& ©♦ #♦ Gerbera fdmmtlt(f)e Söerfe. Sur fronen ßiteratur unb ßunii* 3 » f i t c t Z f) e i k St'cigwcrtte jut beutfcfiett Sitevatuc, groeife unb britte ©amitituiig. SOtit ©roßtjerjogltc^ aSctbifcJjcm gnabigjlem ^rmlcgio, (5 a v l 6 v u l) e, im Surtau ber beutfc&ejt Staffiter. i 8 2 1 » SSombe gut elften JCufyftfce. * ; 4^ , icfe Fragmente follen «ic^tS minber, afg eine gortfefjung bet 2i t er atu t6t i efe fet)n: man barf eilfo über ifyten Sitel nicf>t etfcfytecfen. Gfg finb 35et= tr&ge, Beilagen ju benfelben, tiadf) bem ©djlujje aller if)ter ttiet unb ättoangig $Ef)etle. (Sin SBerf oon üiet unb sronnjig Steilen, bas! bie Citeratut eines ganjen SSolfeä ju beurteilen fiel) übernahm# baS in biefem Urtfjeile, wie Getto, bei ben (Stofen juetjf anfing; baS bie 2(ugen »on ganj Seutfcfylanb auf fidf) richtete, unb wag noef) mein i|f, auef) big an fein Gnbe auf fiel) erhielt; bag ben (Sefcbmacf beffent wollte, unb ifjn auef) merflicb gebeffett f)at: ein folcfeg 3Berf »erbient ja nacf> feinet ffiollenbung tfstjfiglid) ein Senfmal feinet SSetbienffe. Tt Sieg fege micg alfo, ba icg »ter unb svcanjig SSanbe butcglaufen bin, auf ben (egten ©tanjjbein *) nieber, bet mit Booten «on SJerbicnflcn, nnb 2?e= mügungen; gie unb ba aber aucg mit einigen Nullen menfcglicger Reglet pranget: gier fige id), wie 5fta* riuS auf ben Krümmern Giartgago’ä, ba er bie ©cgicffale DiomS unb fPgcmicienS ubetbncgte, aber tuie .ein alter egrlirfter gjfarfgraf, ber über fein SeutfcgeS SSaterlanb benft, 3fd) fege eine ©efellfcgaft SJeifenbe, mit unauSs fprecglrcgen tarnen, mit grofien Sericgten aus bem Sfdnbcgen ;■ 25eut;d)e Literatur! mit S)iemoireS, bie id) gerne in eine ©efcgicgfe ber Literatur »erwanbelt wiffen wollte, Sßeiite = f $rag = unb Cfrfld= rungsfucgt — ober, tugmlidjet ju rcben, meine pa* triotifcge jJtettgierbe (egt mir Stögen an fte in ben SWunb — viel(eid)t gvagen, wie jene eines £>eut= fd)en Arabers, bie gie unb ba nid)t füllten, unb fliegt werben beantwortet werben. 5cg werfe mid) inbeffen. niegt ju einem 3?icgter im 9?amen beS jpublifumS auf, ein 3(mt, woju icg mir nid)t SSeruf genug jutraue. Itnpartgeiifd) fonnte teb fepn, weil icg felbji webet unter igrern S5ucgftas ben beS SebenS X, nod) unter bem Beidjen beS beS S. gejtanben; allein baS S3effe feglt mir: baS SO?ild)gaat fann mid) niegt megr begeifern, ein £>a= niel für bie 0ufanne gegen abgelebte gypofrififege *) Ber »ier unb jrranjtgfte Sgeil, bet baSSRegifter ift VII Siicfter ju fepn? — Sßitflidf) ein SSeruf, bet fymt gu Sage im Sieidje ber Siteratur fo canonifd) ge« worben ift, als er uns in ber ffiibel apoftp= p t) i f c f> bunft. 2)af)er fireefe icij meine gafceS, unb fcfyleicfye ju ben sprioaturtbeiietn, um nichts mefjt, gemeine Stimme, gu geben. 2(ber warum benn am ßnbe ber SSriefe ? ift immer miflicfy, einen berühmten Äunfiricf)ter über ein 83o(E »on ©ci)rift= fiellern in bet Siebe gu jtoren. SSie ging e$ je«? Item SferftteS, ba er bem Äonige ber SSoIfer ent« gegen rebete? 25er göttliche UipffeS faf) ifm gtim» mig an, unb brachte ifjn burcf) bie ©tarfe feines Fonigiicfjen ©cepterS unb feiner Störungen gum ©tillfcfjweigen : „ba brummte er feinen Siucfen unb „eine f)evfe &f>räne entfloß feinem 2luge; aber »on „bem golbnen ©cepter entflanb eine blutige ©trieme „auf bet ©cfjutter; niebetgefcfylagen faf er, mit „feigem 2fntli§, unb troefnete feine Sfjtane; aber „bie ©riechen, mitten in ifjrem SWiföergnügen, „fingen fergfief) übet if)n an ju iaefjen," ©o fd)il= bert Corner *) ben Sferft'teS; wer wollte auef) nur »on weitem ftef) gum $eere unfrer Sf) er fite in 25eutfcf)fanb gefeiten ? 2fber nach g e e n bi g te m 2B etf e urtfjeife man; aisbann tritt ber unumfdjranfte £5iFtator felbfi »ot bie ©cfyranFen als 23urget; aisbann iriifcfjt *) Römers Sliabe. VIII ftrf) her @d)aufpieler unter bic gufc&oucr, unb Ijovfr bad Uttljeil berer am liebften, bte wdbrcnb ber 8\c(tc reeber flatfcben nod) pfeifen mochten; aldbann ifi bad 2legi)ptifd)e Uobtenurtbeil gerecht, unb für bic SBaf>rf>eit ber ©efd)id)te nuglid), infonberljeit, tuen« munbige SSerwanbte leben, bie ftdj »ertbeibigen fon= nen; aldbann fann man fügiid) ju nier unb swan, jig Sheilwt Sitevaturbriefe einige Heine ^Beilagen madjen, 2fber feinen blofen 2fudjug! 25tefet ijf für bie leicht, bie aud bem Slcalreqifter ftd) ein (5olle£= taneenbud) machen wollen; aber für mid) wirf'lich fdjwet, unb in,ber Sfjnt aud) nachteilig. 3ufti= nud fpielte ben&rogud, unb Drigined ben ßet'fud butd) 2fudjuqe in ben glufj ber Söergeffen= beit, unb unfet ®eutfcf)ed fPublifum braud)t bie Siteraturbriefe nod) red)t fef)r, fo wie fte ba finb. 3d) will mid) blöd nad) ihrem Üeitfaben, «on ber Siteratur tneined föaterlanbed unterrichten, unb ein ©cmabtbe berfelben in ben legten fcdjS fahren, im ©djaften, entwerfen. 3d) weif, bied ®cmdl)ls bc wirb einigen fteinlid), anbern bunfet, ben ubri= gen fo ungeheuer ootfommen, ald jene ©tatue ber 9/fineroc, bie fP h i b i a d für bie ^sofje bed ?(ltard gemad)t hatte, bem 2fthenienfifbhen SJotfe unten am S3oben oorfam. Sh« wollte man peinigen, unb bad unerfahrne, aber reijenbe SSitb bed - 2f.Ifamened behiett ben fßreid, btod weil ed ihnen beffer in bie 2(ugen fiel. Sei) fnmmte bie 3fnmetfungtn ber SSriefe, ttnb erweitere halb i()te 2iubfid)ten, balb jfefjc id) ft'e ju= auf, rber lenfe fie feitwdrtd. 3d) jerftude unb nab« äufnmmcn, um tiielleidjt .bad bewegliche ©anje eine« g>(mtinä ju verfertigen. £)aju fjabe id) grei= beit, wie id) glaube: beim wenn bie SSriefe fid) burd) bad gntcötlanb anberer SBege bahnten, fo' J fann id) ja jum S3ortbeil bed SSeftberö biefen SBeg iriebeu uberpflugen. dffiemt fie in manche SBujien Strome leiteten, fo bann id) ja biefe Strome be= fd)iffen. SBcttn ft'e f)ie unb fcott im CSfeere ^nfefn entbeeften : fo fann ich ja nad) bem fejfen Sanbe um()evfd)auen. Swmer aber fage id) mit jenem KU ten , bet übet bie Siteratut feinet Seit um jfiatb gefragt tmitbc : „Äaum wagte id)d, eine fo fd)roete „gragc jtt übernehmen: ob cd an unfern §af)igfci= „ten (fege, baß wir nirf)t fönnen — ober an un= „ferm ©efd)macf, baf? wir bie ?flten nid)t erreichen „wollen? 3d) wagte ed faum, meine SJfepnung „ju fagen , wenn id) nid)t bie 23eobad)tungcn ber „größten Scanner unfrer Seit btoS aud bem ©e^ „bdd)fnif anjufüljren l)dtte; fein audgeba eiu§ ©tot} itnb 23cfd)eibenfKit unter bnS 2$oIf »erftedt. £Wöd)te biefet Äranj jener 3Iofe 2fnabreonö gleichen, meldet er fein fd)ön|feg Sieb *) gemeint ^at. bag gjfeer bie ©ottin ber ©dtonfjeit unb Supiterg ^>aupt bie ^Palla« etjeuflfe: rang aud) bie (£rbe ju gebaren, unb eg etfdjicn bie Siofe: TloXi>Saii yevoiro , vsktx^ fl7rtTsyj'cit; je mebt G'bfbuid), befto weniger jUnber: je mebt gournate, befto miitbcr wahre ©efebtfamfeit, 9J?an tauft auf bie iUfarfte, Ufeuigfeiten ju boten : bet Äunjlridjter alb ein fPtofelpt bet ©erechtigfeit; bet Sefcr alb ein 9>vofe(i)t beb Sfjorb; unb bet wahren SSurget ftnb fo wenig, bafj man auch fetbff fd;on ju ben 5feuig= feiten grembe braucht. ^nbeffen benfe ich mir ein Journal, bab mehr atb SSricfe, 2fubjiige unb Urtbeite jum Sritoertrei6e enthielte: ein 28erf, bab ftch ben fptan Borjcichnete ju einem ganjen unb Bollenbeten ©emdblbc über bie Siteratur, wo fein 3«3 ohne Sebeutung auf bab @an;e wate, et mag ftch im ©chatten Berbetgett, ober anb Sidjt f>orBortreten: ju einem ©emdblb«, bab bie Sffatur beb Titian mit bet ©rajic bebdor= teggio unb bet bebeutungboollen gbed beb 0la{tbflei$ ju Berbinben fud)te: futj! ein SBerf, bab eine pragmatifd)e ©efdjichte im gelehrten ©tagt würbe, fo wie bie Annales beb Sacitub im politifdjen ©taat biefen hoben Dfamen Berbicnen. 2J?an taffe mich meinen Sraum Berfotgen, xm jDiefem allgemeinen unb einzigen ©etfe nu'tfjfe eine @efcf)icf)te bei - Sitetatur jum ©runbe liegen, auf bie cS fjdE> finite. Auf welcher ©tufe beftnbet fid) biefe Station? unb ju weld)et fönnte unb feilte fie fomnieti? ©aS finb ihre Talente, unb wie ift ihr ©efd)macf? 933ie it)i duferet gujfanb iu beit Söiffenfdjfiften unb fünften ? ©arum finb fte biS-- fjer nod) nidjt fjofjec gefomnten, unb woburd) fditnte if)i @ei|f jurn Auffcbwunge greibeit unb 83egcifte= tung erhalten? aisbann cufe bei @efcbid)tfd)reiber bet Sitecntur au«: „©oblan ! SanbeSlcute, biefe S3abtt laufet, unb jene Abwege unb Steine uermcibct: fo weit fjnbt ihr nod), um hierin ben Äranj bc« gideS ju erreichen!" SDTan fielle ihnen bie äfften als S3or= laufet, bie 9?ad)batn alS 9?ebenbubler oot, unb fud)e bie Sriebfeber beS O^ationalftotäe« fo rege ju machen, als man baS 9?ationalgenie unterfudjt f>at. Äuij! eine foldje ©efd)id)te fud)e baS, waS fte bei ben Elften war, ju Werben: bie ©timme bet patriotifdjen ©ei^beit unb bie Sßetbefferin beS SBolfS. ©ie fuebe baS in ber Siteratur ju fepn, was bei ©djd&er bei englifeben ©itten unb ©runbfd|e, bet republifanifcbe Stow ne, für ben ©taat war: eine ©timme peu ttiotifebet ©eisbeit, bieißetbefferin feines SSaterlanbcS. Seht madjt id) ben 9iijj ju bem ©ebditbe auf biefe ©runblage: wiefern wirb butd) jebe merfwiu-= bige gtud)t bcS ©eifteS ein neuer ©tein unb Pfeifer baju gebradjt werben? wie jener unglucflid) gebauet; biefet betS gut gebaute unglucflid) niebergeriffen? wie jener epanblanget ein Sdaumeijfer, unb biefer SSaumeijler ein Äalffofdjer fepn füllte? wie uiel un» etfanntcS SJerbienfi jener ffille gleiß ige b'i^ > »ie biel Aufmunterung biefeS ©enie oerbiene, um nidjt im gleijje gu -erftiden ; wie viel Sd)abert jeber ?armer bim@nnjen jueefüget, unb tv cf auf bijfcrc 5i>ege ju teufen fep ? Bieg aUcö geige ein Äunftricbter im $pian, bet ©eiehrte übe eg aug, unb ber pfleget* ber SSiffenfdiaften f>alte jene gur ?fitäu6ung an, be= fotbere be.n gdeifj, unb erivccfe bag ©enie. Sßo ifl nun ein bunbcrtaugiqet 2fvguS, um bieg aiteS ju überfeinen '( 5üo ein fSriareuS mit bunbert •Ipdnben, um eg augguft'ibrcn? Unb tvo ein ©efeg= geber, nriber ben and) bie eigenfinnigen CienieS, bie 3ieqenbdrtigen ©ramraatifer, unb ber ipbbel von Ucbevfe|ern unb Spjfemfdjreibern feine ÜBiberrebe batte ? SBir arbeiten in Beutfcblanb wie in jener SSenvimmg ffiabelg; Sccten im ©vfebmaefe, s Par= tbeien in ber Bidjtfunjr, Schulen in ber SBeltiveiS= beit ftreiten gegeneinanber: feine -fjauptjfabt, unb fein allgemeine^ 3 : ntereffc: fein grefjer allgemeiner SSefovbeter unb allgemeine^ gefe(sgebcrifd)eg ©enie» SBcnn im $omer bie SSerfammlung ber ©cied;cn er= fd)eint: fo bebt vom ©eniurmel bie ©rbe, unb neun fdjreienbe e^erolbe laufen mit Staben umber, fie ju banbigen, bafi ffc bie ©otterföbne, bie Könige, hören follen. Ba bie« SGBerf für einen nicht ijf; fo tf>eife man bie Arbeit, ober ben fpian. Ben jpian? Bieg ginge nicht fo fuglid) ait. ©in gtojjer Sbeif bet 9SJiffenfd)aften mad)t einen Äorper, wo man fein einjelneg ©lieb nach blofern ©utbinfen pflegen fann, ohne bem ©angen ju febaben: unb biefer Sbeil tragt ben tarnen Siteratur. ©in weiter 9?ame, bcf= fen ©ebiet ftcb von ben erften Suchftab ie r* verfueben erffreeft, big auf bie fdjonjte 58lumen= lefe ber Bidjtfunjf: von ber Züchtigung elenber Ue* XV 6etfeg.fi; «ad> bet ©rammatif unb bem SBdtterbuch bis ju ben ttefflen Semcrfungen übet bie ©prad)e: öon bet Sropologie bi« ju ben -ödhen, bie nut ba« ©onnenpferb bet GfinbilbungSfraft auf glugeln bet 2furote erteilt: »on ben .fjanbmerffpftemen bis ju ben Sfbeett be« fplato «nb ßeibnig, beten jebe, mie ein ©onnenffrahl , ftebenfarbigteS Sicht enthalt; (Sprache , © e f c h m a c f S re i f f e n f c h a f t e n , ©es fd)id)te unb SBeltmiiSheit finb bie »iet Sditbereien bet Siteratur, bie gemeinfd)aft(icf) fich $ur ©tdrfe bienen, »nb beinahe unjetttennlid) finb. @o tbeile man afSbenn bie2(tbeit?— 9fut tfjeile man ftc recht,, lenfe fie recht jufammen, tinb tiabe jfetS baS ©aitje im 2Cuge. Gfm mähtet Äunfirichtet in folgern 3ournal muß nicht Suchet, fonbetn ben ©eift beurtheitert, fie mit ihren ©chmdd)en unb @rc= fjen gegen einanbet abrodgen, unb nicht ihr ©pffem, fonbetn ihr Urbifb tterbeffertt. c e auf bie ©rdrtjett biefer SBiffenfcbaften, unb in bet 2X e f t * b e £ if auf 3fuSjfigc ein f c b t d n f e n. ©ewif! Siecenft'cmm allein machen noch feine allgemeine Sibliotbef nuS; Scrgtcijungen unb 3fu6ftd)tett, Seobacbtungen ttbec Rebler unb 2u* genbett, biefe d)ataftetifttett ben hoben feitifeben ©eift, ber jum Sibliotbcfar einer Nation gebort. iDaS ,ganje Silb ber bimtttlifcbett ©ottin lebte ftetö in ber ©ecle beS3eV]teS, ba .er ton feinen irbifebett ©öftinnen Siege borgte. 9SaS in jeber ©cfjrift neu ift, unb wdju f*fa= be eröffnet werben; für welche jtlaf[e von SefeCn jenes unb biefeS SBerf ift; was man wegjuwerfen unb aus* jubeffern habe, um ben Sau beS ©anjen ju beforberrt — bieS beißt eine allgemeine Sibliotbef, Unb von biefem burfte man bisher nicht eben viel neues in bnn gebauten SBerf mabrgeiiommen haben. Stofe 3CuSjüge mit einem flüd)ttgen Urtbeil über einjelne @d|e; 3(uSjitge, bie gegeneinanber nicht im* mer GibettmaaS haben; SCuSjftge, nach ©cfe&en unb ©afcungen, nicht nad) bem ©enie beS SerfaffetS, unb ber SBichtigfeit ber ©adje; ftnb eine encpflifdjc @e= lebrfamfeit, einer Spirallinie gleich, bie um ihren Sftittelpunft lauft, um ihn fpnt ju erreichen. 5d) febe felbft bie ©chwterigfeiten ein, bie biefen febdnen ^)lan, im Scbnjtubl auSgebccft, fchwer genug madjen, allein unmöglich ift er nicht für eirten Srt, wie S er* lin, für einen Serteger wie Sticolai ift, unb für SSerfaffer, wie bie meiften bei ber Sibtio* t h e f finb. ■ÖcrberS SBerfe j, fdjen, Cit, u, Äunft, II. b Fragmente. XY11I Sie £3riefe übet bie 9?. Siteratur hoben fein 2ehr= gebdube liefern »ollen, boch aber nennen fte ed ei n ©emdhlbe ber giteratur*) in ben legten Sah 3 ren. S3iclleid)t fonnte man bie SB tiefe übet ben j e g i g e n 3 u f t a tt b bet f c h 6 n e n SB i f f e n f c g a ten **) in Scutfcglanb für ifjte ©runblage anfegen; allein auch biefe reben blöd oott ©tücftoetfen »on SÖe* tradjtungen, »ie ich oon gragmenten: unb ald ©ebaube »ollen fte nlfo igräiSerf nid)t bcurtgeilen (affen. Sftan banft ed alfo ben 23etfaffern, bafj fte niattd)nial ifjre gieblingdroenbungut ergreifen, um non einer Sache überhaupt ju fd)»agcn: SBriefeingdnge, fPralttbien unb ©pifoben, bie mehr voertf) ftnb, ald ganje Äritifen. Sfißarum ifll nicht öfter gefchchen, bafi fte bie 33ibliotl)cf ber fcfyonen SBiffenfchaftcn jur 33afid ihrer Sßtiefe gemacht, rcie fie ed oerfpracfyen? Öft »enn biefe, iftreS Namend SSibliothcf cingebenf, 2fudjüge oon SSüd)ern lieferte, bie id) mir fclbjf machen fonnte unb muffe, »dre ein freies Urthcil im ©efchmacB ber Citerattttbtiefe »ittfommett gc»efen. 3Sielleid)t »d* ren oft beibet Urtgeile oerfdjiebner gefallen, »enn fte fid) mehr bemetft fjattett: inbeffen bleiben beibe SÜBcrfe bie gebauten ju einanber, bie manche Nachbarn nicht aufjUjeigen hoben. Sie SBibliothef bet fchonen SOßiffenfchaften iff in ihren Nachträgen non ben Jfudldnbcrn und v>6Uig unb noch mehr ald ein Journal etrangerj bähet id) bei biefen Nachträgen ju Iefen anfange unb aldbenn bie SSibliotgef auf gut alt ßovcr^o bie oft felbfl eine kleine SSibliothek bei- fdjbnen 3Biffen= fcpaften finb? Si$enn man cinlanbifdje Jfubjuge oft Bcrkutjte, «on SSucpern, bie man fcibft lefen muß? SBenn man btt biefert firf) oorji'tgiicf) auf Urtffcile, ^Beobachtungen unb 2fubfid)ten bcfliffc ? SBSenn bie eignen 2 fbf)anb(ungen beffdnbig eine iiabe Schiebung jurn Sttet beb ä5urf)b hatten? SBcnn fic öftetb ®e= maf)Ibe bec fcfjonen Äunjfe unb Süiffenfcfynftcn in £dn= bern unb ©egettben enthielten , ähnliche ©djriftfteller Berglid)ctt, unb einem ©uljer fertiges S5au= g e i- u f t 5 u feinet allgemeinen 'ä e f t b e t i k He fetten? SBenn fte an bringenbet Mrje unb fd)önet ©tünbltcbkeit ben S32 o f e S f c f> e n , 3ö i n k e U man nif eben unb Jjagebotnfcben gleid) fä= men , unb in ihrer 2 Bal)I frember ©tucke genau Ird; reli; roenn man bie 02ad)tid)ten unb Urtbcile, reie jerfteeute perlen in einen Jpalbfc^mucf fainmlen , unb bei bet Äritik bet Sidjtet f)dttct fepn trollte — : id) ge(fe 5 e eb freilich, baß man eher eine SKcifyc »on ©im Ntenbungen mit bem äöotte 2 B e n n mad;en> alb bieb SB e n n ausbeffern kann» Sie ßiteraturbricfe tjaben mebr Urtfjeil; allein fehlen fte nicht bie fOZerfrourbigfeit getniffer SBerFc beinahe bfob nac!) bem SWaaS, trie fte babei 9iaunt jum eignen Uttßcil, jur ©träfe unb Spekulationen ftm ben? Sab Publikum mar »eraofjnt, bei allen tricf)= tigen SBerkett ifjre Stimme ju ermatten/ unb if)t ©orrefponbent mitb bod) gemiß mit anbern fjoutnalcn I>aben buhlen muffen, um bie SKerkmurbigkeiten alle ju erfaßten. — 3()te 9>^tlofopf)ie ifl nacl) bem 2lub= fprud£)e ©icecottb : „fPbilofopbire! aber mit trenigem" imb biefe SBaßigung fmt fte, alb Seitbnnb, rot betn b 2 XX ©infen belüftet. Snbeffen fallt cd mir ein, tag eirtfi iit Uftfjcrt jtreen Mnffler firitten 5 jener betrog bicfBögel, unb tiefer gar feinen SRiteiferer, ber nad) bem Vorhänge griff, unb bloS ein @emal)lbe ertappte. QSenn bie Siteraturbriefe in ihren Urtheilen oft einfältige Sefer bei bem jftafdjen jum 83eften haben, fo geht bied nod) f)in; trenn aber ber £>rbendbruber, ber fPhilofoph felbft, nad) ihren allgemeinen '2(nmcr= fungen greift unb fte Perfchtoinbcn; fo i)td beinahe tauber bie gunftgefege. SSeibe SÜerfe, bie id) oljngcad)tet ifjrcr -23crfd)ie> benbeit pergleiche, haben ftd) inbeffen alle beibc um ben beutfdjcn ©efdjmacb fel)t Perbient gemacht, unb tperben merftrurbig fepn, wenn gleich bie 9tad)rid)ten bed einen unb ber ftomifetifche Gfifet bed anbetn nicht mehr jum Steueften ber Siteratur gehören tperben. Sch liefere bie Pornehmften ©teilen ber Siterafura Briefe audgejogen, unb betrachtet: baher bann meine Arbeit Pielleicht für einen fRealaudjug aud benfelbett gelten. SSentt id) ihnen tribetfpreebe ober beijfimme, citire id) blöd, unb ubetlaffe bem Sefer, ber jenes SBerf beftfcet, bie (Stationen felbft «ufjufchlagen» ©0 Permeibe ich ben 3!on eines Xoblerd unb Sobreb= nerd, unb fpreche mit einigen SSerfaffern pantomu mifcl): wie ed bort pon jenem ©riechifdjen Srafel hief : xts Xsyss, i !ts xguTTrei, aXk«. anipxivei. 1767. SSortebe jur gleiten 2ftt3öa6e. qv <\ 5 n bet crflen tfttggeibe crfchicncn biefe gr aßmente «IS SJeifagcn ju b c n 35 r i e fen bie n e u e f t e 2ir teratut betreffend Sie unternahmen cg, bie Ä?titi! biefcg nügiichen SBerfg 31 t beurlbcitcn, cinU gen fWadjtfpruchen beffelben ju triberfprcdjen, einige SRangel in if)tn ju crgdnjen. Sic wollten aber noch mehr! ©tlid)e nüglid;e 85ctracl)tungen ber 33rie= fe foltten 511 m ©runbe gelegt, unb an fie SKateria^ lien jtt einem ©ebdube ber 2 i t e r a f u r in ben legten f e c () S 3 ft h r c n jugefuhrt werben. 25ie 2fnfu()r wirb unterbrochen, ege fie big jur 4?dlftc gefommcn ifl: tuenigflcng ftnbet eS bet 23er= faffer bet 2S?nf)e mectf) , juoor einige S5aujtucfe bef.- fer orbnen, unb bein £efct non feinem terdnbet= ten ^)fane Srechcnfchaft ju geben. Beilagen son bet 2 Crt, wie ich fie liefern foott = te, gatten fiel), wie id) benfe, ihrer 9?ad)barfcbaft tuurbig madun fonnett; bie befbe Sfiad;bacfd;aft b>at inbeffen immer »Sorfbciie unb Slacbfhcife — unb ■XXII jum llngluc? tufib bie menfcblidje SJfqnemlicbPcit cf>et biefe, ald jene innc. llnb fo ijl aud) meine 9b acb= bar fob oft mit ben Siteraturbriefen ihnen, mir fclbfi, und «ielleicljt and) ben Sefcrn unbequem ge= worben. f3bti3ang bid= weilen, tmb alfo efrrlid) unb gut! jffiir geben und einander biebpdnbe, banEen für gehabte geitEurjung, unb fd)eiben jeber feinen 2ßeg. Snbeffen werben mit boffentlid) aud) in ber (Entfernung an einander benEen, menn mit gleid) nid)t jufammen fpa&ieren. Sad SSert 23 ei lagen ifl alfo «om Sitel: bie meijfen cingerucften ©teilen, bic fiel) nudmuffern liefen, find aud bem 23ud)c meggcblitben : bnd @an= je ifi bid auf Eieine Steile umgearbeitet, wobei id) mir einige Urteile bed fPublifumd ju 9?u|se gemad)t: unb icf) darf fagen, bnf meine nette Auflage «ielleidjt für ein neued SJetE gelten Eönne; menigflend bat fte mir beinahe eben fo «icl ?9iübe geEojlet. Sie erffe ©ammlung liefert 2InmerEungen über bie ©pracbe: bie jroeite über bie @riecf)ifcbr Literatur: bie britte foll «on ben 9? 6 m c r n , unb ' .K XXIII bie fegte von ben ?J?orgenfdnfce*rn vollffdnbiger, als juvot, veben: fo feen in ben neuern Seiten bie SJadjahmung biefer Söolfer unferer Siteratur eine neue SBenbung unb (Sejfalt gegeben. 2(Ueg in bet erjfen 2fuSgnbe, roaS ffd) auf bte Siteraturbriefe be* jog, SSorrebe, (Einleitung, unb einzelne (Erörterungen, wirb bem vierten Sgeife als gugabc angefd)loffen werben. ©o ftnb ja fletfig genug bie SScocfen ge= fammlet, auf baf nichts umfomme. UflleS bleibt inbeffen nur Fragment, unb id) würbe lachen , tvenn man bie erffe Sammlung für eine fefw unvollftdnbige ©eutfehe ©rammatif: bie jweite für eine fel)r mangelhafte 2l'bbii0ung ber ©tie* d)ifcf)en IDichtfunjf: ben britten SCfjctl für gar feine jianbeSmajjige 2fnpreifung ber Stomer; ben vierten enblic!) für eine fefjr ungrünblidje SibelauSlegung formlid) unb feierlid) crE'larte. IDaS bleibt immer jtt fefjcn, baf id) bloS ©tücfmerfe von 83etrad)tun= gen liefern tvollte, fo fern eS mir bie Sfiufe rietf; — bie ©elegenfjeit eS erlaubte — unb eine ©teile ber S3riefe, ober ein S3ud) eS erforberfe. Wlan tvill alfo etivaS, ivaS id) nid;t mag, wenn ich alle unfere claffifdje ©djriftfleller, Oberlichter jur ©chau aufführen foll: tver hat mich baju gelungen? tvo habe id) bicS verbrochen ? unb war bettn fdjon mein S3ud) ju (Enbe, um barüber ju urtheilen, tven id> mit ©tillfchtveigen übergangen « (Es ift ja ärgerlich, wenn man einem ©d)riftfieller ein ©efdiafte auf* bringen will, baju er ft'd) nicht verjfanben, unbgrag* mmte über bie legten fed)S ^ahfe als ein Sehrge* XXIV bäube ber fcbonen SSiffenfcbaftcn bctcacfjtct. 9?od> ärgerlicher ober ifi$ , wenn man ifjm in bie 9febe fallt, unb g. 6\ einen Sichter gurücE gefefct glaubt, wenn man bie ©teile auf i(;n warten lä|jt, als 2)eutfcfyet *})ope gu eifcfjeinen, 3cf) f)abe wie unter einer SSlumcnbecfe unb oft mit 2fnfptclungen gefdjrieben: wer eS für ben 3twc£ meines -öcroortrctenS anftobt, biefe SSfumcnbecfe gu geigen, benfet non mir flciu; wer aber gar träumt, baS fie baS panier einer neuen ©efte beS ©efdjmacfS, unb id) baS SKujtcr einer fonberbareu ©djreibart wer= ben wolle — bat mir nie ins <33eftdjt o.efeben. SBaS geben meinem ©taube unb meiner Senfart alle ©d)U= len ber 2fefi()etif, alle ©eften ber 3°utnnle, alle Älaffcn beS iDiobegefcbmacÜS in = unb außer JDeutfd)= lanb an? CUicbtS ift unanfianbiger, alS in folcfjen ©eficbtSpunFten beobachtet gu werben, für ben , bet als Siebbaber, als Patriot febrieb, über ©ad>en, von benen er Weber Site!, nod) Sobn bat. 3d) b'ibe meinen (SefcbmacF aus mel)r als einet Nation, geit unb ©pracbe fclbj! gu bilben cjcfmfjt: unb burfte alfo für meine Nation, für meine gejt unb ©prad;.e febreiben, wie icb wollte, 1 y 6 8. BSMUiusn' XXV s«k». o t x c b e* & '$ lajit ftd) nid)t jweifcln, bafi ber fetige tion •fjetber in ben -Fragmenten nod) manche SSctanbe* vungen gemalt fjaben mürbe, wenn er felbjf eine neue 2fudgabe banon beforgt gaben füllte. Sn biefet würbe aud) nod) ein legtet Sfjeit ginjugefotnmen fepn. SS i e r ■ Sammlungen »etfprad) er gleid) in ber SSorrebc ber erjfen Sfudgabe bed erften Sgeiid, unb nod) beutiidjet in ber ^weiten: „Sie erfte Sammlung, fagt er, liefert 2tnmerfungen ft ber bie Sprache; bie jweite über bie g r i e= cf> i f c f) e Sitcratur; bie brifte fotl »on ben Sfomctn, unb bie legte »on ben SJiorgenian* bern, »olljinnbtger, atd jusor, teben." Siefe eierte, als legte jurucfgebliebene ©ammfung, ijT Weiterbin in anbere ©griffen ubergegangen, oorjüg* tidj in bie dltefte Ur6unbe beS SKenfetten« ge fet) lectjts , unb in bie ©ebrift ti om © e i ft ber $ebräifcben fPoefte. Saf ec fte nicht liefern würbe, fd)eint ec am ©cblufje ber britten Sammlung noch nict>t befdjloffen gu haben, benn «t fagt: „3cb nterbe faum mtljr a [5 ben eierten Sbeil •liefern, weil id) corpulente 2futorfcbaften nid)t liebe." ©obin baS ganje ©erf führen füllte, giebt er eben bafclbfl mit folgenben ©orten an: „Sie SKaterien, »on benen biefe nur SJocläufer Ratten fepn füllen, —ft'nb ip b il ofo« pbic unb 3 f eftbetif," Sie erfte «Sammlung, ober erffeS SBdnb« eben, b«i et felbfl umgearbeitet, 1768, ein 3abc nad> ber erjfen Ausgabe; alfo ifl natürlicher ©eife gegenwärtig bie jWeite 2fuSgabe abgebrueft worben. Sie SSergleicbung beiber Ausgaben lebet, bap bie fpdtere an Umfang, Stellung unb Sericbtigung unenblicb gewonnen bat- Sie übrigen beiben Säobe ftnb nur einmal abgebrueft geblieben. 3m jmeiten 33 anbe, im »ierten 3 lbfd)nitt: „non ber grieebifeben Jiteratur in Seutfcblanb," erweefte fein «§anD« XXVIt epemplar bie S3ermutf)ung, baf biefet 2£bfd)nitt cinfl ju einer befonbcrn Schrift beftimmt geworben fep ; allein bie SSeränbcrungen, unb i^rec waten wenige/ gingen nid)t über Me erften SSlatter. Sie mir nufgetragene, unb gerne übernom« mene 25urd)ftd)t biefer Fragmente bat fid) bloS auf 2$erbeffoutng fleinet Unricftigfeiten in Stutf unb in fftamen , unb auf 2fbänberung fcfjc weniger 2fu$= brüefe, weld)e ber Selige fefbfl mit anbern öen taufd)t faben würbe, einfdivänfen baffen. @inige= male fam id) in SScrfud)ung, einige erlauternbe 2fnmcrfungen beijuffigen; mid) fielt aber ein ge= nnffeö ©efüf)l uon Unfd)icflid)fcit jurücf, baf einer foldjen Schrift 9?oten beigefügt werben füllten, wel* d)e beYt ©enuf ber 2(nfid)t eines fdjonen, füfn fid) auffdjwingenben ©eniuS flöten mufften. Daneben» lejicft fid) baS SWeifle auf bie Stellen in ben füterattirbriefen, welche ber Sefer ju vergleichen oft gar nid)t Umgang nehmen fann. 3« ber Sfjat ein fftadUfeil, ber bie gragmente brüeft, baf fie nid)t für fid) felbft burd)gel)enbS gelefen werben fonnen. Sd) hatte nid)t notfig , »on bem ©efe&e, baS in ber 2fnfünbigung ber neuen 2fuSgabe bet Sdjrif= XXYIII len aufgefMt iff, ©cbraucb ju machen, itnb etwas tuegiufaffcn, was 33ejiebuttg auf «ecTebtc gelehrte ©treitigfeiten Ejaben fdnnte. ©iefc erffe fSlut^c beS ©ciffeS unb ber @m= pftnbung beS fetigen non Sj erber entfaltete ffcb in jettet: gett, ba bie Siteraturbtiefe ftd) in ber Äritif bet Seutfcben Siterafut ein entfd)icbeneS 2fnfef)cn erworben Ratten, ©leicb ben jungen ^Pflanjen , bie ftef) in rauben Sagen nur fd)ud}tern in bie Suft wagen/ trat ber junge feurige 2)?ann, jwat mit 5)?utf) unb Äraft, aber bod) mit liebenSwürbiger S5efcbeibenbeit unb SBorficbt, auf, unb wagte Itr« tfteite ju dufetn ; welche mehrere, bie in ben Site« raturbriefen auSgefprocbcn waren, betätigten, mit« w betten, nerbefferten. 2lbet nid)t leicht gebt er im Sabel ju weit; ef>cc gebt er im geben weiter, als eS fein mebt gebitbeter ©efebmaeb in ber foT= genben Seit bat billigen fonnen. Sagegen gebet ber ©cbarfblicb beS jungen pbitofop>!)ifcben ÄritiferS in Bieten galten weit über bie 23riefe hinaus, wenn er aud) jugeben mujj, bajj ber tiefer einbringenbe ©d)arfftnn, btttd) bie 23riefe erweeft, juerfi auf ben ©egenfianb geleitet unb auf ben rechten ©efidjtS« punft gerichtet war. XXIX SBeit inbeffcn entfernt, jene Scanner, bereit ©inftdßen er bie erffen Äcime ber feinigen ju oer» bnnfcn fjatte, aud bem ©efidjtdfreife ber Sefer btin= gen ju wollen, rücft er ganje ©teilen ber SSriefe, unb jwar mit 2(npreifung, ein, fegt fte in bad günfiigffe 2id)t, unb mm commentirt er barüber, mit Umficfjt embrct notf) ttirfjt bemerkter ©eiten, tiefer einbtingcnb, unb bod) Borficfytig unb ebel fd)onenb. ©o fünbigte jtd) ein Berber an! auf nnbre SBcife anbre, bie feine Jpetber ft'nb! Sft ijt ed ein fjingeworfener gunfe, ben er auf» fafit, ber ft cf) bann in ber jungen feurigen Seele ju einer glnmme entjunbet, bie bad getnje ©um fei ber ©acfye aufljcllet. 9?un giebt et neue 2(n» fidjten unb Grinfidjten; Grinftcfylen eines ©enied mit bem feinfien ©efüf)l unb cbelffen patriotifcfyen ©imt für beutfdjed SJoIf unb Siteratur Bereiniget; immer: bringt er mit .Kraft unb 9J?utf) weiter sot, flart auf, orbnet, ficllt jufammen ober laßt Bon einem» ber. ©o entjfnnben jene neuen 3fuffdjlüffe über bad Söefen ber Sprache, unb bie Eigenheiten bet unfrigen; bie feinen SSemerfungen über if>re 23if» bung, über bie SBortbeile unb 9?ad)tf)eile, bie fte burcf) unb aud anbern ©prad;en erhalten fiat, unb XXX was unfre Citercttua: burd) bie alte unb burdj auSs lanbifdje Sitcratuc nod) gewinnen bann. UebetaU grünt eS unb blufft cS, woffin er feinen SBlieÜ ridftet, quocunque cleus circum caput egit honestum ! ©elbjb, wo eine teidje ^fjantnfie fiel) in fölutrien unb uppigeS 2aub ä u verlieren fcfyeint: man jtelje eS weg, unb fefje, weldfe golbne §rud;te bahntet »erjfecft liegen. 2fuf midf) niad)te bas Xmrdflefen ber Frag* mente einen eignen Cfinbru fcf)tiebcn ftnb, in unfret Sitcratur erfolget ifl; wie vieles erinnerte id) rnid) nun, baS icl) »on ben gefdjwornen Ausrufern unfret SagSlitcratut al$ unerhörte, neuetfunbene 3BeiSf)eit fjatte lobpreis fen iforen, wooon baS SBefentlidje bereits in ben Fragmenten geboxten, aucf> wof)l entwicfelt ifl! wie vieles feitbem als ©efefs angenommenes, wo= »on Berber als v£>ieropf)ant unb ©efefsgeber an= äufef)ctt ipt! wie manche ©taubwolfe ifl erregt worben, wo ber flarc ^Jorijont bereits in jener ©djrift baS 2fuge erquiebte; wieber anbete ga= d)er, worin man niefjt weiter gebomtnen ifi, als Wo bie Fragmente jlef)en blieben, aud) wof)l eint» XXX» 4 e« fcfjraadj unb fcfjicf auSgefügrt, reaS et befiimmi tcr Borfctjrteb. SBäre nidf>£ unfre neue ßiferatur ein ®fcec, reo eine äBclle bie anbre treibt unb ifjre ©pur oer= tilget, um reieber felbfi ju »erfegreinben: fo hatte j. S. PieleS, reaS Berber über baS Sofort ber n[« ten Glaffifer, poctifcf>c ©praege unb 9)roje, lieber* fegung ber Glaffifer, infonberfjeit ftber baS ©tu* bium bet ©riechen fagt, nict)t fo in SSergeffengeit fommen fönnen, bafs eS jegt als neu gefogt er* fd)einen mu§. Sn ben ©teilen, reo gerbet oort Corner fpridjt, ifl bereits, ohne olle fKuhmrebig* feit, fo PieleS unb beffet gefagt, reaS jreanjig, bteifig Sah« nachher als neu erfunbne SSciogeit «uSgerufen reorben ifl. Sei) erflaunte felbfi, roie ich alles biefeS jegt las. great hatte ich mit bem ©eligen über biefe ©egenfldnbe mich unterhalten; allein bied gefchah fpater, als jene Fragmente et: fd)ienen; nnfre fruhfle Sefanntfchaft entflanb etfl in ben Satyren, ba er bon S3ücfeburg aus auf einer pleife burcf) ©ottingen ein nertraulidjeS SSanb ntet mir fnüpfte. Sie erjle feiner ©griffen, bie ich laS , renren bie fritifdjen Sßalber. ÜWeine eignen ©tubien, jumal feit meiner 2fnflellung in ©oftin« XXXII gen, in einem gart} anbetn Selbe, ertaubten mit nid)t, bie iDeutfcfye Siteratur in alte xfjtre Sdcfyer ju »erfolgen; ict) mufte mir meinen eignen Söeg bahnen, unb fonnte nur SSeraunbetec unb gteunb eines 9J?anne$ fepn, beffen 2fnbenfen bet 9tact)roelt immer Zeitig, mit treuer unb werft) feijn wirb. 4W9ne. Stag* .A - SA grtagmente j U l SeutfcDett giteraftu. 3 weite ©atnmJunö» $tsi)txä SBeife $, frfjon, Sit, u, Äunfi, II» % Fragmente. i. SSortduftger ©iScütS* SSon bc'm Urfpntngey unb beri ©eftcf)t§punf« tcn / in benen ber Äünjfricfyiet erfcfyeinet. erjie Äunffticljter, mar nidjtg mefc äjg ein Sefer non 6mpftnbung, unb ©efefmaef. 6c meibete ftd) an ben ©d)6nf)eiteii unb ben 6rftnburigtn feiner SScrqdnget, ben SSienen ofjniict) > bie beti ©aft unb bag SSfut ber SStumen trinfeii, oi)ne bocf)/ rcie bie Staupen unb £eufd)recfen , funfiricbterifd)e ©erippe ber IPftanjcn jutücfjufaffen. 6c mar jeneiri ünfd)uft bigen *Paare gleich, bem ftd) im ©litten beg S5er= gnugeng jebe grud)£ beg ©dioiien unb ©Uten bät&of, «[)« cS com pfitofoffifdbert ©rfenntnifbaum geriafdjt tjatte. 6g fat in ber £iterafur auch ein Witter gege= fcen, ba bie SBeigfcit noch uid)t 3Siffenfd)aft, unb CdjtiftflcKcreij bie Söafubeiten noch nicht ©pffeme; 2 4 gragmente jut beutfchen Siferafur. bie Erfahrungen noch nicht SSerfuche toaren: ffatt ju lernen, toaS anbere gebacht, erhob man fxct> fetbfl jum 25enfcn — eieileicht oerbient bieS auch bett Flamen eines golbenen 3 e 't fl iterS. Ein anberer bachte bem ©efaflen unb bem Einbrüche nach, ben Schönheit unb SBahrbeit auf ihn machte; unb fing an bie SBahrhcit feines SchrifcftetlerS in ben 2cib ihrer Sftutter, Erfafj* rung, unb bie Schönheit in bie Senben ihres fSa» terS, beS föergnitgenS unb ©efuhlS juruefjus leiten, ffiielfeicht fühlte er fiel) felbfl ju unfruchtbar, um 23ater 311 fepn, bajj er affo roie bie Sürfifchen fBerichnittenen ein Äennet unb/ Beobachter bet feinen SKci^e ju roerben fuchte, bie jefct bioS für fein 2fuge, nicht für ben ©enufj toaren. So toarb auS bem Spanne oon ©efubl ein fph'lofoph. 25er fPhilofoph hatte halb baS Ünglucf, SBerfe ju fehen, bie bie Erftgeburt ihrer .Originale nicht er= reichten; er mufjte atfo auf bie Urfachen biefer Uns fruchtbarfeit benfen. S5a(b baS noch größere Unglucf, oollig fchlechte SBerfe ju fehen; unb jefct fing er an, bie SSorjuge ber etjien auf biefe anjutoenben: er prüfte, lehrte unb belferte. 25aS toar ber eigene lid£>e Äunftrichtet. 3|i eS nicht beinahe wahr, baj? er fo entjianben ifl, atS ftch nach ber atteffen unb neueren fpbilofopfjie baS Sebenbige gebiert, auS einer gafjrenben gettigfeit: eS fep biefe ber fftif* fchfamm, ober EfjalbaenS rothe Erbe, baS EbaoS beS EpifurS, ober 9ieebhamS faulenbet Stopfen. 25aS bfeibt noch immer ein fpian fürs 25enfen : „wie auS bem, ber bisher b(oS empfanb, ein 25en, „fer; unb aus bem ©enie ein SBeifer tvurbe? loie g n> e i t e © a m m [ u n g. 5 „weit jebeS uon btefett bern anbern entgegen flefe&t t/ fer), unb wie weit biefe ficb cinnnber fcbt»dd)cnben „Ärafte jufammen fommen muffen, um bie Üempes „ratur bcS Virtuofen auSjumadten ? wie aus ber „9?atur Ättnff, auS bet: Äunjl Äünftelei, unb au« „biefec triebet: ^Barbarei bat entfielen fdntten ? “ Sie allgemeinen pt)itofopf)tfcl)en ^Beobachtungen ftiev* über mürben ein 5D?af)idE)ert sen fritifeben Srcglo= bpten, nnd) 2frt beS SRonteSquieu ber»orbrtn= gen, unb bieS SWdbrcben fdnnte man benn tn ©es fd)icbte rertranbeln unb aus Volfern unb ©taaten betätigen. 9hm erfebeint ber eigentliche 5?unfirid)ter — in trelcbem ©efidjtSpunft? ©egen Sefer, gegen ©cl)tiftfte 11 er, unb gegen baS ganje 9feid) ber Siteratut übct'baupt. Sem Sefer erfl Siener, bann Vertrauter, bann 3frjt. Sem ©cbriftffcller erjt Siener, bann gteunb, bann 3rid;ter; unb ber gattjen Siteratur enttreber a(S ©cbmcljcr, ober als $anblanger, ober als Vau* meifter felbfi, Sem Sefer fe(set er bie ©peifeti in ihrer 2ufirrn= beit unb 2lnmutb »or, unb fud)t burd) feinen ctge= «en 2fppetit ihren ©efd}macf ju erregen: bieS ft'nb bie 'tfuSjüge, bie gemeinen Sagebücber. Ser Sefer ijf fdjroad) im Verbauen; er giebt ihm SBcitt jut ©tatfung; er bat einen Derborbenett ©efebmaef; habet braud)t er je£t orbentlicbe (Sur, SieS ftnb bie fritifeben 2(nmerfungen, bie bem Sefer @efid)tSpunfte im Sefen barlegen, bie ibm Erläuterungen, fPrüfum gen, 2(nmenbungen barlegen — unb biefeS Salent gebort immer notbtPenbig jum mähten fritifeben ©etji. 6 gragmente jur bcutfcben Sitcrafur. Du fcbreibff, als wenn bu fuc bid) fdjvtcbcfl: nein! Äunffricbter! bu fcbreibff für Sefet: biefe nie au$ ben 2fugen ju laffen, bid) nad) itjren Schwächen, nid)t aber Seffern ju bequemen, bid) nad) ber $er= fd)icben£)cit ifjrei: gdijigf'eit, Suff unb 2(bftd)t ju rid)= ten; bie Stummen fpredjen, bie SSlinben feben, unb bie Rauben «erffeben ju lebten; bie Seuche eines falfcben ©efcbmadiS mit ©egengift ju Reifen, ober ibr juöorjufommen ; fiirj! Seute non richtigem ©e= fühl', non ©inftd)t, non ©efcbmacB ju bilben — bab iff bein grofjer 3n>ec|. Dem Sd)riftffcller, wab folt bet Äunffricbter fepn ? Sein Diener, fein Jreunb, fein unpartbeiu fd)er 9fid)ter! Sncbe ihn Bennen ju fernen, unb alb beinen $ertn gubjuftubieren; nicht aber bein eigner .fpert fepn ju trollen. *) ,,Unfer ©eilt nimmt oft „eine getniffe UnbiegfamBeit an, bie unb fjinbert in „bie ©ebanBen gnberet unb gfcicbfgm f>tneinbenFe« „ju wollen, unb folglich febr oft bie unfere baburd) „ju nerbeffern. SDfan bcmerBt biefeb nid)t an ficb „felbff, wenn man einen anbern über eine aterie „liefet, über bie man felbff noch nid)t gebod)t bat. „3ft ober bieb le^tere gefdjeben : fo fängt bie Stei= „ftgf'eit an ftd) ju jeigen, bie nermutblid) aub eben „biefer Urfadje, and) aufet anbern, bei alten Seuten „bauftget angetroffen wirb, alb bei jungen, ©b ge= „hört entweber eine befonbre ©abe beb epimmelb, „ober eine anbaltenbe Äreujigung beb gleifcbeb baju, „unt weid) unb beugfam genug ju bleiben, unb „wenn uollcnbb ber, weldjer Sucher liefet, um fie l>it. 23r. Äb, &. 17. P- 107. Sroeite Sammlung. 7 „ju beurteilen, unperbotben bleibt.* fo fjat er gewiß „eben fo piel £ob Perbient, ntä bec geilige Uflbt)e(= „mag , bec fid) nacft unb bloß ?u jungen CKabcfeit „ing Sette (egte, unb bod) bec Smpbrung bec Sinne „ft'egreid) wiberftanb." @g iji fefwer, aber billig, baß bec Äunftcicfter fid) in ben ©ebanfenbreig feine« ©d)rift|fellerg perfefe, unb au« feinem ©eijf lefe; allein wie wenige ©cfriftfteller gaben ben ©tab be« ^)opiliug, um ung in biefen Äteig einsufcgließen. — Sfi bec Secfaffec pon bec 2lct, bafj wie ifjm naegbenfen muffen; fo Pergißt bec Äcitifug immec, baß ec mit bem ©ciffel in bec Jpanb liefet; laßt et ung abec bie Steigert, mit igm jur ©eite ju ben= fen; fo füblt bec Äunfrticgter, ec gäbe einerlei $)ol.- goge; unb wirb nlfo fein Dfatggebec unb Seuctgeiler. SBenn enblidj, wie in ben metffen IDeutfcgen Su* d)ecn, bie Secreben ©ntfcgulbigungen unb bemutgige Komplimente entfalten; fo wirb bec Ätrtifug 9?icg= tec unb ©efeggeber. Kr baef nid)t ben 2Tutoc ein= golen; mit igm in einec fReige geben, will ec nid)t; ec gegt glfo juuoc unb fommanbicet. Snblicg gat bec jfunfiriegfer eine Sejiegung auf ba« Sreid) bec 2Biffenfd)aften, a(g SRitburger. ©emeiniglid) gat ec fegon als ©djriftfteller gelefen, unb jeiegnet bei ben SJecenftonen bie ©djattenlange feinec untergegenben 2futorfcgaft. Oft reifet er nie= bec, um bie 2fugftcgt ju oeebeffern; oft fpringt er, wie 9temug über bie üRauer feineg Sruberg, um feine Griferfucgt ju perewigen : oft lauft ec mit igm in bie SBette, um juerji Pom 3 iele ben Äranj ju eewifefen; oft wüglet ec in Stummem oerfallner unb gingewoefner Arbeit, um felbft einen Sempcl 8 gragmenfe jup i>eutfcf)en £iteratur. ju errichten : unb fann er tiefen Sau ju Grube btim gen unb mit bem Ärnnje eine» roltfommenen @t;= ffernS, fo wirb er auf 9fed)nung rieler baS Örafel. 9?id)t Äoloui, ber f)ier eine 3nfel unb bort eine erfanb, fonbern ber ans fefie Sanb trat, gab ber neuen Sßelt feinen 9?amen. Ein fritifcfjeS fffietf, baS in allen biefen brei 2Ibftd)teit groß bliebe: was träte baS für ein @d)ag einer Nation! Sie reidjffe 2 fbired)felung ftatt bet gewof)n(id)en fritifefjen SWonotonie müßte entfielen/ trenn ber dfunflridper allen biefen ©cffdjtSpunften auftauerte-: halb Sefer non unrerborbnem ©efdjmacf, balb foldje, bie nid)t $u lefett triffen, crtrifd)te unb ffe ju bentn führte, bie mit i()m lefen; trenn et nid)t glS Sefpot, fonbern als» gtcunb unb ©el)u(fe beS SSerfafferS liefet, mit if»m, ober ifjht nad), ober tffm »orbenfet, unb alles mit ber Sorgfalt liefet, a(§ trenn er eS fclbfi fdjt'iebe. — 3d) glaube, eS ifl ©pa fteS b uri in einer feiner leibet! nod) unuber= fegten 2 fbbaitblungen, ber ron ftd) fcljreibt, baß ihm bepanbig ein gteuttb, ober ein Silb ber <5tn6if» bungsfraft ror 2 fugen febtreben, unb i()tt als Sftufe begeipetn muffe — Siefe Sulcinea fjat ein tfunpridpet meftr als irgenb jemanb notfjig. 2fbcr eS fdpcidjt bem ÄritifuS ein ©auffer narp, ber'feinen dljaraffer parobirt: er giebt pnS, anflatt ein Sud) bis auf fiet/i unb 9?ieren ju jcrgliebcrn, früpprlgaffe unb tobte ©erippc ron JfuSjfigen : patt ein sppgmalion feines JlutorS 51 t werben, fdpagt er if)m, wie dlaubiuS ben ©tattien 9fomS, baS £aupt ab, unb fegt baS feinige barauf: als ein ^weiter fpiuto bewacht er altes angeerbteS ©erdtf), unb ef)t= greife ©nmmtung. 9 wftrbigen Zfuäfe&rtctjt ber Siteratur: er eifert in ben petites maisons ber ©ele&rfamfeit gegen elenbc Iteberfeher: bie SSrille eines, CEompenbiumS ober baS gerngtaS eines ©pftemS in ber £anb, nähert erlegt biefe äöa&rbeit, jeftt entfernt er jene, um bei« ©chattenfpiel feiner SiebtingSbegriffe mir bejfänbig 51 t erblichen; unb eben bieä ifl ein Äunftricfytec nad) bem gewöhnlichen ©efehmaef: er initb feinen Sefcrn fo unentbehrlich, atS bie geidjen unb SQSettcrpropfje* jeitjungen im Äatenber ben SEagetoäbterinncn finb : er toirb gefefen, getobt unb nergeffen: feine (5pbcme= riben, gteid) ben Snfcften biefeS 9lamenS, hoben eine 2ßod)e, einen SDZonat, eine SHeffe, ein gabt ju ihrem Sebene’lauf. liefet! mit bem id) jegt fpted;e, folge biefen SBinfen, bie nid)t ©infälle, fonbern oft unb leiber! bei ben beften SBetfen gemad)te Seobachtungen finb. 3 d) löffe bid) IoS, um bie nieten -Deutfdjen Sournate, bie bie ©Zobef'ranfbeit unfret jjeit finb, in biefen 2 fueifid)ten ju betrachten, unb wie bu cd für gut finbejf, in ber ©title ju orbnen. )gn ber ©title! benn alte unfere Ävitiei finb Siichter; jebed Souunnl reimt ftd) mit SEribunat: hierin ijt bie Seutfdje Literatur ihrem SSatertonbc ähnlich; niete gurften unb fein gebietenber Sberherr! SDZan mufi alfo nod) fo lange in ber ©title urtheiten, bis man bie Äunjt= richtet auch als ©chriftftetler anfegen lernt, — — 2 (nraerfung, Sie befle 3frt, einen ‘Zfutor ju beurtheiten, ifl fein eigner fPtan: biefer ijt, ju prüfen, ju beffetn io gragmente jur beutfchen Siteratut. unb au^umablen. 2 )iefe Arbeit djainPferifttf unb bitbet ©enieS ; ferner unb mißlich juqleich! ^ntfc man blos beit ^Mart allgemein, unb fagt feine ©ebanfen brüber, ohne ben Serfaffet nad) feinem fPlan $u prüfen: fo tffut man roeber bem Sbraeiß, noch bet 25emutb beffelbcn ©enüqe. Wian l)ä!t ihn ju fcht für jtinb, trenn man fein ©anjeS »ernnrft, unb 311 tnenig für jtinb, trenn man fein ^probftücf nicht anfehen trill. Sei mittelmäßigen SJerfaffern, boten freilich bie meiffen fittb, «erfiehe man bie Ätttiff, bie ©obrat bei -fheraflits ©djriften amranbte; ein Saudjet ju fepn , um perlen beraufjutjofen. Sie entgegengefefcte ©träfe ift, ©teilen herau§= nehmen, um an ihnen jutn Siitfer ju trerben: Ser» ter ju fudjiu, tro. man feine SieblittgögebanEen au§= fchüttet. £ieS unterhalt; aber oft auf Äoften beS 2(utor3. 5>ian mufj mehr jtunftridjter über gehler, als ©d)oijheitcn fepn! infouberheit ©chriftfteller att^m bilben. ©o lange man nicht SBetEe liefert, bei be^ nen es? felbft fcl)cnic ifl, gewarnt werbe gegen — — maculas, quas aut incuria fudjt Aut huraana parum cauit natura- 3e mcf)t ber ÄritifuS ftd) »crtbeibigen muf, beffo minber wirb feine ©erecfjtigfeit unwibet= fpred)licf), ©er alte ©ptu$ fjat woljl nid)t Un=' red)t: „Sobe bie gteunbe bffenttid) unb tabte fie ins* gefjeim ! “ 2Bg6 SfofrateS ftd) jum Sanfter nahm: „fhtm= pfeS Grifen jU wegen !" baS ifl and) ber gwccf ber Äunjlrid)ter gegen ©djriftflellet, unb ba3 ®erbienfl ber Siteraturbriefe, .ftaben fte nid)t ba3 guUgorn ber ©rajie ganj auSgefd)uttet: unde parentur opes; fo haben fte bocf) SSlumen gefreut um ben Ifltat bet ©ottin Literatur — falls ttid)t fd)Ied)te @d)rift= feilet in gute urpfd)affen fonnen; bod) bie elenben etw«? jur gurd)t uttb SSefmtfamfeit gebrad)t. £)ie £lueUe beS guten ©efd)tnacf$ ifl geöffnet: man fomme unb trjnfe! *) Sit. SBt. £b, 5 , p. 289. < 12 Fragmente jur berufnen Sileratur. II. Einleitung, ^weifbem bet SRationalftoIj einet gewifTen.@d)u[e in Seutfdjlanb ficf> etwas gebeuget £)at: „unfer „25 eut fcE) I an b bütfe feinem SSolf, eS fep alt „ober neu, trenn es nur unbcutfd) ift, an Söerfen „bet (J'inbilbungSftaft ettraS nadjgeben" — feitbem bie 9iad)a£)mungSfud)t einer anbern ©efte aud) ct= traS fait geworben: man muffe, traS nur Orienta* lifd), ©ricd)ifd) unb SSrittifd) f)iefe, bittd) raube So= pien auf Jpalbbeutfd)en SSobcn ocrpflanjcn; feitbem «fiunfiricbfcr, burd) beibe 2Cbmegc gewarnt, bie SDiit= teifttafje wählten, unb auf ben Drummern @ottfd)e= bifdjet Originalwerfe unb ©djwewrifcbet 91ad)af)= mungen, bie 25eutfd;e Literatur fiberfatjen: feit bet Beit ijt feine Älage lautet unb häufiger, *) als über ben fJRangel von Originalen, ron ©enieS, non Gfrfinbetn — 83efcfrtnerben übet bie 9?ad)= nbmungS = unb gebanfenlofe ©d)teibfucbt ber ©eutfdjen. *) fit. SSt Sf). i —al»i- 3 tu c i f e © a m m I u rt g. >3 Sie Si ternfurbricfe unterfcbieben ftdj qfeid) «cm Anfänge burcb ben eifernben Sou fjiecubfc; man fennte tS merfcn, bafi fie übet jebeS gelb bet Scutfdjcn Literatur ihre '- 2 fu 6 ftct;ten aufbreiten troll* ten; unb ba fd>on baS CEitfclrab non geblern bei* nabe berumqctrieben trat: ba ©ebtueijer unb ®ott= fdj-ebianer einanber moglidtfr wiberftanben, unb glficb= fam butef) if)te gegenfeitigen Ärafte, bie in einanber trieften, eine gemiffe r u bi g c Senfart b*r»orbrirt* gen mupten: fo foberfe eS bie 3 eit, bap Äim(t= rid)ter, bie beibet ^artfjetcn 2Cugfd)weifung fabelt, eine mittlere (Schwache inne werben muffen: unb auf biefen j-Jeitpunft trafen bie 23 riefe. S 3 loper Sabel macht fleinmutbiq; .bcftdnbige Klagen enb(id) rerbroffen, unb ewige 9 ?orfcf>riftfrt matt unb geswungen: fommt eS nun noch bas», bap ber Sabel niebt immer grunblid), bie Älagon roieberbolt, unb bie ffiorfd)riften ju einfd)tdnfenb ftnb : fo ffebt man ben ©cbulmeifter, ber nacb ber befannteit gabcl, bem Äirtbe im bSSnffer eine 0traf* prebiqt halt, beit fPbiiofopben bem hungrigen not* ptebigen': fep rtid;t btingrig! unb ben 2fr jt betn Äranfen jurufen : fep gefuub! Um alfo mehr ju tf)un, als .311 fingen: fann man breierlei nerfueben. pjiierj} a[S SB e 11 w e t fe r, baS ©enie, unb Ö r ig i n a 1 g e i f t, unb ©rfin* bung jergliebern, feine Sngrfbienjien nuflofen unb bis auf ben feinften ©rttnb ju bringen fueben. 3 $ tmtnfcbe unferer geit ju biefen feinen Unterfudjungen ©litcf; fie ftnb ein neuer SScgriff unferer '©eit: treifbfit •' ftf ftnb non gropem 9 ?u&en in ber ©eiffer* lebte, unb e$ ift ein ÜBcrgnwgcn, riete Seufze ge* 14 gragmenfe gut beutfdjen Siferatur. meinfcbaftlid) in einerlei ©olbaber, aber cm »erfdjieb; ncn £>rten graben gu feiert, ©ulgerg *) 2ib[;nnb= Jung in ben ©griffen ber SSerlinfchen Jfbabcmie: bic Untetfucljungett gweier Ungenannten in ber ©ammlttng »ermifdjter ©driften , unb in ben 33r eg lauer ©ammlurtgett wetteifern, um biefen §3cgriff ing 2id)t ber ©onne git ftellen. 2blleirt‘ gur ©tweefung ber ©enieg tragt bieg gergliebern nid)tg bei: bei aller STtulje bleibt bic vivida vis animi fo unangetafiet, alg ber rector Archaeus bei bett ©cf>eibefuttffletti : ©rbe unb SBafs fer bleibt ihnen; bie glamme »erflog, unb ber ©eijl blieb unftebtbar; allen ihren chpttlifchen gufammem fe|ungen bottnen ftc iidcf) bem, wag fie bei ber ©d)ei= bebttnjf gewahr würben, gwar garbc, ©eruch unb ©efdjmacb, nie aber bie ilrnft ber 9?atur geben. 3e mehr ©eeletibrdfte ber SBeltweife hergdhlet, bic gurn ©enie gehören; je mehr 3ttgrebiengten er in biefem ©albol ber ©eiffet antrifff, je titehr bann id) gweifeln, ob mir nicht eine babon entging: unb nieinanb war grojj, ber an feiner ©rojje gwei= feite , unb jemanb höhet, alg ftd) fehlte. 3e feiner bie Regeln ftnb, bie bu aug ber 9?atur beg ©eirieg hevleitejt: befro futchtfaWer wirb bet fßerfud), ber ftd) enblid) nid)tg h®hetg »otfefst, alg gehlerlog gu fetjn. Sener S3aurheiffet im fpiütarcl»/ fagte hi«= ter ben ptad)tigen ©ntwötfen feineg jöorgdngerg: alleg, wag er gefaßt hat, will ich t h u n •' — Unb ber bann guetjl ein ISfeiffet in Sfrael werben, *) Sit. SSt £!), 6. unb 2 S; Broeite Sammlung. iS ber anbern »orarbeitet: bie armen Stümper, quibus peiore ex luto finxit praecordia 1 itan, roerben ibm gern nacbfolgen. Söebcr glühet uns bei fcer 3) ou n g ifchen Schrift über bie .Originale ein gcmiffeS geuer an, baS mir bei b'OS grimblicben Unterfudjungcn nicht fpttren? 35eil ber o u n tiginalfud)t auSreben fonnen : trenn man mit ber großen Stimme beS BeifpielS fte jurficffcheucht. jDurd) feine Spefulationen iji nie ber ©eifi einer Station geänbert: aber burd) große Seifpiele allemal; unb neben biefer Roheit, ein 2)?uficr tuerbeh ju foit= nen, braud)t bloß ein gutes 2tuge, anbre ju fcbm, unb einen guten SBillen, fid) mittbeilen ju trollen. 5BeiI eS aber gefabrlid) ijf als ein groeiter 9)ro= metbeuS, ben ©leftrifeben gurtüen rom dpimntel felbjt 2 U holen; treil eS febtreter ijl, jfünftler, als ein ©opbi|1 über bie Äunjf ;u feint; treil baS Äunfc tichteranfeben immer SJerminberung befurchtet, trenn i6 gragntcnfe jut beutfchcn Siterafur. cS fich fetbfl bet SSeurt^eiftmg untergeben fol(: fo ijf ber SJfjttelroeg bie gewöhnliche Straße: man b e= trnebtet bie 8B e r f e ber 2fnbern, um burch fte nufäumuittcrn. Unb bieS ijf bie britte unb ub= lichffe 2lrt, ju ber ein gutes ffuge $u feiert unb ju verglcidjen, 2(efm(ichfeit unb Unterfchieb ju bemetfen, unb ein guter SSerjfanb gehört, ratlnn ju fonnen. Sch will aifo bie Seutfchen 9?achahmungen mit ihren Stiginalen dergleichen> ihren Sßerth gegen einanber abwagen, unb fragen: warum flpoll ben 25eutfchen noch immer fagen fann, was er bort burchS Srafel ben Jfegiacrn fugte: vy.etg hiyise$ ÜTS T(>lTOl , XTS TSTafTS», Sd) fplfefl bin JWat nicht ein SSertrauter beS 2f p 0 11 0 ; allein ^orner fuhrt ben flchilt bort rebenb ein: „SBofjlan! laßt „unS einen SBahrfager ober jPriejfer, ober SEraum» „beutet fragen : warum jPhobnS ffpoUo auf unS fo „fchr jfirne ? benn wahrlich auch ber 2raum fommt „dom 3'upitcr!" — Äalch«$ fagte bie 3Bahrheit, unb fanb folglich ben SSiberfprucf), auf ben et fiel) gefaßt machte. 2fgamemnon h>?f i(m einen SBahrfager beS UnglücfS; aber ßugenprophet getraute fich felbjf flgamemnon nicht ju fagen. *) ♦) Stiabe 3 , 1 . SB. 61». ec. groeite @ a m m t u n 9 . A 7 III. Sott ben ©eutfcf? s&rientaU* [c^cn 3)icl)tettn 1. ©in Stjeif unfrer bejfen ©ebicf>tc i|I f)a !6 Stfoi'u gentänbifd;: if)t SKuflcc iß bie fd)one Üfatur be§ .Ocientg : ffc borgen ben SÄorgentdnbern Sitten unb ©efefjmaef ab — unb fo werben ffc SrigU nafe. SJenn nidjt neue; fo tiefem ffe bod) me= nigßenS fterabe Silber, ©effnnungen unb @rbid)= tungen. Darf man fie prüfen ? (Sei iß migfidt); benn wie oft nermengt man, aus Dummtjeit ober SSoätjeif, bas, was man an Dichtern tabett, mit bem, was man in anbern ©efid)tSpunften gern an= nebmen null: baS, was mir naetjabmen, mit bemjenigen, waS mir glauben. Snbejj wage id)S; unb bann eS wagen, ba infonbertjeit ein grofer Sftanti in Deutfdßanb, ber Sftorgentänbifcbe ^)^tfologie unb bidjterifcben ©efdjmadi genug befifct, um bieoon jtt ■Berbers SBerfej, fdjon, Sit.u, Äunß. II. 83 Fragmente. 18 grngmente gut beutfdjen Siterafur.', urtgeifen, in einigen ©tuefen offentiid) SSagn gebro; cijen f)at. *) ff. Tonnen wir bie SEWorgenlunbcr nadjabmen ? j?on= nen reit ii)nen in ber Sidjtfunft gfeicgtomincn ? ©o frage id), unb (eite bloS ben Sefet auf ädege, bie er felbft fortfegen, ober nad) SSelieben Vorbeigehen bann. Sie fegone Statut be§ Srientä iff nid)t »eilig bie unfrige. SBenn Savib »on ben brnufen= ben Siefen beS SorbanS nage an feinen llfem ein Stauerlieb finget: fo wirb fo ein egarafterifhfegeä Gäanje barauö, aI3 SSRictjaetiö im fsjfen fPfaim geiget. SBenn bie biblifegen Siegtet »on ben ©d)nee= guffen b'eS Libanon; »otn Sgau bed fjerraoni »on ben (Siegen SS a f o n 8 ; »om pradjtigeij £ i b a= non, unb angenegmen 6 a r m e I reben; fo geben fte S3ilber, bie ignen bie Diatur felbft »orgclegt gat: rotnn unfre Siegtet ignen biefe Sfilbet entroenben , fo jeiegneh fte niegt unfre fJJatur, fonbern reben ig= ten Stiginaien einige SBoctc nad), bie mir fnum nur galb »crjlcgen. Sa$ »ortrefftiege S5ud) ^)iob! *) 25er große ©lann, ben id) gier mepne, i(l 50ticgae- tig, ein ©cgviftfictler, ber über mein Cob ergai ben ift. SBürben wir feine »erfprodjnen Arbeiten, bie gebrüifdjcn Jtltertgümer, bie Einleitung ins 2t. 3L, halb ergatten: fo fbnnte aläbann »ielleicgt ein ©etegrter »on ©efegmadi, ©praegenfenntniji unb fpgilofopgie, au§ alten feinen ©djriften infonbergeit aud feinem Cowtg bie ©runblinien jur ©cflS* rung ber ©torgenlänbifcgen ®ebid)te entwerfen, bie id) gier »orbilbe; unb biefen tonnten bie Uebetfegec folgen. \ 3 me i t e © a m m t u n g. 19 roober nimmt cg attc feine ©d)5ge bet ©cbonbeit ? AuS inldnbifcben , aus Gf g p p t i f c b e n Sötfbecn. ©rbidjtungen mib ©egenjidnben ! SJiun fage mein , mie einer unfeer Siebter, ber Grgppten oft nicht ein= mal aus 9icifebefd)teibungen fennt, oom 2 e ö i a = tbnn unb SSebemotb fingen barf? Sßic man; d;eS 80 b ©otteS in ©eutfeben ©ebid)ten fonnte id) anfubren, »0 bie grögten SSilber fo übel jufam; mengefegt ftnb, bag ein prächtige«, neues, ungemöbn; licbeS — Unbing berauSfommt: 0 uberliefen bod) unfere Siebter bergleicben einigen Äanjelrebnern, bie eS fegt gut ju brauchen roiffen 1 Unb wenn mir biefe SSilber auch enbtid) ber; fteben — 1 erftaren, unb aus ben tebbaftejien bifiori; fdjen unb geograpbifeben S3efd)reibungen ihre ©ebbtn beiten ganj fühlen lernen; nie hoben biefe f)i(Tori= feben SSefcbreibungen, Auslegungen , ©rflarungen fo »ie( ©inbruef in uns, als bie finnlidje ©egenmart biefe* Öerter: nie baS Sieben ber Anfdjauung, atS menn mir fie felbji fatjen; als menn unfere ©eete burd)S Auge brennmbe pfeife empfanbe, alS menn uns bie SfTiufe roirftid) ergriffe unb rceefte; als menn mir y.isaf ergebt c £) t e, bem fonfl Anlage jur Sid)tEunfl nicljt fehlt, hat meine Söarnung burd) feinen unglucflidjert glug beflatigt. Siefe fon)o()f, als feine aS UnbcflimmteS, unb Schlechtes ju liefern, ©eine ©inbilbungSfraft unb feine ©pradie — alles fiebert tf>n Bor bem SSerbad)* te, befdjnitten ju fepn: et oerlafjt fein S!anb, um in ber gtembe ju betteln. Sic poetifchen ®e = malbe a u S ber heiligen © e f c h i c h t e *) Bcr= lieren in biefem 33etrad)t immer Biel Bon bem ungeheuren Seifalt, ben ihnen einige gegeben: inbeffen jiehen ffe fleh unter poetifdje ©mpftnbungen jutuef, unb als foldje mag ich ftc nicht betrachten. ©ingen mir ubeebem Dcctbentfalifche ©egenflan* be, unb mit $£Snen bem SKorgenlanbe entroanbt: fo trieb ein folch ©emifcb barauS, als jeber in ^joras $enS Silbe auslachet — Unb hoch lachen trenige, iBenn ber Sorban unb Jpetmon, unb GherubS u. bgl. neben bem Sihein unb bem $ar$ flehen: 3 tu e i t e © a in m I u n g. 21 wenn ftc& bie £>ticntalifd)en Siger mit unfern 2 a m = mern gatten. „SBir fönnen 93 e r g f e ic f) u n g e n „mit bieftn ©egcnftanbcn allerbingS nufecn ! " 5Bir fönnen Silber borgen, um ft'e für un« anjuwenben, aber nnS nid)t butdtqangig tl)nen überlaffen, nicfjt in biefer fremben Silberfpracbe burd)gdngig rcben: nid)t ffc mit ber unfern ungefdpcft »ermifd)en : nid)t uns ben ©lanj ber SBittaqSfonne rauben, um ben Schein einet 2ampe ju gcniefjen; ober biefc gar in baS ©cnnenlicbt tragen. Ädme eS nur erfi fo weit, bafi niemanb fd)ric= fee, waS er nid)t »erfiüube : befleißigten wir unS mefer, ben Srient ju befdjauen, bie heiligen ©ebict)- te ju vergeben, unb wirflid) erflaren ju fönnen : fo würben wir eS gewiß »erlernen, mit £>rienta(ifd)en SKaftfdlbern ju pflügen; wir würben uns, wenn wir ihre Äunfl nur gang einfehen, $u ©djilbetern unferer eigenen 9?atur auSbilben. 9Jid)t 2frmutl), fonbern Unfd)icflid)feit ober 95equemlid)fcit feinbern ttnS baran, unfere ©djalje ju 6raud)rn, unb lieber, wie Jporaj fagt, pauperes nostro in aere ju fepn. 2 . 2fud) bie SSater ranbSgcfcfeicfete ber 50?or; gcnlänber ifi nidjt bie unfere. ©0 fefer ftd) immer 93oItaire, unb bie feines SfjeilS finb, beflogen, baß wir ein ecfleS bummcS 23olf aus einem S&Jinfel bet Gfrbe fo fefer ergeben; fo wal)r eS ifi, baß iferc @efd}id)te allerbingS mehr fpiag in unferer efeijfotie 22 gragmenfc jur beutfdjen Siterafur. ttnb Sfufmerffamfcit einnimmt, ald ftc an fi cf) uer= bienen mochte: fo fehlt ans fcccf) noch immer 511 »icl, unfern bid)terifd)on «Stoff bid auf f'Icine dluan; een aus itjrcr ©efd)id)te ju borgen. Itnfer iPubiifum, bad bie 3uben blöd aud einem ^übnet ober 3 Een fennct, roirb einen etrigen Gommentar notbig ^aben, unb Sdjbnbeiten, bie für bas 2luge baftcljcn, mit bem Jernglafc anfeben muffen. Unb bet Siebter fclbfi mirb 9?tübe genug haben, in ben £rienfalifcben ©ebidjten bie befianbigen feinen 2 (n!pielungrn auf ibre fKettungen non geinben, auf ii)re Untäter ; auf bie 2 fe s .pptifd)e Errettung, auf ibre Steife burd) bie SÖüffe ü. f. tu. nur uberalt bemetf nt ju fonnen; nur bcd)j!em> bie Hälfte uon ihnen ju »erlicren. Sie ganj beft'hen ju motten, ibre Sdjilbming felbft ju übernehmen — bad tfjut nur ber, fo bad Üad)er= lid)e einer batbgetroffenen Stacbabnumg nicht oiniieb f - 253er batte und eher ben 55t o f e d im .£>e(bcngebid)te fingen fonnen, a(d 9Jticbaetid; unb bennoeb lief er ibn liegen, nad) ber meifen £orajifd)en Siegel: Si quae desperas tractata nitescere posse, - - - - relinque. konnten mir bod) nur ctfi ibre ©ebiebfe aud ihrer 9?ationntgefd)id)te ganj erftäten; aldbenn itberfegt unb abmet nach! 253ad ifl j. ber 6 ’ 8 fte $Pfä(m, roenn ibn ber Xudleger bed £om tb erflart, unb mad tft er bei Gramer? ©efefd, mir fonnten alles bied miffett; fingen mir beim für 3uben ? bie fid) für bad einjige 23olf (Söffe« fjietten ? bie non bem feurigen Wationa© fiolj belebt mürben ? Sebent föolf fitefjet bei feiner erften fSilbutig ber Patriotismus gfammen in bie 2fbcrrt — bei feinem aber f)at er bie« gatjrenbe 35tut langer erbalten «IS bei biefem. SSon allen SSolfern ber @rbe abgefonbert, brndjte e$ feinem ; t h o I o gi e, bie national iff, unb ihnen jeber= jeit eine Snuherquelle roar, um ßiftionen jtt fd)ö= pfen, unb 33ilbet ju erheben, in bie fte, bie ju ben erflen geilen bed SSolfd aud) Propheten unb 9iid;= 3weite Sammlung. s5 ter waren, ihre finnrctdje SBeltweidhcit, £ugenb * unb £obfprüd)e einfleibeten. ■dlle SRorgenlanber haben an biefen geerbten SDfdbtcbcn einen feft veidjen Ucbetflufj , wie alte 3ici = fcbefdjreibungen jeigen; ihre Sichtet bebienen fid) beffclben alfo fo forgfaltig, ald Monier unb SS i r* g i l fiel) befanntetmaafjen auf alte Sagen unb lieber* Jiefetungen grunbefen. Sie Suben , ein finnlicheS üßolf, hatten auch feinen SRangel barmt, unb wa* rum füllten fid) if)re Sid)ter nicht biefer unfdjulbigen Äunfl bebienen, um übet fte ju fiegen? @in gro* fjer ©Iaube übet Sraume, ßaubereien, Gftfcbeinun* gen unb SSefigungen i|b bem Sichtet fo oortheilbaft, als er bem äUeltweifcn ein Sorn im 2fuge ift; unb mit meldet SOftihe fud)te @ott biefen in 2ubda and* jurotten t S3efd)Worungen, Saubereicn burd) Sd)lan= gen ; biefe 3)?epnung hatten fte mit ben Borgern idnbifcfjen Soffern gemein, wie bie offern Stellen ifret Sichter bezeugen. 2lud 2fcgppten hatten fte ei* nen ganjen ©d)a§ biefer 9?ationalmcpnungcn bet* ubergebolf: üon benen SKichaelib einige, wie aus einem Jperfulanum, gezogen hat- gut und ftnb biefe gabeln halboerloten, ober ftembe, ober tobt; ba unfere mehr w i f* fenfchaftliche unb benfenbe Sebcnfatr fte audgetilget, ober gelautert hat. Sie fd)tecflid)en Sonnenvetter , bie an bem Sfteere auffliegen, unb übet ift ilanb nad) Arabien hinjogen, waren in ih= ren 3fugen Sonnerpferbe, bie ben Sßagen 3cho»ah§ bttreh bie SBolfen jogen; ihnen bat Saoib alfo fo oiel grofje Gilbet, unb infonberheit ben oortreffli* d)en 29 )lcn fPfalm geweihet. £3ei und ftnb bie 26 gragmentc $ut beutfd;en Siteratut, ß&erubim nicfjt eigentlid) mefjt lebcnbe Sbtdf ber fp[)antafte; nod) glauben jtrar itinber unb 23ei6er bad,tnad unfet Sidjter fingt: „@clt fafjvt in „ben SJolfen, um Sonnerfeile ju fdjleubcrn;" bet S&eltrceife abec unb feilt Sruber, bet pl)ilofopf)ifd)e Siebter, trtro, feitbem fPrometljeud ben elefttifd)en gunfen t>om Fimmel fia()l, efjec ben eleftrifd)cn Sliljfunfen, ald fo oft triebetbolte Silber fingen. S$o ifi bei und ber ©ngel bed Sobed, mit feinem flammenben ©djtrcrbte, beffen ©efolge unb Serrid); tungen jene fo gut fannten? ßr i|1 entreber ein Unbing, ober nad) ben Abölen unferd fpbbeld ein ©erippe'l SDSo finb bie ßngel bed Jperrn, auf glu= geln ber SEBinbe, unb auf ben flammen bedgeuetd? ßd. finb Siener ber fftatur, bie unfere ßinbilbuttgd= fraft feiten perfonifteirt 1 8Bad ifi bie geffe bed Simmcld, tro ber Sl)ron ©otted rufjet? Stift! Sffiad bet ^Regenbogen, ber fid) ju feinen gügen treibet ? Sei ben alten ©falbem bie Srucfe, auf ber bie Stiefen ben Stimme! ffütmen wollten, bie nod) jegt ein flammenber Sßeg jum ©cfyrecfcn erfebeint: aber für unfern Sidjter, ein garbenfpiel. ©o!d)er ffta? tionalrorurtbeile f'onnte id) eine gtoge SRenge anfüf); reit: unb bie meiften fjaben fid) enttreber in unfe= rer erlcud)tetern geit fd)on oerlofjren, ober werfeinert, ober finb nad) bem Unterfd)iebe unferd Älima unb nnferer Senfart ganj anberd. Sie ^Religion ber ©falber*), bie Sbin aud ben SRorgenldnbern brachte; wie fef)t »erdnbertc fle fid) auf bem rau= f)en ©canbinattifcben ©rttnb unb Soben? 31tr $im* mel unb itjre Solle, iljre Sßeltent(fcl;ung burd) grofi, . *) äftattet, ©ef^idjte pon Sänematf, Sb. i. S."' .Xtf' Vs.\. itnb ibre 'Riefen, il)t großer SBolf, unb ber ©unbi= ger beffelben, ibre 3' lubcl:cicn unb ^elbcnthnten finb mit foldjen gocalfarben ou 3 fftorben gemablet, als in »erfdiiebenen etnbern ©egenben, t)ier Svacben unb bovt Gflepbanten, bab fPatabieS unb bie Jpolle ber Jfraber, bie Sörucfe fPoul * ©erra ber Dörfer, unb bie >2d)ilbfe6tengefcl)id)tcn bet 2fmerifancr qejeidjnct finb. (SS traue ein angenehmer unb mißlicher Söcc= fud), biefe [ftationaluorurtbeile »ieler ©olfer ju famm; len, ju uergleicben, unb ju erklären. gut ben Siebtet finb biefeS fRnttcnnlBorurtf)ei= (e, bie ihm nidjt immer enttoanbt tuerben fonnen, ebne ungereimt, ober ldd)erlid) ju roerben. SDiilfonS ©ruc!e übet baS dbnod mag fteilicb im fKunbe ei; neS 2fraberb, be$ Sabi, beffet flingen, alb in bem feinigen: ÄlopflocfS Seffnungen nm fftorbpol, feine atberifdien 2 Bege, feine Sennen im ©iittelpunfte ber (T'rbe burften »ic(letd)t 51t fehr bie ©firbelmelt ber Sefer »errücfrn, fie mögen ebrlid) fptolemdifcb, ober (Üopernifanifcb benfen ; biefe Grrbid)tungen fdjeinen felbft einet finnlid)en Senfart entgegen. Unb übet; ficht man übetbem bie (Srbicbtungen, bie bie ©d}t»ei; jer in ihre SRorqenldnbifcben @ebid>te eingetuebet; (»cm ffilute beS unfdntlbigen 2 fbeIS, bis auf baS ©lut beS ;3acbnria$, ©arad)iu ©obn) fo bann man ficb bei ihren Gingeln unb Seufeln , unb Sdilangcn unb Ungeheuern oft, wenn man gleich nid)t ald fpbi= tofepb lefen will, fatirn jener grage ettrebren, bie ber Giarbinal oon Grfte an feinen 2fr io ft tf)at: mein liebet Subteig, tu 0 b « & t i b c «He baS ndttifebe 3 tu 9 bettefommen? SKocf)te man bed) bebenfen, baff ber ©efdjmacf 28 geagmente gut beutfcfjen Siteratur. bet SBoIfer, unb unter einem 93olfe bet ©e= fd)macf bet Seiten fe^r genau feinen gottgang mit Senfart unb Sitten fjabe: baß alfo, um fid) bem ©cfd)macf feines 33o!fS ju bequemen, man ihren 5Sa(;n unb bic Sagen ber SBorfaI;rcn Kubieren muffe: unb, um aud) bem @ott btt 3 C U ein Opfer ju bringen, man biefe unb frembc SKepnungcn nad) ber hcrrfd)cnben -&p()e beS finniidjen SJerjfanbeS paf= fen muffe. 