Von der Mestauration und von der TMahlmonarch ie, oder Antwort an einige öffentlicheBlätter über meine Weigerung, mich der neuen Regierung anzuschließen. Aus dem Französischen des Krn. bon Chateaubriand. Aachen und Leipzig, Verlag von I. A. Mayer. 18 3 1 . 2)?ehrmals ist in öffentlichen Blättern die verbindliche Frage an mich gestellt worden, warum ich mich weigere, einer Revolution, welche auf Grnndsäzen beruht, die ich vertheidigt und verbreitet habe, meine Dienste zu widmen. Ich hatte diese Frage nickt vergessen, war aber entschlossen, nicht darauf zu antworten. In Frieden wollte ich aus der politischen Welr scheiden, wie ich in der Vorrede zu der großen Arbeit, die meine Sämmtlichen Werte beschließt, und in einigen Tagen erscheinen wird, in Frieden aus der litcrarischen Welt scheide. „Warum, sagte ich, die Leivenschaften „von Neuem gegen mich waffncn? War nicht „mein Leben bewegt genug? Soll ich am Rallye meines Grabes nicht einige Stunden Ruhe „finden können? —" Ein in der Depntirten- kammer vorgebrachter Antrag hat indessen m ci- — 4 neu Entschluß geändert. Leute von Herz werden mich verstehen. Kaum von einer langen und mühevollen Arbeit frei, wird es mir schwer, die Ruhe des lezten Augenblicks, der mir in meinem Datcrlande übrig bleibt, zu stören, aber es ist eine Ehrensache, ich kann ihr nicht ausweichen. Seit den Juliustagcn habe ich die Regierung mit meinen Klagen nicht ermüdet. Ich sprach von der Wahlmonarchie zu den Pairs von Frankreich, ehe sie errichtet war; jezt nachdem sie acht Monate bestanden hat, rede ich von ihr zu den Franzosen. Damals hatte mich ein ernster Anlaß, der Sturz dreier Souveräne dazu genöthigt, mich auszusprechen; ein eben so ernster Anlaß, die Ächtung dieser Köuige, erlaubt mir jezt nicht, stumm zu bleiben. 2« dem gegenwärtigen Werkchen (eine indirekte Widerlegung des den Kammern gemachten Antrags, und eine Entwickelung meiner Ansichten über das was ist) werden die Par- tbeien mehr oder weniger mitgenommen werden ; ich schmeichle keiner und sage allen derbe Wahrheiten. Zu schonen habe ich nichts. Dh ic Gegenwart, nur mit einer ungewissen Zukunft jenseits des Grabes, liegt mir daran, daß mein Schweigen nicht auf meinem Andenken laste. Schweigen darf ich nicht über eine Restauration, an der ich so großen Antheil genommen, die man täglich beschimpft und endlich unter meinen Augen ächtet. Ohne Kotierte, ohne Stüzc, trage ich allein meine Bürde und bin allein für mich verantwortlich. Einsam, durch Zufall in die Weltgeschichte hineingezogen , ohne Gefährten, isolirt während und nach der Restauration, bleibe ich, wie allzeit, von Allen unabhängig, nehme von den verschiedenen Meynungen auf, was mir gut, und verwerfe, was mir schlecht dünkt, ohne mich darum zu kümmern, ob ich denen, die sich zu diesen Meynungen bekennen, gefalle oder nicht. Im Mittelalter, in Zeiten großer Bedrängnisse, griff man einen Mönch auf und sperrte ihn in einen kleinen Tburm ein, wo er bei Brod und Wasser für das Heil des Volkes fastete. Diesem Mönche des zwölften Jahrhunderts bin ich nicht ungleich: durch das Luftloch meines Sühu- kerkers richte ich jczt meine lcztc Rede an die Vorübergehenden , die sie nicht anhören werden. Die Gründe, die mich abgehalten haben, der gegenwärtigen Regierung den Eid der Treue zu leisten, sind zweierlei Art: allgemeine und besondere oder persönliche. Zuerst von Jenen. Hätte die Restauration III den Jahren 1796 oder 1797 Statt gehabt, so würden wir die sparte nicht erhalten haben, oder wenigstens würde sie in der Währung aufgeregter Leidenschaften erstickt worden seyn. Bnonaparte zertrat die Freiheit der Gegenwart, aber in der Zukunft bereitete er der Freiheit dadurch den Weg, daß er die Revolution bezwäng und, was von der alten Monarchie noch blieb, vollends zerstörte. Er ackerte auf diesem Felde der Todten und der Trümmer; sein gewaltiger Pflug, von dem Ruhme gezogen, grub Furchen, in welche die konstitutionelle Frcih.-it ausgesäet werden sollte. Nach dem Untergänge des Kaiserreiches hätte sich die Restauration mit Hülfe der Charte halten können, obgleich sie großes Mistrancu einflößte und der Zweck der fremden Erfolge zu seyn schien, da sie doch nur ein Nebcnum- stand derselben gewesen war. Die Legitimität war die verkörperte Staatsgewalt; hätte man sie mit Freiheiten gesättigt, so würde man ihr Lebenskraft verliehen haben, unterdeß sie uns diese Freiheiten zu regeln gelehrt hatte. Aber weit entfernt, diese Nothwendigkeit einzusehen,' wollte si§ immer nur Macht auf Macht häufen ; sie gieng in dem Übermaße ihres Prinzips unterv Ich traure um sie, weil sie mehr als jede andere Regierungsform dazu geeignet war, unsere Erziehung zu vollenden. Noch zwanzig Jahre einer unabhängigen Presse, ohne Erschütterungen, und die alten Generationen wären verschwunden, die Sitten Frankreichs so verändert, und die öffentliche Meinung so weit vorgeschritten gewesen, daß wir ohne Gefahr jede Revolution hätten aushalten können. Der nun eingeschlagene Weg ist kürzer; aber ist er besser, sicherer? — Es giebt zwei Gattungen von Revolutionären ; die einen wünschen die Revolution mit der Freiheit, das ist die geringste Zahl; die anderen wollen die Revolution mit der Macht,, das ist die unermeßliche Mehrzahl. Wir täuschten uns ; gutmüthig glauben wir, die Freiheit sey unser Abgott, und irren uns. Die zwcr vorherrschenden Leidenschaften des Vaterlandes sind Gleichheit und Ruhm. Unser Genie ist daS militärische; Frankreich ist ein Soldat.. Man hat Freiheiten gewollt, so lange sie einer-' — 8 Gewalt cntgcgengesezt waren, die man nicht liebte, und die nur darauf zu sinnen schien, den Nationalidcen zu widerstreben; fezt, wo diese Gewalt umgestürzt, wo diese Freiheiten errungen sind, wer kümmert sich noch um sie, als etwa ich und ein Hundert frommer Seelen meines Schlags? Bei der geringsten Volksbewegung die nicht im Sinne seiner Meynung ist, bei der leichtesten Schramme die ihm ein Journal vcrsezt, ruft der wüthcndste Vertheidiger der freien Presse ganz laut oder ganz leise die Censur um Hülfe an. Glaubt ihr, diese Doktoren, die uns ehedem die Vortrcff- lichkeit der Ansnahmsgeseze vordemonstrirten, die dann, als sse selbst nichts mehr waren, für Preßfreiheit brannten, die sich heute rühmen, immer für alle Freiheiten gekämpft zu haben, glaubt ihr, sie seyen nicht geneigt, zu ihrer erste» Zärtlichkeit für eine weise Freiheit zurückzukehren, was in ihrem Munde die Freiheit in ministerieller Livree, mit einer Kette und Plake am Halse, in einen Thürhüter der Kammer umgewandelt, bedeutete ? Hört man sie nicht schon wieder fezt den alten Wahlspruch der Unmacht wiederholen: daß es unmöglich ist, so zu regieren! 