai für a vor: Bechtel, Thasische Inschriften S. 26 5 Oaiévvov für Oaivvov, S. 27 g ll(xfitr¡<; aus dem 3. Jahrh. und tamisa navw'lsa. Im Attischen dagegen sind die Beispiele für fehlendes Jota in diesen Wörtern ziemlich zahlreich: nçvxavfa, nqvxavéov, tni[isXêaç, avÔQéoç u. a. Meisterhans S. 19 ff. — Außer in den angeführten Wörtern ist si erhalten in: Asiatisch ôadeCrjc, Zeleia No. 114 e, 334 v. Öhr. — 'EcpsGsiiji Pantikap. No. 120, 2. Hälfte des 4. Jahrh., Chios No. 193; 'EysosCoiç Ephesos No. 147 10, hellenistisch. — rslstoic, Erythr. No. 204 23, vor 345/44, "Hçaç TslsCaç No. 206 c is und 21, nach 278 v. Chr. (attisch oft zsksoç Meisterh. S. 20). — atvnnsiov Samos No. 220 ig, 346/45 v. Chr. (attisch ßxvnnstov neben 10 — 42 tstvnnfov Meisterh. S. 20). — TloaCösioc Perinthos No. 234 34, Abschrift des Cyriacus Anconitanus {JIogCôsoq s. oben), u. a. m. "Wir haben also aus dem 5. Jahrh. nur einige wenige Beispiele für Ausfall des Jota. Von diesen ist in noiyGeav für noiijasiav wohl eine alte, ursprüngliche Form zu sehen, da urgriechisches intervokalisches t ausfällt, G. Meyer 2 § 217. Nach eben demselben Gesetz ist wohl auch nX£ov zu erklären, eine Form, die auch bei Homer geläufig ist; nXslmv ist Analogiebildung nach ttXsïgtoç oder nach den Comparativen auf -low (ionisch müßte es sonst *nXriCmv heißen). Es bleibt also ungefähr aus der Wende des 5. Jahrh. nur öaafav. Bekanntlich ist für Hero dot überliefert, daß die Feminina der Adjectiva auf -vç ausgingen auf -sa, nicht auf -sia. Greg. Cor. p. 440 (Schaefer) berichtet: xtjc &r¡Xslac, to i ¿Çaiçovct, xai tnl Tcá[<*] Xsóc No. 2G6 von unbekannter Herkunft (Bechtel a. a. 0. macht darauf aufmerksam, daß dies die ältesten Beispiele sind) ; später sind diese Verwechslungen zahlreicher. Aber auch dann kann von einem regellosen Wechsel zwischen 0 und v nicht die Rede sein, es wird niemals etwa *y_QvQtCr¡v B, VII 129: vnwQsCaç ABd, 199: vnwçiiav R, IX 69: vnw- QsCr¡c R (Stein schreibt II 158 und VII 199 vnwoéijv, dagegen IV 23 i'nwqt-av). t'ÇoiXea und necvwXía der lykischen Inschrift No. 263 beweist nichts (vgl. oben S. 14). Die Analogie fordert die Form vtíwq£Ct¡. Von andern Adjectiven, für die Bredow S. 155 -to- verlangte, schreibt Stein -eio- in : tj/j lóvticci I 188: fjfiióveie R, r¡iiióvti d 1 , r¡ynóvnoi Eust. Dion. r¡¡iióvtai, sv, Bredovius (^[iióríiai auch in Anführung der Stelle bei Athen. II cap. 23, Kaibel). — ¡jr¡Xf(wv xçewv I 119: fir¡XCwv z, /jt¡X¿wv Bredovius. — Dagegen schreibt Stein ßoeoc, %r¡vsoc, oï'eoç, aïysoç. 44 Oben S. 32 ward zu beweisen gesucht, daß dv-itQhmrj, keovtrj, y.vrrj die richtige ionische Form ist, darnach muß es auch ßorj, aíyr¡, olrj heißen. Wie aber neben àv&Qconîj das Adjectivum ¿vS-qw- nsioç Cdv-d-Qwnr¡oc) lautet, so neben ßorj, aiyij, oiij ßosioc, al'ytioç, oï'stoç. Die letzteren beiden Wörter stehen nur: IV 189: alyéaç nsqißaXlovxai xptXàç neçï tt]v tß&tjta . . . , ¿x ôè twv aiyíwv aîyiôaç ol'EXXijveç /jeiawofjaßccv. Hier ist alyéaç richtig, denn es gehört zu alyrj\ für alyscov besser aïyewv, vgl. oben S. 5. — V öS ¿xqswvto oitp&tc^ai aly¿r¡aC (:aiyaíT¡iGt C, alyCi¡Gi d, alytír¡(Si z) us xaï oiirjßt. Ich lasse dahingestellt sein, ob es hier aiyrjai, oirjGi oder atyeiijGi, oíeCr¡v, 68 ta ma %i¡vtu>v ov noXXw fif'Qova tlxxsi,. So gut wie {¡nióvtioQ, ¡ir¡lsioc ist auch %r¡vsioc zu schreiben. IdQifiaönsa tec f'nea IV 14: 'yÍQi^áansia Orig. Tzetz. — Suidas ^Aqi^âannoç, tónoc. — Ich sehe keinen Grund, 'slQifiaßnsa für richtig zu halten. c Yneç ß ó Qtoç, 'Yneqßooeov IV 36: vnsqßoQeov B 3 PR: vnecßoQeu), vnsQßoqsoi IV 36, 'FTtsQßoQeMV IV 13, 32—36, 'YnsqßoQioiCi 33, c Ynscßoc£ovc 13, 33. — Bei Pind., h. Hom. 7, 29 u. a. steht 'YniQßOQsoc; c Yne(>ßOQiioc bei Strabo u. a.; ausdrücklich wird t YnsQßOQeioc auch von Steph. B. für Hellanikos bezeugt. Bei Herodot ist darnach t YntQßoqeoc kaum haltbar. Doch darf nicht verschwiegen werden, daß wir neben ßOQTjioc auch ^Ynsqßoqtiioc erwarten müßten. 3. Uebergang von e in «. Wie im Attischen « für s sich findet im 4. und 3. Jahrhundert und zwar besonders zwischen 350 und 300 v. Chr., so auch im Ionischen: dsiófispov Oropos No. 18 36, zwischen 411 und 377 v.Chr. — n6Xsi(m)ç Zeleia No. 113 19, 334 v. Chr.; eláv ebend. 20; tvvela ebend. 30. — estait Phanagor. No. 167, 2. Hälfte des 4. Jahrh., für d-twt,, nicht itaCmi,, Dittenberger Syll. No. 104. — Attisch dsCmvtai, eláv, öeioiv Meisterhans S. 21 f., vgl. Bechtel zu No. 18 36/37, S. 12. c) Der Diphthong 01 vor Vokalen. 1. Uebergang von 01 zu 0 . Auch in dem Diphthong o« fällt Jota im Attischen oft aus, und zwar weist Meisterhans S. 27 speciell für noitlv nach, daß hier Jota vor folgendem e-Laut überall schwinden kann, aber nicht vor folgendem o-Laut. Damit stimmt der Gebrauch auf den ionischen Inschriften überein. Eretrisch: Styra No. 19,38 Evßosvc, 5. Jahrh. — Kykladen: Délos No. 57 Inóei, 2. Jahrh. v. Chr. — Thasos No. 72 4 noeÇt), 1. Hälfte des 3. Jahrh. Asiatisch: Erythrae No. 199 13 nor¡Gac&ai, 394 v. Chr. — Abdera No. 162 Evqoûv iCsnofqti'' ovx ¿ôarjç ndçioç, 5. Jahrh., 01 kurz, vgl. oben S. 38 f. zu ai. — Samos No. 222 in ó ei neben vewnoitjGavteÇ; „vorrömisch", 45 2. oi, bleibt erhalten. Eretrisch: No. 14 tnoíet 5. Jahrh. — Adespota No. 21 inoitjös, Gemme des 6. Jahrh.—Kykladen: Naxos No. 20 ln[o]í7¡Gsv , um 500 v. Chr. —Keos No. 43 21 \n\oistv „nach 420". — No. 44 b 9 Evxoiijc. — No. 47 2 üoiaGölwv, 10 üoiñúGav. Das a in diesem Wort, so wie andere Formen derselben Inschrift zeigen attischen Einfluß. — Delos No. 55, 3 &avficcTonoióc, 270 v. Chr. — Paros No. 58 e%GsnoCr¡çép£ç ¿TiToíij-d-ev), und Anakr. 