3?on beiben gebe id) ein Gfpempef. Sec 3iomanifd)c ©efehmaef ber Spanier unb 3ta(i= einer i(i ein Stetig uon bem 2Xberg(attben ber 93iot= genlanber, beit man ziemlich genau bort auS ber 5Deaucifd)en unb hier auS ber Savaccnifchen Ucbcr= fehroemmung bet'leiten fann. G'r toarb in beiben £anbetn gemein : in beiben txrmifd)te ec fid) mit bem @otl)ifd)en Siitter = unb 9itefengefd)macf: tiad)= fjer mifdjte fid) ber fatholifche apang 511 Äreujjugen, unb heiligen 2lbent()eucrn baju ! — unb nun fefet! teic fefjc Sopej bi SSega fPutci, 2f r i oft unb a f f 0 biefe® ©eniifd) ju braud)cn geteuft; aber freiiid) ju nid)tS mehr unb minbec, aiS Diationafs fiuefen. SBer eS alfo befragen mochte, baf feine folclje Sfforgeuianbifdje Sneafion nicht aud) bei und ben Saamen poetifdjer gabein geftreut I)at; bem tatf)e id), biefe bid)terifd)en Sd)teeiftropfcn ber dnU tue feines -SScbenS ju teibmen. Ort burd)teifc, als ein fPropifet in gieqenfcUen, bie 8J?ptf)ologien ber aU teil Sfalber unb Sachen foteof)!, n(S feiner eignen ehrlichen SnnbSfeute. Unter Sct)t()en unb Slaeen, SÜenben unb SSofjmen, 9tuffen, Scf)teeben unb fPo= len giebt cS nod) Spuren een biefen gufffapfen ber S3orfaf)ren. 5Bürbe man, jeber nad) feinen .Kräften , forgfam fepn, fid) nach fllten fJfationaUiebern 3 tu e i t e Sammlung. 29 ju erfunbigen; fo rourbe man nicht blo§ tief in bte poetifd)e Denfart bet SSovfabcen bringen, fonbem and) ©tuefe befommen, bie, roie bie beiben Settifchen DainoS, bie bie Siteraturbriefe*) anfufjrten, ben oft fo vortrefflichen 33 a 11 a b § ber dritten , ben dhanfonä ber Sroubaboren, ben Slomanjen ber ©panier, ober gar ben feierlidjen ©agoltubS ber alten ©falber beifdmen; e3 mochten nun biefe CRationalgefange Setdfche Da inog, ober (Sofnfifche Surami, ober fPetuanifd)c, ober Sfmerifanifdje Sie^ ber fepn. SBill aber jemanb bieS nicht tljun, wohl! ber bequeme fid) nad) feiner Seit, ba ba$ Sicht ber fPfilofophie bie Ijciliflen ©djatten ber Dichterei vet; trieben, unb finge für unfern reinen Sßerffanb. 4 Dev ©eiftberöieligion bat fid) verdn= bert. 3n ben 3 c i tc11 » ba bie Did)tfun|t blubete, herrfd)te nod) eine. geiviffe tvilbe Einfalt, nach ber ©ott auch bie 3feligion einrichtete, bie bie 85anbi= gerin ber bamaligen 3 c * tcrl war. 5 d> geige hieju nur brei ©efidjtspunftc. Sie begriff mehr unter fid), fie hatte einen anbern 3 ^ecf, fie gieng einen anbern SBeg, al 8 unfere. ©ie begriff mehr unter fid).) ©3 ift befannt genug, baf fie fid) inö Detail ber fleinjlen ©efege, SSeranffaltungen unb Zeremonien einlief: baf fie *) f. Sit. SSv, 5£&. 2 . 3o gragmente jur beutfcben Sitcratur. eben forcobl auf ben SRarften . alg tu bem Seiligs tbum bie Shcofratie eines ©dwggottcg regierte, ber Propheten unb Siebter unb 9iid)ter in einer ( $er fort oufroeefte, unb begeiflerte. Sa()er tunten aUe if)re s Poeften heilig; fte modjten propbetifdje ©efange, ober Saften uon gdücben, ober iJtofriieber, ober ©e= fege ttnb ©prttebe enthalten. Unfere Svcligion bin= gegen fonbett ficb non ber politifd)en Siegierung unb ben 9?tcbterffuf)Ien ab: fie ift nidjtü minber als tf)eo= fratifd), unb ber propbctifdje ©eifi febtoeigt. Sene batte einen anbern 3t»ecF.) ©in roilbeS ungebilbeteg SSolf im Baum j u Ratten, bas' über ben 2t mag bat . man nid)t aug vielen ©barafteren gemad)t ? ©in völliges lacberlidjeg Unbing , bag bem (If>avaf'ter feineg SJoIfS, feiner3eit, unb feiner Sieligion tviberfpricbt. ©erabe, tvie biejenigen, bie eine ganje ©träfe niebevreiffen, um barauf einen einigen fPallaft ju bauen; bie nidjtS barnad) fragen, tvie viel anbre fie umbrihgen; jttfrieben, tvenn fie, ol)ne alle fKucbftcbt auf Sßfittec, SBeiber unb Äinbev, auf Nation, 3 e >l unb febmatf, einen 9)ienfd)en barficllen fonnem Compos’d of many ingredient Valours Inst lilte tlie Manhood of nine Taylors, tvie #ubibra3 ft'ngf. 5. Ücbcrbaupt bat ftd) bie ga n je p o e t i f cb e Sphäre bei beiben Stationen geanbert; Die geftt* tetegreibeit, in ber rvir leben, lagt Äunffe unb SBi f fe nfc hafte n bluben; bie ettvad ra u = bere, bie mit ©abrungen beS ©taats, unb mit Untetbrutfungen bdmpft, lagt, tvie bei ben Siomern unb ©riechen , bie $8 er e bf am fei t if)re SBunber tbun; aber tvilbe ©infalt ifl bab gelb ber Dichter. 3u biefet buben bie Hebräer fpfjt lange gelebt, beffanbig treu bem 2lcferbaue unb ber S3ieb= judjt, ben finnlicben Gegriffen, unb ihrem Ü’atcr= lanbe: nie bnt alfo bie 3eit ber SSerebfamfeit il;re S3(utl;e erreidjen, ja bie ^eriobe ber SBelt= tv ei 3 beit faum nnbrtdjcn fbttnen. <&evber6SS8erlc i.fcb&n.Cit.u.Äunft. It. 6 Fragmente, 34 Fragmente $ur beutfd^cn Siteratur. Saf bie Hebräer nie grofjeJRebner gehabt haben, beweifet ber «ÖerauSgebet beS Sowth in feinet äSorrebe; bet überhaupt burd) feine ^lotctt unb Cpimetre mehr als fi o w> t h felbjt geworben, unb Picle Singe hingeworfen hat, bie burchauS petbieneit angewanbt, erfldrt unb fruchtbarer gemacht ju wer* beit. 2Bir fonnen aifo nad) einem SefaiaS ohn= inog(id) unfre grofje Siebttet bilbett. fftie haben fie aifo aud) einen öollig auSgebilbe* ten Dfebtterperioben gehabt; ihre 'Poeftc hat einen SihpthmuS, ben bie Chöre unb 3ubel= fprünge geboren haben, ber »ott ju ftarfer Seflama* tion war, als ein ©plbettmaaS ju halten, bet burd) fDfufib unb 5£anj belebt würbe, SLÜefcf) ein Unter* fd)ieb if! eS nun, in einer burchauS profaifchcn unb phiIofopI)ifd)en Sprache', beren Accente lange nid)t fo tönenb ftitb, wo man fdjreibt, gelefen ju werben, wo, wenn bie SKufif fidj mit ber ^oefie perbinbet, jene bie h £Cl ' f c henb e wirb, in biefet ©prache eine Srientalifche ^Ooefte burd) poetifdje tprofe nad)* juahmen, bie unfeter ©prad)e Ciewalt anthut. Inter mulietum saltantium choros adolevit poesis orientalis; carmina rarius scribebantur, recitabantur cantabanturque frequentius, — ■—• Inter saltantium choros, non semper pios, natam poesin Hehraicam dixerim, cum mo- tum corporis canticis haecque ilii aixommo- darent; cui poesis örigini versuum parallelis- mos acceptos fero, 9?un bleibt eS bod) wohl immer unnatt'trlid), Sieber, bie bort nad) lernnnbeti Choren eingerichtet waren, wie fie ftnb, nachahmcrt ju wollen, unb fein eignes Chat S u ftp* 3 w e i t e Sammlung. 35 6 . 3ti bcr 9)oefie wirb ütefcS ron bcr Sprache beßimmt: unb ich glaube, au» biefem unpctiobifdjen S?elobifd)cn bcr £kbraifd)en ©ebidjte jum Sbeil bcn flauen parabolifcEjcn Sou erraten ju formen, bec SÜdeibbeit in ein Siib fleibct, olme bied SSilb mud* gupui>en , unb periobifcb orbnen ju wollen. 9Wn! fui)ne Sergleicbungen, unb wenig auögefrtfjrbe ©fetrf)= niffe; aber beffo öftere Sßiebcrfyolung bcffelben S3i(= beS, beffclben ©Icicbniffed. 3m feiner fjöfjen -£>ebrai= fd)en ,Obe ftnbct man ben abgemefnen Schwung, ber eine ©ricd)ifcbe, • unb noch mehr eine Sibmifcbe djarafterifitt: in feiner bie audgentaltert ^Pinbnrifcfjen Silber, bie hier immer Stftcfweife erfebeinen, ab= bredjen unb wicber fommen : in feiner ©legte, bie bammernbe Stimme, bie bittet) il>ren ffetbenben §all unb anfjnltenbeö SBimhlerrt, allmählich rührt: — überall mehr ber mieberbolte Schlag, bet eine Saite beb .perlend nad) ber anbern pioglid) trifft, unb eilt, um eine anbre ju treffen.— Sttart f)at biefert innern Gftacafter aus ihrer pifw ber Gfinbilbungbfrafc tyet: leiten wollen} allein ein Kurorte in einer imperiobi- fd)en Sprache mup fo, wie fie, fingen. 3Sir aber, irt einer petiobifdfen Sj>racbei 2Bit mfiffert alfö jene jerfiueften Silber, bie fid) Wieber= holen, ju einem ©anjeii orbtten, imb fie in einent gebilbeten poetifebeh gerieben niept in ber fPerfpcftiö eineb ©leidjniffeb jeiebnen; ber itrtb eigne pöetifcbe $£on maplt uberbem fonfi mehr Segriffe alb Silber, Unb unfre felbfi bictjfetffcf>cn ©leichniffe geigen fid), <5 2 36 gragmente jut beutfcfjen Literatur. nad) jenen 51 t rechnen, mefjt in t>cm Siebte etneöS3c= roeifeg. Gfiti SfJiujier ber Diadja&mung bimn ifi bec Älopfiodüfdje fPfalrn auf ben Äonig »on Sctnemarf. SBitflid) bie 4 )ebtaifd)e gerfiuefung ber ©pradK, unb bod) bie @ried)ifd)e gufammenfeftung ber Silber; {)ie unb ba fleine SBafferfdlle; bed) aber bleibtg im= mer ein fnnfter Strom, ber übet flare Steine rollet. Grin ©emdlbe, ein SOßort enttricfelt ftd) aug bem anbern, unb mnd)t eg »ollbotnmner; — Sielleid)t Älopjiotfg fdjagbnrfleg tprifctjcä Stftcb! (fben fo roeig er in feinen gtirdjenliebern oft ben Srientali» fd>en fParcntbptfug ju Äi'rcbencabenjen herunter jiinimen, unb im SÄegiag ifi fein 5öed)felgefang jt»ifd)en Sfiriam unb Sebora fd)on; Srientalifdj in Sprache unb Silbern; unb Seutfcl) in ber 2lnorb* nung berfelben. 9J?an erinnere ftd) aug meinem »origen grag= mente, bag ber Oieictjttjum einer Sprache ftd) gleicl)= fam mit ber >£)augl)altung ber 9Jfenfd)en »erdnbere, bag ung unfer SBoglfinnb »iele greibeiten entjogen, bie jene genoffen; bag unfer Stabtleben eg notf)= roenbig »erbinbert, bag unfre ^oefie nicht botanifd) fepn fann, rcie 9)?id)aelig bie morgen!anbifd)e nennet, bag unfere politifd)en 9 B 6 rterbüd)cr unferer finnlid)en Sprache fffiurbe entzogen fjaben u. f. tu. man erin= nete fid) beffen, unb »ergleicf)e ben ßfjaraftcr unfrer Sitten unb geiten mit jenen, fo t»itb man ftnben: Ser poetifdje Sinn ifi nidjt mehr betfelbe. Senet roirfte' fdjnelt unb tjeftig; nid)t ober eben gart itnb bauerfjaft- Sie Saite iijrec ßmpfinbung beg ^Poettfd) Schonen (id) railt nietjt rcie fljfontegquieu big auf ihr gaferngeutebe, unb auf bag Semperament ißreS Ätimci jurücEgcben) mirb iJ>ren ©itten unb 3 e it gemäß ßeftig getroffen, unb bnlb neriaffen. Unfer pßetifeßer ©inn ifl meßc langfam unb überlegenb, als braufenb; felbfl baS fanftc ©riecßilcße ©efüßl wirb unter unferm ^immel nid)t reif; tt>ie füllte et benn bie übermäßig früßjeitigen grueßte ber 9J?orgen= länber reifen? Unfre ©aite ber poetifeßen @mpftn= bung giebt und): mit bleiben ballet, als bie ©rieeßen mit jnrten, ober bie SKorgenlanber mit ßeftigen ©innen: mir bleiben felbfl im poetifdjen Singe, mie bie Strauße, bem SSoben beS äfkßren treuer, unb fommen jur 9iüßvung oft buteß ben SBeg bet Ueber= iegung, 2fßmen mit alfo naeß, mie eS uns gefällt: fo mirb »ielleidjt ein unpartßeiifcßer gtember, ber ben Orient fennet, ebne ißn von Sugenb auf bloS a(S ein (ärbßucb ber tKeligion ju fennen, ber ©efeßmaef genug ßat, um unfre 9?acßaßmungen mit jenen Sri: ginalen ju dergleichen , »ielleitßt falgetrben ßßaraftet angeben ; „Sie morgenlänbifcßen SBerfe beS ©enieS jeieß: „nen ft'cß aus, bureß ben ßoßen 3fuSbrucf einer ©in= „bilbung, bie (Srbicßtungen liebt, ©ittenfprueße in „Sigurcn, SSilber unb ©d)atten einbullet, bie ffcß „nießt bloS auf Singeln ber SKorgcnrotße bis an bie „©renjen ber 9?atur auffdjmingc-, fonbern fieß oft „über biefe ©renjen magt, unb im Steicßc beS Un= „ngtürlidjen, aber ■ munberbaren GßaoS umßetitret. „Sie Faltern vernünftigen Seutfdjcn ßaben biefer „brennenben ipbantafie ftctj nadjfdjmingctt mellen, „mit Slügeln , bie ißnen bie Sfatur nießt gab, mie „tfporaä Pom SäbatuS finget: ffe seinen fvembe, 38 g'ragmente jur beutfcben Sitcrntuv. „oft umierftqnbne unb weniqfiend ju entfernte 23ifs „bet: ihre geborgten (Schichtungen ft'nb ©efd)dpfe „ebne Gerbe: ihre nadjgeabmten Grmpftnbunqen feine „Grmpftnbungen: ber Sütdbrucf erreicht fein Original „oft nur, > 1)0 ed fiel) bem Ucbertriebencn nähert." 3’d) fjabe »iel gefaat ; ben SScweid ubctlaff? id? ei= nein jeben, ber morgenlanbifd)? ©ebiebte ju lefen weip. 1 \ (Sfenb nadja^men foiten wir affo gar nicht-, unb ein -fiu bemann tff in feinem 2 it c i f e r unb m feinem £obc 2fbe(d ber öemerfung unb ber 3fer= gernijj unmitrbig — aber wie fonnen mir und «on folcben Zubern annd befreien? SBenn mir und attfmuntern, bie morqenldnbifdjen ©ebiebte, a(d ©e* bid)te ju jtubiren, erftdren ju lernen unb befannt ju machen, Unmöglich fonnen mir fte überfegen unb naebabmen, efje mir fte tserjfcben, unb bie mor= genidnb.ifcbe fPbiiotoqie, bie in unferm Deutfd^tanbe feit einiger 3eit blühet, wirb, wenn fte ftd) mit ©efdtmacf bereinigt,, fcfjfecbte unb bumme Stacbab* mer äerftreuen, £)er beite Ucberfc|er muft ber befie Gfrftdrec fepn; wäre biefer Sa(s auch umgefebtt wahr: unb waren beibe Derbunbeit: fo. würben wir halb ein SSucb hoffen fonnen, bad- fo biefe: „fPoetifdje Ueber= „fetjmty ber morgenldnbifdjen @ebid)te; ba biefe aud ^bem i'anbe, ber ©efcbidjte, ben tStepnungen, ber „8ieti,,ion, bem 3it|fanbe, ben Sitten, unb ber „Sprache ihrer-Station evfutet, unb in bad ©ente 3tuett e SammIung. 3g „unftet geit, Senfart unb (Sprache «crpfTanjt tuet; „ben." 3n ber SSotrebe würbe matt mit 9?ed)t fagen fonnen: „Siefc Ucberfcgttng (jat nothwenbig „baS fchwerjie unb muhfantfte SBerf fev>n muffen, „ju bem in bet ©rfldrung bie Bemerfungen einiget „wenigen [Philologen von ©efehmaef, unb in bet „Ueberfegung bie Grametfchen fPfalmen nichts al$ „fleine Beitrage f>abert fepn fonnen, oft um uns ju „helfen, ©effdht&punfte ju jeigen unb begutfam ju „machen. Allein wir holten e§ auch für eine Sri; „ginalarbeit, bie mehr Stnffuf auf unfere SSiteratut „haben fann, af$ gehrt Sriginalwerfe. Sie unter; „fcheibet bie ©renjen frember SSolfer von ben unfri; „gen, fo verwirrt fte auch laufen mögen: ffe macht „un§ mit bat Schönheiten unb bem ©enie einet „[Ration bekannter, bie wir fegt fchief anfahen, unb „hoch von ©eftegt fennen feilten : fte ijt ein SRufter „einer SRachnbmung, bie SDtiginal bleibt. Sollte fte „alfo auch nicht ba$ ©iftcB haben, neue unb wirf» „lieh neue ©enied ju ernteten: fo wirb ffe bod) me; „nigffend ben 9?ad); unb fRebenbuhlern ausSldnbifd)et „©ogen eine SBanb von Sornen vorgtehen, baß ffe „ihren Steig nicht ftnben. Sie toirb ffe ergreifen, „jurücfreifen , unb fagett: Siehe hier beine ÜRatur „unb ©efd)id)tc, beine ©ogen unb SBelt, beine Senf; „art unb Sprache: nad) biefen bi!b bieg, um bet „fRadjahmer bein felbji ju werben. Unb willft bu „von einer ber vorjüglicgffen [Rationen ihre Schafte „nügen: ffehe hieher! 3d) fudje bid) mit ber Äunfi „befannt ju machen, wie ffe @efd)id)te unb ^Religion „in ©ebidjte ju wanbeln wußten; raube ihnen nicht „baS Gftfunbne, fonbern bie Äunft jtt'erftnben, gu „erbidjten, unb eingufleiben!" I 40 gragmenfe jur beittfdjcn Literatur, 3öo ijt ein Itebcrfeger, bet jugteid) ^Phitofoph, ?Did)tec itttb *pt)iIclog ift: er feil bet SJiorgenfiern einet neuen ©pod)e in unftet Süterntut fepn! 2 (ber leibet! 2trabifd)c SjButjeln wadjfen gern auf buttem ©runb unb SJobcn: icf) werbe vielleicht ein piura desidermni |)iugefd)i'ieben haben. Qfb fei)! ffiortheil genug, wenn bieb mein Fragment nur einem einji? gen @d)tifc|foliet bie gebet aub bcn Jpanben winbet, wenn et unb neue Jpelbcngebid)te im Di'ientalifdjen ©efdjmacf liefern will! SSottfjcü genug, wenn eb einen einzigen -fjeramctriften vermed)te, fein ©cbicht und) bcn »orgetegten @efid)tbpunften ju verbeffetn; aud) fdjcn iBotfheilb genug, wenn ob einen Äunjl= rid)ter bilbete, über 2Bcrfc biefec 3(rt beffet ju ur= feilen, 3 fd) bann nid)t wichtiger fd)Iiefen, alb wenn id) bab etfjgbenfle ßrieiitnlifd) = Seutfdje 3BetE: bcn ■Sief i ab, fvitifd) prüfe, übet ben man, wie id) glaube, nocl) nid)t eine fo genaue Untet|‘ud)ung bat, alb eb bjefeb grope Stücf nerbienet. Einige haben nicht übet ein gragment *) urteilen wollen, weit cb nod) fein ®an;eb wäre! SBunbetbat! ivann id) benn nid)t übet ben ©ciff bet St)ei!e, übet jebe Schichtung in bcmfdben, alb über ein ©anjeb ut= tbeilen, ohne ein Prophet fepn ju burfen, ober bem SBerfaflcc llnred)t ju t()un e Heber gtagmente, benfe id), fott man am erflcn urtffeilcn, um bem -Berfaffer ju helfen, ober wenig? ftcnb feine Stimme and) ju geben; bftbutd), unb *) SEI), 19 . p, i55. tc. V Zweite «Sammlung. babutch allein arbeitet ein Äünjllct Bor ben 2fugen bed ipublifumd: er bat ein unBollenbeted SageraerS hingefMt, unb {lebt hinter bemfelben, um nach ben Urteilen ber Äenner begangene gebiet m Berbeffern, unb künftigen juBorjufommen. £atte Älopjfacb gleid) im Anfänge, ftatt eineg pofautienben Sobtcbnerd, einen fritifchen greunb gefur.ben: batte er nid)t gleich fo Biel bünben Seifall, unb noch blinbere 9?acbal)mung gefeben: Bielleidjt mürbe mandjed in feinem nortrefflicben ©ebicbt nod) nortrefflicber fepn. 2(ber fo get)td! lieber Heine ©eifter, über Sehrs linge unb ©efellen, bie Serfuche machen, ffnb Äunjf* rid)tet gleid) in Nienge ba; fte finb gliegengotter, auf bie aud) immer bie Variante biefed Namens! (Seeljebub unb Seeljebul) paffen mag! 3fber ed tritt ein ©enie auf, mie 9)allad aud betn ©ehirn bed gupiterd! ,,@ogleid) erbebt Bon ihrem „mächtigen ©efchrei ber Fimmel unb bie Niutter „drbe: 2lpoll, ber Gfrleud)tcr ber Nienfdjen, befiehlt „ihnen bad mißliche ©efchaft an, ber ©btfin juerfl „einen '2(ltar $u bauen, unb burch ein heiliged Spfet „ben Sätet gcBd unb feine getoaffnete £od)tet ju „ergoßen!" greilicf) urteilten aud) Biele, roie jener @d)ufier am Silbe 2fpelled: allein bie rechne id) nid)t: fte hatten fcbmeigcn follen: aud) Älopjiocf hat fic nicht gerechnet. — „Unb toirb er beine '^fnmerEungen red)= „nen?" IDgd weif ich nicht; aber menfd)lid) unb billig aufnehmen, bad iBirb er. .gebet urtheilt, n>ad feine 5(ugen fehen. *) £)ie meifien aber fehen hoch *) *♦ 10 * U 5 f 16. 17. 4 ? gfagmentc jur beutfdjcn Sitevafur. einerlei. ©elfte nlfo auch mancher Älopffotfianec mit- entgegen rufen, was 91 icomac&uS bort 51 t jenem Tagte, ber baS Sfilb bec Jpelcna, von ge tu Fiel gemaftlr, fabelte: ,,‘Jiimm meine 2 fugen: unb „fte wirb bir eine ©ottin (cheincn!;' 3 d) Idueibe hoch, vielleicht, waS viele bei fu'h gebacht, ober gar ein ©eitie, baS ftd> bei jhlopffod;? ä/iejjias fo finbet, als 3(Ieranber am SSilbe 2id)iiIS, was bicS ©ettie fdjott bunficl in feiner ©eele fühlet. 33er fennte bic Sübifche ©eite biefeS ©ebichtS am beften beurtheiten? @(n JKabbi« ber für fein SJolE Patriotismus, Äenntnifj feiner ©ebtauche, unb eine morgenlanbifche @inbi(bungSfraft hatte! Unb wer bie Ghn’ftlid)e ©eite ? Öl;ne jj'W'fd ein CShvifl, ber für feine üveligion Patriotismus, Äenntnijj ihres Umfanges, unb djr-iffliche warme ©mpftnbungen be= fafe 1 SSeibe formen fid> wiberfprechen, von entge= gengefc&ten ©eiten bie ©ad)e bctradjtcn, um baS Urthetl einiqermaafen voUjfgnbig ju machen, 3^ (affe fte fpredjcn! 3 weite (Sammlung. 4 3 ©efprdcty 2 w t f et) en einem 9£ab bi unb einem (Sanftem ii b e r SlopftocfS 9)i e ß i (i 3, Der 5R ft ^ 61, 3d> babe-Sbr Verlangen erfüllt, unb Slopjiocf gelefen! ijd) bn zweimal unb mit neuem ©ergangen gelefen. Saum hätte ich einem notblicben Deutfcben bie reiche morgenlänbifcbe ©inbilbungssfraft jugetrauet, bie er b.ewiefen. Der §btift- 9?un! habe ich alfo nict)tSKectjt, baß er auf Deutfcbet ©rbe ein DrientglifcbeS Denf* mal gebauet bat, ba3 bie ©bre unfrei Ration wäre, wenn eä »ollenbet würbe? Siabbi. JfUerbingS: unb baß er fid) über bie SRptbologie ber ©tied)en fo glucflid) ju febwingett gewußt, fobert viel ©enie! ©bei ft. Unb bg| er überall auä fid) felbft bie SücEen bat ausfüllen fonnen, um, au$ einer fürjen ©cfd)id)te, ©ebiebt, ©popee, unb eine cbriftlicbe ©popee ju mad)en — fobert noch mebt! 9iabbi. 9iid)t ganj au3. ft'd) bat er ft'e au$= gefüllet: bie Seifige ©efd)id)te liefert ja baju ©toff genug; id) wünfd)te alfo, baß er biefen «Stoff mebc gebraucht batte; aud) einige 9tabbinifd)e 3&ge bat et glucflid) anjuwenben gewußt unb — ©beift. 9iur nid)t, baß biefe 3(nwenbmtg auf .Sofien feiner Driginalerftnbung gebe. 2lud) aus 44 Fragmente gut beutfehen fiitcratut. üfiifton hat et 3us« genommen: tuet fie aber fo glucf(id) wie er nimmt, unb anroenbet, t)at fie felbft erfunden. fNabbi. 3Bir fd)einen ofjngenc^tet unfctS uer= fchiebenen @efid)tdpunfted fo giemlid) ähnlich ju fe= fjenj einmal haben ©ie fd)on mein: icf) mu nfcf)= te! gehört, bad jroeitemal cd unter6rod)en — woU len mir und nicht ndfjer unfre 3weifel fagen ? Gfjrift. dben bad ()abe idj «on 3 bnen er= wartet: bei einem äBejjiad map man ff cf) nid)t blöd vergnügen, fonbern and) unterrid)ten. £>054 l;at ber föerfaffet feine 2 fbbanblung von ber f)ei= ligen ^)oefie voraudgefcbicb't. Si a 6 b i. 9?id)t «eilig baju! wenn mir fie junt Sflaadftabe bed 3Kefji«$ annehmen muffen, fo batten wir bie JRichtigfeit biefed füfaadjfabcd vorher felbft ju prüfen. ÄIopfiocE fagt fo £)ict, n[d in allen feinen profaifcfien Sidcourfen »iel; aber immer-bleiben aud) Untcrfcbeibungen, Seftimmungen, 3nfd|e für ben Sefct übrig. @b ri ft. @ut! fo wollen mir bie Prüfung frei vornehmen: begegnen mir und mit bem §3er= faffer mancbmal: um fo «ief beffer! haben mir et= «ad gegen ibn, ben jfritifer: fo wollen wird auch nicht «etfebweigen. Stab bi. 9?un bann! jfommtlohnen ein ÜJtefiad, wie ber feinige, mobl ald ein recht behaubelted ©u* jet äur tragifchen Gfpopee »or? ÜBtir nicht!. Sie SButl; feiner gtinbe wäre ein Unbing, wenn er in Btue 11 c Sammlung. ' 4-^ bem ©lan$e uottig gewanbelt hatte, in bem ihn Ä. erblichet. dpatte er il)tt nicht in Umftdnbe fegen fetten, wo man fein Verhalten gegen bie -geinbe felbft fdfje? aus bem fie, feinet Unfchulb unbefchabet, einigen ©djein jur SEButf) gegen ihn , um ba§ ganje Sol? auf;ubringctt, jiefjen fonnten. 5öaS 3fcfuS ihnen ärgerliches gethan hat, wirb erjabft, nidjt aber im Anfänge beS ©ebid)tS hanbelnb jurn ©ruitbc gelegt: fo fclien tuir ßffeft, ohne bie Urfad)e felbft gefehen gtt haben: ber Grpopce entgeht etwas an poetifcher SSahrfcheinlichfeit. Ghrift. 3th gehe 3>hncn einigen SSeifnlt, aber aus anbern ©rünben. Bet SiefiaS erfdjeint nach ben SBciffagungeti beS ?f. unb ben Gtrjahlungen beS 9t. SefiamentS nie! menfehlieber, als ihn .Sh. mahlet. Bie ©popee fobett nicht ein Sbeöl, was über* menfd)Iid) wäre: fonbetn roaS bie hdchfte 9tuhrung nerurfacht: mm entgeht aber bem @ebid)te beS ■Shtml non biefem Sehen, roeil nur ben .fpeilanb 5 « wenig menfchlicf) fehett; unb eS bleibt bod) immer wahr: nichts bewegt eine menfd)liche Seele, als wa$ felbjt in ihr oorgehen fantt. Sähen wir öfter uns fern Stüber, ben größten ÜUtenfchcnfreunb; fo würbe bieS eher baS 3iel erreichen, „bie ganje Seele ;u bes „wegen unb jebe Saite ber (Smpftnbung ju treffen." 9ta6bi. SBie ? wenn unfer SefaiaS ber» SJtefjiaS gefungen hatte? — äBarttm hat &. nicht mehr ben erhabnen prophetifchen Sott tnS ©pifdje umgeftimmt? Jpat er wohl burchgdits gig ben ©eift, ber bie dpa uS ha 1tung beS g a n j e n 2f. 5S e f t a m e n t S belebte, angewanbt, ba 2efu6 boch einem Seife erfd;ien, baS ihn utifco 46 Fragmente jut beutfdjen Sifetafur. biefen 93i(betn entartete? ©cfcfst, fein 9)?efiaS wäre bet: SSorauSherfünbigte; fo jeige ihn aud) Ä. in bie= fern ganzen Sichte. Ghtift. tfjätte ttnfec 3 of)anneS, ber ihn biß an feinen S£ob begleitete, unb fein ))) l a t o warb, mit bem feurigen fPinfel ber 2(pofalppfe if>n fd)il= bern wollen; fo hätte ec ihm fo vticl inbinibuale 93'eftimmurtg gegeben, ba|j jeber rufen mufte: „baS „ip er! Spanne« f)at ihn gefeljen!" 92utt f>at if>n freilich Ä. nid)t gefehen; aber al« ©djopfec hätte er ihm SBefen unb Sehen geben foltert: „©er ©ichtet „pubirt bert ©runbrifj feiner ©efd)id)te, mahlt ihn „ndd) bcn .^auptj&gert au«, bie er in ihm gefunben „ju haben glaubt, unb rnup un« burd) feine mäd)= „tigen Äurtjie bahtn bringen, bap id) ju ber ßeit, „ba ich tf)tl lefe, urtb aud) nod) länger, hergeffe, ,,bap eS ein ©ebicht ip." 92 a b b i. SBertrt ber @d)auj)lah unb bie mei= pen Auftritte in einem GEhtiplidjert @ebiä)te nicht recht Subifd) ftnb, fo munbete id) mich nidp eben; ein CSfjrifl wie bie nleipen ftnb, halten unfern ©faat, (Sitten uttb ©ebräud)e für ju niebrig, als fte jtt ■pubiten, unb fte muffen bocf) pubirt werben, weil fte non bem ©eipe ber heutigen geit fid) fo weit ^entfernen. 2 fber Äloppocf, ber wibet bie« Subifdie CEopume nie offenbar fjanbelt, unb ber eS oft in feinen 3 ugen bemetft, biefem wunfdpe ich, bap er 92 a t i o n l g e i f t unb Snbifche Saune b u c c h= gängig in fein ©anje« gebracht hätte» ©a= ju gehört Diel, aber ba« jeugt hon ©enie unb jau* Bert un« mitten Unter anbre föälfet. Gtfjrift» S$Jit ip eure fPuhftlidpeit unb euer 3 ro c i t i © n m m l u n g.. 47 Smlmubifcher ©toi} in Zeremonien ju frombe, um bavüber urteilen }u fbnncn; aber roaS folite feilt sjRefiiaö eher unb routbiger fepn, als ein Sieb beS UrfptungcS unfrei- SReligion. Siebet Z&rift fobert esi, unb bann eS fobern, bafj fein SiefiaS niä ein ©efanbtcr ©otteS erfcheine, ber gart} unb gar mit bem grefen ©ebanfen ffd) befchaftigt, übet bie Selber ju I)mfd)at; bafj fein Zrlöfcr als ein $ro= pbet ctfchelnc, ber ber Sielt Sicl)t unb -Jeeibeit unb ©cligfiit gebracht tn.t, ber je(jt feine nngefeinbete Sehre mit SRärtirerblut befiegelt, unb mit biefent 25lut bcS neuen SSuttbeS in ben Simmel gebt ; um j5onig über ein neues STeid) bet ©nabe ju ferm. S3ci feinen lebten 2(uc,enblitfen folite eS ihm mehr am S cl 'jen liegen : „maS feine Jpeerbc, feine SS rüber, „feine gamilie um ihn unb für ihn leiben mürben!" SBenn bet heilige Sichter in feiner Tlrt baS thuf, „was ein anbtet tf)ut, ber aus ben nicht hiftotirdjen „fföahi'heiten ber fKeligion, folgen hcrleitet; roenn „unfre Sehrbücljer aus ber SJeligfon ein ©erippe „gemad)t haben: *) fo folite jener btt Offenbarung „folgen, um fte itt einem gefunbert männlichen Äor* „per barjuftellen. " 2fl$bann rmijj ÄlopfioefS SJiejjiaS bie fPflanjttng ber Äirche, mit ihren ©chitffalcn unb SSBonberungen , itte()r im Tfuge behalten , als SS i u gil bie ©rünbung beb SRomifdjen SolbS unb Äaifcr« throncS behalten fonnte : bablirch eben bebaut eS bei einem Oiornet, bei einem Jfuguft unb Obtao ia Sntcreffe. *) f. Älopjl. 2lbhanbt, ben bet heil, ^oefie. 48 gragmertte $ut beutfd)en Sitevafur. 9 f a b 6 i. Unb bann hatte Ä. feine 2 fpoffet nicht fornohl nad) feinem meidten >£>erjen, nie! liebe gute Sünglinge mahlen füllen: fonbetn ihnen mehr mit grojjen gehlem aud) frag ©rojje gottlidjer Propheten geben — (5f>ctff. £>ber fte wenigjfeng alg ©cf) wache mahlen füllen, bie einff ju © du len berÄirch« beffimmt ft'ttb, unb bei benen et - wenigfteng bie 2 fn= Inge ju ihver Eunftigen ©rojje im 23orgrunbe jeicf>= nett füllte. Siabbi. Ufbec überhaupt iff in feinet ©popee ju »iel ©erüft unb ju wenig ©ebdube; ju viel 9vebe unb ju wenig .pan blutig. SBie taieleö ba: »on fantt man wegnehmen, ohne ©d)aben, ja viel» leidet Jur ©dtonheit beg ©anjen. ©uer 3 tf u ^ wirb entweber über ber 5 Renfd)heit gefchilbert, ober mit bem »ollen weichen perjen, bag ba f p t i c h t, unb bulbet, aber ju wenig banbeit. fffier ihn nicht jum SSoraug aug ben ©»angeliffen fennet: wirb ihn aug biefem ©ebid)t nicht in feiner ganzen ©rofje Hennen lernen. (5lnift. föielleicht haben ©ie nod) fiu »iel ©e* fchmacE an bem fjfarentbprfug in SSilbcrn, ben man Shter Nation »orwirft; »iel!eid)t iff bie Roheit Se. •fu mehr eine ft t Ile ©rofje! Dfttr freilich bfirfte ftd) biefe mehr im ffntlig, in dienen unb ©efprd: djen, alS in ben menfd)lid)en djarafteriffifchen dpanb: lungen jeigen, bie eben nicht SBunber fepn burfen. Ofabbi. ©inb nicht feine ©ngel großtentheilg bag im ©ebichte, wa§ fte in ben Äupfern ftnb: wei= bifche jarte liebe Ättabcn, bie fd)t»eben unb umher: flattern, ohne recht in ben Äernin()alt beg ©tuefg ein= 3 tu e i t e «Sammlung. 49 eingcflocbten ju fcpn: Sftafcbinen bic ibr poetifcber Sdibpfer nicbt ju brauchen trcift. SBenig -pen bem Spoben , n>a$ ein Engel bat, trenn ec n a c b b e m 21 '. 2 . autl) nu c b e c § u r f t eines Element«, b e r 9i e g e n t eines S a n b e S, imb b e r © t a 1 t= ba (t e c © o 11 e S in einem ir i c btig en 2lu f» trage i f t. E b t i f t. freilich macht Ä. jrcar einen Unter» fetjieb, „jrcifeben einem ©ebiebt, ba» auS getriffen „©efebiebten beS erften S3unbeS genommen mürbe, „unb einem, fo baS innere ber Dfeligion naljer an» „gebt, unb jtuar einen Unterfcbieb in 2fb ficht auf „bic SB c (t! i c b f e i t, trie erS nennet:" allein bem unbefebabet femmt eS mit not, bafs er bei bem Snnern ju fel)r baS tfeufere rergeffen , unb ba er fein JDauptaugenmerf nur immer auf SJforalität gerichtet, eS mit feinen Engeln madjmal Pergift, traS er felbft fagt*): „Ein Engel feil mef)t „a l S ein Jupiter f e p n, ber eben g e b o n» „ne rt bat. ■ ab bi. Ueberbaupt bat Ä. baS ©pftem beS alten ffiunbeS bei" feinen Engeln beinahe gan ,5 Perdnbert, unb trirflid) jum Schaben eines finn lieben ©ebicbtS, baS fid) nacb bem Ori» entalifcben ©efdjniacf bequemen feil. Er tnepnt „man muffe ber SIcIigicn, nid)t aber ber Schreibart „ber Offenbarung naebabmen; eS fei benn b i e «■Propheten, fofern ihre SBerfe 39?eifievftöcFe ber „S5 er e bfa m b e i t finb. " Sinb ihre SBerfe 83 e* *) 9lovb. Muff. Sb. 3. St. na. Berbers SBevle 5 . fdjon, Sit» it. Äunft.II, S Fragmente 5 o Fragmente juc beutfchen Siteratur. eebfamfcit, fo finb fie gewiß nicht SO? cif t c v« ftucfe; als SJlei-flcrjtucfe alter £)tienta(ifd)er @e= bicf)tc fjatte ec ihnen nadjahmen füllen, fort fl ift fein ©efichtSpunft ganj »erwcrflid). Gfjnft- Unb feine $ol(e '• — Stnrnee wirb eS mit fcfjvocc, bloS reine ©eiffer ju gebenden (bie wenigftenS nid)t fo finnlid) als mir finb) bie aus ei= nem innern giftigen fPrincipio bcS fftetbeS, gegen ei= ncn ©ott; ben fie 511 fef>r fennen, unb gegen einen SfteßiaS, t>on bem fie j« wenig miffen, aus ©tunb* faßen, fo unoetiuinftig, unb ohne wahrfcljein* Tief) gemad)te Sriebfebern fo boshaft banbcltt werben. KlleS, wo,« er jeßt bie Seufef braucht, batte er auS ber menfchlidjen Seele unb baS mit mehrerer ftnnlicben 9 fut)tung herootwicFcln f'önnen. 2(ber er wirb fie braueben, um ben Triumph 3efu über fie ju geigen. SJlabbi. Ifbet um eben biefeit ju geigen, bat* te er fie mehr füllen unternehmen laffen. 3« ber poetifeben 35 oSf)eit, bie er ihnen beilegt, gehört aud) mehr Klugheit unb Sphäre ju wirfen; unb bie legt ihnen unfee ©efeß aud) immer bep. SaS Ware ein SEtiumpf), wenn ber Teufel mehr ber ©ot t b i e f e r 2ß e 11, ber 5 } er r ber @lemen= t.e, ber ©ewalthaber über SEob unb UnglucE Ware (wie ihn bod) baS K. 5 E. unb felbfi bie 5 ftepa nungen bcö bamaligen barffellen), ben nachher SefuS uberwänbe. 6 h r i f t, $ier hatte fein SOI i 11 0 n «or 5 ?. fepn füllen? fo wäre bie gan^e £blle nad) anbree SSauart angerichtet; nicht im Anfänge fo prächtig 3 w e i t e «Sammlung. 5i eröffnet, um immer ©'pifobe 511 bleiben; nicfjt fo »iel Jpimmel unb ©efanbfdjaften. Ä. geigt gegen ben Xßrittcn, wad ein fP'bilofoph mit ©runbe bcf)nup= tet: „IBienn ein ©ngldnber unb ®eutfd)er bad ©r= „(jabne fd)ilbctt; wirb jener ed furchtbar unb fd)tecf» „haft jeidjnen ; biefer aber auf bie 1 a c f) t »et: „fallen." 81 a b b i. Ueberhaupt hatte Älopjtoct fid> mehr nad) 9 ?a 1i 0 n a l m e 9 n u n g e n, bim poctifchen Sinn beb 2 t. S. unb bem ©efchmaeb bet bartinligen Seit SR ft he geben feilen. SSeftiebigen fjat er eure Srthoborie hoch nicht tonnen, unb warum lx£' et fid) benn nid)t einige Schritte weiter hon ihr entfer* nen wollen, bet ipoefie toegen. Sagen Sie mir ed 6l)riff! mit einem -ISorte: „Wöju leibet Ä. 9 J?e= find ? " mit e i n e W Sßorte ? Sie finb wirtlich in SSerlegenheit! — Sein Selben »or ©ott*) ifi mir nicht fidnlich begreiflich ghrtg 5 unb bied ift hoch ber SRittelpuntt feined ©ebiebtd. 6 h r i f t. Sad War freilich auf gut Subifch ! 2tber, mein heterobopet 9 fabbi! erinnern Sie ftch an jened : Ne ultra ! — ©d mag immer wahr fepn, baß Ä. oft bad ©rhabene unb SRotaiifche auf Äojfcn bbd ©pifch = tfthrenbert treibt; aber bad ift fd)on fheild bie Sdjwädje, tf)ei!d bie SRobe um fror Seit/ ober beibed jiifammem SBer fann baöor/ baß 5 L ed für ben lebten ©nbjroccf bet holjern ^)ocfie hait/ nidjt „alle unfte finnliche JftSfte gu be= *) f< ailejfiabe 5 ®ef. 2 52 gragmente gut beutfcben Sifecatur. „wegen," fonbern „bie moraltfrfje Schönheit." Sie fep ba§ wahre Äenngeid)cn bes blßectfjg »on jener. Sv a b b i. Sn be$ fittlicbcn ^>raEttfd)en , nicht aber be§ b i cb teri [ehe n SkScrrbö ; ein Äenngei* eben ber@üte freilich; nicht ober ber ©d)6nbeit unb ber bod)f!en Schönheit. Ucberbaupt »evbient in «ieien Stücfen bie Ä'lopjtocfifcbe '.äbbanblung »on ber heiligen *Poefie grunblid) geprüft gu werben; unb »iellcicbt fage ich Sbnen ein anbetmal meine ©eban= fen batübet! ß h r i f t. llnb »ielleid)t geige ich Sbnen fünf* tig ben ©runbrijj, ben id) bei bem britten Sefen be$ SttejjiaS entwerfen. Segt hoben wir nur immer 2fb= Wege ober Cucfen, gebier ober (Schwachen gegeigt; mehr fann bie Äritif nicht; aber baS ©enie ift$, wad jene 2fbwege unb gehler oermeiben, unb aud) Eücfen unb Schwaden »ollfüllen mufs. Stab bi. JDefto lieber für mid>, wenn ich .Sh 2 ren ©mprpon »om fJMan febe 1 S3iel(eid)t hot er mit ben gehlem auch bie Schönheiten Ä. setmieben, un* ter benen feine gehler gang »erfdjwinben. SfirgenbS ijf Ä. gtöfjer, als wenn er, ein .Rennet be$ menfd)= Iidjen ©eijteS, je^t einen Sturm »on ©ebanfen unb ©mpftnbungen aus ber Siefe ber Seele h°lt unb ihn bis gum Fimmel braufen lägt: 2B et m et einen Strubel «on Zweifeln, SSefümmerniffen, unb 21eng= jten erregt; wie $>bilO/ ber «ergweifelnbe Slcbariotf), betrug unb infonberbeit baS grofe ©efebopf feinet fPbantafie, 3fbabonna, geigt. 6 bei ft. Unb im Zärtlichen fiebt man Ä. im= mer Jein 4)erg fdjilbern: 83enoni, SagaruS 3mei te © a m m 1 u n g. 53 nnb ©ibli, SJfaria unb Worein; Stttrjam itnb Debora; alles »octrcffiirfje iptb liebengmftt:= bige ©eenen. Uebergaupt rourbe unfet ©efptacg, toenn eS bie ©egongeiten auseinanber fegen toolltc, fegr fpat ju ©nbe fommen; alles ift bet Ä. in Steilen fegon, fege fegön, nur im ©anjen nid)t bet rechte epifdje ©eifi. fKabbi. ÜJlit giertg e$ eben fo! ©0 lange id) laS, gatte id) fegt feiten eine Äleinigfeit miber Ä. Ratten ©ie mieg bamnlS um mein Urtgetl ge= fragt; fo mürbe id) fcgmetlicg gaben riegten fonnen, weil id) mid) ergogte, roeil id) empfanb. greilicg aber fam mir naegger baS ©angc — ©griff. SBir «ergeben aber, baji bieS ®an= je nur nocg gragment ift. Sfabbi. 9tun bann! fo munfege teg igm fine folcge SSollenbung, als ber ©ogat »om Siebe bet Sieber fagt: „an bem Sag, ba eS »oüenbet ift, ift „bie Sßollfommengeit unb ©djongeit felbft geboren!" 54 gragmenfe jut beutfdjen Literatur, IV, Sou S?cv ©rted;i[d)en Sitevatur itt S)eut[d;(an£>, A. Sie weit fennen wie bie ©riechen? Sie ©riechen, bieSicblinge ber SWine röa, bas 6m forcof)! in bec Äunfl, alb in bon fdjonen 5Üii.ffcn= fdjaftcn mit folcfyem ©lücfe gearbeitet, bafi bob 3be= al ifjrer führte unb bie fcl)onc Statut felbjt bepnab? ein 33ilb auSmacben feilen. Sßie 3! b u c t) b i b e b bie ©tabt '2(tben, baS SRufeum unb 9)tc)taneum. bet @ricd>en nannte: fo ifi aub ©riecbeulanb bet Sempcf unb 4>at« ber fronen Cftatur gcrcorbert, aub bem bie meiften Nationen Guropenb,- bie nict)t ■Barbaren geblieben, ©efe^e unb SNujtcr befommen haben. $ier flog bet fßietifebe Sluell, aub bem S? o = m e c ttanf, unb bet Ungeroeibten einen blaffen ©ebau* ber ein jagt: hier raufeben bie SftrrfuSjtabe bitbt;tam= bifdje S3egeiftecung in bie SSertrauten beb 2)ionp= 3 m e i f c Sammlung. 55 fug, bng ihr Sieb, mddjfig mie bet ©oft, 2!iget bedang unb ?öroen. bdnbigte: gier tanjen fRpmpben unb ©rajien, unb 2lmorg fdjmeben um ifjrcn 2fna= freon in fanftem Singe bnfjin unb jebe feinet Sielo= bien roirb wie ein fimralifcbet Äug bet Siebebgottin : Olpmpifche Ärdnje fliegen um bie Sd)eitel bet Sie* get, unb ihr Saub hupfet nnd) bem SDorifdjen Sai= tenfpiei ^3 inbar 6: l)ier metteifern bie Ritten, unb laufdjenb entHeibct bie ganje 0fatur ihre (Schönheit: hier tanjen bie ßfjcte be§ ©opbofleg; l)ier bab £be= um, bie ©eftlbc bet SJtufen — Odi profanum vulgus et arceo Fauete linguis! Gannina non prius Audita Musarum sacerdos Virginibus puerisque cantat! Sa, fie finb bet Sadjafjmung mertl), bie ffitie= d)cn mit iiftem feinen pocttfdjen Sinne: fie, beten fcljbneS Sbeal ein 3fbglanj bet Satut ifi, mie bie Sonne fich im flaren 35ad)e fpiegelt; beten bid)tc= tifdjer ©tunbrig »on bet ©ottin (Junomin gejeid)= net, unb non ihrer Stochtet, bet f)imm!ifd)cn ©tajie auSgemalet morben ; beten S3ilbet fid) in ben ©lanj bet SJorgentbtge bilden, beten Sfunb Sielobie fpricfyt, fie finb bet 9fad;al;mung irettl). 2f6er ehe mir fie nad^nbmen , muffen mit fie erft fennen. SBo finb bie Sichlinge bet SJiufe, bie bie ®tiecl)ifd)en Slumen unb St'iidjfe auf ben Sßo= ben £)eutfd)lonbb ju «erpflanjen fließen ? SßeldjeS finb bie Sdjufeengel bet ©tiedjifdjen • — £>et unterbliebe ©eg net, Srnefti, unb Älo§; 56 Fragmente jur beutfdjeti ßitccatur. idlj wilf nur biefe btei nennen, bfc ttieTe SSetbienfie haben, bie ©riechen unter un§ bekannter ju mad)en; ober meijieng für baä ©rojje in £>eutfch(anb, blog burcf) Ausgaben. iDer erffe ijt £)eutfd)lanb leiber entriffen: bet jweite hat fid), nad) ben gug= fiapfen beS erjtern , ben Säeg feitifefaer ©enauigfeit gewählt, unb arbeitet in anbern S3ejirfen: ber brüte, pon bem 25eutfd)!anb nod) weit mehr erwartet, ntS tr geliefert f)at, ift ein feiner jfennej bet ©riechen, ein genauer Äunf!rid)ter, er £>at SSerbienfte burch feine Ausgaben, «nb burd) feine Urtheile; ober wie gerne wunfdict man mehr eigne Arbeiten pon ihm üb?r bte ©riedjen. ffijo iff ein ©chugengel ber ©riedjifdjen ßitera* für in Deutfchlaub, ber an ber ©pige »on al= len jeige, wie bie ©tied)cn pon iDeutfchen ju f tu * biten ftnb ? ©tubiren fjeift freilich juerft ben SBortPerfianb erforfdjen, unb bog fo gtunblid), olS ju folgenbcn ©tücfen gehört: man fud)e aber and) mit bem tfuge ber ^hilofophir in ihren (Seift $u blieben: mit bem 2fuge ber 2fefthetib bie feinen ©djonfjeiten ju jergliebern, bie ben Äriti= fern fonft gemeiniglid) nur im Uebcrmaag erfcheinen, unb bann fudje man mit bem 2fuge ber ©efchich- te Seit gegen -Seit, Sanb gegen Sanb , unb ©enie gegen ©enie ju galten. Siberot erbichtet fid) eine ©efellfchaft 9Wenfd)en, jebweber mit einem ©inn: unb jebet ift ein Starr beg anbern: ein 33i!b beffen, fagt er, wag tdglid) in ber Säelt gefd)icht! — unb am meijten, bann td) baju fegen, in ber britifegen Säelt: jebet hat einen ©inn unb urtheilt Pont ©anjen. JDer §ran- Zweite Sammlung, 57 gofe gergliebcrt bodtjlenS einige Sd)6nf)citen fludjlig, bilbet feinen 2ftitor nad) bem ©efdjmad; feines 2an=> beb, unb glaubt fid) alSbann fdjon als ben beften Äunfirirfjtec: ben Söufl ?ateinifd)er SBortfritifen ftef)t ec für @d)famm an, wobei ec fid) »erefelt. SBie^ benun bec 4?oltanbifd)e unb 25eutfd)e äBortgeleljrte fieljt jene-3 feine fianjofirenben 2Cnmerfungen für nod) etwas drgcrS als ®d)Iamm an ; bec grangofe fas*: ja, baron roucbfen SSlnmen unb grüdjte! unb bet 23eutfd)e: baS raeinige ifl nid)t frud)tbar, aber rei» nigenb! 3cbet fdjliefjt nad) feinem einzigen Sinn. 2fber warum bat man benn nur einen? Sßie? wenn riete SBortrid)ter fdjon oorgearbeitet — wenn bie grangofen ihre ci f t b e tif c & e S3on--9JiotS nun benn oft genug wiebcrliolt, unb burd>gcnt'beitet — wenn bie 35 ritten bie fjiftorifcbe Seite in ßrfiarung ber 2(Iten nod) mehr werben er(eud)tet Ija» ben; wirb alSbann nid)t ein Seitpunft für bie pt)i- Io fop t)ifc£>ert 25eutfd)en fommen, bie S3oratbci= ten aller biefcv gu mt&en, unb ein gangeS p f> 1 1 0 f Os pf)ifcbcS ©emalbe über fie gu entwerfen? 3 fne Ijaben fd;on »icl oorgearbeitet; wir auf unferm ©e» fdjafte, bleiben etwas nad): unb pielleid)t bürfteit folgenbe brei S5emüt)ungen unS ndf)cr bringen. SBie? wenn unS jemanb baS ©efjeimnifj ber fcboneit SSBiffenfcf>aftcn fo auS ben ©ricd)en auffcbldffe, alS SS au m garten eS auS ben Sateinern gu eröffnen anfing, unb ^ome e$ auS feinen Grngfdnbetn getfjan ? üftiebt bloS bie SSer» anberung unb Neuheit beS ©ejicbtSpunfteS würbe ber 2feff()etiE gewaltig nugen : fonbern ber SSerfaffcr wiir= be and), wenn bieS S3ud), in weidjem bie SSaum» J 58 gfagmente jut beutfdjen Sitcratur. gartenfche flejfhetif fef)t genügt werben fonnte, auf flfabcmien ,\um ©runbe läge, viel jur Umbilbung bed ©ofdimacfd beitragen : ed würbe bic Sehrbüdier verbannen, bie bic granjöftfdjen ober -Deutfdjeii ©cri= benten ju if)>.en ©tunbfaben wählen, burd) bie fte 2(nmerhingen nad) bet PJJobf burdjfdpagen: ed wür= be eine Siebe jut ^Philologie einflojen, auf ben ©tie: djifchen Karnap völlig auftuflimmen, an beffen gujj man fdjon fo fd)one 33lumcn ftnbet: cd würbe ju einem philofophifdjen ©ejehmatf gewöhnen, ber in Sefung ber Sllten fel)t nüfeitd) unb nothwenbig ijf. ©ine streife höhere (Stufe: trenn fid; Ueberfeber fanben, bie nid>t blöd ihren Slutor jfubirten, um ben Sinn ber Urfchrift in unfre Sprache ju übertragen r „fonbern and) feinen tmterfcheibenben i£on fanben, „unb bie ft'dj in ben ©hnrafter feiner Sdtreibart „fegten, und bie trabten unterfdjeibenben 3üge, ben „ffudbnuf unb ben $arbenton bed fremben .Originals „feinen herrfdjenben ©harafter, fein ©enie unb bie „Pfatur feiner Oichtungdart richtig audbrüeften." —■ Oied ifl freilid) feljr uiel; aber für mein f^beal ei= ned Ucbetfc&crd nod) nicht genug. Oie nieijlen Ueber= feget trollen bod) gern ein PBort mitreben , in ber 25ottebe, in fritifdjen Pfoten, ober im Sehen ibred 2futord, unb bie meijfen reben in ber SBorrebe ©otn= plimente, ober von ben ffttdgaben ibred ffutord: in ben Pfoten aber oft langweilige ©rflarungen, bie bem Sefer feinen guten gefunben dpauduetjfanb jutrauen; ober Banfereien, bie ihn nod) weit weniger angehen, ober einÄrgtn von philologifcher ©elehrfamfeit. ©ttbs lieh wirb bad Sehen bed flutord baju überfegt: unb fo ijf ein S3ucf> fertig; für ben Ucberfefcet Sagelohn, groeife © (i m m l u n g. 5 ? föc ben ©erleget ©fefsgut, für ben Mufet ein Q3ucf) in feine ©ibliotbef: für bie Biteratut ? nichts! ober ©djabe! Wulf ober negatine ©röfje. 2(ber ©enn unS jemanb ben ©etter bet JDiebtfunff, feiner, uberfegte: ein einiges ©etf für bie Beute fcfje Biteratur, ein fefjr nüglidjeS ©erf für ©enieS, ein fcbdgbareS ©erf für bie ©ufe beS WtertbumS unb unfre ©pracbe, ja fo wie .fpomer longc 3^* bie Ottelle aller göttlichen unb menfeblicben ©eisbett gewefen, fo wie erber ©ittelpunft bet ©rieebifeben unb Ofbmifcben Biteratur würbe, auch baS größte Original für bie uufere-alles bieS fann eine 4Pomerifcbe Ueberfegung werben, wenn ft'e ficb über ©etfuebe erbebt, gleidjfam baS ganje Beben eines ©eie beten wirb, unb unS Jpomer jeigt, wie er iff, unb was er für uns fcpn fann. ©ic fcl)r buben ttnS bie Gfngldnbet bift fefjon oorgearbci= tet? SbomasSlacfwellS Unterfucbung über baS Beben unb bi? ©ebriften «Sporn er S (unb leiber! iff bieS fcbägbarc ©ud), baS in 6ng= lanb fo boct) oufgenommen warb, faitm bomet ndbern. 9fun folgen bie wid)tigffen Unterfud)ungeit ber Pflten. 60 gragmetite jur beutfcfjen Literatur. über bcn $omct: unb was er bei ihnen alles ge» worben ift ( SBaS ec bei uns fei)ti bann unb foll ? Söie mir ihn , ohne Sftifbrauch nufcen muffen, ohne boch jemals fernere werben 5 U fonnen ? Sieg ifl ber (Eingang , unb bie Ueberfegung ? SSeileibe muf fie nicht »euf c Rotiert fetm, wie noch jefst bie neue 55i ta ub e f che als ein ©räuel ber SSenriiftung baffehet. Sie granjofen, ju ftotj auf ihren Ufationalgefchmacf, nähern bemfeiben altes, ftatt fich bem ©efdjmact' einer anbern geit ju begue= men. -£>omer muf als 33 e fic g t e r nach gtanf= reich Fommcn, fid> nach ihrer ®?obe fteiben, um ihr 3(uge nidjfc ju ärgern: fid) feinen ehrwurbigen S3art unb alte einfältige Fracht abnehmen (offen: granjcU ftTd)e Sitten foll er an fleh nehmen, unb wo feine bäurifche Jpoheit nod) hetoorblicf't, ba neriacht man ihn, als einen Sfarbaren. — 2 Bit armen Seutr fchen hingegen, noch ohne fPublifum beinahe, unb ohne SBaterlanb, noch ohne Scannen eines Olntio- nalgefchmacfs, wollen ihn fehen, wie er ift. Unb bie befle Ueberfegung Fann bieS bei $ 0 * m e r nid)t erreichen, wenn nicht 2 fnmerfungen unb Erläuterungen in hohem, Fritifchen ©eifte baju Fom= men. SBir wollen gern mit bem Ueberfe|er biefe Sfeife thun, wenn er uns nad) ©riechenlanb mit» nähme, unb bie Schäfje geigte, bie er felbft gefun» ben. 2flS Seute, bie biefeS üReifenS nicht fehr ge» wohnt, jum Sheil baran berecFelt ftnb, mache er uns aufmerFfam, führe uns als Äunbfchafter umher, bie fleh nidjt um ©chulgefchichten unb SBottFlaubereien, fonbern um bas ganje grofe ©faatSgeheimnif ber greife © a m ra l u n g. 61 @tied)ifd)en Siteratuc bemühen. 9 )?an rceip, vca« graniüfifcbe Xnmcrfungen be« ©efdjmacF« über bie 2f(ten finb : meinen« gerglieberungen rinjclncr, unb oft unroefent(id)er ©dionbeiten, bic ihrem ghiblüum 5UV* gerffreuung, @rbolung unb Gi'rgogung gefd)ties ben finb. ü)'ian iveifj, mie ©dmlmanner bie 2fitett erläutern. Sü’an fennet bie © r i m m i f c b e n s Jfo« ten 511m n a f r e 0 n; unb bie (Sbertfdien ju g) 0 u n g; man fann atfo au« einer ÜWcrgenrotbe auf ben »oU ligen ©onnenanbrud) fctjltcfcn, roic burd) döomer ein g)ublifum fonnte gebilbet »erben, naef) ©rieebi» fcbcm ©efd)macü. 3d) mürbe nidjt gerne gJoeft'e unb ^)ej:ameter bei biefer Ueberfegung uermiffm; aber «£cpametcr unb g)oefie im ©riccbifcbcn ©efdmiacf; füllte e« aud) nur ©elegenbeit geben, un« immer auf* nterffam ju machen , mie »eit unfre ©pradjc unb g)oeffe hinten bleibe. — 6« i|l viel, rnaö id> aufgc* be, aber burd) alle« biefe« »erben bie ©d)6nbeiten faum einigermaajjen erfegt, bie im ferner muibct* fegbar bleiben. Um bie» mehr in« 2 id)t ju fegen, füge id) eilt Urtbeil be« ©efcbmacE« über einige neuere Uebcr= feguitgen ber ©riechen, unb alfo juerft über ©tein= brücbel« Ueberfegung be« ©opbofte« unb < 5 u« fipibe« baju. Sd) fann ft* netjmlid), um uo(U ftänbig bauon 51t urttjeilen, jungen tragifdjen © e = nie«, ?iebl)abetn bet ©riechen, unb SeutfcbenSpracbricbtecn in bie $änbe geben ; »a« »erben biefe barübet urteilen ? 2)en ©enic«, bic blo« atberifcb fefen, ifi ffe eine ftdjere -Sanbleiterin ju einer Floren SUtelle. ©ie feben ben tragifeben ©eijf ber ©riechen, Ier= 62 Fragmente pr beutfd^en Siterafttt. «en baS ©igentbumlicbe ihrer JDettfart unb ihrer 5Rüf)rung: fonnen ihre Einfalt unb ihre 3ufammen= fegung, il)te Anlage unb grrtleitung bis jur ©trei= d)ung beS BtrecES »erfolgen; ober tro trieb in it?nett bet ©t i ec f) i f cbe ©ei ft bet- Stagobie aus it)rcrt ^ftttortpmif ct)en unb mpttjolotjif ctjen © e = fcf)icf)ten enttricfelt? unb «jo ift bieS mefjc no= tfjig > als i« ben ©boten, bio gnn$ in bie ©tie= d)ifd)e ünune vertrebt ft'nb ? Sei allem ©djn>eijeri= fdjeR ©djinulfi: bbrt ein ©ettie irof)l bie trabte ©pra= d)e beS ©riedjifcben ÄotburnS, in ihrer ganjen ©ebreibart, unb in ben Sinbitngen, bie bem poetu fcf)en öbt im ©tied)ifcben fo flacf tonen , als ft'e ft'd) im ©Jeutfdjeit in bie fProfc »edieren ? ©'ntgcl)t uns bei ben (5l)0i‘cn niefjt baS ©olorit, bec ©d)truna, ber tl)eatra!ifcbe Siritt, bie muftfalifdje Harmonie il)= ree £>ciginalfprnd)e rollig, ron betten ft'd) nod) eins tmb baS anbre bui'd) baS Älopftocbfcbe freie ©plbenmaaS batte retten laffen ? ©in SeutfdjcS ©enie «erfudje eS nad) © t e i n b r uc b el, tragifebe ©höre nndjjubilben, trerben ft'e trof;l tm ©ried)ifd)en ©eifte ferjn ? Sttbeffert gebe td)S ju, bajj ©t. bureb feine Uebetfegung treit mehr Original ijt, ba et 25 eutfd)lanb mit ben gtojiejfcn tragifeben fPoeten be= fannt mad)t, als tuen« et uns jeb« niitleibige ©ebtreijettrageibien nad) ©tied)ifd)er Sanier gege= ben batte. Son ben ©rieeben bat unfer Öbeatet nod) am trenigfien, ober liebet gar nichts gelernt. £>ie 2i eb b a bet ber ©riecbifcbeti Si= teratut legen il)n aus ber $anb! 2JJan fudjt rergebens eftraS , bas unS baS ©enie bec ©rieeben , ibreS SbeaterS, unb ben ©baraftet feines Autors fojfen unb ju febmeden giebf. 3 vo c i t c Sammlung. 63 ltnb bic Sprache? ifi freilich in ihrem Dia» (oft unangenehm; nicht Mob bic Sdjrceijerroortcc werben unaubftcblid): fenbern bab Gelcrit ber ©ries djiidjen ©infalt foll burch eine übermäßige garbens gebung , bie oft beu gerieben »erjerrt, erfegt wer» ben: ba bleibt Sopgofleb gewiß nicht mehr bie Si= rene ©ricdjcnlanbä, wie ihn bab i'rnfel nannte. — ?Iber bie Äugnbcit beb Ueberfcgerb oerbient 2fufmuntmmg, „bie 6>riedjifdje Silortfüiiungcn un= „fcct Spradje anpaßt;" nur muß ftc feine biinbe Siachfolgcr haben , bie ein (Stempel fogleid) jur er= laubten ©ewohnbeit madjen ; unb gerechte SHidjtec muffen fepn, bie bab clnßifdje 2lnfel)en foldjec Siet* fuege beurteilen. St. fat)t'e alfo in feinen 33emübungen fort , unb laffe fid) bie üritifen Mob jur -fpülfe bienen. 2iud) s Pinbar — ein für bie Seutfchen fo uetfebloß* neb S3uct ), ber ben ©ried)ifd)cn ^iarionalgcifi fo fchr in feinet Stdtfe jeigt, unb für unfre Sorifche Sprache unb ©enieb biibenb genug fepn fonnte — auch s })inbar*) muntre ihn auf, ein großer Ueber= feßer, aber auch sugleid) im ©ried)ifd}cn SSciftanbe, tin lDollmetfd)et bcffelben ju Werben. ln tantis voluisse, laborasse, sudasse, sat est, Sitihnts lief) fühn ifi bic Stufe, Pindarici fontis quae non expalluit liaustus. Statt baß id) jegt ein SScrjcidjniß ginfegen füllte: *) Cit. S3r. Sh, 2 , €4 Fragment« jur beutfeben Biferatur. „treidle ©riechen tmb aub »reichen ©rttnben fie ju fiberfegen träten" tritt id) lieber bie Ueberfegung b e b S X) r t a u b, *) unb nod) inel>r S a p b n i b unb 6 ()Ioe aub bem Songub mit bem reebiem ten Bobe nennen. 2lud) mir tbut eb Beib, „baji bie „ungenannten Uebetfeget nicht barauf gefallen finb, „ben ©riediifdjen SSejct beibruefen ju Iaffen. SR an „feilte inirflid) alte ©elegenbeit ergreifen, bei untrer „[Ration bie fafi rerlofcgene Biebe jur ©ried)ifd)en „©ptadje, beren ©d)riftfieller bie reinfien Stellen „beb ©efdtmacfb ft'nb, in ettrab triebet anjufadjen. „SBie rübmtid) träte eb auf alte 2frt, trenn trit bie „©ngtidte [Ration lieber in bem ©tubio ber @ried)U „fegen ©pradje, atb in getriffen anbern Singen nad} = „aljmen trollten. " **) SBo ifl aber noch ein Seutfdjer SBinfeU mann, ber unb ben Stempel ber ©tied)ifd)en 2Bcib= I)eit unb Sicbtfunft fo eröffne, atb er ben Äunfllern bab ©ebeimnifj bet ©riedjen ron ferne gezeigt? ©in SBinfelmann in 2lbftd)t auf bie Äunft fonnte blob in [Rom aufbluben ; aber ein SB in fei mann in 2lbftd)t ber Siebter fattn in Seutfdjlanb aud) ber-- rortreten, mit feinem Sfomifcben SSorgdnget einen gtofjen SBeg jufammen tbun. Siefe ©efebiebte ber ®ried)ifcben Sicbtfunjf unb SBetbbeit, jtrei ©djirefiern , bie nie bei ihnen getrennt getrefen, fotl ben Urfprung, bab SBacbb; tb um, *) Sit. SBr, &b- 17 - P» i» **) p. 16 . 3weite ©ammfung, 65 tfntM, bie SSerdnbetungen unb ben galt betTeibeti nebft bem terfd)iebenen ©tpl bec © e g e n b e n , 3 eiten unb Sichtet lehren, unb biefcS auS ben übrig geblicbnen SBerfen bcS 2flterthumS butd) groben unb geugniffe beweifen. ©ie fei) feine blofje ßirsdhlung ber ^cttfolgc, unb ber SSeranberungen iit betfelben, fonbern ba$ SBort ©efchichte behalte feine wettere @ried)ifcf)e SSebeututtg, um einen 3}et'? fud) eines SehrgebdubeS (iefern ju wollen. SXait unterfudje und) ihrem SBefen bie 3Did)t?unft bet ©riechen: ihren Unterfchieb ton ben übrigen SSoffern: unb bie ©rünbe ihres 93otjugS in ©riechenlanb-: hier würbe ftd) ein JDcean ton ^Betrachtungen bar? bieten, wiefern ihr Fimmel, ihre Söerfaffung, grei? heit, 2eibenfcf)aften, SvegietungS ?, Een? ? unb 2c? benSart, bie 2fd;tung ihrer Eichtet unb SBcifen , bie Rfnwenbung, baS terfd)iebene 2flter, if>re ^Religion unb ihre SRuftf, ifjre ©ptadte, ©piele unb San je u. f. w. fte ju ber tjotjen ©tufe erbeben haben, auf ber wir fte bewunbern. SRan jeige uns bag wahre Sbeat bet ©riechen in jebet ihrer Eicbtartett jur 5?fld)bi(bung, unb ihre inbitibuelle, ^Rational? unb Socaifchönheitert, um uns ton folchen fRachal)? mungen ju entwöhnen, unb uns jttt 9Rad)ahmung unfrer fetbfi aufjumuntern. Set 2fuSbrucf, bie s pro? portion, ba.S 2Ceujjere ihrer .fEBetfe werbe erflart, unb mit unferm ©ti)[ terglidjen. 2flsbann ton ben eevfdjiebrten Beiten ber ©riechifchen fPocfte; wieber? um mit einet pragmatifchen 2fnwenbung auf unfre Seit: wie bie 9tbmer ton ben ©riedjen gelernt ha? ben, unb wie wir ton ihnen lernen foltert. — Grin Ecean ton ^Betrachtungen, in ben ftd) bloS ein. Berbers SSSerfe j.fdjon,Sit,u.Äunft. II, S Fragmente, J • 'HEL Es»: .. r.agp. 66 gragmente jur beutfcfjen Siteratur, .Senner bec 2 (Itcn, ein Sßeftweifcr, ein gefd)tmicF= noUer ,Sun|fiid)ter, unb id) mod)te beinaßc fagett, felbft ein -Didjter wagen bann: ein tDcean, aus bem bie meiflett unfrer SBeifen nur Stopfen Eo(ten; an bem bie nicken 2 bid)ter nur fo trinf'en, nI6 bie jum Siege beffimmten Streitet föilenbS: unb bie Äunfhicßter ? — bringen bem (Sogen ißreS UfeonS mit bcmutßigem Stolze eine .jjanbnoli SBaffer auS bemfelben bar, wie jen.ee Ißettler bem ^Perfifcße« fWonarcßen. 6in SBer? non biefer 2frt muß bie ©rieeßen unter uns bekannter machen, bie mir fo wenig fern nen ; eS' muß ben SlueU beS guten ©efeßmaefs offnen, «mb unS non efenben Dfacßabmertt ber ©ried;en be= freien: ben garten knoten muß eS entwickeln, wie weit kamen fte? unb warum fo weit? — tnie weit finb wir ißnen nnd) ? wie nie! weiter können unb follen wir? — waS werben wir nie erreichen? unb warum nießt? — 3 ufo(ge ber SSemerkungen ber Siteraturbriefe über baS 3 b e a [, *) unb bie pollkemmmen bra= matifcf)en Unb epifeßen ßßataktere, (SSemerkungcn ‘ bie id) fefjr fcßäge) ßatte id) ßier eine Äbßanblung ftber baS 3beal ber ©riechen in jeber Sicßtarf eingerückt, unb mit bem 3freal unfrer ausgearteten ßcit nerglicßen: bei ber jweiten Um«r= : beitung meiner gragmente öermeßrte id) fte; allein bei ber briften ließ icß fte auS, weil fte mir *) Sit. Sc. Sf). 7. p, lat«. 125, 2 ß- 9. p. 49, 31 ). 1 4 . p. 202, Zweite (Sammlung. 67 noch felbfl auf ©eiten bet ©riechen ju wenig genug tfjat, unb auf ©eiten unfrer notbwenbig f)ie unb ba frei werben mußte. 3cb fahre a[fo liebet im Sone meiner gragmente fort unb frage: B. SB i e »eit fj a b e n wir fie naebgebilbet? 1. $Bie weit finb wir befln im ^acfybifben ber ©riechen? 5Sielleict)t (jaben einige 35eutfcf>e ©enieS in ber ©tüte bloS unter bem 2fngeftcbt ihrer 9Jcufe bie 2flten fhibirt, oielleid)t in ber ©tille ihnen SBer= fe naebgebilbet, bie für uns ©ried)ifd)e ©cbonbeiten enthalten. 5Bielleid)t*) ift Sobmet unfer $omer, ©leim unfer Slnafreon, ©eßner unfer Sbeo= frit, ber ©renabier unfer SprtduS, ©etftenberg ein 2(lcipbron, Äarfcbin unfte ©appbo, ber Ditbprambenfanger unfer fj)inbar! ©ebet ba! ein gldnjenbeS ©iebengefiirn, oielleicbt oortrefflicber, als jenes am -£>ofe beS 5J) b i l fl be l p buS. 58 0 b m e r unb Rüttler! 9?ein , icb wage eS nitbt, fiber jwei fo ebrwürbige ©reife ju urteilen; 9foab mag heiliget fepn, et mag moralifeber fepn; id) finbe b 0 1 b nicht 2intrieb, ihn in irgenb *) Sit. IBr. Sb. i. 9, fa, Q 3 69 g'ragmente $ur beutfdjen Siteratur. «wag mit £omer ju vergleichen; unb jum ©It'cf befinne icf) mid), bajj et älter fei), als bet 3eit-- punft, übet ben iä) fd)reibe. 2(ber ferner unb Älopftocf! fS3o 3?. ein Jpomet fei;n tu -ollen? fftach feiner 21bbanb= hing von ber heifigen fPoefie, fd)eint er mehr vom 53 i r gi l ju inneren , unb iffc aud) eher 33 i i g i 1 i a= nifch bfS *£>. 0 mcrifcf). ffiielleidjt beftngt er, a!8 ein ^cilfgct SJirgil, bie ©egenfiänbe beg Srientg; unb vielleicht reijt eben biefeg SSirgilianifche mehr, nfg bag ©eite ne in feinem ©ebidjte. 2fber £ 0 = mer? Sn! menn ich Älop'fiocEg 3nf)n!t ber ©efänge läfe; fo fcenfe icl) (mer wirb bic8 nid)t für trmnber= lid) fjatten ?) bei ben ©ummarien benfe icf) nod) att- ben Dihapfobijlen; ober bei bem ©ebid)tc fclbff nicht, mehr. Ser große 9ieicf)thum oon SEßorten, Pon fchonem 3fu8brmf, Pon SKahlereien auf ber £>ber= flädje, pon auggefübrten ©feichniffen, reift mid) fort, bnf id) nicht üftiffotberung genug habe, jenen ©riedjifdjen ©änger in ihm ju fuchen, ber arm an SBorten unb reich an «£>anblung mar; ber jebe. ©chonfjeit feiner SSilbung tief einbruebt, unb feine Sbcen nid)t mahlt, fonbern mit tebenbigen Äorpern. umhullet, bie Pon Cfflorgenrothe jirahlen. föielleidjt ifl eg für Ä. bie größte Üt)U, roie ich begfmlb an bag -äeugniß eineg Sranjofen mich erinnere, *) gar fein -f?omecifd)e» S3ilb gebraucht ju höben: Pidlcid)t ift e8 unfrei- geiftigern geit gemafjer, baßer feine SSüber gleidjfam unfichtbat in bie ©eele mahlet, *) SSitnisb^ in feiner Ue6erfe$itng Römers* 3roei te © n m tn l u tt g. 69 fo rote bie finnfictjen ©ried)en ftd) an ihrem ftnn= lief)»! genier ergofcten; vielleid)t ftbertrifft bag Wl 0= talifcße im Ä. alles feßone ©inn liehe im $omet; ja vielleicht ifl fein großes Salcnt, bic ©ce= I« jti fd)ilbetn, meßt roerth, ald alles im alten <5)trtecf)cn — alles biefeS «ie Iteietjt fep meinet? halben geroiß;. eine fo tiugliche Untetfud)un,g mag eine poetifeße 33 i b lio t{> e f jut ßt)cc bet S eu tf c t) c n anfMeti. *} Sch fd)roeife fjier lieber auf ben fNadjtfpcucfj eines Ättnfftid)terS aus: „ferner roarb eben fo roe= ,>nig von allen ©rieten verftanben, als Ä. von aE= „len Seutfcßen ! **) Sie roaßren Äenncr bet Sicßt= „bunft ftnb 511 allen geifen in allen Säubern «ben „fo vor, als bie Sichter felbfi geroefen! ©0 ift eS „roirflid)!" Shngeacßtet biefeS äBirblicß hier als ein 5 (men fielet: fo roill ieft bod) eben nicht im jroeiten Gßor antroorten: 2 fmen! fonbetn etroaS auSnehmen. Saß alle ©Heeßen ben Jjomet veeffgnben, roer roirb bieS behaupten, bet jemals bie ©ried)en auch nur von ferne gefchen? ber ba weiß, baß jebe ©pta= d)e alle ffiiertßeil Saßrbunberte ftd) merflid) veran= bert, unb ber bie 3 eit beS Römers fennt, tvo bie ©ried)ifd)en ©taaten ftd) erfi ju bilben anftngen, unb ntfo notßroenbig mehr unb roid)tigete fßeranbetungen in ber ©prad>e erfuhren, als roir in einet gebilbe= ten ©pradje, unb einem ruhigen ©taat. 3 J?au muß alfo trothroenbig eine geit feflfcgen, roann routbe ber *) Sit. 33r. SXf). 19.. p. i55. 156, *-*> Sit. SSr. 3d). 1. p. 49. ! • 70 gragmente jur bcutfdjen ßiteratur. ferner fo unb fo wenig verffanben? SBie er fang? 9?un! ba fang er alb «o/Joj, unb nothwenbig aifo, wenn ed barnald stero* bot jufrfjretbt, fo 50g er umher; fanb in einigen Stabten ffieifait auf ben COlörften, unb 6i)re in ben «Staaten; feine Spraye war göttlich, neu; aber im (Banken verftanblich; weil bamald nod) nidjt ein Un* terfchieb §n>tfd>ert ber Sprache ber Sßeifcn unb bei ißoifd, 5tvifet)en bet Senfart ber SSomefjmen unb ©eringen war; wad ftomet fang, war bie Sprach« ber ©Otter unb §UQfetcf) eine verebette «Sprache be$ §)öbeld. 5 fur in einigen OvepuMifen, wo bie SKunb» art fd;on mehr politifd) geworben war, ba war feine @prad)e frembe, ungewöhnlich- Sn biefec poetifchen geit betrachtet, möchte alfo bad eben fo wenig, bad bet $unflrid)tet behauptet, nicht ge* nau eintreffen: barnald war feine Sprache eben bie Sprad)e bed S 3 olfd, bie Äennet ber Sid)tfunft wa= ren häufiger, unb bie Sichter felbff — wer bie Sichterei ber alten (jaipttxSwv unb «okW fennet, wirb ihre Sichtfunjl unmöglich mit ber unfrigen Vergleichen, SJiepnt aber ber Jtunftrid)ter bie 3 ’rit, ba $0* mer gelefett würbe: fo trifft ed eben fo wenig ein. Sie ©lieber bed Sichtetd würben erfi in ber 6i. Slpmpiabe gefammfet, ba ec bod) nach bet gemein* ffett Meinung immer vor benSlpntpiaben gelebt hat. «£>ier muß man nun audmachen, wer waren bie alle, bie ben #omet »erflehen füllten? Sch nehme eine mittlere ©rbjje an: lap ed gute hubfeh* 3 «fite © (i mm tun g. 71 geutc getafen fepn (xa\oi x 0 * mer? konnte er ihn nicht bi« auf ein SBort au«* reenbig? raar e« nicht alle feine Arbeit, fein ganjer 2 eben«Iauf »or bem 5£obe, unb auf. bem fietc^enflei* ne, biefer trat ben Corner aubraenbig gerauft, am heften beftamiren, am grünblichften erftdren fonnent SBa« richtete nid)t feine Sftmpfobie bet bem SSolfe au«? -r- Unb ba« alte«, ohne ferner mehr ju »erflehen,' a[« unfer SJolf ben Älopftocf? Set? glaube, bie fParatletlinien neigen fich »on einanber; unb fie entfernen fich metflidjer. 2 )af ferner in ben ©djulen bei ben ©riedjen getefen mürbe, fagt 3£enophon, — bod) nein! tuet ftofe tef) auf eine ©teile, bie »ietteid)t givifchen SBielanb unb gtt. ©e= Iegenheit jum ©treit übet y.x%og Kxyi i wav-& l jivwjwsv rijb rqv Trgog; uvTisg V7.ra^saav, v ) SBo reitb nun in unfern ©djulen unfer $omec in biefem 3reecfe geTefcn ? Sag ©efdjicfjtdjen oom alten .§>omet reei£ ein Änabe reol)I aug feinen hi- storiis selectis, baf 2Clcibiabeg jenem ©d)Uü meijtet eine £>f)tfeige gab, ber nid)t ben ^omec in ber ©d)ule fjatte: Summfopf, fagte et, aud) beine ©djüler rcilljt bu ju Summfbpfen machen?*) **) 2)te6 ©efd)id)td)en ^at nun tuofjl ein .Rnabe gelefen, aber Seutfdje cpomere ? SSiet etjer, fage ich, in bec 3fngfi, ben ©ried)ifd)ett felbfL Unb nod) weniger gilt bet (Sinreurf, ben ber £unftrid)ter reibet bie S3efanntfd)aft Jpomerg aug bem Jenopfjon mac£)t, unb, reie id) fajt bajufegen fanu, mpopifd) mad)t, «0?an reatf bem ©oft ateg «or: er fjabe ©teilen aug bem ferner angeführt, nicht bie an ftd) ge= fäbrlidje ß.fjren enthielten, fonbern bie et in einem für btn bamaligen 'iltbenienftfchen ©taat gefährlichen greecf angeführt. fJJidjt, als f>atte ihn ©ofrafeg grammatifd) ober poetifd) mifgebeutet; fonbern po(i= tifd) übtl angereenbet. Sag id) nicht nad) meinem *) Isocrates in Panegyr. **) Plutarch. in vit. Alcibiad, >$ weite ©ammlting. 73 lieben ©igenfinn beute; fonbern, baf eg BEenophcn felbft f«gt, jeigen feine SBorte augenfdjeinlid): ,,©os „f rateg, fo fagte fein tfnflager, pflegt auci) oft „dbometg @ebici)te anjufuhren: baf 5 . (5. Ulpffeg „ben Vornehmem mit frcunblicfjen äöorten juge= „fprodjen; wenn fiel) aber ein ©eringerer unnug „machte, fo fchlug er ihn mit feinem ©cepter unb „befahl ihm ruhig ju fepn, Sieg ijnt er fo augge= „legt, alg wollte ber fPoet, man follte bie ©erin^ „g.ern blog mit ©chlagen jieljen; allein, fegt Seno* „pfon baju, bag h«t ©ofrateg gar rricfjt gemepnet; „fonbern, je." *) Unb wag folgt liieraug? Saf Corner gefjren wiber ben ©taat enthielte? ©ar nici)t! fonbern, baf ©ofrateg feine Sehren wiber be« ©taat aug einem bei bem SSolEe fo oiel geltenbeit Sid)ter ju bcjtdtigen fud)e! ©agt ber Tfnfldger, baf ferner bie geringem unb armem Seute ju fd)las gen ratfe ? 9?id)t! fonbern ©ofrateg mache bieffcg ben geringem unb armen Seuten glaubenb! Siefen geringem unb armem Seuten fonnte ja «in ©ofrateg Ieid)t wag glaubenb machen, unb 5)?e= litug mufte, alg ein üöerefrer beg ^orner?, eben bagegen am meiften eifern, baf ©ofrateg feine Sichlinge, bie Sichter, fo mifbrauchte. Sie aufgebrachten Oiicfter Brrurtfeilren , ohne baf fie int #omer nachfahm , ob bieg ber wahre SJetftanb fep (bag that b)iei- ja nid)tg jur ©ad)e); fonbern weil er ben ©taat frorte: wenn fte auch Seute gewefen waren, mit benen man in ber S’ugenb ben Spornes *) 3m erfreu SBucl) ber benfw. Sieben. 