Ueber den Ursprung der von Pallas gefundenen und anderer ihr ähnlicher Eisen m a sse n, und über einige damit in Verbindung siehende Naturerscheinungen. von Ernst Florens Friedrich Chladni/ in Wittenberg, der Phil, und Rechte Soctor, der Berliner Gesellschaft Naturf. Freunde Mitglied, u»d der kbnigl. Socictcll der Wissenschaften zu Göttingcn Correspondeiiten. Riga, »ey Johann Friedrich Hartknoch. l 7 9 4. I n h a t K. i. Der gefundene Stoff niedergefallener Feuerkugeln, und die Pallasische wie auch andere ihr ahnliche Massen sind ganz einerlei). -- - S. i §. s. Allgemeine Bemerkungen über Feuerkugeln. ? - - §. z. Nachrichten von einigen Beobachtungen. - - - s K. 4. Gründe gegen einige bisherige Erklärungsarten, I.) gegen die Erklärung aus der Nordlichtsmaterie, i ä i; II.) ----- — aus blosser Elektricität, III.) —>— aus einer Anhäufung lockerer Materien in der obern Luft, -- - , - i'8 IV.) —— aus einer Entzündung der brennbaren Lust. - 20 H. 5. Feuerkugeln bestehen aus schweren und dichten Grundstoffen, und sind nicht tcllurische, sondern kosmische Körper. - - 22 §. 6. Die meisten Sternschnuppen sind wahrscheinlich auch nichts anders. - 25 §. 7. Beobachtete Wirkungen an dem Orte, wo Feuerkugeln niedergefallen. -- 28 §. 8. Beyspiele von gefundenen Massen an dem Orte des Niederfallens. - 29 K. 9. Nachrichten von der Palkasischen und einigen ähnlichen, wahrscheinlich auf gleiche Art entstandenen Massen. - - , Z9 §. 10. Diese Massen sind nicht auf nassem Wege enstanden. , - 42 K. r i. Sie sind nicht durch Kunst geschmolzen. . , , 44 §. i2. Sie sind nicht durch den Brand eines Waldes oder Steinkohlenflözes geschmolzen. - . - , 46 Z. i z. Sie sind nicht vulkanischen Ursprungs. x .-47 S- 14. §. i4. Sie sind nicht durch einen Blitz geschmolzen. » « §. i). Gründe für den angegebenen gleichen Ursprung der §. 8. und 9. erwähnten Massen, I.) aus der Übereinstimmung der gefundenen Massen mit den Erscheinungen an Feuerkugeln, - - « II.) aus den vorhandenen Nachrichten von herabgefallenen Massen, - III.) aus den Lokalumständen, unter welchen man dergleichen Massen gefunden. , - « - §. 16. Einige fernere Erläuterungen. « - - . §. 17. Vorschlage zu weitern Untersuchungen. « -> » Der gefundene Stoff niedergefallener Feuerkugeln, und die Pallasische wie auch andere ihr ähnliche Massen sind ganz einerlei). Sa die meisten bisherigen Behauptungen über den Ursprung der von Pallas in Sibirien gefundenen und einiger ihr ähnlicher EH» Massen mit den Eigenschaften und mit den Loealumständen derselben gar nicht zusammentreffen wollten: so dachte ich einer andern Erklarungsart nach, rind kam endlich auf eine, welche sich mit deren Eigenschaften und Orksumständen vollkommen vereinen läßt, und zugleich über einige andere ebenfalls noch auf keine befriedigende Art erklärte Naturerscheinungen ein viel helleres Licht verbreitet. So sehr meine neue Erklärungsart manchem anfangs paradox scheinen möchte, so wenig wird sie es ihm dann noch seyn, wenn er meine Gründe gegen die bisherigen und für meine Behauptungen obne vorgefaßte Meynung erwogen haben wird. Allem Ansehen nach sind nämlich diese Machen und der Stoff der Feuerkugeln ganz einerley: Alles, was man an diesen vor und nach ihrem Niederfallen bemerkt hat, lehrt uns, daß sie aus schweren und dichten Grundstoffen bestehen, die weder als dichte Mache durch irgend eine tellurische Kraft in die Höhe geführt, noch aus den in der Atmosphäre befindlichen Theilen angehäuft sehn konnten, sondern aus dem übrigen Welträume zu uns anlangten, und laßt uns wegen der auffallenden Aehnlichkeit der an dem Orte des Niederfallens gefundenen Masch» sowohl unter sich, als auch mit A den 2 Pallaschen und einigen andern Massen mit allem Rechte auf eine gleiche Entstehung dieser mit jenen schließen, welche auch außerdem noch durch viele Gründe bestätigt wird. §. 