2» meiner lezten Rede auf der Tribune der Pairskammer habe ich es vorhcrgcsagt: die Monarchie vom 29. Juli steht unter der unumgänglichen Bedingung des Ruhms oder der Ausnahmögeseze; von der Presse lebt sie und die Presse tödtet ssc; ohne Ruhm wird sie von der Freiheit verschlungen werden; greift sie diese Freiheit an, so muß sie untergehen. Es wäre doch schon anzusehen, wenn wir, nachdem wir drei Könige mit Barrikaden für die Freiheit der Presse versagt haben, neue Barrikaden gegen die Preßfreiheit errichteten! Und doch, was bleibt zu thun? — Wird die verdoppelte Wirkung der Gerichtshöfe und der Geseze hinreichen, um die Schriftsteller in Schranken zu halten? — Eine neue Regierung ist ein Kind das nur mit einem Leitbande gehen kann. Sollen wir die Nation wieder in Windeln legen? Wird dieser furchtbare Säugling, der in den Armen des Siegs auf so vielen Bivouaks Blut eingezogen hat, seine Windeln nicht zerreißen? — Nur ein alter tief in der Vergangenheit eingewurzelter Stamm konnte ohne Gefahr von den Winden der Preßfreiheit geschlagen werden. Freiheit war in Frankreich während der drei ersten Jahre der Revolution, 10 — weil Legitimität da war: was wurde aus dieser Freiheit von dem Tode Ludwigs XVI. an bis zur Restauration? Sie tödtete Alles unter der Republik und wurde unter dem Kaiser gctödtet. Wir wollen sehen, was aus ihr unter der Wahlmonarchie wird. Die Verlegenheiten dieser Monarchie offenbaren sich jeden Augenblick, sie liegt im Zwie- spaltc mit den absoluten Monarchien des Kontinents, die sie umgeben. Ihre Aufgabe ist es, vorwärts zu gehen, und die sie führen, wagen keinen Schritt; sie kann weder stille stehen, noch zurückgehen, und aus Furcht sich zu übereilen stehen dennoch ihre Leiter stille und gehen zurück. Ihre Sympathien sind für die Volker; muß sie diese vcrläugnen, so bleibt ihr kein Verbündeter. Sie geht einher zwischen drei Schreckbildern: das rcvolutionnäre Gespenst ; ein Kind das am Ende einer langen Reihe von Gräbern spielt, und ein junger Mann dem seine Mutter die Vergangenheit, sein Vater die Zukunft gegeben. Heut zu Tage ist es eine ausgemachte Sache , daß die Restauration eine Zeit der Unterdrückung , das Kaiserreich eine Epoche der Unabhängigkeit war: zwei handgreifliche Ironien. 11 — Jener Liberale der Konscri'ption, der am 13. Vendemiaire auf den Stufen von Saint- Rech das Volk zusammenschoß, und in St. Cloud die Nationalrepräsentation durch die Fenster springen ließ, würde sich, kehrte er in's Leben zurück, sehr über seine Bürgcrkronc wundern. Die Freiheit der Presse und der Redncrbühnc und das Königthum auf den Gassen würden ihm befremdliche Elemente seines Reiches scheinen. Sogar unsern Ratio- nalruhm opfert mau dein Ruhme Napoleons- aus; cS ist als ob wir ohne ihn nichts gewesen wären. Rühmen wir uns unserer Unabhängigkeit, aber laßt uns nicht vor dem Despotismus in Entzückung verfallen; laßt uns die Ehre des Vaterlandes über den Ruhm Eines Mannes, wie groß er auch sey, zu stellen wissen. Was die Restauration anbelangt, so sind die fünfzehn Jahre ihres Bestehens, mit ihren Übclständcu, ihren Fehlern, ihrer Dummheit, ihren Versuchen durch Gesetze und Handlungen zu despotisiren, und mit dem übelwollenden Geiste der sie beherrschte, immer noch, Alles zusammengenommen, die freiesten die jemals die Franzosen, seil dem Anfange ihrer Annalen, genossen haben. Seil sechs Monaten baben wir ein Wunder unter unseren Augen: jede Gewalt ist zerbrochen ; es gehorcht wer will; Frankreich regiert sich und lebt von selbst durch den bloßen Fortschritt seiner Vernunft. Unter welcher Regierung hat es diesen Fortschritt gemacht? Etwa unter den Gesezcn des Konvents und des Direktoriums, oder unter dem Absolutismus des Kaiserthums? — Nein, unter der gesczlicheu Herrschaft der Charte, während des Reiches der Freiheit der Redncrbühne und der Presse. Was ich heute zu sagen wage, wird die Leidenschaften des Augenblickes verlezen; aber Jedermann wird es wiedersagen , wenn die feindselig rückwirkende Gährung einmal beschwichtigt ist. Diese fünfzehn Jahre der Restauration waren sogar nicht ohne Glanz; als Denkmäler hinterließen sie schone Gebäude, Standbilder, Kanäle, neue Quartiere in Paris, Hallen, Wasserleitungen, zahllose Verschönerungen, eine wicdergeborne Militärmarine, das befreite Griechenland, eine tapfere Kolonie in dem Schlupfwinkel jener alten Seeräuber, die ganz Euro- — 13 — pa, drei Jahrhunderte lang, nicht hatte vernichten können, einen unberechenbaren öffentlichen Kredit, und einen industriellen Besitzstand, dessen Blüthe nicht besser als durch die allgemeinen Bankerotte und den, seit der Waht- nionarchie eingetretenen schrecklichen Ruin unserer Manufakturen und Handelspläze bestätigt werden kann. Ich höre von der Erniedrigung reden, in der Frankreich im europäischen Systeme während der Restauration schmachtete. Die sich so ausdrucken, boten wahrscheinlich an der Spize der Jugend den Kugeln der königlichen Garde während der drei denkwürdigen Tage Trotz: im Sinne der Revolution vorwärts schreitend, haben sie ohne Zweifel Kosaken und Pandou- rcn geneckt, den Völkern, die auf unseren Frei- hcitsruf antworteten, Hülfe geboten, und unsere kriegerischen Generationen bis au die Ufer des Rheins geführt. Dieses stolze Schimpfen auf die Restauration ließ mich eines Morgens glauben, Buouaparte habe seinen Staub abgeschüttelt, die Insel, die ihm zum Grabe gedient, ins Meer hinabgctrcten, und sey in drei Schritten über die Pyramiden, Ansterliz und Mareugo zurückgekehrt. Ich blickte hin, — Ul — und was sab ich? Edle Kämpen, vcll des größten Zartgefühls für unsere verlcztc National- ehrc, aber im Grunde die