74 Fragmente jut beutfdjen Siteratur. gefefen, fo befraf e$ ja hier Feine moralifche Ce^re, unb nod) weniger poetifdje ©djonheit, fonbern eine pofitifche ©ituation. Unb id) fann nod) weiter ge= f)en, wenn in ben frudjtbarcn Folgerungen, Die bie= fer §[[. bei feinen Frittfcfjen ©trei'tigfeiten fonfl reicb= lief) bewiefen hot, nachahme: eben weif bie Öiid)tct ben ifiebfingSbichter ihrer 5ugenb in ©ofrateS SWunbe fo gemifbanbeft Jäheit; .eben weif fte tuet oon bem ?fnfef)en eines (Poeten ju befürchten hotten, ben jebtr«. für gottlict) hielt r ben bie nat\ot x’xyx&oi auS* wenbig weiften — fo nahmen fte bie ©ad)e fo ctnfil)aft. Ueberhaupt jeigt biefet ganje (Projeft) baf wir feinen .front er mehr hobt« fonnen, bem bie Crbrennamett: 58ater ber 28eiSf)tit, ber Sa* pferfeit, ber Sichtfunft, im heben ©ried)t* fd)cn ©inne jttfommen fonnten; feinen .fromer, ber für uns fo ein £)tiginaf nach ©praehe, ©itten, ©efd)id)te, gabeln unb fWefobie fetjn fann, afg eS jener für bie ©riechen war: jene liebten .frefbener: gahlungen »ott ihren fSotfahten aus einer alten ©age: Sftpthofogien non ©Ottern, bie ihre 5Safer, bie Rauptet ihrer Familien, bie Stifter ihrer Staaten, unb bie Ueberwinber ihrer Grrbfeinbe waren — Un» fere Sefer ber 3)eutfd)en kontere gehen nermuthfich in SSeinffeibertt ober fangen Sfocfen nad) Ftnnjofü fd)em ©d)nitt: fte fefen fiatt Sftpthofogien ©eifert: fd)e gabeln, unb fiatt cfrepameter unb Öffjapfobien fingen fte jtird)enfieber. üiad) ber §5efanntfd)aft unb SSifbung beS ©cfd)macfS iji entweber ©eifert unfer .frontet; ober er foU noch gtboren werben* Senen, bie barübet ftaunen, wie ©eifert unb Zweite ©ammtung. 75 ^cnm jufammen fommt, fd>ceibe id) eine ©teile ab, bie richtig genug ifi: *) „gür ganj Scutfdjlnnb ifi eg, ebne SBibere ,,fptud), © e [[ e r t, beffe n g a 5 e 1 n itrirf lid) bern „©efcbmacfe ber ganzen Nation eine neue efbrtlfe ,gegeben haben. (gingt bie icrfle, *bie bejte Sanb* „ptebigergtod)tet nad) ©eilet tg gabeln? bie fennt „fte — nad) bcn SBetfen anbrcr unfret berühmten „Siebter ? fein SBort.) — Sind) unb nnd) haben „fte fid) in bie -Ödufct cjngefd)Iü ; ,*en. Saburd) ifi „bag ©ute in bec Sidjtfunfi in ©pimpeln unb nid)t „in Siegeln befannt, unb bag ©d)led)te Perdd)tlid) „gemacht voorben, Senn bet ©eift unb ber®efd)mac? „einer Station finb nid)t unter ihren ©elebrten unb „Leuten pon pornebmer ©rjiebung ju fudjrn. Siefc „beiben ©efd)Ied)ter geboren gleicbfam feinem Sanbe „eigen, 2fber unter bem Äbeile ber Siafion liegen „fte, ber pon fremben ©itten unb ©ebrdud)en unb „•fienntniffen nod) nid)to jut Siad)al)mung fid) be« „fnnnt gemacht bat." Sag ifi nun ©ellert in 2 fb= fiebt beg ©cfdjmacfg ■— aber mag mar ^omer in 3 fbfid)t ber Dieligion, ber Äunftlet, bet Siebter, ber Siebner, ber SSietfen, bet ©p rache, ber ©itten, ber ©tjiebung, fut bie Km.'Ksfi; xotyarx? ber ©rieeben? Sieg bofe ©rieebifebe 3 Bort perfolgt mich, fo febr ich «or ibm fliehe, unb mein Änoten ifi nid)t eber aufgelbfet, big eg bejiimmt ifi. Senn fo fragt *) Ebbt oom S8etbien|i, p. 367, '77. 76 Fragmente $ut, beutfdjen Siteratur. ber fhtuflricbtcr: *) „3jl es> wahr, baß bie alten „©vielen ihre 3ugenb aus bem ^onm SöciSbeit „(ehrten ? Unb würbe Monier and) nur Bon alten be= „nen Betftanben , rodeten bat! Soeiwort hscXoi ttayx- ,,-9-s/ jufam?"— ©eine grage ifi fo Biel alS92cinb- meine Antwort aber 3fa 1 2l'e:niliu$ ©cautuS, leugnet; 33a (er iu 3 bejahet; wem »oit beiben glaubt ißt {Römer ? 2fußer bem, wa$ id) fdjon angefübref, fann t:fy mein erffeS 3a mit fclqenber ©teile and -Eeno-- pbonS ©cljmaufe gültig machen: „flRein ffiater, „fagt 32ic er atu 3, bec micf> jum tud)tigen, teblü „eben SRann (otyu&cs) mad)en wollte, hielt m d) „an, alle ®ebid)te .pomerS auSwcnbig 51t lernen, „fo baß id) nod) jefet bie garije 3üabe unb Sbpffei „berfagen fann." — picr war ein guter, f)ü6fd>ec JWann, ber feinen ©ebn and) baju mad)en wollte, unb ließ ipn alfo -pomet lernen : fo würbe alfo po= mer mit ber Sugenb getrieben: fo würbe et gewiß non benen nerftanben, bie gute, bttbfcfje £eute waten, beim fte waren bureb if>n baju gebilbet. 2fber beißt xx\o$ x’ocya&ogtin guter, ßubf^er COiann, ober ift eS ein ©djweijer r3 S.ittu.ofe? SSeibe fßartbeien fonnen 3ied)t bebalten, wenn fte ßd) attbören wollen, unb wenn fte ©taub unter bie 2fugen ftreuen, **) bat eS Bielleid)t feiner »on beiben. SRebf als ein guter, bübfebet SRann, «nb weit weniger als ein ©bafteSburifdjec 33 i r tu 0 f 0, *) ßit. Br Sb. 1, p. ij€. **) Sit. 3 >r. Xi). 1, p. 5 a. 'S weite (Sammlung. 77 "nach bem fjo^en ©efcbmacfe unfrer Seit. Sei) et* innere mid), bie 2fbbanblung eines ©rammatiEerS über bieö äSort gefeben ju haben; unb weil ich jiid)t gern t^uii mag, waS ein anbrer vor mir ge= tban, fo will ich nicljt ein Sfegiffer von ben ©teilen machen, wo bie§ SBort vorEommt. Sch febreibe au$ bem ©ebad)tnijj, Sn jeher ©prad)e muffen ft cf) eilte SBorter Ver= entern, bie ben eigentlichen Gbarafter bed gcitaltcrS «usbrüefen, unb eben bicS bunft mid) von wiXog jt’a^a'&of. Sn ben alteffen ©riechen erinnere id) mid) nid)t, eS getefen jw baten: cd ift ein Sßort aus bem geitalter ber fd)önen ^)rofe unb ber feinen politifdjen Sitten. S" ben Seiten, bei olqst»,, genb , nod) allein SEapferEeit be§ ÄorperS unb @eijfe$ bebrütete : galt blöd ein braver fDiann, ayx%o<;. ©o iviffen im Jpomec bie gelben Eein.beffer SBort ihrer üffiurbe, als wenn fein Tfgamemnon oft genug fagt: xyx&oi. ycc§ siixi. So wenig I)ier ba<5 ayu$o? eine moralifcbe ©Ute bebeutet, ju einer Seit, ivo SEapferEeit über alles galt: fo wenig litte biefeS Sfitalter y.xXnt; Kxyx&sf im feinen Sferjtanbe bcS ©baftedburv. 2tucl) baS SÖort axXog bat biefen ttrfprung gehabt: unb würbe von ben xvS^x8 Fragmente jut beutfdfjen Sifetctfut. fo übernahmen eS ftch ofTo bie SBetfen , fofdje brauchbare Sföanner ju bilben, bie reb liehe 5ften= f c h e n unb t ü c h t i g c 03 ft r g et waten : fo fr5gt äcenophon bcn ©ofrateS im Diogenes ÜaettiuS: fage mir, wie fann man ein xx\os x’xyx-Sof werben ? unb biefer fuhrt ihn in feinen Unterricht, ©o fngt SHicerat in ber angeführten ©teile: mein SSater, ber mich jum tüchtigen Siinnn (xyx^o?) macljen trollte, lieh mich ben .£> 0 * mer fernen. So trugen eS bie Olthenienfer, bie rorjüglid) nach biefer politifchen dultur firebten, beflanbig im SJiunbe {xx\os x’xyxd-of); unb e$ trar hei ihnen, tbie ein ©cfoliafi fngt: summa omnis lauclationis! Unb affo getrif nothtrenbig mehr, als ein guter, fjübfcher SJiann hei uns. Der SJecenfent will auch nur einen einjigen 85f3 Weis, baf xtf.Xöj x’xyx&oi; etwas mehr, -afS bieS hebeute? SSobl! eS ftp eben bie ©teile, *) in ber er nichts, als ben guten, hübfdjett 9J?ann ftnben will; Schabe, bajj ich mehr batin ftnbe, unb eben bie Sßefchreibung beS xxXx x’xya.&x. ©ofrateS fragt ben jungen SheageS im $Iato: ti uv ; XX sJlSaj-XTO CE 0 XXTrq XXI £7rxtrhlffev XTTSfjcV- SxSs oi xXXot ttxi^wtxi , dt TfoU xxXi>w xx- ycr.&u>v vrxreijMV ut£s? oioV y qxyy.xrx ts , xxt xi&xqifav , xxi ttxXxisiv , xxi rr,V xKkry aywvixv j ■Sonnen her xxXci xx.yx-9-o t faßlich gute, hü bi fche Seute bebeuten, wie wir bieS Sffiort brauchen? 9fein! fie liefen ihre ©ohne, um fte auch $u xx'hoi? xpyx&oif ju mad)cn, £Biffenfch«ften (nicht *) Sit, ffir. Sb, j. p, 5a. 3weite Sammlung, 7.9 bföb bnb 1t 33 ($ (efen unb fd)teiben), bte SJIufif, bie nnd) ber @eied)ifd)en £>enfact weit mebc fd)6ne Äun(l, als bei unb, unb »on bec 2Did)tbunff unjec= trennlicb war, unb feböne Seibcbübungen erfernen. 2Üct alfo feinen SB er ft «üb, feinen fe honen ©efcbmncl! unb feinen Äcrper nubgebilbet batte: bec »ac ein 2fttifd)ec y.x\oy.x,yx%o^* ec nxiv tucbec ein SBeifec, nod) Siebter, nod) ged)ter; abec Qfnlage batte ec, SELSeifer, Siebter unb Slpmpifcbec ©iegec ju werben. SBec einen ©ried)ifd)en H'xyot&:<; in feinem ganjen ©Ianje feben will: bev lefe, obgleich niebt bub 23oct felbft alb Uebecfcbcift trüber ftebet, einige Spinbarifd)e Sbeit auf feine ©tied)ifd)en Sünglinge, bie boeb mebf alb gute, bubfebe Sungenb waren. Tfbec freilich aud) nicht SBtctuofen Im SSielanbL febnt hoben ©ußb! obec fiebec gleid) im ©efd)made beb @ b a ft e b b u c p: bem SBielanb nid)t bfob ben 83egriff beb SSictuofen, fonbecn auch bie Tfnntogie mi t ,hxXo? jt’aya-9 -o? nbboegt. Siefer SBeltweife, bcc ben Spiatonibmub nad) bem 2)?obegefd)mad? feiner 3eit einfleibet, unb enblicb auch in ©riedjenlanb biefen Sieblingbgefcbmad finbet, befümrot feine SBir= tuofen fo 1 : *) the real fine Gentlemen, the Lovers of Art and Ingen uity; such as have seen the World, and. informed themselves of tlie Manners and Customs of the several Nations of Europe, search’d into their Antiquities and Records; consider’d their Police, Laws and Constitutions, observ’dthe Situation, Strength *) Characteristiks Vol, 3, Mise. Refl. p. 156. iS 3 f So Fragmente gur bctttfc^cn Sitetatur. and Ornaments of their Citys, their principal Arts, Studies and Amüsements ; their Archi- tecture, Sculpture, Painting, Musick, and their Taste in Poetry, Learning, Language and Conversation, SKit biefem SSegriffe »ergleicbt er nachher bab honestuin, pulcrum , x«\ov bet 2(lten, unb pl;i!ofcpl)irt in feinet liebcnbtrürbigcn gaune ©eiten fort. — £)b eb nun gleich in 2ttf)en ftei(id) and) ein geitnifer gab, ba bie giebbaberei bet Äünjte, bot ©efebmaef an Dicbtfunft, unb ben fdjonen 2Biffenfd)aften, bet feine £on im Umgänge, ttnb bet UrtfjcilSgeifi übet fPolicep unb tfltertbhmer, bie f)ertfd)enbe iütobe mar: fo bann id) mid) bod) nie ftberreben, baß bie kocXoi n'xyu§cn in bem treu ten SScrjiitnbe beb ©baftebburp bamalb geblubet. ©b fd)eint »ielmebt biefer ^>(;iIofopf) fid) fetbfi ju mabfen, nnb ben ©efebmaef, bet bamalb am -£>ofe CEarlb beb jmeiten galt, bis ju einem getriffen Sbcal $u erbeben unb ju verfeinern, bab immer in ben neuen Reifen ein SJiufter eines btauebbaten, gefehlten, angencb* men SDlanncb fet)n fann, aber ben begriff beb ©rie= tbifeben SBortb immer umbitben muß, fclbfl trie eb fptutareb unb bie neuern ©riechen brauchen. © b <* f t e .b b u r p febert jn feinem 'SSirfuofen, trenn er in ©rieebenianb cjriffirte, freirief) bab gefen beb efjomerb, unb bab jtrar alb bab ctfie 31 S3 6; aber ein moraliftbeb gefen beb Römers? ©in bim* meitreiter Unterfdjieb ! 2Boju aber fo viel über ein SBort? lieber ein 5ßort, bab immer ber 3lubbrucf il;reb ©burafterb, unb ber ©ipfcl ihrer gobfprüdje mar, fann man nie ju riet feigen: bie ©rfldtung foldjer SBorter fddießt ttnb iDenfart unb Policen, Saune unb©itten, furj - bab g weite Sammlung. 81 bäd WationalgeOeimniji auf, o()ne bad mir immer von einem ißolfe febief urteilen, fcfjief fernen, unb un* leiblich nadjalimen. 3 d) würbe ed als einen. SSeitrag jur ©ried)ifd;en unb 9Iomifd)en ©efe^iebte ber Sitera* tur einem ÜWanne von 9) b i 1 o i o g i e, ©efd)icbtd£ennt= nifj unb ©efdjmacE empfehlen, ber SMamorpfjofe » genau nacbjufpüren, bie im ©ried)ifd)en bie fffiorte: Ä v>i£, av-3-^ro7ro,-, a^as-Sw?, nccXog, *■ m gLÄi 82 gragmente juc beutfd)en Siteratur. wcrfdboncrtec ©eftchter, unerträgliche 3bole, halb 3b ea!, halb ©ried)ifd), halb noch neuerer §orm. greilid) formen roic ben ©ried)cn »ieleS ablernm; frci(id) fte jurn SDJufter nehmen; aber Stadtbilbnngen nnfrec .Seit gemäß inneren: fonfi roirb alles? Caro f ft t u t! — @d)on S J> f a 10 unb $ e n e p h 0 tr maf)= kn uns ben ©ofrateö »erfd)ieben; aber, trenn Süie= 1 a n b *) Auftritt unb jagt: ,,©ef)t! ben Äopf bcS ,,©ofrateS !" — Jjtet fann man , roie Kartell, btcujh antworten: 3 öie ? bnS i|t ©ofrateS? jener liebenSrourbige SBiberfpredjcr, jener ehrrourbige Um roiffenbe, jener feine ironifdje (Seift, unb ber reblich= fte S 3 örger, furj! ber SBeifejte unter ben SBcifen ©rtedjenlanbs — bas feilte 3 hr ©ofrateS feen? y?ein! mein <£m't! biefer unaus(tcl)Iid)e Sifputircr mit »ollem CWunbe, biefer lad)erlid)c Sfjeisl)eit'= unb Xugenbfcdmer, biefer grobe Sanfer, unb mifanthro= pifd)e ©d)impfct ifi ein ©efdjbpf neuerer 3cit, ein fffieifet auS ©chtoeijerifdjcn Sfcpublifen. — Unb bod) fiat 3 Ö. ja loirflid) bie ©riechen gelefen ? — quid fures faciant, audeant cum talia doniini ? _ @0 fehr bie ©riechen ihren Konter nulten, fo toenig brauchten fte ihn auf ÜBielanb’fdK 2frt: beim ©ha f= teSburpS ©ti|l unb ©d)riften hertfebten bamalS mahtfdjeinlid) noch nicht bei ber moralifdjen 23ilbnng ber Sugenb ; unb bie 2ftt, tnie @ 0 f r a t e S aus bem Corner (ehrt, unb man ihn bei ber SSiibung ber gelben unb btaudjbaren Jünglinge amoanbte, i|f ja augenfd)cinlich ganj raaS anberS! unb in bielen *) Sit. Sr, Sfn 7. 3 re e t t e Sammlung, 83 ©tücfeii reag anberg, nid reit beut nadjabmen fon? t>cn, reenn reit aud) Homere £>atten ? a, $inbat unb bet SUitfjpvambenfanQer» *) 4)0 niete burften reit atfo nicht oben Fmben, äbet einen fp in bat ? Die 3eit bat bem Einbau feine beften Äronen, unb unter nnbetn aud) ben fie<= benfnetjen ßpheuftanj bet Dithyramben geraubt — einer non unfern Did)tetn fegt fid) felbjl bieg <3ie= gegjeictjcn auf, unb ruft: SJiacbt Sfnum, 5D?ana= ben! 3(f et bet SSntct 83accf)ug; ober tragt et blo$ betf SEggtfugftob, um eS ju feyn ? 3ttm 93otnu§ ein SBort in einet ^arentfjefe., (3d) glaube, frenige SSeurtbeiiungen bet Sitetoturs btiefe finb fo fdjielcnb, unb gebrechlich, a(3 biefe**), bie einem 2ef)tmeißettone fieg nähert; bie bei bettt *) SBenn in meinet fparattete baS Staifohnement übet ben Gbarafter bet Ititeri nicht ootlfianbig ifl! bab ttjut nidjts 3 « @ad)e. Steu muff bie SSetgleidjuna feyn, unb nad) ben Ö.ueUen fdnflecfen, fö ifl bet 3 'tecB bet gragmente erreidjt* tltue ben gufagen dm ®nbe be 6 britten gragtnentgi ©ammt,} *") Sit. »t, Sb, 21, v,: S 3 8 4 gragmcnfe gur beutfdjen Siterafur. ©eraufdj« arm, bei aller ff>rad)t «on SScfefcnfjeiü nttb fritifdjet Sinfidjt Eurgftd?tig , unb bei allen planen unb JBrrfcl) lägen bürrc fepn modjte. Sie angebo()t= ne Sebbnfttgfeit beb Öfeecnf. tterfpridjt bem Sit()p= rnmbenbidjter fcfcatf jujufegen, unb jueft jebebnial jurüc?, um ftd) in spräceptorprebigten $u »crliercn. SSBaS foll bie grnge beigen: Äann man Seutfc&e Sitbprambcn mnd)en ? .Kann man nid)t Seutfcbe, fo fann man and) feine SDialabarifcbe Bitbprambcn machen, mab bie gpradje betrifft; unb bei Sitbp= rmnben bnrftc biefe nur sulefet in S 3 ttraefjt fonimc-n. SBab barf eb b.er fKeccnf. mit fo »ielcr ©rle!)ifam= feit bemeifen, bog mir feine Sntbpramben übrig ba= ben? ber äSerfaffer bürfte biefcb ja aub bem lieben (?. ©cl)mib allenfalls wtfien ! Unb womit beweis fet eb ber Äunftridjter benn, bag wir nad) ben über* blicbencn 9iad)rid)ten feine Sitfjpramben machen f bit= ntn; — fjöcfojienS! bag bei SSerfaffer feine ge= m«d)t. SÜJomit behauptet er eb, baß jeber neue @c= fdjmatf nerfebrt fepn mug , ber «on ben Siegeln beb weifen 2fltertf)umb abgebt ? SBarum ift ein Seut= fcljeb $elbcngebid)t, eine Öbe, eine Sithiiranibc ob* ne ©ried)ifct)e unb üateinifd;e Stuftet beim an ffd) unmoglid) ? 5 Bab tfiun bie fptnbarifd)en £}ben beb Seipjiget fPcofeffotb hier jur ©adje ? 5 n we!d;er ßlaffe mug beim ber Sit&prnmbiji fi^cn, wenn er ben fPinbat intus et in cute fennen lernen, ben ganzen fPoetcn in succum et sanguinem uertiren, unb abfolut crß nad) 20 ^Ja^rcn Imitationen nad) ber $pinbnrifd>en Sigrcgion über ben SBcrg 2letna mad)cn foll? ÜSBcld) ein < 3 d).uIton Ijerrfcbt fo btitd)= gängig, fo infonberbeit ©. 59 — 61. 3 £eld)e ©nmm= lang non spinbatifdjen Säeiroortern foll man (p. 70.) 3 ro e i t e © a ro m l u n g. ts g'ricbt'id) geben ? 2 Bie lange muß nod) ber £5itf)p? nimbift 9J?t)!l)ologic lernen um nid)t . il)t ©nflem nicberteiffen »u. wollen? 5 fi e$ roa!)r, baj? Einbau fiel) feine Snverfioncn be$ -gabelft;ffem3 erlaubt, unb alles fo fiefjen laßt, rote eS ilnn vom fPrdccptor biß tict roorben iß ? — llnb nun enblid) bie beflc unb geifiigfic Wnmerfung roibec bie roinbid)tett, eitlen/ jungen S?enfd)en , bie if)rem Sfdbdten 511 gut ©e= bicfite berauSgeben — wobei frcilid) bet SeroeiS man= gelt, fcajj bet SSerfaffcr bet Dithyramben fo ein tvin* bid)ter, eitler, junger fSRenfd) fet;, ber eine ©traf» prebigt über fein Stabd)en 6 ©eiten lang anl) 6 ren muß fUlomit bann eS ber Öiecenf. beroeifen, baß fPinbat in feinen verlornen döppordtematen unb Du ibrramben in einem crnfi&aften pl)ilofopbifd)en Son trunfen gerafet? SBie mag ein Kompliment laßen, baS man nid)t au? freiem ffBillen, fonbern aus Sftufj im SSorbeigeben mad)t? Unb roie viel nimmt ber Oiecenfent für ein Äollegium, barirnt er jeigt, roie man 'PinbarS ganje STanier ju maljlen bis auf fei= nen 2fbler lernen fotl , bamit ur.fer Dcutfcber ^oraj aud) für ben Ditbprambißcn eine Sbe weißen muß te ? — Steine Sorentftcfe roirb lang; aber bem Stecenfenten würbe bie 2 lntroort auf meine grage nod) langer feyn, bie id) aud), ,,-auS einer mir an= „gehöhnten Sebf)aftigfcit, tfjue; nicht al.S ffritifen , „fonbern als eine kleine $ulfe, mid) felbft auf ben „f&scg jit bringen, unb, roaS id) benfe, ju faßen;" 3c& bin nichts minbec, als ber Serfaffet ober bet ©ertfteibiger ber Dithyramben ; id)’i. habe felbft mehr roiber fie, als bie Siteraturbtiefc, aber, roie id) ßoffe, auS anbern ©tunben, ttnb mit roenfger 86 geagmente juc beutfdfen Stternfun». ©djuffon. Cfjnmoglid) fann tiefe S3euctbeifung eon einem Secfaffec bec Sitecatucbciefe fepn; eecmutb= lid) ifi fie eingefcbicft; teeil ifjr Son geteiß ju mecfs lid) abteeicbt. — bcr genug! meine fPacentbefe ifi jU ©nbe.) Äonnen mit jDitbpramben machen, ©rie= djifctje Dithyramben im Deutfcfyen machen ? Dcigi» natbitf> 9 vamben machen ? SBofjec mag bec Dithyrambe bei bpn ©tied)en entfernten feytt? Darf id) eine ^)ppotf)efe t>erf«ct>en ? — Jpypotbefen rnufi man eetfitd)cn, teo man feine 9tacbcid)ten Ijat: teate Dem oft teil ed e5'<-&u- fxpßoiroHav, ober tfriftotel« größter Sbeil bec Dicbtfunft nid)t »eclocen, fo teütben teic teiffen, ffatt ju cat^en. ©in 23o!f in feinec SBilbfjeit ijf in ©ptadje, Silbern unb Saffern jtarf: Srunfenbeit unb ©es tealttbätigfeit finb bie Üiebling$la|tec einec Nation, bie nod) ®iannl)eit (a^ST-i) fuc Sugenb, unb tcunf= ne 0iafecei füc Vergnügen f)alt. li\k bie feinen @d)tead)beiten tearen bamals nod) nid)t, bie fjcut ju Sage unfece ®üte unb gebier, unfec ©lücf unb Uns glurf biiben, bie un$ fcomm unb feige, liffig unb jabtn, gelehrt unb müßig, mitleibig unb üppig mas eben. Diefe Scunfenbeit gebac teilte Vergnügen , ben ungejaf)mten Sattj, eine cobe 9fiufif, unb nad) bec bamaligen ungebiibeten Sprache aud) einen cos ben ©efang. 9tid)t an tfltaren, fonbecn in teilten greubens tanjen entfpeang alfo bie Did)tfuti|f, unbfo teie man bie ©eteaktbütigfeit mit ben fd)acfften ©efe&en bans bigte, fo fudjtc man bie tcunfnen Steigungen feer 3 weife Sammlung. 87 SWenfdjen , bi? jenen entmifd)ten,. burd) Steligion ju erhafchcn. 31)« ©Otter trugen bamalS Äeulen unb 83li§e: bte fnnften ©rajien traten nod) nicht geb 0 = ven; man verehrte bie.ürafte ber Statut: raul) mar if)r ©otteSbienfl, tnic ihre Statur / butrdj Spfer unb Sntnfenbeit — unb unter ben dltefien ©Ottern mar immer and) ein SenotviuS, ein SBeir.goft, man fjeifje iltn, wie man trolle. 3eßt mürbe alfo bie trunfne £id)t?unft an bie 31(tare jur ©ntfünbigung geführt. £>ier befnf)X bie Sicligion ihnen Srunfenfjeit in äßein unb Siebe, unb iltte Srunfenbeit bequemte ftd) alfo mieber ber 9fe* ligion: ihr ©efang mar »oll »on ber t f) ter t f c 1) = finnXichen ©pradje beS SüeinS, unb bet Sßein erhob ftd) mieber ju einer gemiffen m t) f t i f c h f i n m liehen Sprache ber ©Otter : ein f)eifigec ©efang in boppettem SSrrftanbe. Sie fPriejfet, jugleid) Sid)= ter unb ©taatSleutc, roebten aus 9?ational|'agen eine ÜJipthölogie jufatnmen , bie ftd) ju ihren rauhen @e= fangen bilbete, mit benetr fte als mit einem ßflnme, mit einem ©traf bes ©otteSbienffeS, mit einem ßeit« vertreibe unb äfergnügen baS 23o[f lenften. Sinus, ben mir im fernften ©djatten als ben SSatev ber Sicptfiinff erblichen, fd)rieb nod) mit $e= laSgifdjen 25ttd)jiaben ben gelbjttg bes SacchuS. 3(ntheS, ber 23ootier, fang 23 accf)i fclj e Sprn« neu: Stp&euS, ber SSejdhmcr ber ©riechen burd) ©efefje unb ©ottcSbienjf, meihie bie Srunferlieit in feine ßr1 e u f i n i f c h e n gpe.iliqthümcr ein, um fie ju bejdbmen, baher er auch ihr Spfer mürbe. u= fduS unb fein ©ohn ©umolpuS fangen ebenfalls ben 25acd)us — düirj bie dlteften 9?amen ber £icl)= 88 gragmenfe jut beutfd)cn £ifet«fur. ttü, bie beinahe felfeft fabeln ftnb, «Be ^nbcn ftdj mit 33 a c c b u d befdjaftigt. SBöju fage id> alle« bicfeS ? Um ju geigen, bajj bet Ditbptambe and ben Beiten bet 2Bilb= beit unb SErunEenbeit feinen Utfpcung unb geben giefje, bafj rote alfo oon ihm auch nad) 33 e= f ct> a ff e n f) e i t biefed Beitalte cd uetijeiterv muffen. Gtntfprungen untec beraufebten Sanjen bed SSalEd fubtte man il;n in bie Stempel, um ib n ä u jabmen. ©ein S n b o 11, feine © p c a c b e, ©plbenmaad, 33 ea t b e i t un g, SftufiE, $ef [ iimation, alled jeugt Bon bec geit, bie itjn becöocgebcacbt bat: ec mag nun in Sbeben, ober bem rcoUufiigen Äorintb Bon einem cbec bem anbecn eefunben fepn : genug, ed roac noch eine geit,, ba fid) bie Delphine oon bem 2C c i o n , bem ange= gebenen *) ©rftnbet, bejaubecn liegen. 5cb fage: fein Snbalt: benn ba ec ben Sßatec bed SOßeind oon feinem 33(i&flrab(e getccffen , mit bcaufenbem SJiunbe fang, unb in einet ebrroürbigen heiligen SrunEenEeit fang: fo pafjt ec am meiften auf ben 2fbgcunb bec 3eiten, ba man aud Aberglauben bie Äcaft einer göttlichen ©egenroact fubtte, ba man, mit jiaefen ftnnlicben ©mpftnbungen begabt, ben ©inbruef bec 3ugenblebten unb 92ationaIfagen bei: nabe $u einet roivflicben Anfcbauung erhob, ba man gud Unroiffenbeit niebt btod bie gabe(gefcbid)ten ald SBabtbeiten glaubte , fonbetn mit bet ©inbilbungd? *) 3Bie #erobot anffitjet, ben id) föt mehr, aU gabelfd)retber halte. 3 w e i f e <3 a m m lu n g. 89 frcift ft'e 6i§ jurn Sehen au^malte, unb nlfo bie Se» geiftcrung fdjmecfte, bie Jlpoll übet bie QJntbiffe, 3u= pitet Ü6et bie @i6i)((crt, Cätjbefe übet bie ©aller, unb Saccf)u$ übet bie Sithprambenfanget audgojj. Sähet nafjeten fiel) bie Se{ 5 tetn bet i^ntjücfung, bie einet Ofaferei glich, Aiovmoto avxmo<; aoXov efagtui y.eXoi oicx JiS’ugocySov, 0 ivw tmvx'gävvm- 5-=/? svx$: habet ftng et gemeiniglich mit bem begeiferten : scyKy.ßc; eji xexiv/i- ysvo; xai ttoXv to sv-^ovckm^ ysra, p^ofs/af sypsavuv , £if 7raß"/i xarotaxsua^ ey.eva f, rot ji/.a^/ga OOtSl« rx $Si ?, ©0 mar ber Sithprambe, ehe er völlig 9?acf)« afjtnung mürbe. 2llS aber bie ©ried)en in ein ge« fitteteS geitaltet ubergingen; fo marb ihre 9feligiert über baS Sinnliche mehr erhoben: ihre Segeiffrruttg fanf: ihre mehr gebilbete Sprache entfernte fid) »on bithptambifchen Freiheiten: ihr SplbcnmaaS marb bejlimmter unb gebunbener: ihre Shtfif Sotifd). SaS mahre mar alfo ootbei, unb man fud)te eS nachjuahmen. Sähet bann ?friffoteleS ben Sithpramben unter bie nachabnienbe §)ce= fie fegen, ohne bod) bem ^)lato ju miberfprechen , ber baS ©egentheil, miemohl in ganj anbrer Serbin: bung, fagt. (5S blieb nod) immer ein fefilichtS Ser« gnugen, ftd) in ihre Saterjeiten jitrucfjufegen , unb bie Sprache, baS SplbenmaaS, bie SÄufif, bie Senfart eines ober einiger erlebten Seitalter ju ge« brauchen. 3n biefer mittlern 3eit, ba fid) baS Sithbram« bifdjc gemilbert hatte, mag es alfo bie beften ©ebid)= te biefer 2(rt gegeben haben, bie baher bie 2fnfangS« ftücfe oerbrangten. Sachber aber trieben bie folgen« ben bie Mhntjeit immer ljöl;cc, um itjce 'Sorgcinget 92 gragmente jur bcutfdjen Sifevatuc. ubertreffen ju fdnnen; ft'c mifditen (nad) (pfafonS Seugnig in feinei- OCepubliP) alles untereinanbec: unb gingen mieten, «eil bie bamaligen Scitaltec ju fetjr ben ©efd)macf bet ©icbtfunjl, ben ©eijl bei - Sieiis gion, bie Stuffe bec Sitten unb Sprad)e «erdnbert fjatten. Saber fegten ftd) auch, nad) bec roaljrfcfjeinlidj, ften fieSart im ßiceto, bie Siorncv roeit minbec (minus) auf bie -Dithyramben ; bei benen bec 21 tpS bed ßatulIS nuc ein reeitlduftiger SJertnanbte bec SitbptetmbenEüI)n()eit ijl. £)ec e^immti bec 9iu* met reac uid)t eigentfid) mehr für biefe SidjfungSs art: ihre 9?eligion trat griffiger unb politifcher: iijc S3acd)u3 (ange nicht bec mad)tige .König bec ©riechen: ja fclbft ihre fdlteren 2 fbern füllten nid)t mehr fo flatf ben 93ligffral)I beS SSSeinS: fie liegen affo bie 3feffe bec ^Dithyramben untergeben. XcijfotcleS be= ftdtigt meine ganje Jpppotbefe, bued) bie wenigen UBorte, bie ec in feiner ©icbtfunf! »om fDitbpram= ben ■etnmifd)t, in beffen Stelle bie Scagobien getce= ten fepn (ollen. Sollen tric alfo bie (Dithyramben jurücfftnben? @rft beantworte man bie fleine gragc: könnten wir benn (Dithyramben machen, »tun n> i c bie ©eiet cf)ifcf;en nocl) batten? 2 >on biefec Üleinigs feit bangt, wie id) glaube, alles ab; unb ein Äen= net bec ©riechen mürbe barübec ben Kopf nod) jicm= lid) fd)utteln. äßo ift bei unS eine Religion, bie S5acd)uS jurn ©ott unb feine ©efdnge ebtmürbig, heilig, göttlich niad)t? Sec ©ciechifche SionyfiuS mürbe bie Trauben unfreS SfanbeS, unb unfee (Dithb 5 rajjibcn wegroerfen, unb auSrufcn: procul profani ! Süd ifl bei uns bec ©ei ft eines geitaltecs,, ß n) e i t e Sammlung. 93 ba eine Sacdjifcbe S3egeijfctttng burd) SSein unb Aberglauben ffnnlid) gewiß, ober wenigffenS waf)t= fd)cin(id) würbe ? Sie Segcifhrung bet ÜRufe fonn« re bei einem ©riechen fo mächtig feptr, als ffe bet un3 oft lächerlich wirb, than Jugglers talking to familiär. — 2 So ft'nb unfere Snccf)ifcf)e ©egenftanbe, bie £elbeiigefd)id)ten, bie bei beit ©riedjen non Sugenb an, bitcclj Unterricht, unb @e« bidjte unb ©efättge unb Senfmale ihre Seele beleb« ten ? Unfere Srinfer wirb bet öfaufd) auf ganj an« bre ©egenftanbe fuhren, 0 I 8 auf eine SUl/tbologie nem SacdjuS, bie für uns baS ©rofic, baS fPoetifcb« wahre, ba$ bem Sfationalgeift @igne, unb batf id) baju fegen, faft ganj baS Sicht ber Anfcbauung net« .lobten bat! SBo ijl bie Silber weit, bie SBelt »oll Seibenfdjaften, bie ©tiedjcnlanb in feiner ^ugenb um fid) fafje? SBir wanbeln in einer pofitifcfjen SBftfte. SBo ift bie S i t bp r a mb e n fp r ac he ? Sic unfte ift uiel ju pbilofopbifd) altflug, ju ein« gefebränft unter ©efege, unb ju abgemeffen, als baf ffe jene neue, unregelmäßige, oielfagenbe Sprache wagen fonnte. SBo bie bithprambifeben Splbenmaajie ? ba un« fereSpradfe unb alle neueren feibfi jum ^erameter, nod) mittber ju ben Splbenmaajjetj be$ $inbar 6 unb ber Gehöre »ieltrittig genug ift unb gegen ©tiedftfebe Sitbpram« ben oötlig ungelenfig (affen mußte. SBo finb beim bei unb bie San je, bie trunf'nen SacdjuSfprunge, an greubenfeften ? Ser Sitbprambc gehörte ja fo« wohl jur mimifeben, aTS [prtfdjen fPoefie: unb wie fonnten wir ihn oifo nadmiadfen, ba wir bie hoho Sattjfunft ber Alten nicht haben, nicht fennen, unb fogar felbft bei allen fftaebriebten ber Alten, nicht burchgchenbS begreifen fonnen — Unb oon igr befam er beeb ©cifi unb Sieben. grfigmente gut beutfchen Sitetrttur, fischet trenn trir ihn aldbenn blöd ald eitle ©a* ege ber S J? a c b fl b m u n g 6eitocbteten, bei bet tritt gtrar nicht eben bie Utfadjen, ^.reefe, unb ^g>ulfö= mittel bed Sriginnld bitten, ober bod> eine neue, eine beffete 21 rt bet ©ebiegte befamen? — Äaum ! Sitbotamben, netd) bem ©ried)ifd)en ©e= fchmaif nadjgeabtnt, bleiben für und frembe. Snd 11 u n ftt e @ i n n I i c b e , trnd bei ihnen entgüifte, träte oielleicgt für tinftc feine unb artige 2Belt ein 2fergernifj!; bad SJafenbe in ihnen träte und nN lerbingb bunfel, oertrotren unb oft unftnnig, treil ber Silbbtnrnbifr, bet SJJeijjager unb Unfinnige mit gufammengefebtungenen $atiben gu gehen fdjeinen, unb ein elcPtrifcber gtinfe tiad) ihren retfd)iebcnen Körpern aitd) untetfebiebene SBitfungen tjccootbringt. 3bte Ungebunden heit trürbe für unfeoe gtnm= ttifttifchen unb afihetifdten ©efeggebet triber bie 9fe= gellt fdjeinen; bie ©inbilbungdpraft trütbe ber ge= funben Vernunft unb bent ©enbeommun unfted liebelt geitaltetd ©iutfeig ttjun — 33ielleid)t trug alles bied bagu bet, bajj bie Sifbprambert retloren gingen; unb gäbe ed Sitbptambenfanget gu unfrer geit — trit trütbert ihnen einen ©tiet geben, Um ihren jU befahlen Unb jte reifen jii laffen. $öße§ über füllte bet ©tiet fet;n, ben trir ihm geben ? — Sed SJolfd nidit, betirt et fdjriebe ja Sithpramben, nicht gu fangen unb niiroi fiten; fonbetn gu Jefen! Set ©rammatifet auch nicht; bie trürben bielmehr triber ihn febreien! Set fchönen ©eiflet auch nicht; bereu feboned 3bea( mod)te babutcb rer= legt trerben! Ser ernfthaften Äunftcicbter aud) nid)t — ©r mache fictj nlfo fettig, ohne ©tiet nach £>a«= fe gu reifen. 3 ro e i f e © a m ni f u n g. g5 3fber tnie? er finge nadj bem ©efdjmacFe feincr geit, mit einem faltern gjeuet, ohne ©ott SfacdjuS, ohne bic bithprambifdje .Kühnheit unb ©pradje, Beute fdje .©ithprnmben ? Seutfdje Sithpramben fmb ein linbing, gegen bie ©rieeben betradjtet; imb gegen unfre fdjon bekannten Didjtatten nidjtg neues! ©in foldiec fDithprafnbe nach bem richtigen ©efdjmacfe unfter geit, ohne SSacdjug , ohne Sanj, ohne 83e= geifterung, ohne bithprambifdje ©pradje, in eingejog* nen ©plbenmaafien, gehört fo tuenig in ben SSac- djugtempef, als jene ©efdjenbc in ben Stempel beö äffarö nad) einem ©t'iechifdjen ©inngebidjt: *) „2Ber „hing biefe glaiijenbe ©djilbe, biefe fölutlofe 2ßaf= „fen, biefe unoerfefjrte .pelme fjier auf? fDem äffen* „fdjempurger äffarg foldjen hn&lidjen ©djmucf ? äBill „ihn nidjt jemcinb aug meinem Stempel rcerfen? Scfj „errötlje ganj! ©oldje Söerjierung gehört in eine „SSrautfammer, an ben .pof, in bie itrinffafe fei* „ger ©dufer; nidjt an ben 2fliar beS SfiärS! ®lu= „tige Sb'affen, jerbrodjne ©djilbe, burdjffodjne Jpel* „me, bie ftnb mein föergnugen !" tflgbann ftnb fol* dje fDeutfdje fDitfjpramben nadj einem feinen Sbeal unfrec 3eit — entrceber hohe Sbcn ber Gfinbifbungg* fraft ■— ober begeifterte Strirtffieber; fie mögen fepn, »nie ffe rochen. 'fflgbann finb 11$, beging, f£3ei<= fe, ©erftenberg in feinem ©ebidjt; Cfppern; © c h m i b in feinem >Jf o a h , bem Sü>einerftnber; ber ÜJerfnffer bet erften 6 an täte jum ©cherj unb föergnugen, unfre Sithpramben* bidjter, ober nielmehr unfre alten Strinfbrüber, bie fidj einen toilifuhrlidjen fffamen geben. ) f. ffntljol, i. IS, Pli 96 grägmente jur bvutfdfjcn fiiterätut» 3d) nctäweifle affo beinafe an Ditfprambeii, fi-IBfi wenn mir bie ©ried)ifcfen fätten — nun aber ift alles bis auf bie wenigen Siadiricften oerlorcn , bie nieft einmal einen unterfefeibenben föegriff non iiinen beflimmen. Grin ©dioliaft fat ben anbern auSgcfd)tieben, benn je wenig« man weif, befro mehr micberfolt man baS wenige unb ertappet «iel= leieft ben Ditfprambenbicfter, fo wie ben ßometen, bloS in feiner größten ß'ccentrieität. Jporaj in fei= ner Dbe über 93 in bar bat ja feine Definition gc= ben wollen, unb gewiß bannt gar nid)t gebaeft, baß jemanb einmal jebeS non feinen SBorten auffabeln, «nb fid) aus feiner ©tropfe einen fpi fln abjirfeln, einen ©runbriß abjaunen würbe, um in ifm fünjb lief) ju rafen, nüöftern ju taumeln, bei 93 a ft fer ein regelmäßiges ßuan! jtt rufen. Die meificn 93oetibenfcfrciber falten fid) bei ber 7 toKdtt- Xokix bec 5Borte auf, gleicf als wenn bieS cin£aupt= ftücf unb nieft eine notfwenbige Jolge beS Ditfp? rambcngeifieS wäre, Unb überfaupt, ba eS fdjon eine falte SegeijTc» vung ift, bie bloS aus SSeifpielen aufgewärmt wirb: fo iftS läd)erlid), fid) 0 f n e 93 e i f p i e l e, b u r c f Siegeln, ober nielmefr ofne Siegeln burd) f l e i n e St a c f r i c f t e n, entjücfen ju wollen ; über glicfnad)tid)ten fid) einen 9Üeg jur Segeijterung baf= nen, auS Sapplanb übet 3embla nad) bem 93inbuS reit fen; ba fat ber bitfprambifefe .fjegefanber red^t; (AEtftrXMij’X.TrUTCtt , XOLt (TllXXxßOTrEVCriXaß^TXI Ao!;o t uxTiZioo'tc gemacht I^ntte, bie et aus bem ,3n= nern unfrer Oveligion unb Ofation gezogen, bie trunfne ©efangc einer heiligen OfeligionS; unb ©taatsbegeifterung fepn feilten. GS erfcbie= nen unoermutbet 23 i t ln; r n m b e n : bie jti'ar gar nicht in feinen fpian fallen, bie i(;m aber bod) ©eie: genbeit jut -flrufung gaben, unb ihm bei feinen Arbeiten baS nonura prematur in annum rie= tfjen. 5d) liefere alfo non biefem greunbe nicht feine parnbopen 23itbpramben, fonbevtt fein Ut= tljril über bie erfebienenen eines Ungenannten: eS iff frei, aber nirgcnbS binterbaltenb. £»aS Titelblatt nerfprid)t uns 23itb»ramben: bie SSorrebe nerfpridjt fic nur l;alb: unb baS S3ud) felbfl liefert gar feine. Suerjf: iDer jtunftgriff, uns feine ©ammlung non Siebern, als ein ©anseS in bie Jpanbe fpielen, gebt non ber G'infalt ber alten Ditbprani: bijlen nollig ab. Unb non ber SBabrbeit fei 6 fr: benn ftnb biefe ©tuefe Tbeile jurn ©anjen, tneil fte auf einanber folgen? @o ift ja alles, tnaS ich in einen SSanb binben laffe, aud) ein ©anjcS; aber ff in DbenganjeS. Sei) glaube bod) r.id)t, baß, um einen ©prung ju tbun, ©ioilicn mitJSobann ©obieSfp unb biefer mit fPeter granjet. 2)er foll mein großer 2ipoll fepn, ber mir jtnifdjen biefen ®tutfen gufammenbang und) 3dt, ober £)rt, ober Snbalt, ober nad) ben ©efefsen ber ©inbilbungSfraffr Berbers SBerfe j. fcl)6n,8it.u,Äun|l. ir. © Fragmente,. 98 g'ragmente jur beutfdjen Sitcratur. ftnbet. Bermuthlid) aber nad) ben ©efeßen ber 6 in= bilbungSfraft — benn bie crfle Dithyrambe foll bie Begeiferung mahrfdjeinlid) machen. s Jiun! fo hätte ftc aud) an bie (Jungfer SJiaria gerichtet ferm fonnen, um (alleö jugegeben) bie folgenbcn ©egenfanbe ju befingen. Dies wäre noch roenigfenS ein erbaulicher ©tanbpunft geroefen, um nachher äUrdjcnfeufjet an bie tjeilifle SWuttcr jU fd)icfen — aber jeßt ifi eS roiberfinnig, bap eine trunfrte Sftäuabe an bem 3Ba= gen Bacchus je (st Grrbbebert, jeßt eine ß'ntfcßung ber Bejtung, jeßt bie @d)öpfung eines DieicßS, jeßt Ät'ieg, jeßt grieben finget, 9 Ußrwerfe ab= laufen lagt, unb aisbann »om S3acd)uS fjoflich 2Cb= fd)icb nimmt, golgt eS wohl aus ber Begeiferung beS Bacchus, .Krieg unb gelben, halb bieS, halb jenes ju fingen, was oft gar nicht in ben Öftunb eines ©äuferS gehört ? Die SDtänabe wirb aben= theuetlich , bie fid) jeßt an ben SSBagcn beS Bacchus bränget, ben (tfugenblicf am dpebruS unb 31 ho= böpe, ben 2fugenblicE brauf bei SfapoS if, wo fte, (bie SBeitfehenbe!) Slofat) unb ben Sitjein fiefjt, wo fte fdjmarmt, wo fie fingen will, fjoct)faf)renb, wie bie Schwingen ber fBinbSbraut, wo fie, oent BacdjuS begeifert, auSruft: Ijort I unb an ihren Begeiferet unb an feinen SBagen nachher niemals benft, faum an ihn einmal im Borbcigehen benft, ba er burch einen 3ufall eben über eifjenS ©eburge fpajicren fahrt, bis fie fid) it)m enblid) empfiehlt unb mit ihrer (Daphne forteilt: nun SSater! Bacd)uS hilf! — eine üJJianabe mit ber Daphne! eine £iebe jwifdjen jwei 9Ääbd)en! bie gute SJlänabe mujj fich vor bem 9?amen eines Bacchanten fd)ämen. .Sein ©attjeS aTfo! unb.hocp weniger ein S5acd£)t= fcf>eS ©anjeS! Da$ 33egeijierte „gung ber SBoltujt, wie eine garte ©pipe ber fpflarn „je, j« hinten anfärtgt, ber, wie jWifcpeh ©cplum- „met uttb Söacpen, in einen entjuefehben Staunt „palb «erfenft, bie jBilber beffelben ju fämmlen „uttb fiep wapt ju maepen anfdngt, beffen 3ugc „roll ©ujjigfcit fmb, bem aber bie froplicpe Seele „niept fnb ©efiept tritt" —— liefet fcpwinbeft *) SBinfelm. ©eftp, ber fiuttfi Sp. u •© J» ioo grctgmenft gut- bcutfdfjcn ßifcrnfur. tm SBfiqcn : ihm giftet bie Sßcmge: er oerfdjuttet ben 8?cd)er: er Iacl)t: er^fcblurft Stopfen! — @'in hefoffner ©ettpt f'ann betd fepn, nid)t aber bet @ried)ifcf)e fBacctjusS! 3d) ratbe ber fKchmbe, ibn» nicht ju folgen, baniit eS ihr nicht mie ber Sibert gebe, bie einen 5Triegsfited;t flott bed ÜWarS um; armte. — Unb bnf . ba§ gute 3)fdbd)cn ihn mirf'iicb »erfannt b«be, feben mir ouS ber £)itfn;rcimbe: bie «fjimmclöft&rmer! hier, hofften mir, biet mirb im ©treit Dionpfu$ eine ^auptperfon machen: mit rcetben ibn im ganjin Sid;te feben: — — &iovv<70v eqißgoy.ov, Tl^uroyovov, reiycvov, Boutxeiov aj ’XKTCC, Ayqiov, ct^rov , piov, Jixsgtoru , c h- yogtpov, Rtctroßfiiov , Tanfwffoy, x^iov } suov , xyvov } Qyxätcv, TgfSTYi, ßcrgiicpogou , egvecnrsirhov. d£>ier roerben mir, menn mir ibn mitten im Äampf erblichen, mie ibn bie 2l’[ten mahlen, nicht auSrufen burfen, mie jener Schiffer im ferner, *) ba et i!;n anfabe: „Grntmiber geoö ift er, ober ber „2fpoll mit bem filbernen SSogen, ober Neptun: „benn ben fiorbficben 9)icn < 'cben ift er nidjt ähnlich, „fenbern ben ©Ottern im .Clpmp!" fonbern «IS ben Allmächtigen, als ben föänbiqet ber Siiefen unb Un= gebeuer merben mir ibn feben, ober, menn alle# gweite Sammlung. 101 mijjgfucft, fo kennen voir wenigftenS feinen tapfern Gffef, beffen ©efdfrei bieSmaf ©iegbrfngenb iff. — ©o hofften wir, aber alles vergebens ! Die Siiefen ft'nb im -Öimrael; feine gofe ficht ju; «nb ruft enb; lid) mit offnem SJlunbe: Sßeldj ein Streit, o Stier! <3tnb ®6ttet im .Kampf mit ©Bttern! 93acdutS ermuntert ft'd) aus feinet ©chfaftrun» fenfieit: reibt ft'd) bie Augen, tvilt nid)t inS geuer! onblid) fcfjen wir ibn im Sowenpanjet, (ben er Ver= mutbiid) lange gefuefjt haben muff) — aber bem fd)idfrigen Reiben jum föfuck rebet gevS ©emitter, unb ßwatr erfdjeint nidjt e£)er, bis bie geinbe weg ft'nb! — ©o unnujj ift er burchgangig: bähet fragt bieSKdnabc aud) fo wenig nad) ihm, es fep benn, wenn et einmal griebtief) begegnet, unb auS= ruft: baS iji er, baS ifi er! batjer giebt fte ifjra aud) ben Ahfchieb: gabt bin, fahre bin, bu Cbtvenbeätvinger, gabt bin, icb folge nidjt mebt! fJJicfjtS fchlagt mefjr fehl, a(S wenn man bie 93 i I ’b e r r e i h e , bie gofge von Auftritten, vet= folgt, bie inner(id) bie SSegeifbetung unb dufer(id) baS Auge fetten, bte baS vollkommene bid)tet'ifd)e @anje hüben, waS ein ©cmahfbe weit ubertrifft, was vom Sonfunftfer 3)Mobie borgt, um ftd) ju beleben, waS vom hohen mimifdjen SEdnjer gfeid)= fam ^Bewegung annimmt: furj, was Jpanblung heift, baS wahre Äennjeichcn beS Sacdjifchen fpro* pheten ! 102 gragmcnte jut bcutfcfjen Sitcrntur, 3d) nehme ba$ hefte unb einzige bithhtambi» frfje © ijet in biefer ©ammfung ; bie Jpimmelä* f t u r nt e t! uni bie« fortgehenbe ©emdhlbe auf» gufuchen. 3m Anfänge gar fein ©tanbort, unb fr in ©efid)trpunft, ben fpinbat bod) feinen »ermor-- renjten Oben fo forafaltig, unb roenigjten« am 2fn* fange unb d'nbe einroebt , au« bem er fte fjerfufjtt^ einigemal jurüefleitet unb auf bem er fte fronet. sjRit gülbenen ©äuten motten mi», roie am prächtigen fJJaUafie, ben fejierridjteten (gingang flögen: 2>enn roer ein SBerf beginnet, her mache portrefflid) ben 2lnblicf. *) SJfadjen alle Dithyramben ein ©anje« au«; fö taumelt bie SManabe, nach bem ©nbe ber »origen Dithyrambe, an Sacdju« SBagen: unb o ttBunber! fie taumelt juriicf in bie Äinbbcit bet SBett! entfchtaf’nelteonen »orbei* ©o ftef jener ©a«cogncr au« bem genffet ein 5Kaa« »on brei iahten herunter! 3« bießinb; heit ber SBelt jurücftauniefn! Ob S3acchtt« mit feinem ©efolge nicht felbft in bie Äittb heit ber SBelt gehört '< 3fi ba« ©tanbort? SSacdju« foll ja felbft im Sreffen fe^ri; bie ©tanabe foll ja ben *) $inbat. snf. 6, Olymp, 3tt)ei tc Sammlung. ro3 ©türm fcfbft fei)*«/ in ©ebanfcn bis in bie Äinbheit ber SQSelt }urucftaumeln: foll uns nidjt etwas aus alten 2teonen er jäh len, fonbern vor* maß len, fo öormaf)lcn , baß mir nicht ihr ©e= mätjlbe, fonbern bie .£)anblung fclbft fehen. ©o mad)t es feßon fPinbar ber Dbenbicßter — unb $)inbar bet - Dithprambift ? Die cgianblung get>t an: bie ^anabc ffeßt ben 2fetna raudjen; befinnet ftd) aber geruhig, baß vormalS ein JpimmelSfturm gewefen: fie macht unS atfo bauon eine @r}cib(ung, nüchtern, ot)ne geuer unb ©leid)maaS: taumelt }Wifd)en betn iprcU fenS m\b Smperfectum: mahlt halb gegenwärtig, balb a«3 weifen Leonen: ganj unbitbprambifd) feßwanft fie }wifd)en ber ibealifd)en unb ftnnlicßen ©egenwart, ge(st ficht fie: ber mir} eit ben GEau= cafuS aub; ben tfugenbiicS vorher: ich fflh bie -£>inu. mcleffurmcr! ben 2tugenblid! brauf: fie ertßürmtert ft'ch Stufen, fie beichten, fie fdjnoben — unb plo^ iid; : ,,3Betd) ein Streit, 0 Biber! " ©inb ©otter im Äampf mit ©bttern? SDie UtesiS flingt Unb bu Bpau« im Bbwenpanjer! 0?un fommen wir enblicß ins gelb, aber (Schabe; ber 33acd)ante befinnt fieß, baß gevS ©ewittcr ge= rebet hübe, baß bie ©ebürge gebradjt! spiößlicß be= fällt ihn wieber ber fParopiSmud: „unb ihr, unb „ihr ? wo fepb if)r ? — 2t 11 1 w 0 r t: fie heulen ihm „tief im ffiaueße." <5fcnb ! wie bann ber S3acd)ante feinem SSaccßuS ÜEriumph }«rufcn, beffeh große 104 gragntente pr bcutfcfjeit Siteratur. Kbafen er gar nid)t gefeben ? -fiat er bag benn in feinem ©efange gejeigt, trag er nadjfjcr auffreifd)t ; © i e traten, fte friegten, fte finb nicht m e f> r! Unb bie» ifi nod), in 2 (&ftd)f auf bie Sefonos nite beg jUuS-of, ber befte ©efang : Üefer! id) be= reite bici) blog, fie and) in anbern p fudjen , unb bu trirft fte feiten burcf)gefiifut ftnben p einem le-- benben ©anjen. ©ieE;t troI)I bie SKänabe bie 2(6= reiffung ©icilteng? ,,©i(eit lehrte eg il)r: „jegt (im 3 - 1766 .) liegt Stinafrien auf ihnen " mit einem foldjen SBorte «erliert bie ganje ©itbt>= .rambc. inbar ifi feiner @ad)e getriffer: er trill barauf »er allen üDJufen einen großen Cf'ib tljun. *) Ov (plXOVSIHO ? S(ilV üt eou Svesgt? th; etyccv xui y.$yos.v OQxov cy.OGGoa; TZTOyi; CI lTa(f)£ftif TU^JJ- ffbi' fj.£Xtiub. Do, G. Dtijmp, SBetdje Srunfenbeit! (gleleu ! iretcbe Stunfcnljcit! 5(1 bieS je bie Sprache beS ©efufjIS , bet £tun» fenheit, bie fid) nicht trunfen futjlt! Jpciliger ©djaucr! Schauet fcurdjroühlet bie Stuft. ÜBte fie fdjroiUt! fffier biidjt je in biefe (Borte nuS, bet, ftd> felbf! entriffen, empftnbet unb ficht! — (Kenn man eine Sammlung unuaturlidjer Ausrufungen iefen reill, fo I;at man fie hier jufammen: bet Ärieg unb Stieben, bei dpeiben unb ©efdfichten! — Kein! immer bleibt eS bod) wahr: baS S elICC bet Alten brennt: bet ©lanj bet Steuern blenßet t)od)ftenS, ober betrugt im (Dunfein, roie falteS tobteS, aber Ieud)tenbeS .polg. „Alte »ortrcfffiche (Didfet fingen nid)t burd) „Mnftelei, fonbern burd) göttliche (Begeiferung: „reie bie dorpbanten nicht mit Satter Seele tanjen „fo fingen fte aud) nicht mit faltet Seele; fonbern „fo halb fie in bie »erfchlungenen Saborintfje bet „Harmonie geraden, fo rafen fie, fchrocirmen gleich „ben unfinnigen (Bacchanten, bie in ihrer (Begcifes „tung SKilch unb fponig ■ auS (Bachen trinfen — „Aud) bie (Dichter fd)6pfen auS #onigquellen, unb „btedjen, roie bie (Bienen ihren 4?onig aus (Blumen „faugen, ihre ©efdnge »on ben grunenben kugeln ,,-ber (Kufen. (Bahrlidj, ein (Didfer if ein füd)tU ( ,geS, ein heiliges ©efefjopf, baS nid)t eher fingen „fann, bis eS, »on einem ©olf ergriffen, aujjer *o6 gragmenfc jur beuffdjen Siteratur. „Itd) gefegt rnitb, 2f(dbann fingt jener ?obgcfange, „biefer Sitbpvamben. " * **) ) — 3 11 ber Sf;at! id) mollte lieber biefc menigen SSorte gefüllt, ald alle jebn 2)itbpramben gefangen bnben : unb bod) fanb ber fo begeifterte ©ofrated fief) blöd tüchtig — ’ifefo- pifdje gabeln ju fdjrciben: alfo modjte mandjet £>i= tljprambif aud) in bad gelb geboren, mittelmäßige bialogifdje gabeln ju fdjteiben, aber „oom Berfaffer „ber Sit&prambcn," ?fud ber Bereinigung ber beiben berührten ©tiu irtbcir feinen Sbenplan oergleicht. 3ßer auch mir oen einigen fpinbarifd)en £>bcn ftd) felbffc rollige 9ted)enfd)aft ju geben treiß: ntirb baS befianbige Rupfen unb rutftreife gliegctt imfevS iDitbpramben* fangerS bod) nicht mit bem getraltigen 3 u 9 e be$ fPinbarifchen 3fblerS oerg(eid)en, ber ftd) nidjt auf fJtoten unb ipbrnfeS flufet, ber nid)t jurueffteht, ob man ifjn and) erreiche; foitbern — — er , er glüt)t, trenn er jur Sonne jielt, unb in ihr geuet ftebt mit ftarfem unrenranbten bellen SBlicfe, bis er am 3d)rcn beS 3e»s bie fiebenfadje Saft ber Bonner mächtig faßt. — 3Benn fpinbar ftd) ron feinem fünfte tn ber CfinbilbungSfraft ju rerlieren fcheint; fo finbet er ftd) mit befto größerem fPemp, hier mit einem eilige* meinen hoben Spruche, bort mit einer Anrufung an bie SOiufe tc. jfuruef: ©o fließt ein majcjtatifcher ©trom, reich um 2ftme auSjulaffcn, unb fparfam, fie triebet an ftd) ju jieben , in feinem breiten SSette fort, unb traljt ftd) mit fjunbert Rauben braufenb nom Seifen herab, itm fiel) im Sßale jufammen ju ftnben ; ein großer getoaltigcr ©trom, ber Ofame feiner ©egenb; — aber ein Stegenguß, bet ftd) auS ben Sßolfen auf ©anb ergoß, verfließt mit fmnbert Jfeften ohne ©fnmm im ©anbe; er ocrliert ftd) na= menloS unb ift nid)t mehr. Unb tro ift beS JDithprambeit ©plbenmanS ? <5r fpielt auf einer pfeife mit jtrei unb einem §aU io8 gragmente jur beutfdjen Sifcratur. ben Sort: wo tfl bie ©pracfye ? SSo Betrat!): et bie grettbentone, bie ein allmddjtiger ©ried)ifd)er £anj belebte, bet. bem SBaccbuS nadjeiferte, bet Die b)öd)= fteSJfufif, bie jldrffie Deklamation, bie größte £>icl)= fctci Bereinigte ? — baju ftnb gar feine ©egenjtdnbe tmb Einlagen, ttnb bem einzigen i3°f) nntt © 05 b t e 6 f p fdpenEett mir feinen Sanj. £) 5 D?arfpnä! fo triff bie bitbprambifdje glote »om Sflunbe, bie bicf> roie ben‘.tflcibiabeS netunjicrt: er ft lerne Bon ben ©riechen S 3 acd)ifd)e ©egenftänbe roüfjlen, brange bi cf) ju if)ren Kf)6ren, gcjten unb Ädnjm: lerne ben Süater beS Söeins, in feinet gan= jen yevstw; unb in feinen Saaten fennen: fofte, aus ben,£ict)fern, unb aus bem btdjterifdjen fpiato etwas Bon bem ^eiligen Sranf ber Korpbanten; fintt bid) bei etenben Kommentatoren aufjuljalten, bie einanbct .auSgefdjtieben, lerne Born fPinbat nid)fS fferbIid)eS ju fagen, unb prüfe beine SSerfudje nad)* f)cr nacf) bem , t»a§ uns Üucian nod) ju guter legt »on ben ©riedjen nerratljen fiat. To iiS^^oicQ-oa Ss rot sdoTi gxirsgov. A^vu- pcv Js, to pvj 'jr(>oy.x§siv. Kstpcrsgui yccg « 7 T£»f artöv (pgsvsg. *) 3 d) rufe bie$ unoerbeutfd)! bem SSerfajfer ju, bem id) aus Bielen Urfadjen nmnfcfye, fpinbar ju fepn: *) Otpmp, Db. 8. p, 216, ncuf) bet ©djmib. Ausgabe, gleite San:mtung. 109 tfjeilS roeil mir ein gcmcinfcbaftlicbeS ocrfcfyriecneS SSootien £>nbcn: tbeilS rcei! in if)m allerbingS ©enie l)crBOc(eiid)tet — jreei Utfacfyen, roeSmegen $inbac feinem SanbSmanne surief: *) Ao^xv s%eo nv sttj rXwcrcn» axom? cc y's-dsKovrx tt^oitsXxsi hxKKiqcohu ttvoxi?. MargcuSt- ru>(> syx Xruy xyysXcg cg&o$ yivxoyuv crxurxXx M oicrav , yXvxvg XQY'iTKg XyxQdsyXTCVV XOlSxV. 3Butbe id) bie $immelSjlurmer fingen: fo finge icf) an, tuo jefct bie IDitbprambe auff)ort, bei bem SEtiumpfjäliebc nad) bet' 0d)lad)t. >piec toötbe id? r alS SSacdjante, mit meinen 0d)rceftern, ben 3J?dna= ben, alle Sfjaten unfetS ÄdnigS unb feines 0ilenS, ben ©iegSbecfyer in bei- £anb, fo fjerjaucbjen, alS ©erftenberg in feinen profaifdjen ©ebidjten bet einem 50?a£>fe im Fimmel bie ©öfter fingen läft. 3TUeS mufte S^acctyifd) fepn: ber 9Mtar, bie llr= facfye beS 2fnfaUS, unb ber fjfebtat bie golge unb *) Ob. 6, Oltjmp, p, 160. 61. lio grugrtiente jut beUtfd)ett Siferafur. bet Stufen beä ©iegS. Bert grofien fPeter tni'trbett Sfltänabcn fingen, bie bei bcm elften iS3acd)uSfeffe ju 2ijtrafan, bie Sbaten bicfeS 9toab, unb alSbanit aud) bie gartje ©djopfung DtujjlanbS mit einet »er* grtügten Stebfeligfeit prcifen. SWcine Sitbprartlbe auf ben Äticg ictube einen SBcittbetg jum ©tanb= ort fjabcn: in bet 'Jtäbe eine ©cbladjt: 23acd)uS er= fd)cint: bi.e ©d)i»crter toctben S£t)pCfu6ftabe, bie Serge »oll S3luf, ■ Jpugel mit ©fronten »on SluC bet Stauben. — Sie griebensbitbprambe tvfirbc aud) anbetS: unb fPcter geoborotoib unb ©obieSft) unb gttebtid) aud) : ©iciliett fiele tueg — unb im •Detail mufte fid) alles änbetn, toenn ttid)t bet Sitel sine vitulo, ebne ben s Prei$ bet Sitbprami ben bleiben foll. 3d) befd)liefe, ba meine Seuttijeilung fd^ort eine Dibapfobie fPinbarlfd)it ©teilen getnefen, fut bie Sefer, bie fid) an fo »iel ©ried)ifd)en SBortett geärgert, mit einem bibafrifcben Stinfliebe, ba§ freilid) nid)t fo febt oom Srinfliebe abt»eid)cn mäd)tr^ als bie Sitbprambrn »on iljrcn Driginnlen. (Sä bat jrcar *) „immer eine @d)ivad)[)eit an fid), bet bie „mebtefien unfret Rotten unterworfen. ftnb (babet „finb fie aud) t»inbid)te, eitle, jurtge 5ftenfd)en), „(5$ »crtaufd)t offenbar ben männlid)en evnjtbaftcn „Seiffton gegen einen tänbelnben;" aber inet bann fid) helfen, eS fagt bod) bie bitbpcambifcbe SWet;= mutg eines gteunbcS über fi>riod)ifd)e Sitbprambcn. *) f» Cit, ®t. Sb. 21. p, fgi 3»eite Sammlung, ui ©itbpramben foU id) fingen, §ier bei Deutfdjem SBein? Stein! bjiet foll fein ©riedjifd) Sieb etflingett, ©eutfdjec SBatec S3acd)ug! Stein! £aben tiefe SErinfpof&te ©ittjprambenmaag? > • Unb baji id) ®efnng beg S3acd)ug mdi)(e, reidjfi tu )»of)t, mein fleineg ©lag? Um mich tanjt t»oi)t eine ®d)6ne JDitljDvnmbentanä ? Unb erfängen mit Sppbentbnt tiefen Äuß unb bicfen Äranj? © fo mbgen ©pbeufconen unb ein ßagrec ©ricr, 3Cltec ipinbar! bit ©efänge lohnen; bod) nid)t SSciße, U& unb mir. ©eine ©itfjßtamfcenfrSnje fjat bit 3eit geraubt. ®ief)! ©ntfränjter! ft'eb! mie ftifcf) id> glänze ganj mit Sfiofenbuft umlaubt, ©enn mag gehn mid) Sürfcnfrieger ■’-* 1 ) .|>immelgfltirmer 2 ) an? 9>eter 3) pflanjte SBein! — (ja! nid)t bet ©iegev 1 , 6c aig Stoaf) ift mein SJtann! 1 ; a) 3) f. bie ‘aitbprambe». 113 Fragmente juc beutfc^cn Sitcrafur. 2cg ber .Krieg (i) bte £otte mefjre, fernst ein Äirdjeniieb! Stur baß er aud) Serge SBein »etbeere, 2arauf fluctjt mein fjeilig Sieb! 3mmer finge geiebriefjb 5) Späten, brancr ®venabier! eins nur! ben Stegicrcr feiner Staaten, ben GEtjampagner, tag er mir. Smmet raf’ auf ipinbarS Ccijcc Ijobc' Sidjterwutb! fiJtid; — mid) t)i$t beS üKbeinrceinS cbfeS geucc bis ju eines StinfliebS ®lüt. SBenn benn bieS mir »on ben ©prbben Äug unb met)r erswingt; SBenn’S bann ben nom 3Bein entfdjrcornen S3l6bcn gitternbfut;n &um ÄeldjglaS bringt: Ö fo fonnt if)r rafenb machen, bie ibr rafenb fingt — Sagt uns, Stüber! trinfen, fingen, tad&cn! 2a mein Sieb ben ffiedjer fd;wingt! t) 5) f, bie Sitbprambem Zweite <3 n m m I u n g. 3. 3Cnafveon unb © t e t nt 11 3 shrei SSergleidjungen ffnb mißlungen; aber bec S£ejifd)e .©anger, milber unb berablaffenbet, tnarfjt mid) fut>n, iiin mit unferm 2Cnafreon, bem !ieb= lidjen ©leim, ju vergleichen. SBic haben mei)r 2fnafreontifd)e Sidjtcr, al# ifjn, trenn »fr ba# 2fna= freontifd) nennen, tva# von Siebe unb Söein ft'n* get: trenn tvir aber ba# y.eXns .be# 2f n a f c e o n # im 2(uge behalten, ba# meiften# ein flein ©emdlbe von Siebe unb ©cfjon&eit enthalt: fo tvirb man gleich bie Siebe#* unb SBeinlieber be# Scßingl, SOSeifje, U j, 2p a g e b o t tt 6 unb felbji einige © ie \- juiftlje ol# eine befonbere Gtaffe 2fnafreontifd)ec ©ebichte nttfeben, 3d) nehme a(fo nur von ©leim feine jtro erjien Sammlungen, unb bie fieben @ebid)te nad) 2fnafteon# Spanier jur SSergleU d)ung, @s ijf eine feine iteitif nbtfjig, um bei fol= d)en liebenSroutbigen jfleinigfciten ben iSfjarnftec be$ ©dnget# ju ertappen ; unb eine noch feinere, jnw au§ fo verfchiebnen ©egenben unb filtern ju vergleU d)en — einigen tvirb meine ^Parallele finbifd) vor= fommen ; aber biefc einige finb meijfen# foldje, bie eS ju ihrer Beruhigung gar für unnub galten t über hoffen ju benfen. 2fnafreon# Silberdben nähern fielt) meijfeh# einem fleinen 5“beal bon @d)bnf)eit unb Siebe; unb trenn fte bie# nid)t erreidiett trollen, fo fie(;t man ein ■Berber# SBcrEe 5, fdjbn, Sft.u, .Ranft. II. .)p Fragmente, n4 Fragmente jut beutfcben Siteratur. feines Porträt, nad) bem fcbonen Crigetjffnn eines Vorfalles ober ©egenfianbeS gebiibet: ein allerliebffeS ©riedjifcbeS Siebten, baS bie ©elegenbeit ctjaraf£eri= firt, bie eS gebar. Die erffe ©attung febreingt ftcf> auf jut feinen 3bee ber ÜSollufl überhaupt; bie jroeite, bie in bie Umfianbc eines 3 nbiuibualfal(S grabt, nähert ftd) ber erfien, unb reo fie ü;r nad)= bleibt, giebt fie ftd) eine Art »on 33 eftimmt = beit, ©puren bet 9 Jienfd)lid)Eeit, bie, reie ein ©rubeben im Äinn, bet ßinbtutf beS ginqerö ber Siebe, reie baS Sifpeln beS AlcipiabeS felbfi mit jur @ct)6n()eit reitb — Unfere gemeinen Anafreontijlen ftnb glebermäus fe, bie in ber mittletn Legion bleiben, baS 3 ben[ nid)t erreichen, unb bei Anbeufung beS Vorfalls nie» brig reerben. Aber ©leim ifi ()ier bet 3 $erglei= d)ung reerti): et verfebonert mebt, als bie granjofi* fd)eit Anafrcontifien, reeil er bie Sfeife ber fftatttr btoS 511 erbeben fud;t; nur ftebt er bem SDejet nad). ©in Drittbeil feinet Siebereben ftnb fd)6ne fPortraite, bei ßenen ber SSotfail burcbblicft; jreei Drittbeile aber fampfen ä't>ifd)en bem eignen ilon unb ber Annabe= rung jitm ©rietben: erhaben über bie Aebnlicbfcit, unb nocb entfernt 00m Allgemeinen. s Jhtn reeip man aber, bajj Die ©riechen ihre guten Urfatbcn butten, bet ihren Dlpmpifcben Jöilbfäulen lieber auf ©d)bn= beit, als Aebnlid)beit ju feben. Daher ifi im 2 (lten mehr Einfalt: Gfinfalt, bie fein ©an$eS gebiibet bat, unb bie id) an Übet* len nicht bemetfen barf. 3m Olcuen bcrtfd)t fie mehr im Detail, unb im ©anjen ijf oft, ffatt bet fcbonen Einfalt, Äunjl bemerfbat. -SKan tnrgleicbe Ana* 3 tv c i t e © fl in m [ u n g. irs freong Staube unb ©reim« SKopgcften, ©[einig SWnler unb 3[nafreonö 9J?nIct, 2fnafreong 6 h r i) f 0 g unb © I e i m g ©ttnbe u. f. tu. bei na c £)= ge bi (beteti ©rücfen fallt bet ©eijf beibet $ün|1: (ec in feinem Unterfdjiebe am erffen in bie 2fugen. Ser illte fennet fid) gleicfjfarti minber; ber teuere lafit und fein ©djoneS burd) SBorbereituttgett unb Folgerungen empftnben, unb fdjlieft oft ein Sieb voll ®ried)ifd)er ©infalt, mit einem ^ranjöftfclj tvi(ji= gen ©infall, ber ein Öpfer für unfirn tvigigeti ©e= fdjmacf iff* SBeibe Sichtet finb ©o&ne ber ©tfljie > unb ©leim« 23ilb ftei)t nidjt ofjne ffiebeutung vor ber 3BinfeImannfd)en 2[bbanb(ung übet bie ©ra^ie; allein ber ©riedje mahlet unb bcd) iuef>r eigentlidjen 9vei j; biefer öfter habe biefen tarnen von bet SEaube beS alten ©riechen gehört, bie id) unöermutf)et antraf. 1 tt d { t t o n S Saubf, ®ot)er tm, liebe Saube? SBober, fo reief) an ©alben, in beten ®uft bu fd)Wimme(t unb fanft bie glügel fdjldgjt — SBotjin gilt beine Sfteife? „®u fennft midj nidjt, mehr, Älter l ÄnatreonS ©efpielin, bie mit ibm tränt unb (ad)te, unb fid) aus feinen #anben *) ®ie Sieber nach bem Änafreon t>on ®teim finb nadibem id) bieS gefdirieben, erfdjtenen; id) glaube aber, fie betätigen meinen ganje parallele febr augemfebeimid), wenn id) fie als Stacbbils bungen, nid)t Ueberfc|ungen betrachte. 3tt>ct£c Sammlung, i Sie golfencn Äbrner raubte, unb fdlief auf fritier Ceper, unb »oc bcc ffltorgenfonne ihn in ben fchbnften Sraumen SOtit ihren glügeln hecfitc — Äennji bu mid) noch nicht, Wlter ? 2Cct)! id) f)ab’ itjn »erlobren! um beffen ®rab bie 2£mor§ unb ®ra$ien einen £atn uon 3tof’ unb SJthrtb’ gepftanjet; hier Ijab id) lang unb immer Vergebens! meinen Herren befeufset — unb gegirrqt ! 3»ar fdienfte mid) ßptbere fiatt feines fdjönen ©petlingS balb einem ii)ter Änaben;*) ber gab mir viel ju fliegen, }U cffen unb ju trinfen unb bod) mufft’ id) entfliehen! — Unb habe lang auf Sergen, auf Selb unb Saum gewöhnet, Unb mid) fdjpn alt gendbuct, bis mich für meine SEeeue Gpthere einem ^weiten Stnafreon ief)t fdjenfet. S5em hat fie mid) gefdimMet, bem wieber jung gefalbet, bem fdjicft fte biefeS .Sränsdjcn, ber wirb mich witdig pflegen. *) <5atuU. n8 Fragmente jur beutfehen Eiteratur. 9lun SBanbrer, weift bu alte« »on beincc alten greunbin. gafl ift mein iDuft »erflogen, faft mad)teft bu mid) fd)i»a|baft, ivie ©. * unb ff.'. * ' Späten. " 4 - SEpvtäu§ unb bec ©renabici, ?(be» ©feint gilt bei mir in einem anbecn @e= ftchtdpunft noch mehr— er ift unter ©tenabier. *) SEprtäud unb ber ©renn hier — ich glaube bei biefer SSergleidjung eine äu»erfid).tfid)e SDtiene am nehmen ju tonnen. Sencr trat bad ©efdtenf bed £)rateld für Sparta, tote biefer für ben 8fuf)m iDeutfch? fanbd; id) fage nicht, für ben 9 iuhm feine« .£)ecrd, weil biefed vielleicht einen. Sprtnud nicht fo nothig hatte, atd bad muthiofe Sparta. ®afj ber IDeutfche nicht burdt feine Eieber eben baffelbe äJerbicnjt, unb eben bcnfelben Eohn hat erlangen tonnen : liegt nicht an feinen ©efangen, fonbern an unfrei unpoctifdfen geit, in ber man nicht mehr, t»ie in ©vicdjenfanb, ben SJfufen »ot ber ©djfacht opfert. Sott waren feine Eichet - unter Raufen = unb Scompetenfdjall er= flungen: fi; hatten bie gähnen »oit ÜJhtth empor gefchmungen, bie Sd)ivevbtci; enthielt, bem geinbe *) ßit, S 3 r, Sh._i7* p. 6, 7, 3mc 1 1 c S am m In n g. ii9 panifdjcS Sdjretfen jugetont: fte waren, wie 3u= ftin eS öom SpttduS fagt, hortamenta virtu- tis, clamnorum solatia , belli consilia gewefcn : tantum ardorem militibus inieeissent, vt non de salute , sed de sepultura solliciti, tesseras insculptis suis et patrum nominibus, dextro brachio deligarent, vt si omnes aduersum proelium corisumsisset, ettemporis spatio con- fusa corporum lineainenta essent, ex indicio titulorum tradi sepulturae possent. — ©ie bdt= ten Sparta ben Sieg, bem Sauger baS ffolje f8uc= gerrccbt in S p a r t a , tinb baS nod) fieljere ©e= fdtenf: bie ltn|terb(id)feit, gegeben, „Poetin ©(eint „cö fjdtte batjin bringen fottnen , bajj bie ÄtiegeS; „(i e b er b e S P r e u ft i f c t) c n ©rcnabierS in „beS gemeinen Solbaten $dnbe gefommen waren: ,,fo müfjte er in ben 5>reugifdjen Staaten unter ben „25td)tern ben erfien Siang nad) ben erbau(id)en ba= „ben."*) 3n 2CbfTd)t auf fein SBerbienfl; jeftt bat er wenigftenS baS Slerbienfl um bie (Sijre feiner 9ia= tion , bajj er fftationalgefdnge gefangen, bie feiner u n f t c r 9? o c b b a r n () a t , feiner u n f r e r 9J a c b b a r n uns entwenben f a n n, unb bie uieüeidjt mehr als Spttaifdj ftnb. Sie ftnb 9iationa(gefdnge: noH beS Preugifcben Patriotismus, ftügcn fte ftd) auf bie jebeSmaligen Umftdnbe itjrcr ©efegenbeit. iDcr ©re- itabier rebet oon großen befannten S5egcbent)citen, bie *) 2Cbbt oom SSerbienlt p, 367 . 120 gcagmettt? jut beutfchcn Sitergtur. jebmnann aufmerffam machen: bie heroifdjen @e=. Innungen, bet ©eij nach ©efahren, ber Stolj füc baS 33aterlanb ju fterben , ift feine einjige $8egei]1e= rung : hier l)nt einmal ein 3Deutfd)er Sichter über fein SeutfdjcS SBatcrlanb ad)t unb brat» Seutfd) ge= fangen, ohne an anbre Stationen fein ©enie ju »er= pachten. Unb fotchen ©rennbiet fjat üielleidfrt feine Station »on unfern 9Jad)barn. ’ 3d) habe »tele gran= jcfi'fdie ©ebici)te im »origen Kriege gelefen, bie aud) ben Son beS Patriotismus» gegen bie ©ttgfanber an= geftimmet haben: allem roenn mir »ieie @tenabier$ hätten, ~ @o fdjlagen mir ffe mit ßjefang XBie Sriebrid) mit bem ©djmerbt. 33aS ©efpracl) mit ber S e u f f c b e n SSufe rebet hier an meiner «Statt gegen bie §ran= jofen; unb »on ben (Snglifdjen Sichtern ifi mit in ben neuern Beiten fein Stüef befaitnt, baS fo »iel als bie ÄricgSIiebet ttjiegen follte; bie alten S5al= I ab S nehme id) aus, mit benen mir unS freilich nid)t meffen fonnen. Unb bie heften feiner Schönheiten finb baju un= uberfegbar. *) Sie eblc Gfinfntt, bie Seutfcbe rauhe Stärfe, bie Roheit unb .Sut-je feinet Silber, Scbmung unb Äolorit, aifeS ift fo fehr in bie Saune, unb in b*n SBohüaut unfrei- Sprache eingetaud)t, baff biefe menigen Stücfe gleidjfam ein ©ränjftein A fei)n fcn= ) eit. Sr. Sh, 16, p, 50. Broetfe Sammlung. 121 neu, wo unfee Bichtfunff an granjofen unb ©ngs lanber granjt. Bie Sprache beS ©renabierS fann, ohne ju »edieren, Weber in (Jran^oftfche fProfe nod) fpoefte übergetragen werben, unb non ber ©nglifdjen fpoefte , bie » 01 t SSeiwhrtern unb SSilbern flrojet,*)' unterfcheibet fie fiel) eben fo glücflid). Biefe @pra= d)o ifl bie wahre Beutfdje fftationallaune; ihr Berits fche! müßt ihr fchon nad)ahmen, fo ahmt lieber eu= re SanbeSleute nach, als frembe Nationen, um lä= d}cr!id) ober »erddjtlich ju werben. SBir haben alfo wirf lieh einen St) r tau 3, unb wenn wir ben fpian bet ©tinfe, unb einjelne Sheile letrad)ten, nod) mehr, als ihn. fpiato würbe utts ferm SanbSmann bett Sitel eines ©bttlichen nid)t abgefchlagen haben, unb wenn bie unwiffenbe geit feine SBerfe fo ungeredjt oetjehren follte, als bie meijten bcS SprtdtiS: feine eilf ifriegSIieber haben mehr 2Cnred)t auf bie llnflerb!id;fcit, olS bie ©rie- d;ifchen oiere. 5. Z t) e 0 ! v 11 unb ©epn et\ S3on allen Sßerfen beS Schwei^etifchen ©cfi= nerS liebe id) feine Sbpllen am meiften, unb will ffe mit ben Sibyllen beS SlfeofritS perg!ei= *) ÄlcijtS SBcrfe, 2 ter Sh- $eof. 3Cufffi§e. 122. grogmente $ur beutfcbcn Siferntur. iet „iff in tvenig SB orten bie S5cfd)teibung »on oielerlct „2fcten non ©cbicfjtcn , bie alte ju einet Jpauptflaffe „ben S (in b g c b i c f) ten überhaupt, geboren, i) Sie „35efcbaftigungen »on fleinetn ©efellfcbaften nad) „bet ÜRgtur. 2 ) Gfben bicfelbe und) bem Sbeaf. ,,3) Sie ©inpfinbungen unb Seibcnfdjnften bet t'fei* „nern ©efellfcbnften nad) bet 9Jgtur. 4) Offen bie = „felbe ngcl) bem 3beal. Sie erfte iff baS eigentliche „Sgnbgebicbt: bie jireite fommt mit bet föefd?rei= „bung beg golbnen SBelfaltetä überein: bie britte „iff eine 2frt oon Snnbefloge, bie nid)t gnnj ju »cts „rcerfen iff: bie reabte Sbplle SbeoftitS, Sit; „gil3 unb ©efjnetS. 28a« iff nunmehr bie „3 bp Ile? 9?id)t8 aß bet finnlicbfte 3f u $s „b tu cf bet hocf)f f wetfcbo n erte n £eiben= „fc hoffen unb Gr m p fi n b u n g e n folchet enfchen, bie in fleinetn © e f e 11 f c b a f= > ; fen jufnmmen leben."**) — Set finnrcicfje *) Sit. ffir. Sb. i5. p. u3. **) p. 12b 123. Breite Sammlung. 123 25. mag «IS Seobacbter OJed)t Ejabcrt, in bet 'ün= wenbttng ftnbe id) einige 33ebenflid)fciten. Buer ft: Sanbgebicbt, ©flöge mib 3 b 9 Ile: bet @od)e nad) mag ihr Untcrfdjieb w e» f entlief) unb notbwenbig fern; wer nbet gibt ben SBorten ben allgemeinen äBertb: btt follft eben bad bebeuten! Unfer Äun(ftid)ter glaubt mit @cb leget einerlei unter Sanbgebicbt ju »erflehen, unb ed ijt jroifeben ihnen bod) ein Unter* fd)ieb. ©cblegel »erficht baruntet blöd ein 2 anb« fcbaftdftucf, eine ©ebilbetung bet ©egen* fianbe bet 0?atut ; 25. mei)nt ja [eben Sefcbofth gungen baruntet, unb alfo wirflid) J?an blutig, road jener bod) fdion gut ©flöge rechnet: ber $ran? jofe oerftebt roiebet wad er will, unter 3 bt)Ile unb © Eloge: wenn auch nur io ©titefe »on Sbeoft'jt . unb 33irgi( aldbenn noeb ©flogen fcpn fonnten ; ge* rutg, trenn er nur feinen Jontenellc behalt; ein 25cutfcber wirft ben ^ontenclle b fr oud, wenn et nur feinen ©efjner behalt — @o beftimmt ein jeber willfubrlid) , unb weil fein gefcbgebcrifcbcr 2 tri fto* tel ed »orgegrbeitet bot / ohne ©inbeit. fffiad ifi ju tbttn ? SEbeofrit, SRofcliud unb Sion hoben 3 bt;Ilen geliefert: and i(>nen abjirabire man alfo ben Segriff bet 3 bi)llc. 23irs gil bot feine, ©flogen, genannt; um ben Uns terfd)teb ber tarnen ju befrimmen, befrimme man ben Unterfd)ieb ber Süctfe. Ohm »erglcicbe man bie 0?cu= ern mit ben 2 C(ten: wie ftnb fte ron ihnen unter= febieben, um neue Älaffen ju formiren ? 2 Bie rief ©attnngen gäbe ed, bie nod) ungebraud)t finb ? Unb wad ifi enbfid) bad Sanbgcbid)t überhaupt ? - Btiet'fi olfo ! SBcnn cd »ict Ärten »on Sanbge* 124 - gragmente jut bcutfdjen giteratut. bid)f gibt, tretdbe ift bie dtteffe ? fPotttaite, tmb fd)ted)te fPottraitc ftnb eher, a(S Sbeate, als hochfi rerfdionette gbeate; fo muffen auch bie erffen ?anb= gebidhtc getrefen fepn. Sonnte bicS nicht eine Utfa= clje fcijn, (trenn gegen ben ©igenfinn bet: Seit noch muthmap fiche llrfadjen gelten) inarum not 3: b e o= Seit alle ganbbid)ter verloren gegangen ftnb, trotttm fctbjt bie meinen @ebid)te feines gebrerS, 58 i o n S, verloren gegangen ftnb: ireit ft'e vielleicht bie fftatut noch ,u gemein portratirt haben? 