2. Allgemeine Bemerkungen über Feuerkugeln. Eine Feuerkugel (ftolis) nennt man die ziemlich seltene Naturerscheinung, da eine feurige Masse meist anfangs in der Gestalt eines hellen Sternes oder vielmehr einer Sternschnuppe in einer beträchtlichen Hohe sichtbar wird, sich schnell in einer schief niederwärts gehenden Richtung fortbewegt, dabey an Große bis zu einem den Mond bisweilen übertreffenden scheinbaren Durchmesser zunimmt, öfters Flammen, Rauch und Funken auswirst und endlich mit einein heftigen' Getöse zerspringt. Von den vorhandenen Beobachtungen über Feuerkugeln sind diejenigen ganz abzusondern, wo Blitze oder andere lichterscheinungen damit sind verwechselt worden. So sind z. B. die meisten von Muschenbroek im elüai cls chrchchim (IMel. 1759.) tcnn. II. H. 1716 und von Vassalli in seinem letters IitieoniEreouo1oAic.Im S. 98—100, und S. 190 angeführten nichts weiter, als Blitze gewesen: so betrifft auch die in Silberschlags Theorie der 1762 erschienenen Feuerkugel S. 128 beyläusig erwähnte Erzählung keine Feuerkugeln, solidem ein heftiges Gewüter mit allerley eleetrischen Ausströmungen, und 'die von Chalmer (iNil. rmnmcw. n. 494. S. z66) im Jahre 1749 auf dem Meere beobachte Erscheinung ist nichts anders, als ein Blitz gewesen: desgleichen, wenn Moa (im ersten Tande feiner Reise nach Peru und in der Ulsiwirs «Is I'acuclemls cles lffiences 175 1 sagt, daß zu Santa Maria de la Parilla alle Nächte Feuerkugeln gesehen würden, so kann dieses nicht von eigentlichen Feuerkugeln zu verstehen seyn, sondern von Irrlichtern, die, wie bekannt, in warmen und feuchten Gegenden am häusigsten sind. Nach z Nach Blagdens ganz richtiger Vorschrift (in?i»U. transnct. Vol. UXXIV. I. n. XVIII.) ist bey Feuerkugeln Icücksicht zu nelnnen aus ihre Bahn, ihre Gestalt, ihr licht und ihre Farben, ihre Höhe, ihr Zerspringen und.das Habey wahrzunehmende Getöse, ihre Größe, ihre Dauer und ihre Geschwindigkeit. Aus allen diesen Umstanden, welche ich nach der Reihe durchgehen »verde, ergeben sich gel,»ig Gründe, wodurch die gewöhnlichen ErklärnngSarten aus der Nordlichtsmaterie, aus bloßer Electrn citat, aus Anhäufung lockerer brennbarer Materien in den ober» Gegenden der Atmosphäre, und aus Entzündung der brennbaren luft hinlänglich widerlegt, und meine schon von einigen Naturforschern vorgetragene Behauptung bestätigt wird, daß sie aus ziemlich schweren und dichten Grund., stossen bestehen, die'nicht in der obern lust isich haben anhäufen, oder auf irgend eine Art in die Höhe geführt werden können, daß sie also nicht tellurische, sondern kosmische Körper sind. a) Ihre Bahn scheint parabolisch zu seyn. Die Weltgegend, woher sie kommen, ist ganz unbestimmt. Sie bewegen sich allemal schief niederwärts, so daß die Würkungcn der Schwere daran unverkennbar sinch Der Winkel, welchen diese Bewegung mit dein Horizonte macht, ist sehe unbestimmt; manche sind unter einein beträchtlichen Winkel gefallen, wie z.V. die vom 2Z.Iul. 1762, manche andere sind beynahe mit dein Horizonte parallel gegangen. Es folgt daraus, daß außer der Anziehungskraft der Erde noch eine andere Kraft in sie muffe gewirkt haben. Die -Feuerkugel vom 18. Aug. 178z änderte ihre ursprüngliche