beßten Leute von der Welt. Sie haben sich mit Europa im Frieden gehalten, indem sie zugaben, daß man die Völker, die dumm genug waren, unsere Erklärungen über die Nichtintervcution für Ernst zu halten, zusammenschlug. Die arme Legitimität ließ es sich zuweilen einfallen, Blut in den Adern zu haben. Sie durste von der Bi- dassoa bis nach Kadir. England zum Trotze, gehen; sie rüstete, kämpfte und siegte für Griechenland ; unter den Kanonen von Malta bemächtigte sie sich Algiers und erklärte, sie würde ihre Eroberung nur wann und wie es ihr beliebte fahren lassen. Die jezige Regierung trozt einer andern Autorität: sie schlägt Belgien aus, gegen den Willen der Nation; sie läßt die Polen niedermczeln, gegen den Willen der Nation; sie läßt oder wird Östreich die Fürstsnthümer Parma, Piaccnza, Modena und vielleicht auch Bologna und das übrige Gebiet besezen lassen, gegen den Willen der Nation. Sie fahre nur so fort, so werden die europäischen Kabinette sie der untergegangenen Monarchie vorziehen; sie wird sich bei den legi- — 15 — timcn Regierungen ihre Legitimität verdienen, wie ein Ritter ehedem seine Sporen, nicht mit der Lanze in der Faust, sondern mit dem Hute in der Hand. Sprechen Personen, deren Interessen die Restauration verletzte, zornig von ihr, so begreife ich sie; wollen Andere, Feinde des Blutes der Kapcte, sie verbannen, und sind sie der Meynung, eine Revolution könne nur durch eine Änderung des königlichen Stammes beendigt werden, so kann ich mir zwar ihren Haß nicht erklären, aber ich nehme auf ihr System Rücksicht; drücken sich die wahren Sieger der Juliustage mit Bitterkeit über Alles aus, was ihnen ihre Energie niederzudrücken schien, so fühle ich ihr hochherziges Feuer, ihre lebhaften Hoffnungen mit. Aber wenn Leute, die sich hinter dem Schweife der Restauration hcrschlepptcn, die um ihre Gunst und ihre Bänder bettelten, die von Begierde brannten, ihre Minister zu seyn und noch heute ihre Pensionen und Ämter beibehalten, wenn solche Leute im Angeflehte der Welt von der Verachtung, die ihnen die Restauration einflößt, schwazen kommen, das ist zu arg: mögen sie die Verachtung für sich behalten und wiffen. daß die wahren Freunde dieser Restauration immer nur die Ehre und die Freiheit von ihr angenommen haben. Ich habe die vertrauten Briefe meines hochgefeierten Freundes Eanning in Händen: sie werden der Nachwelt beweisen, daß Frankreich unter der Restauration weder so gcdemüthigt, noch so nachgiebig und verspottet war, als man jezt zu glauben vorgiebt. Der Kaiser Alerandcr könnte mir hierüber andere, unwidcrlegliche Zeugnisse liefern; ich besitze die Beweise des Zutrauens dessen er mich beehrte. Er ließ mir schreiben, daß er mit geschlossenen Lugen alle Traktate, die ich ihm im Namen Frankreichs vorlegen wurde, zu unterzeichnen bereit sey, und die Diplomatie weiß sehr wohk, daß ich nicht aufgehört habe, für mein Vaterland eine billigere Theilung Enropa's, als die der Wiener Verträge, zu fodern. Nach einem allgemeinen Plane, dessen Annahme ich bewirkte, und worin die emanzipirten spanischen Kolonien begriffen waren, würden wir Gränzen erhalten haben, die Paris, das zweimal eingenommen worden, nicht in einer Entfernung von nur sechs Ta- gcmärschen von der feindlichen Reiterei gelassen hätten. Aber hat man in diesem Lande elender 17 — Eifersucht jemals einem Staatsmanne Zeit gelassen , etwas zur Vollendung zu bringen? — Wäre das Kind, dem ich im August meine Stimme gab, zum Könige erwählt worden; hätte ich in seinem Rathe gesessen und die Unruhen im Norden wären ansgcbrochen, so würde ich das junge Frankreich um Heinrich V. berufen und es aufgefodcrt haben, mit dem jungen Monarchen die Schmach Ludwigs XV. auszulöschen. Die Minister der Wahlmonarchie mögen es einmal wagen, einen solchen Hec- resbanu zusammen zu rufen! — Wird die gegenwärtige Regierung unter der dreifarbigen Fahne, wie die Restauration unter der weißen, Krieg geführt haben in Gegenwart der freien Presse; wird sie unsere Besizungen ausgedehnt, unseren Waffenruhm erhöht, unsere Geseze verbessert, die Ordnung wiederhergestellt, Kredit und Handel wieder gehoben haben, dann mag sie auf die Restauration schimpfen. Bis dahin sey sie bescheiden; nicht den Kopf, das Herz muß man hoch tragen. Ihr sprecht von der Erniedrigung Frankreichs und ihr liegt aus den Knieen! Das steht euch sehr übel. Die Besiegten, die es nicht durch eure Hand sind, können noch, ungeachtet ihrer Wunden, cu- reir Handschuh aufbeben und Gcringschäznng mit Geringschäznng erwiedern. Und um hier ein Wort über dieses System der Nichtintcrvention, wovon man so viel Aufhebens macht, zu sagen, so bin ich der Meynung, daß ein Staatsmann nie strenge Prinzipien auf der Tribüne aussprcchen muß, denn die Ereignisse des nächsten Tages können ihn zwingen, davon abzuweichen. Auch haben wir die sonderbare Verlegenheit der Minister gesehen, die immer schrieen sie intcr- venirten nicht, und sich ohne Unterlaß in dir Belgischen Angelegenheiten mischten. Nach seinem eigenen Geständnisse hatte das Departement der auswärtigen Angelegenheiten erklärt, Frankreich werde das Einrücken Östreichs in das insnrgirte Italien nicht billigen, und die Östrcichcr sind eingerückt, und Frankreich hat sie gewähren lassen, und hochherzige Bürger , die nur im Vertrauen auf unsere Erklärung gehandelt hatten , seufzen vielleicht jezt im Kerker. So elenden Widerspruch hätte man vermieden, wäre man innerhalb der Regeln der Politik geblieben. Grnndsäze, die sie nicht sicher ist halten zu können, oder die sie nicht entschlossen ist, fest zu halten, proklamirt eine Regierung nicht so von oben herab. Allerdings muß sie sich für Billigkeit, Freiheit und Ehre bekennen; aber sie bindet sich nicht durch leere Worte, sie bleibt frei, zu intcrvenircn oder nicht, je nach den Umständen und den wesentlichen Interessen des Staats. Leicht ist dieses Räthsel zu erratben: Männer, welche die Revolution vom Juli 1830 nicht recht begriffen hatten, die sich vor ibr fürchteten, die ihr ihre eigene Schwäche liehen, haben geglaubt, die neue Monarchie könne dem Rechte nach nicht bestehen, wenn sie nicht schnell von allen Kabinetten Europ-a's