9?ur Sheofrit, ein fpater Sid)ter, tnurbe bet erfte Änfangct einet gotbnen ©poche, treit et eben ben Seitpunft in ben ganbgebid)ten erreichte, bap feine vorfchonerfe CRatuc and) feinen Seitattern gefallen fonnte. 2iber trelcpe Üfatitt [;at et vetfehdnert? 33 c* fc hdftigit n gen ? £>ber ©mpftttbungen unb gci= benfdjaften ? Set Anfang bet Sidjtfunft ift trahr= fdtetnüd) eher von geibenfehaften, als biogen 33 e= f ch a f t i g n n g e n getrefen ; biefe traten theilS nid)t tretth, tpeits nicht hinreidjenb genug, um SidHerei hcrrotjiibtingen. Sie« betätigen bie dlteften 33ei* fpiele, upb bie Senntnip bet etften Seiten noch meht. Gt)l geibenfdjaft, bann ©mpfinbung, bann ffiefdjaf* tigungen , unb enblid) tobte Malerei: fo iji.ber @e= genftanb bet Sidjtfunft nach oerfd)iebenen Seitattern gefunden. ©ben betfelbe ©djritt, trie au« betSbpde, bet ©d)dfetbid)tetei, eine ©flöge, ein ganbgemdtbe entfianben, hat eine anbere SBetanbetung jut fPa= faltete, trie au« bet .&omerifd)en gtiabe, eine 2feneü be, aus bem ei<$a beS fPinbatS, eine £>be beS 3g o= raj, aus bem psXos beS 2fnafreonS, eine Sdnbclet GatultS getrütben: jene tebeten butch 2(uSbtucf Zweite ©iiminliinä, 125 unb £>anblung, biefc rebeten burd) SBotfe imb ©d)ifberungen : jene bewegten burd) bad, »ab fie jeigten, burd) ©mpfinbung; bei biefen fam e3 fefjc in S3etrad)t, auf » a 6 2( rt fic cd »orjcigten — 5Uirj ! trenn Sbplte baS Sanbgebid)t ifi, ba$ Seibenfdjaften unb ©mpftnbungen {'feiner ©efeltfcbafs ten auf bie ftnnlidjfic '2lrt auSbrficft, fo ift Stieofrit ein fjbplletibicbter, unb jwar bev oollfommenfte unter alten , bic id) fenne. 2fbet ©mpfinbimgrtt unb 8eibenfd)aften na cf) bem 3beal?*) $ 6 cb f t»er fc b 6ne 1 1e Sie© benfdjaften unb ©mpftnbungcn i ©ine Sf eiben = febaft, eine ©mnfinbung f)o t f> ft t>etfd)ünert, bott auf ficibe n fc b a f t, ©mpfinbmtg jtt fepn: j»eiten$ , fie bot feinen finn lieben 2f u s= bruef: bad bbcbfte ©ebene Ijat fein Siilb, 5Bir »ollen biefc jtuei Utfadjen febon! ©in ©d)a* fer mit boebft »erfdjonerten ©mpft'nbungen bott auf, ©d)afer ju fepn; er »irb ein poetifdjer ©ott: baS ifi nid)t mehr ein ?atib ber (frbe, fonbetn ein ©tp= fiurn ber ©Otter: er bnnbeft nidjt mehr, fon= bern befdjaftigt ftd) bodjfiend, um feine 3beaU grojje ju jjeigen ; er »itb aus einem SRenfcben ein Cfnget, feine Seit ein gereiffed gigment ber gefbnen Seit. — Unb profitirt ber Siebter babei ? £>bnmog= lid)! UnS tubrt nichts, »ad nid)t mehr STfenfd) ifi: ©otter, bie nid)t menfdjlid) »erben, berottnbern »ir bödjfienS mit faltet S5e»unberung: fo entgeht bem Siebter »iet »on feinem SwecE: unb nod) mehr *) p. iah. ia5. 126 Sragmenfe jut beutfdjen Siferafur. von bec 5J?anntcifaftigfeit feiner (5f)arnftc te- SBenn id) immer bte bod)ft verfdjonerte £, jenem philofopi)ifehcn epel= ben gleich , Qui metus omnes et inexorabile fatum Subiecit pedibus — — atdbann rodren fie unertrdglid). ©eine Siebe roirb jfürmifd), mich SRaferei bie jum Sobe: felbft feine ©rajie'n ft'nb nid)td weniger nid h och ft n e r= fcljonertc Sbeate. 2 fud jeber 3 bpttc nuig id) groben hietoon. anfubven fönticn, roeil ich bie» eben für bad ßhnrafterftücE bevfelben halte. 25er Äunfftichfer oemirt-ct fid) felbft in feinem eigenen ©eroebe, wenn er auf bie nie beigen jjü= ge frogt, bie bie granjofen im Sheofcit nid)t audfiehen fönnen, unb löfet bied jRdthfel fo auf: „weil in ber. 3bijlle Seihen fchrtften unb @m» „pfinbungen bid auf ben hödjjten ©rab berebelt ,,n)erben, fo tf>«e ber Sichter wohl, bap ec ihre £e= „bendart nicht jugleid) mit ibeolifiret. *)" 3 d) glaube, her Sichter tbut nidjt gar 511 mehl brnn, benn je höher bad eine verebelt wirb, befro mehl' mug bad anbre »erefelt roerben. Sie ScbenSart, fagt er, gehöret nicht mit ju f e i ne r 'X b fi c h t ■; allerbingd! hnt ec nicht fürs oorher felbft eine ©flos *) 5it. SSr, Sh. 5. p, 13h, i35. 148 Fragmente jur beutfd)cn Siferafur. genart für bie Sanbbefdidffigungen audgemacht: unb »dg ja eine ganje Grfloge abgeben bann, feilte bad old Süieil bei bem anbern fo unbeträchtlich ferm. ? 2fbet butd) biefen Äunjfgtiff wirb bet Sefet and bet 3rte bet ibealifd)eit 2Belt auf bie fftatur jurücbge= führt? leibet! ja, aber aud) ;u bem ©cufjet ge= bracht: warum tjat micl) bet Sid)ter in bie ärger* lidje St 1 '« geführt? hatte et nicht biefen ibealifdjcn Sraum gehübt, aldbann hätten feine Q’harabtere an SJfannigfaltigfeit tinb SSeffimmtheit gewonnen. Set Äunfiridjtet flehet ftd) nad) S3eifpielen um, feinen ©ebanben ju erläutern, unb ich — ju tvibetlegen. Sheofrit ifi ffieifpiel genug! föfan fledjte in irgenb eine ©efnerfche ^bpUc einen S£heobritifd)en nie b r i= gen 3 «9 ein; et wirb unaudfiehlid): im 3f)ecs frit aber ohne verwohnte £)hren nicht. Sßie bommt bad? ,,@efnerd grofted fßetbienjf ijf, baf et bie „©djrnnfen bet SSerebelung fo genau ju treffen ge= „wuft." Unb Sheofrit nidjt fo genau ? Unb h nt bod) fein 3beal hochft oerfchonett? ©eher» famet Siener! Set Äunjfrichter h«t fid) blöd in bad 3beal feinet (Sintheilung unb (Srflärung wegen verliebt; fo halb et fein Seftniten vergift, bebennt er felbjf: *) „Sftan hat bie Cfmpftnbungen bed Sanb» „manned verfdjonert, bem 3bcal nahet gebracht, bod) „fo baf fte ihre 9fatut nicht oblegen!" jjlun ffnb wir fdjon meht greunbe, bod) nicht völlig: wenn bad 3beal bie hochjfe ©chonfeit bleibt: fo ffefjt SS i r= gil übet Sheofrit, ©efnet über SS i tgil, unb Son« ) p. m. greeite «Sammlung. 129 gontenelle über ©efner; unb id) tangire um; gcfef)ct. Sag Sbcal beg ©cftdfergebicfttg ifl: wenn man (Smpfinb ungen unb.Seibenfcftaften ber SRenfcften in fleinen ©efellfchaftcn fo finn lieft jeigt, baf reiraufben 2 fugen = 6 l i c f mit iftnen © c ft d f e r re e r b e n, unb fo toeit oerfeftonert jeigt, baf reit eg ben 31 u= genb lief re erben re ollen; furj big jur 3 Hn= fion unb jum ft d eft f t e n 933 0 ft lgefa 11 e n cr= ftebt fieft ber 3 m cf bet Sbplle, nieftt aber big jurn 31 u Sb tu cf bet SSolIfommenfteit, ober jut motalifeften 93 e f f e t u n g. 2fug biefet S3emerfung, bie ieft anbetgreo bereei= fen reill, folgt oieleg ju meiner parallele:, je ndftet id) bet 9?atur bleiben fann, um bod> biefe S'Hufion unb bieg SSoftlgefallen ju etteieften; je feftoner ifl meine : je meftt teft mieft über fte etfteben muf, bcflo moralifefter, beflo feiner, beflo arti= get fann fic reetben, aber befio meftt oerlicrt fte an poetifdjer Sbpllenfdjonfteit. Sieg ifl bet llnterfcftn'b jreifdjen SJfteoftifg unb ®e f ne rg. dftarnfter. Sfteofrit feftilbert butcftgdngig Seibenfcftaft; ©efner, um nieftt feinem Sbeal ju nafte ju tte= ten, ifl ftietin roeit blober. @0 reie ung ttnfct Söoftlftanb ju einer ©eftredefte gebilbet, bie mit für ung fcftdtt fdft, fo feftmeefte oieleg bem ©e= fd)macf ber ©rieeften, reag ung ju flatf ifl. ©eine ©cftdferleibenfcftaft bleibt immer meftt fcftleicftenbe Neigung; bie roeufte, jdrtlicfte Siebe, ju btücfen, ju fterjen, ju füffen; bieg ijl bie garbe, bie man überall fteftt. 3f m 0 n t a g , ein ©eftdfet, bet fid) beg .feerberg SBerfe j.fcfton.Cit.u.&unft II, 5 Fragmente , i3o grngmettte jut beutfcfjcn ßiteratur. 33aumS erbarmte, Idft itnS, rcie 9?a m m le t *) fagt, fcfjliejjen, „rcaS rcirb nicf)t ein größerer 23erfaU bei ihm rcirfen?" fo f c f> liefen, glaube id), f'ann man im ©cfsner oft; aber eS fefyen? — feiten! 5£f)eofrit fd)i(bert fleinete men!d)lid)e ©efetl= fdjaften, rttrf)t „rcie fte ber SSBeltrceife in ber £efo= „nomif motalifcf) betrad)tet" **) fonbern rcie er fte als Siebter »on feiner 3^'t abjfraf)iren fonnte, um finnlid) ju teilen unb jtt ubemben. Seine Sitt= liebfeit ift alfo aud) ntd)tS minber als moralifcb, fonbern politifcf), biefen fleinett ©efeUfdjaftcn fo fern angemeffen , bamit fte reijen unb i 11 u b i r e n. SaS gan$e gofbene Sißeltaltet, in rcelcfycS bie Sd)rcei= jer bie alten Scfydfer fefjen, ijf alfo eine fci)6ne ©rille: bie ©ried)ifd)en 3bt)llenbid)ter reiften oon einer volI= fommen golbnen j3eit nur im feligen (Slpfium bet ©Otter, unb in ber Sußenb ber 2ßelt, reo bie Jpel= ben lebten: ba fdjopftcn bie ßorpbanten attS 3)?tld); fttomen i()re SSegeifferung; aber SbeofritS Scfydfer fcl)6pfen flareS SBaffer: ja aucl) ba nid)t einmal waren bie gelben ben feligen ©Sttern gleid): unb SfjeofritS ©d)dfe» follten eS fepn? 83attuS, ifi fpolppbem, ifiber arme gifeßer benn in bem glucflid)en, reijenben 3flter, rcie man baS ßolbne maf)lt? 2fber rcaS gercinnt £f)cofrit babei? ©r fann rcirflidje Sitten fd)ilbcrn. Sa er fein @enidl)lbe aus bem 2eben portratirte, unb bis auf einen gerciffen ©tab erl)6f)ete; fo fonnte er aud) 2c= ben in baffelbe bringen. *) f. feinen SS a 11 c u p, **) f. fiiter. SSr. im angef. Sljeit. 3 weite Sammlung. i3i 2lbet ©eßner unb bic ffteuern ? 2Bir, bie t>on biefem bet fttatur fo weit entfernt ftnb, baß mir fafl niemals traf) re men fet) lief) e Sitten, fonbern p o 1 1 1 1 f c f) e Lebensart etblicfen, muffen entweber einem ganj ab gesogenen 3beat folgen, ober, wenn mir unfre Sebengart »erfeinern wollen, 21 r t i g f e i t meinen. JDaS legte t^at Jontenelle; er, ber in feiner fftatien nichts etblicfte, nid)t3 an= berS erbliefen wollte, unb enb(icl) felbft au alten ©cfyafetn ntcfjtS anberd erblichen fonnte, fdjilberte, waS er fat)e unb fegen wollte: ©ewo&n&eiten unb Umgang unb 2lrtigfeit unb .gofmanieren, bie enblicf) einem granjofen gefallen fonrtert, aber einem ©riechen 0erad)tIic^ unb cfelgnft fepn muffen, ©eßner, ber non ben ©riechen feine SBeiöf)eit erlernt gnt unb feiner 3ett fte begueitite, naf)tn fiefj alfo ein ge wiff e ä motttlifciteSSbeal, unb wa$ nerlicrt et bcibei ? — ©tftlicl) bie 33eftimmtf)eit ber ©f»arab= tete. ©eine ©cfyafet ftnb alle unfdmlbig , nidjt weil bie Unfcgulb au$ il;ret S3ilbung folgt, fonbern weit fte im ©tanbe bev Unfctjulb leben: tautet ©ctjeU ferlarPcn, feine ©efiegter: ©eftafer, niegt §B?erlfcgen. Statt $u t) a n b e I n , befcljaftigen fte fteg, fing en unb f u f fe n , t ri nf en unb p ftan s en ©arten. SBorin iji ©efjnet gliuf lieber, als in biefett Äücljen = unb Sa n b fcgoftäftvtcfer», wo er bie 9ldtur oft a(6 eine 92pmpf)e an igrerrt €F?adgtfcgtepet unbermutf)et eigafdjt* ©eßner ift gietiri nod) oortrefftief), unb mifdjtbiefe ©ct)it= betungen nur ein; aber wenn feine Ufadjfotger mittelmäßige ©e t> it bet ung en jum egaupt- i 32 Segmente jut beutfdjen Siferatur. merE, *) ju tfjvcm ganjen ©efdjaftc madjen; fo «eicht bicö ja qanj »on ben äfften ab. Sic mahlen baS, morin ihnen bcr äTiahlct c6 51100t thun fantt, nur feiten, mir a!S ein jJiebenroerf, nur furz: roenit aber 93 r e i t c n b a uc h 3 Sübifche Schaferqcbichte nichts alö mabien: fo — fbnncn fie bioö burd) bie tunjt beS SKablerS fcl)dhbar «erben, unb fdjlagt bie fehl — fo ifi alles oertoren. Sie ÜB a n n i g f a 11 ig f c i t leibet bei biefent Sbeal nod) mein. 9 hd)t oon innen aus bet Seele, fonbcrn meiftenS naci) Umfianben wirb fte bejiimnit. ©efjnetS, Sbi)!len finb oft allerlicbfie Sd)dfcrtdnbe= Iei;en, hier über ein fliegenbeS Srofenbiatt, bort über einen jerbrodjenen .trug, f)ier über einen Saum, bort über ba$ Schnäbeln ber Sauben; hier rebet ber Sater SJienalfaS, hier ber Sohn SRprtilt über feinen fdjlummernbcn Sater; hier bet neunzigjährige 9 )aldmon: hier ber Siebhaber, bort bie Schone; immer aber berfeibe Sd)dfer, nur in einer anbern Situation. So modite ©cjjner gegen Sdreofrit fepn. Sch meip nidit, ob ich mit Sammler fagen fann: „er h«t im roahren @eifi beS Sheoftits gebid)tet. „SJian finbet hier gleiche Süpiqfeit, gleiche „Saioetdt, gleiche llnfchulb in Sitten." Sie Sü= fjigfeit beS (Griechen i(l noch ein flarcr SSaffertranf aus bem fpicrifchen Süiell ber ?J?ufen; ber Scan? beS Seutfdjen ifi »erj ueferf. SeneS Saioetdt ijt eine Xochtcr ber einfältigen Satur; bie Saioetat im ©ejjner ift »on ber ibeaiifchen Äunft geboren; *) f. 3üb, Sdjafergeb. 3meife Sammlung. i33 jettet Unfcfulb cebct in ©iften beg 3eitarterS; bie Unfdmlb bog Settern erftreebt fid) big auf bie ©efin= nungen, ffteigungen unb 5Borte. Äutg! SEIjeofrit maf)lt 2ei b cn f cf) af t en unb ©mp finb ungen nad) einer uerfefoönetten 9?atur: ©efnet ©mpfinbungen unb 35efcf)dftigungen nad) etnem gang «erfefjönerten 3 b e a f: 9f a t u t= fccnen bann id) nod) ba,$u fegen ; nur S eiben- fefjaften? nid)t fo leidjt. SBo er fie fd)ilbern muf j. ©. in feinem S£obe 2bbe[g unb in feinem ©apljnig, mifratgen fie oft: 2f6e I ju fromm: 6a in ju übertrieben, unb untDabrfd)einlid): ©apf)= nig für bie 6rbe ju bimmtifd) unb für bag 9ieicf> ber $ebe gu irbifd). ©eine ©cbuferfpiele — man füfjre fie auf: unb man voirb puppen fefjen: man lefe fie, unb eg'finb ergögenbe puppen. 2fber ein ©cfjäferfpiel rcirblid) in f£beobritfd)em ©eift, tag muf eben fo n>ot)[ rühren, a[g ein ©ried)i- fd;eg £elbenfpiel. 3d) entjielje ©efner fjiemit nidjtg oon feinen gered;fen 2obfprüd)en: id) bann aug 9?ammler§ SSatteup mit loiliigcn Ringern finjufegen: „©eine „©rflnbungen finb (im SDetail) mannigfaltig: feine „spinne rcgelnidfig : nidjtg ijt fefoner alg fein 6 o-' /, l o r i t : feine (Profe ifl fo wcblblingenb , baf wir /,ben SEfjeobritfcfoen föerg nur fel)t wenig oermiffen." 3d) preife ibn allen ©eutfcfyen an, Den ifm 2öeig= fjeit im ^)lan, ©d)onbeit in ber 2fu§gierung, bie leicftefie ©färbe im 2lugbtucf, unb bie fdje-ne 92ad)= lafigbeit ju lernen, womit er bie 9fatur maf)let. 2bbet Sdjeobrit bann er ung nid)t fepn. 3*» ©ei ft ber 3^Uen muf er nid)t unfer £el;rer, i 34 gragmenfe juc &eutfd)cn Sitcratur. unfer Sriginal, unb rtodf) weniger unfer einziges Driginai fet;n ! unb baS auS brei ©rünben: 3 u* er ft würben baburd) bio« arme ttocSne 9?acf)= Atmungen erzeugt, anftatt baß auS Sf>eo?rit nod) neben itjm Sriginaie gebiibet werben fonnen, bie eine neue unb eigentbümlid)e 2(rt ber 3Setfd)6ne= rung nad) bem ©efdjmacfe unfrer 3eit labert fonnen, wenn fte ©enjeS finb. Sie Statur, ber S f) e o= frit naber ift, fann aiS eine SKuttet mit oieien Stuften, noef) oiele ©eifter tranfen , unb wer trinft nid)t lieber auS ber Suefie, aiS aus einem 33ad) ? 3weitenS: was ein ©enie bilbet, ifi oorjüg= lieber im Sbeofrit; 2eib en fei)a f t, unb©mpfin= bung; was und ©efner seigen fann, ift mehr Äunfi unb geinbeit: @d)ilberung unb ©prad)e. tlbmen wir mm bloS bem gestern nad), fo entfielet eine peior progenies oott 2anbbid)tern, bie ewig fd)ilbern unb langweilig fd)Wagen: wie © e ß n e v oieie fotd)e fd)on bernorgebradjt. Stiften«: Sa unfere Saune meijr baS Senfen, als S 5 eobad)tcn ift: fo oerfaumen wir bei ber biofjen 'J?ad)abmung bet Steuern febr ieid)t baS Siebte, unb oertiefen und in ibcaltfdje Samume, ftgtt, wie ber ©ried)ifd)c 3?m'iS, wirf(id)e Staturbilber ju ftubiren. 3 u febwad) aisbann, baS Socbfte 511 erfliegen, unb jufrieben, wenn wir fiatt eine« ©ried)ifcf)en © e* fü bI ö liebet grangofifc^en (eidjten ©efc bma cf haben, bringen wir SJtifjgeburten jur SBeit, bie auSfcbweifenb auf ber einen, unb ohne .Snter,? effe auf ber anbern ©eite finb : unbefiimmte 9 )?itte(= arten jwifd)en ©ngein unb finnücben @efd)6pfen, 2fber befto mehr £iebf)fl&et . ftnben fte oft: weil ein 3roeite ©ommlunj. i35 frommer lieber 2cfer, unb ein unreifer, feuriger Jüngling fie beibe umarmen, ob fie gleich ber Äennet «crroirft. Gfnblicb fdjreibt ©efner jtoar, gegen einen 2ftt)enienfer, Sorifcl), aber gegen anbere ©cbroem jer, reie S f) e o b r i t gegen fP i n b a r: er ift ein @obn berfelben ©rajie, bie ben S£beofrit falbete, unb fann fiel) in Seutfdjlanb baS 2ob geben , maS ftd) ber befebeibene Äf)cofuit gab: id) f)abe mid) nie. frember Stufen bebienet! 6 . Sflcipfyron unb ©erftenbeig. gmifeben 'JUcipbron unb ©erftenberg *) fann id) fagen: ft'ebe! biev ijf mehr, als 'Klei: pbron. ©eine SEänbclepen finb artige ©piele ber Siebe: biefe» fd)ön tote ein Äufj, jenes rcie ein buf= tenber S3lumcnftrauS: ein anbreS, mie baS fd;alf= bafte Sadjeln eines 9JJdbd)enS: bieS, mie ein freunbs fd)aftlid)er £dnbcbrucf; jenes, mie ein fiifter ©d)au* ber bei ber Sbrdne eines anbetn": fie fd)mimmen auf bem Sfteerc beS SBobllautS. 3öir rcollcn biefe @e f biebte ber ©rajie toeiben, tote SrpbeuS fein neun unb funfjigfieS §vy.ia.fAu ,; unb ibm bie £)be beS fPinbarS jueignen, bie er bem 2lfopicbuS fang, einem jungen olpmpifd)en ©dnger, ber mit ben Charitinnen am filbernen GepbeuS geboten mar. *) Cit. 33 r. 2 - P- 228. i3S gragmettfe gut bcucfchcn gitercitut'. 7- © a p p o unb Ä a t f c f) i n< Oie 9J?ufc wiK, baß id) mit ein« Oichferitt befdjiiejjen foiJ, bic ftd) oft, unb manchmal am un= rechten Ort ben 9?amen S a p p h o giebt. Sd) würbe tiefen grauengimmereinfatt nicht gut männlichen SBahrheit machen: wenn nicht bie SJeflimmtheit, mit ber ffe auf ftd). geigt, eb Derriethe; einige ihren SSerehrer ha&cn Dietteid)t ihre föefcheibenheit in bie= fen fußen -Staunt gewieget. SBenn man bie ©ebicf)tc ber Sftab. Äarfchin aud) nur afss ©emdhibe ber @inbifbungdfraft 6etrach= tet: fo h^bcn fte wegen ihrer Dielen originalen j>uge mehr iSerbienft um bie ßrweefung Oeutfd>er ©enied, als Diele Oben nach regelmäßigem Schnitt; ich will ihr auch fo gar mehr einrdumen, a(3 ihr bie ßite= raturbriefe geffatten; *)■ bem ohngeachtet aber fann td) hoch fragen: ifi fte Sappho 'i 9?ach ben jwei gdagmenten, bie und Don ber ©riechin übrig geblieben, würbe ich ihren Glharafter ohngefahr beflimmen: „eine Sängerin, bie in bet „2fnorbnung ihrer ©efange, ihrer SSilber „unb Sßorte; in ber garten ©tut, bi.e aUeö „fortfehmiigt unb in einer feinen 2Bat)l ber „wohlftmgenbften 3fub bciicfe eine gefmte ,9Bufe geworben. " *) Cit. S3r, JJb. i 7 . p. 123. 3» eite Sammlung. 137 ©Sollte and) in bei' 2(notbnung if)tei ©efdnge ©ionpfiuS au« #ali!atnaffuS mcf)r gcfun= ben ftaben, als fte {(ineingelegt: fo finb bod> bie Äatfd)i|d)en ©ebicfyte bamit nicfyt ju Dergleichen, bie ofjne fpian im ©anjen, of>ne Öefonomie bei SSilbec, o&ne Äenntnifj beS Iprifeben fPerioben , bingeroorfene ©ebutten einet teilen bidjs tetifdjen GinbilbungSfraft finb, IBon bem fanften © app b i f c b en geuei iji Songin, Gat ul I unb alte tf>ie GürEldrer, nm nicht bei bofe ^)f>aon, butd>brungen ge»efen; unb Song in, bet ©ifjaftet biefeS ©tucfS, t)at baS ÄunjtjiftcE beS SSaumgattenS ttortrefflid) geroujjt, feine Siegeln »om t)oi)cn CrmpfinbungSoollen in fein ISeifpiel felbfi einjuiieben; allein bie 3Deutfd)e @ap= pbo, in intern geuet mef)t »ilb als fanft, mebt jiutmifd) als fcfjmeljenb, buvfte efjet in ihren fS5et= fen 'ilnbrogpne fepn, als eine jdttlicfje greunbin bei SSenuS, »ic bie ©lieefjin »nt. ©nblid) bie 2ßa£;l ifjteS 355o^[ffamjeS bnt ben «fjotaj sum Siacbfolger et»ecft, abet »eit fjintet fid) gelaffcn: »eiben abet »ol;l £)eutfd)e dporaje unfie Äarfcljtn jum SWujiei nehmen »ollen? Surfte bie ©tiedjifcbe ©appl)o nid)t ju if)v fagen, »aS fie nad) einem ihrer Stagmente ihrem SJiabcfjen fagt; „Su bnji i« nie 9io.fen gepflucft auf ben „fPieiifd)en S3ergen, »o bie Sftufen unb ©tflsien „»o&nen." 3d) »unfehe unftet Sichterin inbeffen nid)ts fo fei», als nicht baS ©egenbilb bet ©appf» ju f«)n, in 2(notbnung, geuet unb Söoblflang; »ie es beinahe jejst iji: unb nichts »uttfd;c id; ihren ©ebid;= j3B gragmenfe gut beutfchevt Citeratur. ten minber, a(g bag <3d)icffal, bag bie ®appbifd)en Ratten: fte gingen unter, ober gerieften unter bie unerbittliche SSerfiummelung fritifcher .Kippet unb 5Q]ipper; wie leicht fonnten ftch Äunjtrichter beg lefs= ten bei ben .tarfchifchen ©ebidjten anmafjen, wenn eg bie SSetfafferin nicht felbfi thun will? 5Bie mag e§ aber gefommen fepn, baf ©ap= pf)o unterging? Su wirft oielleicht fagen: wer famt wibet ©ott unb fJiooogtob ? 2fUeirt! ein Äunfirichter, ber oermutbiief) Offenbarung gehabt, wirb bir biefen Srrthum benehmen; *) „Äorinna unb ,bufjcn: ihre SSerfe gingen unter, unb ihr 92ame „blieb jwar, bod) mit bem fdjanbbaten 92ochflange, „bajj ft'e perbuhite Simen gewefen." @o wenig ich mich barüber cinlaffen will, war* um faft feine ©riechifche Oben gu unb gefommen: fo wenig wirb ber SSerfaffer biefeg Urtheilg eine 2fpologie unter folgeitbem Sitcl fchreiben : „SBertheibigung beS gerechten 2(«to ba ge, „bag bie ®ried)ifd)en Pfaffen an ben fchanbbaren „?iebegtiebern beg föienanberg, SiphÜug, „2(po II o b or g, hiI e m onS , 2(1 cpig , ber „0a p p h o, Horirttta, 2(nafreong (ben „man aber aug ©nabe nod) Perfdjonte, weil er „Weife gelebt hntte), 9RimnermuS, 58tong, „2(lcmang, 2(Icäug, tt. f. w. fjetlfam unb *) sit. asr. ah. 21. p. 75. 3 weite Sammlung. i 39 „gottfelig oerubet, weit He meijlen von ifmert un= „mdfig unb auSgclaffcn gelebt, unb ben fchdnb= „liehen 9lad)Kang gelaffen, baf fie vefbublt ge= „wefen; wogegen man aber bie ©ebichte bcS gott= „feligen 9t a $ i a n j e n u S djrijttict) unb mohl= „bcbdchtig eingefufjvt." Hat ber SBcrfaffcr baju Süll, fo wirb er bieS SScrfafjren noch mit vielen Seilpielen rechtfertigen fonnen: 1) SQßie chrifllichfromm jener Gfifec gewefen, ber alle fchwarje ©tatucn jerfd)(ug, weil fie 2ßer= fe be$ leibigen SeufelS waren. 2 ) 2fuS weld) heilfamen 2fbftd)ten He ©otben au$ Dlom bie fjeibnifchen Sucher wegfchleppten. ?>) -ffielch einen bünbigen jweibornichten 83evnunft= fd)(uf jener Äaliphe £)mar mad)te, ba er bie Klepanbrinifdje SStbliothef in Sranb fteefen lief: entweber fagjl bu, was im .Koran fleht, ober-- 4 ) Unb welche feine unb genaue KuSwahl ber Pfarrer ju SDtancha mit bem SSarbier 9tif= lad anflellte, ehe bie Haushälterin ifreS gna* bigen Herrn Sibliotheb jum genftet f;cvauS= fehiefte. 5) 92irb um einige Keine 2fntworten gebeten: ob SivittS wegen feiner vielen abergldubifchen ©efd)id)ten meiflenS untergegangen, ba hinge« gen bie fPr jap eia gerettet worben, weil fte bet feufdje Söjrgil gefammlet hotte? ob ber fromme Srefcho mehr ©ewalt gegen bie 3eit hoben wirb , als bie fdjanbbaren Sichter, bie von Siebe unb 5öein fingen ? 140 Fragmente jut beutfc^en Siferafur. 3d) ttunfdje in bcr Ubat, aus Siebe jtt ben SUternturbriefen, bafj biefe unb einige anbere f)i)po= d)onbrifd)e ©infaße morgen aus meinem ©remptac flerfdjrounben »aren. dP)nt ftrf> nid)t ber jfunftrießter erinnert, baf man ber fd)anbbnren Sappt)o ju 6f)ren SJiunjen gefd)!agen? ,3cf) fdjfiejje meine fpatnßefe: «Sieben Statuen fjabe id) auf 25eutfd)cm ©tunb unb Soben gefunben, als ein ebt(id)cr iDeutfcßer ffc gegen bie ©ricd)ifd)en TfntiFen gefteßt: SBanbrer! utfßeiie fel&fi, ober fefjaffe fcfbft mehrere S3ilbfaulcn fjer, ober arbeite fetbft roeld)e aus. 3d) gel)c fort, unb mit einem jurudgeinorfenen Siebesbficf feufje id): £> if)r £eut= fdjen @riccf)cn, »enn baS Sd)idfal eurer llrbilber auf eud) femmen foilte, tvie oicl »erben eurer nad) 2000 3af)ten übrig fepn ? SBJirb aiSbann nod) ein SSolf non £eutfd)ett 3fntifen »iffen? Sßit'b ein 9?id)ter fte aiSbann nod) mit ben ©tiedjett «erg(ci= d)en? SBiorum reiß man ber lebenben SLÜelt baS Urs tfjeit »erbieten, ba bie 3?ad)ipeft befio fd)drfcr ridjs ien irirb ? Zweite Sammlung. 141 §8efc$(uf?+ 9?(id)fd)rtft an bett Sefer). 2Ber bie gort* fefcung bicfet ^OaraUefe trunfcbt ; bet ermatte iirt brieten Sbetl etmaS ron unfern Stomern , (Sttgldnbern unb granjofen : unb naebbem alle Sd)ttlben abge* tragen finb, trollen mir unfer eignet Äapital bereä)= nen, unb fragen> moju tritS anmenben fonnten. Oer »irrte Sf)cil feil ron ber 2feftf?ettf, ©e- f cf) teilte unb 5Ö e 11 tr e i S t) e i t reben, trenn biefe meite SRaterie nid)t baS SWaaS eines 5if)ei(» übergebt. Obgleich meine gragmente fein ©ebdube, fonbern bloS JKaterialien ftnb : fo mujj man bed) aud) bie2fnfuf;rung berfetben ju rollenben fudjen. 2fn bie Scbtiftfteller, über bie ich gcrebet). .Ob man gleich in Oeutfd)lanb nod) immer über feine Urtfjeüe baS Sentiment beS ^pinbarö fc^t: „ s üiec eS magt ron ©ottetn ju reben, bet flute eS „mit ©brfurd)t; benn ber Seligen einen j« fabeln; „iji Uttftnn:" fo J)abe id) bod) baS Zutrauen jh benen, bie fid) nid)t über SJfitbürger ber Literatur erbeben mollen; ft'e tretben and) ein freies Ur- tbeil auf bem SWarfte über fid) nicht ungern fehen. 3d) fage mit bem 2fd)i(leö im Jpomer: „mir haben „bie Stojaner nichts getfan; nie mein 93icb meg= „getrieben, nie auf bem fetten unb rolfrcicbert „fPbtbio meine grüd)tc befebabigt; bernt riet febats „tidjte Serge ftnb jtrifd)cn uns, unb baS rcic&cr* „fcballenbe SJfeer," 0« ganje ^lan meiner gvag* i \2 grergmente jur beutfd)en Sitercituc. mente geigt, ba(j id) bloS »on ben $auptgejiirnen unfrer neuern Siteratur reben wollte; bic Sterne bic fünften ©röjje mögen eben fo grofe Sennen fepn; für und ©rbbemohner aber nid)t. 2fn bie Äunf tric h t;r). Surf ein 83crfa|Jer felbft ben ©efid)t3punft angeben, auS bem er be= trachtet fepn tritt: fo bin id) jufrteben , wenn id) baS ©enie unfrer Sprad)e, if)ren gufknb, bie §'et>= let unb Sd)ön()eiten unfrer Sd)riftftei(er, unb bie üDtittel, oon einanber ju fernen, gezeigt; wenn id) 2 ur Äenntnifj unb 9?ad)bilbung ber ©riechen anger muntert; wenn id) bie ©rangen ber morgcnlanbifchen Sta.chahmung befiimmt, unb für Schriftfietler, Sefer unb Äunjirichter nur etwas nütfclid) gewefen bin. Zweitens! barf ein SSerfaffec bie Sunflrichter ange* ben, mit benen er ftd) ft6er feine Schriften, wie burch ein öffentlich ßommetä, gern befprechen möchte; fo.wunfd)te er ftd), ohne anbern ju nahe ju treten, oorjugüd) baS Urtheil eines äftichae liS, SRofeS, 2lbbt, 5Uog unb OtammlerS, in ber allgemein nen unb neuen SSibliothef, in ben Actis literar, unb ©öttütg. 3 e ttungert, ober anberSwo. Fragmente i u c £) eut fei) ett HitttaUtv. V ©ritte (Sammlung, gftttQmente * I §Bon ber neuem SÜhnifcfyen Siterafui*. 2((le allgemeine Urteile über bie ßiteratur eineg ganzen Sanbeg ft'nb fd)trer unb unficber. Sßo foll man flehen, um fie ju uberfeben : ftber ifjir, ober in ihrer Sphäre ? lieber ihr: trer fann ft'ct) babin beben ? auffer ber Senfart eineg ÜSolfg ron ihr richtig urteilen ? 2Ber mag cg tragen, bie dfrbe, feine SÜfutter unb fJJabrerin, ju »erlaffen, unb mit glugeln, bie ung bie Üfatur nicht gab*), ft cf) in eine luftige SÜßolfe beraufätifcgen, um ein fritifcfjeg SWeteor botjtifiellen ? — Unb iff man felbji ein ^Pttnft beg Ärcifeg: trie fann man, trenn man nicht ber äJfittelpunft iß, ben ganjen Gicfel uberfe= *) Expeitus VaCuUmDasdalüs äeta pennis nön ho- mini datis. erfcer$ äBerfcä, fcfj&m Sit, u*£ttn|i,n, Ä Fragmente. 146 gragmente jut beuffdjen £itcratut. ben: er vertieft fid) uns in Schatten, bi« AuSffcbt tvirb fd)icf unb unooliftdnbig: warum ? man ftanb fclbfr in bet Sieibe, übet bie matt urtbcilcn trollte: man war feibff nach bet Sonn folcber ÄDcnfart ge» bilbet: man batte, wie A r c f) i m e beS, einen spunft aufier bet SBelt tjaben muffen, um bie ganje äüelt ju bewegen. ©in Sernünftiger gebt alfo jit fofdjeit SSetradb- tungen über bas 'Allgemeine mit einer Art oon Slobigfeit: er gibt feine AuSfid)ten für nichts alS (5 r fc b e i n u n g en an: er geberbet fid) nid)t wie auf einem üRidnertbrone in ben -IBoifen beS -öim» melS; er tritt aber and) nid)t in eine $ 6 ()(e, um mit fnecbtifdjer Setounberung beraufjublicfen : fonft fonnen freilid) alle feine Seobacbtungen ©eftdjte ei» nes oertüc fiten ÄopfS fdjeinen. Aber er bittet feine l’efer, alS greunbe, auf ei» nen benachbarten -£)ügel, entbcift ihnen, was er ge» wahr wirb, befragt fte um baS Urtbeii ihrer Augen; feben fte nicht einerlei, fo wirb ber s lSeife über biefe SSerfchiebetibeit beS AnblicfS fid) nuinbcrn, unb baS unterfud)en, woher ber jirrtbutn fomme: aber fd)led)t= bin oerlad)en , ober für Shoren fchelten, baS t!)un nur bie, fo bie @prad)e beS ÄucfuS lieben. — 503er je bie SBabrbeit eines ber febonffen Silber aus bem £ufre$ erfahren, ba er fein jweiteS Such anfangt; Suaue mari magno turbantibus aequora ventis E terra magnum alterius spectare laborem— —* Suaue etiam belli certamina magna tueri Per campos instructa tua sine parte pericli; dritte (Sammlung, *47 Sed nil dulciuS est, bene quam munita tenere Edita doctrina sapientum templa serena, Despicere unde queas alios, passimque videre Errare, atque viam palantes quserere vitae , Certave ingenio , contendere nobilitate Noctes atque dies niti praestante labore Ad summas emergere opes, rerumque potiri, — —< 33er bajtt gebattet ifl, um bie Sdjonbeif, titelt biefer SSefdjreibung, fonbern biefeb Jfnbitcfb }u fub* [en; bem rcirb mein erfteb Fragment ©efegenbeit geben, über feinen 3ubalt felbft webt nacbjubenferw 1. 35ie Literatur ber neuern Seiten bat ft'd) im 5n= nern fo fef)r nad) einer lateinifeben Jorm ge= bilbet, bag, wenn mir auch, in 35eutfcblanb, auf einige JlugenblicEe, alb Jrembe e fner anbern Seit unb Senfart feben wollen, mir biefe SRomifcbe ©eftalt nicht oerfennen fonnen. Sfcbmef ben bifiorif^en gäbet? ber 33eltbegebem beiten, fo roie er ftd) in unferm engen ©eftd)tb= freife fortgeleitet, burcbflocbten, oerniicfelt, unb enb = lieb halb entroicfclt, balb jerriffen bat: — unb nun febet! an roeldjem 6nbe.bat Deutfcblanb. ibn gefafr fet; an reeldjer Stelle halt eb nod) bib je|t? — 2e= fer! lag bie ®efd)icbte reben ; 35er feine ©rie= ebifebe ©efebmaef in Sprache, ffiifs fe nfeb.a ft en, unb Äunften, mujr erft un* 148 Fragmente gur beutfdjen Sitcratur. t e c b e m 9 ?ora ifcfjen S? i ni m c l b a 16 »er; bleichen, unb feinen Duft Derbautbrn : IP a b 1 1) e t t tmb 6 cl) ön l) eit b a i b »er? weilt t r a u r c t wie eine f i n f e n b e §5 l u m e — u n b nun kommen 9 ? o r b i f c b e fj o t b c n , b i e f e 58 I u m e gang gu g e t t r e te n. S i c nerbotbne SJomifcfje Siteratur mifebt ficb fn i t ben toben gegriffen ibtec ll e b et w in b e r : JRomer tmb fßarbarn »ev- miftben ihre ^Denkart: ein bringet £>rient ei ti f cb = $«Heniftifcbt r ©efcbme SSemübung für einen bi|Jorifcb -- pbi!o= fopbifcben Sdieibekünftler, biefen ©efchmackin feine Sbeiie nufgttlbfen, unb für eine gange Nation baS fdjwere ©eftyafte gu übetnebmen : e i n e © e = fc b i c b t e be b tn e n f c bl i c be n SßerftanbeS gu liefern — über bab gange menfeblicbe © e= febferbt? — wer kennet bieb ? — nur über bie SSülker , bie auf unb einen wirklichen (Sinflug gehabt! — unb über ihren gangen ©eijt ? 2Curf) nicht ! ©t forfebe nur, wie nach ben uerfebtebnen fßianberungen unb fBerwanbiungen ber ©eifi bet teratut feine gegenwärtige ©eftait «ngenonmien. Seid) £> r i t ti © o mm l un 9 . *49 ein SBerF mürbe ben entmetbeten tarnen : hisioire de l’esprit liumain roieber nbeln. UnS befrembet biefe ©eftalt nicht, ober mir »er* ben fie gar nid)t tnel)r getrabt, ba roit ihrer ge; Kobnt ftnb : ober traS mürbe ein alter SQBcifer aus bem Orient ober Gliben in einem großen Steile bet SSJiffenfdjaften erblicfcn ? 3ft baS munberfame SSilb ein Staunt, baS ich in meiner Crinbilbung not mir fel)e, ttnb baS auf feinet ©tim ben 9?amen tragt : feuere 2 i t e r a t u r b e c SS 6 (f e r ? dg i|t ein großer CEoloffuS : fein «öaupt non orientatifebem ©ot= be, baS meinen 23licf tobtet, mcit eS bie ©trabten ber ©onne juriufmirft: feine boebgemotbte SSruff glänzt tton ©riccbifcbcm ©itber: fein 23aud) unb ©djcnüel fefteS ÖtomifcbeS @ 05 : feine gujje aber finb non norbtfebem ß'ifen mit ©allifcbcm Sbon oer= mengt — ein ungeheures SBunbcrmerf ber SÖelt: bie Anbetung eines SSolfS, baS ©efdjopf tanger Saht* bunberte unb ©efd)led)ter: ein prächtiger itnabfeb= barer Ttnblicf: fein -fpaupt raget über bie SBotfen: mein 2fuge erbebet fid) faurn bis an feine SSruji, unb fallt matt jum SSoben guvuef: ich falle nieber unb bete an ! = =; 2Ser ba milt, erflare biefeS Sraumbilb auch uon ber gangen gorm unferer Literatur in Oeuffcblanb : ich eite ?u meinem 3 mecf. — Sie alten Deutfdjen nannten bie ©pradje ber 9?6mer eine barbarifdje, förd)terlid)e unb bodjmütbige Sprache, rneil baS SSolf' fie rebete, baS jum -£)errfd)en über bie SBelt gcbob= ren ju fepn glaubte, ©ie trat baS unglücFlicbe 5Berf= geitg, baS freien -Kationen befpotifd)e ©efege gab: burch fte machten bie Siömer ju ©eifetn bie Äinbet, T* i5o gragmente jur beutfct>cn Jiterotur. unb bic Später ju ©flauen: burd) ft'e unb burd) bic äyifTenfdjaftm, btc mit ttjr eingefubret mürben, roanben ft'e tapfren Nationen ba« ©eptverbf auö brr *£>anb, baf fit ben 2frm entnervt ftnfen liefen, unb ben 33cd)er ber Ueppigfeit annahmen ; burd) ftc fud)= ten bte 9fomer bie Jp 11 ' 1 ™ ber beutfdjen SJapfcrfcit, greifjeit unb 2fufrid)tigfcit ju jerilörcn, bie Söei»of) : net biefer SBalbet in ©tabte unb ©dutlen ju srcin* gen, unb ft'e mit ©elcbrfamfcit unb Unglücf ju be- fcpfnfen, IDopet fepauberten bie £)cutfd)rn »or bie= fer ©pracbe, unb fod)ten gegen ft'e unübcrreinblid) — atme gelben! tapfre SSater ! ihr führet vergeben«: eure Urenfel nalunen enblid) biefe geffel ber Jrei= beit, halb gelungen, halb tvillig an, alb eine gef= fef ber ($&te — am '2hltar! SBir fehen biefe bunfle Seit oft au« einem Picf ju einfeitigen @eftd)t«punft an : Karl ber fSrope wirb al« ein rubrnmurbiger unb verbienftvollet ©io* natd) angepriefen, ber bie £eutfd)e ©pracbe unb ©idjtfunft geliebt, bie lateinifcbe ©ptad)e unb mit tfjr bie SBiffenfcbaften, bie Religion, unb mit il)t ba« ©lucf ou«gebreitet fjatte. — SSetracbtet ibn naher, unb fein SSerbienji finft, metin fein SKuhm billig pranget: et mar ein unglucfiicpet ©iann, ber, al« ein @efd)opf von 3tom, ein ©opn ober SEatee be« ^abfle«, ein Gfiferet bi« jur ©?enfcbenfeinbfd;afr, ein SSettilget ber äatbifepen Siteratur, ber äSatet eine« unglütflicben ©efd)Ied)t«, f blo« eine neue Upo= die »oll Unrul)e, Unheil unb nie p erfiattenben ©epaben« anfing — unb ba« alle« ohne ©cpulb unb mcifien« rcibet feinen SBillcn. ®?ond;e unb Jranfifcpe ^riejfethorben fuljrtcn , Dritte © a m m t u n 3 . x5i b;ii> ©diwerb in ber einen, unb baS Äreuj in bet anbern $anb, ben @ 6 &enbirnj} beS fPabffeS, bie fd>led)teften Krümmern ber 3toniifd)en 58iffenfd)affen nnb ben niebrigfien ©affen* unb loffer -- Dialeft ber 9?omifd)en ©pradje in Deutfdilanb ein: brei @d)w babc fo wenig 9ftod)t, alles bicS obllig ju laugnen , als ber anbre, eS wellig 511 behaupten. •äBetjjf bu benn, ob bie 9?omifd)e SSarbarei bir, in -$ 8 etrad)t ber Sarbifcben S3arbnrei, raubte ober ju s brachte: ob fte mel)t nicberrifj ober beffer bauete ? — U,nb fiebe! fte bat bir alles fo weit geraubt, baß bu nidjt einmal urtbeilen fatmfi; inbeffen be= fiebe bie eitijclnen Uebetbleibfel einiger benachbarten S3arbarei,. welche ber 9lemifd)en UButb entronnen ftnb; fo wirft bu uielleidjt biefe ffiarbifdje 85arba= rei mit anbern 2 fugen anjufehen anfangen, als bu fte gemeiniglid) faijeft: bu roitji jweifeln ! " 3e§t benfe weiter ! Äein größerer Schabe bann einer Station jugefuget werben, als wenn man ihr ben DJationalcbarafter, bie Eigenheit tbteS ©eifteS, unb ihrer Sprache raubt: uberbenbe bieS, unb bu wirft ben unerfe&lidjen ©d)a= ben feben. 9lun fudje in Seutfdjlanb. SieS Sfacis tuS: „bie SSoIbet £>eutfcblanbS, bie ftd) burd) feine „SÖetmifcbung mit anbern entabelt, ftnb eine eigne „unuerfdlfchte originale Station, bie oon ftd) felbff „baS Urbtlb i(i. Selbfl bie Silbung ihres Ä'brperS „tjf in einet fo großen Stenge 23olfS nod) bei allen „gleich ;" u. f, w. Sefct fiebe bid) um, unb fage; „bie SSolbcr SeutfchtanbS ftnb burd) bie 2 }crmifd)ung „mit anbern entabelt, haben burd) eine langwierige „jfned)tfd)aft im Senfen, gaitj ibre-9fatur verloren: „ftnb, bet fte fange 3 ?>t mehr als anbre ein ti;ran= S t i t1 e S a m m I u n g. i53 „ntfdied Utbilb nndjgeahmt, unter ollen Stationen „Guropend nm ungleidjften ftd) felbft. " Sföit ihren SBdlbern ijt ihre j?reit)cit oudgchauen, ben SBinben unb fremben Sitten ein Sutdjjug oerfcbaffet, für ©ennenfttahlen «nb frembe ©ewdchfe (Raum gemad)t, bec Aberglaube erniebrigte bie Senfart in ben ©taub, bie fubtile ©pihfunbigfeit gab ihrem (Seifte oerun» ftaltenbc Krümmung, bie Sprache erlag. #abcn mir mehr befommen, ober aufgeopfert? Sad johle ein SSeifer nach, bet ben ^)nbfiifcljen Aberglauben mit ber alten rauhen Sugenb, bie politifdjen Utiru= f)en mit ber alten rauhen Stille, ben ‘Audfehricht ber SionchSgelehrfamfcit mit ber alten 33arbifd)en 2lr= muth, bie fogenonnte bdurifcbe Svdmifche Sprache mit ber Altbeutfd)en jufammenwdgen fbnnte. SCBare Seutfd)(anb blöd »on ber $anb bet geit, an bem gaben feiner eignen Äultur fortgelei: tet: unftreitig wäre unfere Senfart arm, cingc- fdjränft; aber ttnferm Soben treu, ein Urbilb ih= rer felbjt, nicht fo mifjgcftaltet unb jerfchlagen. SBet bie ©cfd)id)te fennet, wirb bie Urfachen wiffen, warum Seutfcplanb mehr old anbre 9tntio» nen in biefer fPäbjfifdjcn (Barbarei gelitten, unb un= ter ben meiften SSolfern feine hohe unb eble £>rigi.- nolbenfort ftd) hat muffen rauben (affen: weil feine Jage , feine politifdje (Bcrfaffung u. f. w. cd fe(feite, unb felbft bei bec SBieberauflebung ber 3Biffenfd)af= ten fcffelte. £> wäre cd in tiefen geifpunften eine SSritannifdje Snfel gemefen ! Ser Sauf ber Singe, ber 5ßurf ber gufälle ift freilich nicht ju anberrt: wie aber, Wenn Guropa eine ©flaoin »on bem Gkiechifchen Äonjtantinopel 154 Fragmente jur bcutfrfjcn Siterafur. getrefen träre, fiatt com Pnfoinifdjcn 9vom ? 3m; mer lieber unb beffer in ^fbfid)r auf Religion, &e; lehrfamfeit unb Sprache. Siefe djppotbcfe fonnen bic uberbenfen, bie ba glauben, eS fei) nothntenbig eine SBolfe bet Unroiffenljcit baju tiothig, baf f)iu= ter ihr eine 3'uno uitffetje. 2Bie ? trenn eS eine Senfung?act unb einen © e fc h ui a c f im 2(1 (gerne inen gibt, ber fid), trog aller Umtrans belungen ber tnenfd)iid)cn Cftatur unb ber 23olfer ber 2Belt, aufrecht erhalt unb triebet erbebet: fo nn= tetfudjet bei biefer gregen ungeheuren Söehauptung aud) bie flcinere 4bppotf>efe: ob eS ber Senfart beS ©anjen cortheilbafter getrefen träte, unter fJiom ober ©ried)enlanb ju bienen? Sollte eö nicht ceebienen, ba§ man bem Seit* faben in ben bunfeln Seiten forgfaltig nachginge, trie ft'd) allmählich ber alte ©eift bec Seutfcf)en cerloren, unb ein neuer ©eijf gebilbet hübe ? — (Sollten eS nicht bie Seiten ber f c hä b i f c h e n S aifer »eebienen , bag man fte mehr in ihr Sicht ber Seutfchen Senfart fegte? 3ßic ftnb ben Schtreijern allen Sauf fchulbig, bag fte burch bie 2fuSgabe einiger Senfmalcr biefeS SeifalterS einen ettraS helletu Strahl auf bie Siterarfeite biefeS 3abv= hunbertS getrorfen. — Sollte eS nun nicht $rie<= berief) ber fronte aus biefem -£)aufe infonberheit »erbienen, bag ein .Senner ber mittlern @efd)id)fe ihn mehr in fein Sicht fegte, ba er jegt bloS in ber Sunfelfjeit herrorfdjimmert. Siefer 5)?ann, ben ber Schuggeijf Seutfchlanbs brauchen trollte, um bec 'fiiieberherffeller ber ©riechifdjen unb SDtorgeulänbi» fd)en Siteratuc, ber 9romifd)cn Sprache, bec JüScIt= roeiSfycit unb fftaturfunbc ju fepn, bet felbjl ein Sen:' net tiad) bet ©elebrfnmfeit unb bem ©efdwtatf fei: neg Sabtbunbertg war, bet aber, obngead)tet feinet €B?ubc, nidjtö alg bet fJJicutpccc feinet geit würbe: biefer rubmwurbige Äaifec i)littage mad)en: — unb biefe glanjenben poe* tifeßen Siaßrcßen bie SJierfjfdbe fiub, ju benen man in ber ©efeßießte beS mcnfd)Iid)en SÖerfranbeS alles hinfeitet, unb alles ableitet; fo fann id) nicht feßteiben, Snnbe id) aber einen Sefer, ber biefe wunber- baren plo&Iicßen (Resolutionen unmoglid) ftnbet; ber mit mir überbenfet, wie fie ihrem 3nncrn nad) bem menfd)lid)en 23erffanbe unb ber Analogie aller 23ege= benßeiten juwiber feijn; wie felbft bie SSerberbun* gen unb Sunbflutßen über ©eleßrfamfeit unb @e» feßmaef, bie bod) weit eßet ßinreißen, nicht burdiauS auf bie (eßte Stuffe mit einem mal ftnfcn, fonbern fid) allmählich neigen, unb enblicß juleßt, mit einer JE) c i f t e Sammlung. •-rArV“ 8 * 10? bcfchlcunigten Ära ft, tu ben 2 bbgntnb fiuqen; »er ftd) 3«it nimmt, bie Urfact?e ju uberbenben, woher fo ein plofslicher SSorgenjltahl imö in entferntem geitaltcm wie eine Siittagsfonne fcfyeine; bec wirb meine folgenben 2 Cnmctifcf>ett SKufett nad) Italien ffudjteten, bajj bie 2 fpollö biefer 5J?ufen bie oon ÜRebiciS, unfierbliche S3etbienjie um bie Grroecfung ber Siteratuc haben, bajj oon hier auS bie Siefcrmation ber SBiffenfchaften in bie übrigen Sanber ausgegangen. SBeifj man nun bie ©efchichte biefeö SeitpunbteS genau: fo prüfe man golgenbeS: 3fiS nicht Schabe, bajj bie 2ßiffenfc haf = ten ihren Sauf bergefialt nahmen, bafj fte fid) fo= gleid) in eine neuromifche Äleibung einbullten, unb in biefer ©efialt ben SSolbcrn erfdjienen ? Statt, bajj man bie illten hatte erwerben fo.llen, um ftd) nach ihnen 511 bilben, unb gleich ben jarten erjien @in= brueb barauf rid)ten follen, um »on ihnen ben ©eift ftd) einhaudjen ju baffen, ben man braudjt, um nach feiner Seit / uu b j n feinem Sattbe, wahre ©tojje ju erreidjen: fo blieb man bei ber aujjern Sd)o!e, lernte was bie 2 flten gebadjt, fiatt wie fte ju ben= ben, lernte bie Sprache, in bec ftepgcfprochcn, fiatt wie fte fpredjen ju lernen. OJtan weiß, wie wenig originalen ©eiji man in biefen übrigens fehr 1 58 gragmcnte jttt beutfdjen fiiferatiir. Perbienfcn ®Pbifcroc\on antrifft: ttnb man mufj übet bi; ©djtnäcbe be$ menfrhlicben ©eifleS bie 2fcbfeln jucfcn, trenn man fiebt, roic bnS IDenben unter bet l’afi bet ©elebrfamfeit erlieft, toic bie ©rfinbung ft cf) bei bcm funftlidten Sncbabmen jerfireuet, unb bie fdjone frembe Sprache bcn Sialeft beS 2anbes jdu= mct. 3)aatt fömmt nod), bafi bie grofjen 9Biebcrber» fidler bet 2ßiffenfd)aften oft, fo tnie bie, bie p!b|slid) ooll ©enHinberiing Raunen, unb auf ba$ ©cRe, ba3 33eRe if)t ?fuge heften, nid)t immer ba$ S3iicf)ti^fle butcbforfcbet, 1111 b nicht immer ben achten ©ried)u fd)en ©eiR gefoRef. Uebermannet unb betäubt pom •Borurfheife be$ V(nfef)enö fiel ber ermubete 23!iif auf Dfcbenjuge, bie ba eher nertvitrtcn, als jum giele führten. Urtbeile , mein ?cfcr, ber bu bieS geitalter tenneft: tnie nußet SRiarfiliuS bem fPlato in feiner Ueberfchuttg unb ©rlduterung ? 4?nt nicf)t fp 0 » litianuS ben genier, tnie eS fdjeint, remanipret? llnb trenn fPoggiuS fid) mit feinem Sluintili® an; ©afparion, Sönttn, 9J? a n u t i u $ , 23etttbuS u. f. ro. fid) fo mit ihrem ©icero um= bullten, baf ffe bloö mit ibm buchten, faben unb fpradjen — gab bieö niebt immer bem ganjen ®e= bdube ber SBirberberfhlltmg eine ffiomifebe Siiditung ? SJ?an perftriefte fid) in gelehrten ©eij ju * fammlen , ber febr Ieid)t auö bcm ©efuble ber 2lrmutb unb «Roth entfpringt, unb «ergafi, fid) in ben ©tanb ju fefecn, ettnaS ju perbienen, treib man Pom Rioube leben fonnte, ober ftd) jum ©cibftperbienen ju fd)tpacb®füblte. 2fttf tiefen gufj gingen bie SSetbefferungcn in Sritte Sammlung. i5g bie Sdnber Gruropeng. Sec «Spanifcbe S3 i e e 3 unb «Sanftüig, bic Slsieberberfieller bet Sitcratur in grattfreicb unb Snglanb; in Scutfdtlanb bie 2tgri= fola’g, fficgiomen tätig u. f. tu. reag reuten fie ? fpbtlolcgen, bic in Italien meifieng gejoden, lateinifd) bauten, unb bic S&iffcnfdjßften, bie fi Sur neuen gorm gebaren, mit lateinifdjem 3Baffer tauften. Sie (ateinifd)e gorm fjat fid) uon biefem jarten ?flter an feljr erhalten: ber 3ufcf)nitt ber © ei e f) r f a m f et t, bie Stiftung unb ©inricfjtung ber 2t f a b e m i e, bie 3 u n f t = g e f e & e ber £ i t e r a t u r, bie Schulen unb bie S3ilbung im ©anjen reacb Siomifcb — unb ifi es nod). 3fn Seutfcblanb fjatSutber in biefem ©ejidjtSpunfte großes 23erbicnfi. (5c iflS, ber bie beutfdje Sprache, einen fdjlafenben Siiefen, aufgcree= efet unb (oggebunben: ber bie fd) 0 (afti!’d)e 23ortfrd= merei, roi« jene 3J3ed)$(crtifd)e, perfebuttet: er b«>t burd) feine ^Reformation eine ganje Nation sum Sen= fen unb ©efubl erbeben. Saft e3 atfo fepn, baß ibm ber feinfie fpebant, ben uielleicbt bie 3Be(t ge= feben, GrrafmuS, ©ebulb gab, er tbdte ber £a= teinifeben ßiteratur 2tbbrucb — Siefec SSorreurf bringt ibm feine ©djanbe, unb man barf ibn alfe nid)t reibet bic ©efebiebte Idugnen: benn i'ateini? fd>e Sieügion, fcbolafiifdje ©clebrfnmfeit ’ unb £a= teinifebe 8Äond)S * «Sprache reacen ju fetjr ueercebt itt einanber. Sa« felffame Urteil beS feligen (Ebriftg ifi nur bem erjien 2tnblicf nach feiten: bie Seutfd>e ©prnebe b«*be feit bem fed^ebnten ^abtrfjunbert viet i(>ö gragmcnfe jur beutfcpen ßiterdtur. non iprer Sortrcfflicpfeit »ertopren. 33etrad)tet märt cd ndper, unb pat tvnprcd @efup( »on bcr innerit 2 gragntcnte juc beutfchen Üiteratur. d)e bie unfrige jurücFgchalten , \»ei[ rann bet ben ge= leinten 3anfcrct)nt, bie mit jum hetrfchenben Sott beS ©nnjcn geboren, tbeilS bec fcbolafiifcben 4>nnb-- njcrfsfpradje, t&eilS bec fcbonen £atcinifd)en Spradje notbig hatte. 50? an gebe bie beflen Sdjriftffcller bie= fer Seit burd): cntmeber 9iomi|rf) = ober afabcmifcb Satein iff ihre SRunbart: bie ÜJJutterfpracbe warb als eine 9Jiimbart bet SKtttter, bet äßeibet unb bet Ungelehrten attgefeben. 3P nidjt eine u>ab= te Scbanbe bicfec eit, baß eS große unb fd)onlatei= nifd)e ®d)tift(teUec bicfet Seit gibt, bie in if)ter ©prn* d)e S3arbaren roaren, baß eS ÜKaforetijen bet fPrif= ciane gab, bie jebe £>eutfd)e Seile ladjerlid) machten, bie bie fprofobie 2fnahreonS uetbefferten, unb ihre «Sprache in ©djlacfen ließen: ©eutfcfye Uiömer, bie bet genius seculi in feinet genealogia critioo- rum fo äiemlid) ijetjaijlet. Gfnbtid) fteng man an, befdjamt Wut ben 9iad)= batn ringSumber, bie «Spradje ju 'beffern, — aber ttjie ? — als eine gelehrte Sprache, um »ielleidjt bie fcbolaflifdje ?ateinifcbe einjufdjranf'en ? 9?ein ! bcnn baS batte oon 3lF'abemien gefdjeben muffen, unb l)icr regierte nod) 2ltiftofeIeS! — 2lIS eine geleßrte Sprache, um uns, ffntt beS fd)6tien Sateinifchen StplS, einen fcbonen Seutfcben S3ud)er? flil ju geben ? — 2)aS hatte oon «Schulen aus ge= fchchen muffen unb ba bctrfd)ten noch fKomifdjc SWonardjctt ! SGBie bcnn? — @roßer@ott! a(S eine p o 1 i t i f c h e, als eine galante, als eine t e i m= reiche Sprache fuchte man fte ju bilben: mar baS nicht am umgehehrten Gfnbe ? Unb mer unternahm biefe «Schöpfung jum politifchen, jum galant S ritte Sammlung. i63 ten ©tpl ? ßtrca $ofIeute — nein! treuflcifjige ©djulreftord, Ubfend, unb ©eifend, unb $ubnerd. Unb tute bilbeten fie ibn galant? 9?acf> gcaniofen , burd) eine ©unbflutb franjoft'fcber ©ot; ter: nun farnen bie ©enanted unb Salanberd unb jefjn anbee 2( n b e t d : fo trat bie £>eutfd)e ©pra= d)e oon einet onbern ©eite gemifsbanbelt. © o tt f c b e b etfebien , unb „bet bat boeb aud „bet ©pracbe geioijt alled Satein unb granjbftfd)e fo „glucflid) raegqefdjmemmt, bafj einem nnufetn Seut= „fd)en fein Sateinifcbed ©ort mefjt in bie gebet „fommen mufj!" 3a/ bad bat er getban! (5t ald ein rubmtourbiqcr Goldfinder (tiad) bet 33ebeutung biefed ©ortd im Qfnqlifd)en) bat ben ©tnll be6 21 u; gi ad mit Jpetfulifdjer .jjanb burdjroaffert unb getei= nigt, unb bat mit eben fo tapferer Jpanb feinen 9iubm an jebed genjfcr bed gereinigten ^allaffed ge; fdjtteben unb febreiben Iaffen : bied ifi fein 33er = bien(t — 21ber baju braucht man ja aud) blöd ge= funbe 21ugen unb einen guten Äopf, ju feben , bafj er bie Seutfcb« ©pracbe Biel ju Sätet; ntfcb bebanbolt, tnie bpetttje. unb anbre mitjRecbt ongemerft. Unb fo toarb bie Seutfcbe ©rammatif iriebec nad) Sateinifcbem Seiten: unb bie -Deutfcbe ©pradje bad ©egenbilb ber alten £)eutfd)en Äern; fpracbe *). ©eine 9?ad)foIger, unb jum Sbeil @eg= *) 3um unflerblidjen SRttbm bed #rn. 2). Still erd mujj td>, bamit id) nietjt ju ben ,,unbändigen unb „g a llfu cb ti ge n OTü c f e n f e i g e r n , 51 t ei; „niaen groben unb breiten dtunflridjfern, ju eien; 2 2 i6/j. gtagmente jur bcutfdjcn Siiteratur. ner, fud)tcn fie fruchtbar ju madjett , woburd) ? — •Durd) 0iad)forfcljen tn aitbeutfdfen ©örtern, in ben Betten tfjrcr nerwenwollcn ©tdrfe, tote eS ber nntuc= [id)fte ©eii geroefen wäre, um ifjr 6 h « t a 1 1 e t auf ihrem KJoben ju geben ? 9fein ! bentt bie langen Sateinifchen Beiten fetten biefc Senfmaler tljeitS weg= gebracht, tbeilS mar bie Arbeit jtt nuthfam : waö tfjat man atfo SJfan-öberfe&te : unb bifbete fie infonberbeit nach ber granjofifchett, bttrd) bie fte frei(id) unglaublich Bie! gewonnen, unb ftd) gebilbet, aber nicht j u m U r b i I b e ihrer f c 1 b f t, wie c3 hatte fepn muffen, wenn man aus ihren vorigen verlebten Bei tattern ihr bie abgegnttgeucn Ärafte halte ju crfe&en gefucht. Unfre Sprache ift aifo jegt gebilbet unb wer? fdjonert, aber nid)t jtt bem erhabnen g o t h t = fchen ©ebdube, baS fte ju SutherS Beiten, (etwas ÜW6ncb$fprad)e ausgenommen) unb nod) mehr 511 ben 3 e i t e n ber f c!) w d b i f c b e n Ä a i f e r war: fonbern 51t einem nctimobtfd)en ©ebdube, baS mit fremben Bierrathen überlabett , bei feiner ©töfjc flein ttnb unanfehnltch in3 JUtge fallt. — SieS be= „ben unb fdjwinbfticljttgen güdjfen, fonbern ju oer= ,künftigen unb höflichen Sefern" gehöre, feine ftattlkbcn Sßerbefferungcn beb Opiß „nad) löbti? „djer rijvifhtdier (Scwobnbeit, ebelrm 1 tt)ig " loben, als mit weldjen er fiel) um ben Dpiß fclbft unb beffen i'cfer nach 83 er mögen »evbient 51t ma. ct;en gefußt: wie in feiner iSorrcbe mit ntebrerm 51t crfchett. 2> r i 11 e © h m m I. u n g. iG 5 o&adf)frn nun am cheftcn bie, wcfd)c unter bcn Spra= djen bei 'dltcn wanbcln, unb bieS ifr bei ©runb i warum bie © e ft u e 1 3 unb S 1) i i f t c, «nb nod) nctterlid) .fpeinje*), „über ba 3 ffteumobifdjc unb „©lanjcnbe in unfrer ©pradje fingen, bab burd) bie „vielen morgenlanbifdjen , ©ricd)ifcben, Gjnglifchcn „unb g'ranjofifchen JRcbenSarten eingefübrt mürbe." SBenn Jpeinjc nicht alb SBorte verftel)t: fo bat er nidjt Unrecht, unb fein SRecenfent würbe jugeben, bajj, wenn allein burd) bie Aufnahme frember Sür= grr ein ©taat bcvolfert wirb , fo werbe biefc 83 e= volferung lcid)t fdjablid) ; benn fie vetbrangen halb bie ©ingebohrnen, unb wenn fie and) eben nid)t mute ©cfc&e einfübren , fo gebt ber ( 51 )aiaf'ter be$ @taat§ bedj verloren. 2(6 er warum lafit J^einje unter fcen 2lnfomm= Iingen , benen er ben Eintritt vertagt, rool)lbebdd)= tig bie Snteinifdjen SRcbenrten unb SEBortfügungcn and ? SSerliert fidj burd) fie nid)t ba$ alte reine 5?eutfd)c, ba 3 er erhalten will ? SOTchr , alb burd) a(le$ Süorige: benn baS S)forgenIanbifd)e iff feit 3abrl)ttnbertcn mit unfrer 9 Jeligionbiprad)e verwebt, unb wirb fid) nie, bem hevrfd)enbcn Sone nach, trennen : ba§ ©nglifche ijt mit unfrer ©prad)e fehl vec: wanbt: bab g'ranjoftfdK hat fid) mit einem Sheile unfrer ueuern (üultur herübergetragen ; biefe beiben ©tücfc ftnb alfo aud) nid)t immer jit trennen; vom ©ried)ifd)en ifi nod) wenig angewanbt; aber vom *) Sit S8r. St). 15. p. 118. 119. unb liebe rfc$= u n g ber St e b e n b e § i t p i u S. iG6 Fragmente jut beutfefjen Siteratur. £nfc in if cf)en, bnü fafi mehr, als alle »origen ©ptad)en, »om @enie bet unfrigen abgebet, unb igr fo tauge tjinbertid) getvefert, »on igm gat fie am metfien unter biefen ju befotgen. Säger febreibt Sei »je jmar rein Seutfd); aber aueg nai» forniegt Seutfd) ? — 3d) f)abe (ein SoJiloquium: quo consilio genitus sit homo? tn feinem fegbnen ffatein mit SJergnugen gelefen; (ob c3 ad)f fRomifd) ift, bann feiner in unfrei - 3eit, fonbern bloß ein Stornier beurtbeilen.) VXber hatte ein (Homer bieö Soliioquiuni gefdjtieben, unbtpein= je eg überfegt: mcire aisbann btr ftarfe unb uacg= fctftcflicge ’i'ortrag erfcljieiten , bei in 0palbingö SS e i t i m m u n g b e S !)Ji e n f c f) e n fpriegt i Süenn id) feine Ueberfegungen aus oem iateinifdien fenne, unb ein Qicfutjl »on ber Eigenheit unfrei 0pra= ege bube: fo glaube id) biee fd)merlicg. Sec Seutfcge fPetiobe ift gemeiniglich bic Älippe berer, bie ihre Senfart nad) bem Üatein gebtlbet; „beim hier finb bie ©enie’ö beiber Sprachen fehl „oerfd)ieben. 3m Seutfcgen ift ein ©tpl fegen pe= „riobifeg, menn aud) bie (öinbemorter ber Lateiner „niegt fo genau ba$mifd;en geftellot, unb bie 2fbfage „fo gefettet an einanber gebdnget finb. Sie (Homer „muffen bieg megen ber Äurje ihrer Sporte tgun, „wenn fie nicht in ben abgefegnittenen @tpl »etfal= „ten rocllten. 3m Seutfcgen aber, roeldjer Unter* „fd)teb ! ÜBenn mit bie gerieben nid)t fcgleppen „motten, muffen mir fie mandnna! trennen •' unb „menn mit nid)t ganj jurucfbleibcn reoilen, muffen „mir unfrer Sprache Sulfe geben *)." So fcglep= + ) Sit. SBr. SEI). i 3 . p. 120. 2 ) r i t1 c Sammlung. 167 pet fid) in ÄlogenS JDeutfc&en ©cbriftd)en bet riobo manchmal, unb bcc grojjc 3 ob- 90 ? a 11 f>. ©eg net cmpfanb bieS fffjr wob!, ba cc in bcc aSocrcbe ju feinen 2 )eutfcben ©ebeiften bier= über ein ungebeucbelteS Sefenntnig abgelegt, baS bec 58 efcbcibenbeit biefeS 9 J?anncS ß'bre mad)t. 25 aS nsabre Seutfd) unfret 23 ater gebt and) 51t febr oon bem ßatein ab, als bnfj fie neben einanbec fepn konnten, llnfte ©eeie bauet, mit ÜHontagne ju reben, biefe ©totfmerfe über einanbec, unb voefdjeö folt baS unterfb non aileu, unb bie ©runblage fepn ? — (Sine frembc, ober bie ÜOfuttcrfpradjc'* — 2 )ie (egtere ebne Zweifel; ober fie mug baS bec £ a t e i n i f c b f n tragen. •ÜBcnn man nun biefe SBinfe oerfoigt, unb bie ®efd)id)tc bec Seutfcben ©prad)e burd)gebet: fodte cd fo gar frembe fepn, bag fie burd) bie 2ateinifd)e ©pracbe gelitten; menigffenS, bng biefe jenec ein gewaltiges .Spinbcrnig gewefen ? — 3 . ■JCber man bfiefe etwas weiter: wenn bie £a= teinifebe ©pracbe, eS fep bie mittlere ober alte, fo= gar unfte 33 i I b 11 n g feffelt, ftatt fie ju erbeben; ja biefelbe Sahrbunbcrte burd) gcfcffclt bnt •' fottfe benn ber ©ebabe unbebeutenb fepn ( @0 halb man cd 51t einem legten 3 w e c f mad)t, Sateinifd) ju fernen, unb biefe an fiel) fo an= i68 gragmcnte jur beutfd)en Siteratur. genehme ttnb tiu&ficbe ©pradje nid)t bfog afg Mittel gebraud)t, um bttreb fte ©cfct)icf)te ju Ict= neu, in ben ©eift großer SOifintier ju Miefen, unb glcicbfam bag ganje ©ebiet einer miögebilbeten oor= frejfiidjeti ©prad)c fid) ju eigen ju mndjen: fo roirb ben (Kufen t ! a t i u nt g ju oiel Diatint in ben ^djtt^ teil, unb jtt oiel 'ffnthcü nn ber (ÜTjiehung _, n. Sd) be!)tie bieö big auf einzelne @tucfe nug : fo baIb bie ß'tflarung eineg Jfutorg , ober ber 2lutor felbft, ber 3ugenb nichts als ffiorte unb mcdjanifcfcen ©ti)I ju fernen gibt: fo bnlb bie (Ketbobe eineg Setjrerg ober bie Materie ber oergegebenen Uebungen , (lud) nur jum -fl auptjioccf £)«t, bie büi a f) I unb ©tel= hing ber SBortc grammatifd) genau einjupragen: unb wenn fogat tn b e nt ganzen f t a n einer ©dntlc ober einer lltitet'toeifung ein geioiffer S a t e i n i f c b e r ©cift bcvrfcbr, ber auf ber anbern ©eite bie größ= ten Mangel nad) fid) jieben muß : fo opfert man ber Sntcinifdjen ©ptad)e, fte fet) fo fd)ott unb mi&= lieh / atS fte toolle, ju oiel auf.*) Bu oiel oon ©eiten ber ^uqenb. @g iff geioiß, baß bag ©ebfidjtniß unfrer blubenben Sabre allein fäßig iff, ©pradicn in ihrem 'ganjeii Umfange ju erlernen; unb baß man btefe geit alfo, bie ju ben notbtoenbigen ©prad;cn bie einzige iff, nid;t »erfdu= *) 3Ser »on unfern §)f)i(o!ogen iff ein ©c filier, on Äenntiiiß unb 2icbf)abeiei ber Stornier ? unb toi e feßr er ben gateinifdjen Seift in unfern ©dntlen hoffet, bag mögen feine Eieinen Seutfcften Schriften beioeifen. •Dritte Sammlung. ihy men muffe. 3d) gebe ed nud) gerne gu, bng jefce SJiethobe, bie bad <$ebäd)tnig in biefem gruhlinge uufrud)tbav unb mufjig liegen lagt, ed auf eine gan-- ge gebenSgeit nerberbe, meil ed roie ein unbefäter teilbet Vbcber butd) ungeitiged Sd)onen untauglich unb audgcmergelt trieb (man erlaube mir bicS Sßort.) 3bber bad gebe man mir bodr aud) gu, read id) nur gar gu oft aud Grrfahrung gelernt, unb nicht genug ftberbenben bann: ball unfre Seele bei ihrem un = enblidjen JDurjt nad) SBabrbeiten, bod) nie eine un= enblidje fOlenge betfelben faffen bann: bag fie und fef)t halb tric ein bcfdjricbned Statt eotbemme, tro man am Sianbe unb jtuifdjen bie 8fei()en freilief) nod) vieles nuglidje gufdjreiben bann ; aber ber gan= je 3bnbl-icb bed Slatted ift befdjriebcn; unglücblid)! trenn man fagen mug, cd ift b e fc h m i e r e t ober » e r f c f) ro enbe t : aldbann lagt freilief) ber Sieft cd gu, gu beffern unb audguftreichen ; aber im ©an= gen ift ber Sdjabe unerfeljlid). Cfd ift eine SBahrheit, bie mehr ald einedSd)ut= Programme! wert!) teure: bag manche Söiffenfdjaft, mandte ©efd)icblid)bcit bein anbred £ : pfet, ald bie ©rftlinge unfrer Sabre, unfrer SJtuntcrbeit unb un= frer Scgierbe, annehmen bonne; bag ju gereiften Silbern unb gegriffen ein gereifter erftcr 3b bie rd blieb notfjig fei), bie man, wenn biefer fehlt, natbber nie im gehörigen Sid)te ficht, nie mit ber gehörigen 3)fad)t empftnbef, nie mit bem mähren §euer benbet, unb im gangen Umfange umfaffet. @d fam auf ben elften allmächtigen Grinbrucb an; ift biefer verfehlet, fo ift alled verloren: petloren bet erfte unetblär!id)e Sd)arf[tnn, ber nie burd^tSebuIb 170 grogmente jur beutfdjcn Siterotur. «tib gleiß erfrfst wirb : »ertöten bnS große inner* lid)f ©efüßt eines SSeroußtfepnfS, bog man baS ©on* je ßobe; »ertöten boS -öauSfterren = nnb ©igentbumS* redjt, mit biefen SSegriffen febotten nnb motten ju tonnen; tiirj, »ertöten baS, t»oS mnn ©enie nennt- — 9?od)ber tonn matt freitid) viel lernen, ober nidjt mefjr mit bet fübnen unb muntern 2fnr»etibung auf fein 3d), boß man eS , mit ollem 9?ad)bructe, tonnte foffen nennen: mnn tonn ollcrbingS viel onbcrtt n n c t) b e n f e n ternen , ottein mit ifjnen mitbenfen, ober i()nen gor » o r b e n f e ti, tvirb mon nienmtS me()t: furj! mon tvirb nod) »ic[ tvif* fen , ober nießt mit bem 2id)te ber 2fnfd)ouung unb ©clbftgefuf)! , bog bieg fffiiffen oucf) bitbete: ein 2Bort, boS in unfter (Jr jietjnng fo oft genannt, ober tvenig b u r c f) b a c ß t, unb nod) weniger aus* geübt tvirb. 3d) muß biefe ©oamenförner einer außerjt rvid)= tigen unb reidjen 9J?oterie nur im SJorbeigcßen t)in= werfen , unb mid) jurüctfmben. Sßenn bie Intcrni* fd)e ©pradje ^tnitptjtvecf tvirb, fo tvirb ber 33liif bcS günglingS »on otten biefen 2fu$ftcßten ob* getvnnbt, unb mit bem grnmmntifd)en ,3cpter , mie mit einem glüf)cnbe Gifctt, ouf einmal geblenbct. ©eine äiionge tvirb' ju Sfunjeln eines grammatifdjen ©cpßiftcn getvößiit: gölten, bie er oußerff ungern onnimmt, unb bie nodjber nie völlig unb oßne fWctf* mol »erfeßtvinben tonnen. Sie crjtc garbe , bie un= frer Xtcnfart aufgetrogen tvirb, verliert fid) nie; tve* ße unS ! wenn fte unS unongenebm , ober gor »er* un.jierenb ift. ©cufjen muß ber Stfenfdjenfreunb, wenn et fießt, tvie in ben ©cßuten, bie mit bem £ ritte Sammlung. 171 [Hamen: 2 a t e i n i f c b e © c b u I e n prangen, bie erjle junge Sufi crmubct, bie erfie frifd)e .Sraft gu= ruifgebalten, baS S'alent in ©taub »ergraben, ba« ©enie aufgebaltcn i»irb, bi« e«, reie eine gar gu lange gunnfgebaltene gebet, feine Alraft »erliert. 2 Ber füllte je auf ben ©ebanfen fallen, bafj bie SJJes tbobe ber ©p r a c b en e r g i e t)U ng für bie fjugenb pafjlid) fep: t»enn man ftd) nur einmal au« unfrer £enfart binautifegt; allein t»ie fd)t»er tuirb« , ftdE? ba hinaus gu fegen ? Unb bann fann eine SSetracb* tung, i»enn man fte aud) al« ivabr erfennen füllte , »on jjmgenb auf einget»urgelte SSorurtbeile gerffbren, bie ben Grrgiebetn gur anbern CHatur gercorben? Äann eine falte 5Q3abrbeit einem fubllofen (Jigenftnne ©e= fut)l geben? Äann fte fPebantenfeelen fü ergreifen, bafi fie, roenn fte ftd) auch in allem 2 id)te geiget, ihnen and) ben SBillen einflofjt, tiad) ibr banbeln gu «sollen; bie Jlraft einfloft, nad) ibr b fiI >be!n gu fon= neu; bie SHcnfdjcngüte einflofjt, tuiber ©ercofmbeit unb SÖeifpiet nad) if)» gu banbeln ? = = Unterbrucfte ©enie«! SSHdrtnrer einer blo« 2 ateinifd)en (frgiebungi o fonntet ibr alle laut flagen ! — ,,®a« ifl benn aber an ©enie« gelegen?" befto mehr liegt un« an brauchbaren SWännern. 3 u biefen t»irb eine glucflicbe Semperatuv »on ©aben unb © e f c b i c 1 1 i c b f ei t e n etfo: bert: eine gemiffe SDfittelmdfjigfeit, bie ftd) nicht gu ©enie« unb ©eiftfebopfern bebtt , unb nid)t gu bummen £otfteufeln brrabftnfet: eine mittlere ©rofe, bie eben ben fPunft ber fljugs batfeit trifft. SSon biefem [Punft au« roetben bie Stufen gu 3fealfd)ulen gegegen, bie biefen ^)aupt= iy 2 g'ragmente jut beutfchen Siteratur. jtDccf haben, brauchbare unb tüchtige 3flan= 11 er $u bilben, unb ben «origen fpiatt jum Sd)at= tenriffe ihre« gatten ©obaubed haben : eine getriffe Temperatur, bie bie g cm prüfte, brauch* b a r f t e unb g l ü c t ! I i c h f t c iff; 9 ?ea(fthulen muffen fiel) suerff nach ben m e n ften Subjekten richten; non ba fönnen fie am fütjlid)flcn auf beibe Seiten ausienfen : 51 t ©enied unb Slinbgebohrnen. Sie muffen fid) nad) ben m e i= ften ßroeefen ber S5raud)barfeit rid)ten, von beneix bie meiften iveber ein S M a p i m u m nod) 50? i n i = m um fobern , unb (eiben fbnncn. Sie muffen fid) nad) ber e b r ()e i t ber SBerfjeuge richten, bie ba bilben foden, iveit raicber bad red)t ^)o(ie unb recht Tiefe g!eid) feiten unb g(cid) unbraud)bar iff. — fffienn nun biefe glückliche SÄifdumg bad SDteifterftucf bet Gfqiehung unb Unterricht ijt (roie cd einem jeben, ber bie SBelt, bie menfd)(id)e Seele kennet, übct= raffen trieb jum 9?ad)benfen), fo kommt alles aud feinem ©(cichgetridjte, trenn mir für Satiurn erlogen trrtben , unb bie ?ateinifd)e Sprache ber herrfchenbe Ton bed ©anjen trirb. £>ie flßelt braud)t hunbert tüditige Scanner unb einen fPhiMogcti: h l, ttbert Steden, tro 9feahriffenfd)aften unentbehrlich finb; eine, tro eine gelehrte unb granimatifct)e Äenntnifi beS alten DJomd gefobert trirb. 9fun fchranfe id) mid) brittend fo gar auf bie Sphäre eined ©eie beten ein; auch in feiner Sfilbitng kann bet Üateinifcbc ©ciff feffeln, fo gut ald in ber SSilbung bed ©enied unb braud) 6 aren Stfanned. 3d) feße hier fchon trahre fSilbung roraud, baji man ihn nid)t blöd mit ben SBorten , S r i 11 e © a m m I u n g. 173 fccn ©ebraucben unb 2[ttertbumcrn; fonberti mit bem Sinn bet SNonur bebannl mache, unb bicfe if)m jttm «Stuftet bet Üftatbahmung oorhaite — felbfi hier fege id) eine bleine ©infcbranbung f)in.;u. Sa$ ift hoch einmal getuifj, bafj bie Siotncr auf einer an= bern ©tufc bet (titituc gcjianben, a!S mit, baji mit fie in einigen ©tucfen hinter un§ haben, unb in an= beim, tuo fie not uns finb, nicht nadjabmen boiuten. 25ie ©eftalt unfrer Citeratur hat nidjt bioS eine ati= bre gatbe, fonbern eine anbre SSiibunq, ai$ bie a!t= romifcbe; unb e3 bleibt alfo nicht fcbfccbterbingS ein 3tuf)m : biefet Sichter fingt tute £otaä, jener Stebner fpridjt tuie (5 i c e t o, biefet pbilofopbifcbe Sid)= ter ift ein anbtct Subiej; biefet ©efdjicbrfcbrcw bet ift ein jtueitet SinittS. Sch fage: nicht f c b ! e c h t e r b i n g 3 ! aber ba§ ift ein groß et, eia feitenet, ein beneiben^metthet 9iubm, tuenn eb heijnt bann : fo hatte dp 0 r n 5, 6 i c e r 0, 2 u b r e j, 2 i- •0 i u § gefd)tieben , trenn fie übet b i c f e n 33 0 r= fall, auf biefet Stufe bet 6 u 11 u t, j u b e r 3 e i t, j u biefen 3 tu e c b e n, f u r bie 25 e n U art biefeS SB 0 I b ö , in biefet © p r n c b e ge* fdjrieben hätten. 25a3 2e§te heift: einen Ebbten nachbitben, unb ihm nach eifern; baä ©rfte, ihn bopicen, unb ihm nachahmen. 