Bewegung ein wenig »»ach West, vielleicht nur scheinbar, wegen der Umdrehung der Erde von W. nach O., vielleicht aber liegt der Grund in einein ungleichen Drucke der in ihrem Innern aufwallenden Materie und der ausbrechenden Flammen und Dampfe gegen die lust, welches wohl auch die Ursache gewesin ist, warum man an der vom 2 z. Iul. 1762«!, abwechselndes Schwanken und an der vom Zi.ldct. 1779 eine schlängliche Richtung des A 2 Schweifes Schweifes bemerkt hat. Aus einer Beobachtung von Kirch in IsIlmm. ibüit. (kml-zs. i6g6, wo eine Feuerkugel an der nämlichen Stelle zu bleiben schien, folgt weiter nichts, als daß das Auge des Beobachters in der Züchtung ihrer Bewegung gewesen ist. An einigen, wie z. B. an der vom 9. Febr. 1750 und der vom c-z.Iul. 1762 hat man eine Umdrehung lim die Axe bemerkt. b>) Was ihre Gestalt betrifft, so sieht man sie meist anfangs wie einen bellen Stern, oder vielmehr w ie eine Sternschnuppe; bey mehrerer Annäherung vergrößern sie sich zu einem den Mond bisweilen übertreffenden scheinbaren Durchmeffer; die meisten verändern oft ihre Gesta.lt, bald erscheinen sie rund, bald länglich; sie ziehen meist einen langen Schweif nach steh, der aber wohl wegen der so geschwinden Bewegung noch länger erscheinen mag, als er würklich ist, eben so, wie bey schneller Bewegung einer glühenden Kohle der ganze Weg erleuchtet erscheint. Manchmal sondern stch kleinere Kugeln davon ab, die hinter vergrößern hergehn; nach dem Zerspringen sieht man bisweilen die einzelnen Suicke niederfallen, oder neben einander ihren Weg fortsthen. c) Ihr Licht ist allemal sehr hell und blendend weiß, so daß'es zwar dem Sonnenlichte nicht gleich kommt, aber das Mondenlicht sehr weit übertrifft; einige Beobachter vergleichen es mit weißglühendem oder geschmolzenen Eisen, andere mit brennendem Kampfer. Die am26.Nov.1758 und 10. May 1760, welche am Tage erschienen, gaben ohngeachtet des hellen Sonnenscheines doch ein starkes'Licht. Bisweilen ift die weiße Farbe etwas in das Bläuliche gefallen, z.B. bey der am 18.Aug. 178z. Man hat gewöhnlich ein sehr ungleiches, und ve än erliches Licht bemerkt, so daß gleichst m eine Aufwallung der Materie darinnen sichtbar gewesen ist. Sie zeigen würklich einen brennenden Ausir-nd, meistens hat man sie Flammen, Rauch und Funken auswerfen gesehen, bisweilen aus einigen Oftnungen, wie z. B. die, welche man 1719 in Italien beobachtet hat. hat. Der Schweif zeigt meistens ein weniger Helles Licht, als der Kern. Sowohl die ganze Masse, als auch die nach der Zerrheilung bisweilen neben einander fortgehenden einzelne Stücke sind meist in einen weißlichen Nebel eingehüllt erschienen. ck) Ihre beobachtete senkrechte Hohe ist immer sehr betrachtlich gewesen. Aus Berechnungen der Parallaxe fand man die am 21. May 1676 erschienene Feuerkugel wenigstens z8 Jtalianische (9? deutsche) Meilen hoch; die am Z i. Iul. 1708 4« bis 50 Englische (9 bis 11 deutsche) Meilen; die am 22. Febr. 1719 zwischen 16000 und 20000 Schritt; die am 17. May,1719 64 geographische oder deutsche Meilen; die am 26. Nov. 1758 erst 90 bis 100, nachher 26 bis Z2 Englische Meilen, (also erst ungefähr 19t bis 22, nachher 5-s bis 7 deutsche Meilen); die am 2z. Iul. 1762 bey der ersten Beobachtung 19, bey dem Zerspringen über 4 deutsche Meilen; die am 17. Iul. 1771 bey der ersten Wahrnehmung 41076 und bey dem Zerspringen über 20598 Toisen, (also erst ungefähr 11, nachher fast 6 deutsche Meilen); die in Nordamerika am 51. Oct. 1779 61 englische (iz deutsche) Meilen; die am 