sanktie- nirt werde. Statt zu dieser Anerkennung durch eine starke, großartige Stellung zu nöthigen, hat mau in den Kanzcleicn darum gebeten; man hat das Prinzip der Nichtintcrvention vor- angeschickt, um sich dahinter zu verbergen. Kaum war man anerkannt, (weniger durch die Wirkung deö Nichtintcrvcntionsprinzips, als durch den Schrecken den wir, ungeachtet der demüthigen Stellung des Konscils, einflößen) so fuhr man sich in diesem Prinzip fest, dessen Bedeutung man nicht ganz eingesehen hatte ; man hatte es gewollt, um in Frieden zu vegetiern, nicht um in Ruhm zu leben. — 20 — Gau; gewiß sind wir nicht genöthigt, uns zu Vertheidigern aller Völker, die sich auf der Erde rühren wollen, auszuwerfen; aber unsere Reden und öffentlichen Erklärungen müssen auch keine Fallstricke für sie werden; sie müssen nicht dazu dienen, sie in Unternehmungen zu stürzen, die ihre Kräfte übersteigen, sonst wird ihr Blut auf unS zurückfallen. Frankreich konnte ruhig bleiben; hat es sich aber einmal als Zeuge der Freiheit dargestellt, so muß es in jedem Zwcikampfe zwischen dieser Freiheit und der Gewalt da seyn, um den Streit durch Güte oder mit seinem Degen beizulegen. Geht etwa hieraus hervor, daß ich zum Kriege rathen würde, wenn ich berechtigt wäre, meine Stimme abzugeben ? — Vor fünf oder sechs Monaten würde ich ohne Anstand gesagt haben: „Venuzt die neue Stellung Frankreichs, seine Energie, das Wohlwollen der „Nationen, den Schrecken der Kabinette, um „durch Verträge oder Waffen die Gränzen, „die seiner Sicherheit und Unabhängigkeit feh- „lcn, zu erlangen." Es war dieß eine Lebens- bedingung für eine Regierung, welche die Bewegung vom Juli begriffen hätte. Ist nicht — 21 jezt die Stunde schon vorüber? — Europa war Zeuge unserer Ausflüchte; die Könige sind von ihren Schrecken, die Völker von ihren Hoffnungen zurückgekommen; leztere , sogar betrogene, sind gleichgültig oder feindselig geworden. Unsere Revolution hat nicht mehr den reinen Charakter der ihren Ursprung auszeichnete; sie ist nur noch eine Alltagsrevolution, gemeine Geister haben sie in gemeine Bahnen herabgezogen. Was durch natürlichen Aufschwung der Massen bewirkt worden wäre, könnte vielleicht nur noch durch Mittel, vor denen jeder Ehrenmann zurückträte, bewerkstelligt werden. Ach! der Art war seit einigen Monaten die Verwaltung Frankreichs, daß ich aufgeklärte Bürger, von gesundem Urtheile, von hohem Geiste sich zu dem Glauben hinneigen sehe, ein Bruch mit dem Auslande würde die innere Ordnung gefährden. Sind wir denn wirklich genöthigt, mit den Versicherungen der Kabinette, die uns mit dem Kriege zu verschonen versprechen, fürlieb nehmen zu müssen? Sind wir genöthigt, im Widersprüche mit früheren Aussagen, heute einzngcsiehen, daß wir Europa bei unseren Nachbaren wollen schalten lassen, wie es ihm gutdünkt, und nnS — 32 — auf Vertheidigung unseres Landes beschränken, nachdem wir uns so ritterlich, durch die Nicht- Intervention, für die Paladine der Freiheit der Volker erklärt haben ? Ist die Ehre Frankreichs auf den bloßen Widerstand, den wir einer Invasion entgegensezcn, rcduzirt? Müssen wir unseren Ruf, unser Wort für nichts zählen? — 2» Wahrheit^ haben die Fehler der früheren Verwaltungen die gegenwärtige in die gebieterische Nothwendigkeit versezt, aus Vernunft ein System anzunehmen, was aus Schwäche aufgestellt worden, so muß mau sie beklagen. Wir waffncu uns, damit andere sich entwaffnen, wir richten uns zu Grunde, um das, was uns zu Grunde richten dürfte, zu verhindern: nicht zu solchen Beweisen einer stürmischen Resignation hatte sich Frankreich nach den Iu- liustagcn berufen geglaubt! — Hört man die heutigen Deklamationen, so scheint es, die Verbannten von Edinburg seyen die kleinsten Gesellen von der Welt und ihr Abgang sey nirgends fühlbar. Unserer Gegenwart fehlt nichts als die Vergangenheit; das ist freilich wenig! — Als ob sich die Jahrhunderte nicht eines dem anderen zur Grundlage dienten, — 23 — und, wer zulezt kommt, sich schwebend in der Luft halten konnte! Wie kommt es doch, daß durch die Vcrsezung eines einzigen Menschen in St. Cloud man dem Handel dreißig Millionen hat vorstrecken, für 200 Millionen Staats- waldungcn verkaufen, die Abgaben um 55 Centimen auf das Prinzipal der Grundsteuer und um 50 Centimen auf die Patentgebühren hat erhöhen müssen? Hat je die Krönung eines Königes dem Lande soviel gekostet als unsere republikanische Inauguration? — Mag unsere Eitelkeit noch so sehr an Erinnerungen Anstoß nehmen, die Lilien wegkrazen, Namen uni, Personen ächten, diese Familie, die Erbinn von tausend Jahren, hat hinter sich eine unermeßliche Leere gelassen; überall fühlt man sie; diese, in unsern Augen so unbedeutenden Individuen haben Europa in ihrem Falle erschüttert. Bringen die Ereignisse nur einigermaßen ihre natürlichen Wirkungen hervor, und führen zu ihren Konsequenzen, so hat Karl X. durch seine Abdankung alle diese gothischen Könige, die Großvasallen der Vergangenheit unter der Oberhoheit der Kapete, mit ihm zum Abdanken gebracht. Theoretiker behaupten durch den Sturz der — 24 Legitimität habe man das Prinzip der Wahl gewonnen. Die Wahl ist ein natürliches, uranfänglichcö, unbestreitbares Recht; aber sie gehört der Kindheit der Gesellschaft an, wenn ein Volk, unterdrückt und ohne gcsezliche Gewähr, zu seiner Befreiung kein anderes Mittel hat, als die freie Wahl eines neuen Oberhauptes. Unter der Herrschaft einer vorgerückten Civilisation, bei geschriebenen Gesetzen, wenn der Fürst diese Geseze nicht übertreten kann, ohne sie gegen sich zu bewaffnen und Gefahr zu laufen, seine Krone auf seinen Erben übergehen zu sehen, in einem solchen Zustande verliert die Wahl ihren ersten Vortheil; ihr bleibt dann nichts, als die Gefahren ihrer eigensinnigen Mobilität. In einem unvollkommenen politischen Zustande ist die Wahl die ganze Verfassung; in einem vervollkommneten ist die Verfassung die Wahl, ohne das Leidenschaftliche, Herrschsüchtige, Gesetzlose und Aufrührerische , das ihr anklebt. Kömmt mau, durch die Wahl, zu einer Veränderung des Herrscherhauses, was zuweilen nüzlich seyn kann, so kommt man auch zur Vermehrung der Dynastien, zu Bürgerkriegen