25ad (Srjte ift leibet! fe[;c fetten, tueil matt babep ba3 beiberfeitige ©enie jtueiec ©pradjen, Senfarten unb 3 c >ten f'ennen, uergici* eben , unb fo braudjen muff, bafj beinern 3'^ang ge= fdjicht. Siefc Äunft ift biibenb. für. baS ©enie; tueil fie e$ aber and) feftc oft unterbrucEt; tueil bie, fo bie 2flten in ihrem ©tanje bennen, oft auch uon il>=i nen gebtenbet tueeben; fo (wt 2 )cnng in feiner \ i74 Fragmente juc beutfdjen giteratur. Schrift pon £)riginatreerfen *) Nedjt, baß meiffend bad Sefen ber 2fften fdbdMich trirb; er bat fHcctjt, ohne hoch baß bad Sefcn bet äfften aud) nur im ge= ringffen ©tiufe bedreegen abjufchaffen redre. — ©d etforbert nod) eine eigne utib forgfattigere 33etrad)= tung; ob biefet @d)abe nid)t unter fo nieten großen Nu§en Perfdjreinbe, ob mit benn Sriginatfopfe fo no: tf)ig brauchen, wie fern fie ijeut ju Stage mogtid) utib ju hoffen finb u, f. re. ©o halb reit aber bie 2ftten toben, anbeten unb fnechtifd) nachahmen, reeit fie 2flte finb: fo halb man non ihnen abborget, ober fie befiehlt, reeit man aldbann eine neue 2fntife, ober ein Nfoberner nach altem ©efdtmacf trüb: fo ißt bie Nachahmung un» leiblich: man betrad)te biefeit geptunberten Tftten atd einen Neuern unb grembett : fo reirb man bad ,3reangootte fehen. Unb ffuttbe ber 2ftte fetbji auf, ternte und fennen, unb fdhe bann bie gpeerbe Nad)= ahmer, bie ftd) um feine Urne brdngen: — über ©erealtthdtigheit, übet «Straßenraub reütbe er fd)rei= en, unb bad servurn pecus pon feinet 2ffd)e oet: treiben. *) 3d) führe bied ©rempet an, reeit man ben guten SJoung in ©eutfdjlanb f&rmlid) reibertegt hat: f. SRambadjd @enbfcßreiben über bie gcage, ob baS Cefen bet tuten an bem SOiangcl ber Driginalfcri* hinten ©djutb fep. Dci 1 t e ©a m m lu n g. 17.S 4 . SReine SWepnung oon bei Seutfd) = Sateinifcben (Schiebung ubeibaupt f)nbe id) gefagt: bajj ein 2atci= nifcbec ©eiji in ben Äecn bei' 355 iffcnfc haften eingcbcungeti , laßt ftd), wie id) glaube, »on felbft einfetjen. Sföan bucdjgebe g. (5. bie Sefjrbüdjec bec meiften SBeltmeidbeiten: man wirb eine wiffenfdjafts lidje ©pcadje ftnben , in meiere bie ^Begriffe öcimebt finb. ©ange S n b r b li nb pr£ e bued) wac bie Sateinifcbe ©pcad)e bad einzige vehiculum bec 2fci|7otelifcb= @d)oIaf!ifd)en ^büofopbie: man f)at fie ald bad all* gemeine Söonb bec ®e Je beten in allen Sanbecn öiu copend angefeben ; fie l)at auch guc Ief)ienben ©pca= d;e bec SSSeltnoeiSfjeit untec allen ©peoeben, bie id) fenne, nad) bec ©ciecbifcben t>ielleid)t bie geölten 2lnced)te, wegen ibcec jtücge, unb beö 9Jad)biucFd in ben pbilofopbifd)en Äunjlwöctecn, übei bie man nuc fefjc langweilig fpottet: fie iji lange im S5efi| biefec SBocguge: in tfjc bat man bie beften @d)iif= ten biefec 2lct, unb fie ijt biefed pbilofopbifdjen 8ian= ged bod) immec ungleich wücbigei, ald bie frangöfrs fd)c, bie jefjt neben ibe um ben monaccbifcben 3ept« bec Sitecatuc bublet. 3fbec biefe lange SHegiecting b<* £ ibc eben eine SJiadjt ubec bad Snnece bec Sitecatuc gegeben, bie biefec oielleidjt nadjtbeilig ijt. 3d) fufjre einige S5ep= fpiele an, unb baffe einen jeben rnebc fud>en. — Sn bec ©cbuloiatocie unb ©d)ullogit befianb bei nieten ©d)ulen ein SÜbeil bec SBeidbeit bacinn, wie man einige cbetocifcbe unb legifebe Stunjigciffe, 2Beitjeuge 17 Ö gragmente $ur beutfdjen Siteratur. utib ©pieltnerfe Sateinifch benennen follfe, unb biefc S e v m i n o [ o q i e nerfcblingt man off fo be= gierig, ai-j jener Äranfe , nacl) JpubibraS 2 fuSbruillen. ■Sie» bringt jene butre unfruchtbare Sarbarei in bie üSiethobe, bie ein Sepicon non Stamen ju lernen auf; giebt, unb bie (Seele uoni IDenE'en jurucE'hält 4i)ier haben einige neuere SÜßclttueife mit Siecht -gefugt, tnie SofrateS, ba er burcl) einen jjahrmarft voll 53o!6 ging , ju feinem Begleiter: greunb ! ‘.nie oiel Eon* nen mir entbehren ? Saju fommt jtueptenS bieS, baf eine jebe ©d)u« fe getniffe SieblirtgSmortec fict) getuahlet, bie fie alS ©paiiergaitge gebraucht, um bie 3)?aterie nach S3e= lieben ju betrachten. „5Ran hat einige ©runbfaben, ,,bie ju allen Schriften bienen muffen, unb in bie „man nachher nur bie uerdnberten Figuren ht neln = „toirEet. " JpierauS cntjfeht eine geroiffe S5equem; lid)Eeit im ©cnEen, man Eoiinte freilich non allen ©eiten herumgehen, um ben ©egenftanb au$ allerlei ©ejtd)t 8 pun?ten ^u betrachten; allein man fegt fich auf bieß ober jenes SBort, als eine alte Süihiftatte, unb fteht — toaS alle SRenfcfyen vor uns fahen unb nach und feljen tnerben. £)ber man fcl)id)tet feine JÖiateri nad) geioiffen alten Gfintheilunqen , bie ft cf) auf ©djulen herunter erben, unb ein 3 och im £en= Een auffegen, ineil ber 3 u horcr nidjt oor fich über unS , fonbern mit utiS ober und nach benEen foll. Saher entfpringt ber brüte @d)abe, ber ju ben böfen Äranfhciten ber SüBclttneidheit an ihren heim» lid)en ©ritte ©ammturtg». 177 fid)(U ©rtcn gehört: nemtich ein „Satoifdjer Tfftictj» ,,f>anbet in Porten, ba man feine 3bee, arg nach „bem SBerthe ber SScrtc, f)at." *) ©er Äunflrich* tcv halt bieg fafi für noffnoenbig, unb nennt eg **) „afthetifd) ©ctoafd), too immct ©ebanfe »om 2Cug= „brucf abgefonbert bebanbett toirb." ©r fiefjt a6et bod) babei eine ©d)ioierigfeit, bie er nicht augbrücfm fann. 93 ieÜeid)t gelingt eg mir, ft'e furj unb gut barjttjMen, unb toenigftcng bie Sache auf bcibcti ©eiten ju betrachten: toie fern eg nottjig unb nu(s= Iict> : unb toie fern eg unnötig unb fchablid) toerbe # baß bet ©ebanfe am Tfugbrucf flebe— eine belicate SRatevie ber pbilofopf)ifd)en Sprad)funjf[ — SJie.in Spaziergang entfernt frd), aber enb(id) muß er bod) in ben 2 Seg einfäjtagen, ben id) »eclaffc.. 6 . 3 flleg fömnit äuf ben Urtterfd)ieb ntt; ferttett toit bie Sprache, ober erfinben mir fte unS felbft» Schriebe id) Oßn beni tefetcrn, tote oljngefafjr bei ben erjten ©rftnbern habe ber 2tugbrucf am ©e? banfeit fieben muffen: fo toütbe ich einen anbern fScg nehmen muffen, alg jegt, ba toir bteSpro= che lernen» ©ort todre erfl bie ganje Reichen» fprache beg SKenfdhcn tu etfd)opfen, bie 35 crebfam= feit beg 2fugeg unb beg fpted)enben Ttntlifceg; bie *) Sit- Sr. £b. 17. p. 116* **) p. Hk. Berbers Sßerfe j, fd)bn, Sit- u. Äunft» II» 3Jf Fragment «. 178 Sragntcnfc jUt beutfdjen Siteratur* unzählige fflfenqc unartifulirtet Sone bei einem tf>ie= eiferen 3J?enfd)en, feine mimifche ©pradyc, — eilte Sttenge von ©pradjmitKlrt, bie ein fid) bie fcaftiq= ften, bie erflen, unb auf eine Seit bie einzigen muffen gemefen fepn — ehe bet Öfeiifd) jur ©pta= clye feilte äuffucljt nnfym. IlnS ijf tiefer ganze SBalb ein bohmifd)« SBalb. mir t»erffeficn tiefe geidjenfpradie nicht mehr, benn man -laßt und iiidyt eine ©pradfe ctfinbert, fonbetn lehrt fie uns: man Infit nid)t bas Sfyiet fid) fo ;ange entwickeln, bis es fid) enblicl) bem SKenfdyert von fefbff nähert: fonbetn man erweckt eben ©ebanken burcf) SBorte: unb bfefe erffen SBcr* tet, bie mit lallen, ftnb bie © turtb ft eine alltf unfrer ©rkenntniß. S3ei allen f i n n I i c h e n 33cs griffen, bei ben einfachen Unb ©rfahtungSr ibeen verhalt fid) „ber fluSbruck z um ©ebanken, „wie bie $out jum Äorper." SOTan Verfuche eS, bie £D?ethoben ber Sprachen in ©ebanken umjufch« ten: alles wobei, wenn wir bie © p t a c b c erfdnben, ber 'fluSbruct willkflhrlict) weite, alles bieS Wirb meijtenS, wenn wir bie ©prartje lernen, unzertrennlich verknüpft. ©0 waren iit einer 3 übifd)en fJfepublik bie ©efeöe, bie Zur äußern 33efiimmung ihres ©taatS gehören, unb unbern willfuhrlid) Vorkommen muffen, broheiu ber unb fehweret, als bie @efe&e beS allgemeinen 9?aturted)tS. Sa nun auf biefem SBege bie menfd)(id)e ©c-- kenntniß fortfdjreitet, mittelfi ©athert jßgfefch SB orte ju lernen, fo modjtett zweitens alle bie ©egenfrdnbe beS Bebens, bie ich finnlichs ©ritte ©ammluftg, »*79 Nett imterfcbeibe, ebne mit beS unterfebeibenbeft SJfitfmalS beutlitb bewufjt ju fepn, nod) ben ©ebanfen mit bent 2 fuSbrucf paaren. 9Ber fann ftd) in bet (Sprache beS gemeinen SebettS fiber alle ©egcnftdnbe, mit betten et burd) bie Stjiebung »ertraut geworben ifi, geläufiger unb treffenber auobvt'ufen , als bet gemeine 2>fann BBtt gutem ge< futiben SBetftanbe ? 2 tbet nurt oetfud)t bei ifjrrt ben ©eb anfett 00 m ÄuSbtutf ju fottberrti ifjr Bet* fielet baS SBiort nicht > et fotl tud; feinen S3egtijf bureb anbte SB or t e erflaren (idf mepne nidjt firtnlicbe ßeidjert) fb ifi fftr ifjn feine gtßjjere 2 Jfuf)e in bet SEöeft; unb für euä) Wirts ein Cad>erfid>ec 3fuftritt fepn, einen SBbrterfldrenben 93auet ju fe* >)enfeine (Seele unb feine Sprache ffnb jwo ©d)We= jfern, in ©efellfd)aft «tjbgert, ju einanbet QeVo 6 ^nt/ unb unabtrennbarer, als Suite unb State fut ben pt)ilofopl)irenben @t> fPreup» wenn et mit bet einen allein bufjlen wollte. ©rittenS, bie feinere ©präcbe beS Umganges hrad)t jwat bie fjitnge freier , unb binbet fie mebt Bom ©ebanfert IBS (id) mepne hier nid)t moralifcfj, fonberrt pfpd)ölog(fd)), bafj fie ftd) jum fSetnfmftelrt bilbet. Sn bem gtofjen 9leid)tf)ume Bon 2fuSbtucfett fibet „bie SSorfalienl)eitett beS ’SebertS f fibet ©mgej „wobei abftrafte Unterfud)uttgert Wegfällen ■, u Wed)* fein Wir mit SBortert, wie mit ©elbjfütfen: jebtS feil feinen beftimmten SBertb haben: aber Bb eS ipn bat, unb ob bet anbte roeijj, wie Biet eS haben fall ? bä$ ifi eine gartj anbte grögt. Sin gtftuenjimmevbab gut, nicht aber gele§tt f a iöo gragnmtfe jur beutfdjen Sitetarur. evjogen ifl, «ivb u6cr Singe, bic in i b r cv ©pbate ftnb , • mit einet ©eldufigfeit, u n g e 8 ft n f t c I- t o n §5 e f t i m m 11) e i t, unb noiucit ©dfonbcit fprcdjen, bajj fie gefallt; fbmmt aber ein ©cbulge; lehrtet, bet ihre 3Sorte « d g c n teilt, fo luttb fie fd)üc!)tern «erben; roill er p b i 1 e f o p 1) i f c b e @ t« Harun gen unb S3e fti mm ung en ; fo «ivb fte ftammeln — nod)inafd ffammcln , unb enblid) baffelbe SSJort «iebetbolcn; reib er jctjst aber gram= matifebe 3ier[ic b feiten lebten, tuie fte bef» fer batte fagett fdnnen, fo «irb fie fid) (o$«inbcn, unb ibn »on «eitern anboren : au ob fcer arabuirte 93!ann mit einem ^auberftudje fie äu befdjtobren fudje, 9J?an erlaube mir hier ein SBort baj«ifdben pon biefer fiunlieben ©pracbe. Ser SBcItmeife 1 barf nid)t auf fte fd)impfen, unb mit hoher SRiene einen j«tfd)en ber gemeinen, aftbeti= fcb«n unb gelehrten *) Sprache mad^en: brei Södrter-, bic für mid) immer unbegreiflid) gemefett, «enn man fte neben einanber ftellet. ©ie (aufm in einanber., ihre 3irW burebfebneiben ftcb, unb fie haben ganj unb gar nid)t einen gemcinfcbaftlicben SÄittelpunft; je.be ihren 3mecf, jebc ihre auSfdjliejiens ben ©d)6nbeiten unb grbler: bic ©prartje bed gemei= nen Sehend bie -irrigen , bie pbilofopbifcbe ©peaebe bic *) f, SKeierd gelehrte Sprache, Sit. SSr. SCI), 17 , p. 11 », Seilte ©am nt l un 3 . 181 ihrigen, fcic beebfte Sid)tcrfpracbe bie ifjrtcie«. ©id) dlfo einen Son auf .fielen eineel gans unfdjulbigen el)erlicl). Ser ©rfinber ber 2fejfbctib, 55a umgarten, »ermutbefe cd V)iclleid)t nicht, baß einige feiner Sieblingbmorter unb ©intbeilungen bei feinen fftadjfolgern ©Jortfdjranfen werben füllten, wie 5. ©. feine .porijonte ber ©rfenntniß, 9ieid>= tbum , ©Jabr()cit, ©röjje, Siebt, ©ewifbfit» Seben ber ©egriffe u. f. w. ©ine 2 fnrocnburig beä ©cfagten femmt bi« uiel* leiebt jtt nd)ter 3‘it. ©Jcnn ber ganje ©d)a£ menfd)Iid)er ffiegriffe burd) ©Jorte gefnmmlet wirb : wenn in ber gnnjen ©prad)e beS gemeinen Sehend ©ebanfe am üfuöbrucE flebt : wenn felbjt in ber ©prnd)e beb Umgangeg nid)t eben pauftti bie fjbee ebne ©3ort gebadjt wirb — wie mufj ber ©erfrag fepit, ber fid) in b i e f c © p b d t e paffen feil ? Unmöglich nnberS als in ©Sorten , bie biefer ©lunb-- art geläufig finb. 3flle ©üd)er,,bie in ber ©Jett hon ©egenffdiu ben, 3$errid)tungcn unb ©erfüllen jU .paufe geboren» in we(d)er ber gemeine ©?ann lebt, fonnen ficb nid)t in einer neuen ©ptad)e'. 6 ruffen, ober fte wer» ben lächerlich , unoerjfdnblicb unb unnug. — ©Jenn jene gruebfbringenbe ©efellfd)aft ber. Äage unb bem ©d)ornjtcine neue 3tamen geben wollte: fo war fie am Äcpfe- franf, unb mandjer Klügling fiat fid) über ihre Äranffjeit beinahe 'felbjt franf gelacht. i8a ^cogtrierttt jut beutfchcn Siferatur. 3C6«r wenn $alfe übet Äunfte unb ^ an bewerfe eine neue Sprache rebet: mit djtbctifcbcn Umfehreibungen unb gofanten Umfchweifen uns eine rod.cfjfetne 9tafe brehet: wenn ec bie ®efcbifl)te bet iibtere nicht wie ein Sehtcv bec einfältigen Statut uns etjdbM, fonbetn mit artigen unb feinen SKdnncben uns halb bieS, balb bas, als ein ©cbat-- tenfpief an bet 5Sanb jeigt, bamit wir ja bie Seil; lauten an feinen gihgetn fefjen feilen: fo ijt baS ein fronet ©dmftitcller non ©cfcbmacf. — gerner; Wenn im gemeinen Seben eine ©rgfjfanfe nad) bet ölten 5Belt hoflid) ju fprcchen glaubt, wenn fie fagt; meine guge mit Stefpeft ja feigen! ober bie ©trage ijt salua venia unrein! fo fod>en wir über tie gute grau, tlbct barubet lachen wir nicht, wenn ein ©chulgelchttet für einem. SSatbariSmuS jits fett; wen« et not {ebeS jwetbeutige Süort, vt it& dicam etc, fegt: wenn et in bec Staturlehre bet Gjtfabrungen unbeutlid) umfehteibt, um nur jietlid) thun ju fonnen, — CStödHen bod) ©ebrift» fidler biefet tfet bebenfen , worüber fie fchrioben, bag hier baSSSott bcnGiebanfen,, nicht bet ($ebanfe baS SBort erzeuge. BweitenS t UebetnU Wb ich j u m gemeinen s^tann tebe: (ith mepne hier jei\n, bev fein 836? chergelehrter ijt) mug id} in feiner ©prache reben, unb ihn $u meiner ©prache nur allmählich gewöhnen; ich tnug nicht wie aus ben SSBolfen ja ihm reben, fonbern auf feinen ©runb unb ©oben treten, unb ihn allgemach in meine ©phdre heben, tlnter ber grogen 9J?enge »on SSeifftieien Wahl» ich bie mit h'et beifallen. dritte © a m nt l u n g. i83 25« gemeine SÖlann liegt trctttg, unb noch tre= . niger ifl für ihn gefchrieben. Steg 3Bocf)cn= bhitt *) füll für ihn gcfdirieben fern? — Unmog= ticl)! t?enn eg ifl ootl Söucberrcth, roll geleimter @runb|id)feit, in einer Sprad)e, bie bie Sucher: inottpn »erflehen mögen, aber nid)t er, ber ffntt S3 ii c f> e r n unter 0)1 e n f c h e n iranbeit, fte moget? foyn, »on trns Stnnbe fte mallen. 25er €0? e n f c f), ber 8)1 a n n , bie -grau, bet ©efellige, unb tric ber £efer roeiter triU, ift rot bent f)>ulte c?= fdjrttben, unb hat nietjt bie Speadje in feiner ©e- tpalt, bie jeber Sefer ftd) »on ber gange geriff.n glaubt/ in ber er feine SBorte unb mit ihnen feine Sbeen mieberftnbft. Sieg ifl ein SB bc {) e n b f a 1t jum S3 e f t e n ber $ i n b e r ? ©ollen Ä i n b e r eg lefcn? Ser Sind lugt, ober eg i|t ihnen mit allen feinen 2lbf)anblungen, unb gabeln, unb ©ebiebten eine £2uaal! ©ollen ©Itern -eg (efen? galten fte baju geit? 3fl bieg ihnen ju tviffen nb? thig ? ©iebt eg ihnen, trorin fte Üiath trollen unb brauchen, fur$ unb gut, 9vath? Spricht eg bte Sprache ber Gfltern, bie a«g Ser$ bringt? Olein! gut -fpofnteifler mag ba§ ein SSuch fepn , bie lang* treilig , tpie bie SSerfaffer, benfen trollen! — 3r o » t tt j t a ltt> o ch en<= f ehr ift, bie bieS in hohem S8er|lanbc ntäre, ein originales ffierl fepn formte, bas bloS mit ben Sitten biefec tprooinä nnterginge, unb baö iieb; finflebud> etlicher Zeitalter wäre. 184 Fragmente jur beutfehen Siterafur. urtfjeile ju frei ? wohl! fo fd)enfe man mir mehrere Seifpiefe, über bie ich nod) freier fdjreiben müpte; man roaS ein Sdjrifffteller fdjreibt, ben id> nidjt genug lefen fann : *) ,,©S hat fid) in ber feinem äßclt noch unb nach „eine Sprache aus ber 3/Jethaphpffb unb anbetn Söif= „fenfd)ttften eingefuhtf; e$ hüben ftd) DfebenSarten „aus anbern Sprachen in bie unfrige eingefchfichen, „bie jeher ftnnreidje SchriftfieUer brauchen n>il!, unb „brauchen mufj, bie aber ber gemeine 9Je'ann nid)t „rerfteht, ipenn er fte auch $u «erflehen fcheint. „Gfr ift immer noch od)tjig, hunbert Sah« jurücf; „feine 33ibel, fein fiatechiSmuS, feine alten 33ud)cr ( „fein täglicher ©ebrauch enthalten ben ganjen Um-- „fang ber föegriffe unb 2 fuSbnufe, bie ihm begannt „unb geläufig ftnb, 2 ßaS bauon abgehet, ift für „ihn eine frembe Sprache, bie er roeber ©efehiefe, ,,nod) 9)Jufe, noch ©ebulb hat, ju erlernen; — „bie ihm aud) nicht nothig ift." — 9?un gehe man nad) biefern ©cfichtSpunbte bie 9Bochenfchrifte«, bie ©rbau itn gbbu c.h er, bie tprebigten burd;; alles fpU für ben gemeinen 29t ann fcpn, unb rcenig ift fpr ihn. £) eine Schrift, bie baS ift, trab eine ' Cf r b au ung $ = eine SilbungSfchrift fut ben größten, nufsbarjten unb chrnnirbigjten SEheil ber 3Kenfd)en, baS fßolf, fepn folt:— gebet mir, trenn id) tflepanber tudre, einen golbnen Äaffen her; ich treifj nichts beffbtS in bemfelben ju «erfahren! — 2>och nein! ©in SchriftfieUer ber 2frt wirb midj mit *) 2tbbt »om SSetbienfie, jv 349- dritte ©omm|u#g. J85 biefer @bre nudlacf>en: or bat einen .fefjonern £?rt für fein SPud), ben armen Älciberfdjrnnf; unb für bie gehren, bie fein ©uef) entfalt, bad ^>crj bed reb = lieben fieferd, bet* ihn tfjener halt. 3J?ad)t mich mit einer ©d)rift begannt, bie fitr ben €>3i enfetjert, ben SSürger, für feineDenfart unb ffir fein e r^, für feinen ©tanb unb fSebürfnif ge= fdiriebcn ift: bie ba faget, read er immer gebaebt, unb bod) nicht gebaebt, »ad er tf>un »eilte unb muf, unb bod) nie getban, »orüber ec SJatb unb Unterricht »dl, unb »ie er ibnreill: bie it;m in bie ©eele fpridjt, in ber er- ficb finbe, bie ihm feine SBorte uon ber Junge, feine (5in»en bangen unb 8üünfd)e geraubt: bie recht c i n 83 u c I; für i b n ift! 2£o ift ein SÖtann ber 2(rt: SBo ift er? unb ber Scan} bed Patrioten fall fein ebvtoürbig £aupt unijicbn! — Stocb eine thmenbüng! fDad grauen,nimmer gc= bort ohne J»ei,fel nid)t in bie -fporfale unb baf man für fie benfen fatm, wenn man mit ihnen ju f p r e c b e n weif, fb unfre © c b u 1 tn e t b o b e n , unfre $ c i; f t u c f t e n Un t e t w ei fung e n , unfee Äatbeberfpracbe, unfte ge lebe te ©u'tnbs lief)feit auf if)te Siilbung (icl) fage nid)t: Untct= *iet)t!) paffe? — können nidjtd afd Sfctfucbe uttb Ctrfabrungcn eutfcljeiben. Buffet nun einen ebvücbcn © c b u I r e f t o V ober gefehlten a f a b e tn i f c b e it S>rofeffor einen Bebtcr in bem werben, wad fie bilben foft unb bann: gebet ibm bie fabigfien 3ög? finge: Igffet eine grauenjimmerafabemie ibm jubo^ ren, bie aber nud ©fiebern befiunbe, bie fclbfl oct= jtänbige, nidbt aber gefehlte, unb ja feine £) a ci e r d/ fepn muffen; nun gebet -W)t: fein gelehrter SJottrag ermübet, er giebt auf ju fernen, SB orte, bie nie in ihre ©pbare geboten, ©geben, bie fie nie brauchen fpnncn, SBabrbeiten unb Bebc= fage, bie nicht für fie finb. — Jpgben wie habet eine Gfncpflopabie bet gtouengirnmerwiffenfd)af= ten? — bie ffdj $u ben befannteffen Sfcgriffen bergb= faft, in benen fie erlogen worben, fie über ©neben unterrichtet, bie ringd um fie finb , bie (Jmpfinbun: gen entwickelt, bie in ihren $erjen fchlgfut, ihnen ihre ggnje 58e|iimmung unb gweefe ftufenweife ent-- Wicfeft: »on ber ganzen ©efeht'famf.nt, SBeltwcidbeit unb fcf)6nen Biferatut, »on ber ©efd)id)te unb ben fdjöncn SBiffenfchaftcn ihnen nur fo öiel »orhalt, ald nbthig ifi, fie jur ©chonheit bed ©eijfcd ju bilben, ihnen cd in bet Stbnung Vorhalt, bie fie immer muntrer madjt, unb mit ben SBot= ((«, bie, ihren Sippen entwanbt, ben 53eg wiffen, in ihre ©eele unb ^)aut, bie il>n umjichct, fonbem wie bie (Seele jum Äorpcr, ben fte bewohnet; unb fo iftb für ben Sichter, Grr foll (5m p f i n bun g ett aubbrüefen: —- (ü’mpfinbungen burch eine gemaplte 188 gragmente jut bcutfdjen 2itetatur. Sprache in 93üdbetn ift feintet, unb eigentlich ju fpredjen tmmbglid). 3m 2litge, im 2[ntlib, burd) ben 2on, burd) bie 3cid)enfptncbe bcd Äorpcrd —• fo fpricfyt bie (Smpfinbung, «nb übctlapt ben tobten ©ebanben bad ©ebiet bet tobten ©prad)c. Unb atmet ©id)ter! unb bu follft beine Gmpftnbun= gen aufd SSiatt mahlen , fte burd) einen Äanal fcl)rear= jen ©aftd tjtnflrcmcn, bu follft fd)reiben, bap man ed fühlt, unb bod) bem toasten 2fngbrucfe bet Smpftnbung cntfagen ; bu fctlfl nid)t bein 9)n= piet mit Sfitancn bcncgen, bap bie 2intc jerflicff, bu follft beine ganje febenbige ©eele in tobte 58ud)= flaben fdfltepen, unb patliten, ftatt audjubtüf; fen. — >piet ficht man, bap bei biefer ©pracbe bet (Jmpftnbungcn, reo id) nicht fd)teiben, fonbern in bie ©eele reben mup, bap ed bet anbte fühlt, bap hier bet eigentlid)c üfudbtucb unabtrennlid) fei). Dichter! bu follft ben natürlichen 21ubbruc£ bet Smpfinbung fünfilid) torftellen , reie bu einen 2Bütfcl auf bet Dberfladje jeici)ncft; bu follft ben ganjen Son beinet Smpftnbung in bem gerieben, in bet Senf'ung unb SBinbung bet äBorter audbtücfen : ein ©cmäblbe fjinjeidjnen , bap bied felbft jut Sin; bilbung bed anbern ebne beine SSeihülfe fptcdje, fte erfülle, unb burd) fte fid) jum -perlen grabe: bu follft d i n f a 11 unb 9t e i c 1) 1 1) u m , © t d r f e unb <5 o I o cit bet ©ptad)e in beinet ©erealt haben, um bad burd) fte jtt bettirfen, read bu burd) bie ©prache bedäond unb ber@ebetben erreichen reillft — reie feht flcbt hier alles am 2fudbruc!e: nid)t in einzelnen SBorten , fonbetn in jebem SEhoitc/ im gort; gange betfelben unb im ©anjen. ©aber rührt bie Stacht ber Did)tf'unji in fenen rohen feiten, reo £> r-i t £e- © am m I ung. - 189 noch bie ©eele bet Sichtet, b.ie j« fprechcn, unb nicht ju plappern gewohnt roat, nicht fctjrt eb, fonbetn fpracl), unb and) fdjcetbenb Icbenbige. Sprache tonete: in jenen 3 c 'tcn, mo bie Seele be.S anbetn nicht ln6, fonbevu f)6 tte, unb aud) fetbft im 2cfen , ju fef)en unb ju boten wagte, weil fie jebec ©pur bcS roafjeen unb natürlichem 2fu?bruc!S off.n ftanb. ©aber rühren jene. SBunbet, bie bie 2)id)tfunft geleiltet, über bie mir ftaunen unb fafl jrocifeln; bie. aber unfre fugen Herren uerfpotten unb narrifd) ftnben. ©aber rührt a lle 3 geben' ber ©icbtfunfl, maö auoftarb , ba ber 2 Cu§brucE nid)tS «lg Äu.nft mürbe, ba man if)n non bem, wa§ er aus bri'tcfen feilte, obtrennete: ber gan^e Serfatt ber ®id)terei, ba| man fie ber ÜJfutter Siatur entführte, in bas> Sanb ber Äunff brachte, unb als eine £od)tet ber Mnfielei anfal): ber glud) alfo, bet auf bem £efcn ber 2flten ruhet, memt mit bloS SSSocte (erneu , ober ben Inhalt bijiotifcb burd)* manbern, ober äjtfoetifdje Siegeln fud)cn, ober 33eu fpiele auSflauben, furj! rnenn mir ©ebanfen unb SEBorte in ihnen abgetrenntbetrachten: nicht baS fd)öpferifd)e £l)c haben, baS bie ©mpftnbung in feinem 2lu3brunfcf>ert tOoll* te, unb rcie bie 2Uten ju fprecben, rceil matt toicberum ben Äudbrutf oom ©ebanfen abgefonbert betradjtrtCi 3c mehr id) bcc Sad)e nacfjbcnfc, bafj tttart iS fär nuglfd), ja für notbrcettbig f)»ibc Ratten fönnen, in ipdeften ©ebanfen ntnb 2fudbtucf unoct* tunbert ju bcbanbdn , in ^betifen utrcetbunben ju lefjreft , unb in 2fltert unoerbunben }ü jerglicbern t fccfto fteraber fömmt mit biefe getretfung oor. ©ebftnfe unb 2ludbruc!! »frfjaTt et ftdj> f)ier rcie ein Kfeib ju feinem Körper? Sad befle Kleib ifi bei einem febönen Körper bloß $fnbernijj. — Setl)alt er fid;, rcie bie $aut jimi Körper? 2Tud) ltocb niebt genug: bie Snrbe unb glatte #aut macbf nie bie Schönheit »ollfommen gud. 2Bie eitle Sraut bet ihrem ©cliebtcn, wenn berfelbe, feinen 2(rm um fie gefebiungeu, aii ihrem S&Junbe b einanber mittbeilenj ein spaftr grcillirtge > bie jufnmmen gebilbef uttb er* jogeU, fiel) lieben unb begleiten rcteSbnfefpcatd jjteuit binnen? £>icfc Gilbet ftnb bebeutenb, übet, rcie mich bunft, nod) nicht oolt|fänbig. — SBobi! cd fallt mir ein tpiatörtifebes SWabrcben ein, rcie bet feböne Körper ein ©efeböpf, ein 85o te, ein Spiegel, ein 5Ber?joUg einer febönen ©tele fcp, rcie in (tun bie ©egenrcart ber ©öfter rcofjne, unb bie bimmiifcl)e Schönheit einen 2lbbtutf in ihn gefenft, bet und an bie obere feoilfommenbeit erinnert! id) fege biefe ftböne fofra* tifdje Silber jufammen, unb jetge meinen fieferft ein Sitb, bafj ©ebanfe unb ÜBcrt, Srnpfitu bung unb 'Äudbtucf ficb ju einanber »erhalten, reie $>Iatond © e e l e jum K ö t p * r. dritte Sammlung. iyr Sfficnn einer von meinen Sefern, bcr bei ben äBetfcn ber filtert in baS 3abrhunbert ber golbnen 3eiJ unb einfachen Statur entjuift gemefen ijt, ficf) bei meiner Grrjdhlung helfen erinnert, tvaS er tjiev in biefem (II p f i u m für ©ebanfen gefehcn, für •2fu$brftcfe gehört, unb vrie beibe in einanber geflof* fen finb: wie mürbe ict) mich freuen, wenn einer bon biefen mir 9?ed)t göbe, unb bnmit mid) fd)üb= los hielte, baf gehn fd)öne ©eiltet, bie fid) in ba$ fd)öne jfleib, unb ben fPu§ beS ßofiume, in bie fchönen gtngerfpilen bet ßbinefcrfd)önhciten, in baS blcnbenbe Seint frcmjöftfd)er fBcnbungen, ober in bciS oft ftberlüberte ßolorit brittifd)er Silber verliebt hoben, mid) für einen Slröumet unb Grnthufiaffen fdjelten tverben. 2fus bem feligen Sfeid) ber ©ottet tvnrb bie ©mpfittbung, wie bei ipinto bie ©eele, t)er= untergefanbt in beit ©choojj ber irbifchen einfältigen Statur. 3d bem ©d)ocfj biefcr gefunbeit, urtb ftür= fen unb frud)tbiircn fDiutter follte bie Seroofjnerin beS Rimmels eittett fd)6nen unb bluljertben Körper fid) jum fBofmbaufe bereiten: baber nahm fie baS jdttrfbe unb fe’injte ©eblut ihrer Stuftet jur fünften fbulle, unb tvflfb bie ©djöpfetin beS ©ebdubeS rings um fid). jfein ©türm roibrfger -Ballungen unb fein Slihfira!)( von ungefunben 3ncfungen heberte il)r ©etvebe, in tvelctfeS fie ohne ©eful)I getvaltfamer ©tötungett ihr Silb voll ruhiger ©title eintrug, all baS Silb einer greUnbin ber ©öfter unb ©efpielin bcr ©öttinrten. ©ie oollenbete ihre ©d)öpfung: fie brachte bi.e gtud)t gut Steife: fte vollfuljrte ben -fPn(= Inft ihrer SBohmmg-i ihr gelang baS SSilb ihrer felbft, 192 Fragmente $ut bcutfdjcn Sitetatuf. bnS »ott if)r jeugott foltte. Äurj! bet f)imrttlifd)e ©ebanBe formte ftd) eine« 2fu«brucB, bet ein @of)n bet einfältigen 9 ?atut roac, fie aber in ben fdjcttffctt Sauren feinet fflutüt : et voarb in il)tem ©djoofe teif, of)nc gcivaltfame ©afjrungen, unb mit einet füllen ©rbfe »ollenbet. (St tPanb fici) feiner ©ebaf)terin fanft »om #etjcn, unb bei feiner ©e= butt beglucBteit ibn bie @ra$ien unb ©ottintten I«* cfjelten if)n an. 9 ?un ffofjt biefet ÄtSrpet »ot bit: tttillfi btt iljrt aiS ein tobte« jUttifffftcE befrachten, blo« feine gdrbe lieben, blo« feinen *Pu§ anbeten, feine SWgel art ben güfjen benmnbern, unb umarmen eine falte föilbfattle: ittillft bu im 3 fu«britcfe of)ne ©ebanBen ©d)onl)eit ftnben ! — (Slenber, fübllofer SSetradtter! ftefje biefen Äorpet an al« ein ©innbilb btt ©cele, bie ü)tn blo« fo »iel f6tperlid)e Sfeije gab, al« er= f otbc11 tt> u r b e rt, um i l) n be t nen ir bifcl)cn 2f ug e n ficftt bat unb f c f) o n barjuftcllen. — XSegnttge bid) alfo nidjt mit grammatifd)cr @rf)6n* (feit, bet SBorterroaf)!, bet ©tellung bet SBorte unb be« tobten 8vf)t)t£)muS s bettn tuenn bu ba troefne SlidjtigBeit fud)eft, too ©d)6n()eit biefj erfüllen folls fo liefeft bu tüte einSReßfünfilet unb |>anbn>erfer, obet Süaglöljnet. 3fbcr fteljefi btt ben 2fu«brucf al« ein ©efdjopf, ba« ftd) bie (Smpfinbung geraffen, al« ein ©innbilb, in bern ftd) il)t Silönifj abbruefet, al« einett SSoten be« ©ebanfen«, unb al« ben $)allaft, ben feine ganje ©rofte erfüllet: fo roirfi bu mit ben Vfugeii fe^ett, mit benen fPlato faf ), wenn et ftd) bet um fotpeti focperlidjen Schönheit auS bem 9teid)e bet ©eifler erinnerte; mit tocncn SBinEelmann fichet, reenn et bei bem 'üpcll, ober bim. JperEuIeg im SEorfo, ober bem SaoEoon, ober bet Stiebe ins 9feid) unferperlichet ^been gcrath; bu reitft mit bem 2 Euge feben, mit reeldjem Stenge bie ipetnb feinet Schulet leitet. 3d) rebe nicht ton einjelnen Stucfert, fbnbetn ton bem tollenbeten 2(uSbrucEe eines ganzen 5BerES bet altefien Beiten, reo id) ©ebanEen unb 8 t cbc eines Schriftftellers mit 5 « einem ©an;en bilbe. 9Senn hier bie StarEe bet ©ebanEen fid) mit bem ftarEen 2l'usbnnfe paaret: fo fleht ein SSilb tot mit, tto bet einförmige Umrifj beS ÄorpetS füt mid) bloS ein 3 e ugt jenes ©ebanEenS ifl, bet fid) benfelben formte : bie äugerc ©eflalt bet reof)Igebil= beten g°tm erinnert mid) beS bilbenben ©eban* fenS, bet ft'cf) hier in feinem SBerEe fpiegelt; bie fwie Stellung rebet ton bem fSievfmciflec, bet bieS SBetfjcug fo leicht ju brauchen reugte: bie SOtacht, bie nichts SeereS ttbrig lägt, ifl eine £ullc bcs grogen S3etto(inerS: alles ttirb ein ©egenfdjein ton feinem llrbilbe, unb eine SDtorgenrotbe, bie ft'd) in Strahlen bet Sonne gefleibet. 3£enn id) auf bie 2frt 2EuSbrucE unb ©ebanEen jufammen betrachte: feil id) jenen allein bemerken? — einen Körper ohne Seele; biefen allein ? — eine Seele ohne .Körper. — Unb itehnt fte in einem reuflen, ungehalten £>atu fe, reo ffe reie aus einem bunfeln , untegelmägigen .KerEet hcrausblicEt, reo Sehnen reie ©triefe, unb 3 (betn reie unreine Kanäle fid) erheben, unb ft'chtbar fortlaufen: reo ein burftigeS miggebohrtieS fd)mad)= tenbeS SBetE uns Bittern, ober Gfcfel, ober 2fbfd)eu ■fictberS SBcrfe}. fefjon. £it,u, Stunfl. II. 9t Fregmtiut ig 4 gragmente jut bcutfdjett Siteratur. erwecfet: fo trug uns ber SEraum bfö fptato beifal» len : in biefes ©efangnip warb bet ©cbattfe gefanbt, juc ©träfe für bie in bet .Oberwelt begangenen Ser= bredjen. — ©o wenig ift in bec trabten 25id)t£un|i ©ebanfe unb ^fttebrinf ron einanber ju trennen: unb e3 ift beinahe immer ein Äennjcicben einet mit= tetmapigen fPoefie, trenn fte gar ju leid)t 31 t uber= fegen ift. 7- 3 ’d) tbue nod) etnett ©cf)ritt: trenn in bet fPotr fte bet ©ebanfe nttb VXitöörucE fo feft an einattbet fieben, fo mup id) obre ßtreifel in bet ©ptacbe bid)= ten, tro id) Tfnfeben unb ©etratt über bie SBorte, bie grbpefie Äenntnip berfetben, ober trenigflenS eine ©ewipbeit f)abc, bap meine greifjeit noch ntd)t @efeg= (oftgfeit werbe — ohne 3 rec ife( ift bieS bie "Uiuttct-- fpracbe. ©ie bruefte ftd) uns juerfi, unb in beit jarteffen Satiren ein, ba mir mitte Ift 215 0 r t c itt unfre ©ee!c bie s B5ett ron Segrtffen unb Silbern fammleten, bie bem Std)ter eine ©diagfammer tritb. Sn ibr mtip et affo mit ber gröpten ?eid)tig£cit nacbfinnen, unb Tfusbrttcfe ftnben: in ibr ben SJoicbtbum ron Silbern unb garten ftnben, ber einem Siebter unumgänglich notbig i|f: in ibr bie Soitnci'E'eitlen unb SiigfH'ableti ftnben, bie et atd Sote ber ©otter wirft; benti in fte i|t unfre Sen£= act gteiebfam gepfianjet, unb unfre ©eete unb 0 : br unb Organe ber ©pracbe ftnb mit ibr gebilbet. — SBo werbe id) niicf) atfo beffer au$brucfen, aI 6 in ber •£5 ritte'Sammlung.- 195 SJtutterfpracbe ? Sie fibertrifft, fo rote ba$ • S 3 ater= [nnb, an Steij alle -übrigen , in ben tlugen btffen, ber ber ©obn ifjreS Segens , ber ©ättgling ihrer Stuft, ber ^ogling ihrer Sanbe getrefen. — : Sie Sprache/in ber ich erjoqen bin, ift m-ei* ne ©pracbe: benn fo inte/ nach iÜt 0 n t e S q u i e u tfnmerfung, alle unfre Segriffe non ©ebonbeit fid) auf ben erften mächtigen ©inbruef beheben , auf ben bie ©eele nachher jebeS SSilb, baS fie qetrahr trirb, fiijnell jurfiefffibrt, unb baber oft ben liebenStrürbU gen ©igenfinn fd)6n finbet, ber mit ibrem Utbilbe beb ©inbrucfS ubereinftimmet — fo ift auch bie i!Äut= terfpracbe felbft mit ihren JbioiiSmen roll ©iqenfinn, jmb mit ihren fleinen ©cbtrad)hcitcn ber Siebe für unb ein Silb ber Schönheit. ©0 trie ein Äinb alle Silber unb neue SSegtiffe mit bem rerglcid)t, trab eS fcbon ntufjte: fo paffet unfer ©eift insgeheim alle 9 )?unbarten ber SJtutterfpracbe an: fie behält er auf ber j 5 unqe, um nachher befto tiefer in ben Unterfd>ieb ber ©prad)en eiitjubtingen : fie behält er im Jiuge, baß, trenn er bort Stufen unb SBujten, hier Oteid)= tbum unb Ucberflufj in fremben ©pracben entbeefet, er ben Steidubum ber feinigett liebgetrinnen, unb il)= re tfrmutb, roo es fepn fann, mit fremben Scbafsen bereichere : fie ift ber Seitfaben, ohne ben er fid> im Sabprintb rieler fremben ©pradjen rerirrt: bie Stirn be, bie ihn auf bem unermeßlichen Scean frember SJtunbarten rot bem ©infen bewahret: fie bringt in bie fonft nenrirrenbe fOiaitnigfaltigfeil ber ©prad)en ©inbeit. 9 tid)t um meine Sprache ju nerlernen, lettte id) anbre Sprachen, nicht um bie ©itten mie= ner ©rjiebung umjutaufeben, .reife ich unter ftenibe St 2 ig6 Fragmente jur beutfd)en Literatur. SSolfer; nicht um baS ISucgcrrcct>t meines 2}ater= lanbeS ju «edieren, werbe ict) ein naturaliftrter grem* ber: benn fonjt «ediere id) mehr, als id) gewinne, ©ottbern id) gebe bloS burd) frembe ©arten, um für meine ©prache, als eine 93erlobte meiner 25enE= art, Ultimen ju holen: id) fel)e frembe ©itten, um bie meinigen, wie grud)te, bie eine frembe ©on= ne gereift fjat, bem ©eniuS meines SßaterlanbeS ju opfern. äßenn id) mid) meinet tfjeimatf) entgehe, unb mid) in fremben ©prad)en weibe, ahme id) SleifiS SSienen nad), s - « bie in jerjtreueten •beeren , Die Cuft biwdjfäufeln, unb fallen auf Sttee unb btutjen« be ©tauben Unb bann bcimteljren jur 3eUe mit füget S3eutc beta» ben Unb liefern uns £onig ber SBeiöbeit. 3 cf) fege jwei @d)tiftfie(ler äufnmmen, «on be* nen ber eine in feiner 0 p r a c b e, ber anbere in einer fremben tobten 0prad)e fdjreibt: wer «on if)- nen fann greifet werben ? SBenn ber, fo in einer ffemben ©pradje fetyreibf, bie SWutterfpradje »erachtet, in ber et erlogen ift, fo muf er «on i(jr übel erjogen fepn, baf bie erften ©itibrucfe ber Silbung gar nid)t bet if)m jur Steife gefommen; benn fonfi ftnb bie ©puren biefeS frühen ©eprageS ber ©eele nnauolofdjlid). — 1 5Bie »ie! «ediert ein ©djriftfleller fjiebei, beffen ©eifl nicht burd) feine Sprache mächtig geformt ijt! aUeö fein fpdtereö Semen bemalt bie £>berflÄd)e ber SenEart: et irret in ftemben ©egettben, ofine SBas tevlnnb unb J^auSgötter. ©in Sriginalfcbriftffeller im beben (Sinne bet 2 llten ift, wenige föcifpiele ausgenommen, beflanbig ein Ofationalautor. ©in SD'mnn, beffen Seele, von ©ebanfen fdjwangcr , ju gebaren ringet, fcenfet nie batauf, wie ein aftbetifeber 0 iegelnfd)tnib cinft an ibm ft'ben wirb, um SScifpiele bcS 'tfuSbrucfs ju fei. nen Scbulgefegen auSjuflaubcn: unb es wirb ibm aifo unmöglich, ben 21 u s b t u c f a 6 gcfonbert vom ©ebanEen 511 bchanbeln, ju orbnen ju wählen. ©r bilbet fid) taS ©anje beS @e« banfenS in feinem ©eifie, flelict jebeti Sbetlbegriff fcbnell an feinen fpiaß , in fein geböligcS £id)t, ju feinem eigenthfunlid)en jfweef, in allem erforbetlicben ©leicbmaafje; baS 5Bilb fdjaffot fid) in feinem Äopf unb tritt, vollftanbig an ©liebmaffen , unb gefunb an garbc mit glänjettben 23 affen gerüfiet, feroor, unb wirb 2(usbrucE. liefet ift eine fiebtbate ä 3 obnung, in bie fid) ber ©ebanfe mit ©ewalt bran= gete , ifti gnnj einnafjm, alles an ibm belebte unb jufammenfügte Sa fteft er mm fieftbar unb fjotr bat, wie if)n ber 2 tnbre unfid)tbar bad)te: foll id) ben JfuSbrucf anbern, fo fdjwinbet ber ©ebanfe: fjabe id) ben ©cbanEett gefaffet, unb will ifn fagen: ba fef)t wiebet baS SBort I Set Scfriftfteller baefte 33 0 r t e, unb f p r i c f) t © e b a n E e n. ©t wollte fid) nid)t um ben 2luSbtucE allein befummeln , il)t feine beurtbeilenben ©d)u!meijter: er bat nid)t ge= fdjrieben, um eucl) ein ©pempel = 9Jiagg$in ju liefern: er gönnt eud) bie greube, il)m bi« unftd)tbare geb* ler beS Stils abjulauern; er gönnet eud), ift ©rof-- unb Äleinmeifier ber Sdjreibavt, bie ©l)re, an iljm 198 gragmente jur beutfd)en Sitcratur. berühmt jit werben, tmb ifin nacf> allen Regeln ber ©rammatif bodjmu'hig ju »erbammen, unb nach allen fPrioilegien ber s })oetif unb 3ibetorif grofjmü= thig lostufprechen; er giebt allen furj r unb langwei: Iiqen Ofacheidncrn ber ©elelH'famfeit bie 3J?ad)t, it)n liier ber Sunfeifjeit, unb wo hast Sidjt burd)blicft, ber ©rofje, it>n bert ber fremben Jfnfpielunqen, unb wo ihr fi'e »erficht, beS üJ?ad)brucfg, ihn ^ier bc# jJwanqeS, unb wo ihr feinen 3 wecf erreicht, beS fftahrbaften; fuq, aller gegeneinanberlaufenben gef)= Irr beS 2 (uefbrucFS unb ftugenben ber ©ebanfen ju tab.eln unb ju rühmen: er bad)fe, unb ber ©ebanfe formte b'en JfusbrucF: mit bie fern fabett! Jura liegat sibi data - - Jfbcr man ficket, baf, wenn biefer Sdnififiel; let nid)t mifjratben will, fo mujj er in feiner S)iut= terfpradje fdjreib'en; benn wenn ber ©ebanfe ben JfuSbtucf formen foll, muff ber ganje Umfang ber ©prad)e fo unter mir fepn, alg ba$ gelb non ©e= banfen : fonfi brüefe id) mich entweber nidjt ous>, ober fünbige unaufforlid) wieber bie Sprache. 3d) will biefen grojjen ©ebanfen in feiner ungeheuren ©eftalt jeigen : fchreibe ich in meiner Sprache, fo jlojjt ec fid) felbjt in einen JfuSbrucf bahin; aber in einer fremben Sprache wirb er piclleid)t ein 83arba= ri^muö, bei bem bie Sfren gellen. Diefcr neue ©ebanfe brangt fid) in meiner eignen Spradje in alled fein Sicht, baf er gefeben werben niuf; unter einem fremben SSolfe h uad) bem ©ebanfen ridjtet. SBenn in jener bad ©enie herworbriebt: fo fdjeint ed rnfenb,, reißt a(; Led nieber, unb fdjrecft @ele(;rte unb Ungelehrte, furit, ac velut ursus , oliiectos caveae valuit si frangere clathros, Indoctumque fugat — £bet auf ber anbern ©eite, trenn nid)t bie frembe ©pracbe ©etralt (eibet, fo tbut fie ©etrait an. SBie bann id) eine ©prad)e aud jeljn ober ; tr 6 I f ©djriftffeliern gonj, in ihrem ganzen Umfange, mit aller ihrer © t a r f e, SB ü r? be unb Sleij lernen? SKan nehme bed) jebn ©ebriftf teile v unter und; ja, man nehme bie ganje ungeheure Stetige ber unfrigen, laffe unfre ©prad)e fletben, unb trede f;e and ib= 2 oq giagmcnfe jur beiUfdjcn Eitcrntur. neu miebcr auf? 93ergcblicbe Arbeit, bic jut SEljors fjcit mürbe, unb lind bcd) SiSciö^cit bünft, roenn mit naturaiifttte Öfomer feljcn, bic in bet Sfateinifdjen ©pracbe — fdjreiben; ©ebiebte febreiben unb $o= va:ifd)c Oben fdircibcn : vielleicht bic t)od>|tc, fd>mer= ftc unb fiinjtlicbfle 2frt bed SSoctraged. fJlun fefte icf> roirflid) cm ©enic, von ber ©toge, ald $oras in feinet Sprache mar: es batte allen innetn 9?eid)tbum, gülle, ©rofie unb geuer ber ©ebonfen in feinem Sam Ce, nad) feiner CFultitr, nad) ber eigentbitmlid)cn ffifenbung feines ©cifleS; biefet £oraj, non einem roürbigni ©egenftanbe aufgeforbert, non ber S)hife gefalbet, von ebleni geuer burd)brungen, greift nad) Cer Seper beb S?enuftfd)cn Sidnetb ; er mürbe Jpo= ta$ fepn, aber nun fingt er in ^orajend ©prad)e. ©ogleicb mirb ber ©ebanfe vom 2fuSbrutfe gcfcffelt; bab S3ilb feil in feiner ©cbonbeit erfebeinen, unb bbt glccfcn, bie ben ©Ianj befd)impfen: cd fo(( reid) an yjebenbegtiffen fepn, unb biefe yjebenibeen erniebvi- gen ed: cd feil grog erfebeinen, unb mirb geartet, ed foll mit einem mal überrafeben, unb fdjlagt und ins Äntlig: ed mirb mit ffhifj überlaben, unb cn fdjeint flein. ©ebanfe imb '.tfubbrucf finb mie jene gufammengemaebfene SWibgeburf, bie mit einem rfjaups te lad)te, mit bem anbern meinte, mit bem Siücfen an cinanbcr (tief, fid) fortjerrete, unb auf einer ©tel= !e blieb. Slfohrlicb! ber Siebter mug feinem Soben ge= treu bleiben , ber über ben 3(udbrucf Ijcrrfdjtn mill: lieber f'ann cf ®ad)tmbrtcr pflanzen, beim er fein net bad Satib! djicr fann er S3(umen pflüefen; benn bie S'rbe i(l fein ) biet fann er in bie Siefe Dritte Sammlung. 201 groben, unb ©olb juchen, tinb Serge aufführen, unb (Ströme leiten: benn et ift Jbaudhcrr. Die mähte Saune bruefet fiel) Mod in ber SHutterfpradK ab, unb id) fdjame mid) nidjt, bic e meiner Seele ju gejteben, baß id) mir Sebendlnng nidjt jutraue, mehr nid eine einjige Sprache »ollbommen faffen ju bönnen : id) mepne aber unter bem 2Bort ooiU f'ommen fo oiel, baß brei junge Herren, bie «or mir fielen , unb mit gTonjöjifcf), 3faliänifd> unb thiglifd) , unb brei Sd)u[meifier, bie mir Sa tei^ nifcf) unb ©riech ifch unb jtoptifch, mit großer ©eläuftgbeit »orfprachen, mid) noch nidjt miber» legten. 3dj mürbe jebem ©lucf rcünjdjen, baß ec melleidjt in brei Sprachen nidjtS jagen fönne, nid rons anbre oor ihnen, unb nielleidjt beffer, gejagt, unb jeber aubre nad) ifjm jagen bann; mürbe fie aber oerlnffen, unb ben Dämon bed unmiffenben Sobrated citiren , um ihn ju fragen, ob jemattb in mehr ald einer Sprache ein gleid) uoilbenu mener dpomer, in einer t o b te n Sprache ein *Pin= bar ober dporaj, unb in einer anbern a!d feiner SJiutterfpradje, ein Sbabefpear feijn benne ? — 3(ldbann mürbe id) nieberfallen, roie Srutud, unb bie (Itbe umarmen, bie meine SJiutter ift, unb ihre Sprndje foü meine 2)?ufe ferm! 8 . 3d) hdbe bie Sadje blöd non einer Seite be» trachtet: baß in fremben tobten Spradjen ber ©e= banbe oerliete; aber, menn es SdjriftjieUer gibt, 202 Fragmente jttr bcutfdjcn fiteratur. bie von biefer >J?6be f>eruntet (feigen unb fe[oS burcf) bcn 2l'uSbrucf ge»innen »ollen — bfoä burd) beit 2fuSbrucf? wicbec wirb 2(uSbrucf unb SSortrag getrennet! Sod) id) »itt juf)ören: ©croinnt bcr 2(uSbrucB, voeif eine ©pracfje an fiel) (ebener ifl? fo benfen blöd bie ©dmlmciflet, bie au§ ben 2f(ten (PbrafeS aufjagen, Scjeicon unb ©rammatif plunbern, unb ftd) ein bunteS Äleib ju= fatnmen (liefen, mit vieler 9J?ube eS verbrämen, um [Scf)erlicl)e 2£ r I e € i it ö ju fepn. 2f ber »enn junge goglinge aus ben alten (PbrafeS aufjagen, He= picon unb ©rammatif plunbern, unb ftd) von latei> nifdjen Wappen mit vieler SJiufje einen JfrlefinSrccf jufammen (liefen muffen: fo tvirb aus bem lad)cr= lid)en ein £f)rancn»ertf)er 2Cnblicf. ,Cf)ne 3»ecf ift bie Happlänbifdje ©pradje fo gut, tvie bie 9iemifd)c. ffietvinnt ber 2fuSbruef, »eil bie ©pradje a I = ter iff ? — fo benfen bloS bie, fo jroeiraufcnb Safjr ju fpat geboten ffnb, unb auf eine allgemeine 23ie= berauflebung »arten, um bem efp o ra j unb $)ro = p e r j ihre Gentoncn aufmeifen ju fennen. 9?un bin id) j»ar fein blinber SSabrfager beS jitngflen @erid)tS, »ie anbre grojiere Heute ; aber bod) ntod)-- te id) nicl)t babei fcpn, »rnn tfjora; unfern 9i o l = lerS, Älohen unb anbern ©d)ulpoetcn i()re l5per= citicn cotrigircn mufte ju ehre ber Seutfcbcn Station — G'ben »eil bie Sprache fo alt unb verlebt ift: fo »ftßte id) nicht, ob bie 9i6mifd)c ©pradje nid)t immer germanifirt, »enigftenS in eine jDcutfd)c Senfart eingeflcibet »erbe. ©eminnt ber ttuSorucf, »eil er SSefefenfjeit Seigt # — ßS faun fepn, aber je mel)r ©djriftfteller £> ritte Sammlung. 2o3 id) gelefcn, je mehr id) aub ihnen Währung gezogen, bejio u n b e ft i m in t e r muß meine Sd)reibart wer» ben, unb itjeen Gbaraftcr verlieren! SBcnn id) hier einen Äernaubbrucf von Sacttub in einen ipetio» ben beb Cicero flechte, bort SSlumen aub Jporaj fßirgil unb 5 u nenn! bredje unb bajwifchen fnupfe : fo fann bieb fteilid) ein jfrant roerben, ber mid) alb einen Kenner beb Tflterthumb bejeichnet; ober wab wieber ein alter Korner fptd= d)e, wenn er einen fo ungleichen hoiprid)ten Stil erblicfte, fann ich nicht fagen. Sftir tfib freilid) ,■ wenn id) einen alten 2(utor eine Bedang. gelefen, unb fdjnfU einen neuern -£>omerifd)en Sriefjfeller er» wifd)t, manchmal vorgefommen, alb tvenn id) einen Cento von Oiebarten Ulfe: aber id) fann überhaupt über eine tobte Spradje nicl)t fo gewiß urthetlen, alb anbre. SBdre id) ein Sateinifd)er £)id)ter; mir würbe jeneb 33irgi!iauifd)e OJiibtrauen einbrucflid) fepti: „Sind) mich nennen bie dpirten einen Sidjter; „aber fo leicht glaube id) ihnen nicht: noch febeinen „mir meine 2fr bette n nicht eineb fö artig ober „Gin na würoig; vielleicht flingt mein ©efang, „wie unter Sdjwanen bab Schnattern ber ©dnfe." ©ewinnt ber 2(ubbntcF, baß ich boch Sateinifd) einen Sateiner beffer nadjahmen fann, alb IDeutfd) ? Cb feheint! aber trab heißt beffer n a c h «I) m e n ! 59? it feinen eignen SB o r t e n ; bab beißt, gram» matifd)! 2fusbr£tcfe jufammen fabeln, iji albbattn blob cSpanbmerf; unb ba id) mid) bod) wieber nid)t in bab SBorterbud) eineb Sd)riftfiellerb einferfern fann, ohne dußerfien j3wang, fo muß id) wieber furd).tcn, felbfi in ber Schreibart ungleich ju werben. 204 . Fragmente jur beuffdjen ßiteratut. — 2 fbet nadjahmen, um ben £on eines 3f r* ten ju lernen? IDiefe 9?adntl)mung ift fdjon f)ö= ^er, unb eine Arbeit beS ©eijfeS. ©enn man einen 2 futor mit bem geuer liefet, mit bem ec gefdjriebm fjat, fo muf er unS fo befreien, bafj roir eine ßeiti fang gleid)fam «erjueft in feine Sphäre ber ©ebans fen ft'nb; fein Son fd)allt nod) in unfern Dfcren; mir fegen mit feinen klugen, mir athmen in feinet 55en6att roie in unfrem Elemente: bie ©aite bet poefifd)en Gimpfinbungen tont in unS, erroecft non ber feinigen, mit igt jufnmmen: bie ©orte for= men fid) nad) ber ©enbung feincS ©eiffeS: mir le* fen usque ad scribendi sollicitudinem — unb fdjceifcen. 9?un lebt nod) feine ©pracbe in unS, fein S?i)i)tl)muS tönt nod) in unferm £>hre, bie SJfeihe feiner Silber fleht nod) »ec unferm 7fuge: mir af)= men in feiner (Sprache, in feinem ©plbenmaage , in feiner ßompofftion ber ©emalbe nad), unb geigen uns alfo als Sirtuofen. 3 d) fege baju : fein geuer fad)t unfern ©eifi an, mir fd)affcn in feine Silber neue 3üge unb pra= gen feine gbeen um, mir bilben uns nad) feinet gorm neue giguren, ein 'ifuSbrud gelingt uns not itjm; eine ©enbung glangt fjernor; ein ©leidjnifj mahlen mir be-ffer aus — roir roerben mehr als fftadmhmec, mir roerben 9?ad)eiferer. Unfere 9>iad)= bilbungen roerben für uns angenehme iDenfmale, bie uns an bie füge ©tunbe ber Segeifierung jtirücE er= iitnern, ba bie -Stufe eines alten ©djciftftellerS joor unS fianb, unb auf ben glügeln feiner 3been unS in bie ©eftlbe ihrer Lieblinge führte, gut baS $)u= blifum finb biefe ©tüde fPfanber non bem ©ertlje Stifte Sammlung. 20 .T eines Cannes, bet fid) fo \>or jugfict) na cf) ben 2flfen gebilbet, bet itjren Geijt kennet, bet ben Gefdjmacf bet Tintifen ©chönheit in fid) gefogen, ben man be= rounbern muß , «on bem man oiei f)cffen fann — fte finb alfo a [ 8 Mittel gu geroiffen gwecEen t>ot= treffliche Singe; aber a(8 gwecEe ? — 2(18 »ollenbete SBerfe beS gwecES reichen biefe ©tucEe wohl an bie 2f!ten ? Set ©ptaefje nach? — 2Bollt if)t bieS wiffen, fo fd)ifft euch in dfjaronS Äafjn , jfeiget gu bet Sternenbahn, nach jenem Änuttelliebe, unb fragt 'bie 2ftten ! Üveichen fie an bie 2(lten, a(8 ÄunflflücEe ? — 9?id)t fo ted)t! Senn eS ifi immer fchwer, ftch mit einem ju meffen, mit bem man nid)t auf gleichem 35obm flehet! Sa bei ben Senfmaiern bet 20ten uns nie« Je Singe unbekannt finb; worauf iporag oielieicht hiemit gegielet, auf tuen er bort angefpieiet, waS in feiner geit ben Sefern t)iebei beifailen mußte, waS bort für oerbedte guge h crt,or fd)immetn, wa8 fm* für oieie reiche fJfebenibeen ftch gufammengefeilen — futg, bie gange ©eite, bie fid) auf einzelne gdfit grunbet, auf feine Gelegenheit unb Umfldnbe bea jieljet, fte einem SJdmcr »orgugtich fcha&bar macht, biefe gange ©eite ifl für und oft bunfel: unb bie befie Jporagifche ©atpre lauft Gefahr, non ihrem Utbiibe uieleS auf eine uneriaubte 2frt gu borgen, unpaffenb gufammen gu fegen, unb alfo aI8 Äunfls ft lief betrachtet, weit hinter bem Sriginafe gu fte* hen. — 3egt ooilenb8 als Sichterei, ai8 ein SBetE be8 Genie8? <£)ier entfernen ft cf) bie ^arallelftris 2o6 Fragmente jur beutfdjen Jiteratur. che immer mehr. 9 )?it einer tobten ©prache i|l uns flUcö aubgefforben, trag bet Sichtfunfr S?eben unb Sieroen gibt. — Sie £age non SSorfdU len, über bie jener febrieb, aub beneit fein ©ebicht allen ©aft 30g, bie eb bis auf bie fleinften llmftanc be nu&te, burd) welche eb firf) feinen ßefetn fo fcht empfahl, fo unvergeßlich machte, fo nabe in ihre ©eele ging — ijt aubgefforben. SSab hilft eb mir, baß meine ©elegenl)eit im ©anjen mit beb dpo* raj Söorfall flimmet ? ©fimmet fie auch in SEbeilen baß id) bieb unb jenes 33 ilb hier mit bem 9 J a c b= bruefe brauche, alb mein Vorgänger? 3bn lehrte ein Vorfall bichten; unb er fang in feinet ©p rache, um ganj biefen üöorfall ju nufcen ; ich finge über einen ganj oeranberten Umffanb, unb muß mit meiner ©prache bie fleinen güge verlieren, bie mein ©ebicht beftimmt machen; ich finge auS ^)oraj, ffatt auS mit 311 fingen! 3 d) wollte gern einen ßonimentar über eporaj lefen, unb mit ganzer ©eele burdjftubieren, roo er nid)t alb ein claffifcf>er 21 u 10 t bebaitbclt, fein © e b a n f e langweilig unb ungefähr beffimmt, fein 2tubbrucf abgetrennt vom ©ebanfen jergliebcrt unb oerbolmetfchet, roo er mit ben Siegeln neueret 2 lti= jlarche oetglid)cn roirb, bie man bod) aus ihm abge* jogen, bie oft eigenfinnig genug finb , unb nie feine ©d)Snbeiten etfd)6pfen ober ftchtbar madjen. ©inen ©ommenfat wollte id) roünfchen, roo man ihn alb einen leben ben Sichter bctrad)tete, ber ü b e t biefen ©orfall ju biefem 3wccfe fo fd)rie6 unb fchreiben mußte, roo er alb ein Höfling er= fd)iene, bet voll feinet unb galanter ©eher* ie, ©ebanfen unb 2fnfp ielungen iff, bie gleidjfam i 1) r e 533c11 haben muffen, in bet fie le= ben, aus bet fie il)te Kege nehmen, ohne bie fie tobt finb. jDaS biege .£)oraj erreecfen, feine ®ebicl) = te in feine 'Perfon oerroanbeln , utib münblicl) t)on ihm lernen: baS f)iepe ben 2CuSbrucf aus bcm © e b an b e n, ben © e b a n be n auS ber u or 1 i e = genben @act)e erbldren , itnb alte brei beleben! @o lange baS aber ein 'Projekt, bei allen SBcrben beS 2fItertf)umS fchreer, unb bei einigen unmöglich bleibt: fo lange man bie Klten als tobte ©iännec behanbelt, bie'alS ©chulmciffer fd)rieben, bamit fie einfl in ben eifenbarten gödnbcn eines ©d)u!mri|ierS clnffifdje Autoren mürben : fo Farm man fie freilich ungeftört unb gum 2obe claffifd) nachahmen! Söie ttieleS fiirbt auferbem mit einer ©prache ? greifcben biefen Sßlörtern ift ein Unterfdjieb in b y: SBürbe; er ijl nerlobren; id) brauche eins fürs anbre, unb ein Komet muf t>ielleid)t über bie ernflhafteffe ©tel« le lachen! — 3reifd)en biefen ifl ein Unterfcbieb in bet SSebeutuug; id) fage baS fc()ielenb, n>a$ ber Komet gang fagte! —• -£>ier gehörte ein gang nnbec SBort hin, baS mir aber nicht beiftel, ober baS nicht in biefem Ifutor ftcl)t, ober bas id) gar nicht in einem Ifutor finbe. — Unb bann ? reo haben mir baS ©riechifche ober Kömifd)e £>hc jur Senfung beS fPe.rioben? 933ir orbnen ihn nach grammati= fd)en Siegeln, ober holten il)n, reeld)eS noch drger ifi, für gang unb gar frei unb roillbührüd) ? — Unb reo haben reit ben I e b e n b i g e n SB o 1) 11 a u t in un; frer ©erealt, bie reit nad) profobifchen Kegeln fd)teiben, halb eS für dtunft halten, ohne Gflifionen, balb cS für erlaubt halten, mit ben harteffen (Slifionm ■iu fehreiben, nicht ben hohen SBofjlflang hören, in 2 o 8 Fragmente Sft öcutfcfje« Siteratur. bem bie 2Cttcn fangen, unb ihn alfo auef) nie fo genau treffen föntten, nicht baS ©eheimnifj be$ profaifeben unb poetifeben ^)erioben o e r f t e h c n f 6 n= neu, weil voic bloS au$ tobten SJucbfiaben lernen, nidjt bie ftoljc 2fnotbnung ber Silber «er|le= ben, bie Seben in bie Sprache bringt. SfBütbe fid) nicht oft ein Qlömer qudlen m&ffcn, um unfern neuern fP e t i o b en $u lefen, unfern n a c h g e a b ms ten 91 hpthmu* fd) 6 n ju ftnbcn, unb unfre jün* gere 23 i Ibe t co mp o fi ti on en in feiner Sprache ju berounbern. Sollte id) ju eigen fern, fo weife man eS mir; aber nicht burd) entfeheibenbe 2fuSfptit= dje: fonbern burd) eine grftnbliche Unterfudjung bet fchmeren §rage: ro a $ geht mit bem Seben einer Sprache »erlobren, unb rea* bleibt? 5SaS bleibt, um fte «erfteben, beurteilen unb n a c b a b m e n S u fonnen ? 9- So b&rfte alfo ber "tfuSbritcf leiben muffen, unb ihm opfert man bod) bei biefer 3frt «on @ibtch= ten ben ©ebattfen auf ? — ihn faf>e man als bie Haupts fd)onheitan? — „man glaubte in biefer Sprache et= „waä fo fd)ön fagen ju fönnen, als cS in nnbrn „Sprachen nicht angingebiefem ©lauben ju a t glaubte man baS jmeite : „baf bie 2llten alle Schotts „beiten biefer 2 frt erfeböpfet hatten:" biefem ©laus ben folgte nod) ein fd)iuererer: „bafj alle biefe er= „fchopften Schönheiten auf unS gefemmen, ba§ e „in einigen Suchern »ot un* liegen, baß wir au* „biefen Dritte ©ammfung. 209 „biefcn wenigen S 3 urf>crn ben ganzen Umfang einer „tobten ©praefte in nnfeve ©etralt bekommen ft nt* „teil!" unb biefem enbiieft bet fefttrerffe ron allen: „bajj es troftl nnginge, trenn man iftren 2fuS* „bruef nur gefaffet, and) iftren (Seift, iftren „ganjen (Seift m ftaben, unb follte uns non „biefem and) ettoaS entganaen fcpn: fo halte uitS „jener für biefen fßerlujt fdjablos ! " — Unb nun entfcftlop man fteft , b eS 2 f tt sbrttcfS vre g e n in ber ©praefte ber 2 flten jju feftreiben: natürlich trarS, bap , ba btefer ber a u p t r 0 r t ft e i 1 unb bet Jpauptjtrect? trat, bap man alles Untlaffifcfte rermiib, um nid)t ron ben '.Arten abjtnocicften: alfo «ntfagte man feiner Gigenfteit, man opferte alles auf, baS uns ben 9 ?amen Glaffifcft |rreitig ma= d)en fennte; unb trarb ein elafftfcfter 9 ?ad)abmcr! — D baS rertrfinfeftte 8Bort: Glaffifcft! GS ftat unS bcn Gieero jum efafftfeften ©cftulrebner, Jqo: taj unb föitgil ju clafft'feftcn ©cftulpoeten, Ga* far jum gehanten, unb SJiriuS jurn Sßortframec gemaeftt. SaS äöort: Glaffifeft! ftat ben A u S= b r u c f rom ©ebanfen, unb ben ©ebanfen ron ber iftn erjeugenben ©elegenfteit gefonbert, unb uns ge= troftnet, naeft 0 r a j Gpercitien j« tnaeften, unb iftn in feiner ©praefte fibertreffen §u trollen. Dies SBort trarS, baS alle traftre SStlbung naeft ben Alfen, a!S naeft lebenben SJiufletn, ncrbrdngce, unb bett leibigen 9 fuftm aufbraeftte, ein Ätnnet ber 2flten # ein Artiff ju fepn, oftne bap man bamit ftoftere 3 trecfe erreitften burfte: bieS aiiert ftat mand)eS ©e* nie unter einen ©eftutt ron SÜBotten rergraben, fei* nen Äopf j« einem GftaoS ron fremben AuSbruefcn Berbers SBerte j. fcftou.Cit.u.Äunfi:. II, D Fragmente, 210 gragmente jur betitfdjcn Siteratur. gemacht, «nb auf i(;n bic Cnfi einer tobten Sprache, Wie einen SWitf)(fiein geroaljct: ed bat bitn S3atcr* lanbe blübenbe gcud)tbdunte entjogen; ba (toben [t'e nun auf frembem 23oben, unb trauten mit f)alb= Perrcelfter SSlütbe unb ftitfcnben SSUitfern, ftatt baf? fte ung SSdurtic batten fepn folten , untet benen ©efebteebt tuobnen fonnte: TloKKocg S’i mifd)e ©pracbe bleiben, roeil fonjl eine allgemeine i (Barbarei erfolgen mürbe, menn mit und auf anbre Petlaffen, unb cd blöd einem 5£riunnurat »on ©d)tift; [feilem in einem ganzen d’anbe aufgeben, bie lateini; febe ©pracbe gu erbalten: fte foll in allen ©acben ibte Stimme buben, mo bie 3flten erbldrt, audge; legt, unb in ihren ©d)bnbeiten not-geneigt rnetben : , furj! fte foll bad (fBerfjeug ber ©elebrfam; ! feit bleiben, bad feit fo oielen fgahrbunbettcti biefe ©bre gehabt, unb mit bem fo große Singe audge; führet roorbett ftnb. ; igBfSfSSfSS*? 4 . 1, dritte Sammlung. 211 2lber btc eigentliche Sprache bed © e= fehmaefd, ber Äftnfte, bec Schönheit map fie nicht werben; nicht einer Nation bie Sri* g ina I fch r i f tf te 1 ie r in ihrer eignen 5 Jfjunbart rau6en: nicht bie dhre fich anmapen, auf bem SEbrone bet Sichtfunft ju thronen, unb bie •Sprache ber fpoeten, ber wahr ha ftig fcf)6= nen Schriftfteiler, ober berer au werben, bie mit ihren Schriften bilben wollen. Siefe füllen t>om Sofrated lernen, Patrioten ju fepn, unb Sieben: abfichten bem $a up t j w ec f e aufjuepfern : benn biefer wupte ed genau gu unterfd;eiben: patriae quid debeat, — Sie follcn aud »erunglucften S?eifpiclen fehen, bap, wenn man ben tfudbruc? wtglucflicber 5iiei= fe »ot bem ©ebanF'en behanbett; alöbantt leid)t jene tobte SSilbfdule bed StplS baraud werbe, bie ohne gebier unb ohne wahrhaftig eigne Schönheiten, ohne Seben unb ohne dharafter baftcht, für langweilige 1 Sefer eine 'Jlugenwcibe, bie. S3cwunberung bed regef= mdpigen Summen, allein bec Äluge geht öoruber. „ Sie füllen aud Seifpielen fehen, bap, wenn man fich begnügt, wad gehn anbre cor und gefagt, auf eine fo ©ott will! fdjone 3frt ju fagen, ein2111= tagdgeffcht baraud werbe, — eine 2flltagdcompofition tion hunbert h«ö fehen Stellen unb ©ebanfen unb glirfgen , bie nicht helfen noch fchaben, aber hoch ind 2Cuge fallen: — bap, wenn man fein tjornepms ffed Sßerbienfi in ben fchönen 2(udbcucf einer fremben Spradje fegt, jucr|t unfre Senfart, nach» £> a, 31 3 grngmenfe jur bcutfc!)cn Sitcvafut. l)cr fclbft unfre @prad)e, unb wenn fcicfer @e* fd)mad? l;errfd)enb wirb, enblid) bie iDenfart unb bie Sprache bet ganjen Nation jiuücFbfeibe. 2(ld« bann wirb »ielleidjt einjr ein urtpartfjcctfdjec Slad)= fomrne und bie ©rabfdjrift fegen : tu quoque , tu in summis , o dimidiate Me 1 nander Poneris et merito : puri sermonis amator. Lenibus atque vtinam scriptis adjuncta fo- ret vis - - - vt aequato virtus polieret honore cum Graecis : neque in liac despectus parte jaceres: Vaura hoc maceror et doleo tibi deesse - - 10 . 5n ber Sprache bet finnlidjen SBelt, überall, wo id) blöd flat benfen muf, ofjnc bod) immer bed Unterfd)iebed mir bereuet fci;n ju bttrfen ; »or= §ugtid) in bet iDid)tfunjt, wo ber finnlid) lebhafte 2fudbrucf allcd iji: flebt alfo ber ©ebanfe fegt am SSBorte — aber jegt treten mir auf ein gelb, wo fiel) alled »erdnbert jeigt— bie SB e ltmei dt) e i t: wiefern fann unb muf? in if>r ©ebanfe am 2(ud= bruef b n f ten - gragmente liefern feine 9lbl)anb= lungen, id) jeidine alfo @efid)tdpunfte liim 1 . Silan fann ju einem SSegriffe fommen, finnliclj, wo man mit bem anfcf)nuen bcn 85liefe jugleicb ben Slamen »erbinbet: biefet SBeg, Stifte ©ammlung, 2i3 I« gegriffen ju gefangen, ijl offenbar nicf)t bie ©trage bet ^>f)ilcfop()ie: ffc »crirrt fiel) unter qua- litates occultas, wenn fte mit bem SBerftnnbe em? pfinben will, unb bad ©mpfunbene mit einem Pen i()m unabtrennbaren Flamen umgiebt,. 3d) vreig nid)t, ob id) mid) beutlid) genug etbldre: bamit man nid)t glaube, id) wollte bie Sßeltmeidbeit bem SSo? ben ber 25 eobad)tung entmenben. 3d) fage nur • jebet SSegriff, ben id) glaube a nfc bauen b 51t er= fennen, ba er bod) blöd eine SBitfung ber '^bftraf= tion ijt, i(i ein ©djeinbegriff in ber ^ 3 bilofopl)ie: unb wenn id) ifjn mit einem tarnen gatte: fo ifi bied ein leerer 5 iame, ben id) nicht entwicEefn, unb ber anbte alfo ftd) nid)t erfldren fann, auf gut ©lücf annimmt, unb ein 2Bort fprid)t, babei et nid)td beutlid) benft. @in groger Sf)eil ber fd)0la(tis fd)cn Sßortframetei f'am baf)er, weil fte ab ftrab te SScgtiffe, wie a n f e 1 ) a u c n b e ©ebanfen, ftd) «or= bilbeten , etwad w a I) r 5 u n c l) m e n glaubten, wad fte f c 1) 10 f f e n , unb fiel) unter unerfldrlic&e allgemeine Oianten »erjieebten. SBrnn eine neuere $Pf)i(ofopt)ic fortfdfrt, bie 5 öal)tl)eit wie eine garbe anjufeben, unb ed jum obern ©runbfa§ bed Senbend nimmt: wad id) nid)t anbetd, old wahr ober falfd) benfen bann, bad ijl wahr ober falfcl) — wenn man ben ©runbbegriff ber ganzen 2(eft!)ftib, bie © c 1) 6 n b e i t, in ein 3 c 1) w e i g nicl)t wad? bed ©efebmaefd »erwanbelt: unb bie ©cunblage ber SKoral in ein @eful)I, ober ©eroiffendempfinbung, ober gar in eilten angebof)rnen ©eborfamdtrieb fettet, um ed ju befiim= mett, wad gut ijl; — id) fage, wenn biefer SSeg bie pbilofopbifd)e SDJetbobe wirb ; fo finb wir rnieber 2i4 gtagmcnfe gut beutfchen gitcratur. in bem gabprinth uncrPiaiftdjtc ©orte, wo boc ©ebanfe mn <ÜusbrucE haftet, aus welchem und 23 a c o, goefe nnb geibnifj hoben erretten wollen. 2 . S8fan fann gu einem S5egrife E'ommcn, wörtlich/ wenn bei' 9?ame genetifch unb aud bem ©efen ber Sache htrgenommen if. ®o finb aber bieg ©orterflarungen , wo ich w i 11 f ti h r l i cfy gufammengefegte ©ebanfen gemeiniglich auch burd) einen 2tudbrucf gleichsam bavftelle. JDied iji nod) nid)t bie eigentlich philofephiiche Sftethobe, gu S3es griffen gu gelangen: benn ed finb wenige 9?amen in ber fpbilofophie; bie ihren SSegrifen gu gut erfunben finb, weil bei biefet 2frt ber SJerbinbung 'gwifchen ©ebanfe unb ©ort beibe unter ber ©ewalt ihres ©rftnberd fteljcn mufen, ber ffe beibe |d)uf unb paarte. So finb nicht bie ©orte bed gemeinen ge= bend , benn bie (Srftnber ber Sprache waren feiten ^hilofophen; fonbern meifend bie eigentlichen Äunft= Wörter, bie baher ofenbar aldjjwecfe nidjtS gelten; weil ber ©rfinber nid)td anberd im Sinne hatte, als mit ihnen, wie mit ©erfgeugen, höhere ßnbgwccfe gu erreidjen. alfo eine ©cltwcidhcit mit fold)en Äunfroörtern uberlaben, ohne bafj man bicTe Äunffworter anberd gebrauchet, old gum S3e= fchauen: fo »erwanbelt ftd? mit einemmal bad, wad bei bett ©rftnbern eine SRüffammet gum ©ebrauch gewefen war, in eine ©ofanteriebube, wo man eind nach Dem onbern befieht, oudframet, unb böd)ftend hier unb ba etwad puget. So ifi bie gemeine 2frt, ^hilofophie gu lehren, bie eine obgegablte Sföenge philofophiieher ©orte h «t, fie ihren Schillern oot= geigt, erfldrt, unb biefelbe h?ocf?fhenS mit einigen Drifte «Sammlung. 2l5 ©rempeln unb 33eranberungcn bereid)erf. Der eigene t icfye ©eil! ber 5öeIti-oeiSf)eit aber ift nietjt, reie id) glaube, ju triffen, reaS anbre »or uns gebaut unb gejagt: fonbern eS fid) eigen ,$u machen, reie fte eS gebad)t unb gefügt. SBer ^ftifofcpfjic verficht, er* (autert unb »ortragt, ift »ielleicbt nod) fein *Pbilo= fopb / unb einen jungen .Stopf bloß auf biefem SOßege fortfubren, beifit nod) nicht iE)n benfen, fonbern an= bern nad)benf'en fefjrcn. eit?t, SßeltreeiSbeit ferne. 3. 2(n grammatifebe ©n t^ i ff erun gen ber SBorte lohnt eS hier faum $u benfen; benn fte ftnb gereift nur am Stanbe ber fPbilofopbie. 0?id)t, reie ein 2fuSbrucf fid) etrmofogifd) berleiten , unb ana* Iptifd; beftimmen fafft: fonbern roie er gebraucht reirb , ift bie Stage. Urfprung unb ©ebraud) ftnb oft febr »erfd)ieben, unb bie Unterfudjung beß erften ift niebtß, als ein Mittel, ben legtern genauer ju erforfeben. fffiie flebt nun in ber fPbilofopbie ©ebanf e am SBort? fo reie ich im gemeinen Sehen mit bem fäiorte ben ©ebanfen finnlicb flat et= fenne, unb an biefer flaren ©rfcnntniji genug bube? — Dtein! benn ihr ©efdjafte ift, finnlicb flar, aber »er re orten mit ben SBorten unS überlieferte Söegriffe beutlicb ju machen. DieS ift ber erfte ©e? fid)tSpunft, .Stiebt ber ©ebanfe am 5Borfe tecbnlfcb, ba= mit, reenn ich Sßorte in ihrer SSebeutung lern?, 216 Fragmente jut beuffd)en Siteratur. itf) sugteid) bie ©ebanfen lerne? Sie ©eban« fm webt, aber benben ju lernen, wirb biefe teefjs nifd)e fBetbittbung btoS ju einem SBerfjeuge. .Riebt ber ©ebnnbe am fffiorte bitbticb, wie in ber 9)?atf)ematif baS SBort Sluabrat im 2 fnrd)auen feiner $igur? nod) weniger! beim 'gram mati fcfje 2 f u flo fung e n eines SÜSottS finb fetten berufet, bnf fie bie Segriffe uns eben bnmit oorbitben : Weber wie fie entjfanben fitib, nod) wie fie jufam= men ein ©an^eS bitben. — 9?un wenbe ich an: ii* l» SBir ftaben burcf) bie ©ptadfe benfen gelernt: fte tfl atfo ein @d)o| non Gegriffen, bie finn a lief) flar an ben SBorten heben, unb twm gemein nen SJerffanbe nie getrennet werben. 9hm fomrnt bie 2BeItwei8f)eit, tun bie S3efcf) affen beit ber Singe $u etforfd)en; baS ijf, fie mad)t bie in ber gemeinen Sprache gegebenen SBorte beut lief), ttnb mit ihnen werben bie ©ebanfen entwicfelt* 5üenn atfo eine phtIofopf)ifd)e 9Jietf)cbe unfrer ©r= jiehung unb foitbung anatogifcf) fepn foU: fo nimmt fte bie ©egenftdnbe, bie wir fd)on burcf> .fjutfc bet SBorte ftnn(id) flar fennen, fegt bie befanntefien 3 been nuSeinanber, bie in ihnen liegen, jeber be= greifen unb nientanb taugnen fann, fteigt ju benen immer feinem, bis fie enbtid) jur Definition fbmmt: fegt ernennen wir in bem SSegriffe jeben Sfjciibegriff, unb ba wir oorffer btoS unterfcf)ie* ben, fo fern wir mit bem SBort einen hären föe? (Dritte Sammlung. 