95 àdo~iaGTMç. — Daß wie bei ai so auch bei 01 Beispiele der Verkürzung sich nur bei Anakreon finden, mag Zufall sein; jedenfalls lehren die Inschriften, daß das asiatische Ionisch den Ausfall von Jota in 01 vor folgendem Vokal nicht liebte. — Bei Hero dot werden die Formen von noiéw überall mit ot geschrieben, was durch die Inschriften als richtig bestätigt wird. Bei den übrigen, hierher gehörigen Wörtern läßt sich meist nur der Wahrscheinlichkeitsbeweis führen; es kommen hauptsächlich folgende in Betracht: Evßosvc, so ohne Variante: VII 156, VIII 4, 19, 20; nur VIII 5: svßoißiv C, EvßoitGi z. In dem Dialect von Styra heißt es Evßosvc. — Evßoiz, III 89. — Ei'ßoixoc III 89, 95, VII 192, VIII 19, an allen Stellen mit der Variante Evßoetxoc CPz. — Attisch heißt es Evßosvc, die Angaben der Grammatiker freilich widersprechen einander: Steph. Byz. : %o ¿■Ovixov rijg vijcov Evßottvg xal Evßouc to ■,'Jt¡?.vxov xaï Evßosvc %wqîç tov t. Etym. M. 11 — 46 — 389, 10: Ol ôè líyovTsc to Evßostg xal Owxasîç Gvv rw t âfiaQxavovGtv. Photius : Evßoistc, ovx Evßostc. Aus Prosaikern ist Evßoisvc nicht belegt. Dagegen kommt bei den Tragikern mehrfach EvßoUc vor, so Soph. Track 237: 3 Axtf¡ %tç im" EvßoUc, 401 EvßoUc; an anderen Stellen steht Evßoic, so Soph. Track 74 Evßotea %(¿Qav, Eur. Herald. 83 Ei^otô' âxxâv u. a. m. __ Evßo'Cxoc z. B. Thuk. I 87. — Durch homerische Formen konnten die Abschreiber nicht beeinflußt werden, daher schrieben sie die gewöhnliche attische Form und bei der bekannten Verwechslung von i, und « auch Evßosixoc. Sind aber A%aUa, *A%an,xóz u. s. w. richtig, so muß es auch EvßoUc, Evßotixoc heißen, und ebenso Evßoisvc. svvoCi¡, svvoCr¡ VII 239, und nQovo(r¡, Nominativ III 108: nqovoCrj C, sonst ix nqo- voCr¡c: I 159, II 151, 161, VI 66, VIH 87; nur I 120: nqovoiaç Ed. — altatt. nqovoCä, vgl. G. Meyer 2 § 48. noCr¡ „Gras" ohne Variante: I 132, IV 53, 58, 120, VIII 115. — notwô n ç IV 47: maorie z. — noiTjcpctyéovtsç HI 25, noitjtpayéovGi HI 100. — Horn. no(r¡, noirjsiç. — Attisch: nota poetisch, Eur. Kykl. 333, Aristoph. Eq. 606, auch Pind. noCa, sonst att. noce. Çoiri „Granatapfelbaum" ohne Variante: IV 143, VII 41 (je 3 Mal). — Hom. qoiaC r¡ 115 = l 589; h. Horn. 5, 372, 412 Çoiîjç xóxxoc. — Attisch Coa (Coa), auch poetisch, z. B. Aristoph. fr. 506 §óav. Çotci an einigen wenigen Stellen z. B. Plut. mor. p. 173 A, wohl alterthümelnd. — Von Greg. Cor. p. 220 wird (>oiá als dorisch bezeichnet: ro tnevri- &êvcu to í Tw o Twv JwQiéwp ictí . . . xttl vqv qóav §oiáv. Die Angabe wird richtig sein (vgl. Tto(a), belegt ist aber qoir¡ nur für das Ionische. gtoiti „Halle." Stein schreibt moy. III 52 avorjat: gtoXtjigi C, aroiíjatv R. — Attisch atoiá poetisch, Aristoph. Ekkl. 67G, 684, 686, sonst axoá, das inschriftlich allein überliefert ist (Meisterháns S. 27), nach Letzterem steht oroiá nur auf einer dorischen Inschrift (Dittenberger Syll. 369, 25). Es stimmt dies zu noCa und §oiá. — Bei Herodot muß es ebenso ctoir) heißen. (ploiôç „Borke, Bast": IV 67 (piXvqr¡c wv (pXoial ptavtsvovtai, VIII 115 tdop ösvdqiwv tov tpXoiov nsqiXénovxsç. — Horn. A 237 nsql yáq §á ¿ %aXxoc eXeipsv | (pvXXa ts xal cpXoióv und h. Hom. IV 271. — Attisch cpXoióc; cpXóoc, (das sonst - 'HpödoTOc (vgl. Lobeck Pliryn. S. 293). — Ist ç die richtige attische Form, so kann das davon abgeleitete Adjectivum nicht ç Xéyouai. xal to ¿bró toutou yivoßsva ç dio richtige attische Form, so kan ebenso kann