wie in Polen, zur Aufeinanderfolge erwählter Militärtyrannen, wie in dem römischen Reiche. Da durch die Wahl das Prinzip der Ordnung nicht dauerhaft in einer fortwährend regierenden Familie ist, so ist es vorübergehend in der vorübergehenden Person des Königs; es fehlt ihm an fester Grundlage, unk, je nach dem Karakter des zum Throne berufenen Individuums, spannt es sich ab bis zur Anarchie , oder wird straff bis zum Despotismus. Fugt ihr, von diesen Gefahren betroffen, zur Wahl die Erblichkeitso schafft ihr eine zwei- lcbige politische Form mit einem Königskopfe und einem Volksschweifc, mit den doppelten Nachtheilen der Wahl und der Legitimität, ohne die Vortheile der einen und der andern. Wir gehen einer allgemeinen Revolution entgegen. Folgt die Umgestaltung ihrem Zuge und trifft kein Hinderniß an, fährt die öffentliche Vernunft in ihrer progressiven Entwickelung fort, wird die moralische Erziehung der mittleren Klassen nicht unterbrochen, so werden die Nationen eine gleichmäßige Freiheit erlangen; geräth aber diese Umgestaltung in's Stocken, so werden sie unter einem gleich- t) -i- mäßigen Despotismus erliegen. Nur kurze Zeit wird dieser dauern, wegen der vorgeschrittenen Aufklärung, aber er wird eisern seyn und eine lange Auslosung der gesellschaftlichen Bande wird ihm folgen. Früher oder später können aus den Jnliustagcn nur permanente Republiken oder zeitliche militärische Regierungen, die sich in ein Chaos auflösen würden, hervorgehen. Noch könnten die Könige die Ordnung und die Monarchie retten, wenn sie die erforderlichen Konzessionen machten: werden sie es thun? Ich denke es nicht. Diese Ideen liegen immer in meinem Geiste, man sieht daher, warum ich, als einzelne Person, dem treu bleiben mußte, was mir als die beste Schuzwache der öffentlichen Freiheiten, als der mindest gefährliche Weg vorkam, aus dem man zur vollen Entwickelung dieser Freiheiten gelangen konnte. Nicht als ob ich ein weinerlicher Prcdikant sentimentaler Politik, ein ewiger Schwäzer von weißem Federbusche und anderen Gemein- pläzcn über Heinrich IV. seyn wollte. Überblickte ich den Raum zwischen dem Tempel- thurme und dem Schlosse zu Edinburg, so würde ich allerdings so viel Leiden aufgehäuft finden, alö Jahrhunderte auf dem edleu Hcrr- scherstamine ruhen. Besonders trägt eine Frau des Schmerzens, als die stärkste, auch die schwerste Last: kein Herz ist, das nicht beim Gedanken an sie bräche; ihre Leiden sind so doch gesteigert, daß sie eine von Frankreichs Größen geworden sind. Aber nöthig ist es gerade nicht, daß man König sey: die Vorsehung schickt besondere Leiden wem sie will, sie sind immer nur kurz, weil das Leben kurz ist, und iu den allgemeinen Schicksalen der Volker zählen sie nicht. Ich will nicht mitleidig wimmern über eine Katastrophe, die man herbeigerufen; Meineid ist begangen worden und Mord zur Stütze des Meineids: ich habe es zuerst gesagt, als ich mich weigerte, dein Sieger Treue zu schwören. Die Charte war verliehen worden; waren darum alle Bedingungen auf der einen Seite und keine auf der andern? — Für diese v e r- liehene Charte hatte Frankreich jährlich mehr als eine Milliarde gegeben; es hatte zudem die Milliarde der Emigrirten und die Milliarden der fremden Mächte bewilligt; so war der Vertrag zweiseitig geworden. Wollte man ihn etwa nicht mehr halten? Dann müßte man — 28 — einige zwanzig Milliarden zurückgeben, vorans- sezen daß nichts geschehen sey, und seine erste Stellung außerhalb des Landes wiedereinnehmen. Man wurde dann von Neuem unterhandelt haben, und es hätte sich ausgewiesen, ob die Nation in die Legitimität ohne die Charte eingewilligt hätte. Aber durfte man, weil man in einer Kammer, die seitdem bewiesen hat, daß sie weder faktiös noch republikanisch war, eine konstitutionelle Opposition antraf, unter dem Vor- wande von Verschwörungen die nicht bestanden oder nur bis zum Jahr 1823 bestanden haben, eine ganze Nation ihrer Rechte berauben! durfte man Frankreich mit Interdikt belegen! es war eine abscheuliche Dummheit die ihre verdiente Strafe erhalten hat. Hätte dieses Unternehmen der Dummheit und der Thorheit auch nur einige Tage Bestand gehalten, so würde Blut geflossen seyn. Siegreiche Schwäche ist unversöhnlich; alle Worte der Hosleute und Spionen jubelten Rache. Ich selbst, der ich hier rede, wäre das erste Opfer gefallen, denn nichts würde mich verhindert haben, zu schreiben. Ich würde mich berechtigt gehalten haben, Gewalt mit Gewalt abzutreiben, Jeden der mich, mit einer Ordonnanz oder einem Gc- sezc in der Hand, hätte verhaften wollen, zu todten. Gestehen wir indessen dieses Alles zn, so bleibt doch unsere Zuflucht zn einer blinden, gränzenlosen Rache nicht minder einer der traurigsten Fälle, die den öffentlichen Freiheiten so wie dem Weltfrieden zustoßen konnten. Was wollen? was suchen wir? — Noch eine vollkommenere Gleichstellung Aller, als die wir bereits haben? —Aber die Ungleichheit geht immer wieder aus der Natur der Menschen und der Dinge hervor. Wie viele Nc- volutionnärc, im Unmnthc darüber, daß sie im Lause der Revolution zn keinem Ziele kommen konnten, kehrten verzweifelt die Hände, die sie gegen die Gesellschaft gewandt hatten, zulczt gegen sich selbst! Ihrem Hochmnthc schien die rothe Müze nur eine andere Art von Kroire, und der Sanskülottismns nur ein Adel von dem ein Marat und Robespkcrre die Großwürdner waren. Wüthend darüber, daß sie sogar in der Welt der Schmerzen und Thränen immer noch Ungleichheit der Stände antrafen, und dazu verdammt waren, in der Feodalität der Gleichmachet- und Scharfrichter immer nur die Gemeinen zu seyn, vergifteten — 30 sie sich oder schnitten sich die Kehle ab, um den Superioritätcn des Verbrechens auszuweichen. Sollen wir uns solchen Veteranen der Revolution , solchen invaliden Halsabschneidern von 1793 wieder übergeben, die nichts so schon finden als Schlachten der Guillotine und Siege des Henkers über die jungen Mädchen von Vcrvun und den Greis MaleShcrbes; die da glauben, inan würde sich heute eben so lammhcrzig wie damals hinrichten lassen; die dafür halten, es sey möglich, den gcsez- lichcn Mord und die stolze Schrcckcnsregie- rung