217 griff »ertauben : fo ernennen mir jeff ben llnter= fd)ieb, »eil nur unb ber 5)1 erb ma le bewujit finb, bie beibc Sachen untcrfdjieben. (Die wahre unb einzige SKetfobe ber fpbilofopbic iff alfo bie analptifcbe: biefe mufi notbwenbig bie Sßegriffe bed gefunben ffierftanbeS jum ©runbe (egen, unb nen fjier fid) ju ben Jpol)en ber abfirafjirenben SSernunft ergeben, 3 Tl(e wahrhaft tig }>f)i[ofopbifd)en SSegriffc finb bem SBcltmeifen ge? geben; er bann ffe alfo nid)t in einem SSerfianbe nehmen , wie er roilt, unb willfübrlicbe SBorterbla» rungen »on 01 a u m , 3 e i t, © e i f t, S u g e n b it. f. n>. »orauSfc&cn, ober er öffnet bie Quelle jn allen SBortgejdnben. Sie finb ibm finnlicf flar gegeben, unb jebet gute gefunbe SJcrfianb mufj alfo burd) bie ^>f)ifofopf)ic gleicbfam befer ge; leitet treiben. Sie finb ibm aber «er tu orten gc= geben, er foll fie burd) bie Slbftrabtion beut lief) barftellen, unb jergliebcrt fie alfo, fo treit er bann. SSftan ficht bei bem erffen 2 (nb(icf, bafi alle ffßeltmeigbeit ertbbtet werbe, wenn man fief begnügt, ben ©ebanben implicite mit eben bem brueb 511 benben. ©ben »on ibm mujj id) ihn «bfonbecn, ifn in onbre bfeinere SScfrimmungcn auf* lofen, ibn immer in v er ft d u blieben , aber na cf) unb nad) in oernunftigern SB 0 r t e n jeigen, big bie Seele fid) enblid) glcid)fam erinnert, wag fie mit bem SBorte gebucht bat, unb »orfer nid)t fagen bonnte, wag fie in "PlotonS Sieicf ber ©eifter fafe, unb jeft nochmals fiebet, wag in ibr fdjlummerte, unb jegt erwadjet. — SBenn wir nie efne SBorte beut lief benben bonnen: 218 Fragmente jur beutfehen £iferafttr. fo ifis eben ber gweef bet ©ettweiSheit, bie btoS Perftänbtichen ©orte fg lange umjttfeben, unb ju wechfeln, bis fte beut! ich werben; bet Unterfd)ieb biefer beiben IfuSbtudc ift eben baburd) gefchwädjt, ba§ wir im gemeinen £eben Perftänb; lieb unb beut lieb für einerlei fjaTtcn, weit wft porn Settern in ihm wenig wiffen. fE'ie ©eltweiSheit otfo, bie Pon etgenfinnis gen -23 eftimmun gen anfängt, fid) hernach fo= gleich b'ntcr barbarifdje Äunjlworter perflctft, um ihren porangcfe&ten Grigenftnn gu beweifen, ifl nicht meine ©ufe, benn fte perad)tet ben gemeinen SSerftanb, beffen ©orte fte herwirft: fte bat fid) auS ber Sphäre beS SebenS in bie Iftrnofphäre ber Äatheber Perfekt. &3itbenb ifl fte nicht, unb wenn fte auch wahr wäre, unnuhtid). — Ifbet bie ©eltweiSheit ifl bie 2fbgpttin meines .fkrjenS , bie juerjl ben finnlictjen föerftanb [eitet, ftcf> ju feiner Sprache herablägt, mit ihm gehet, ihn nad) unb nach mehr erhebet, unb ihm enblid) in bet Sphäre berSSernunft mit altem ©tanj ber Deuttichfeit erfcheinet unb Pcrfchwinbet, Sag biefe 2 frt ju phitofophiren fchwer fep, ifl offenbar, benn ft'e bann nicht mit ©orten fpieten, Wie ‘oie Itrithmetif mit ßeichen, wobei man bie be= zeichnete Sache petgeffen bann. Sie fol[ ben SSegriff eben Pon feiner Jji'ttle abfonbern, in ber man ihn ju fchen gewohnt ifl, unb pon Sugenb auf ju fehen gewohnt war. @r flrgubt fid), unb wenn wir ihn mit ©ewatt entfleiben , fo entmifdjt er, unb tagt uns baS Äteib in ber $anb; ober wir oerunjlalten ihn, half« ihm mit feinem ©ewanbe gugteid) feine 25 1 'it t e ©amttilung, 219 $aut jerriffen: ba ffcbt et unfenntlid) unb «ecs rounbet in pbilofopbifd)sbatbarifcben ©tiden. ;gn bet 2I)nt. bie 'Iftutje i|t niept fo leid)t, immet ben ©es bannen jutn 2fugenmerf; ju haben, tbn Bon benäüors ten ju entfleiben, in benen roit ii;n kennen, aber nid)t naeft erfennen: ibn in bab üid)t bet 25euts ltd)üeit ju jaubern, bap jeber fprid)t: bab ift ec! unb genau fagen fann: roatum erb ifi ? 20?an fiept aud), bap biefet 2Beg ju pbilofopbi-- ten ©ebranfen i)abe: benn eb mup enblid) unters glieberlicbe 33cgriffe geben, bie »on ben eins faebften SBorten nidpt mehr ju trennen finb, unb beten mup eb oermutbiid) niepc alb einen geben, ©ine ©cpule bet SBeltrocifen glaubt, bap ffd) alleb auf © e b a n 6 e n , unb felbfi bet SSegriff beb © e p it b bapin jurüifleiten laffc ; bieb finb ofjnficcitig bie © tun bf teine unfeet ©efenntnip. Allein unter bem Segtiffe beb ©epnb lieben BielUidjt gleid) unmittelbar btei unjetglieberlidje begriffe: t)i a u m unb 3e it unb Ära ft: babift, neben, nach unb bitte b einanber. gut mid) roitb eb alfo fci)n>ec, eb ju begreifen, bap, ro 0 e ttua b ift , ein anbreb neben ibm fep ? roenn etroab ift, ein ans breb nach ibm fep ? ro i e etroab ift, bab anbre bureb baffelbe fep i Sd) fase begreifen: niept aber mit SÜJorten ju fpielen, bap einb im anbern entbalten fep, bap biefe begriffe nerroanbt finb u. f. ro. — ©ben fo ifib für mich einer bet grbpten knoten, ben begriff beb ©ebenen unb beb (3 u- t e n auf ben SSegriff beb ©ebanfenb J lt tebuci= ren, bap id) aub ibm begreifen fonne, roie bab Kris fet)auen beb ©inen im S M ann igfa i tig en ’» 220 gragmente §ut bcutfdfjen Siteratur. bab iji, ber SSegriff bcr Schönheit, 83 erg tut gen, unb bie Crrfenntntf ber 33 o l(£ om m e n bei t, SB otfen witfe. — 3d) fü&re einige ber wichtig« ficn ©runbbegriffe an, bie ftdj nid)t weitet entwicfetn laffett: „hier nutf ber ©ebanfe am 2lubbruc£ enblid) „Heben bleiben." 2lber bieb t) i e r ttnb bieb ettb=> t i c t> fann man nicht naci) Selieben binfe&en, wo« bin man will: fonft uerfadt man in eine g)f;iIofo= p()ie bet Rauten. 2 . 3d) f)abe jegt bie ©faterie ber fPbitofopbib erwogen, non ber gorm bann id) furjer fepn. SBid man jene SWctapbpfif nennen, fo giebt cd eine ©runbwiffenfcbnft ber $ b p f i £, 9)i a 1b e nt a t i £ , £ogi£ ttnb Sftorat, bie bie Segrtffe biefer SBif= fcnfd)aftcn oott ihrer Haren 33erftdnb[id)£eit bib jttr cinfad)]tcn Sentlid)feit fortfübtt, unb alfo ein ®d)a§ be utlictjcc begriffe iji. Sie formelle ^)lji(o= fopbie bat eb^um 3'necf, baf, inbem nur nad) uttb nad) ju jenem Sega ge gelangen, mit fetbft ben£en, unb ba mir nie ohne SBortc ben£en, unb aubbtuefen lernen» tjpiet wirb cb febon einieuebtenber, baf id) bicb auf feine anbre "Jfrt lerne, atb wenn itb mit großen SDleijfern mit = , baf ic£> aber auf feine 2frt fo Ietd)t biefen gwecE ttcrfeble, aib wenn id) ihnen blob nach« benfe. SWit bem elften rechtfertigen ftd) auf einmal bie Äunfiwortet ber i-pfjtlofopfjie gegen ade Spöttereien bet Unmiffem beit: ftc ftttb notbig unb n unlieb, benn an ihnen Hebt ber ©ebanfe großer fPbüofopben, in be= ren (Seift id) mid) butd) biefe SBortc fege, mit ib= neu benfe, f c b H e fj e, be weife, eint beite, unb alfo benfett, fc^Itcpen, betveifen, ©ritte ©ammluttg. 221 eint feiten lerne. 2fbcr jjmecfe muffen ffe nirfjf fepn, baß icf) bloS biefe SBorte oerfteben unb augbrücfen forme; roet bieg ju feinem Biel er« mahlt, farm alierbingg ein guter Snterpreg ber fPhilofopbie, ein brauchbarer 2J?ann, angenehm in ©djriftcn, unb berühmt im Borttage fepn; aber im fchdrfften SSerftanbe fo iremg ein fpfjilofoph, ol§ SBarburton unb 3 o h n f o n fPeeten ftnb , weil fte über fPope unb afe fpeae cemmentiren_ SReiflid) enoogen ift bet Stame eineg wahren 5Bclt= «reifen, eineg ©rfinberg in ber ^bifofopbic fo eine ©eltenbeit, alg bet Starile eineg wahren ©idjtcrg: nur baß freilich unfre 3cit gefd)icE'ter ift, jenen, alg biefen , beroorjubringen. ©elbft unter ben ©eut« feben ift ihre SOfutter, bie fphilofophie, fo frembe geworben, baß man höchfteng einige afabcmifche Sbprfugtterger fiebt, bie ftd> S3acd)ug ju fepn glauben, ©ie lernen SB orte unb glauben: „mit „ihnen buben ft'e ©ebanfen." ©enug! in ber SBeltweighcit tfugbruef ftatt ©ebanfen nehmen, ift oerberblicb; ben ©eban= fen blog im Behifulum beg 2fugbrucfg «erfchlin» gen, ift unnü§lid); aber Begriffe aug ben geges benen SBorten entmicfcln unb beutfich mad)en; bag ift fPhilofophic. — 9?un füllte id) mein Fragment mit ben wahren unb grünblichen S3emerfungen un« ferg philofophifchen ©. fronen, ob mir ohne SBorte benfen fonnen? *) — non ber fJiothnrenbigfeit ber fpmbolifch«K *) Sit. Sr. Sb. g, p. h3. ■222 gtagmente jur beutfd>fn üiteratuv, & e n lt f n i js *) — non £ e i 6 n i § e n d a [ f g c m e i; tur pbiiofopfjifcfjcr (Schrift u n b © p t a; c () c, **) unb anbre SJfaterien, bie id) in einet 2fbl)anb(ung ttorougfrfjicPen mufjte, abet in gtags menten non biefet 2frt blöd citiren barf: benn oie(= Ieid)t fi'nb meutere, bie mit mit non biefem SBeit= treifen benfeii, tnad bort 2C n t i m fl c f) u 3 flum 5Ha to faßte, ba biefet feinen ganjen 2iJ)tfaai fixU= te: ato ift mit' ftatt nieler! Sie toerben Ijict meine gragmente aus bet $ßnb fegen unb bie cititten ©teilen lefen. 12. Sei) Ijabe in einem gabprintfj non nerfd)iebenen 2 fu«fid)ten uml)etgefd)ioarmt; jefjt fommt mit mein geitfaben iniebet in bie »FSDanb, unb id) fnupfe if)n an meine notige SD/aterie an: baf bie ßateinu fcf)e © p t a c b e einigen (Sinbtucf in b a d Snnete beb tn i f fen r cbaf t li cb en , infon= betbeit p f) il 0 f 0 pb 1 fc b e n , SSotttagcd gemacht habe, unb bafi ijiet betrug.* bruef oft be'n ©ebanfen bebetrfcbc. £6 ffd) gieid) jebe Sßabrbeit, bie id) bod), um fte beutiid) ju benfen, nid)t ohne Sßorte benfen fann, in jebet a u d ge b i Ib e ten ©ptad)e mufj fagen iaffeni *) Zf). jl 3. p. 21 » **) Sp, 4. p. a3 4 . dritte ©ommlung. 223 fo baf ed nachher bloö bie fPfltdjt ber Spmcbwcifen ifi, bic Sprache ba$u ju fdjnffcn, baf ft'c jebc SBahrheit lei c^ t unb ganj unb n a c f) b r u c f (i c h fage: fo rebe id) fjieoon bocl> jefet gar nid)t. Sd) »ermetfe bei Sebrbücbern nicht nur nicht bie Sa= teini;\1)e Sprache: fonbern wünfehe ihr au$ guten Uridchen, bie (?£)re wieber ju erobern, bie Spra= the wahrer Spfieme, unb bao allgemeine §3anb ber ©elebtfamlieit su fepn. ©eit bem man oon ihr ab= gemid)en: fo finb jene neumobifdjen Sehrbücher er= fd)ienen, bie ajibetifebe Äabriolen fchneiben, wo fte mit fefiern philofophifchem Sritt cinberqehen follten. 3d) gebe e§ alfo ju, baf, wenn ein bloS bogmati; fd)e§ SSuch burd) eine Sateinifcbe Ueberfegung siel oon feinem Innern öerliert, fo fep baS 2fbgegangerte ge; wif ©cblatfen, fte mögen fo glanjen unb loden, ald fte wollen. Sch gebe e§ ju, baf jeber Sobrer feinen Sehrbegriff in aller Äürje unb Strenge über; febauett müffe, unb wenn bie Satoinifcbe Sprache ju biefer Äürje unb Strenge hilft unb bilbet, fo müffe er fte ganj in ftd) gefogen heutfd; bod) gateinifcl; benben, feinen SSottraq bocf> nad) bie.- fer ©pcacbe mobein, unb alfo nod) immer ©efabr laufen, Söorte fintt ©neben, gebten ftatt SB a b r b e i t e n , Ä a t b e b ertniffeitfcbaft fiatt SB e i d b e 11 , unb 2(udbtucb fiatt ©ebanben, auf gute $£reu unb ©lauben ju oetbaufen. Unfere SBiffenfcbaften macbfen fammtlid) unb bc= fonberd nid)t auf unferm ©runb unb 33oben: S'abr? bunbette burd; finb ihre SButjeln in bie 2fbgrfinbe unb 2bbern bcr gateinifdjen ©prad;e «ermad)fen: wir muffen bie 2)cnbmdlet bet SBelrmeidbeit in ihr ftm bircn, unfere ©clebrfamf'eit rneit unb breit jufann menbolen: unb nun begeben mir und ju fd)reiben — (ü'd fei; eine ©prad;e, nic!d)e ed molle, mit roerben «tmad oon biefem greanqe in fie bringen. SB er fann ed alfo einem geleinten unb febt tierbienten ©ofted= geleinten, menn man nicl;t felbft ein ©cbmdgcr ift, benn fo bitter uerargen, menn fein SSortrag, unter eine gafi gateinifeber giteratur gebrummt, ftd; mül)= fam fortjiebet. greilid) träte feine © e f c b i cb t e bet © lau b e 11 d I e b r e n ein anbered SBetb, menn man fie in bad naturlid;e ©eutfd; einer SBinfcU niannfeben ©efcbicfite ber Äunft fiberfegte: aber dritte © d in lii I u n g. 225 ober 6 rFfaget fte »ielmefjr, bi« 33 a it tti g a r te n S , bie © e'ttt I e r, bie ^(ilmmin^ baf? fie nach ber Üage bcc ©elchrfartifeit ju ihrer ©rofje faum ge= langen Formten, ohne einigen Bronng oon ihren toeit= lauftigen IBanberungen amunehmen. SOian fpottet fo häufig über ben afubemifdjen ©tpl itt Paragraph* langen ^)eriobert: man bat 9ied)t, ihn ju fabeln.; aber bie eifernen Äetten, unter beneit er emberfcbleicbt, ftnb freilich oft qefchraubte SWühfamfeit, oft aber offenbar aud bem Slateinifchen übertragen. ferner: e$ ftnb in bem 2 Inblitf bet 2 Biffcnfcf)af= ten unb ber fESelttoeisfjeit »ieKeicljt frembe SSorjlei* lungoarten, unb ©eftchtäpunfte, aud fernen 3)oi= fern, Beiten unb Situationen, bie utiS nicht mehr rounbern , tueil man unS gleich oom Anfänge ber Untenoeifung in fte gieid)fam eintaud)t, bte aber einem Äopfc, ber bie ?keratur a(t> greiiibling ftubi= ret, fo frembe unb buntfdtecfig oorfommen, alg irt bem altgaianten ©tpl bie 2 ateinifd)en 3B6rter. 23ie= fe entfernten unb ocratteten 93orftelIungs>acten geben bem (Santen bes -Sortragd bie ü)iicne be$ ©eiern: ten: fte offnen bem gelehrten fPfittaciSmuö bte Uhüre, ber ftd) ihnen bequemt, unb fffiorte nach» plaubert. ©ie ftnbä eben, bie ben Südjcrphilofopheit oon ber 5Bei?heit bed ßebertS getrennt, ba er fich bod) auf fte mächtig f t ü (5 e n, unb jeber,eit bon ihr auSgehen fottre, um nadther feine eigne ©phare jeitig genug , 51 t finben. ©ie finbsS, bie ben pffilofo, phifdjen fpfagiffetton aufgebracht, ber SSaKajf (Taft ©olb führet, unb oon QBeiebcit ftrehet, bie nicht eine einlabenbe SKiene hot- ÜBeld) ein Unters fchicb uoifchen einem 5)1 0 feS unb jfülbele! ■£>erfcet$ SBerfe 5 . ft)ne Btreifel ift aucl) felbjr $u 2 e£)tbud)ern bie ®prad)e beS gefunben IBerftanbeS bie befle, bie fiel) gelegentlid) bet rei(Tenfd)aft[id)en fBernunft mitjiitbeilen tneijj. GfS fügten bierin aber anbete ba$ SBort ftatt meinet fdmacben ©timme, unb man mug überhaupt bem 2 obe beffimmen *) : „trenn eS „bem 9 fcid)e bet SKiffenfdjaften jutraglich getnefen, „einem mit trillfübrlicben «gegriffen, ^ttjpotbefen unb „©eblüffen offenbar ju weit getriebenen unb julegt „nur in blofie ©cbalen einer fernlofen Shetbobe rer= ,,tricfelten ptiilefopbifdjen ©efdjmacfe fid) entgegen j« „fegen, fo bat © ot ringen 2 lntbeil an bet ©hre „eines gebelferten ober geretteten ©efcbmacfS." *1 *pütter4 ®efct)id)te bet 2£fabemie j« ®ettingen. / X ©ritte Sammlung. 227 II. So» neue in (Sebraucfye bev 5DJ 9 * ttjolcg ie. 1 . Son t>ierciuS gebe id), reie id) glaube, beit ftd)erften Seeg einer Materie entgegen, bie in einer ber neueren unb fein jlen frittfdjcn Sdiriften *) unter und »on neuem rege gemadjt ift: re i e re eit tut r bie 9)? p t b 0 1 0 g i e n a c b a b m e n f 6 n n e n, ti ti b muffen? Älog nebmlid), in feinen Epistolis Homerids, untcrfudjt biefe graae im 9?orbepgcben, unb fo reie biefer 93erfaffer überhaupt in feinen fpa= rentbefen unterbattenbet fepn mochte, atd in ben nt, fonbern hnnbertmal iiaiebcrtjclte Silber. *) pag. 125. **) pag, 126. 230 Fragmente jur beutfdjen Sfiteratur. „wiebet'holen mug*)!" 9 M)t bloS ein mittels m agit] er, fonbern ein fct)I ec fiter Äepf ift, ber nichts im föorrarh bat, ber blos wiebcrholt; aber wer bunbirtmal auf einerlei 2lrt gebrauchte 23 tl= ber, auf eine neue Art braucht, nur bunbcrtmat gebraudite 'Perionen ju ÜKafcbinen einer im ©anjeti neuen gif'tion braucht, wer in bunbertmal gegebene .Körper einen neuen (Seiji bauchet, bag fte ibm ju grogcn 3wecten bienen, itnb in einer neuen ©pha= re, ihrem Gsbaraf'ter g.mcip, poetifchfcbon f;an= bein , ber ift mehr als mittelmägiget Äopf. 9 iid)t bann bi|tef)t fein SBcrbicnfi, bag er fte brauchet, (weil ir bantit feine Menntnig jeiqct) nicht barin, bag er bie ©diwieriqfeiten ihres abgenutzten 2(1 = terS ju übertrinben wugte, beim warum lieg etS, trenn bieS fein eiiijiqeS föerfcienji War, nicht gar bleiben? fonbern weil er fte ju fc honen poctis fchen 3'necren fcl;ön 511 brauchen wugte. 3 cf) will ein 3 euqnig anfuhren, bem ber 58 er- faffcr riefleidjt glauben wirb: eS erlaubt jwar al.- lein ben Äunftlern bie Sftptbologie: wenn fte bet Sichter aber $u eben ben 3wetfcn brauchen fann, unb nothig f)at; warum follen wir (jnrt, ober ei= genftnnig fepn, unb fte ibm benn nerfagen? ’3d> fefce meines Beugen eigene 58 orte her, bamit ber Se= fer nichts vom fdjoncn 2(ttsbrucf »erliere, ober id) untreu würbe : artificum ratio hujus disputa- tionis severitatem refugeve videtur. Narn ut in serinone verba, sic in pictura signa quae- ) pag. 127. © r i 1 1 e Snmmlunj. 23l dam sunt, ab antiquis temporibus, atque ex. mythologia profana repetita, quae quasi ver- borum sermonisque vim nacta sint. — Porro harum aliegoricarurn figurarum ope illud com- modi nanciscuntur artifices, ut in una tabula* Complures res exponere queant , quarum sin- gulae singulas tabulas postularent, si ab hac ratione recederent. — Praeterea res, quae in sensus non cadunt, hoc modo ante oculos ponuntur, et obrnutescenti quasi historiae succurrit allegoria : attentio igiiur conserva- tur, et dum ornnia videmus, laetamuiv — ftliojit braucht ft'e nlfo brr Mnjiler? -3ucrji wegen i!)tc ä beftimmten 6 f) n t a f t e t ?, ba fie be< beutunggoolle Sporte finb: ferner, burd) ben 9?eid)= tfjitni »on ,3becn, ber fie begleitet; britteng, ft'e mablt abflrafte SSegriffe ft'nnlid). 9fun ! unb i»enn fie ju bem allen bet JDid)ter braudien fann, unb muf : um ihre» allgemeinen Seftanbbeit, um ihre» hoben poetifeben Df e b e n b e g r i f» fe, um ibred Siebte bet ftnn lieben 2t n» fcbnuutig roillen : bamit et allen uerftanb- lieb, bamit et poetifd) = ebel, reich unb febon, bamit er für bie a n f c b a u e n b e tphantafie rebe: »er foll fie ibm »ertnebren ? Unfer 25erfaffet nicht, benn er erlaubt fie ja begtv-egen bem jvunftler; ich auch nicht, ba id) für ft'e rebe; ber SJe'rfaffet ber ^jometifeben 58 riefe audt nicht, benn bag angeführte geugnifj ifl fein eigeneg*) , aug bemfel= ben S3riefe, unb in berfelben ©ad)e. 3$ b^ ib n ) f, Epist, Homer. 2. p. 129. 23? grogmenfe jur beutfd)en Siferatur. burd) ftti)■ fcfbfi juuufgcfuhrt: vorbei: bat et bted bie SKptboIogie i)U cinicitig angefeben. Riebt wie ©riechen unb Römer fie brauchen *), (afd Religi* ons •• unb g.'ijlorienma(u'he;ten ,t nicbr, wie fie bie Reformatoren nadf ber SSarbarei oft beibebieften **), (aid eine 'Tjeiligc 2Intife, aud einem 93orurtheiIe bed Jfnfebend,) nid)t, wie fie gehitnlofe Äopfe brauchen f), (afd einen feeren Schaff,) nid)t, wie fie elenbe @d)Wä= jet brauchen ff), (um nenn unb neunjigmaf gebrauch* te ©leicbniffe, ffatt eined neuen, bad Äopfbredjend macht, biiHujtelten,) fonbern mit einer neuen febo» pfertfeben, fruchtbaren unb funftooffen 4 i)anb — unb jwar bfed, wenn er fie notbig tjat, unb ju ben angejeigten grogen Swecfcn gebtaudjen fgnn. 3 . ©anj notbwenbig für einen jeben £>icf>= ter fcblecbtbin, ifi bie SWptbofogie gar nid)t. 3cf> febc bie Urfadje, womit ein Äunfirid)tet fff) Ä f o = % . e n d ffjfepnung begegnet, für gar feine Utfacf)e an : „ber 2 id)ter überzeugt und bureb feine SRptbofogie, „bag er mehr ald bloge SBerfe machen fann; er gibt „einen iiberjeugenbcn SeWeid, bag er ein ©efebrter „ifi, ber fid) in ben äßerfen bed Jfltertbumd um= *) pag. 152. +*) pag. 12S.. I) pag. 126» ft) pag. 127. Ifi) f. ®entfd)e SBibl. 1 . 3S. 1 . ©t, pag. 203 . „gefeben fjat, ober nod) umfebeti fann, welches un, „fre ^oeten a!$ waS jiemlid) UeberflufjigeS anjufe» „ben anfangen. " 25er üiecenfent, beffen bieg Ur* ti)ci( ifi, will unS bamit vielleicht Überjeugen , „bafs „er rnebt/ at/ ,,ober NB. noci) umfebeti fnnn , «welches unfre Dfe= „cenfenten alS tvaS jiemlid) lleberfhifigeS onjiifebett „anfangen .'' 2)effen bat er mich and) überzeugt, aber nid)ts mehr. 2)urch ben ©ebraud) ber 9Jit)tbo= logie lernt man nid)t gleich mehr als bloge iöerfe machen : wer ein 6ompenbium ber Anthologie burch* gelefen, ifi nod) fein ©eiehrtet, ber fid) in ben Sßet 5 fen beS iflterthumS nmgefehen haben mnf: ein @e 3 lehrtet ifi noch fein 25id)ter, unb ein ^iterthumfc fenner fann ft'ch eben, trenn er ftd) im ©taube bet 3flten umfiebt, baS poetifdje 2(uge verberben: unb bann, um ftd) in ben 2Uten umfebeti ju fonnen, lieber ©ott i baju braucht man ja nid)t mt)thologifd)e ©ebid)te gemadjt ju haben fo tvenig als ber fKe= cenfent mt)thologifd)e ©ebid),te barf vertheibigt haben, um ftd) in ben SBetfen ber 2flten umfehen ju fbm n e n. über nod) eine Urfad>e von ihm *): „wenn bie „Anthologie aus ber pinbarifeben ober booajifcbeit „.Obe vertviefen werben feilte: fo fche id) gar nidjt, „Wie fte ben 9iamen einer pinbatifdjen ober boraji? ‘) f. IDeutfdje SSibl, 1 , SB* i. ©t* P- 2 »(j. 334 Segmente jut beutfdhen Siferatur. „fd)cn Obe »erbienen fbnnte. ©et S3egtiff oon bei» „ber Jlrr £ben inooloirt bie Skptgologie, p[;nc fclbi = ,,ge ifi eS md)t moglid), einen oollffdnbigcn Söe*jriff „baoon jn geben , ober wenn ©ie baS nicht jugefte» „ben wollen, £ert ÄJo|: fo muffen ©ie jc. " O ja lieber .£>etr Prdceptor, auch id) will 3 hnen altes juj geflohen, wenn ©ie mir etwas, waS für mid) ftf)t fd)wet fallt, ben SSegrijf, ben 0 o 11 f t d n b i g e n SSegriff einer pinborifeben ober horajifchen Obe ge= ben, unb fid) herablaffen, mir in ibm bie 9)2i)tbolo* gie ju eooloiren, bie ©ie inooloirt hoben. 2 fn meu nem fcbwadien ©erftanbe liegts oermuthlid), bag id) biefen ©egriff nod) nid)t oollftdnbig auSeinan = ber fe|en fann, fo genau id) ihn ju bemerfen unb minbcflenS 511 empftnben gefud)t; fcafj id) nicht fo entfebeibenb behaupten fann, bieS gehört jur pinba= rifchen unb fwrnjifcben .Obe wefentlid), unb bieS ju> fällig; bieS mug , unb jened batf nid)t nadjgeahmt Werben, in einer fremben ©pradje, bei einer ganj oerfdjiebnen Religion, auf einer ganj uetfehiebnen ©tufe ber Siteratut, unter ganj anbern Umftanben unb ju ganj anbern Bwecfen. 3 d) habe nach biefer fd)wad)en ©lobigfeit enblid) geglaubt, bag ber (?f)a = rafter 'pinbarS unb jjorajenS am ficberflen, nid)t in bem, was, fonbevn wie fie eS fingen, ertappet werbe, bafj eS nicht barauf anfomme, ob fie eben biefe SPfaterialien ju ihren färben nahmen , fonbern, tag f)ier bie Spanier ju mahlen in 33etrad)t fom= me. 3 d) habe geglaubt, bag man, um ihren ©eijt ju erforfchen , genau barauf Achtung geben muffe: wie fie bie Umfldn'oe ihres gelben ober SBcrfallS nu= fsen, wie fie in ber Ufnlage beS fPianS, in ber ftort» fuhrttng ber Sbten, ber 2 (rt, ©leiebniffe ju mahlen, ■Dritte Sammlung. i3S uhb ff« ju jlellcn u. f. to. ftd) dtarafteriffrten. 3 in= barS unb .£>ora;e batten , als für £omcre unb 2$it» gile: mit entfiel bet DJiutb, eS ju oerfud)en, ob nicht eine pinbarifcbe neuere Obe fidj fo unter bie ^)elbentbnten unb 23orfabren eines Königes »erirren fonnte, wie ber alte Slbcboner ln feine ffiiptbologie, bie national unb oerwanbt mit feinen -pelben war; id) gab alles auf, ttnb entfdjloß mid) jum fidjerffen, meinem Sebrer bie Oben ipinbarS unb djotgfenS ) (Sbenbaf, p. hh. 2)citte (Sammlung. ü3y fefbft ju Jeigen, ohne an fJiacbbilbttngen ju ben= fcn , unb ba mar el freilich wahr : „wenn bie „SJlptbofogie aus ihnen oerwiefen werben feilte, fo. „ft'nb ft'e frei litt) (p. princ. contrad.) nicht mettc „ohne fWntbologie, wal ftc mit SJfptboIogte waren, „pinbarifche unb borajifchc £ben. Q. E. D." 3d) ft'nbe mich sum 25erfaffer ber $omcrifcben SSriefc jtirucf. 3(h glaube erwiefen ju haben, bajj ber ©ebraueb ber fffipthoiogie an ficb nicht ganj oetmcrflich fep: nun bleibt bie grojje grage übrig: ift er benn fo nüjjlich ? 3. @1 ifl eine feere gurcht, ohne afte SJfptfologie werbe man fchlechfere unb frojfigete SSerfe machen : Tantam rerum, quae hodie est, facies senten- tiarum novarum et imaginum copiam prae- bet, ut homini ingenioso nunquam deesse possint, quibus exornet carmina*). jgjiet mug id) erji wiffen, wal fobert bie iDichtfunff; unb wie weit Fann ich ohne Sftpfhologie bieS erreichen? 3)?aa benfe nicht, bajj ich aul ber Grffdrung ber fPoefie baS 3beal im 2fUgemeinen beftimmen werbe; ich ft= he blol bie goberungen ber *Poefie an, fo fern ff« mit ber SJiptboIogie granjen, ober nicht, ©o halb eg in ber ©ichtfunji auf mehr anfommt, all , *) Epist, Homer, p. iaö. 238 tjrcigmente jur beutfd)cn Siteratur. auf Serie machen, unb fliefienb reimen; fo fann .fte en:trcbct für ben Serjfanb reben aber für bie (Sin = bilbungSfraft; für biefe, um fie bfoö falt ju rer* gnügen, ober 511 rühren unb gletcbfam ju taufeben. £ieS, glaube id), ifl bie pfpcbologifcbe ©intbeilung berfeiben. 5 Senn bie 35 id)tfun(f für Smiunft rebet: fo ifi ba$ ©anje ifjreö gjnbalts fffiabrbeit: tra» fte ba,u tfmt, finb bloif fleine 'Äußerungen, unb ©ebnibtrerf : baS 2tl(gemcine ift ihrem ©ebicte gleich; fam entnommen. 2>a ich unfre gciftlid'cn ©ebiebte gleich auSgefdjIofTen : fo bleiben mir hier p b i 1 0= fopbifcb« üebrgebicbte übrig; in biefen fann nie bie ÜJiptboIogie mebr a!S Schmu cf unb ©rlautcrung fepn, ohne jur Silbung best ©an= jen traS beitragen ju trollen. Allein, in bem ange= jeigten engen ©efidjtSpunftc, trer trollte fte auSfdjlie; fen? SBirb fie bieg jii »erbunfeinben 2fnfpie = Jungen angetranbt, fo ifi fie «enrerflicb — aber ju 33 e i f p i e l e ti, ju Sergleicbungen, einzelnen Silber 11, ba betrachte icb fie auf jbem Stanbe ber ©efebiebte, als eine Quelle »on poetifeben ©pempetn, (mürbe icb f)ifloLt= febe Syabrbcit immer rerlangcn, fo fonnte id) ja auch irenig aus ber alten ©efebiebte, bie ira* mer baJb gäbet ijf, anfübren,) prächtigen garben, unb rebenben Silbern: unb t)iec taffe ich fie mir nicht nehmen. Sßenn bfe JDidjtfunff für ben Serffanb rebet, butd) bie gäbet, ron ber Äefop ber Urheber iff: fo fann ja bie Stptbologie banbetnbe ©ubjefs tt liefern, bie un$ in einem einj einen. $,alte ^Dritte Sammlung. 23g ber alS wirf lief) «orgeftellct wirb, einen geroif* fen allgemeinen Sag anfebauenb tt = fennen laffen: unb warum follte fie nid)t bie ■Öuelle mandjer gabeln fe«n tonnen ? Süenn man einige ©efdjicbten aus SSaeons ^215 e i S f) e i t bec ’l. U ten non bei- gac ju oielen Äunft entbleiter. . ; e ec tieffinnig in fie legte — Wenn man fie aus bec •Dämmerung bei 2lllegorie, in bei fie bei ißm fteljen mit btm üici)t einer ©efc()icf)te «ollig befleibe« te: fo mürben bocl) wol)l einige fo fd)6ne gabeln bar« auS , als SeßingS 5te im rjlen SSucfye, feine iotc, i8te, 23fte, aBjre, im jmeiten: unb biefe fo fd)o= ne gabeln will mir bec jfunftrid)ter rauben, bie un» ter ben ß effingfc feen gewiß jtt ben beften gel)6= ren ? wie viele werben wir auS ©ellert, ©leim, £m« geborn, 8id)twcl)r «edieren ? ^)iet finb ja bie m«= tbologifcben ^)erfonen nid)t leere ©djälle, fonbern fjanbelnbe ‘IBefen; nidjt bloße tarnen, fonbern -23?» fen «on einem bejldubigen ßljarafter; nidjt geban« fenlofe SBieber&olungcn, fonbern ein f'unfilicfier @e= 6raud) ebler ^)crfoncn, bie mir einen allgemeinen ©a§ banbtlnb jeigen : tur$! alles waS nur bec ftreng* jie Äunjtricfjter ber gabel «on il)t fobern bann. #ier jlefjt bie artige gif'tion beS ©annajarS an it;rer ©teile, bie Ä. angreift*): fie laßt einen all« gemeinen ©a(s: S3enebig fibertrifft 5Rom, «nfdjauenb ertennen: unb wäre .fjanblung in ißr, fo gäbe id) ibr (nid)t wie ber üßenetianifd)? ülatf) ©elbfädle: benn bies war mefic für. bie S3ta» *) Epi*t, Homer, p. i3o — i3a. i. .«r / »40 gragrttente jür beutfcfjen Sitetatur. tciic , als bie gorm ,) fonbetn einen ungehinberten *P(a& unter fabeln. gebt ift ft'e bloh Epigramm , ba ihr bah gortfdtreitenbe bet .£>anblung fehlt: ober faitn td) wie Srapp auörufen: ubihic acumen? quid salsum, quid facetum ? ne umbra quidem ingenii! JDaS acumen unb salsum unb facetum liegt hier bnrin, bajj bev allgemeine ©ag, bet föe: nebig fo fcbmeichelte, gleidjfam in bie Sftorgcnrothe einer giftion eingelleibet, unb anfebauenb bat* gefiellet wirb. — 5eann ich wie Älog auhrufen : in bis versibus nil est, praeter inanem ver- borum sonuin, quibus nulla subiecta senten» tia! 2fud) nid)t! benn eben baju ift ja bas Spis gramm erfutiben, um hinter befannte, unb poelifd)» anfebn!td)e *Perfonen eine ©entenj unterjufdjiebcn. greilid) wäre tu £oraj unb S3trgilh geiten bieg ßrpi* gramm paffenber geWefen, ober warum ? auh einer 9Zebenurfad)e; weil gupiter unb Oieptun bamalb ©of= tcr waren , benen man glaubte, unb bie man butd)= gängig fannte : bah Epigramm batte bamalh alfo 9fcligionh = unb biftorifebe äöabtheit erhalten, unb wäre feierlicher gewefen, weil jebet l f efer Piele hebe poetifd)e fftebenbegriffe ftd) bad)te. geht wirb frei= lid) fJieptun unb gupiter «erlacht, fo halb ft'e alh j3eugen auftreten: man glaubt ihnen ihren 2tuh* fptud) eben fo wenig alh bem ©annajar felbfi. SBah tbut aber bieh hier ? legt ©annajar bies ben ©6t; tern in ben 9J?unb, um feinem ©a&e burd) ihren Sfuhfptud) @e wiegt ber ©laub wuebigfeit ju geben, fo ift et ein 9iarr! Sejahlte ihn SSeite» big fo theuer, weil eh glaubte, feine ©rege würbe in bem 2>?unbe ber Sottet unwiberfpreddid): fo jahlte Drifte Sammlung. 241 gahtte es freilich fo albern, als eine SKutfer baS £ob ifjrcS ÄirtbeS in einer gelognen etenben Seichen* prebigt. ‘tfber betradjtet man baS ß;pigramm an fid), fo iftS ja artig, unb (infonberf)eit bamalS,' ba bie 9Jtptf)o[ogie, als poetifdhcö 93augerüfte, bebannter, unb mehr in 9iuf mar, als jefst,) poettfcf). 3jbS aber fo »iel ®clb merth ? DaS meifj id> rticf>t! met bann Siebljaberei, unb 2obgebid)te tapiren, als bet Siebhaber, unb bet ©elobte felbff? Sei) trete eine Steine ©tufe 6of>er! $u benDben! Sine £)be, bie mirblid) Gfmpfinbuitgen fingt, unb in mir erregen null, mufj fid) in baS Sabp= rintf) ber 9v?ptbologie gar nicht, ober nur feiten »er= lieren. 3n einem empftnbungSüollen flopjlocfifdjen ©ebicf)t, ober in .fpallerS Dbe auf bie fDiaviane mürbe eS. ebne Steifet frembe unb gefuetjt fepn, 83ilber, bie bei unS nicht fo nabe an ben Kammern beS $ergenS liegen, gu brauchen, um an baS .perg beS anbern gu Stopfen. 3tber eine tDbe, menn ich fte als eine poetifefje 2tuäbitbung eines lebhaften ©ebanben anfehe, bie bie @in= bilbungS traft beS anbern bis gut fintu liehen 2tnfchauung erregen, unb bis gut Sllufion befchafttgen f 0 11: fo erlaubt fte bie fWpthologie als eine £luelle fetje lebhafter Silber angufehen, aus ber ich rcclche herausheben bann, um meinen ©ebanben gleichfam in fte gu bleiben, bafj er finnlich anfehauenb erfcheine, bie 2(ufraerb= fambeit bis gut SEdufchung befchdftige, unb burch bie Sllnfion teige. SOtan fiehet, bafj ich bie Sftptho* logie als Sföetbgeug, unb nicht a(S 3mecf em= pfehle,. um pinbarifch unb Imragifch gu fepn. • 4i>at •Berbers SBerbe g.fchcm,Sit.u.Äunfl. II. SU Fragmente* 243 Fragmente jut beutfdjen Siteratur. Cie tyorajifcfye unb pinbarifche Obe nicht höhere 3trecFe, höhere SBerbicnfirc unb 33ollfommenheiten, als 9)1 t)= thologie: fo Fann ja ein geinb ber le(5tern fa* gen: trohlan! Fonnt ißt nid)t hontjifd) unb pinba= rifd) fingen, ohne 9)?pthologie; fo lagt auch jeitcö meinettoegen nach, lernt non bicfen guten 2flten in anbern ©tücFen, ober gar nid)t: unb laft ben -23oe gel fingen, nad) bem beutfchen ©prüd)toort, toi* ißm ber ©djnabel getrachfen iß. ~— @S iß bei ber Obe auch ferner nur immer ein fJiebenjtrecf, ober nielmehr blos ein Mittel ju 3tne» den, worauf einige neuere .Runßrid)ter fo niel machen, eine 2(norbnung unb Stellung ber Obe nad) g e to i f f e n SJfuftetn unb @ a h u n g c tt. Äonnte tcf>6 bocf) laut rufen, baß, fo tnie ein regelmäßiges aubignacfcheS SüljeaterßucF ein elenbeS SBBcrf feijn fann, bagegen ein ©hafefpearfdjer 2ear ober 4>amlet ohne alle 2fttfage ben ä'^eeF beS Stauer« fpielS erreicht, bramatifd) ju rühren; fo fep eS ganj unb gar nicht Cie ■%> a up t n o 11F o m m e n h e i t einer Obe, fo unb fo, nach bicfen unb jenen 9)?u= ßern, mit ber unb jener Äunß angelegt ;u fepn, baß fie bie fdjone Einheit, unb bie fchoncUnorbnung, bie fdjone SJietßobe habe, unb toaS bergleid)en fchöne Siegeln mehr ftnb, bie nichts gelten, trenn man, um fie ju beobachten, fd)one, Fftnßlidje unb froßige Oben macht. Äonnte id)S bod) laut genug rufen, baß, toer $oraj nachahmt, um ihm nachjualjmen, unb ein fdjoneS, regelmäßiges, Fünßlid)eS unb ge= lehrteS ©erippe feiner Oben barjußellen, nod) Fein 4>oraj fep, trenn er nicht benßtreef ber Obe erreicht, «nS ben lebhaften ©ebanfen finnlich bar? . Dritte Sammlung. 243 guftelten, baf jeber gug bet horagifdjen 2 J?ptf) 0 s legte, bie eg für il)n t()un fonnte, aber für uns nid)tg s« biefem 3'oetf beitragt, ber Dbe gumiber, unnatürlich tinb Jfpinbetnig fep; futg, bag eine £>be, bie b f 0 S burcf) ©elehrfamfeit, Äunfi unb 9?egel= magfgfett fdjagbar ift, feine Dbe feg, meil fte ihnen 3mecf nicht erreicht, tuofjt aber eine Sammlung funfflicher unb fchdner Setfe helfen fonrte. Sch fef>e eg a(fo nicht alg einen $nuptgcunb gut Settheibi= gung an, roenn bet borige SKecenfetlt fagt: „menn „ber ipoet mpthologifdgen Silbern einen ©tanbott „giebt, non bem fte, fo gu rebett, bie glficftiche „2frhn(ichfeit, bie barin liegt, bon felbjt geigelt; fo „geigt er ffch bon ber ©eite beg Jfrtijten. “ *) 2fm Ufrtifien ift ung ©ottlob! im ©ebiebt nichtg ge= legen, menn ec nicht burefj feilte Äüttjfelei ftcf> als trahrer Dichtet geigt. 9htn fotlte ich mich begrengt, liegt eg bot mir: ich «tage eg alfo nicht, ein ©efeggeber gu fepn, unb gu fagen: „ein £elbengebid)t, ein Drama ohne@riechi= „fdjen unb 9i6mifd)ett ©djnitt ift unmöglich." Da tburbc ©hafefpeat unb alle unfre ungeborne ©hafes fpearg, bie mir für unfre Suhlte hoffen, ba mürbe Dffian unb Älopftocf, unb alle DffianS unb Älopftocfg, bie mir ttod) hoffen, miber mich fdjtepen. Sch wage eg aber auch nicht, ihnen Tly* thologie gu berbieten, fte auch becDper gu berbieten, *) »eutfehe SSibl, 1. SS, 1. @t. p. aol», a 2 244 Fragmente gut beutfchen Äiucratuc. unb fte blob bem Grpigramm *) ju erlauben; hier mag jebeb ©enie felbjt fefjm, wab eb ju niadjen, unb bev Äunfhichter weif in biefen Sachern auch .fehen mehr, wab er gu urteilen fjabe. $err Älofc fcheint überall blob einen ©ebraud) ber SJipthologie ju mepnen, ber in leeren 2(nfpieluu= gen, blojkn SBortblumen, aufgebunfcucn Serglei; jungen, in Gitnfleibungen nacl) fd)iefem ©efd)macf, »mb in gelehrter Silberfrctmerei begehet. 2flbbamt geben wir ihm twllig redjt: fo balb aber bie fpielung oielfagenb, bie SBortb-lume ein ©djmucb ber SKaterie, bie Sergletchung natürlich unb belebenb, bie ©nfleibung poetifd), taufchcnb unb fdjopferifd), bie gülle ber Silber rebenb , lebhaft unb befchäftf genb ifi: fo i(l bie SDfpthoIogie nicht 3mrcf, fonbern SJJittel ju grojjen 2fbfid)ten — wer fte unb unter-- fagt, gebe unb anbere. ©er Serfaffet giebt unb einige; aber ©chabe, baf fte nid)t »ollig f.pn fonnen, wab jene ft'nb : er empfiehlt unb Allegorie: **) man foll Su= genben unb 2a fte r, bie tfffcfhn ter ©eele u. f. w. j. Gr. ©chaam, Sruchtbarfeit, ©lücf, fürcue, SBafjtheit, 9?etb., SJoUuji, p.orri, Uneinigfeit, @e- rechtigfeit, Ueberflufj, 3«it «. f. w. in Seiber hüllen, unb wie ber Jünftler, jie auch poetifd) gebraudjen.— Sßie ©ichter unb Äünjfler in bem ©ebraud) berfel; ben unterfchteben finb, h«t Sejjing in feinem Sao; foon ***) im Sorbeigeljen berühret: ob fte bem *) Epist. Homer, p i 3 a. **) Epi t, Homer, p. 128. ***) Sejjjngb £aof#on p, n3. ec» 25 ritfe Sammlung. 246 25id)fer ober ju bcn grofen 3wccfen, j« benen ec bie Sftptboiogie anroenben fann, bienen — bieS mochte t)ier am Unrechten .Orte eine §u lange fpa» rentbefe einfdjalten. ©3 gebotet, fo wie bec anbere 95orfd)iag, bie neuern ©ntbeefungen, unb bie 51 ? e r bw u rb i g f e i ten ber 9tatur in neuerfunb: nen Säubern, an bie ©teile, ba icf) non bem neuen 5Bege rebe, ben mir einjufd)fagcn glauben, cberein= febiagen fonnen, um Originale ju fei;n. 3cb will jefcf mit einigen freien ©ebnnfen ttoti ben ©ranjen in bem ©ebrauebe ber Sfiotbologie be= febiiefen, bie ici) ntd>t als fünftiicbeS ©ebaube jurn üinfebatten binfMe, fonbern aid 9J?ateriaiien bin= werfe. S3orubergebenber Sefer! braudjfi bu ettrad für bicl> , fo fteefe eS bei bid), ebne bafs id) bici) namentlich rufe, ,3c(5t treffe id) mehr mit bem 23er= faffer ber bomerifeben 33 r i e f e jufammen, unb üieücidjt etfidte id) feine ©ebanftn. 4. Wlan mujj bie Sftgtljoiogie bfoS als 9ßerfj?ug brauchen, nid)t afS 3tt»ccf, um fid) »on ber ©eite beS @ e I c b 11 e n über 2t r t i f t e n ju jeigen. Oie erjfetn erinnern mid) an bie SBorte in fBiba f))oetif: — - Sunt, qui, ut se plurima nosse Qstentent, pateatque suaium opulentia verunj Quidquid opum cougesserunt, sine more , sine arte Irrisi effundunt, et yersibus omnia acefuant, 346 gragmente jur beutfchen üiferatur. ©ie jweiten, bie burd; bi« ©tellung ber 3Rp= tßologie ftd) als 3frtißen scigen wollen, bringen mit ben SDiahler beS ^joraj in ben ©imt, ber eitlen gleiß auf 9idgel unb gehen wanbte: Ponere totum nescius. ©obalb nun bie Sßpthofogie bloS poetifcljeS SBerfjeug toirb : fo muß mein titcfjt burchgdngig in einer mpthologifchen ©prache reben, gleicf) als wenn unfre ©enfart mit ihr umgreifet wäre: fonß verirret man fiel) in 31 n f p i e I u n g e n unb ©tafel= fprüdje au3 ben 2(Iten. 9Ran muß bie SRpthologie von ber ©eite onfeßen, auf bie jebeS gefunbe 2luge natürlich unb suerft fallt. S3iete lefen bie 2llfen, aber weiß ©ott! woju? benn waS fie barauS behalten unb anwenben , baS bemerft fein anbrer ehrlicher SRann. SSon biefem 3llten fuhren fie fo einen unbebcutenben 9?ebenjug aus feinem ©emdlßbe an, baß, ba ße ihn für ben Sefer unbeßimmt laßen, fie auch bie 6hre fjgben, ihre 2fnwenbung allein ju »erßehen, ©ie 3lnmerfung erßrecft ft'ch auch auf bie alte ©efdjichte, wo manche feine Äleinigfeit wollen umfonß gelefen haben, ©o fagt ein neueret ©chtiftßeller: ,,id) er= „fannte ©ie, ob id) gleid) fein ÜRarceß bin!" Sßarum benn {Kartell? 2flS ein rafcher, breußer, feuriger ^)eib iß mir {Ka reell jwgr befannt, alS ber Erbauer beS SempelS berSugenb unb Ußre auch: aber was thut baS fym't (Snblid) fanbid), Sßarcell habe einmal nicht aus {Rom auSreifen wollen, weil er aufgeid)en gehalten! nun öerßanb ictjö, aber baS hatte id; aus meinem {JMufatch längß oergeffen. dritte © a m m I u n g. 24 ? 9J?an muß bie SJfpthoiogie nicht außer ihrem gtreef brauchen : baßin gehört, wenn man ifjr einigen DietigionSmerth beijufegen febeint. SJian legt etwa« in ben ÜBunb eines ©otteS, bamit eS ©en>id)t ber ©taubmürbigfeit unb SBaßrßeit bekomme: ober man tf)u£ SBunfctje an biefen ober jenen ©ott, oon ganzem einfältigem £crjen. SieS ift lädjetlicb, eS fep beim, baß biefe s 2Befen petfonifteirte Singe ber SBelt, ober allegorifd)e Perfonen ft'nb; alS foldje muffen fte aber offenbar auftreten: fonfi rücft man fte aus ber bid>= terifdjen Sphäre in baS ©ebiet ber ffrengen SÖSafjr^ heit, unb ba ft'nb fte nicht ju djaufe. SBan «ermeibe bei ber SKptftofogie alles, roaS gieiebfam leblofe Schönheit iff: raoijtn bie topogra* pl)ifci)en S3efd)reibungen geboren, bie unfern Siebtem oft am unrecßten Orte fo beilifl ft’nb, trenn fte «on SJläatibrifcbftt .Krümmungen, »on ©famatv ber, unb ber Stiber, «om Jöelifon unb pinbuS, bem ßajiaiifcben S3runnen unb ber djippofrene, bem Säbatifdjen £abprintbe u. f. tt>. bioS gelehrt, unb toie fte mepnen, poetifd) reben, ohne einen getfiigen Sinn biefen anbertbaib ©d)ub langen SBorten }u geben, Sftan »ermeibe allen Uebelfianb, unb hüte ftdE> oor 58fafcbienen, benen bie SSeränberung bet geit unb Senfart gleicbfam gfeefen unb Perfieinetnbe 9feben; begriffe angebänget. SBenn man gelben uttfrer geit, bie mehr burd) ben ©eiff, atS Äötpet gelben ft'nb, immer unb immer mit jenen ©iganten unb $erful$ Pergleicbt, atSbann 33efd)reibungen auSt ben titelt häuft, unb für cfle .Obren nicht genug bie Üfebem begriffe beS alten pöbelhaften entfernt: fo fann man 2*8 gragmcnte $ur beittfcfyen Siteratur. ftd) freilich mit bet: £>be be§ dpotaj an feinen ©tu« fuö fchugen; abec wenn man fxcf> bloö fct>ugf # erobert man nicht. SBenn man mpthologifche ®cfd)id)te erjdhlt, bfos weil fte bie ?flten ctjdhlt: fo fehlt micbcr ber 3 wecf beS freuen : ich nehme biefett aber nicht bloS im ©eftchtSpunft ber SKoral, fonbcrn ber fPoefte; fonff mürbe id) alles einfchriinfen. @olI etwas nid)t Ueberfegung fepn : fo muj eS für und einen gmccf haben, uno wo möglich im ©anjen. 5 )tatt mochte bieS legte an SB i e 1 a n b s fomifcgen © t $ a h s fungen Oermtffcn , allein, bie "Jfrt ber ©rjahlung giebt ihm in allen Sbcifen 3wccf unb Neuheit genug. SBenn im ©anjen nicht genug £auptjwecb unb £auptton (jerrfchen bfirfft: fo ftnb biefomis fchen fftebenjuge unterhaltend SRan f)üfe f?d& not ber 3 J?i)thologie, bie burcf) ein »eine Silber fpridjf; bum »mmetec bann man oi>fov entrathen, cdS einer? übcrflufjigen fPugeS; ober, wenn man fte ;u poetifdjen jätveefen braucht, fo Wirb Icidjr fpieienbe unb gcjwttngne elllegorie barauS. hingegen bebienc man f«Jj ihrer in «öanblung, bann wirb fte nie etfegeinen, ald wenn fte üncnt= behrlich iff, unb wo fte erscheint, ‘wirb fte als poe= tifd)e gibtion gletdjfam tn bern ©ewattbc ber ga* bei ftd) jeigen. 3n biefem ©cmanbe nutp fte reijen unb illubiren, unb aisbann iff fte eine Vertraute 3 (poll« unb ber SJlttfen. liefet legte Siatf) Perbient serjugiieh bie Ulufmerbfambeit meinet Befer, Dritte Sammlung. 249 5. 5o{st will icf) mid; einten prnftifdEjen S5etrad;= tungen ubcrlaffen, wie wir bie Btptbologie jur S3il= hing unfrei - Grrftnbungdf'raft trugen foniiot, um und beit eilten mehr an ©eifl, ald burd; fftacbabmen, ju nahem. SBad war bie 9J?ptbofogie bei ben Alten? Zf)cil^ ©cfd;id;te, tf>eild Allegorie, tbeild Slcligion, tbeild blöd poetifebed ©eruffe! $©ie ftnb fte ju ihr gefom= men? wie haben fte fte tm - fd)6nert? genügt? tuerätts bert ? Unb fontten wir in allem tiefem wad non ih nen lernen ? SBad für eine ©ricd)ifd;c ©inbilbungdfraft ge= horte baju, um ftarfe Bauerfnecbte ju bjjetfuld, ju dpclben, ju Jjalbgottern ju erbeben, fte in allen beit Sfeicbtbum ber poetifd;en SBurbc ju fleiben; bie gabt ber Argonauten, bie Belagerung von Sroja, bie «fjimrnelSftfi enteret, unb alle jene gabeln, bie in ber ©efebiebte ihren Urfprung baben, fo fd;opferifd; in poetifebe Seiber ju bullen, unb ihnen biebterifeben ©eift einäubaud),en. 9Ba§ ijt ©famanber unb £5tpmp, unb alle bie bei* ligen Serter unb ©efcbidjfen, bi - e ber Stoff ju ihrer CDiptbologie urfprunglid) gewefen ? Sd) befebe ft'e in ben fKeifebefdbreibungen, id) §iebe in ber alten ©e= fd)id)te ihren poetifefjen ©d;mucf and, wad ftnb fte? — 4?immel! bad fjabc id; alled in meinem Sanbe, in meiner ©efebiebte, ringd um mid; liegt ber Stoff ;u biefem poetifcben ©ebaube; aber eind fehlt: p«e= tifdjer ©eiff. Bewunbem muffen wir euch, ihr Alten, abp gragmettte §ur beutfd)en Siteratut. unb bie 2 fugen nieberfcf)lagen: if)t erhobt Sleinigs feiten aub bem ©taube 51 t einer glanjenben -£>of)es wir laffen bie ganje ©d) 6 pfung um unb, obe unb wüfte trauten, um eud) nur ju plünbetn, unb bab ©eplünberte elenb anjuwenben. Sfßenn -öotaj fid) einen 2 luguftub unfrer Seit wählte: würbe er moi)I unter ben Drummern aiter mptbdpgifdjer ©efcl)id)tcn ftcf> wirten, ober iffb wafjrfdf)einlid)er, er mürbe auf bab £ob unb glanjenbe S3eifpie( feiner SJoefaljren, auf 5nbi»ibualfalte feiner Siegierung, auf einjclne Umfianbe feiner 9Jeid)e unb Sanber fid) aubbreiten: er würbe infonbetheit bie Umjlanbe unb ©eiten bet SWaterie nügen, über bie er fingt, bafj fein ©efang inbioibual für feine ^)cri fon, national für fein 2 anb, patriotifd) für feinen gelben, cafual für ben93orfalI, fefular für fein3 c it- alter, unb ibiotifd) für feine ©ptad)e wate. 3Benn ber ©tiecb ifct)e fPinbat feinen ^ef« ben aud) nur »on feiner S3aterftabt lobet; wie weif er jebe merfroürbige 33egebenl)eit biefet ©tabt, »on ihrer ©tiftung an, ju nüfsen: et geiebnet bab Gbarafterifiifdje berfelben, ihre fßorgüge »ot anbetn, bie SSotfabren aub ber gamilie feineb gelben; wo eb bab eljrwürbige 2 flter unb bie SBürbe ber fPerfon erlaubt, fleibet er biefen unb jenen 33orfaf)tcn unb ©tammoater in bie ©trafjlen S'lpmpb, fd)littgt bie genealogifdje .Sette bib an ben Sfjron eineb ©otteb, ober macht einen Srt gleicbfam babureb f)ctltg, baf f)ier »ormalb ©etter gewanbelt; fo wirb feine £>be »oll SKpthologie, aber-warum? Um fid) alb @elef)t= ter, alb 2 (rtiff gu geigen, um eine mptbologifrfje £>be gemacht $u — ©an, unb gar nicht! dritte Sammlung. s5i feint SJltjfbologie ifi ©efc^ic^tc beS 33 ater* lonbeS, ©efcf)ic&te ber 33aterftabt, gamilien^unb 2 f f) n e n f t o 15 feines ^eb ben, Urfprung beS 33otfallS, ben ec befingt. Unb was roirb alfo fein ©efang? Sin heiliges national = fefular= unb patron pmifcfjeS Sieb, bnS roertb mar» in bem Sempel beS ®ot= teS, unb in ben 3fr cf) inen ber ©tobt, bie er fang , mit golbenett 33ucbjiaben gefebrieben, aufbe* wahret ju werben ; ein gnmilienjiucf für ein ®e= fcblecbt, unb mefjr als eine SSilbfaule für ben $ef= ben, wie ber eble ©tolj beS $)inbarS felbjl mußte. $aben mir ju unfrer 3 cit folcfje Siebter, bie baS för ben SSorfoll, bie Q)erfon, bnS 3eitalter, für welches fie fingen, finb unb fepn roerben ? ©in 3fn= berer antworte für mid); aber — waS ifi bie barifebe Sbe auf ben Stob beSÄaifergrans, gegen eine fpinbarifebe auf einen Sungling, ber bloS gut laufen fonnte ? SficbtS! ämeitenS: ein großer 5£f)eil ber SJiptbologie ifi 3f(Iegorie! perfonificirteSiatur, ober eingefleibete SB et Sb eit! ^)ier belaufene man bie ©riechen, mie ihre bicf)terifcf)e ©inbilbung ju fdjaffen, mie ifjre finnlicfje Senfart abffrafte SBabr* l)eit in fBilber ju bullen mußte, mie if>r jiarrenbeS 3fuge 33 du me aB SO?enfcf>en erblicftf, SSegebenbei* ten ju SBunbern hob, unb S)f)ifofopbie auf bie ©rbe führte, um fie in ^anblung ju geigen. Unb, ba mir eine neue SBelt »on ©ntbeefungen um uns haben, ihr Siebtet unter uns, fo fofiet »on jenem mächtigen Jponig ber 3flten , bgmit ihr eure 3luqen rnaefet macht, um auch fo viel ©puren ber roonbelnben SJiufe 2 S 2 Fragmente $ur beutfdjen Siteratut. ju erblichen — Sernet non ihnen bie Äimfl, eutf) in enter c,anj nerfchiebnen (Sphäre eben fc einen ©d)al§ non Silbern oerbienen ju fönnen. ©fatt, bap ißr, nad; jenem ebelbaften ©emahlbe, bad, toaS .Sjomer 5 unb ben giftiond; geijf: bie ^erglieberttnn be» ^ßilofopßen unb bie 3ufammenfe§ttng bed Sidtterd: fo ftnb hier niele ©dnoierigbeiten, und gleid)fam eine ganj neue SJIpthoIogie ju fd)aff,n. — Vfbct aus ber Sit= ber m eit ber Vflten aleid)fam eine neue ju ftnbct» «iffen, bad ift leichter; bad erhebt über Nachahmer, dritte © a m m l u n g. 253 unb jeicbnet ben Siebter. 55?an tuenbet bic affen S3ilbcr unb ©efchidflen auf nähere Notfälle an : legt in ffc einen neuen po.etifdjen ©inn , »eranbert fie hier unb ba , um einen neuen gmeef $u erreichen ; »erbinbet unb trennet, fuhrt fort unb lenfet feit= Watts, gebt juruef, ober flehet flille, um alles bloS alS .fpauSgerdth 5 U feinet fliothburft, 33equemlid)feit unb tfuSfletung nad) feiner 2fbftcfjt, unb ber üJiebe feiner -Seit, «1$ JpauShetr unb 83efi&cr ju brauchen. 6 . SöaS? bore id) hier einen flunflrichtet entgegen tufen: „barauS werben m»thologifd;e Unwahrheiten ; „}. d. nun barf©ifpphuS f c h l o f e n , San= „taluS trinfen u. f. w. Siefe gabeln hoben „in ber 9)?»tholoqie einmal ihren qewiflen ©tanb= „punft, unb ihn umbrebeti wollen, helft baS ©pflem „bet tlJiptbologie nieberreifen, ©ie werben an fei= „nem einzigen Srte im ß)inbar eine folche fgnoerfion „flnben; er (dft, wie alle Poeten, biefe Singe fo „flehen, wie fle baS gabelfpflem biftirt bot." *) •fjier wollte ich jwnr einfallen : „SaS mochten auch „mpthologifche Unwahrheiten fepn. ©obalb @ie bie „llltew in ihrem ©djoliaflcneifer nicht gan^ »ergeflen „wollen, fo werben ©ie wißen, baf bie 2f(ten nie „ein gabelfpflcm gebannt, baS ffe, wie ÜuthetS „(SatechiömuS, fjargebetet, ©ie werben wißen, *) Sit. Sr, Sf)r ai, p. y3. 1 %. 2Ä4- Stagmente gut Öcutfdjett Siteratur. „bajj fo siele mptbologifdje Söibetfprucbe, Unge*. / ,rcimtt)eiten unb hoffen bloS habet entjfanben/ weif „bie ©otterlebre nie gang gewefen. ©ie werben n)tf= „fen, bajj eS eine neue unb alte SJiptboIogie gege* „ben, baß jebet $>oet eS für erlaubt gehalten, 3u* „fd|e tmb SBeranberungen gu machen, unb bie fol* „genben 3eitalter enblicf) alles serunffaltet. Sbec „wenn ©ie mehr als bieS wiffen unb behaupten: „bajj ^inbar, fo wie alle ^oeten, alles &at „ftefjen taffen, wie eS ihm biftirt ijl; haben ©ie e$ „etwa if)m unb allen *Poefen biütict? 53 ie siele, „siele S n o e r f i o n c n bat tpinbar gegen bie Tflten 1 „unb feine ctjie Sbe fpticbt gewiß som SEantaluS „mit Selifateffe, ©orgfalt unb Sßabl, bie er auch „in einem gabelfpjlem, wie eS gu feiner 3«it aus* „gefeben, notbig batte." 25ieS wollte id) fagen, unb bacbte bem traurigen ©ebanfen nach: „wie miß= „lieb eS fep , ft'cf) auf fein ©ebdcbtniß gu serlaffen" — wie mißlich, einem Äunjfricbter gu trauen, bec bei jeber ©etegenbeit tabeln will, unb in sielen tperioben Sionfens fagt (es burfte bieS siele nicht eben eine ungeheure c£)pperbel fepn). 2fber id; bad;te, batte bieferSJiann Siecht; wer biff bu, baß bu eS wagft, „bie fünfte gu sertucfen, „bie bie 2llten fejigebcftet, unb einen neuen ©efchmacb „eingufubren, ber notbwenbig serfebtt fepn muß, „weil et son ben Siegeln beS 3f(tertbumS abgebt?" *) „3öie? wenn bu alSbann einfi im Sieicbe ber SEobten „sot bem iiKix^iov **) ber 2(lten erfd;einen follff, *) Cit. ÜBr. Sb. 3i. p. *♦) Cit, *Br. 5Eb. aa. p, l». 6, ® r i 11 e «Sammlung. ö55 „uttb bu folljt mit bem armen Srefdpo auf ben „9iid)tpla(5: bu magjl fprebiger ober 2fmtgfcpreiber, „ober «poiäinfpeftor ober .Stifter, ober «Scpulmcifter „gewefen fepn: bann wirb man bie erfdftccflicpe „2fngfi auf beinem ©efiepte abgemaplt finben, bie ,,bid) inner(ici) peinigt, unb bir alle bie Unorbnung „ootpalt, bie btt unbebaeptfam in bag gabelfpftem „eingefupret. .yegt bifi bu noep ein oermefner unb „forgenlofer Änabe, bem ber morgenbe Sag feinen „Äumrner erweeft: aber einfl «or ber c-JiuTaXp beg „©erieptg! jittre! ba wirft bu nid)t triebet - burcp= „fomrtten. Sucian, (ber, trenn er bag ©li'tcf ge- „l)abf, eine lange 3eit fpdtet geboxten ju trerbeit, „gewif bie Gi'pre f>atte paben füllen, ein 9J?itarbeitec „ber Siteraturbriefe *) ju trerben, weil er fepon an „feinen Söorfcpriften ein mutbigeö fprobftucf geliefert, „bag fafi oerbient, ein ^Berliner Siteraturbtief ju „fepn, unb eg auep trutbe), biefer Sucian unb „2 o n g i n, unb ber Äunjtricpter trerben ben SJtinog, „2feacu6 unb üiftabamantf) oorflellen. 5fun ruft bet „Stritte **) oon ipnen: 9tur peran, SPtiffetpdter! s =» *) Cit- SSr. Sb. 20. p. 6. **) 3d) rnufi miep tjicr jur niebrigen ®atpre wiber fffiil* ten perablaffen, um mit ipren eignen äBorten etwa« Oon bet übeianjiepenben Cebpaftigfeit ju jeigen, mit ber einige oon ben legten SRccenfioncn ber Cite* raturbriefe fiep wegwerfen. SBielleidjt träte eg Jur (Spre beg SBerfg gewefen, wenn naep bem fiebern Jepnten Speiie ber riet unb jmanjiglie gefolgt, ober einige Stiefe (&. S . . er ^ors^og e!;t$i ! „beim bu bafi einen Berührten ©efd)macf entfuhren ,,wollen." ©ieS jungffe ©ericht ging mir fange burd) bte «Seele: i'cf) entfdjfoj? mid) in bcc 2lngff, nicht bfoS ben oiet'jcljnten 3C6fd>nitt aus bem Songin, fonbem bie ganje SJfptfjofogie, bamit fein jPunft in if>r Ber» rösft werbe, fejf mijufchfagen, an baS ipult, wo ge= wohnfid) meine SKufe fifst, ober noch führtet, btefe, unb wenn eS ftdj tfjun lafjt, affe neun Stufen beS 2(ftertf)umS anjufchfagen. — 2(llein, wie es mit al» len 2fngjtentfchl&ffen geht! fie ftnb fd)wcr unb Ber= fliegen! 3rf) befann mid), bafj afSbann alle alte unb neue Sicfter unb Äunflrictjter muffen in bie 2 ld)t erffart werben; bafj fid) benn aud) Sucian, bcc grofje Verehrer ber 9 J?ptf)Ofoqie, meiner wohl annelj= men würbe — ja enblid) fallt mir ein: bafj ber bofe Sefjirtg eine afmlidje ituhnheit begangen, unb einen henriftifchen ©ebraud) ber gäbet Borgefchlagen! *) ■—Unb nun fchrcibe ich getrofl fort Bon meinem feo» vtftifchen ©ebtauch« ber 22 ? 9 t h o 1 o fl i e. *) fepingS gabeln, 5te 2Cbf)anblunfi- Stifte © n m in I u n g, 207 1 - Äattn man einen neuen SBotfali bucd) eine gifs tion aus bet alten Sftptbologie etflaten ! — bet frfjort» fte ©ebtattd), „trenn man feine ©rillen ju StafeU „fprucpen einet gottlidjen tS'rfctjfimm^ ju machen tneifj." 3ene allerlkbffe 2efj ingfdje gabel: 3e»S unb baS SPferb*), bie rot unfein 2fugcn baS .Rameel fcbaf= fet: jene**), bie ben ©fein jum Stoff bie barte $aut anjiebt: jenef', bie eS unS aus bem 9?at()e bet ffiottet etfldrt, roarutn baS ©cpnnf unbeiraffnet iji, ntober ben Siegen bet Satt entjfanbcn ff) u. f. tr. ftnb Eieine 'flnefboten eines SubterS, bet gieidjfath ein 3^9* unb SSote bet ©Otter, unb (Srffarer bet jjfatur iff. ©0 etjablt unS ©erftertbetg ben Ute fprung beS ÄuffeS, bet Sirene, Unb beS 33 a t U cbenS, trelcbeS leitete aber bie Siteraturbriefe glucf= lid) ron bem DJiunbc bet Sd)oncn treggefüffet buben, ©0 ftnb Sribs SBetntanblungen in biefem SSettacbte roll poetifeben (JrftnbungSgcifleS. Äurj! auS bet al= ten PJiptboIogie eine ffiabrnebmung, eins S'rftnbimg, eine Segebenbeit, poettfd) trabrfcbeinlid) üttb poetifcb fdjbtt ju erfidren — biefeS ijt, trie idt glaube, bet am meijten bicf)tctifcf)c ©ebtaueb bet gabellebre, unb bet £luell jU ben fd)dn|fen unb teijenbften giftionen. Siefem fdmmt ein jtreitet ©ebraurf) ttabc: auS bet neuern 3*it unb ib ten ©itten bet alten 9)iptbaupt bej ©erberu«, bet Strophe, '2fntifiropf)e unb (Spobc, 362 Fragmente jut beutfcben Siteratur. cm? neun Siadien Unfinn bcUen unb ftd) nennen — *Pinbarifd)c £ben. — SKamralet, JU o p ft o cf, U j unb Sange, Pier (3>enieö non fo Petfdjiebenen Jalenten, foUten bie nid)t einem dborofl' rjeidjnnegen ? 9Jatnm = ler in feiner Äunfr, bab (Same einer £ora$ifcben £)0e iju bauen: Älopftocf im fortqebenben ©tro= me feiner Smpftnbung: U$, im Jone ber pbi!ofo = pbifdjen £)be: Sange, in ber jjufammenfebung Jjo= rajifeber. (Semcilb? — j>abe id; bie Oiollen rcd)t per= tfceüt i t e c b t für bie © i c b t e r i für ben $ o = ras? für bie Sefer? — 3^ "’^be bie @tim=- men fammien. 93on Stamm fer haben mir eine langjt emac= tete 2 fu£qabe feiner (Sebicbte, bie flein an ber 3 abl t aber ftarf an innerem CSeroicbte finb. SBir mollen feine 2Jmfe befd)leicben, um ihr ihre Äunjtgriffe ab- juiernen , Unb oielleicbt finb bie$ bie Potnebmjicn: Srftlicb: ©ie säubert ©ujetb unfrer geit in entferntere geitalter jurftbf, um fie eingefleibet in bie fÜiorgenrotbe einet antiquien 'Allegorie, unb ent= gegenjufuhten. SSefonberb meif fie einen -£iorn = jifdjcn ©benplan fq gefebieft auf einen neuern 23or= fall jurucfuifübten, bag ficb feine SBenbungen, S3i(« ber, unb Tfufbruefe, genau auf benfeiben atipaffen. Unb bann i)i aud) ber feine 31? ob if lan g unb bie genaue 23 e r f i f i f a t i o n ber aufjere ©djmucf, ber Stammler ju einem ©eutfd;en vg>oras maebt. giftionen mad)en bab fdjonfic Sause ber ©be, unb ber reinfte ©nell 511 biefen ftiftienen ifi unfirei= tig bab 2 fltertbum. ©ab Jfltertbum ifi poll pon dritte 6(imm(unä, 263 poetifcfoen Grrbidttungen, Silbern unb färben; trer tiefe mit einet 3J?eifierbnnb ju brauchen rocig, macht feinen ©egenjranb bnburcf) neu, ebrroütbig unb finnlict)/ unb ti'ie bed) ficht eine Sbe, bie bicö ttnin fann. haftet haben bie qregten ©enied aud tiefem £luel( bet Sfiufen , bet Allegorie, trenn id) bied Söort im treitcjfcn Sctfianbe nehme, qctrun* fen: bie fleinen ©cijier fdjaubern rot tiefem 2ranf, treil Äenntnig unb ©efebmaef bed 2fltcrt(u;md, ja faft ein bramatifebed ©enic ba.pt gehört „Sie böd)= ,,fie poetifepe Äunfi, faqt v'icdeidjt eben tiefer Sid)* ,,tet*), ift, bie Allegorie in feinet ©etvalt ju „(jaben." ©eine 9i » m p b e fP e r f a tt f e i d unb ©prea Perbient teil 3 l| ruf: tu centum et plures inter dominabere liymphas. ©ein $ toi omanS unb Seren ice, ein ebled hrmcnaifcbed ©cfpräd), bad unter ben ©pitbalamien »ielleid)t gleid) und) bem Doppelgefang bed ßatulld : Vesper adest, juvenes! folgt, bat bie 9?airetät burebaud , bie im horajifdjen ©efpradje: Donec gratus eram tibi — perrfebt: ' ja rielleidp lägt fie ft cp bin unb mieber ju einer fleinen 9iad)läfjigfeit herunter, tric oielleidjt, menn Seren i c e con itjrcr i'ode fagt: — Bie funfjepn ober feetjj ct)n Sohr Bie -Jierbe meiner ©djeitel tra-r. ') ßrit. Statbr. aus bem SKcidt bet (Selelttf. @t. i. Sragmente'.jur beuffchcti Sitciatur. 2G4. Sie .Obe an bie ffiottin (5 onc 0 rb i n *) ift beb Jfltars im 3nnustempel rourbig : nur btufte btc ©ortin 1e oielleidjt ja n Irg r i e c 1) i f c h, ober 0 i t r 6 nt i f c l) fetm , ba fic freilich gegen bie milben Unfälle and) felbft in griebenSjeiten fid) mit Srat unb S3ei( «offnen mußte ; mir bitten eine Goncor= big «om Jpimmel, bie bie 3frte uon bet Gftbe ablofe, nicht oor fid) t\cfjcn habe. — Oie Obe anbie Seins be beb Äoittgeö «erlieft fid) glucfltd), aber uieU Ieid)t ju weit in jene berhiiifdjcn gelten, ba bie ©etter biefer Sßelt zugleich Ungeheuer heißen fonn= ten, wenn bie Allegorie eb fd)6n fanb; in bie poe= tifchen gelten, ba meber Stapfe rfeit ttod) fßer = folgung in bem ©eft'djtSpunft beb SJioraiifdjen «om Sichter burften angefeben rcerben. — Sie Obe an cp p m e n **) ift merth , baß cp p me n , wenn ihn ned) ein feftlid) Sieb herab «cm Fimmel }ießet — a»dp bem ©angcr felbfi erfdjetne, — jwei jRing’ an einer $anb unb um bie Schläfe SXpvten iinb um ben 2trm ein golbneö Sanb, itmi eine Sraut ju gürten. Sein Üieb an S a b i u b ifl ein feiner ©ebanfe, ber aber nicht $u einer Allegorie pett burchgefuhrt *) Sit. Sr. Sh. 23 . p. 92. '*) Sit. Sr. Sh- 23 . p. 90. Stifte Sammlung. 265 werben tonnen*) : berm eben burd) fein Säubern warb gabiu« 3iom« Sietter, unb vielleidjt burd) biejj Säubern allein, ba« blcö bet s pdbel in Ofom, bet junge fyigige Kartell unb bet Grifcnfreffet 83atro, jur fpdten 9feue fabeln tonnte. Statt ci= ne« beijjenbcn Sabels wäre nffo bie Sbe ein feine« £ob geworben, wenn fie ben Grinfall fortgefegt f)dtte: benn fo f'ann ©onnenfell« auf ben Sob biefe« ©eneral« fingen : Der £e!b — Stom wagt von feinem gabiuS 3« fiibn ein Urtbcit, SBien von 3f?m. Den 3auberec vedjtfcvtigt 2fnnibat Unb Daunen grieberief). CUian benfe aber nicht, baji 9famnilcr blo« in bet SÖSabt feine« Jpauptgebanfen« fo glucflid) fep: fein allegorifdjct ©eniu« verlaßt ihn nie, unb oft finb in Sbcilen bet Sbe bie ®rbid)fungen fo fdjon , baß fie voicber $u einem ©anjen ©elegenfyeit geben tonnen. Sie Sbe an einen ©ronatapfel, in 83 erlin gewaebfen, fiat gietintiett viele vorzügliche *) 3 d) gtaube, bie« iß«, was biefem artigen, febbnen, finnreidien ©cbid)tdjen jur Oie fehlt; nidit aber bie Dbenwenbung (f. Cit. ffir. Sb. 8 . p. 588 .) Denn ntd)t jebc Dbe barf ja eben ben füfjnen glug bet Stufe haben, bie fid) wirrt’, bod) nie verirret — 3 d) finbe aud), nad) bern, was id) vom gabiu« weif, nidjt« su beiüenbe« in biefer Obe. 266 Fragmente S ut beutfd^en Siteratur. Seifpiefc, unb weif icf) in einer feftengereorbnen § 53 od)enfd)rift *) Erläuterungen ftnbe, bie nicf)t MoS bie .Obe erffaren, fonbern und auf bie feitifien ©d)6n= beiten attfmerffam, unb mit ben Sbeen ber poetifd)en Äunjl vertraut machen, und) welchen ber Siebter ar» beitete: fo madje id) meinen Sefern unb mir ein SSergnugen, trenn id) fic f>crfegc: £5 bie bu bid) jur Jfbnigin ber ^rudjte SDfit beinern eignen faube fronen mufit, Jlurovend .Sinbr), an weidtem ©onncniidjte ^etfpalteji bu. bie spuipurrotbe Stuft, iDie ^)rofcrpinen 2 ) itjve .Korner 3m Sartoru6 ju feiten trieb, Unb jnadjte, bafi fie ferner 3n ^ptutond firmen blieb. SDer Qstbbail anbert ftd> 51: bad *0?eer ent fliehet Unb bccft uns Söunbet auf, ber geld finft ein ; *) Gjritifdje Stadirid'tcn aud tem SRcidie ber @elef)r= famfeit. Serlin bei glaube unb ©p. i?5o. @t. 6. 1 ) ©ie wädjft im fjeifien Orient unb »erirrt fid) nad) ÜJtorben. a) fProferpine warb Bom fpiuto entführt Sered be= fam bie (ärlau6mff, if)re Sod)ter wieber ;u holen, wofern fie nod) nid)td in bet ^ibUe genoffen hotte, ©ie warb Berratljen, bafj fie einige ©ranatforner gefoflet habe, unb ifjre SJiutter feijtte einfam wie= bet juruef. 3 ) ®ie großen Seränberungen ber @rbe burd) SSurutf-- tretung bed Steered wie ju ben 3«iten bed 3 i b e= 25 r it 1 1 ©a m m l u n g. RS? I vt* ¥\ '*{ 267 f Unb, 0 aSecUn, bein bütret Boben blühet; 9)omcna füllt itjc |iQtii in bir allein: Unb glota mup auf bein Begehren Mus allen Blumen Ätanje brehn, Unb mit gefunfncn Hehren Sie blonbe ßetcdli.) aet)n ; Unb jqtte Büurne trügt, ihr #aupt umfier »erben Sachen, bie bie ©eleljrfen n*d) nicht genug beitimmet haben, unb; »ieUeidjt nie beftim* men »erben, mit fotdjen jufammengefefjt, bie fdjon mehr befannt finb, begleichen bie 3erftreuung bee ©onnenftrat)ten burd) ein fPrisma ift. ©in arti* ger SSetrug! KUe biefe tlufgaben tjaben eine Ärt &on ÜBunberbarem an fid) : bod) fo unmbglid) ft* bem erften ICnblicE nad) febeinen, fo »iffen wis bod), baf bie gelehrte iSelt fid) fdtjon an aHe ge* »agt bat- i ■'*»./ .JK 270 Segmente jur beutfcfjen Siteratut. Unh fieiget an ber ffiefen Sette la) ffiio botjin, reo ber t)6d)(te Sting 2ln Serie Stubebette ©eit Sbaos 5tuftul)e btng i3). Die ,3reietrad)t, bie mit ©ift ibt ftben näbrte> SBerüect ben ^)V)brnEopf J 4-) burd) einen ©treld) ta) Das mineralifd'e Steid) bängt enblid) mit bem fPflanjenreid)e jufammen : ber fraubiriue Stein bat an beiben fein Mntbeil 2lucb bie ipflanjen unb ÜEbieie gränjen an einanber. £ier jub 1 ftd) baet füb'enbe ameviüanifdie Staui jufammen, fo halb ed angerübrt reirb, Dort fprofit bet fPolppue reie etn abgefd'nittner 3meig. Sa älte brei Sieidie weben burd) einanbet, unb {nüpfen ftd) an taufenb Gtnben jufammen. Saßt und einmal unter ben SDienfdicn fongeben bie jum Tlffen: biefer unb bet behaarte reiibe SJtenfd), reie finb fic untctfdneben ? Per uot= ttcffiicbfte SOtenfcb, unb = = * .£>ier feblt unb bie Sette, bie bis jum ©tuble Supiterd gebt. Tiber bet gtbßefte SSeife ftebt »ort tiefer Sette nur jers riffcne ©lieber» i3) ©eit bet 6rfd)affung, ba ficb bad ©etfimmel bet (Elemente legte. llj) 2)ie £bbra Setnfia rea* ein »ielfbpftdjted Unge= beuet, roelcbed #erfuied umbringen reollte. Mein, wenn er einen ©d)langenfopf beruntet bieb, reud)= fcn jreei an beffen ©teile. Gtnbiid) nahm et ein glübenbed (Sifen, brannte nad), unb tbbtete bie ^^bra. ffien bet ®ered)tigfeit beflammtem ©djmerbte; 15) ©et Aberglaube fümpft unb flieht jugleid): Sßie uot ben tütjnen ©onnenpferben ®ie blinbe Sftaat roll Selbdoevtraun 5 ©enn taufenb ©täbte merben Sbin einen Altar bau’n, $Bot)l bit, 0 bu, butd) meinen greunb regieret, An Künden reid), unb groß wie ©parta mar: 16) @b 50g Dom ©djall ber glote fdjbn perführet Sn feinen Sob mit roohigefchmücftem £aar, Unb alle, bie ben Kampf Perloren, SBedatigten burd) einen @ib : ©ie ©ta'ot 17) fei) nur geboren 3 u Söaffen unb jum ©treit. 16) ©ie fdjnelle ©nbigung ber ^Jroccffe id befannt, unb fdjon ein SCJiufler ber 9 iad)ahmung. 16) ©parta ober Sacebümon mar jurn Kriege geboren unb nerbannete bie Künde: eine gemiffe ©tabt liebt bie Kunde, unb id bennod) mieSpars ta, SOtan meid, bafi bie ©partaner unter bem ©djalle einer »of)lgefegtcn SDUtfif, ihre #aare mit groper ©orgfalt aufgebunben, gegen ben jahlreid)« ften geinb gingen unb fiegten, SJian unterfudje bie genaue Aehnlicpfeit felber. 17) üBirb pon ©parta getagt, unb beud)t unferm ©ich- tet fchbner, alp wenn eb gerabeju »on '.Berlin gefagt mürbe: meil man bie ©igenfdjaften non ©parta fond nicht erführe, meil ber ®eid bie angenehme SSefchüftigung befömmt, eb auf SBerlin ju beuten, meil ein foldjcb £ob jugleid) feiner ifl, 27 * Fragmente jur beutfdjen Literatur. <£o fang (Sa 11 io pe 18), bie toll Gntsüifen Umbängt mit ihrer golbnen Suba fam, Unb nid)t gefepn oon ungemcibtcn SSiicten , Ben SBeg jurn Sempel bed ttpolto nat)m, 19) 5 Bo mit bem pinfet unb mit Saiten 3n Saroen unb im Corbeerürans Bie «Stufen fid) bereiten 3um fd)onfien Steibentans. Giine £>be oon biefet 2frt i|l meljr für cirt Obett» genie, old ein fd)Ied)ted poetifdjed ßoUegtum : fajt jebe Olummer jetgt „bie bod)jte poetifdje Äunji bed Sid>terS ; bie 2Ülegotie in feiner ©etoalt ju haben:" auf bie 2Xrt beftrebf id) mid), ben fßinbat unb <£>oraj mir felbjl ju erfiaren: unb fo erffdre man fid) unb weil fein Iptifdjet Sdjmung barin wäre, wenn ber ?>oet in eben bet Gonftruction fortfübre: Bu S o g f t com © c b a 11 ec. 18) Galliope, bie «Stufe, befingt, wenn man ibr ein befonbered 3 Cmt geben will, bie Selben am liebfleh. Biefed beutet aud) ibt Sbrenjeidjen, bie Srommete, an. ig) 2 t p o U o ifl ber ©ott ber «Stufen, ober ber örfim bet ber freien Äunfie. ttnfer Dpernbattd fübrt bie Stbmifcbe 2 tuffd)rift: Fridericus Rex Apollini et Musis. ®er ©djtujj bed Siebe« bejeiebnet e8 beutücber: benn aud fpoefie, «StufiJ, ®ecoratio> nen unb SaUeten erwäd)ft bie £>per. dritte Sammlung, 273 ftth j^bc Sbe DfammlerS , um ihre ffnnlidjen Silber in aller ihrer bebeutungSöollen Schönheit 511 erblichen. — Sch feilte meinen Cefcrn biefe £>be jegt Port eis ner anbetn ©eite jeigen,' um ft'e nach ihrer g a n= jen 'iinoi'bnung unb Sauart ju betrachten, bie Srbnung, Serbinbung unb 2 (uSfd)mu= cfung ihrer Steile ju bemerken: ba biefj aber $u •roeitläuftig ifl, unb bei attbern Oben von ihm f u g l i c h e t g e f c b e h e n f an n ; fo fann ich nidjt umhin, meine Sefer wenigffeng auf ben feinen äßobelang biefer £>be aufmetffam su machen, Sch rebe nicht felbfi, fonbern fchreibe aus bem ange= führten SSochenblatt folgenbe Semetfungen hin : 1) ©ie ganje Bufammenfegung ber (Strophe i|f jum Süohllaute eingerichtet, ihre Beilen laufen fdjmaf jufammett, unb fpigen fid) mit einer männlichen ©d)Iuffplbe, faft wie ein >Pfeil. ©iefe gigttr beucht bem 2(uge fo fd)on, alö ein folcher ©ang beS Sers feg bem Ohre flingc. 2) Sn ben vier langen Serfen fann ber 2 fb ; fdjnitt halb »orn balb hinten gefegt, unb baburd) ber ©leichlaut »ermieben werben. 3) ©er Jfbfchnitt bleibt gar weg, Wenn eine anbete Schönheit erhalten werben fann ; Umgängt mit ihrer golbnenSEuba f a m ^ Unb nid)t gefehlt »on ungemeihten SBltcfen £> e n SB e g jum Scmpet b e $ Apollo nahm, Seibe Serfe laufen fort, unb brüefen einen ©ang aug, •Berbers SBerfe j, fd)on, Sit.it, Äunft, n, <&■ Fragmente, 274 gragmente &ut beutfdjen Siteratur. COJit beinern eignen Saube frbnenmuf fdjeint ben Äratij hetum ju flechten. Unb tei> 1 1 bem tollen Söinbe feinen Sauf läuft wie bet ©turmroinb. 4 ) Sn jebem 33ecfe ftnbet man einen ober meb= rerc non ben ffarfflingenben SJofalen unb .0 ober einen IDiphtfwnguS , weldjer gleiche Söirfttng t&ut. " 5) 9?id)t Ieid)t über 3 Gonfonanten fle&en hinter einanber, and) fo gar jrcei SBJorter bringen nid)t mefjr jufammen. 6 ) Sn ben SBerfen : Sie proferpinen ihre &5 r n er — ipomona füllt ihr .f>orn in bir allein — Sn ihrer harten £anb — Sie SBeifen alle bienen — ©ofangßatliope, bieoollSntjütfe n—* f«h«n roir, bafj wenn ein Sßort auf einen Gonfo= nanS auSgegangcn ifl, baS foigenbe mit einem S3o= fal anfangt, unb ba§ eS mit einem GonfonatiS an= fängt, wenn baS »orige mit einem SSofal fd)!o§. SiefeS ift jwar feiten mog(id) ju machen, roir ftn= ben eS inbef in einem jeben SSerfe einmal bis oier* mal. 7 ) Äein ^iatuS beleibigef baS £>hr, webet in ber SSfitte be,S SßerfeS, nod) jwifd)en jweien SJerfen. 8 ) S?om 9ieim muffen wir auch gegeben, ba§ feiner sweiwal »oefommt. ^>oraj fdjliejjt gleich* £ t i t te Sammlung. 275 falls feinen 23 erS sweimal mit einerlei SBortett Ueberpaupt nimmt er nicht gern einerlei 3 Borte jroei* mal in feine Din weldjcS ju »ergeben ifl »on ben »ornepmern äBorfen, nicht »on non, qui sunt etc. £iefer Sbcnbicpter wirb bei feiner Arbeit »ie(leid)t tttcht alle biefe Kegeln beutlid) gebaept paben, abet wie fömmt eS, bap man fie am (Snbe hoch alle beob= ad)tet finbet, unb bap baS ©tücf nichts babei »erlös ten pat? ©0 flolj höret ein feineg IptifcpeS £)pr, tmb füllten aud) einige biefer ©cponpeitcn wirflicp »et* fliegen, wenn man fie 511 Kegeln maept: füllten fie aud), fo balb als fie ©efepe werben, $inberniffe fepn: fo mup man um fo mehr ben £icpter bemunbern, ber biefen B'^nng hat i'iberrüinbeit unb jur ©d)bnbeit macben fonnen. @in fo feines £>pr mup aud) »on einer 3ungc begleitet fepn, bie eben fo fiolj beflamirt; benn fo wie bie (prifepe fPoefte, nad) ÄlopftocfS gcredjtet SPemerfung, beS mcijlett 9 Ü?of)Iflanges fähig ijf: fo napert fid) aud) bie lp= cifd)e £ef!amation ber SRufif am meifien. Unb wüt* be alfo aud) nicht bet allgemeine Ovuf »on Kamm* letS £cfIamation »oll fepn: fo würbe fepon fein fei* ner Süoplflaitg in mir ben SOUunfcp erregen, ipn be* flamiren poren ju fonnen. Kicpt bloS Allegorie unb SB 0 p l f l a n g : bie 2(norbnung jum ©anjen ber £>be ifl ber SBoqug, weswegen ber Karne .f? 0 ra s i fc fj fei* nen Dien jufommt. Sft arbeitet er über dpora» © 2 276 gragmente jut beutfd)en l'iteratur. jifchc fP'ane bei ähnlichen ©egenfranben: fein fPaan an bie Concorbia folgt bem ©ange ber £be beß g I a c c u S a n b a S ©lücf, fo gar bis auf baS 33 ilb ber dl 0 1 h 1» c n b i g 6 e i t: Te seniper anteit saeva necessitas Clavos trabulcs ct cuneos manu Gestans ahena, nec severus Uncus abcst lirjuiclumque plumbum gef) bin mit SRammler bntinnen rnobl jufrieben, baß er bteö übctlabne SSilb , baß fd)-on ©oiuibott unb nod) neueriid) Eeßing für fioftig crflart, abr gefürjt; nur fdjeint ber fPeriobe, nad) feiner finm lid)en gnoerfion betrachtet, efroaS miprathen ju fepn. Sie £)b.e an feinen 'tfrjt bringt uns bie .^>01051= fdjen gutiife an feinen Sficinf naben in ben ©inn, unb ijt mit ©ei|l unb .Körper nad) bem glaccuS gebilbet. ©eine Dbe an bie Äano= nenfugcl bringt uns bie an ben unglücfti = eben Saum: bie jDbe an g)rn. j? raufe eine af>nlidje über ft'd), unb am alletmeiflen bie 2obge= fange auf ben Äonig, baß Sob in ben ©inn, baß gl accuS bem 3 fuguftuS unbSDfacenaß opferte. gn einjefnen Silbern, Conftructionen unb SBenbungcn ftnbet .f)otnj nod) häufiger baß ©einige roieber, unb überhaupt fenne id) feine ©eut-- fd)en ©ben, bie leichter unb fd)rccret inß ?ateinifche ju überfegen traten, alß biefe — ü e i c h t c r: roeil man g bi otiSmen, ^)eriobe unb Sffiohlhfnng nach bem Sateinifchen abgejirfelt, qretdjram vor fftf> ftnbet; f c () ai e r e c, um ber g u 11 c, Ä u r j c unb bem s iiS o b I f'I a n g e feinen (Eintrag ju tfjun. SfßaS Sefjing mit bem Anfänge beS ÜJicfjiaS verfttd)fc, probice man mit Stammlers £) b e a n ben 2fr} t, an bie Äugel tt. f. m. 9Baö iff nun von tiefer Jporajijchcn 9?ad)6il= bttng ju urtheilcn ? (5s ift nidjt vermuthen, bajj Stamm I er bloS dp o ro j i f c I)e Sotfalie trabte, um dporajifib [tngen ju fonnen ; trenn mit t[;n blöd in tiefem ©eft'chtSpunfte betrachten: fo bufften bie beften dporajifchen .-Dbrn nicht alle von il)m nad>ge= bilbet feen, unb erreicht ?— vielleicht feine. 2fl$feann ift ec gefdjmacfr unb funflvollet -Jfadjahmer. 2(bcr ec ift me!)r, — unb bat eS beiviefeu, bafj er ohne 4jotajifd)c fJMane unb Silber Jporajifd) fingen fötinc, unb bie§ erhebt iljn in meinen klugen jum .XÜdjter, jenes jeigt il)n alS einen feinen kennet beS 2l(tcr-- ttjumd, unb einen 'tfrtiften von ©efehmaef. SSiclIcicht fjat Stamm! e r ben ©tuttbfafs mit eintm gnbern grofjen ©enie gemein: bafj dpora} alle Puffer aller £5ben geliefert, unb fo ju fa= gen, jebe <£ : d)6nheit berfelbeit erfebepft: vielleicht ft'tib bie erften (5'inbrucFe von ben [poefien beö Sio= merS bei ihm fo mad)tig, unb in ihren Spuren fo ewig gewefen, bafi fid) Ieid)t alles, felbji £riginalge; taufen, nach tiefen (Sinbrücf'en mobein; benn in ber Shat ! unfer ©enie unb ©cfdnnacf nimmt bie Silbung von bem an, was vetjüglid) unb juerft auf biefclbcn wirfte: vielleicht fehe ict> nid>t alte bie Svoi- je ein, bie gereifte mntt)Ologifd)e Silber noch in unf= ver -Seit hoben fenuen — aber ich fn.ge niditS, als 278 gragmente jut beutfdf)en 2itera(ur. meine SJJepnung. geffelt nicl)t ^)oraj, bied gtafje ©enie, oft ju fchr # — 9 )iir fommt, bamit id) ein paar SSeifpiefc anfübre, in bet £)be an bie Äuget, bie SScfdjreibung bet $olle etroaö frembe*) an bie* fen £>rt; — ganj nabe war td> fdEjon bem ©tps, gans nabe bem gifrgefdnnoUnen Serberus Sd) tjorte frtjon bae SRab Spions raffeln, fabe Eie SSrut Oes EanauS Berbannt jum ©polt bei bobentofen gäffcvn — Uno SJfinoS 2lntli| unb baS gelb Slpft'enS. $orai felbjf if! furjer unb nnfrfjltefenber, ob* gfeid) bicfcö 23 i(ber feinet Sffeligion waren : bter finb fie aber ju begannt, ju allgemein, unb §u wenig auS bem Snbiöibualfall genommen; bie folgcnben ftnb tä fdjon me|)c; — Een groben Mnljerrn eine« gvSfiern UtenEelS unb fein 3elt S5olt tapfrer SSrennen fab id)! Sb« Siebet 3bt gejt bei jebem KeEtarmal ifl ®r — — ©tbon fSng id) feine jiingffe Sbat — SllcäuS tPiitbe je§t mein Sieb beneiben *) Si queedam nimis antique, si plevaque dure — — credit dicta — — Et sapit et mecum facit et Jove judicat aequo. Hör. L. 2. Ep. I. ^vifte €> a m m f u n 3. »79 ©) r t c n 3-ilia.i. Sn bem lefpcn ?fudbrucf haben bie Citcra* futbriefc*) bfin £errn fProfefTer 9f a m m I e t einen höflichen Sermcid gegeben, baf ec cd attd bet $aiferbifIorie oergcffeti 'hatte, mann Julian gelebt - unb trauen ihm beinahe eine turfifd)e Chronologie ju, baf (5ä f a v unb fl n ton in ben Sulian haben feiten formen. Allein, fte oergeffen , baf bied im Meid) bet Siebten borgest , unb bap ja ade brei gtiebtief) feiten faden. 3n Oiammlctd £)ben ifl Oiedeid)t roenrger ein fludbruef ju bermutpen, quem iucutia fudit, ald in beit Siiteratuibricfcn. Siedeicbt modjte in ber Dbe an bie gein* be bed Äonigd bie beefuftfebr Sefcbreibung eben bie ülote oerbienen, bie id) bei bec .pulle, gemadjf, bap ihre Silber ju befannt, jU antif, unb etrnad ju unebel fei)n mochten. flbffrabirt oon biefem $orajifd)en , iff Stamm* ler ein oollfommened SSJlufler ber £be: jebed SBort abgemogen , abgemeffen , abgejalilt: jebe Gonffruf* tion gemählt, georbnet, gemaffnet: jebe Freiheit nid)t blöd SJiceu^, fonbecn ©fuffer: feine unbeut* fd)cn Siebarten bereichern bie Sprache: feine frern* ben fffiotte oerbienen bad Sfirgerredjt: bec 3toang in feiner fperiebe iff oon ber Giemalt unb bem bin* reijjenben .Strome bec £»be oerurfad)t; ein ffijctf ') Sb- ö. p. 388. 280 Fragmente, jur beutfehen Siterafur. be§ S}otfa|e§ «nb gleifjeS, nicht bet 9?oth unb be§ UnttermogenS: fein Mangel an bet ßafur bisweilen unb fein fchwerer 9?eim bttreh ein SSeiroort ftnb S3o.= ten best i e b e n b i g e n 2 a u t 3 , um iffaepbtuef an* jufönbigen. ?XUc S3orwürfe, bie man feinen Sben t>on biefet ©eite macht, ftnb futäfieftig unb eigene finnig. 3 um Schluß tt)il( id) bie Sbeorie non bet Dbe*) herfegett, bie fid) am beflen aus fRammletS £)ben etflarett laßt. „Sic wahre Äritif erfennct in bet Sbe eine „habere ,Dehnung, bie jwar tierffeeft fepn, aber nie= „ma(3 »etnachlhßigt werben barf. Gr$ gibt mand)er= „iei Dehnungen, in welchen bie ©ebanfen unfret „Seele auf etnanber folgen f’bnnen. Sic Dehnung „bet Seit, be§ Sfaitmö, bet 23er nu nft, be3 „5Bi(iei>, bet Scharffinnigfeit u. f. ro. bie „Obe tterwirft alte biefe Dehnungen. Sie fchrcibt „nicht hiftorifch, wie bet epifebe, nid)t to = „ p i f c h , wie bet m a 1 e 11 f c b e Sichter : fte folgt „auch nid)t bet ,-Dehnung bet SSernunft wie etwa bet „£e brbic hier. Sie Drbnung , bie ihr wefentlid) „ift, fattn bie S t b n u n g bet b e g e i f t e 11 e n i n b i 1 b u n g 3 f t a f t genannt werben. (fine „einzige g a n s e 9i e i h e b och f £ lebhafter „SSegti ffe, wie fte nach bem ©efeij einet begei= „(fetten GiinbilbungSfroft auf einaubet folgen, ijf „eine Dbe. Sie Sftittelbegriffe, weldje bie ©lie= „bet mit einanber tterbinben , aber felbjf nid)t bett „hodifien ©tab bet Sebhaftigfeit beft'gen, werben »on Seifte o m m I u n 9. 281 „bem Sbenbiegter überfprungen, unb baraud entfielt „bie anfeijeinenbe Unorbnung, bie man bet £bc ä u = „fegreibt. Sureg biefe Betrachtung lagt ftd) aueg „entfegeiben , in toelcger ©attung non Sbcn oudge= „maglte gilbet unb ©leidmiffe, offetö aud) Sigref= „fionen unb UJebenbetracgtungen, erlaubt finb, unb „in welcher bie SS über unb ©leidjniffe, nur mit gro= „gen spinfeljtridicn ju berühren, unb bie 2ludfd)iueifun= „gen non bem .fjauptgegenftanbe forgfaltig ju nctmeiben „ft'nb. 3TuS biefen 33cgriffen fann man bie Siegeln „gerleiten, too bie Sbe Anfängen unb fd)Iiefjen muf. „Sa bie 2fn(egung bed spiand ju einem ©ebiegte „unb alfo and) jur £>be fein 2Berf bet Begeiferung „fonbern bed Siacgbenfend unb bet übevlegenben 23er= „nunft ifl: fo mug bet s pian bet Sbe bem Sid) = „ter ungemeine ©egtuierigfeiten machen : benn gier „mug bie Süernunft überbenfen, tuad bie feurige 25e = „geifterung für einen 2Beg nehmen mürbe. Silan „mug bureg Siacggenfcn unb SScrnunftfdjIüffe ergtün= „ben , tnelcge bie lebgafteften fcijn, unb in „trelcget Srbnung fte nad) bem ©efeg ber ©inbil= „bungefraft auf einanber folgen inerben. Ser # ,Sid)ter mug fteg alfo in beibe 83?rfaffimgen ju= „gleich fegen : er mug nadjbenfen unb empfingen , „unb man flehet leicgt, trad ihm bied für ©cgroic= „rigfeit machen mug. Uebcrlcigt er flcg ganj ohne „fPlan bau ©trome ber Begeiferung unb biegtet: „fo tnirb er jtrar eme golgc non fegt lebhaften 23'e= „griffen gernorbringen fonnen : aber biefe golge „tnirb feiten ein ©an-ed oudmachen, feiten ein be= „ftimmtes ©ubjeft, unb nut burd) ein Ungefähr bie „gehörige (Einheit unb angemegne Äürje gaben, ner= „möge tnelcget fic ben fünften SBeg ju igrem 3iel 28 i Fragmente jut beutfdjen SÜtctatuc. „eilet SiefeS gcfchicht, Wenn bie ©emütb£bewc= „gung, nlö bic Urfnche ber SSegeifferung , fehr bef 5 „tig ijt. 2 flSbann eilet ber ©trom ber ©ebnnfen „feinen XBeg, unauffjattfam unb fteber, unb bie „bloße fftatur erfüllt alle SSebürfniffe ber jtunff. „XBenn aber ein gemäßigter 2 lffeft t)errfd)en foll: alS „nefjmlid) Hoffnung, Sanfbarfeit, ftille „gteube je. fo i(f bic 9?atur offne Seitfaben ber „Äun|t eine mißfidfe gühtcrin. ©ie führt ben Sicf)= „ter auf Vfbmege, fte erlaubt if>m ju fdjmarmen, me „er ben fürjejten Xöeg nehmen feilte: fte «erbinbet „©ebanfen, bie eine a((;ugeringe Schiebung auf ein= „anber haben, unb bringt alfo poetifcb« $bans „t a f i c n heroor, aber feine £ben. " 2!>ied gragment einer fritifchett £5 et rach? tung über bie Sbe bringt mir ben XBunfd) in bie geber, baß enblid) ein pbiiofopbifcbet dropf eine «olU ßanbige Theorie «on ber £)be lieferte, bie unter ben fd)on gelieferten ^Beiträgen jttr angemanbten 3feftf)ctif uns nod) am meijfen fehlt. Senn ba 2(riftotele$ 'poetif in biefem «erlobren gegangen: fo haben ftd) wenige an eine 2frbeit wa= gen wollen, in ber ihnen niemanb unter ben 2flten «orgearbeitet hat» unb bic XiSenigen, bie ftd) baran gewagt, wiegen jufammen nid)t fo oiel, al$ ber cin= jige 21 riftote leb wiegen würbe. Sie X)octifett’ fd)rcibec — bie fd)6nen ©cijfcr unter ben granjofen, £ fl CPfotte, ©t. X)i a r b, £3 a 11 e u p, SKacine, gontenelle, unb nod) netterlid) XÄcirmontel uttb ©arnier — unter ben Seutfcben, bie 2fbhanblung in ben 33reSIauifcben 95 e i= tragen jut fPbtlofopbie mit ihrer iJiecenfion 25 1 i f t e ©iimmlung. 283 in bcv 2([[gem. S3 tb (., ba§ angeführte gtag* nunt, einige Älopftocfifcbe, {Rammleri* f c t) e im Satten); , unb baS mittelmäßige ©emifd) Bon 2Cnme cf un gen in ben epifeben, Ipris f c b e n ginb b r a m a tif c b e n ©ebicbten finb guß= tapfen genug für einen , ber auS ihnen eine Satib's jiraße ju machen roeiß. Sch hnbe eine @cfc hiebt« beg Iptifcben ©efangeS angefunbigt gelefen; Bielleicbt roirb bet aSerfafTcv ben Gbarafter beleihen unter Gbraern, 2fra= bern, ©riechen unb {Römern 6eftimmen , unb auS ber Benfart, unb ben äußerlichen #ulfSmittcIn, ber Sprache unb SRufif erklären: Bielleicht roirb er baS ©enie jebeg großen {Originals unter ben Iprifcben {Dichtern entroiefetn , ihre dpauptroerbe a f t= betifcb nach 1 a n unb Gompofition, nach ben Schönheiten beS {Details *), bem Sicht unb *) ,,S 3 iet[eid)t roirb er »cn bem Unterfdjicbe ber ©tie= ,,d)ifrt)cn, SJJ&mifdjen unb Drientalifdjen Obe b°n= ,,beln. @r roirb jeigen, roaruni bic £crajtfd)e ,,£)be mehr auSgefübife ©leidmiffe oertragt, als „bie 'pinbarifdje unb biefe mehr ats bie OaBiti: , ,fd;e, unb aus eben bcmfelben ©vunbe erftören , „roarum ber heilige Diditer an Äubnbeit ber SOies ,,tapbern jene roeit hinter fid> läßt, ©r roirb fer= „net jeigen, roie ber Dbenbid)ter »on einem ©leid); „niß in baS anbre tibergeht, unb roenn er ffcf) ,,benn Bon feinem ©egenftanbe 511 feßr entfernt ,,bat, ptbglid) abbridjt. ©t roirb ferner aueein= „anberfe&en, in roeldjcm galt eg bem Siebter et: „laubt fei), ron bem ©leidjniffe jurücE }U teilten, 284 gragmente gur beutfdjen Siferatut. ©djatten, ben SBonbttngeit unb Silbern tinb 95erfY= ftfation unb ©prache jergliebern : oiel(eid)t rnirb «c bie Slachbilbungen aub ben 2fiten gegen if>c O t t g u na I unb it)rc Stebengemalbc tjaltcn , unb ben gro» fjen aubfuhren: ein .Obengenie tn bie magi* fd)e fIBerfffatt beb Sfpollb, unb in ben ©eiji feiner SJfufter ciugufubren ; ja yieileidjt wirb er enblid) aub biefen perfchiebnen Stiftungen .^auptbegriffe beb ©chonen in biefet 'Did)tungbart bftaubjiehen , fie gu Siegeln erhoben, biefe Siegeln in unfere ©eete gu= rücffüf)ren, unb nlfo einen philofophifdien Segriff ber Obe fepfefcen, aub roe(d)em man auf ein reeiteb gelb ber Sfefthetif (Teuere unb Fuf)nc SSlicFe mirb tf)un fonnen. Plaudamus amici ! ©oltte biefer fpian mit bem feinigen uberein» (Timmen: fo mürbe er burd) bie 2fubfuhrung Gre= bitiu genug gegeigt haben, bajj er and) folgenbe 3«= gäbe ju feinem 9Becfe tbun fonnte : bajj er bie jerftreuten Oben ber jSeutfcfjen fammlete, ftd) über alte fliefjenbe SIcime im fprifdjen ©plben» maaf erhübe, unb blob ben Seift ber antifen Obe jum Slathgeber feiner ÄBahl machte : ein majjtgeb S9anbd)en, bab aber albbann bie fliegenben ©tücfe biefer Oid)tart ber jjeit rauben fonnte. SBenn (Rammler eb für gut geachtet # bie Sieber ber „unb ben gaben leinet Smpfinbungen »ieber ju „ergreifen, ober mo fein geuer mitten im ©leid)» „nijfe, wie ein ffitifs oevfdjroinben map." Sit. Sir. £i). 9. p. 184. D r i 11 e ©nmmlung. a 85 Df ulf d) en 51t fammlen : fo waren „et n f 1 hn f= teurtb erhabne © e f a n g e u n feer i p r i - f c f) c n Poeten, fcic fid) beffee beflamiten, alb fingen laffen: bie wenigen £) b c n bet Deuts f c h e n , bie fid) burd) 2f n 1 n g e unb © c l) w u n g unb SOS 0 hl dang empfehlen *)" , biefet ©amm= lung eben fo würbig; ja oiclleid)t ned) würbiger, weil meiffenb ein Snbisibualfall bet 3eit fie gebiert, fic auf feinem glügcl umherwirft, unb febt leicht, verfliegen macht. £0?an müßte ©ttufe wählen, bie {‘eine Äubbefferung nbtl)ig f)attcn, ober unb wenig= jfenb bie tfubbefferung als eine fRote unb 2Rarginal= gloffe geben : benn alle frembc Gorreftur iff mifjlid) unb bei einer Dbe fajt unmbglid). — SBie feljr muß td) aber befürchten, baji mein S 3 orfd)(ag nicht flugb von einem ©animier aufgefangen werbe, bet unb vielfeid)t fd)on folgeube SReffe : au berief en$ ©tücfe a u b ben befteu bcutfthen D b c u= b i c b t e r n **) ungefaut unb unoerbauet Aufträge. ^d) fann <%) 0 r a j unb 91 a m m l e r nid)t ver* laffen , ohne ben SBuiifd) ju mieberholcn, baß bet latere unb ben erfietn enblid) in einem beuifchen .fileibe liefern möge : albbann werben wir ben gran= jofen ihre ©anabonb, D a c i e r unb 83 a 11 e u p nicht beneiben bürfen. *) f. SBorcebe ju ben Biebern ber Seutfclie» bei SBinter, SBevlin. 1766. **) S 3 raunfeßw ei g bet . , . 286 gragmente juc beutfdjen Siteratur, Älopftocf ftnt in feinen Oben weniger ffora* jifdje 3uflc: feine Obe an griebevid) oor bem 9)i e f= f i a ä , fcbeint im 'Anfänge baes: quem tu, Mel- pomene , semel nadjjubilben ; allein , balb erbebt fte fid) jur SB3eit bet ©ebanfen unb ©mpfin: bungen*), ju bet ibm eignen Äunif, bie Seele be.S 9ftcnfd)en unb Gbrijlen jit fdiilbern, worin et eben mit £ora} nid)t ju «ergleidjen ift. Alle feine Oben ftnb meijfenS ©elbftgefpracb« b e $ vper 5 enö : fein fPfalm lagt ©mpfinbungen eine nad) bet anbern, fottcaufdjen ; mir boten 3öel= fe übet SBelle fcblogen : eine wirb bie bocbjfe unb eS erfolgt eine Stille: mit flehen in ©ebanfen 6 iS plofslicb eine neue golge non jbeen uns mit ei: net fügen gebanfenoollen Setaubung betaufdjt. Sei* ne meinen Ipufcben Arbeiten nabern fid) bem ^>pm= nuS: in einigen Stücfen, bie bet Sammlung netmifcbter Schriften eingerücft ftnb, ftnb freilich oortrefflid)e ^otajifd)e 3 üge, infonbctbeit in bet Obe aufben 3 & r c h e r f e e ; allein nie baS ©onje,niebet $auptton, nie bet 2 Bobl c flang beS .pora^. 3d) mödjte alfo Älopftocf auS feiner Sphäre teigen, trenn id) ihn biet gegen $oraj fegte; unb bcch — ifl eS nid;t Älopftocf, bet in einem Stücf beS 9f o r b i f c h e n Auffef)er& biefe tnunbetbaten ©ebanfen fagt: „gaft allen nettetn Oben fehlt etwas non bem „^taupttone, ben bie Obe hoben foll. $oraj bot „ben #auptton bet Obe, ich fage nicht, beS ^>pm= ‘) Cit, SBt. SEI)* 8. 32 9* Dritte © a m m I u n g. 287 „nust, burct) bie feinigen, bi$ auf jebe feiner „feinjfen SBenbungen bejlimmt. (Sr erfchopft alte „Schönheiten , beten bie £) b e fähig iff. 9J?an toirb „atfo ben SBettt) einer Dbe am bejfen auOmact)en „foulten, trenn man ff et) fragt: würbe 4 ?oraj „biefe Waterie fo audgefuhret hüben ? 3fber man „muffe ein wenig fttenge bei 33eantwottung biefee „gfage fepn. 2 )enn fonfl befommen mir ju viel „Jjorctje unfrer Reifen. — Seh evfläre mich hieburd) „gar nid)t gegen bie Tfnfprucbe, bie befonberS bec „tprifd)e Dichter auf einen Dtiginalcharafter hat- 3d> „rebe nur oon ber SSiegfamfeit, mit ber ffch felbft „ein Driginalgenie bent ffikfentlichen, was bie Ip* '„rifche fpoefie fobert, unterwerfen muff. Unb „bieS äöefentlid)e, behaupte id), h«t >&oraj burch „feine SDfujfet fejfgefegt" *). Ueberhaupt ijf bieS gattje ©tuef im jweiten SÖanbe fo auonehmenb, als baS 26 te beö erjfen. Sch werbe oon 11$ unb Sange furjet fepn fon» nen. De$ erftetn ph tio fo»h ifcf)er Dbengeift ift befannt, unb oon ben Siteratur Sriefen**,) wur= big gepriefen toorben: er ift bet einzige, ber fo oiel SBcibheit mit fo pielem ©chtounge fagen fann.— £3on Sange burfte e$ heißen; bie Gießen werben bi« Seiten fepn; unb nad) meinet SJfepnung hnt et mehr ^>oraj.if(h gefungen, al$ uberfegt. Sie bejfen Dben *) gtorb, 2tuff. 2 . SB. St. i®5. *♦) Äh. 8 . p. 214. 288 gtagmcnte juc beutfcljeti Siteratuc. beS o c a 5 leiben bei it)m , feines gleijieS, ©cnicS, mib einiger glutflicljert Stellen of)ngencl)tet: überall nerfclilte Stellen, neriofjnter D?ad)brucf, unfcl;icftict>e (Jfinfleibung, an Kolorit ttnb ’lUofjlflang nietjt jU benfen: quid faciant liostes capta crudelius ur- be. — jjn feinen eignen Oben l)at er infonbers f)eit in ber '21 n o r b n u n g b e r ® i l b c r, in ber SBafjl ber SSeitnorter, unb gleic!)fam bem 3 ufct)nitt jum 5 SJof)lflangc, ben 4?orajifcl)en Son getroffen. — *) Ob *) IDarf td) t)i*t ®etegenl)eit nehmen, Älo^euS Vinii- cias Horatii aud) benen Ciebtjabern beb ^oraj an; äupwifen, bie fid) nidjt mit bem pat. £arbuin ftreiten mellen. Sie ftnb notl non feinen Jlnm er* Jungen, SBetgleicljungen, (Srflarun. gen, bie man aber mitten unter Sftettungen finbet, 511 benen fid) ber SBerfaffct nidjt hätte herablaffen (ollen, meil bie meiden #arbuinfd)en Jlnfchulbiguiu gen feine Jfntroort Betbienen SBon 5 lnmer£un= gen gefällt mir bie critifdje Sduthmapung, (p. 16.) in rocldier Dtbnung £ora} feine ®ebid)te gcfdjrie» ben: mie meit er gegen bie ©riechen fid) Oiiginal= fd)ä(ie (p. 25*30 ) oon feinem ®ot)t£tange unb fei= ner Äutjntjeit (p. 5i* 58 ) Bon feinem Urtpeit tibet fP tau tue ip. 272 = a7Ü.) unb niete anbre. SSet; gteiep ungen Betfchiebner Sichter noll SBetefenbcit unb ©efdimacf finb häufig, 5. über bas latent b e« .£> 0 r a j jur Sicptfund (p. 18= 25.1 über ben gtug be r 9K uf e (p. 255103.) übet Mtisa potens lyrae (,p. 104. 10G.) über ben, bet feine grope Seele Berfdjroenbenb hingab, ben'Patrioten, 21 cm i- £) ritte Sammlung. 289 £>b tvit SDcutfcfye ÄatulIS finBcn? mögen uic Üiebei' bcr SDeutfcIfett beantroorten: unter alten fiat »idleid)t geling ju feinem dpaupfjuge bie meiffe Ä a t u 11 i f c l) e 3ac{)aviä SServoanb* fungcit, ober IBerroanbl ungen in ben SSrfe mi fcl) en SS eiträg en , unb blöd nach biefem Sitel urteilen. £b SBieianir unfci Sn Fr e 5 fep?. SDicfe §rage ijf älter, als; bie fPeviobe, iiber bie i.cl) fdbreibe. 3 d) nebme aber (Gelegenheit, etwas von bem £«Frejtfeilen £el)r gebiert ju fagen. 2temiliuS 9)auUuS (p. 119—123.1 über bie curas laqmeata circum tecta volantes (p i ?5 —177.) über bie Slanbufifebe Quelle (p. 207—210) unb bann über bie Ä'üffe bec 83 enuS, Supibo unb bie Srajien (p. 125. 249—255.) — Srflatungen unbSrtdttte; tunken beS ^oraj ftnb tjäuftg unb einige neu, infonberbeit aus ben SBerfen bcr SCun ft unb KeiiFmalern beS 3 t 11 er t bu m 6, Berbers aöerFe j, fc|en,Ctt, u.Äunft. II, £ Fragmente. 2go gragniente jur beutfdjen Siteroüm. 2 . SSom Sufi'ejifdjen ©ebicfyt» „3?d& weif nid;t, mab heutige« Sage« ein @crr= „bent fut SScifaU cvfjntten muebe, ber eb magte, „nad; bem 33eifpiele beb Suite 5 , bie 2ef)ten einer „©d;ule mit trodnen Porten »orjutragen, unb etma „f)ie unb bn burd) eine poetifcfye ©teile auf$upu£en ? „©ercijj if! eb, bnf et in Keimen unb in ber ge* „mofmlicben 33cröatt ganj unerträglich fepn mürbe. „ 0 iefe 2 frt beb (Botttagb h«t; menigfienb im £eut= „fchen, eine gemiffe geietlichleit, bie fo mof)i mit „bem 2 lufgemedten beb Sbeaterb, alb mit bem „Sroefnen ber ©cfyule einen feitfatnen ßontraft „macht." *) — geh tveifj nid)t, mie mit biefe ©teile in bie gebet fonimt, eben ba id) SBieiartb unfern Suftej genannt; and) ec l)at bie Seiten einet ©chuie , in 9veimen , in bet geroöi)nlid)en S3etb= a,tt »oegeftagen, jmat mit unter trocten / abet fdjott nufgejlu|t mit poetifchen ©teilen — unb hnt 33ei = fall gefutiben, inbejj offenbar mehr beb [extern als beb erfiern megert. gd) fdjlage alfo jurüd: **) „Unfete ©djrifffleller b^ben ftd> in bet Cdlge= „meinen bettacfytenben SBeltmeibheit ungemein f>er= „norgetfian; aber in bet befonbern aubübenben ©it; „tenleijte mochte bet £)cutfd)e eljct über 9J?angel ju „flagen fjaben — Unfere 2 e h r b i c h te r finb not: „trefflich, roenn fie bie ©»(lerne bet Sßeftmeifcn not* *) Sb. 8. p. ai6. **) Sb- 8, p. i63, ec. 2) r i 11 e Sammlung. 291 „tragen, »enn fte ffcf) in bie tlpofjen bes> Unermefs „lidjen emporfd)»ingcn , wenn fte ben Schöpfer unb „feine SäJerfe beftngen; hingegen ftnfen fte unter baS „fWittelmafiige, fobalb fte fiel) ju ben ©itten bec „SWenfcfyen IjerablafTcn. 4 ))open3 Essay on man „mochte man eitlem Seutfcben »eit efyer jutrauen, „als einem granjofen; aber feine Moral Essays „uerrntfjen eine fo feine Äenntnifs beb menfcfylidjen „.fper,;en3, alb noef) me ein beutfd)er ©cfyriftftellec „gejeigt." — iDiefe beibert ganj sPal)ren 33emerfun= gen machen, bafj id) ben beutfcfycrt iDid)fetn bie pf)i= Jofopf)ifd)e £)id)tungSart beb SuEres, als' ein gifte?» lidjeä unb reijcnbcS gelb anpreife: bodt mit einiger ßinfdjtdnhtng. — Sufrej ift .n meinen Ifugen iiad) bem geuer feiner Silber einer bet erften ® e= niee> unter bett SJtomern. 2Bcnn man bie trotfe» ne fPfjilofopbie fiefjt, mit ber er fdmpfen muffte, bie ©d;»ierig?eiten, mit benen et flritte-■-prop- ter egestatem iinguie ac rerum nouitatern —- unb bie er bod) ftber»anb, bie Strenge, mit ber er feiner ©d)Ule genug tf;ut, unb bie berrlidgcn @e= mäfjlßt unb SCuöfdjmeifungen, bie er einftreuet: fo mufj man erroarten, bafj unfere Sufteje in einet i u r SÖJcftmeiöfjeit anSgebilbeteti © p t a» c f) c, in einer »eit bequemem utlb biegfametn 3Ea= terie, mit einerlei ©enie, um fo rief l;öf)et rot bem 9fdmet jlefjen muffen, je f)bf)cte fSotjüge fte nad) bet (Sulfur if)tet SBerfjeuge fjabett. — SSctracf)= ten »ir bieb, fo bleiben bon allen unfern bcutfd)en Sufrejert*) Pictleidjt mit bref nod), bie biefett *) Sd) foitbre t)i»r gleid) Me m 0 tattfct)ert Cet)t4 X % 292 grogmentc jhc beutfdjen giternfut. 9?amen «erbietten; bic ubtigen tonnen gute 5!ef)t= bid)tcr fepn, allein gufreje finb ftc nicht, wenn giu ftej ju unfter geit gelebt fjdtte. Roller — 5Bittf)of unb ßreuj, brei Sid)ter auf brei uct= fdjiebnen Stufen! — fJiimm -jpalletd ©ebieft auf bie ©wigfeit, unb auf be« Urfptung bed liebe Id, unb jeige mit im gufrej, bu, bet bu fein Anbeter, unb vielle-idjt ein jweitcr ©ree cf bifi, jeige mit im gufrej fo fyofy, wahre unb bringende |)f)irofopf>ifcl?e SEBabrfeiten in fo reelle unb Eurjc SÖifber eingebullt. .£>allerd ©eifi ijl in jween Sichter geteilt, in 9Bitt[;of unb Cteuj. Sener (jat bie nacbbructdoolle Äurje in Senttmentd unb ^Beobachtungen oft bid jum CReibc in "feiner ©e'walt; biefer Ijat ju otel Salent jur fd)Wermütf)igen ÜXiaIe= tet eined ^Seifen, ald baf man ihn unter ben ©. . anetn oergeffen füllte. *) 3’enet weif abjirafte Sbeen in poetifebe Körper ju fleiben; biefer, abfitaften Sbeen poetifebe färben ju geben : jener ift gluctliä) im 2ludbrucf ber mcnfd)(id)en Senfart, fo fern man fie aud einet genauen SBcltwcidbrit fennen fann: biefer in der biebterifeben Abbildung einiger nietapbi= fifcf)en ^ppotbefen. S3eibe wurde ict) wegwerfen, wenn id) jenen b(od ald Siebter nad) bem JCcupern» und biefen ald Süetapbpftfud nad) bem Ämtern allein beurtbeilen mufte. biebter ab, -joageborn, ©Hfcl), UBielanb u, f. ». *) ©ie Siteraturbriefe baben nie an i!)n gebadjt, ob= ßleid) feine ® r h b e r auf ihre 3eit treffen, wie mid) bünft. I bcrSE&at, um ein guter Behrbkhter ju ferm, Wirb Weber ein Stern non ber erften pbilofopbifcben nod) von ber bichtetifdjen ©tojje erfobert. Ser mah*e ©eif! ber 2B e (t w e i I h e i t an ftd) leibet fein bei= nabe SSabt'el, fein fjatbgix'mblidjegi unb unfere pbilofopbi[d)cn SSSijlinge, bie uni Scfyaum bev SBeltweilbeit, mit bem ©i^bfdjamn ber 21epbeti? überbnft, verfaufen, fcfjen jwar, baf ifjre 9>f)iIofo= pbie im Anfänge flebet, unb von. Äinbcrn unb Kac= ren, (bie aber biclmal nid)t b'ie 2Bnbrbe.it rebelt) gelobt wirb — aber Schaum unb ^O^ilofc*pf)ie jetgebt unb ifi nicht mebr! — Snp biefe bal pbilofopbifd>e Sebrgebicbt wählen, ben 9teiF>n jwifdjen ^bilofvphi* unb Sinbilbunglfraft: fie werben vielleicht gut wer= ben! — 21uf ber nnbern ©eite gtebt el fchone ©ei? per, bie ju viel p)biIofopbie an Unrechtem, unb ju wenig poetifcpel ©eine an rechtem £>rt haben: bie uni in gabeln unb Stählungen, in traurigen Sufi? unb erbärmlichen SErauerfpielen mit feid)ter SBelt* weilbeit guälen —auch biefen gebe man bal 2ebr- gebicht vor: benn bie Spopee, bal Srnma, bie Sbe, unb jebe Schichtung fobert Scho* pfunglgeifi im Sanken , unb fann fein beinahe ©cbvnel leiben; aber bal Sebrgebicht leibet noch guerft bie Sicblinglwenbung fo vieler beutfehen S3or? teb hieraus folgern? — Sied, baf ein poetifched ©ebaube von biefer 2 frt ebenfalls auch bad Scnfmal unf* red 33olfd unb unfrer Seit fepn fennte. 3« bem eigentlichen Spefulativen bec SBeltWeiS« JE) e i t ifl ber S(d)tet immer ein grembling; man fage, wad man will, er bleibt ein ©ileabitet, ber ft'ch in biefe platonifche Stepublif einffiehfet, um v£>oljhauer unb SBafferttdger ju fepn. -Dad Sichte* rifche, read ber ßef)rbid)fet, bet Spfteme reimt, bemalten fann , um ben SBeltweifen nid)t gleidj »or ben lopf ju flojjen, finb alte Sd)uh, unb oetfehim* melt SSrot: unb alter ber 9tugen, ben er bem 5 )bilafßpi)fn giebt, iff, bnf er fo »iel von bem pfjU lofophifchen ©eifi ihm raubt, als et ihm bidjteri* fdjett giebt: eigentliche Surget fonnen fte^nie jue fammen werben, 3(6er bie p^ifofopfjifc^en Gfrfah* ungern SRuth mafungen unb ^ppottjefen über bie m e n f c h l i c h c Seele; bie finb aller Stdrfe ber Sichtfunff fähig, unb alter ihrer Sfeije werth- 2 tn ber gdhigf eit tutrb niemanb jweifeln, unb wenn jehn feige itunffrid)ter gitterten unb Einwutfe machten, unb S3oilwerfe bauten, unb Sdjltngen leg* ten: fo fühle id)d bo, bafi alle ihre Süjarnungen •96 grngmcnte $ur beutfcben Siteratur. ju Hein ftnb, um ein ©enie jittern ju madjen : grofjmütbig mürbe eS fte machten, unb fet)c gern eine Ausnahme machen, roenn feine 2(uenaf)me mit Sfieifte rftücf ifi. SBenn ba , roo ber SBeltroeife mvr Pon fern furcbtfam laufeben muff, ber Bieter, als S 3 ote ber ©öfter, als SSertrnufer ber ©ebcinu niffe beS ©eifieS, mit fui)ncm ©d)ritt fortginge, um in baS Jpeilige ju bringen: roaS mürbe er fc^en? Sion feinem 2 fuge gefetjene Singe! SBaS mürbe er beten? fieilige unb gemeif)te SBorte, bie niemanb gehöret! Unb roaS fpred)en? ©eflügelte Sprüche, bie feine guitge uor ihm magte. —' ,ytf> mitl mid) erfrören. SBenn bie Erfahrungen, bie man über unb in ber menfd)licben ©eete angefietlet, ju poetifchen Körpern umgefebaffen mürben: roenn bie SK u t b m a f u n g e n beS Siieltroe ifen oom Sidjter, und) ber ihm Uetliebenen greibeit, ftnnlidjc ©ero ifi beit befämen; roenn bie -pppotbefen ju bid)terifd)en giftionen ftd> umöilbeten : menn jebe grofe pfpdmlogifdx SB abtbeit finnlidjes ücbcn erhielte: fur$, menn bie g a n j e SB e [ t ber menfehlichen ©eele ins Sidjt beS poetifchen ©langes träte, hoffen fte fähig ijt: — meid) ein ©ebicht! — SBenn bet dichter bie ganje u ö b e h= tiung bet m e n f c h 11 c h e n © e e I e, ihre #oben unb Siefen, mit feiner mädftigen .£>anb umfpannte: menn er ju ber ©töjje, bereit eine menfdjlidji ©eele fähig ifi, ftd) erbeben, bie ©tärfe beS ©HfieS umfaffen , unb bie © ü t c b e S So e r 3 e n S , roic einen pierifchen Snell, foffen fönnte, ba feine Sfbeen fo dfjoef), feine 90 Baf>rhe itc n fo ftarf, unb feine ßmpfinbitngen fo bejaubcriib mären, glS bet größte ©eiff, bie ffärffte ©eele, bas bcff'e dritte Sammlung. 297 4)erj: — unb et Ijicju alle 9)?ad)t ber £>id)tfunf} aufbote — wie lebhaft hnt nicht fd)on 2f b b t ge= bad)t, ber bod) blog beobachten, nicht fd)ilbern; bet infonberheit leisten, rttdjt eueren wollte, bet »orjuglich bie © e f c h i c h t e ju feiner ©ehuU fin machte, ba bem Sichtet alleg ä» 35efef)l ftefjt. £)et Sichtet wutbe ba anfangen, wo bet fPhi- lofoph auflwret: et wutbe »on feiner göttlichen ^)b(;e ben ganzen bunfeln ©tunb ber Seele uber= fchauen, aus biefem dlja-lg alle bie Sbeen auftufen, bie in il)tn fdjlummern, aug biefem Scean alle bie ©ebanfenfd)äbe l>eben , bie bet 3oft bet ganzen Sd)b; pfung finb, unb in ihm oerfenft liegen: auf biefem ungeheuren gelbe alle Seidjname mit Sebenggeift be- feelen, fo wie bort Stiefelt aug ber Saat beg Safong eiitffanbcn. fÜJcnn et alle gal)igfeiten beg menfdjlidjen ©cifteg; bie Scfyopfunggfraft feinet (Sinbilbung, bie 3 a ub e tqueilt ju ©rbich- tungen, bie infonberheit in ben jugenblichen 3ei= ten ber DBdt fo reich gewefen, bie Jp'pp-ethefen «on btt @ ottl icf)Seit bet Seele im Schlaf unb S t d u m e n , ben ©nthnfiagmug bet Selben; fdjaften unb bet Diaferci, bie Stdrfe, bie fie anwenbeit muf, um Tfbftraftionen gegen bie ganje finnlicfoe SGSelt, bie auf fie fiurmet, ju »crtljeibigen, ihre Reinheit in 3erglieberung, unb ihre Schnei; ligfeit i'n Sufammenfeljung ber SSegtiffe: ihr Df e 10 c ng e b d u b e, in 2fbfid)t .beg »ergnugenbett unb moraIifd)cn ©efufjlg; bie SDfacht ihrer Stiebe, unb alle Sßitfungen ihrer fieibenfehaften: bie gr ei heit ihrer SScfiimmung, bie fich übet Schmetj unb fPlage unb Sob erhebt — wenn et 2yf3 grngmente juc beutftben Sfitecnfut. alle biefe ©eiten ung gegenwärtig machte, unb nlleg, wag er in ber ©eele flehet, felbj! füllte, unb felb^fc in, unä 5 « witfen müpte; fo nxlre bieg ein @ebid)t, trag alle ©aiten beg menfcblicben dpergeng treffen muffte, ba ©popee unb Sramn nur immer eine ober wenige anrühren fann. Unfere gnnge ©ee[e würbe ihm entgegen arbeiten, wenn wir thcilg feine gange ©ee(e in Aufruhr feben, tfjeilS fein JDbjeFt, eben attei) bie menfci)(id)e ©eele, in aller ihrer SBirFfnm? Feit erblicFten. 3ßenn er fte ung, eingebüllt in bie ©trabten 2fpollg, in bem ©cbmucE ber Sid)tEunf!, non Sftufen umgeben unb pon ©ragten begleitet, alg eine SSraut beg .fpimmelg, eine gweife ©un, um fete ^atfte, entgegen führte; wie 2fbam würben wir auf fte gtteilen, unb ihrer Umarmung entgegen jattebgert : bag ift gleifcb non meinem % I e i f c b ! Sag gange fpmpatbetifcbe ©aitengewebe ttnferer ©mpftnbungen würbe in biefem gutuf nach* fdjnllen: benn nie ruf>rf urtg bag, wo wir nicht um fer 33ilb erblicEen : bieg wäre ber f)ocf>fl:e unb fuljn= fie 2öeg über bie unbetretnen .fjöben ber -üßernunft in bag ©cbt’et bet ffetbenfebaften: eg wäre vielleicht bie grbfjte Söbe beg poetifdjen ©enieg in unferer ©tufe ber Gultur: unb bie origittalffe 2fuggnbe bet menfdbtid)en ©eele. — 2Bie würbe icb mid) freuen, Wenn etwa ein ©enie, inbem eg biefeg fdfe, erwacb= te, ftdb fühlte, feine ©djwingen wiegte, um non ihnen ben ©taub ber ©pfieme abguftbütteln, unb nlgbann feinen Slug gitr ©onne nähme, ©ine neue ©onnenbahn würbe ftdb nlgbann eröffnen; ßnun* Fönige auf feine Flügel fegen, urft ihn rucEroeife gu überhblen; feidbenb ber ffteib ihm naebffteben unb gurücEfalten: »fr aber würben, mit einem gernglafe. 2)ri11e Sammlung,. 299 in bec #anb, iijm nndtfdjatten, unb ifjn betrunbcrn. — ©ollte jemanb fp unglüdlicb fepn , ju benfen, bajj ba$ fProbfh'uf, bie fPfpdjologje in SKeime gu bringen, it)n fo boeb bringt: ber tmirbe aisbann bie gdebcrmauS rocfteUen, bie oon 9}ad)tpbilofopbett, unb ron bin fronen ©elftem bed $£agelid)tS, ben ©perlingen gleid), »erfolgt trieb. 2Sie ttjcjt bat ed 2ffenfibe gebraut, ba er bfo« eine ©eite bermenfcblicbenSeele, bie UBergnügett ber ©inbilbungdfraft, befgng: mit ireteber ©tarfe beftngt $oung blöd einige 9Bfbetfprud)e bed mcnfcb(id)tn ^gserjenS: trie rübrt en Elegien. *) (Sä tffc eine eigne ©adje mit ben (Sfegien. Sftan fanu nicht immev ohne llnoecfd)dmtheit fobern , bajj tad s f)ublifum ftd) foll .Silagen »orroinfeln [affen. — Hub trenn ed uoilenbd Klagen eines SScrliebten finb f — SBic fiat cd immev gefdtienen, bafj bie 2Iufracv6s famf'eit, bie ftcfj bie alten Sid)ter burd) if>ce rer* liebten (Slegicn erroovben haben, mehr butd) nnfte ??ciigia-, alS buvd) betreiben innere övraft bevnorge= bvad)t torrben. SfRan i|l gleichfam nach ben 2 fnef» beten eines fofcf>en Sftanned begierig, unb mill Bott feinen befonbern 2fngelegen()eiten Nachricht ^jaben. Sfiatt betradjtet feine (Slegien als einen {deinen 9 Io= man, barin bie ©eliebte erft fprobe, bann erroeicht, bann eiferfud)tig unb ungetreu toitb; unb bev Un= terfd)icb jtpifdjen biefem Övoman unb ben anbevn SKomanen ift ber, bafj in ben festem bie Urfache bie= fer (Srfolge uoeitlduffig, in ber Berliebten (Slegie aber nur bie Söitfrtngen, bie fie auf bad Gkmuth bed Ber= liebten Sid)terd heroovgebracht haben, erzählet n>er= ben. Sie Äunfi bed Sichterd befieht nun barin, ba|j er biefe Süirfungen ruhrenb unb angenehm be= + ) £>iefe ganje ftbbanbtung, ein fcfjä^bareS Fragment ju einer fPoetif, bie noch ju ben unbekannten 2an = bern gehört, ift aud ben Eiteraturbriefen Sh* i3. p. 69 — 83» S31od bie fleinen Anmerkungen gehören mir. dritte Sammlung. 3oi fdjroibc. llttb hieraus idft ftd) jugletch erfldren, warum bcm geliebten ©egenftanbe eine ©legie am befien gefalle. ©S ijt nemlid) fchffleichelhnft für if>n, 3ßir?ungcn betrieben jtt feben, babon er ganj aU lein bie llrfacbe ift. einbere Sefcr, beren Eigenliebe nid)t fö gut in$ Spiel gebraut trirb, werben vicl= leicht gar barüber aufgebracht, wenigficnS beb ScTcnS überbrüfig, weil bcr*3Jerjtanb bei ber ßrforfebung ber Urfad)e unb ihrer SJcrbinbung mit ben SBirfun» gen gar nichts ju fdjaffen f>nt. *) Sie meiften Siebter fcfjetncn ben 23egriff ber Elegie alljufebr eingefcbrdnf't ju haben. **) tÜian fonnte fte überhaupt erfldren, als bie finnlicb nollfommene SSefcbrcibung unfrer oerr mifebten Gf m p f i n b u n g e n. 3i>a$ ft'e mit an» betn ©ebiebten gemein bat, ift baS finnlicb »Pcllfam» mene: ber ©egenffanb nur, ben fte bearbeitet, utt« *) bllleü biefed badjte icb auch bei ber SJlab. .Rtop= ftoef btntevlaffcnen @ c l) ritten: unb bemotnigeacbtet träumte tdi fte fo angenehm burdb, meil überall bad ©etcanb bed Jtufserorbentlicben unb SmpfinhuttgdDoUcn mid) aufnterifam maebte; id) las fie, nid)t wie ein fsüngling an ber SBraut» fammet ber SBerliebten laufdjt, fonbern wie ein Srember, ber als grettnb in bas £aud eines @!je= paared geführt wirb, bad et aud ^odjadjtung ju feben wünfdjte. S03ie Perfdjieben ift bad ©enfmat, bad ein Ätopftoc? unb ein ©ottfebeb feiner ©aitin aufriebfet. **) ©o wie man auch ben SSegriff bei: Sbe, wie icb glaube, immer äu febt einfd;rün!t. ..•« 53^1 3o 2 gtftgmcnte jut beitffdjen Siterntur. ferfcpfibct fte Ben ben übrigen Wirten. 3>cp habe bn= ji! bie Bermifcbten 6 m pfi nbu rt g eit *) na-- gegeben; unb glaube, fo Biel icp- jept febe, 9icd;t ju I>aben. Sie reinen, ober tintiger, bie merflid) reinen ©mpfinburtgen bet Sufi, geboren, fo tute ipr ©«gentpeil, roenn ft'e bie ©eefc nid)t gattj ubtrninn* rtet, unb ifjr jum 2Cudbru6pnjicpjfen Sormurfe, baf ffe nem(id) unnatürlich toerben , entgangen fepn. 'Aller: bingb ifi eS tuiberfinnig, bei eitlem gropen ©d)nter= . jen ftd) gefdjtBafcig ju jeigert. fffienn biefer bie ©eefc auf einmal an allen Örten gngreift, ntehn ihre Äräfte burd) ben ploplicpen Atiffop niebergeriffen tuerben, unb ber ©djmerj fie alfo gleich ben glutheit be§ älfeeteg überfchtnemmct: fo ftnb alle ihre fd)6neu 2fuötuutjjfe Bon angenehmen Silbern, alle gvücpti iiufclicper Ueberlegungen auf einmal Berbedet. **) *) SSon benen matt in bet gtpapfobie best SerfafferS b.et *pl)it. © unb l)ort nichts als ba» mitte Siaufdjen brr SBebmutb. Qi giebt Seelen, roeidje beffer octmatjrt, unb ghid)= farn mit frifdfen Summen umgeben finb: an tiefe prallen bie Hellen an unb jerfcbclten. Sbiefe Seeicrf brccfyen bei einem gtofen Sd)tnctf nid)t in Klagen, fonbern in 9ied)tfettigungen , in 93ornntrfe, in Sro= (Hingen, in unetroartete Sntfd)lüffc au$, Sin fcldjit Sd)merj jagt fiefy int Sraucrfpiele; er fann aber Sud) in ber Sbe borgeffedt merben. Sßon ber Sm= pfinbung bet Sufi (affen ftd) eben bie 2Cnmerfungcn madtett. Sem clegifdjen Siebter bleiben alfo nur Smpftnbuttgen übrig, bie bureb bie gegenfeitigen fdjen gemilbert ft'nb: Smpftnburtgon, bie in bet Seele naefy unb nad) entfiedert, nid)t im Sturme bet deftigen ?eibenfcf)aft: fonbern roenn ffe bicfelbert ttljitlt, fo tfts bei idt 6ftetS nur ■— etn grüblingdidg, bet burd) ein SBbifdjett ladjt, m&glid), toenn id) eine Öbe nad) bet gewbbnlidjett ffiebeutung »erftebe, fo tfi fie ft^on immer üünfliidje ©pracbe. Ädnn bie Öbe ein poetifeber 2£u«biuct einet tt> a b r e n Smpfinbung f e t) n ? 3a , unb billig folite ft'e tä burdjaud fepn. Sann ber poetifetye JCudbrucf einet roabten Smpfinbung 9taCb<*bmung b e i= fsen? SSeinetmegen ! nett ben poetifdjen 21 u b * btucE bettrifft baö 9tad)ab m enbe allein: bie 6m: pfinbung bleibt bie mabcc, nur ft'e ijt febon fo ge* linbert, b.ap bie Sinbiibungbfraft gteidjfam i(;ren natüttidjen jfudbtutf in einen Jlusbrud bet Äunjt übettrdgt. •1 Jf*Y 3r>4 Segment* jur betttfchen üitetatur. CfS uerffc^t ftd), baß eS bci&et auch auf bie SScr* fchiebcnfjeit bet Seelen felbff anfomme. Die »ertnifchtcn Grmpfinbungen f'onnen ent rot» bet*) au$ bet 23ctrad)tung beS m e n fc l) 1 i c h e lt guftanbeS überhaupt, ober biefer unb jener ©efellfchaft ein.eS befonbetn ©tanbcS, einet einzelnen fPetfon entftcfjen, unb bei bet Icfetcrtt werben bie nerfcf>i ebene n 3uftanbe in 6r»a* gung gejogen, bie bergleichen Ghnpfinbungen notf)= wenbig f>eroot6tingen muffen. Der ©atprcnfdfreibct betrachtet aud) ben guftanb bet 50? tafelten überhaupt, bricht zuweilen in eine bittere Älage aus: aber biefe Älage entwifd)t ihm nur aus Unge* bulb, tpenn er bie Ungereimtheiten fo gehäuft fteht, baß faft alle .pülfsniittel bagegen mangeln. Der eie* gifd)e Dichter hingegen überlaßt fich mehr einer mit= leibigen unb jammernben Gimpftnbung. Das Grlcnb, baS er oot ftdf) fteht, rührt ihn bis gut Äfage, ohne baß er eS unterfucht, wo bie Urfachen baju liegen, unb ba bie ©egenjtdnbe nid)t nahe genug ftnb, um fein SJiitteiben in eine gang unangenehme Crmpfin* bttng ju erhöhen: fo genießt er beS Vergnügens, bas ihm bie SRajjigung beffelben batreid;t. **) 3Benn *) SSon hier fängt, tote id> glaube, bie wahre 3(bhanb> tung an, ba bae ffiovige, wie fern fid> Qslegie oon ben anbern ©ebichtarten pfpchologtfch unb aus bet 9tatur ber »Seele unterfeßeibet, fid) nid)t eben übet aUe (Sintoenbungen erheben mbdjte. **) 55aß ©legten über ben 3 u f t a n b ber SO?enfctjett überhaupt, mb glich (mb — wer wab baS läugnen, bet iDrittc Sammlung. 3i>5 SBenn bi« Scbictfnfe einer befotibetrt ©e = fellfcfjaft bergteidjen ßmpfinbungen erregen fof= ber es gugiebt, bafj eS lelber! ju Biel Hebet gibt, tueldje ble fOtenfdjljeit brüefen anb Stagen erpreffen tonnen — ülber, bap biete .Klagen nidjt to oft iti ©legietl, gerffiepeii, bap eine fo allgemeine unb pt)i= lofopljifciie Gslegie fo ungebrannt ift — rnebet mag bieS fommen? SBenn id) recht ratbe, fo beftimme id) gugteidj biefe Hrt ber ©legten bejfer, ober oiel= mehr, id) fd.ranfe fte ein ! 3uerft: .'«etraditungen übet bas ©lenb bes gangen meufcijtidjen 3utianbeS grangen ju febr in bas ©ebiet beS pb)tiofopt)i= fetjen ©ebiebts, um bloS ©legie gu »erben. ®ai, ©lenb beS gangen menfdlltdjen ©efdjled'tS liegt blos tm Singeln Bor uns: (lagen mir i.ber bic= fe ei nj einen guptapfen : fo ift’o nidjt mehr bie ©legi« über bas allgemeine ©lenb, bie ber »Bevfafs fec uorgeidjnet. Soll biefe leitete tuirfiidj »erben, fo ift’s beinahe unmbglid), ,,gu fingen, ohne bap man unterfudjt, 1 B 0 bie Urfadjen bagu liegen." £>er allgemeine ©egenftanb fanti nidjt anberS in Unfvec ©cete lebenbig »erben , als burdj ein a b= gegogenes SSilb. Zfiefeo fann ftdj uns nicht gang barftellen, bljne bap bie Urfadjen gleidjfam bie eingelnen 3üge Bereinigen — itnb fo wirb ein pf)i= lofopljifdjeS ©ebidjt baratiS, baS giuar in eingeU hen Sbneh elegifd) wirb, (»ie in Bielen @tü= eten untrer pijiiofofitjifdicn £>idjter,) aber nidjt ben #auptton ber (Siegle anneljmcn fann, weil biefet b e ra © e g e n f t a n b e n a c l; frembe ift. Unb ec ift’S auäj gnfeitens nad) ber SESirfung, bie bec ©egenftanb auf uns madjt 3rfj fe£e gum ätorauö -^erbetS SBerfeg, fdjon. Ctt.u, Sunji II. U Fragmente. 3o6 ‘jj-rctginente $ur beutfd)en'Siiteratur. Icn; fo muffen »Die eine befonbetc Oleigung für bic= felbe tjaben : fie betreffen nlsbann enttpeber unfec bab er unfern (Smpfinbungen nabe genug liege, beim fonft fattn bie fpoefie bitberooll unb tieffinnig, aber ganj unb gar nicht elegifd) »erben. 3 d) nehme an, bag et in bem ®efid)tspunftc betrachtet »erbe; bafi er uns intereffirt; ba§ er auf unfer #crj wirft:— »aS »irb gefeijeben ? SSott ©efab [ über bie Un»oll= Eommenbeiten ber D 3 lenfd)beit »irb bet Siebter in .Klagen ausbtedjen , bie eher ein tragifdieS Selbfl, gefprüd;, als Slegie »erben : fo ftnb bie rtibrenben ©elbftgefprücbe Hamlets, bie nid't eigentlid) PoK Ceibenfcbaft, foubern als 3(uSbrüd)e ei- ner büftern Saune 511 betrachten ftnb. 3d) müfite bie ganje britte ©eene: Oh that this too too solid flesh would melt u. f. ». bie bas ©elbftgefprüd), ba ibm ber Seift erfdjienen, Unb »eldjeS mit bem ®en(wort: remember thee, fo launifcb fpielt : ber rtibrenbe .Kampf mit fid), ob er fcpn ober nidjt feijn foll, unb baS barauf folgenbe ©efpract) mit ber Ophelia, feine Unjufrie. benbeit mit fid), bei (Selegenbeit beS gortimbraS, feine nertrauten Unterrebungen mit ^oratio , feine SSetracbtungen über bie £irnfd)äbel am Stabe, für;, feine mifantbtopifeben ©eftnnungen, bie er lebenb unb fterbenb üufert, berlefsen: fie finb über ben Suftanb ber SÄenfcbbeit; fie ftnb nidjt Sas tpre, »enn id) bas ffiefprüd) mit ber Ophelia auSs- nehme: fte finb nid)t fdjlagenbe Sonn er ber Obe: fonbern oon fern her bumpf murmelnbe ©e»itter= »ölten — aber bod) nicht Slcaien. Oentt folcbe .Klagen über bas 3(1 (gemeine müffen boeb bureb S t i £ t e Sammlung. jßatctlanb, ober imfete ©tburtsjlabt, ober bas Sanb uttferer fßorfabren, übet fettjt ein 35oif, für weldjeS einzelne fBorfälle »erartldpt werben, unb ba et-. beben ffe ficb immer ebet ju einem Sone, ber u n-. jufrieben mit f icb > über bet SB e 11, f e£t mit feinem ©eibfl, unb je&t mit bem Sdjicffai ba= bett. Ober Wem baS 33 erb erben, unb bt e ©ünbeaisstutterbes QfienbS erfdieint, (benrt wer fand bie eine fei)en, ohne SBibetwillert än bie anbere &ü benfen): fo wirft ftd) bet flogen: be Bid)ter, bet je|t bie ©eipel beS ©att)t6 t?erad)= tet> auf- biefe gurie mit bem (Stimme ter fd au- menben fPbtbiffe. <£r fttfjr bie (Srbe tingS um ftef) als ein Weites ©tabmal, ehtweibt, non SBerbredjen taucljenb, oon SBrüberblut unb greoet bebeeft, üon einet giftigen idtWarjen dtmofpbate umfloffen , ein grofet ©arten boli Ünfraut, unb giftiger nieiflatu idjten fpiagetbiere, bie unter bemfetben friedten, eine ©inöbe, wo bie ©onne, Wie dpoll unter ben ©tiedjen, mit jebeth feurigen ©trabte einen fpfeit beS sßerbeibens fenbet, wo bas ©efdjtei ber Saftet bie bmubersiebenben SDonnermolfen beruntetsiebt, bap fie treffen — Shei biefem Gienbe wirft bet Siebter feine tbrSncnbe fanftwimmernbe Setter weg, fein #elifon wirb ein Grbai tes gludts: feine .Kla= gen werten fo fcbwere Sieber, Wie bie Saf tenber ptopbdifdjen Sßeipaguttgen im alten SEeflament/ Wie bie .Klagen ftfoungS an »erfdjiebnen Orten, wi ( bie ©trafoben, }• bas Grnbe ber britten £ora= jifdjen t audax omnia perpeti u. f. w,—Surj 1 bi« fluSfid)t über bas allgemeine ©lenb iftent« U 3 -3o8 gragmeittc jur beutfchen Literatur. wir befonbetS eingenommen f ftnb. SSemt alfo ein Ärieg basS Sßateclanb »erwufiet, bie Sßuth ber geinbe eine SJaterjtabt in bie 2£fcbe legt; l'anber, roo bie SRufcn fonft gewohnt l)a6en, burch Sarbatei cntfjet= ligt ft'nb : fo fonnen beegleidjcn Empfmbungen ent= flehen; nur muß bie Beit beit Silbern ihre ntlju= große üebhaftigfeit geraubt haben : bie fchmarjen gor» men muffen nicht mehr fo gebrangt flehen, baß bie Erinnerung nicht jugleid) einige angenehme bajroifchen fiellen f’onnte. Eine ©lütter, bie ihr einjigeS jfinb »ccloren hot, ficht in ben erfien Sagen nichts oot webet ju falt, um Elegien ju meinen; ober fie wirb »on einzelnem Elenbe erzeugt unb unter; hatten, unb bet ©djmcrä muß mat)rbaffig mehr als etegifd) fepn, ber non mir Stagen über baS allgemeine Stenb erpreßt, bet cs mid) als Ungtücf fühlen laßt, baß id) ein Stenfct) unb ber SJiitbütger in einem Shale uoll Shranen bin. Sähet iß biefe Elegie feiten; aber nidß unmöglich wenn id) einen mittlern ©tanbpunft annehme, wo mich nidjt mein Ungtücf über ben allgemeinen Sammer flogen lehrt; nod) aud) meine S8etcad)= tung ßotfeße Ausftdjt iß, unb biefer ©tanbpunft iß — bas Unglücf Anbeter. @o fann bei bet ffläie« ge eines Steugebohrnen, unb an bem ©arge eines Sunggeßorbnen eine Elegie angeßimmt werben, wie ohngefäßr baS EeburtSlieb unb Etablieb unferS Äleift’S iß: fo fann Pot bem Anbltcfe eines #o» fpitals »oll Armer unb Abgelebter, eines ©djladjt; fclbeS »oller Cetdyen unb ©terbenben , eines bajae retheS »oller Äranfen ec. eine Elegie Shtünen wei* nen , bie bie Ehre ber •Sflenfd)(id)feit finb. |Td), als ben erbiajjtcn 2eid)nam, md)td als eine 3«= funft obn£ S£ro(r, ein 'Alter ol)nc_ ©füge, Jpoffnun* gen, bic »ergangen ji'nb, geinbe, bie fid) freuen, unb ift betäubt, ohne Sprache, ohne Stjränen: — fo halb fie fiel) erft mieber erinnert, mie »ie! S2i(5 if)t Äinb fdjon gezeigt ()abe , maS für lebhafte 3fnttoor= ten eS gegeben, mie artig cS fid) fchon in ©efeilfchafs ten bezeiget: fo lofet fiel) bet - ©djnnrj in Sfjvänen auf: bie (Jmpfinbung roirb uevmifdit unb- jur Sie» gie meid) genug. *) 3 1 ' biefer ©attung gehört ber *) S3on ber ©legte über bie ©djicffale einer befon= bern ©efettfetjaft gelten beinahe bie »origen Gtinfrtjrünfitngcn, bnmit fie webet pradjtrolle aber cmpfinbungSlofe COlalereien, nod) AuSrüfe eines pa= triotifdjen GsnthufiaSnuis werben. 23on bem erjien ftc!)t man bei jebem öffentlichen Unglüd einer ©rabt unb eines ßanbeS leibet! nur 51t oft ©puren: fo bap, wenn alte ©ötter ihren 3orn roiber ©tobt unb üanb auSgcleeret, man eS für bie te£te 3otn-- fthale onjufetjen hat, wenn nadjher Apott eienbe Sidjter enuecEt, bie unfer ©djvccfen unb 3Sehmuti) in (Stet ju »enpanbeltr wiffen, ober uns burd) ihre ©chitberungen, jiatt eine etegifebe Shvane ab^ulo: efen, einen fanften ©djtummer jutröpfeln, unb bett bunfelgrauen Sfiantel beS ©djtafs, (wie ©andio 5)anfa fid) auSbtücfr) über unfer Antti§ teife unb tröfllid) »erbreiten, bap mir bie ©ceticn beS Sam = merS nidjt mehr feben. — Auf ber anbern ©eite flehen biebegeifterten Oben über 5ffemtid;e Ätaucrfallc Bon Patrioten gefangen : fie mögen {trafen ober lehren. ©0 hat »ictteidit Ate 5= US gelungen: fo fingt £cras jum rbmifdjen SSotf 3io Srngmenfc jur beutfdjen £iteratur. i37jfe fPfnfm in bem jtirdjenliebe: „11 n 5Baf= „ferfluffen SSabplonS," ben aud) bet 2Cuffe- fjcc nnd) ©ihnen 3 Ue6crff^ung gegeben ffat. Sie Älagelieber Setemia toer'oen ohne mein Ort; innetn t)ief)cc gerechnet roerben, iDie befonbetn ©tdnbe unter ben STOenfcfyett fon= nen nud) ju folctjen (ärmpftnbungen 2fnla{j geben; be= fonberg benjenigen, toeldjen eine 2Crt non Ungered>= tigfeit non ben ©egenfeitigen roieberfdfjtt* * QU Elegie auf bem ©otteSncfer in einem iDorfe, roefdje Sobdlep in üonbon befannt gemacht fjat,*) öl’er bab 33 e r b e r b e n 5R o m S , in ber festen Obe res brüten ffiudje, bie uns #a gebar n über» fe£t, unb infonbertjett in bet prächtigen fiebenten itnb ferijsebnten Gspobe; fo fttib U} Oben an ©eutfcfclanb, bie britte, neunte unb oierjebn» te in ber neuen Ausgabe ber Rlojifdjen ©ebidjte, unb wie mid) buntt, ganje Südjet »on brn @e; biebten mittlerer Sateinifdjct Oidjter. Oie Slegie jlctjt mitten inne, unb bie .Klag liebet 3 er es m i a unb anbete ©tücfe bet fpropljeten finb in bie* fet (Gattung bie bellen Setfpiele, bie id) fenne. *) 3d) glaube, fte in einem Stjeüe ber Srrceites tungen überfe(st gelefen ;u haben; allein roie »reit flätfetn (Sinbruet empfanb idj, ba id) fte in ben Oebslerjifcfjen ©ammtungen an bet ©ei= tc einee greunbeb lab, ber mit mit bie fülle ©tat« fe im lluabtucfe beb Originals empfanb! Siellcidjt werben oiele mit mir münfdjen, bajj ein Sbert ober lOteinbarb aub biefen ©antmlungen einige bet »ortreffiidjflen ©ebidjte und mittljeilte., unter Sritte (Sammlung. 3i 1 ijf hierin ein 9J?eificr|fu»;n bei- SidKtbeit wecbfeiroeife berporbringen, nteißcnS hnju etrodfßt worben. Gjin einfatneS 3int= mer * *) filmt aber and) baju bienen; befonbcvS wenn nod) dufjcte Singe bciju fotnmen, von betten bie Seele etwas leibet. Gfin trüber $ininie(, ein aufs ßeigenbeS ©cjuittcr , tnufdjenbe SBinbe**), jitternbe Sanfter, eine ßeicfje, bie vterubergctrngen wirb, ba$ ©elditte ber Sterbeglocken, eine Srouevmuftf ***).— tt>ürbe feinen ©d)üler oft Sühnen gemadjt fjabert, wenn nidjt iijre (Situation fo tebt)aft uorbereitete- *) 9tur nidjt bie cinfame Stube eines Rotten, bvet) Steppen hod), unter bem offnen iDad), bei jerfdjtag: nen genftetfdjeiben, wo @d;nee unb jCatte burd)= jeudjt, weit hier fo Biel fntprifdje Slcbcnsüge fid) aus ben Sidjtern unb reinigen .Köpfen mit in un= fre Seele iieblen. — SnbejTen f> a t ber SSerfaffet bes IDtumit: b a s @ c m a t) l b e ber £> ü t f= tigfeit ftd) einiger biefer 3«ge glüdlid) pu be= bienen gemufft. **) ®as Älopftocfifcbe ©tütf im norbifeben Jtuffeber iSi). 2 . ©t. gi».), bas feine @mprin= bungen aus einigen nibrenbeti 9taturfccncn nimmt, brangt ftd) immer an ein gefid)lootlcs #cr$, baS auf biefe 9tünnceu M)t bat unb etwas anbcrS fud)t, als fDialcreien ober 9tpn r fenS Bon gciftlidjeti @m= pfinbungen. ***) Sie brittifdien Srattcrfpiele hoben fid) fotdier ütt= jjetn 50tittet ber Währung fei)r bebienet, wie einem jeben baS ®rabunbbcr eeictjenjug im^am-- l et, bie Siebten g l oefe unb 2C u S fü t) ru n g 3 14 - gragmente jut beutfdjen Sitcratur. ,3a, trenn ron begleichen llmfianbcn mehrere auf einmal jufammenfommen : fo bann bie Seele aud) in ber gropeften ©erfammlung in biefen gujianb ber rermifd)ten Gimpftnbungen gefegt merben. 2Han mag ffd) aber buten, alle biefe duporen Sad)en fo fchmarj }tt niadten, bag baburd) eher Schrecfcn, alS fuge 9Jle!and)0lei, in bet - Seele entliehen mürbe. So mürbe ed toiberfinnig fet;n , trenn jmtattb an einem £>rt, mo er ffdj trirflid) ror (Sefpenfiern furdjtet, eine ©legie machen trollte. Die Sd)ilbtrad)e im Hamlet trar getrig nid)t baju aufgelegt. Die Seele mirb aldbann ron einer gan> unangenehmen @mpftn= bung , bem Sdjrecfen, bemeijtert. 2flle biefe 3?egeln leiben einige 2fbdnberungen,*) 5 um ©erteilt tut .Kaufmann tion 8 o n b o n unb berglcidjen beifallen. 3n ben Srauerfpielen bei 3io me foll btefed Jlettfere ben ©langet beä Snttern rübrenbett eiferen. — 3n oiclen ©egenben mirb ber ©tevbenstag beS (SrtöferS bttrd) foldje 3ei= djen egnuurbig gemad)t, unb »ielleidjt iflö folchen frühen ©inbrikfen juäufdjreiben, bafi id) in einer ©tobt unter bem gemeinen SKanne bie l>errfd)enbe ©lepnung gefunben, bajs ron ben feiten ihrer SSä= ter unb UrnSter her, btefer Sag traute, ber #im= met meiltenö roll bunfler 2Botfen fet) , unb in ben ©terbefiunben gegen 2lbcnb eine ©tille ju herrfdjen pflege, bie biefem Sag ben Starnen: f t i l l e r g r e i« tag gegeben. — *) SBarum leiben fte Hbätibctungen ? tretl ber SBer* faffer in ber sparentgefe »on 3cit, Ort unb Um= jtdnbcn fiel) eon bem ©legifd)Elagcnben auf bas JD r i 1 1 e ©nmmlung. 3io tpenn bie «evmifdjten (sfmpftnbungcn nuS ber S3e= tmcbtung u ti f v c 3 eignen .3 u f t n n b e 3* *) entfte= ben. i>Jatiuiid)e3 ober nett ber ©inbilbung gefdjaffe; ne3 UngittcO fgnn «löbann in bet 6'iegie angetroffen ©d)vecE£jaftrü^jvenbc ju weit etngelajfen. <©o feijc bie ©mpfinbungen üon SDittieiben, ©djredren, 3orn ( gureijt u. f. in. in einanber jufemmen fließen: fo muß bodj in bet ©legie bad fanfte @efübi, nidjt aber ©djauber bet betrfdjenbe Son feon. Snbeffen a(d SBorbetcitung unb 9tebenfadjc befrachtet, bilft eind bem anbern, unb id) bin bem äSetfaffer auf feinem Spojiergange unbefümmert nadjgefdjiidjen. *) ®icd ift bie Steftbenj bet ©legie unb alled notige wirb btos babutd) bnd ©ebiet bet ©legie, fo fern ed fid) unfetm ©elbfi naijett, fo fern wir n = tfjeil betau nehmen, gefeit biefc Sejubung auf und fetbft : fo fa;m bie ©legie ein fdjened Exer- citium stili voetben ; aber nie ein gjieirtet (lief- Unb bat man nidjt ©legten genug, bie offenbar in fremben 9tamen finb? — ®u barjft niihr ratben mein Cefet ! fiebe bie feelbenbtiefe an, bie Ouib in ©atig gebtadjt: ein SSidjter , bet in mebr ald einet OTfidjt mit ber ^Joefie gefpielt b«t. Säften achs te biefe -feeroibcu als vufevenbe Situationen: fo finb fte eine bramatifdje Uebung, bie für junge SDidjter nufetiefe fcpn fbnnen ; afecr fe&feer fictlc fie nidjt die unter Uebungen, benn fte borgen frembe ©ituationen unb leuevn im ©nnsen ungefüfjite ©rm pftnbungen, unb jeidjnen ungefebene ©baraftere. Sie tauben aifo bet JMdjtfunit alle ifete SBtitbe, eine SVdmetfcberin utifver felbft ju fetjn , wie fte ed bei ben 2£lten mar . unb perpadjten unfre SEalente 3i6 gragmente jur beutfetjen Siteratur. werben, SfMeiben mit un§ felbfi ober mit einem anbern fann barin IjenTcfjcn. GrS mürbe überflüfig ffpn, alte »erfdjicbenc gälte auS einanber 511 fegen. Sie tierliebten Klagen*) geboren ju biefer Stiftung, in frembe Seiten, UmftSnbe itnb fperfonen. 25a. burd) gewöhnet man ftd) an jene evhinfUlte ©pra= dje ber Seibenfdjaften, bie mit SBorten fpielt, mit erbiditetcn ©entimentd um fid) wirft, unb fid) übt, oon beibeit ©eiten Stufen butcb ein 3labci6t)r ju werfen. SBirb aber fogat biefer föefcijmacf an £e= roiber. ber berrfefenbe @efd)mact' einer Station unb einet Seit: fo »erfüllt man auf unwichtige Situationen, auf fpietenben SBig, unb jeid)= net aut> fernen Seiten nad) bem ©efdjmact feiner Station (5 ba rattere, bie t>on fersen fdjief, unb nad) aller Äunft albern finb. Sollte man bieS nici)t »on ber fegt in g'ranl'reid) gerrfdjenben fflio» be fagen, wo man fd)on ben 2 lbam an bie @»a , unb Äain an SCficgala, unb fpbilomele an fProcrU unb fproevis an' fpbiiomcle u. f. w, l)at, unb nad)= ftens bie (Sonne an ben SJionb , unb ben lieben SRonb an bie liebe ©onne wirb fdjrciben laffen. iDap nicle unter il)nen nid)t fdjotie ©teilen haben/ wer wollte baS leugnen, ber 5 . ©. So rat 6 *Poe= fie fennet; aber bap alle feine Stadiafjmer fdjön, bap biefefi gelb einer £auptbefd)aftigmig roüvbig fei), bap baö (Sebidjte biefer 2lrt ootiuglid) nugbat fei), wer wollte baS behaupten ! *) SBoher finb biefe fo allgemein für ben einigen ®e= genftanb ber ©legte gehalten? Statbe id) recht, fo modjten btei Urfadjen fepn. äuerft bie lieben 211. 35 t 111 c (Sammlung. 3l 7 unb fafi fdjeint cS, bag äuget tiefen unb fern Sc; besfalicn bie fKcipen feinen atibcm ©egenfranb fcer @Iegie fennen *). 3d> teilt mit nocl) biefeS mimerfen. fen, j. @, Diiib, Sitnitl unb (Propetj n ftef) meiftend in biefe Sattung eingefdjränfet, unb itje 33 eifpiel ;bat mei'iienö Sieget abgeben muffen. — gerner bie verliebte ©mpfinbung ift bet ©legte am pafHicbften; bad fülle geltet in ii)t, bad feilen fiutmenbe Ceibenfdjaft wirb, aber befto mebt burd) bie ©liebet fdjleidjt: wie bie ©appbo in ibrera jroeiten &Gf/.x ou§ ©rfabtung finget, unb ,mtid)fcit: bet verliebte Setlufi madjt und nid)t untrbfitid): bet »erliebte 3 orn ift ein fleined SßSölfdjen in bet «Korgcmotbe, bet oetltebtc. ©d)tcden lagt und bic 3unge ju fpre« djen, unb bie fbanb ju fdjteiben frei: bet verliebs te Unwille wirb erneuerte Siebe. ©aber fließt bie* fe bttterfuße ©mpfinbung in jene binfenbe SSevfe and, bic halb fid), t) alb ben anbetn redjtfeitigt, tjaffet, liebet unb ergäbet. ♦) §iet fommen bie ©legten übet Sgiere, ober (eb= lofe Sadjen, bie und lieb gewefen, su (leben: < 5 a= 3i8 graqmente jur tocutfdjen Siferntur. 