wieder herzustellen, um zulezk das trostlos blutige Frankreich wieder unter den Säbel eines Bnonaparte in Miniatur, mit Begleitung von Knebeln, Handeisen und sonstigen Fesseln und kaiserlichen Parodien hinzuwerfen? — Was will auf der andern Seite die alte royalistiscbe Partei, voll Ehre und Rechtlichkeit, deren Verständniß aber gleich einem Kerkergewölbe, ohne Thüre und Fenster, ohne Luftloch noch irgend eine Öffnung, durch welche der geringste Strahl Licht fallen könnte, vermauert ist? — Diese alte, achtnngswerthe — 31 Pakthei würde morgen in dieselben Fehler verfallen, die sie heute begangen: immer von Heuchlern, Jntriguanten, Schurken und Spionen überlistet, verbringt sie ihr Leben in kleinen Anzettelungen, die sie für große Verschwörungen hält. Zwischen Menschen, die alle unsere Freiheiten für die Stelle eines Scharfrichterbnben im Dienste der Legitimität hingeben; denen, die sie für Blut irgend einem Usurpatoren ihrer Wahl verkaufen möchten, und denen die, weder zur einen noch der anderen Seite gehörend, unbeweglich in der Mitte stehen, gcräth man sehr in Verlegenheit. Vor politischen Systemen scheute ich mich nie; ich habe sie alle durchdacht; es giebt keine Ideen der Art, deren Kreis ich nicht hundert und hundertmal durchlaufen hätte. Ich bin nun so weit gekommen, daß ich weder an die Völker noch an die Könige glaube; ich glaube an die Intelligenz und an die Thatsachen aus denen sich die Gesellschaft znsammensezt. Niemand ist mebr als ich von der Perfcktibilität der menschlichen Natur überzeugt; spricht man mir aber von der Zukunft, so muß man Lumpen, die seit zwei tausend Jahren in den — 32 — Schulen der griechischen Philosophen und den Predigthänsern der christlichen Ketzer hängen, mir nicht für Neues geben. Ich rufe der Jugend die Warnung zu, daß, wenn man zu ihr von der Gemeinschaft der Güter, der Weiber, der Kinder, von dem Mischmasch der Körper und Seelen, von Pantheismus und der Anbetung der reinen Vernunft, u. s. w. wie von Ent» decknngen unserer Zeit spricht, man ihrer nur spottet: diese Neuigkeiten sind die ältesten und jämmerlichsten Hirngespinste. Möge doch dieser bewundernswcrthe Theil Frankreichs seine Kraft nicht misbrancken! möge er sich wohl hüten, die Säulen des Tempels zu erschüttern! Man kann auch die Zukunft über sich zusam- menreifsen und mehr als einmal haben sich die Franzosen unter selbstgemachten Trümmern begraben. Frei von jedem Vorurtheile, beklage ich daher nur meines Landes wegen einen so schleunigen Umsturz. Nach meinem Wunsche hätte man bei der Unschuld und dem Unglücke stehen bleiben sollen. Der Gränzpfahl war schön; auf ihm würde die Fahne der Freiheit, weniger Stürmen ansgcsezt, geweht, und alle Interessen würden sich um sie vereinigt haben. Die Jugend wäre dann natürlich dazu berufen gewesen, ein Zeitalter, das ihr angehörte, in Besiz zu nehmen. Man übersprang zwei Stufen; man machte sich von 25 bis 30 Jahren hinfälligen Alters frei; man hatte ein Kind, das man in den Ideen der Zeit erzogen,, nach den Meynungen und Bedürfnissen des Vaterlandes ausgebildet hätte. An der Charte und den Gesezen hätte man zugleich alle beliebigen Änderungen vorgenommen. Fügt, was ein leichtes war, noch Rubin zn diesem Regierungsantritte, mitten im Überflüsse der Freiheit, und ihr würdet daraus eine der größtem Epochen unserer Geschichte gemacht haben. Sage ich, die Jugend würde dazu berufen: gewesen seyn, ihr natürliches Erbe anzutreten, so äußere ich nur Nnbezwcifelbarcs. Die Restauration verkannte kein Talent; Zeuge davon sind die Männer die heute das Staatsrndcr lenken. Der Marschall Soult, der Baron LouiS waren Minister Ludwigs XVIII. Hr.. v. Villele wollte, zur Zeit seines Sturzes, das Finanzdepartcmcnt au Hrn. Lafi'tte übertragen. Nach seinem Sturze schlug man mir vor, wieder in's Ministerium zu treten; ich willigte 3 ein, jedoch unter der Bedingung daß die HH. Casimir Perrier, Sebastian! und Royer-Collard mit mir einträten; für den Augenblick ließ sich daS nickn einrichten. Karl X. scheint sich in St. Clond an meinen Vorschlag erinnert zu haben, denn er ernannte Hrn. Casimir Perrier zum Finanzminister Heinrichs V. Im Jahr 1819 trug man dem Hrn. v. Rignp das Portefeuille der Marine an. Die Herren d'ülrgont und Montalivct erhielten ihre Pärswnrde von der Legitimität: Leztercr erbte nicht bloß die Pairie seines Vaters, sondern auch kollatcral die Pairie seines Bruders ; eine allerdings verdiente, aber nicht weniger ganz besondere Bc, gnnstignng. Ich glaube wahrhaftig, recht von Herzen hat die Restauration-nur mich zurückgestoßen. Konnte man aber bei Heinrich V. stehen bleiben? — Ja, mit weniger Feigheit anf der einen und mehr Kaltblute anf der andern Seite. Man will behaupten, der minderjährige Monarch würde sich neben dem abgedankten Könige nicht haben halten können; die Intriguen des alten HofeS würden Alles untergraben ; zwei Gewalten, die eine anf das Recht, die andere anf die That gcstnzt, wurden sich, — 35 — im Staate bekämpfend, ihn zerstört haben,und endlich wären die Ansprüche der ursprünglichen konstitnirenden Gewalt, des göttlichen Rechtes, immer bestehen geblieben. Ich bin nicht dieser Meynung: hätte man um Heinrich von Bearn die starken Männer, die nicht einmal in der Wahlmonarchie Plaz gefunden, alle energischen Häupter der liberalen nnd militärischen Vergangenheit, alle Talente, die gcsammte Jugend berufen, so hätte man leicht die Jäger, alten Weiber, Inquisitoren und Publizisten von St. Gcrmain und Fontaineblean im Zügel gehalten. Die Erfahrung hat überdies; bewiesen, daß ein ab- geseztcr König wenig Macht hat. Um Kar! X. nnd seinen Sohn^> falls sie in Frankreich geblieben wären, hätten sich nicht bloß keine Bewerber nnd Schmeichler gesammelt, sondern sie wären bald in der tiefsten Einsamkeit versunken gewesen. Sczt ihr das Gegentheil voraus? Nun so war es noch immer Zeit zu thun, was am 6. August geschehen ist; dabei hätte man den Vortheil gehabt, Frankreich durch die Erfahrung zu überzeugen, daß man unter der älteren Vourbonifchen Linie keinen Schnz finden konnte, daß man gezwungen war, einen neuen Monarchen zu ^wählen. Nehmen wir endlich an , es sey nützlich gewesen , dieses Kind, das nacheinander auf Frankreichs Boden seines Bakers, seiner Krone und seines Grabes beraubt worden, abzusezen; geben wir zu, diese vorausgcsezte Regierung wäre nicht glücklich gewesen: seyd ibr darum heute besser daran, seyd ibr der Zukunft sicherer? — In jedem Falle wäre, nach meiner Meynung, ein zur Berathschlagung über das zu Thuende berufener Nationalkongreß einer Regierung vorzuziehen gewesen, die für 33 Millionen Menschen, von Stadt zu Stadt, mit der Durchfahrt eines Postwagens, über dem eine dreifarbige Fahne wehte, iuzprovisirt worden. Haben selbst diejenigen, die die ^Bewegung anfingen , sie so vollständig gewollt? — Zedcs Bolk hat seinen Fehler; der mistige ist, zu schnell und über Alles hinauszugehen, uns jenseits des Guten zu befinden anstatt in seiner Mitte, wenn wir es antreffen, stehen zu bleiben. Im Moralischen wie im Physischen überspringen wir immer den Zweck; wir treten die Zdeen mit Fußen, wie wir über die Leichname unserer Feinde wegschreiteu: unsere — 37 — Eroberungen hätten beim Nheiuc stehen bleiben muffen, und wir liefen nach Moskau und wollten nach Indien laufen. Die gegenwärtige Regierung schüzt mich als einen friedlichen Fremden; ihren Gcsezcn bin ich Anerkennung und Gehorsam schuldig, so lange ich den Boden, auf dem sie mir zu athmen erlaubt, bewohne. Ich wünsche sie glücklich, weil ich Frankreich glücklich wünsche ; ihre Minister sind ehrcnwerthc Männer; einige haben Talent. Das Oberhaupt des Staates verdient Ehrfurcht; es thut nicht das Böse ; es hat keinen Tropfen Bluts vergossen; es steht über den Angriffen erhaben; es begreift die Treue, die an einem anderen Altare als dem scinigen geschworen worden: daS ist würdig und königlich; aber das kann die Natur der Dinge nicht ändern. Der bestellenden Regierung kann ich nicht dienen, weil ich fürchte, sie könne zur Ordnung nur durch Unterdrückung der Freiheit gelangen, und weil sie mir, will sie die Freiheit achten, der Anarchie ausgesezt scheint. Glücklich werde ich übrigens seyn, wenn ieh mich irre. Es läßt sich in diesem Lande an Leu Menschen etwas Verbrauchtes bemerken, — Z8 das zur Ruhe führen kann. Die Unsicherheit über die Zukunft ist so groß; man kennt so wenig den Punkt des Horizonts, von dein das Licht ausgehen wird; man ist feit vierzig Jahren so sein- an Regierungswechsel gewobut: man bequemt sich so leicht zu Nichts und zir Allem ; man bebt so heftig vor der Möglichkeit einer Wiederkehr der Verbrechen und des Jammers der ersten Revolution zurück, daß die Sachen vielleicht besser gehen werden, als ich denke und so gut als ich es wünsche. Vielleicht erhalten wir eine Kammer, die unter der zu schwachen königlichen Gewalt eine Gelegcn- heitsrepublik koustitnirt, in der Ordnung neben der Freiheit besteht; vielleicht werden große Männer, fähig die Zeit zu bemeistern, aufsteigen; vielleicht wird ein unvorgeseheuer Fall, irgend ein Geheimniß der Vorsehung, Alles zum Meßten einrichten; die Thatsachen werden vielleicht unlogisch, gegen alle Voraussicht und Berechnung ausfallen; in der Nation ist auch vielleicht Mäßigung und Einsicht genug, um alle Hindernisie znübersteign und die Angriffe der periodischen Presse abzuweisen oder unschädlich zumachen: Gott gebe es! Frankreich sey frei, glorreich, blühend, gleichviel durch wen und wie, und ich will den Himmel segnen. Die allgemeinen Grunde, die mich verhindert haben, die Wahlmonarchie anzuerkennen, lassen sich aus dem Gesagten herleiten. Was meine Persönlichen betrifft, so sind diese noch leichter zu begreifen. Ich habe mich nicht in Widerspruch mit mich selbst sezen, nicht meine lange Vergangenheit gegen meine kurze Zukunft waffnen, nicht bei jedem Worte, das aus meinem Munde gehen würde, errathen, und nicht dahin kommen wollen, daß ich beim Wicderlesen meiner Schriften mein Haupt vor Scham sinken lassen müßte. Die Inlinstage raubten mir Alles, nur nicht die öffentliche Achtung; die wollte ich mir erhalten. Mag auch der Vorschlag, der die gestürzte Familie für immer vom Boden Frankreichs verbannt, eine nothwendige Folge des Sturzes dieser Familie seyn; diese Nothwendigkeit erzeugt für mich eine ganz entgegengesezte: sie zwingt mich mehr als jemals, mich von der Gegenwart zu trennen und diese Trennung von Neuem offemlich ansznsprcchen. Vergebens würde ich überdieß in den verschiedenen Ka- thegoricn derjenigen, die sieh der neuen Drd- — qo nung angeschlossen haben, meine Stelle suchen. Es giebt Menschen, die im Gefühle 'ihrer" Talente und Tugenden ihrem Vaterlande haben dienen müssen, als es ihnen nicht mehr möglich war, die Regicrungsform, die sie vorzogen, zu erhalten; ich bewundere sie, aber so hohe Gründe sind meiner Schwäche und meinem Unvermögen fremd. Es giebt Menschen, welche für den Sturz Karls X. und seiner Nachkommen aus Pflicht und in der festen Überzeugung gestimmt haben, daß für das Heil Frankreichs nichts Besseres geschehen konnte; sie haben Recht gehabt, da sie überzeugt waren; ich war es nicht, kann mithin ihrem Beispiele nicht folgen. Es ^iebt Menschen, die weder ihre Laufbahn unterbrechen, noch die Interessen ihrer Familie aufs Spiel sezen, noch das Vaterland ihrer Einsichten berauben durften, weil es der Regierung beliebt hatte, Thorheiten zu begehen: sie haben sehr wohl gethan, sich der neuen Gewalt anzuschließen. Müßten, so oft ein Monarch fällt, alle Individuen, groß und klein, mit ihm fallen, so wäre keine Gesellschaft möglich. Die Krone' muß ihr Wort hal- leu; bricht sie es, so sind die Unterthanen oder Bürger des ihrigen entbunden. Lider mein früheres Leben ertaubte mir nicht, diese allgemeine Regel zu befolgen; ich befand mich im Attsnahmsfalle. ES giebt Menschen, welche die Dynastie der Vonrbone verabscheuen und ihre Verbannung geschworen haben: ich halte dafür, es sey Zeit mit Acht und Verbannung aufzuhören. Als Minister und Gesandter habe ich der Familie Bnonapartc alle mir möglichen Dienste geleistet; sie mag mich Lügen strafen, wenn ich unwahr rede: an mir lag es nicht, daß sie nicht wieder nach Frankreich zurückberufen und selbst das Standbild Napoleons nicht wieder auf die Vcndome-Saule hingestellt wurde. So weitltinsassend dachte ich mir die legitime Monarchie ; mir schien es, die Freiheit müsse dem Ruhm in's Angesicht schauen. Es giebt Menschen, die an die Volksson- veranetät glauben, und diesem verführten Prinzip der alten politischen Schule den Sieg haben verschaffen wollen: ich glaube nicht an das göttliche Recht, aber eben so wenig an die Souvcranetät des Volks. Ich kann sehr wohl ohne einen König fertig werden ; erkenne — 42 mit iildeffen nicht das Recht zu, einem Anderen den König meiner Wahl aufznnöthigcn. Monarchen für Monarchen schien mir Heinrich von Bearn für die Ruhe und Freiheit Frankreichs vorzuziehen. Darum gab ich meine Stimme Heinrich V., wie mein Nachbar rechts Ludwig Philipp I., mein Nachbar links Napoleon II., mein Nachbar gegenüber die Republik hat wählen können. Es giebt Menschen die, nachdem sie der Einen und untheilbarcn Republik, den Fünf- herren des Direktoriums, den Drciherren des Konsulats, der Eittherrschaft des Kaisers, der ersten Restauration, der Znsaz-Akte zu den Konstitutionen des Reichs und endlich der zweiten Restauration den Eid der Treue geleistet hatten, auch für Ludwig Philipp noch einen Eid in Vorrath haben; so reich bin ich nicht. Es giebt Menschen, die im Juli ihr Wort auf den Grcve-Platz hingeworfen haben, wie die römischen Ziegenhirten, die zwischen den Ruinen gerade oder ungerade spielen. Diese Menschen haben in der leztcn Revolution nur einen Glnckswnrf gesehen ; dauert diese Revolution nur so lange, daß sie dem Glückt Eins ablisten können, dann komme was will. Wer die Politik nicht nach seinen Privatinte- ressen einrichtet, den nennen sie einen Pinsel und Dummkopf: ich bin ein Pinsel und ein Dummkopf. Es giebt furchtsame Seelen, die wohl gerne nicht geschworen hatten, die sich aber im Geiste schon mit ihren Großältcrn und Kindeskindcrn und allen Eigenthümern ermordet sahen, wenn sie den Eid nicht hergestammelt hätten: es ist dieß eine physische Wirkung die ich noch nie verspürt; ich will die Gebrechlichkeit des Alters abwarten, kommt sie dann, so will ich überlegen. Es giebt große Herrn aus den Zeiten des Kaiserthums, die an ihre Pensionen, aus welchen Händen sie auch fallen mögen, durch heilige und unauflösliche Bande gebunden sind; ihnen ist eine Pension ein Sakrament; es drückt, gleich der Priesterweihe, einen unauslöschlichen Karakter auf; ein pensionirtes Haupt muß ein pensionirtes bleiben, und da die Pensionen auf dem Schaze lasten geblieben, so bleiben auch sie darauf lasten. Ich bin daran gewohnt, mich vom Glücke zu scheiden: zu alt für dasselbe, gebe ich eS auf, damit es mich nicht aufgebe. — 44 — Es giebt hohe Barone des Throns und Altars, welche die Ordonanzen nicht verrathen haben; aber die Unzulänglichkeit der Mittel um sie zu vollziehen hat ihre Galle erregt; entrüstet darüber, daß man sich gegen den Despotismus verfehlt habe, sind sie ein anderes Vorzimmer aufsuchen gegangen. Mir ist es unmöglich , ihre Entrüstung und ihre Wohnung zu theilen. Es giebt gewissenhafte Leute, die meineidig sind nur Um meineidig zu seyn; die, wenn sie der Gewalt nachgeben, nicht minder für das Recht sind. Sie weinen über den armen Karl X., den sie erst durch ihre Rathschläge in's Verderben gelockt, dann durch ihren Eid gelobtet haben; sollte aber jemals er, oder sein Stamm, wieder auferstehen, so sind sie abermals die Blize der Legitimität. Ich hing immer dem Tode fromm an; ich folge dem Lcichen- begängniffe^der alten Monarchie, wie der Hund des Armen. Es giebt endlich treue Ritter, welche in ihrer Tasche Dispensen haben, die ihnen Ehrlosigkeit und Trenbruch erlanben. Ich habe keine solche Dispensen. Ich war dcr Mann der möglichen Restauration, dcr Restauration mit allen Freiheiten. Diese Restauration hat mich für einen Feind gehalten; sie bat ihren eigenen Untergang bewirkt; ich muß ihr Loos theilen. Soll ich hingehen, und die wenigen Jahre, die mir noch bleiben, an ein neues Glück knüpfen, wie jene Rockschleppcn, welche die Frauen von Hofe zu Hofe hinter sich her ziehen, und worauf Jedermann treten kann? — An dcr Spize dcr jungen Generationen wäre ich verdächtig; hinter ihnen ist mein Plaz nicht. Ich fühle sehr wohl, daß keine meiner Kräfte gealtert hat; besser als jemals verstehe ich mein Jahrhundert; in die Zukunft dringt mein Blick kühner als irgend einer; aber das Geschick hat entschieden: im rechten Augenblicke sein öffentliches Leben beschließen ist für den Staatsmann eine nothwendige Bedingung. Indem ich schließe, muß ich einem Misver- ständnisse vorbeugen, das meine Worte in einigen Kopsen erzeugen könnten. Angebliche Royalisten, so sagt man, wünschen nichts sehnlicher, als daß Europa Frankreich angreife. Wohlan! der Tag, an dem matt Frankreichs Boden verlezte, würde meine Pflichten ändern. Ich will Niemanden täuschen; mein Vaterland will ich eben so wenig als meinen Eid verrathen. Ihr Noyaliften, wenn es solche giebt, die ihr die feindlichen Bayonctte heranwünscht, täuscht euch nicht über meine Gesinnungen; werdet wieder meine Hasser und Vcrlänmder; für euch bleibe ich ein Renegat, ein bodenloser Abgrund trennt uns. Heute wurde ich mein Leben dem Kinde des Unglücks zum Opfer bringen; morgen, läge in meinen Worten einige Kraft, würde ich die Franzosen gegen den Fremdling zusammenrufen, der uns Heinrich V. in seinen Armen bringen wollte. Hätte ich noch die Ehre, zur Pairskammer zu gehören, so würde ich auf ihrer Rednerbühne gesagt haben, was ich in dieser Broschüre sage, mit Ausnahme dessen was den End betrifft: denn in dieser Hinsicht wäre dann meine Stellung nicht mehr dieselbe. Meine Stimme wird vielleicht unbequem seyn : man beruhige sich indessen; bleiben die Sachen wie sie sind, so ist es das lezte Mal daß man sie über Politik hört. Bereit, auf fremder Erde mein Leben beschließen zu gehen, wünsche ich, daß außer mir kein Franzose mehr verbannt sey; ich wünsche, daß der Vorschlag znr Verbannung des gefallenen Hauses nicht angenommen werde: zu Gunsten einiger Häupter, die man achten will, mache ich meine Meynung bekannt. Im Monat Attgnst begehrte ich für den Herzog von Bordeaur eine Krone: heute bitte ich für ihn nur um die Aussicht ansein Grab in seinem Vaterlandc: ist das zu viel? —