2(ud) ohne bctd But&un äußerer gttfdlle fnnrt jebet gunoeiten in bic ©emütf)£»erfaffumi, etm« bpi piiicm einfamcn Spci&ietgange gefegt rocrben, bnß et fein ganzes Sieben äufeimmenrecbnet, bas ©ute unb SScfe barin fibetbenfct, unb fid) bencn bnrauS entftefjenbert (Jmpftnbungen überlaßt. COiit einem SBorte, bie Seele muß fid) in bev ©elaffenfjeit beftnben, iro ibt webet bie bittet« Sfjrdne bes üeibeS audgepteffet, notlv bet tiefe Seufjet bet 2fnqfi enttiffen, nod) ba$ töd)elnbe @d)[ud)jen bet SÜeljmutl) abcje,}ttutngen mirb. SD8enn ja bie SEfjranen fließen, fo mögen fte fo milbe fließen , unb wenn Seufzet gehöret tvetben, tu11ö Ciebdjen auf ben Ä o b feines ©per* * lings, unb ® lei ins fterbenbe SKacßtis ' galt, bet fSt a b. Äarfcßin .Klagen fibet ei= nen ßartarienuoget u. f. tu. Sbgieid) bie 3eit jiemtid) »ergangen, ba bie gelben Römers mit ißten jpferben fpreeßen , unb biefe über ben 3lob ihrer fetten, ,,erwartet flehen, mie ein 'Ceidjem ,,ftein fibet beat ©tabe eines »evftorbnen 50tenfd)en ( „bie, ba fte bie Rauptet finfen taffen, unb beiße „Äßtfinen fließen ißnen untet ©cufjetn fibet bie „SBangen jut ©tbe niebet: unb bie fd)6ne 5Dt&h= * „ne finft aus ben Coden betab, unb mäl^t ficb im „©taube:“ 34 fage, ob biefe deit, ba fid) £ßie* te unb fflienfdjen nod) meßr fannten unb uerftanben unb liebten, Jiemtid) »otbei iß: fo bfirfre bod) eine ©teqie auf ein treues unb geliebtes Sßiet oft »erbientcc unb ßerslidjer fepn, ats mandieS ftatt= lidje Stauergebidjt auf einen Soft: id) neßme an, baß jenes unb biefeS nidjt ©atpre ift. dritte Sammlung. 'S 19 jo mögen fte und jum fünften fKitleib jiimmen, unb nid)t jut SSangigfeit quälen. Sie ©ebanfen mm fclbjt muffen ber 2ßurbe bet ©mpfüibungen angemeffen*) fepn. (f'S tritb bnbei ein ©ei|l peraudgefefst, bet fiel) rueber buccl) ben 2$er* luft eines fd)Ied)ten ©uteS bafjin reifjen läfit , noch aud) jebem SJetlufte ft'ifd) tpiberffefjt. golglid) mer* ben bie erhabnen ©ebanfen **) auS bet (Elegie weg» *) Ober Dielmebt bet SSeiobeit bet (Sinpfinbungen. £ieäu gebort bafi er ftd) ganj mit feinem ©egenftanbe befd)äftige, bod) fo, bafi id) ibn nicht mit einem feurigen unoetrcanbten 23;icfe an* febe, wie in bet Obe, fonbern mit einem nciffen tbranenben 2£uge, bas auf feine oetfebiebne ©eilen irret, unb bie genojinen feiten, bie ffiegenwmrt unb bie Jufunft mit matten fudjenben SSiicfen burd) s manbert. — •fJieju gehört Anettens, bafi er ben ©egenftanb nie anberS alb in SSej ietjung auf fiel), betvad)tet: btcS ift infonberbeit bas 3eicben ber wahren Ormpftnbung; bieS tübvt, unb ift ftatt aller beobadjteten Siegeln. **) Söobt fann fid) unter bie reidjen Smpfinbungen bin unb mieber ein ©ebanfe mifdien, in bem eine fiat* £e (Smpfinbung eingebaut liegt, SFtichtä aber ift ber ©legie fo entgegen, als ber gefdiraubte 3Si|, Sine »on Äbränen erfdilaffte ©aite tbnt nid)t beit, unb mad>t feine SSocfetvtUec. ®a man ba6 9ter-- Pengebäube ber (ämpftnbung febr treffenb mit ei* nem ©aitenfpiel »ergteidien fonn: fo merfe id) bie* an, bafi wie eine ©aite bloe mit einer gleidige* fiimmten barmonifd) tonet: fo fobevt baS 5Binu metn bet Cle^ie slei^fam einen Cefet tum glev* 320 g'cagmente jut beutfchctt Literatur. bleiben. 25a bie ©eele ferner in einer 2Crt von C?r= fd)!affung tfl: fo ifi ein gefch.irftet ÜL«ig , bas ßpi= grammatifche, baei aUjuroeit^ergcfucbte in ber @k= gie unnatürlich. hingegen ftnben ünrctlcidjitngen, f'Ieine ©tfcbichten, gabeln barin ihren fplafj. 25:nrt bie (Sinbilbungsfraft ifi bei einem folgen 3u|tanbö ber ©eele fafi allein befchciftiget * *). ©ic fucl)t alfo alle »erge= tfem Sott ber (Seele. SBeil nun ganj gleiche SBilbungcn ber Seele eben fo unmöglich unb feiten finb', als billig gleiche ©egalten bes ©eftchts : — tneldje eigne Sreulfigfeit gehört boju, bas gan^e fPublifum für einen ilbbruc! feiner Seele anjufebcn unb jebem gtemben ben frjmpattjetifchen 3ug sujus trauen,ohne ben unfreÄlagen ihm langweilig, ektbaft, ober lächerlich werben fönncn SSenn man es be= benft: bap tbir äwar Im Scnfen uns einaliber fo jiemiid) äbmid), ater im Ompfinben gewaltig »er= fdjiebcn fmb : fo muß ich bcm SErope jenes 'ilutotS fap recht geben, ber jit fid) fagte: ,,id). bin mein ,,eigner, einjiger unb beger Cefec!" *) 3d) fann hierin bic Gclegie nidjt beffer als mit e i-- nem 3. raume uergteidjen: biefe S?crgleidwng fagt »ielleiit.'t siet Sie gan^e ffiilberreihe, bie oor ihrem Utuge »orbeiftveidjet, ig in einem tjeiligen (Schienet halb oerbullt, ber bas bunfle ©ewanbbet Sraumgefidjte ju fet)n pflegt: fie igan fid) oerbunben, fo wie bie golgen ber nädttlicben ©ebanten, nur baS ffianb ifi nidjt fo regelmäßig unt> fidjibar, als im ®a; djen: baju Eömint, bap in ber (Stegie, fo wie im 3iau= me, ©inbilöungöEraft unb ©egenwart jufammenges mifdjt iDcitte Sammlung. 3ai bergefellfctyaftete SSiiber auf, bic mit ifuet f)etrfcf)eiu bm Grmpftnbung itbereinftimmcn, um entroebet baburd) ju troffen ober nod) mefjr su betrüben. *) ©ie bleibt öfters bei 'einem einzigen ©ebanfen jte= Ifen unb roieberbolt if>tt; ja mact)t unmittelbar bie 3fnt»enbung auf ftef). £ai)er fommt bic 3Bieberf)0= lung einerlei SÜJorte am ßfnbe bed »orf)ergef)enbett ; unb im Anfänge be$ folgenben iöerfeS, roeldje bie ßlegienbicfyter öfters fo glücflicf) anbringen. **) mifdlt wirb: unb bieber gebbrt je|t bie »orige Ginfdjattung mit, wie »iet SBladjt, Beit, Ort unb Umjtänbe in bie Slegie ftd) einbrängen, nidjt blöd ©ebanfen nSbren, fonbern aud) erzeugen, bie ftd) aldbann unter bie anbern binftelien, anfd)lie(jen, unb gletdjfam etegifd) werben. *) @0 wie gebe Ceibenfdjaft ftd) bec ganzen SBelt mits tfjeiten will : fo fud)t aud) bie Setrübntß überall Beugen unb ^Begleiterinnen itjreö ©djmetäed: fie will ftd) nid)t wiberfpiedjen taffen, unb tröffet ftd), wenn man ii)t 3led)t giebt. **) @0 halb biefe Sffiieberljolungen regelmäßig, unb bei biefem Wegetmüßig nod) baju fdjteppenb, eintönig unb leer werben: fo etmüben fie, wie j. G. bie ©tegie S a pf) n i d unb Oopfjne in bec ©ammlung eettn. ©et). — ©0 »erwirft aud) bie (Siegte oft ben fflerioben, heftet ftd) auf ein SBort, bad fie wieberbolt, unb ftd) rcd)t »ord 2Cuge (teilet: hierin ijt fonft SlopitocE febr g!ücE= litt), nur in bem Srauetgefange SDauibd um Sonaten, ben jwei ©ünger feinem ©alomo ftn« gen, unb wie id) glaube, in feiner neuern (Slegie: •fierberd SSßetfe g, fcboii.Sit.ti.Äunft, II. 3£ Fragmente, 322 gragmente jur beutfrfjtn SÜteratur. 2llte ©ebanfen, bie in$ ©totcSfe faden, * *) all« jubduftge £) unb 2fclj unb SBef)! 33en»unfd)imgeti, bic '2(bfd)eu erregen , ju heftige S5etl)curungen feines ©djmerjettS' tobten bie ßlegie. Die crjtern eriuecEen ©eläcl)ter; bie anbent ftnb enttoeber 3ctd)en einer aUjuf)eftiqcn Srauriqfcit, ober eines gdnjlidjett 3)ianr gelS ber ©mpftnbung; bie britten 6ebeuten mel)t SButf) unb Kummer, unb bie Ic&tern finb entweder »erbdcfytig .ober uberflujjig. Die Sraurigfeit mufj fid) burd) bie 8ieifje non ©ebanfen , auf bie bet Did)= ter »erfüllt, an ben £ag legen. SSor allen Dingen mujj ber elegifcfye Dichter bie fleinjfcn Umjfdnbe, **) bie mit . feinem ©egenjianbe »erwanbt getoefen, famm= len unb anfüfjrcn. DtefeS griqt, bajj feine ©inbifs bunggfraft gartj bannt angefüllt fr» , unb nid)t baS gertngfh fjabe »ertöten gtfjen laffett. ÜRo t bfc t) i l b $ ©tdbet finb einige SBerfe&ungeis ju geswungen, einige äBieberbolungen }u lebt, unb mcmdjeS D unb 2td)! ein 2lf;etifeuS, ber b« fagt: t)ier ift &u gitjnen ! *) SBenn jener ©legienfdnger bem, ber nicht mit t'bm weint, ben (Sppreffenfiraud: ins ©cfidjt werfen will: fo muf man fid) »or ibm böten, weil wenn unfre 3tügen fid) tbranenb fdjliefen, unb unfre Sbränen ibm nidjt fugeltunb genug finb, wir nid)t »or einem SButf ficbet fepn modjten. **) SÜtan erinn,ere fid) hier an bas Sieb unter 8 a n« genS ®ebid)ten, ba alles ein 3euge »om SJerlufh wirb, unb jeber Um|fanb baS Silb beS gveunbes iurudbringt. ©ritte «Sammlung. 323 ©er 2fu8bttnJ roitb fo roenig a(8 mbglicf) prdd)« tig fepn burfen. fKeinlid) unb nud) jierlid) — siae squalore, aber oueb auro absque ac gemmis. 3e natütltd)et biefe C?mpftnbung i|f, je weniger ftnb bie SBortc gefuept. 3cp will eine Heine Gfnglifcpe ©fegte perfefcen, bic icp iegenbrno in Sfluftt gefegt gefepen pnbe: es ift bie 2(ntebe eines 2)?dbcpen$ an tfjten ©eliebten: Gentle Youth , o , teil me why Tears are starting from my eye ; Wlien each night from You I part Why the sigh", tliat rends my heart? Gentle Yotith, o, teil me true, Is it theu the same wilh you ? Sie fftfliuctdt, tvelcpc pier perrfdjt, Pat einen gftnj ttngcpufstcn 'Äuebrucf erme.blct; unb gfutflief?! *— SBenrt nur baS efeußcrile auf buben «Seiten »et: mifd)t träte: fo wirb bie 83erfcpiebcnpeit bet ©Jäte* tie ben 2fu86rutf an bie ^panjb geben. Sie verliebten ©legten *) ftnb fut bie tvenigjfctt *) ©ins bet feponften Ätaggebfdjte in biefer tlCrt ift baS ©leimtfebe: SJItcp, o ©orU, roitlft bu paffen eC. UebeigenS gefällt e$ mit, baff bet Äunftridjter bie ©tegie in fein cigenfintiigeS @pU benmaajj einferfert: cs Dann etegifebe Dben in ries teilet ©pibenmaaf, etegifebe ©flogen u. f. to. ge= ben, nut wenn einige bas fßrmlidje etegifebe @pt= benmaap erwählt: fo ijt bet ^Pentameter, bet frei: li fehr hart unb gezwungen »orgefommen. — *) 3Be-nn einigen meine ltnmerfungen langweilig ge= reefen, fo bentc man baran, baf id) «ber bie Glcgie commentivt. — ©legifdje 9toten, bie fi= „nung, nod) baS lebhafte (Solorit eines 3« u enatS „ftnbei. Sieifpiele baoon Eonnen uns in unfern um „sagbaren 3Sod)enfd)riffen nicht mangeln. — Unter „ben granjofen i|t uiedeidjt ber einige £a Srupe= „re, ber ben 2fuSweg eines ®enieS gcfunben [)at. „@r bat feine 3eid)nungcn übertrieben, um ft'e nidjt „Eenntlid) ju machen. 2fber für feine 3?ttgenoffen „waren bod) bie 3uge nicht öerfiedt, unb für uns „haben feine Farben noch nichts non ihrer £cbbaf: „tigfett uerloren. „Sie ^orajifcbe S0?et^bbe hingegen, eine „©atpre ju fcbmbcn! id) roedte tnof)I behaupten, „baf? man mit bem Sa fent ba$u müfjte gebobren „fern. 83icdeid)t ifi biefeS ein ®runb, warum ber „fatprifdje Siebtet auf bem fparnaf aud) feine ©tede „bat. Senn jene non ber erfren 'Art finb, bdudjt „mir, in nichts non bem profaifdien ©ebriftffeder „unterfebieben. ■— Sie» Salent ift nichts anberS, „als bie fftaioctdt, mit weichet bet Siebter an „ft'd) auf eine lebhafte 2frt jeigt, tnaS er an anbern „ladjerlicb gcfunben fjnt, unb es an feinem eignen „fonfi einfachen <5£;atafiter befonberS auSjeicbnet. „Sber auch: er weifet auf etwas, waS Icicberlid) ifi, „aber ebne bafs er eS aiS ein fofcbcS jti Eennen „febeint — unb eben weil eS biefen fonfi fo ftmpeitt „fUiann befrembet: fo werben bie übrigen jeht auf: „merffom, unb entbccfen baS £dd)erlid)e. 9?id)t baf» „ber Siebter gar niemals feine fatptifdje ®eifief mit „ftcb führte: auch ^)oraj, wenn er aufgebrad)t ifi, ,,giebt feinem ineptus Fanmus etwa einmal einen „$ieb, unb lagt ihn Discipulorum inter plorare cätliedras. Griffe ©ammlung. 327 „ffbc'c ed gefdbief>t felfen. Ser fafprifchc Siebter ijt „feinem Semperament nach cupidus pacis', unb „btvs .macht ihn eben $u biefer Sfoioetät gefdfjttft. „Seine jiarfe SeibenfehAft, toefche tobenb ijf, töohnt „in ber©ecte, bie einen naioen ©ebanfen audbr'utfen, „ober eine naiPe Jpanblung Pornehmen fort. Sag on= „taine unb ©eitert haben nur bied fatpcifdjc „Salent, unb id) Perrauthe fogav, bag fte burd) baf= „felbe ju ber ©rjablungbart in ihren gabeln ftnb ge? „brad)t roorben, bie ihnen beliebt hat. gaff allein „ihre ?fudfcbtvcifuttgcn, burch welche ffe Pon ber 2fe? „fopifchen .Surje abwcicben , unb bie unfre einfältige „9bachahmcrheetbe für bloge 2fudfd)mutfungen ber „firrjahlung gehalten hat, ftnb fafprifchc jjftge, bie „bem Sichter entroifd)en, unb eben bedungen fo fehr „gefallen, weil er ftd> fo hiebe unb unerfahren ans „flcllt. @n Sfann, ber fo unfchulbig ift, tote fonnte „ber mir ©djaben thun, toemt er mir auch hie „SBahrheit faget? Crr fagt fte in feiner Unfdiulb. „Sied ift ber ©runb ber mannigfaltigen ©rbidjtun 1 „gen, in tvelche ein gute« ©enie feine ©atpren ein: „fleibet. <5d muf ftef) «Situationen erftnben, in tuet: „d)en ed biefe 9lai»etat am helfen jeigen fann.- „Sie Mores Eruditorum unb Genius se- „culi *) jeigen auch biefe fWannigfaltigfeit in Cfrftn? „bungett, ben feinen ©pott, ber aud ber Unfdjulb „bed Serjend ju fommen fdheint; aber auch eine „2(rt «otv ßinfehranfung auf eine getviffe ©aftung „pon ©elehcten. — ^nbeffen giebt ihnen bad Satei? *) Cxt. SBr. 5 £h. p. 197. ) 328 Fragmente jur beutfdfen fiterafur. „nifefje Äteib fine fJZeuigfeit, in ber ftc fid> unb „jum SBergnügen barjletlen. 2Bab mag wolft bic „Ucfadje baoon fci)n? £iegt eb an bem ©ebrangten „ber Sateinifdjen SSenbungen, an ben 2fubbrüe SUatttjeitung bet - ©ebanfeti „unferb SSerfafferö in ber Sprache bet fRorner tjaben? „@tn Sdjtiftfieller, bet biefeb ungezwungen erteilt, „tagt unb gteicfyfam einen Seitgenoffen beb 2 ul lind ,,f)6ren , bet ftdj übet unfre Sitten in feinet Spra= „dje aubb'tftcEt. " Sd; untetfdjteibe im ©anjen bab fSifb, bab man oon 5u»en a(, £ orrt S unb unferni Ä( o |j mat)tt: otjne abec and) bie fftaiöetat beb £oraj butd) fragen affeftiren jti motten, mug id) bod) folgenbtb fragrceife baju fegen, weit idtj mit fetbft nid)t ant= Worten will: Sollte bab Sdcfjertidje ber atten Äomobie, mit bem Cdd)etlid)en beb Suoenalb einerlei fepn ? 3d) mepne nid)t bab S5clad)enbwettt)e, wab beibc fdjitbern, benn ba »erjtcfjt eb fid) «on felbff, bag bieb mit ben Sitten unb feiten fief) gan* oer- aitbett f)fl£>en mug: fonbent nur bab £gd)er(id)c, wie beibe eb fd)i(bern? 3'd) will nid)t an ben Un= terfdiieb benE'en, ben fd)on bie te^renbe Satpre, unb ein pobetga ft eb Drama fobert: fdnbern td) rebe non bem ctyarafteriftifcfyen 5£one beiber, um ©ritte Sammlung. 329 «bbdngig tton bet äußern Gfinfleibung, bloj an fidt> gegen einanber gefe&t. Sollte 3uoenoI Sitten bergeffalt in feine Satpre bringen , baf b!o$ bie tarnen rerdnbert ftnb •' fo baf nur ?(ufmerffamüeit auf bag mcnfd)lid)e Sieben, ein Cfifer, ber »om Jperjen »reg fpridjt, unb 85 e «r tbeilungSfraft, ba§ Süicbtigjtc unb SJierfrourbigfte ju fd)i(bern, bie Talente jur n a I f c b c n Satpre wären ? SBäre 3tt»cnals dfarafter, baf er Darren unb 83ofen'ici)ter fenntlicb fcijitbert; unb er würbe nicht bei biefem Äenntlicben ein ^afguiltant ? Sollte er oon ben fcblecften ßfarafterfcbmierem unferet SBocfyenbldtter blöd burd) ©enauigfcit unb Kolorit unterfdjieben fepn? Gfine Satpre, bie baö Ä e n n 11 i c b e, bad Pitnaue ju ihrem 4?auptjuge fjat, Perbient bie ben Siang , ben bod) üjuöenal mit 9iecbt fobevt? „Die .£>cfrasifd)e Sftetbobe in ber Satpre — mit „bem Talente muf man gebobren fepn!" SDtuf betm fcaS3«l>cna£fcf)e Talent ntdjt angebofren fepn ?— ©obalb man bad finbifebe 83orurtbeil ablegt, bie (Stinfleibung fep bad SSornebmfte in ber Satpre, fo fommt 3 wv e n a l an ©enie jur Satpre immer über -£>oraj. „Suoenal ift ein profaifd)er Scbriftffcllcr, „unb efjoraj bat feine Stelle auf bem fParnaf , „weil er mit bem Talente jur Satpre gebobren mors „ben. " ©urfte icb «id)t biugegen fagen : efjoraj ift in feinen Satpren ein profaifcfjec Sd)riftftcUer, vocit er Porjuglid) ald ©id)t»r jur Sbc gebobren ift. 3« 2 penal ift nad) feiner .Kühnheit, feinem geuet/ 33o gragmente jur beutfdjon Sitcratut. feinem Csolorit, unb felbjt feinem ©ijl&cnmofje nach, ungleich mehr Siebter. *) SBiIre 2n Sörunere unter alten gron^o* f e n b e r einzige, ber ben #u3nxg eines ©cnieS gefunben , in ber Zeichnung bet Gfjaraftcre ? Unter alten gran$ofen, bie in ber 3eid)nu:tg fc f g gacf>crti= etjen auf fo riet CdjriftftcUer ftolj fefm^fonnen, uon benen jeber eine eigne 2frt ber geidjnung bat — bie nietteidjt hierin, unb hierin allein, .Originale por ben Elften unb fWeumt finb e — Unb hier märe 2 « SÖrupere baS einjige ©enie ? Unb baS einen 2tuS= weg eben non ber ^yuüenatfct)cir 3eirf)rtung€art gefunben glitte, mit bem er bod) gemifi am wenig* jteft gemein l;at ? — Oer Äopf tt)ut mit bei biefen fragen naef)! S&aS mufj ein granjofe benfen, wenn er bieS liefet ? *) Senn ,,feine ftarfe Reibenfdjaft wobnt in ber Seele, „bie einen naioen ©ebanfen, ausbrüefen foll, " beipt es auf ber fotgenben Seite, unb 3 .t). r8. P xig. beipt es gar: „^otaj mup ben SXippanb, fleine Sborbeiten mit bem ©djwunge beS #erame= terS ju beladjen, felbft empfunben haben, weil er, bet es fo wobl »erftanb, einen redjt woblflingen* ben #erameter 511 madjen, ibn gerabe in feinen ©atzten fo nacbläpig bearbeitet, bap man glauben folltc, et habe es mit Sßotfab getban, um ipn babutd) feinem 3nbalt mebt ju näbern, unb ibn mit bem Sone feinet fOtatetie übereinftimmiger 51t madjen." — Siefet Son ift naioe fprofe, unb eben wegen biefet naioen tprofe foll £oraj ei» grbpetet Sidjter fepn, als anbere, bie fern t i get fdjilbern? — Srttte ©ammttuig. 33 1 Sörfte nicht bie 2Tnmerfung über Sa gontai= ne unbtSetlert wichtig fepn ? SBet jroeifelt batan, baß ißre Sfttöfdfjmeifungcn fatprifd) ffnb? Unb folgt biemuß, baß ftc in einer 2fefopifcben'gäbet etwa? meßt a(S 2f u ß f c b m u c f u n g e n ffnb , „bafftr fie bie e i nf d l ti ge fWacbabmerbeetbe gehalten t)at?" >fjat ben Sa gontaine feine luftige ©cbmaß: fjaftigfeit für etroaß anberß außgfgeben, atß für 2fußfcbmucfung? ga bloß fut eine fieinc ©djabtoßßaftung gegen bie Äutje beß fPbabtuß? Unb bann? Surfte Äloh, menigfienß in eini= gen fpltern ©cßriften unb ©treitigfeiten, »ottig frei »om Bome beß SunenalS, bet $otojifd)en Saune immer getreu bleiben, bte if)m freilich eigner laßt. 3d) fage bieß nidjt, um ifjn ju tabetn: benn frei: Iicf>, ju unfrei-gfit, muß man oft fagen, nid)t bloß auß SiiDcnai, fonbern auch mit feinem eifernben Sone: difficile est, satyram non scribere!- Unb in ben meiffen ©tutfeit geben mir bet Älogt: feijen greimutbigfeit unfer geßeimeß unb fjcr^Iidje? Plaudite. (5in 3)?ann, wie er, ber baß SDfatf ber Sateinifdjen Senfart unb ©pracbe, infonbertjeit ber ^orajifeben Saune, tn ftd) g^fogen, ber burd) feine 3fbf)anbfungen unb ©ebidjte, burdß 2fußgaben unb 85eurtf)eilungen bie in Seutfdjfanb fo feftnen Satei: nifdjen SJfufeii befannter unb nußen'ber ju maefjen fud)t: fein Sftame befebtieße btefc gragmente von Sa= tefnifeben Siebtem. 33u Fragmente jut bcutfchen Siffreitur. 5. ..fjaben wiv .©eutfdje Giceroncn ? *) „Grjf muffen mir 23 e r e b f a m f c i t itnb 5Bo h U „tcben()eit unterfcheiben, tinb mit bcm Gicero „bei bcc erftetn biejenige, metdje in bot geibfdjtacht „gegen bio blojicn ©dauertet anrueft, quae in acie „versatur et ferro, oon bet nbfonborn, bio mit „auf bot UebungSbnhn fid) jeiget. Sie erfte man; „gelt and, anb mir femnen feinen SJfebnet fabelt, „ben mit mit Gicero ober S em o ft he nes mef= „fen fbnntcn. „SEir haben ft ine potitifche 23erebfnm= „feit; nid)t einen Schotten bnoon, unb föitnen fte „auch nicht haben, mcit unfetc ©taabSoerfaffungett „qtft nicht bnjti eingerichtet finb. SBo ijf bnS23o(f? „ito finb bie »erfammfeten $)roöin$en? 2 Bo finb bie „anqeftagten gribherren unb gurften? SiSo iff of= „fenttidje 23erathfd)(agung über Ärieg unb grieben? „3m unfern 23erfaffunqen bejablt baS 33oif feine „Abgaben, unb rcitb über ben ©ebrauef) bcrfelbm „nid)t gefragt; bie Vornehmen merben nid)t ange= „fingt unb »ertheibigt, fonbern falten in Ungnnbe; „unb im Kabinette gefchieht ber SJuSfpruch: eS folt „Ärieg feyn, meil mir eS motten, unb griebe, metf „mir nid)t mehr fonnen — unb ber Unterthon h^t „es. 9?un fommt ju .Raufen, ihr Semofthe = ') £>ie$ ganje Fragment ift aus ben Citeraturbriefen, Äi). r3. p, 106 , Sritte Sammlung. 333 „nen unb Giceronen! Sid)t wahr, alles iff euch / ,fcembc; — verlaßt ben deinen Siarft, unb lernet „ — troefene ^roceffe. „3c!) tf)«c trocl) einen Schritt: bie grofje SSerebs „famfeit fann nirgenbs, als in ber g e r i c!) 1 1 u „cf)en 2Cct ju reben angcbvad)t werben. SaS Fo- „rura ijf bas einjige 3feibl)auS für fie, unb jeher „anbere SJobcn ju Fatt. 9Bir wollen fefjen, was bie „gerichtliche 2frt für Sfortheilc habe; ob biefe S5ar= „theiie bie grofje Sercbfamfeit $uwege bringen, unb „ob bie anbern Wirten eben biefe föortheile »crfd)affen. „Sie Sinterten bei ber gerichtlichen 2frt finb ,immer neu; immer h o cl; ft w ic h t ig, felbff nach „ber Siemmng ber guborer. Sie 3 C * ( jwifebett „ber Ucbcrlcgung unb bem ©rfolg ifi für j. Sa= „burd; brangen fid) bie ©egenffdnbe naher hinju, „unb werben folglich großer, finnlicher unb lebljaf= „ter. Sie ©runbe, beten fie fiel) bebient, ft'nb ganj „auS bem Sveidje ber SHahrfdjeinlichfeit. ©in un= „enblicher SSorttjeil! Senn aller babei üben: alle feine ßrrftnbung. „ferner , weil bas 3öal)tfd)einlid)c feine $ülfe oon „allen fleinen Umffanben jufammen fud)t: fo berei= „ten eben biefe Umftdnbe, folglich fd)on bie S3emeiö= „grunbe, bie 2eifcenfd)aften ju. Senn biefe Um* „ßdnbe liegen in ben (Seelen ber ^uhdrer, fo ju „fagen, neben anbern «erroanbten, bie bem gunbec „ju oergleidjen finb. Ser Siebnet barf fie gleid)= „fam nur rühren, bamit Suft hineinfomme, unb „alles fangt an ju glühen. földfet er »ollenbs an: „fo ijt alles eine Slamme. 334 gtagmente jut beutfcften Sitetatur. „SBenn Cicero einen Clobiug oerbdefttig „mad)t: fo geftt er fein ganjeg voriges £eben bureft. „ s 2öie niete $anbtungen muffen barin nid)t gewefen „fepn, wobureft biefem ober jenem non ben 3tiftdretn „Unrecht gefefteften! Siefe ©tinnerung giebt in bet „@eete btefeS üBanneg bem SServeife bog Siebncrg „fd) 0 *t ein gtdpeteg ©etvidjt. ©inen 2f r i ft i b e S „fetbfi mürbe eg leidjt gemefert fepn, atguflagen, „weit bie 33eweife feinet »orgeblidften ©d)ulb in ben „fjeräcn ber SJieiffen fd)on nom Sieibe vergiftet tagen. „Babel; fam eg aueft, bap bie meiften gtopen SJidn» „net ft'cft oot ben Ttnflagen fo feftr furd)ten mupteti. „©rünbe hingegen, meld)e auf bie ©ewip fteit giften, „haben biefe äfortfteile nid)t. „©nblicft bie £ ei be nfeft a f t en. 2tlle famt „bet gerid)ttid)e Siebnet im ftdcftjton ©rabe erregen. ,,©r ermeieftt nieftt Mog jum Sftiitleib, er röftrt big „jurn ©cftlucftjen. ©t bringt ben 3orn nieftt nur „jum Äocften, er tdpt iftn aueft jur SOButft augbte= „eften. Ber 3uftorer wirb nem ©eftreefen nieftt nur „blap: et lauft in ber 2Cngft wie ein Unfmmget „ftcrum; futj, er mad)t nieftt, bap ber 3uftorcr an= „fangt ju überlegen, fonbern bap er fid) auf ber ,,©teile entfefttiept. 3n biefem 3eitpunfte jteftt et „not bet beweglichen ÜSienge faft wie ein ©ott ba, „bet bie ^etjen berfelben gteict) ben SSaffetbdcften „in $anbeit ftat. „Siun wollen wir bie übrigen Siebearten bage= „gen ftatten. SBie bie SJienfcften fteut ju Sage non u Jq o m e r g gelben an ©tdrfe »etfeftieben finb : fo „fteften aueft bie bei ung ftblicften Siebearten »on ber „alten gerieftttieften 2frt ab. SSei ben p a n e g 9 r i= „feften unb afabemifeften Sieben erftel(et e 8 dritte ©aromtung. 335 „neu. fetb)l SSaS ft'nb bic Ir(5tctn? efb&anbtungcn „abfiratter ©dbc. ©ie binnen fct;on m-getragen „mevben: aber mtiS ift tiefer ©cbmucf gegen bie ,,Stiftung auf bnS ©ch inci) tf e 1b ? Ser -pa= y ; n e.gprif ufi f £> taf bie Seiten noch fo l)=ibcn= „reich fetjn: ec iji feiten anjurathen. .fnrtbm 8?io,; „graphen; Aber t>od)ficns einen ^)(inegv)rijtfH. 83 o f „fuet unter ben feuern .iji mehl ba - r.röjjte 8J?u= „jier hierin, (benn gl e fester ift meijicnS nur „mohtrebenb) Aber einmal f)At er nid)f viel Sebreben „gefchrieben; unb bann mirb fie and) niemanb mit „beit graten Sieben ber 2flten Dergleichen. SSent» „biefe tobten: fo «Ar baS Sob niemals ihre .gmupts „abficht, fonbern nur ein SSiittet ju berfelben: ben „fPiiniuS Ausgenommen. (JinigeS üföitlcib unb „S3emunberung ftnb bie' einzigen Siulmtngenbie „mir bnbei fufjfert finnen; unb elje uns ber 9?cbner „baju bringt, mup er bei einet einzigen Siebe fr.ft „alte feine ©chdhe Dcrfdjmenben. „Sinn bleiben noch uttfre ÄAnjetrebeit fibrig. ( ,;Ohne mict) burd) bie grage ju fd)ü§en: ob eS nicht „Diel bejftt rcate, Auf ber ÄAnjel 5p o mi t i e n utS „Sieben ju machen? —- fei) eS einmal angenommen, „bafj mir alte S3erebfnmfeit babei anroenben feiten, „bie in unfetm SSermbgen iji. 3d) taugne e», bafj „mir biefetbe ju bem ©rate bet gerichtlichen erheben „binnen. 11 ) — Siatetie, Scmcife unb 2ffs *) Unb id) lattgne, bafi fie fid) mit ber geriddtidjen vergleichen laffe, ba6 fie habet gar nichts mibre, menn fte ihr aud) in altem folgenben ttadjjiänbe s. eine midjtige SOtaterie. 335 gtfljjmentf i uv beutfchen Miteratut. „feften bermeigern b.em Slebner ihre Jhülfe, bi® , ; bc.f)iri ju ftcigcn. Sie Sinterten beS Ämijef= „rebnerS ritzten tvof>I feiten burch il;re fJtatigfeit, *) „wctvgfierrS biejenigen geroijj nicht, bie eine chriffftche „(Jrjiehung genoffen. 3 U ben feiten ber 2fpofW „unb bet SSoIfent , bie erfi befehrt roerben follen, ■ „ilt bieä freilich ganj anberS; baf)er Idjjt ft cf) auch „ntenfd)Iicf)cc SSfcife bie Stenge ber ffiefebrtcn in „einem Sage begreifen. 2(llein, rcie fann unter un$ „ber Äanjelrebner feine SDüaterien neu machen ? **) „@'S bleibt if)in a(fo nur baS fjnte reffe berfelben „übrig; unb bieS werbe ich bocf> nicht iditgiten? 9 tan. „Dhne bajj man mir eS jubeflamirt, begreife ich „wohl, bap bie ©ntfeheibung Ü6et unfer SBoff ober „Sfettb auf eine Giwigfeit nichtiger fep, als bie (tat* „fcheibuttg über Ärieg unb grieben auf etliche Sahre. „3jt ft'e eS abeb auch nach ber SÄepnung aller „3 u h o r e r, unb jwat in bem ©rabe ber ?ebhaf= „tigfeit, ***) welcher allein ben SBiUen bewegen fann? Ser *) 9 tie burd) eine jttm borauS anlocfenbe 9 lemgfeit; aber ihre 2£rt ift aud) eben bie entgegengefehfe: fo oiel ^ineinätilegen, bap bie SJtaterie neu werben mup. **) Sei) fbnnte es bem Sßerfaffec mit einem iffiorte fagen, wenn ber Homilet nid)t über SIBorte, fonbern über baS menfdjticbe beben fpridjt 5 allein bieS eine SBort fobert jur Srftärung oiel anbre. * +l ') Ser geiptidje SRebnet hat es fetten jum 3 wecf, aus genblicftiche Spaten, 3eitentrd)tüffe ju enoeefen, mo er eS su feiner wirflichen Äbjtdjt hat, farm er* and) erregen, Ser Sfvcbncr fann eS Pieileicbt baljinbtingen, nbe.c er „mug ti erft tljun , tvenn e$ für ben gecidjtrictjen „Sprecher fdjon getban ift. *) — Sefto fcblimmet ,,fur folcbe 5Ö?citfitibec! — 3 l wjtanben , unb biefe ,,5Beltfinbet ftnb ber grogte &beil bet Buborer. Sie „meijien Seelen entfcglicgen **) fiel) nid)t el)er, bis „aller 3">ifd)enraum bet Beit von bem ©ntfcgluffe „bis juc Söirftmg cileidjfam vecnidjtet ifl. Siefe „Stvtqbeit bat fogar bem berebten Vlpoftel einen $£ria „umpb entriffen. gelip unb Stufilla entbeefa „ten, bag fie itocb roabrfcbetnltcber SSeife Seit batten „neue 23ctfa§e ju faffen , unb fegieften ben Dfebnet „von ftd). Sieb liegt in bet Statut bet Sache felbjl „unb feine blo» nienfd)iicbe Äraft fann eb bei bem „unbenfenben Raufen Überwegen. ,,©leid)e Unbequem!id)feit entflogt für bie Äan® „jel aub ben Söetveifen. Sie 3lubfprüd)e bet beil. „Schrift, fo halb eb flat tfl, tvotauf fie geben, febneia „ben alle (Srftnbungbfunjf ab. ©ott bat eb befohlen: „l)ter ift bet ganje Seiveib ***). Stur feiten jeigt *) ®ben hier trennt ftd; bet politifdje vom geififidjen Stebner : biefec fängt an, mo jener auftjint: feiner ecveid>et feinen 3roecf, menn fie bette einen ftBeg nebmen. **) Smmer e n t f c b l i e 6 en ! 3n einen SaUmel von ®ntfd)(üjfert tg ber jJuti&rer chblid) iiod) ju gütjen; wenn bas bcs $omiieten 2lint märe; aber vom® nt; fcglu g jut Sl)at! bie Ätuft übcrfpvingt ber Äunftviduev, u'rtb fie ift bie fdjnbiidifte. ***) IDiefe Sporte ftnb ber fdibn.en Jibbanblung gani unb gar umVürbig: ift bae prebigen, menn man leine SOlateric mit einer f£ettc 6iblifd)cr ©prud)» ftellen ttmflidjt, unb fie fo aujftiljvt? .pter oerfennt ber Sßerfajfec bie magre Statur ber gciftlidjen SSe* rebfamteit, unb ber menfdjifdjen (Seele. Berbers SESerfe 5, fegen, Cit, u. Äunft. II, fl) Fragmente. 338 gragmentc jur beutfchen Citeratur. „ft'ch eine Schwierigfeit in ber 2fnwen bring auf einen „befonbern galt. Da3 freiere gelb für ben Äan$el= „rebner »erfchafft ber Contrafl bet £anb(ungen mit „bet Ueber^eugung oon ben ©efefjen; unb jrt biefem „gelbe öffnet il)m baS ©efch ebene bie Sdjtanfen. „Daher fjnb unfte beffen geifilidjen Sieben übet bet* „gieren SJlaterien gefchrieben. 33 o u r b a lo u e, 9)1 a f* „fillon, SD?o8f)c tm — man wable bie 6effen „ihrer Sieben, unb man wirb mir Siecht geben, „2ßie ftef)t ed nun mit ben heiligen 2fffeften ? „Sie werben freilich eben fo erregt, wie bie übrigen, „aber nicht eben fo leicht, nicht eben fo jlarf*) „greube, Sraurigfeit, Siebe, ^af, 33 e = „wunbrung fann ber Äanjelrebner erregen, aber „nur in einem gemiffen ©rabe. 3a, bie crjlen wer* „ben vielmehr oermifchte ßmpfinbungen, „unb bie leitete »erliert fiel) in ftille 2(n beding. „Steigt er über jen.cn ©rab: fo entgehen ihm bie „Seelen ganj aud ben £dnben, überlaffcn fid) ihren „ruhigen Cmpfinbungen, unb ber übrige SEheil feiner „Siebe ifi oerloren. 3«/ je üfter einerlei S3ilb oorge* „bradjt wirb: beflo fd)werer fallt ed, bie ihm jufa» „genbe 8eibenfd)aft ju etweefen. SBie weit fann ed „alfo ber geiftlidje Slebner bringen ? D wahrhaftig! „Cicero fonnte wohl öielleicht bet bejle Äanjeltebncr „unter und fepn; aber ein Cicero würbe et nicht „fepn. 3a, wenn Cicero unter und wäre ctjogen „worben: fjunbert gegen cind, nach feiner berrfcljenbcn *) SBenn bet polittfdje SRebtiet: fein 2(fteur an IKüb* tung feon fann, fo m ti fi es ber geifliidje nod) we* niger fepn, wenn er nidjt alle 3weefe »erfeblen will t —■ iDod) aUed tiefes würbe theologifdji ©ritte Sammlung. 33 9 „Steigung ber Gitetfeit mürbe er ©ebidjte herauggts „geben haben, unb ganj genug fdglechte ©ebichte. „2lber bte Stjeile in ben Sieben bet 20ten finb einets „(ei mit ben unftigen getPefen, unb auf einerlei 2(rt ge= „macijt srotben? 2Bag fann bag Reffen ? Gg fomrnt „auf ben ©cbrauch biefet Steile an. (Sin Raufen „mad)t feine Ärieggübungen fo irie ein ganjeg gpeer. „(Sr rücft fort, er (enft fiel), er halt jufammen, je= „ber ©olbat hanbelt. Söirb begnügen ein ©tabt* „hauptmann in einer 9ieich»flnbt, ber feine (Bürger* „fompagnien mujiern fann, gelbherr fepn? 2}iel= „(eicht big auf bie pro Äleinigfciten , bag ber gc(b= „hert ein gangeg £eet in (Bewegung fegt, unb gegen „einen geinb in (Bewegung fegt — Unfern Siebnertt „fehlt bie SJiatetie, ein foM^es ©an^eg gu machen ; „unb ber geinb, bert ft'e übetminbett nuiffen. ©ieg „tfi bet Unterfchieb pnifchett ber acies uni) ber pa* ,,laestra beg G i c c ro." 6 . Sollen ttnt (Siceroncn aufbtn itanjeln fyaben? Sch fuche bie big()cr Potgegeicfmete Sfugft'cht ber Siteraturbriefe etroag weiter jii rctfolgert. — SEBenn h)ir auf un|ern Siathhdafetn feine Gicet'önen mehr haben, ba jefjt bag Urtheil einet triftigen ©acf)e nicht mehr 00 m (Golf, unb ron bem 3uflatfchen fcU net £dnbe, nicht mehr pon ben Sicbnerftguren eineg 2(boofatcn, nicht mehr Pon einet giücflichct» (Giertet: S a 340 gragmente jur beutfdjen Eiteratur. ffunbe ober einem muntern ©infatl abtjängt: fonbern non 9iid)tern, bei benen @efe(se, fProjepformett, 9ied)tö= gange, ober fjödjfienb ©djmeidjeletjen, bie bie #anb, unb nidjt bab Dtjr fifcetn, itjr Uitf>eil be|iimmen: fo ifi bie SSerebfamfeit, rote eb fdjeint, in bie Sem* pel geflogen, unb auf ben Äattäetn fietjen nodj uiele (Siceronen. Csiceronen fonnenfte nid)t fetjn, unb barf id) baju fefcen; fie fölten eb audj nidjt feijn: benn ffe ftnbö am unredjten .Orte. guerfi: ba bab 33 0 1 f, bem ffe reben, nie bab romifdje 33otf ift, nie jene Guiriten oon flolgem Sfjc unb feiner©mpffnbung, nie jene' oerfammteten durien unb denturien, ber 2iubfdjuf non ben ©efdjtedjtern 9iomb, fonbern nach ber üJtenge ju redjnen, eine fßerfammtung »on g e fu nbem-gute n SSerfianbe iji, fo wie i(jn bie 9?atur gibt, eine mittlere ©rjiefjung bitbet, unb ben bab gemeine ßeben befdjaftigt: fo mup audj ber innere ©eifi beb SSortragb ffdj nie über biefe ©ptjare ertjeben. db iji eine fetjr atte ©djmierigfeit, bap bie gufjorer bei feiner fßerfammtung geteilter unb nerfdjiebnet an ©efcfjmacf unb dultut mären, alb bie fßerfammtung beb Äanjetrebnerb, unb be* nieten, inf-onberfjeit jungen 9lebnern, Ijat ffe ben ©dja, ben gettjan, bap ffe itjrem S3or trage bie grofefie Un= gteidjljeit gegeben: tjier oertiert er ftdj in Sßotfen, bort fdjteidjt er im ©taube, um, mie man ffdj ent= fdjutbigt, beibertei Senfarten ju umfaffen. 'Mein, eine mittlere # 0 fj e, bie man ju treffen fudjt, iji, nidjt btob bequemer, fonbern aud) mirflidj bie einjige, unb bejie, unb bab iji ber poputaire, freunbf cfja ftltcfje unb »ertrauticije Sott, ber ffdj jur feinem ©pradje beb gemeinen Eebettb (jerabiäpt, alle fdjarfc abjirafte Sbeen liebet in flies •Dritte Sammlung. 341 fienbe fetgfamete 93efiimmungen auflofet, alle ba§ fpigige, n u fg ef tu fcte , unb concentrirte Sillgemeine, bas fiel) fo oft feintet ein je Ine, tu i 11= fuhr liehe unb miffenfefeaftttefee SBorte rer> birgt, ju bem glatten, u n ge fc 1)m t'i cf t en, unb e 11 1 in i c f e I n b e n Sone berabftimtnet, ber eS rorauS= fegt, aber nicht jeigt, bafi man triffenfchaftlicf) bad)te, bafi man fiirbie Äanjel baefefe, baf man felbfi einet S3ucherfprad;e getuofnt fep. Biefer Son friehlt ftefe fotrohf bem ©elcijrtcn, al$ gemeinen Wann ind tfeerj, benn e8 iß bie Sprache beb g e f u n b e n 93 e r'f t a n b e S unb f u l)- lenben djetjenb: treber bie Sprache ber nichtigem Sinne, noch bie ©ptaifee ber hohem 93er nun ft. 3roeitenö: ba ber geifiltcfee 9iebnet nie mit ben 6 i c e r 0 n e n unb Bomeffhenen einer= tei 2f b ficht hot, fo fonnen auch ihre Witte f nie einerlei fepn. Sene trollten baS SSoff eine 93ier= teljfunbe übertauben; eb trat ihnen genug, baffelbe auf eine fleine 3eit jn bejaubern, unb ihren 93ortrag unb goberung gleidjfam ju bem (Element ihrer ©ebanfen unb ihrer Gfntfchlüffe ju machen , fo lange fte fpra-- efeen: fte fd)Iugen alfo an jebe Saite ihrer ßfmpftn» bungen, bie mit ihrem 3wecfe eintönig mar: fte tretf* ten ben i?afj, bie Siebe auf, bie in ihren 4?crjen fchlumtnerte, treil fte ihnen northeilbaft, nicht treil fte moral if ch gut war. Sie ffoften ihnen Jfffeften ein, nicht treil ihre Seele in biefem geuer fdfeoner unb beffer mürbe: fonbern weil biefe, oft blinbe, oft fehäbiiehe, unb immer furje -S>ifse ihren gweef beforberte. Ber Siebnet hatte in ben wenig* jfen gailen bie dntfdjluffe, bie er triefte, gleid)fant jur befianbigett ©eftmuutg, jur herrfd)enben Benfe, art machen fonnen , tf)ei[S treil bie Sntfcfetufpc gragmente jur beutfchcn Siteratur. 342 entfdjlüjfe waren unb bic 2fffeften, bie et oufregte, oft un m 01 a [ i f c b fepn mußten. — -EBeld) eine gan? anbre Sewanbniß mit ben geiftlirtjen Qiceronen unfrer 3eit J fKeben fi'e, um eine 23ierte[ftunbe ju bejaubcrn , fo ptebigen ffe ffcbetlicb nidjt bie SJcligi« on, fonbetn fid) felbfi. Siegen fie bie ganje s Pban= taffe bet 3«borec auf; fp bleibt if)t SSerfianb um fo »iel faltet; erfüllen ffe bie ganje 3(tmofpbüre beb Senipelb mit ©pejerepen: fo wirb ber 3 l| bbt'er um fo freper atbmcn, wenn er in bie frifcbe ffuft fbmmt. „©er Segtiff ber Sercbfamfeit aub ben ©d)tift|iel= „lern beb 2fltertbumb, nach welchen man fid) auch „eine geijtliche Serebfamfeit auögebud)t, unb berfcl« „ben ihren ©iß auf unfern orbentlicbcn Sanjeln an« „gewiefen bat; fd)eint in feiner 2fnn>cnbung fo offen« „bar unrichtig, baß id) mid) über ihren Seifall unb „Eingang wunbern muß, ©er Sfbmifcbe unb @rie= „d;ifd)e Siebnet fndjte gar nicht feine SSürgcc auf „ihre CebenSjcit ju moralifch guten SJienfdjen ju ma= „eben, fonbern er wollte fie nur für jeßo ju einem „®ntfd)luffe bringen, ber burd) erregte ©emütb-bbewe« „gungen am heften gewirft werben fonnte. Süenn „alfo auf jenen S8erfammlungbpla|en nur fo in bie „©eelen gebonnert warb , baß biefelben für bgemal „nid)tb atiberb fcljen unb bcnf'en f'onnten, alb j. 85. „bie GSefabt vor einem macebonifcben Philipp, „ober einem 6 a t i l i n n: fo butte man allcb , wab „man gefud)t, unb man ließ ihre übrigen praftifdjen „©runbfaße fo, wie ffe immer fepn mochten, ©ec „d)rifflicbe fPrebiget hingegen f)at einen ganj anbern „3wecf, unb muß il)n hüben, Gib fommt ihm ba= „rauf an, baß eine gewiffe ©enfungbart unb feeffn« „nung bet benr 2Jienfd)en auf immer bab regiecenbe „fPrincipium feinet Hanblungen unb feineg £ebeng „werbe: unb bag ifl nicht bag SBerf einet biogen „Diühtung. ©g geboten flare unb gewiffe <5rfennt= „niffe baju, bie in ben füllen ©tunben beg Siadh: „benfeng eine jebe Prüfung aughalten. Diefeg 2icf)t „aber entjfebt nicht aug bet Hige bet ©emüthgbe* „wegungen, fonbetn etfobett eine faltete Uebetjeu= ,,gung." Sieg finb SBorte cineg ©otteggelehtten, „bet felbft ein Äanjeltebner ifü *) 92och ein anbteg 3cugnig**), c j ne ©nefjc, »on bet ich gern atibre reben [affe: „Die Äunfi, bie ifffeften ju ettegen, ift bei ben ©otteggelehtten fotoohh alg bei ben fanatifchen unb enthuftafüfehen fPrcfcigetn, in groger Hochachtung, unb man wen= bet »ielen gleig barauf. „Die jvoei grogen Siebnet in ©riechenlanb unb Siom,- Dem oft ben eg unb Cicero, beibe De= magogie in einet bemoftatifch eingerichteten Siepm blif, finb bennoch in ^ugubung biefer Äunfi feht t>on einanber unterfchiebeit. Der etfie, welcher mit einem polirtern, gelehrtem unb wigigern 93olf ju thun hnt- te, fegte ben grogten Siachbrucf feiner S3erebfam£eit in bie ©tdtfe feinet SJeweiggrünbe, unb fuchte alfo bauptfdcblicb ben SSerffanb ju überzeugen. Sullü ug hingegen fahe mehr auf bie Steigungen einer aufrichtigen,. nicht fo gelehrten unb lebhaften Station unb blieb begwegen bei bet patfjetifcf>crt Höercbfam* feit, welche bie tfffeften erreget. *) f. ©patbingg SBertf) bet ©efüble. p. igS. ig6. **) Sit. Sr. St)- a- P* 7°* aus ben moral, 33eob = acht, unb Urtheilen, ^üvidj. 1767 - 344- Fragmente jur bcutfcbeit Sifecatur. „2filein, baS SSocrtetjmftc, ba3 man hiebei be* obadjten muß, ifl, baß biefe Siebner in allen ihren Sieben ein befonbereg 33oi()nben batten: unb alles würbe gleit!) auf ber Steile auSqemad)t, nad)= bem bet SScrtrag bes SvebuerS ffieifall fanb. .feiet war eg unumgänglich ltbtbig, bie Jlffeften bet 3 nf) 0 -= tet entroeb« ju erregen , ober ju befanftiqen, infen= betbeit ju Siem, wo SuIfiuS mar. SJiit biefeS Seiten Sieben mad)en ftd) junge ©eiftliche, (ich mep= ne bie, meldje ‘.ÄutoreS (efen ,) insgemein mehr be= fannt, als mit bes DemoftbeneS feinen, meldjet bod) jenen in rielen Sttufen ubertraf, was infonberbeit bie tTubcüunfl anianaet. Allein, ich fann nid)t feben, wie bie jt'unjl, bie '21'ffeften ju erregen , ren großem Slugen fepn fonne, trenn man bie Cbriflen untcr= ridjtet, wie fie ibten SBanbel gebübrenb anjuftellen haben, wenigftenS in unfern nrtbiidjen ClimatibuS wo id) gewiß nerficbert bin, baß aud) bie großefte Serebfamfeit ron biefer 2frt wenig Cinbrucf in un= fte ©emutbet hoben witb, ja nicht einmal fo rief, baß bie Sßivfung banon ftd) nur bis auf bett anbetn SfJlotgtn erftredte. 3d) glaube gewiß, baß bie fPre= biger, welche in lautet Epiphonematibus prebigen, Wenn fte ftd) umfeben, einen großen Shell ihrer botet in ber llnacbtfamfeit, unb einen großen Sheif fdjlafenb ftnben werben. Unb eS ifl and) fein SBun-- ber, baß ein fold)eS Sftitte! nid)t allemal nnfdjlagt, maßen cs fo riel jtunfi unb ®efd)icflid)feit erfobect, wenn man eS barinn ju einiger SBollfommenbeit brin= gen will, als mancher nicht im Cicero ftnbet, ge= fdjweige aus ihm lernet. “■ Drittens: faum bufften unfre Äanjelrebner mit Cicero bie Slebtbcife gleich hoben feilen: ©ritte Sam m tu n g. 3 4 5 roeniqjtenö ijt bie Sp räche bei beiben fehr per; fchieben, 3 d) fange nom fleinflen an: £9?an hört auf ber Äanjel (eiber ju oft jufammenqefchlungene, Perfettete, unb mit ©inberoortern perpallifafirte ^te; rioben, bie einige junge Dicbncr unb unroiffenbe Sob; rebner ciceronianifcbe gerieben nennen; fie haben aber mit Gicero nichts gemein, als ben au« fern Seiften, unb baS ba;u am ganj unredjtm £)rt. Süenn ber Oiomer in ben afiatifeben Stpl fid) aüsbreifet: fo ijt bieS gemeiniglid) eine Ueber= fdjmcmmung, bie feine Sprache gejtattet, baS©I)t' beS 33 elf S erlaubet, unb feine S e i b e n f cf) a f t fobert. ,,©ie 9iomer mußten roegen ber ilurje ihrer „fßjorte bie periobifchen SheiPe fetten, wenn fie niept „in ben abgcfchnittenen ©tpl fallen roollten. Ohne „tfrtifel, ohne $ulfSm 6 rter, reich mt fPnrticipien füg« „te fid; ihre Spradje fo an einanber, baß immerein „Sag in menigen ÜBorten ba jtanb. 3m ©eutfcljen „aber, mdchet Untcrfdjieb ! 5t$enn mir bie gerieben „nicht fchleppen motlen, muffen mir fie mannichmal „trennen *)." 5Bo fd)leppt fid) aber bte Sprache mehr, alS auf ben Äanjeln ? — dpier, mo man baS 23erftänblid)e beS SBortrageS fo oft barcin feijt, mit einem Schmält non SBorten nid)tS ju fagen, ben ^e« rioben in feine furdjterlidje ©lieber 511 orbnen , um einen pattifchen Schauber ein;ujagen. SQite oft hört man einen ©ebanfen nach biefern 3ufchnitt: „SBentt „mir um un§ umherfdjauen — rcenn mit — menn mir „— meil eS — — fo merben mir gemahr, baß bie „9Jtenfchen Sunber finb :" bieS ijt bie gewöhnlich* *) Sit, S3v. Sf). i3. p, 120. 346 gragmente jut beutfchen Cifecntut. Jomifetifdje Sd)fad)torbnung, bie SSinbeworter, uni) SSctroortet, unb <£)ülfgw6rter unb Spnenpmen , unb periobifdje Sbeile in Ueberfluß fjnt, um ben 5UZnn= ge( an ©ebanfen ju öerbetgen, bie ba$ £)|jr über* tdubet, um nid)t bie Seete beS öerftanbeS ju jcigen; bieS iff bec fließenbe SBortrag, bec «or bem ©ffen fceilfamen Appetit, unb nad) bem ©ffen einen farif* ten Sddaf machet. 2fber nidjt blöd bei biefen feich= ten Homileten, fonbern feibft b?i gfutfficljen 3iebnern muß man c 8 oft besagen, baß ißt Stt)I gleid) uon feiner garten Sugenb an, ftd) nad) bem Safein ge= bilbet, baß bcr pertobifdje Cierimontenjwang, ber in ©djulen non [ateinifdjen ju beutfchen @hrien ffciget, ned) mandimal bei ben beften ©ebanfen burdtblicft. ^Sm Seutfchen i|f ja ein Stpl immer fdjon perio= „bifcß, wenn aud) bie fBinbeworter ber Sateiner nid)t „fo genau ba$mifd)en geftellet, unb bie 2fbfdt.se fo „gefettet an einanber gelanget ftnb *)." So will eg bie beutfdie Sprad)e, bie non $u[ft>m6rtern unb njcfentlid)en SSeftimmunggroortern fo wimmelt, baß mau bie periobifdjen nid)t notßig f)at. Unb wad will bas £)f)f ber Sporer, wenn cg fd)ott bie Sprache an ftd) fo fobert. „SSßeil bei ben „SKomern immer ein Sab mit wenig SBorten baftanb, „unb bie Seele aifo wenige Beicßen ju faffen hatte: „fo fonnfen aud) bie folgenben SSegriffe eher ange= „hanget werben, wenn nicht bie 2Bid)tigfeit ber SSe= „tradjtung ben 2futor jwang, lieber bem ©eift »iel „Diuhepldbe ju «etfdjaffcn, a(g bati .Oh» ju fußen." 2(ber bei unfern beutfchen Jfanjelpetioben, wie oft leibet ba bet SSetffanb! Stute »ott einem ©efcf)dft= nicht aber SSudjecöcvflonbe, wie fonnen bie baö gan= ') (äbenbafelbfh Sri t te Sntnralung. 347 äe ©ebaube eine§ fclcben gerieben uberfeben, trenn eS auch noch fo flolj mid)tet märe? Sbre2iufmerfs famfeit ermübet biucl) ben 3wang; ba fie nid>: mit ben ©elebrten einerlei ©cbärfe beS 2(ugcS, unb tt>e= nigflenS nid)t einerlei ©ebepunft haben : fo finb alle bie ©dionbeiten meiftenS für ft'e uetloren, ja baS ©anje wirb für ft'e bunfel, Siefe SUenbung fotlte ben 3ul)6rcr übetrafeben, unb »etwirtt ibn; jener tlmfd)rceif foU ihm ©elegenbeit geben, felbff einen fßorfprung ju tbun, unb macht ibn irre: biefer flei? ne ©ebatten foll fein 21uge reijen, unb macht eS ftumpf; bie ©rabation foU ibn jtufenrceife beb« 1 ’ fnb= ren, unb macht ibn matt; jette Snuerfion foll bem ©ebanfen einen ©chnmng geben, unb macht ben 3 U = borer fdtroinblid) : wie niel rbetorifeben SSenbungen beS dicero muß nicht alfo ber geifiliche SRebner entfagen, um nicht ein tonenb ©rj ju fepn. — Unb nun fe&e man baju, bajj unfee ganje Sßortfugung nicht baS periobifdte S5ilb erlaubt, baS mit jebem Sffiort ben ©ebanfett weiter fuhrt, beffer auSmalt, unb bei bem ©dtlufmort ein ©iegel ber SSollenbung barauf brueft. 2fHe bie feinen itunfle ber Lateiner geben nerloren, bie eine ©aite nad) bet attbern mit jebem neuen SSJort treffen , unb mit bem lebten bas ganje £h r Uttb bie ganje ©eele füllen, Sa nun bie Seutfche ©prache hierin nie bie Sateinifdje er* reichen bann : warum entfagt fie benn ihrer eignen greiheit, um in romifdjen geffcln fiel) periobifd) im Triumph auffübren ju taffen ? $at ber dicero auf ber Äanjel mit bem Sfomer nidjtS ähnliches, alS: „nie! iffiorte machen; einen „fleinen ©ebanfen burd) weitfehweifenbe DiebenSarten „auffchwellen, labprintbifche gerieben fledjten, bei „welchem man breimal 2ftbem holen mufj, ehe man 348 gtagmenfe ä ur beutfcTjen fiteratur. „einen ganjen ©inn fnffeti fann*):" fo öcrfennct er Gtceto gan^. „Sein ©tgl tfl aldbann bet „fdjfedjfe jfanäeljfgf eined feierten Homileten, ber nur „bedungen fold)e fP n e 0 m a t a betprebigf, bnmit bie „Subbrer, efe ffe and ©nbe berfelben fommen, ben 2 fn= „fang fcljon mögen tsergeffen haben, unb if)n beut: „lief) (joren fbnnen, ofttie if)n im geringsten ju «et: „fieben. — 9 Benn foldje gerieben, bie man, ge: „feftieben ober gehäuft, burd) alle ifre »erfdjranfte „unb oerfdjraubte ©liebet unb @infd)iebfe[ faum mit „bem 2 fuge »erfolgen fanti, ofme fdjroinbfidff ?u roet: „ben, — rcenn joldje fPerioben und »on ber bebäeft* „lidjen fattgfamen 2 Cuöfpracf)e eined Äan^efrebnetd „Söert »ot SBort jugejafffet roerben; nimmermehr „fann bie feurigfie Jfufmerffamfeit, bad befte ©e= „bdd)tnijj, ffe in ihrem ganzen 3 ufammenf)nnge faf= „fen, unb am ©nbe auf einmal überfein **). Unb „im ©runbe ftnb bied nid)td weniger, nid eicero: „nianifefje ^erioben. 5 D?an fudje bie allerfang« „|»en and ben Stehen bed Stomerd : man ftubet fei: „nen einigen, in welchem bie ©pmmetrie in ©eban: „fen unb SBorteit »ernaebfafngt ift. 9 ?ut biefe ©im: „metrie macht bie fangen jufammengefeßten fPerioben „ertrdgfid), befonberd wenn fte feiten eingejtreuet wer: „ben ***)." 5 d) fcfjreibe biefe tfnmerfungen mit Sfergnugen ab, weif fte wahr, nad) bem guffanb unferer ciceto: nianifd)en ©d)ulübungen nötl)ig, unb trenn fte aud) nur einen einzigen fdjfecfjten ^omifeten, ober ©cfjufa *) Sit. 58t. 5£b. 9 . p . ga. **) Zf), 6 . p. 3i3. *'*) p. 317. Stifte ©ammfuttg. H9 tbefot uberjeugten, fcbon nüglicb genug mären. 3 $ habe fie aber auSlefen muffen, weil bic iiiteratutbrie» fe an tiefen ©teilen manchmal felbff in bcn tveit= fdjmeiftgen boniiletifdjen ©tpl*) unter homilctifch= ftrenge ©runbe, unb in f>omifetifct) langweilige Dfecbf* fertigttng **) fid) ju »erirreit fdjcinen. SaS erfle unb legte citire id) unten; ju bem niirtlern rechne id) bie Sßorte: „5Be(cber Prophet, welcher ’tfpoffel, meldet „Äircbenlebrer fjat je baS SOßort beS .£>ervn ,n cice= „tonianifcben gerieben öerffmbigt +) " 'Äntwott : unb wenn fein 2 (po|iel, fPiopbet unb Äirdjenleljrec ee> fo Bcrf&nbigt l)dtte: unb bet ciceronianifcbe fPes riobe wate nid)t meiner (Sprach«, bem Sicht , 1er Srbnung, bem 9fad)brucf einer fPrebigt entgegen; ja wenn er alles bieS beforberte — fo ift er immer erlaubt unb nothig, benn fein 2TpoffeI, Äircbetilebrec unb fPropbet Ijat baS Söort beS 4?errn Seutfcb, auf Ä a n j e l n f i e b j e Ei n b u n b e r t fällte nad) Gbrijii ©eburt, in SOiantel unb Äragen für unfre 3ut)6rer geprebigt. Unb fßauluS mad)t in fei* ner Sprach«, nacl) feinet Senfart, 5 u feinem Swecfe bod) oud) bisweilen gerieben, weld;e mit allen ihren fParentfjefen nie »on uns nad)* geabmt werben fonnen. ©ben fo mag ein anbrer unterfudjen: „ob GEicero foldje labprintbifcbe fPeriobett „alSbann geflochten, wenn er bie £Df)icn einer unroifs „fenben SDfenge figeln, wenn er gerid)tlid;e fRdnfe „brauchen wollte n. f. m. ff)" 3d) weif nid)t, ob ßicero folch ein ©opbifl gewefen, tef) breche gar Dom *) p. 3i3. •*) p, 321 = 3£i-7* ft) Cit. S3r. Sb. 3. pag, 3i;. t) P* 3i7, 35o Segmente jut beutfdhen Siteratur. Äanjefjipf ab, bamit m'd>t, trenn bie§ träte, et« triftiger Äopf, bec gemeiniglich cm bec -öomiletif ju= erft jum SRittec treeben trill, mit gar ju biefem @tucfe bec ^Parallele falutite mit jenen SBotten aus £>oib§ SBertranMungen: Nunc quoque in alitibus facundia prisca remaiisit Raucaque garrulitas, studiumque immane lo- quendi. Sch frage rielmefjr: haben benn bie 2(1 ten — ha 5 ben felbfi bie Dtbmec — haben fte felbfl in bet p o l i t i f c h e n äSetebfamfeit ihren ßiceio alS fold) ein etrfja&etieö SOTrtfiec angefehen , in quo in- genii liumani summa vis et quasi mensura eluxit et constitit, nnb bec ba$ gtofeffe 23orbilb etm mugte, ftd) ihm nicht blo$ nachjubilben, fonbecn ihm nachäuahmen, ihn jum SHittelpnnft bec 92ad)= afjmung in alten 2(cten bec ©elehtfamfeit ju machen — haben ffe fo gebneht? Grs fantt fepn: abec folgen» be fffiotte flehen auch in einem 9Jbmer, bie feine SMepnung non bec alten SSetebfamfett ent» falten , unb bie ich gleich auf unfece ^omilien beu» ten fantt. ,,@agiu§ ©eretuS lenfte ftd) juetfi oon „jenem gebahnten 2Bege bec alten Siebnetei ab: abec „ich behaupte, nicht aus ©chtnache beS ©enieS, nicht „auö äJlangel bec ©clehtfamfeit, fonbecn mit ceifec „Uebeclegung unb mit SSecflanb. (5c fafe nehmlich „ba§ mit bem ©eijfe bec geifaltec, unb mit bec 93ec= „Anbetung beS SiumeruS für ’bas £)[)t (diversitate „aurium) aud) bie gorm unb ©attung bec 33etcb= „famfeit ftch anbetn muffe. (Damals fonnte ein 23olf, „baS unerfahren unb ungebilbet trar, noch eine weit» „lauftige 9?ebe nuS|ieben, ja fetbfi bas mürbe bem 9?eb- „ner jurn Sobe angeredjnet, toenn er einen ganjett „Sag mit feinem ffiortrage hinbraebte. Sähet fonn, „ten lange Eingänge unb SBorbereitungen, eine Sieihe „f)iftoeifcf)er meithergeholtec Umftanbe, bet prächtige „'ilufjug mit fielen ßintJjeilungen, bie Steigerung „non taufenb S3etoeifen, unb maö eS fonft oot Sie» „gein in beit trocknen flaubichten Suchern beS $er» „magotaä unb 2fpoUobor3 gibt — alles fonnte ba» „mal$ jur ©f)re gereichen: unb hatte ber Siebnet „noch bajit etroaS non 3Seltt»ei$f)eit genafdfret, unb „bradjte au$ if)t ein Stucf in feine Siebe — o fo „mürbe ec jum Fimmel erhoben! Unb tuet roirb „ftd) ötcrfrbcc mutibern ? Sie3 aded mar neu unb „unbekannt; felbft bie toenigfien Sicbner fahen bic „33orfd)tiften ber Siebefünjtlec unb bie Sage ber „Sieltmeifen ein. 2fbet, mein @ott! jefct, ba adcS „bie3 befannt iji, ba faum jemanb an ber Äircf)en» „thür ftehet, (ber Siemet fagt, in cortina) ber nid)t „bie 'ifnfangägtunbe ber Sietigion, (im Sateinifchen „stucliorum) metin nicht oerbauet, fo hoch gefojict „hatte: ifi ba nicht eine neue Siebncrbahn notf)ig, „um bem .Ohr nid)t oerbtufjlid) $u toerben: infonber» „heit noc einer SSerfammlung, (ber Sibmet fagt: not „Siichtern, bie nicht nad) ©efe§ unb 9ied)t, fonbent „nad) ©eroalt unb '21'nfeheu ein Urtfieii faden,) bie „fich ntd)t immer nad) ©runben unb fPflidit, fonbetn „und) Sequemlid)feit unb Steigung beftimmet, bie „fich nicht oom Siebner uorfchreibett Idjjt, fonberit „fie fich felbji nimmt." So urtheilten bie Siomer*), ) De causs, corrupt, eloquent, dial, 35a gragmente jur beutfdjen Siterafur. übet einerlei SFebeanftung, Pon einerlei £]olf, über einerlei SJiaterie, in einerlei ©pradje, ju einer* lei Bwecfen; blob bie Beit t)atte fid) gednbert — Unb tuir, in einer ganj oer|d)iebncn 2lrt »on £3erobfonu feit, nor anbern 3ttf)cretn, über anbete ©ad)e,n, in einer anbern Sprache, }u anbern Bwecfen , wollen ihnen blinb nadjahmen? — 3e(st fjore man beb «origen Sidmerb Uttheil oon ßicero, übet ben er bod) beffet uttfjeilen fonnte, alb mir: „ßicero fjat ebenfalls bet alten S3ereb; „famfeit ben Mubbrucf feiner Beit oorgesogen, unb „hat bie Siebner eine« frühem ßeitalterö in nidjtb „fo fetjr übertroffen, alb im Urttjei 1. (St iftb, ber bie ,,DTcbe jtierfi aubgebilbet, juerft eine 2fubwal)l in „Effiorten, juetjl Äunfi in Bufammcnfefjung ber 5Jbci= „le gezeigt: blüfjenbere ©teilen verflicht, einige nach* „btücflidje ©prud)e erfunben — infonberfjeit in fei* „nen fpaterm Sieben, bie er in feinem '.Ultet aufge» „fe£t, alb er &urd) Uebung unb ©rfafjrung eb fd)on „gelernet batte, weldjeb bie bejie 3frt beb rcbnerifd)en „Söortrageb fep. — 2fber feine, erfien Sieben babett „tüd)t ganj bie gehler ber alten SSerebfamfeit wer* „rnieben: er ifi in ben Eingängen fchlaftig, im (Sr* „jahlen weitfdjweiftg, fchmeift muffig aub: fommt „fpdt in Jpi§e, unb feiten wirb biefe ^ifce geuer, „u. f. re. " ,3d) füf)re. biefe ©teile an, nicht alb wenn mir bie gehler ju vermeiben fjatten, bie ihm 2f p c r @d)ulb gibt, bie muffe man bamalb vermei* ben, ba ber SSerfaffer bieb fd)cieb, unb in 2fbfidjt auf unb fjat fid) biefe jüngere 33erebfamfeit ohnfirei* tig reieber fefjr verdnbert. ;gcb will nur bab unge= Ijeure föorurtl)eiI bejiürmen: CEicero iji ein SJiu* fier ber SSerebfamfeit, fehlechthin lmb 0 ne Sin-- ^Dritte (Sammlung. 353 Ü in fc t) ra n b ttn g : ihn naäjohmen, heißt Ötiginaf fepn! unb jcfjn fotdjc ^od>tcn&cube TfuSbröcfe, nach betten man in unfern ©d)uten , rcie matt ftd> rühmt, junge Giceronen bitbet, unb fte mit einem teinen geroafferten ©tpf ju einem 2 afeinifct)cn gerieben irt ihrer lieben 5 Wutterfprad>e gewöhnet. G'tneftt in feiner nftfctichen Söorrebe 51 t Giceto, unb Äto(i irt feinem Genius seculi de C-iceronianis haben einige im ©djroange gctjenbe gehler ber roörttu ctjen 9 ?acf)abmung gerüget : mie weit bet öerdnbette ©eift ber 3 c *‘ l ’ n unb Situationen fctfcjl bem ©ei* fte ber 93erebfam!eit eine anbete ©eftalt gegeben — will ich nicht unterfud)en, fonbern fetjre ju meinen geift liehen Giceronen jurueb. SJiein folgen* beS gragment bctradjtet bie $omitetib nicht junft» majjig unb theologifcf): fonbern als ein ©tue? ber Sitetatur; in biefem ©eficbtöpunbte tefe man e$. *) GS gebt ben «origen 23ergleid)ungen ber fSriefe nach, unb geigt: bap bie 0 m i t e t i b eine g a n 5 an; bete 33ercbfambcit fobete : bap fte attemat bet 2C u S= bitbung nact> ber p 0 [ i t i f c h e n ber 3fttett leiben m ft p t e: unb an fid), ihrem maf>cen §5 t* griffe nad), ihr ganj unb gar nicht nach= ft eh e. *) 2>a e« hie« unter Cäfetnifdjen ©djtiftfletlern crutireii tvätbe: fo bteibts unter meinen papieren. $erbere Sßerbe i.fc|6t»,£tt,it,&unjh ii. 3 Pragmente. 354 . S'ragmente jur bcutfc^cit fiiteratur. IV. SRacfifctyrift* Sd) muf biefe britte Sammlung and ben dban* ben lofffn, ohne nod) }u tn'ffcn, wie ihre beiben altern Schwerem aufgenommen ftnb; id) gebe it)c alfo einen Schetbebrief mit, ben vielleicht fdjon bie erfie f)atte uotjeigen feilen. 3d) würbe fachen, wenn man bie erfle Snmnu tung für eine fef)t unvollftanbige ©eutfdje ©rarnma* tif; bie jweitc für eine fetjr ungrünblidje SSibelerfla* rung , für eine fehr mangelhafte übbilbung ber ©rie» d)ifd)en 25id)tfunjl; unb enblicl) biefen britten Xfytil für gar feine ffanbeSmafiige ünpteifung ber 9iomer, formlid) unb feierlich- erflärte. DaS fann ein jeber fcf)en, baf id) bloss Stücfwetfe »on SDlatctialien auf* jeigen wollte, fo fern bie ©elegenheit eS erlaubte, unb eine Stelle eS foberte, um über fie urtfjeilen ju fonnen. Sagt man alfo: „meine ©efid)tSpunfte „finb wahr, aber nod) nid)t einleucf)tenb genug: fie „ftnb nügltcf), aber nid)t »ollfianbig: fie reijen, aber „wir wünfd)cn weiter $u fefsen!" fagt man bieS, fo lobt man mich, wie id) wünfdje, über Stag* m e n te -gelobt ju werben. ‘•ilbet wenn man mid) aus ftemben Stanborten anfafje; baS überginge, was id) juerfi nur von wei* tem jeige, ob man auch barauf merfe ? — auf baS lobenb ober fabelnb fiele, waS id) hingeworfen; furj! an meinem S3ilbe S u lä e h en / doTorit unb galtenwer* fung betrad)tete; alSbann habe id) oergebend ge» dritte (Sammlung. 355 fd)rieben, unb mie fd)mer$baft ift bicS für ben, berate Siebt) ab er, a(3 Patriot febrieb, über ©ad;cn f non benen er roeber Sätet, nod)35rot, nod) Sohn bat. Sd) habe bicr unb ba frei e Urfbcite eingefiteuet: mie fie bafteben, fd)einen fie leichtfertig, id) nehme bies? 2ßort in feiner urfprünglicben 23ebeu= tung; aber wie icb fie bad)te, mären fie peinlich- 23er ba fagt, baji id) um Seifall buhle; ber bat mir nicht in3 ®eft d)t gefebenniete rnuften ficb fetbft abtegen, rcenn fte non meinen fd)tecbten Fragmenten btoS unpartbeiifcb urtbeiten mollfen. SBare unfer SSftrfjerton in Beutfcblanb repub(ifa= n if cf) e r; roie manches batte id) beutticb fagen fonnen, mo id) jc^t, niellcid)t bunfet, über fübn in Parabeln unb 3fnfpielungen rebe. 2ßcr biefe atS Smcife unb ©djonhiiten meines ©trts anfiebt: ber fiebet mit mir nid)t gleich; mer aber fagt, ba§ id) bteS, um Ieid)tfinnig ju fabeln, habe fd)rciben motten, ber tbut mir Unredjt. ©a bie meiften ©d^iftftellet, über bie id) rebe, berühmter finb , a(S baf id) mit meiner fd)road)cn Stuft ihr Sob mürbig auSrufen fonnte, mie id) bieS mit netter Ueberjeugung binfehreibe: fo fonnte id) non mir fetbft e$ nicht fo= bern, fie im afabemifeben Seichentone ju toben: man nehme non einem Firmen ein fteincS bctjlid)cS 2ßort ftatt gleifenber (Komplimente an. fsd) rebe btoS non ©djriften, bie baS Vergnügen unb bie 33efd)aftigung meiner (Kinfamfeit auSmadjen , bie id) nicht' genug lefen fann , unb beren 5Bürbe nid)t in Fragmenten, fonbern in pradjticjen ©^renmarern gtanjeu miijj. fDtacbt fid) inbep ein banbfejter Äunftridjter fer= jig, mich, metin id) biSroeiten gefchtummevt batte, 356 grggm. 5* bcutfd). Sit, ©ritte ©amml. bet ein« günjfigen ©tunbe, übet 33otb ju werfen; armer ©cblummernber! O nimium coelo et pelago confise sereno Nudus in ignota , Palinuxe, jacebis arena. 2ßo wirb ein2leneag fet)n, ber bein ©rabrnal baut! 3d) werbe faum mehr alö ben eierten Übetl liefern, weil ich corpulente 2Cutorfcbaften nicht liebe» ©ie SKaterien alfo, »er benen biefe nur üßotldufer batten fepn follep, trerben aufgefeboben ober aufge; hoben; wie bag spyblifum teilt. 3d) trollte ft'e nett; nen : allein für wenige tperben bie Dfarnen locienb febeinen: ^>I)ilofopf)ie unb 2feftE>ettC: bie erfte ijt halb »eraltet, bie streite f)«t man »ielleicbt noch nicht gefeben. Sollte jentanb meine britte Sammlung bev ©eutfeben giteratur nad)tbetlig, unb e$ nacb ihrer gegentedrtigen Sage für notbteenbiget halten, a n; jttp reifen, als abjufebteefen: ber will mich nicht »erffeben. SSill ich jemanb »on Äenntnijj ber 3flten abhalten, ober ihn in ihrem ©tubio ermüben, ber werfe mein Such ing geuer. *) *) 53er hefer, melcher bie 9tacbfcbrift mit ber SSotrebe ber jtoeiten XuSgabe beS erften SEbeilS eer= gleicht, mitb bemerten, bajj bie erfien @äge aus bet 9tad)fd)rift bereits in jene eingeroebet finb. (SS »etbiente inbejfen auch bie Stadjfdjrift teegen beS Ues brigen barin enthaltenen aufbebalten $u teerben- Sntyait Jbet: groeiten Sömmtung I. ffiprlüuftger OiSeutS; »on bem Urfptunge ber Äunftridjtcr, unb ben ©efidjtSpunEten, in be= nen ec erfd&eint. , . . . * @. 3 II. 6 inleitung in bie gragmente: über bie SSittel jur SrwecEung bec ©enieei in IDeutfdjlanb. . la III. ffiergleidjung unfcer Orientalinnen OidjtEunjt mit ihren Originalen: x. 3n ber fdjbnen Statur, bie beibe fdjilbern; Ur- tbeil über bie Sübifctjen Scbüfetges bicbte. , . . . . * * xr ^ Sn ber ffiaterlanbsgcfdjidjte ber ©lorgenlänber: S3on einigen OanEpfalmen- , . , . ai 3. Sn iljten Statjonalmptbologien: ißon bem ®e= braudje Orientaliidjer SJtafdjinen unb giEtionen. ab 4. Sn bem ©eifie ihrer Steligicn: S3on djrifhidjcn Siebern in Otientalifdjem ©efdjmacf. . . 29 5. Sn iljter ganjen poetifdjen (Sphäre. * . 33 6. Sprache unb poetifdjem Sinne. 23on berStadj- abmung bec (5t)6re, unb SBilber. , . 35 7 . Oaljer bie elenbm Stadjatjmungen wiberratben, unb ©rflärungen juerft angeratben werben. 38 ©efpradj ämifdjen einem SRabbi unb Stjcifien über Älopftojtf« MleSias. ■ . . . b 3 IV, fflon bec ©tiedjifdjen Literatur in Seutfdjlanb, A, SDSie weit wir bie ©tiedjifdjen Otdjter Eennen! ipian aus ihnen eine KeftbetiE ju fammlen; 35ot: fdjläge jut Ueberfe§ung pomerS: @in Urtbeit be§ ©efdjmacES über SteinbrücbeU lieber« febutigcn: ©ntwurf ju einer SSS i n E e 1 m an.n b (eben ©efdjidjte ber ©riecbjifdjen ipoefle, , . 5b 358 3 n | a I t. B. SBie weit haben wie fie nadjgebilbet ? x. Älopftocf mit ^omet »etg'idjen: war .fjomer fo unbekannt unter ben ©riedjen, wie •Rlopftocf unter ben Oeutfdjen? #ar äßielanb ober fein ©egner bei HoChos Kayoi$os Siecht? ...... ©, 67 2 . ipinbar unb ber 35itf>r>ramb ift : Itcber bab Urtbeil ber Siteraturbriefe »on benOitbn* ramben: ^ppotbefe »on bem antifen fSJeifte ber •Ditbptamben: fprtuung ber neuern ©ebidjte biefeb Slamenb: ©in Krinflieb batuber. . 83 3. Xnafrcon unb ©leim: ©in Sicbdjcn an 2tnafreonb Saube. ..... xi3 k. £ p 11 ä u b unb ber © r e n a b i e r : @r ift mehr alb ffipvtaub. ..... n8 5. Sfjeofrit unb ©ejsner; SSon ber beliebten Untcrfcbeibung sroifdien ©flöge unb SbpUe. £at Sbeofvit ein l) 6 d)(tuerfd) 6 nevtcb Sbeal ? ©ropet Unterfcbieb sroifdien Sbeofrit unb ©epner. . iax 6 . 2tlcipbron tfnb ©erftenberg. . . i35 7 . @appt)o unb Äarfcfjin: 3 wo "Jfntipoben: Ob ©appljo unb ©0 rin na wegen ihrer ffiubierei uerloren gegangen ? ©in Urtbeil ber Eiteraturbriefe. ...... i36 SBefdjlup. Sbadjfdjrift an ben befer, ©djriftfteUer unb £unflrid)ter. ..... xla Snljalt fcer dritten (Sammlung 1 . ©ine KuSfidjt über bic neuere r&mifdje Citeratur. ©. i 45 1. £>ie neuere Literatur bat butchauS eine £atei= nifdje ©eftalt. £>a wir alles burd) bie #ünbe - ber Siomer befommen: fo haben fte und alles geraubt, was wir batten. . . . . iü7 ä. £)ie iffiteberberfieller bet ffiiffenfcbaften haben allem eine rbmifcije gorm gegeben, unb unter ber #errfd)aft ber gateinifdjen Sprache hot bie tmfre fehr ihre alte Stärfe uerloren. . : 167 3 . Sn ben Schuten hat lange ein Satcinifcbcr ©eifl geherrfcht , ber ©enies, brauchbare Stünner, unb felbfi ®e lehrte hinbert . 167 4. Unfre wiffenfehaftliche Sptadie hat eie . nen lateinifdjen 3ufdjnitt, mithin bie SBiffem fdjaften felbft. ...... 175 6, SQSic fern Hebt ber ©ebanfe am Musbrucf in ber (Sprache beS gemeinen £ebenS? 2 £n» wenbung auf bie Sdjriften, bie über gemeine Sachen, für ben gemeinen SJIann, unb für bas grauenjimmer gcfdjtieben werben. . . 177 €, Sn ber iD icf)tf u n ft ifl ©ebanfe unb 3 £uS-- brucE wie Seele unb Seib, unb nie ju trennen. 187 7. ©in wahret Sidjtcr mufs in feiner Sprache fdjreiben. . .189 8. SBaS gewinnt ber neuere lateinifche Sichter, unb was wagt er für ft'd) ? . . . 201 9, SBJaS gewinnt unb wagt er, wenn biefer @e= fdjmacf allgemein wirb. .... 208 10. SBie fleht in ber SBeltweiSheit bet ©ebanfe am Ausbruch, finnlici), technifchunb gramm atifch? . . . . .212 36o 3 tt t) a I t. 11. ©S i|t bet 5 Eob bet ^ 3 £>iloropt)ie, näd) ihrer SJtaterie unb ftorm ben ©ebanfen bloS eingei hüllt in gewijfe 2Cu6bcßcte ju betradjten. @. 216 12. Ttnwenbung auf ben wijfenfdjaftudjen SSortrag. 222 IL 23 om neuern ©ebtaucb bet SKpthologie. 1. ÄlofsenS ©inwenbungen gegen fie werben geprüft. 227 2. ®ie ICntworten feines SRccenfenten ebenfalls. . 282 3 . - SBie fern ift ihr ©ebraudj sutrüglid) in »ets fdjiebcnen ©ebtdjtarten. * . . 25? ü. ©ränäen biefeS ©ebtaudjS» . . . ' ♦ 2^5 5 . ffiorfdjläge, ■‘bie 5 Ötptt)ologic als eine poetifdje #eBriftiE ju nugen. .... 249 6 . ©inige ®!ad)tf»rüd)e ber Citcrnturbriefe bagegen. 253 7. ©in Bierfadjer fjeBtifiifdjer ©ebraud) berfelben. 257 III. SSon einigen gtadjbilbungen ber Sftömer. 1. SB011 ber horajtfchen Obe, Stammlers, ÄlopftocfS, U& unb fange. . .261 2. S 3 om lufre^tfchen Cebrgebidjt, Bon #al* ler 1 , SB 11 1 h'o f unb 6r e us: $lan ju ei= nem phiiofophifdjen ©ebidjt über bie menfd)= lidje Seele.290 3 . S 3 on 3 Iad)abmung ber lateinifdjen ©legten; eine fäjbne Ilbhanblutig ber Citeraturbriefe mit ele= gtfdjen Mnmerfungen begleitet. . » . 300 k, SBon ber fatprifdjen Cautie beS £oras unb Hloh, nebft einigen neugierigen fragen barüber. . 32 ^ 6. Äbnnen wir beutfdje Siceronen haben ? . . 33 a 6, ©ollen wir fte auf ben Hanseln haben ? ©er SBetfammlung, bem fjwecüe, ber ©pradje nad). 339 IV, öladifdjrlft. 354