18. Aug. 178z in England 55 bis 60 englische (12 bis.iz deutsche) Meilen, in Frankreich weniger; und die am 4. Ort. 178z 40 bis 50 englische (9 bis n deutsche) Meilen hoch. e) Das Zerspringen mit einem Heß igen Getost scheint ihnen allen eigen zu ftyn; wo man nichts davon bemerkt hat, liege es unstreitig daran, daß der Ort der Beobachtung zu weit davon entfernt gewestn ist. Bisweilen zerspringt eine Feuerkugel ganz, bisweilen auch nur theilweise, dir einzelnen Stücke zerspringen bisweilen wieder. Daher kommt auch die Verschiedenheit des Getöses, indem man ein oder mehreremal einen Knall, wie einen Kanonenschuß gehört hat, bisweilen mit einem daraus folgenden rasselnden Geräusche. Dieses letztere haben manche Beob- A z achter 6 achter dein Donner ahnlich gefunden, andere vergleichen es mit dein Rollen vieler Wagen, andern ist es vorgekommen, als ob ein großer Haufen von Gewehren durch einander gerüttelt würde. Das Getose.ist einige, mal so heftig gewesen, daß Thüren, Fenster und ganze Hauser, wie bey einem Erdbeben sind erschüttert worden; z. B. am 21. May 1676, am 17.May 1719, am z.sMärz 1756 und am 17. Iul. 1771. Man hat es an einer in Nordamerika am 10. May 1760, wo drey Explosionen bemerkc wurden, an Orten gehört, die 80 englische (fast 17^ deutsche) Meilen und bey einer andern an? 24. Nov. 1742 an Orten, die 200 englische (über 4 z deutsche) Meilen von einander entfernt sind. An der von? 2z Iul. 1762 hat man es in Entfernungen von 20 deutschen Meilen von den? Orte, über welchen sie zersprungen, noch stark hören können, bey dieser, und bey der von? 18. Aug. 178z hörte man den Knall an entfernte«? Orten wohl 10 Minuten nach de«?? Zerspringen. Nach einigen Nachrichte«? hat «na«? bisweilen einige Zeit nach den? Zerspringen einen Schwefelgeruch verspürt. Bey einigen Feuerkugeln, wie bey denen von 1676 und 1762 will «na«? außer dein Getöse des Zerspringens vorher bey ihre«?? Durchgänge durch die Atmosphäre ein Zischen gehört haben. Daß man öfters nach dein Zerspringen die einzelnen Stücke entweder niederfallen, oder nebe«? einander ihren Weg fortsetzen und bisweilen von neuein zerspringen gesehen hat, ist schon vorher erwähnt worden; bey manchen Beobachtungen wird aber nichts davon gedacht, sondern das Zerspringe!? vielmehr als ein Verschwinden oder Verlöschen angesehen, unstreitig deswegen, weil die durch die Hitze und die dadurch entwickelten elastischen Flüßigkeiten zu einem beträchtlichen Umfange als eins oder mehrere Blasien ausgedehnt gewesine Masse in einzelne kleinere aber dichtere Mach» zusammen gesunken, die wegen ihres geringer» UmfangeS weniger in die Augen gefallen, und überbicsis die Augen der Beobachte^, wohl meist zu sehr aus den Ort des ZerspringenS mögen gerichtet gewesen sern, 7 yn, als daß sie zugleich auf das fernere schnelle Fortgehen dieser kleinern Massen hatten Achtung geben können. An der Stelle des Zerfpringens hat man bisweilen noch einige Augenblicke nachher einen schwach leuchtenden Nebel gesehen, wovon der Grund ohne Zweifel darinnen liegt, weil die in der zähen Hülle eingeschlossen gewesenen Dampfe und luftarten wegen ihrer lockern 'Beschaffenheit nicht so schnell sich haben weiter fortbewegen können, wie die dichtere Materie, welche sie umgeben hatte. k) Ihre Größe ist nach allen Beobachttingen ansehnlich gewesen. Viele Genauigkeit darf man bey deren Bestimmung nicht erwarten, weil man bey einer so schnell vorübergehenden Erscheinung nicht Zeit hat, Messingen anzustellen, sondern die scheinbare Größe nur ungefähr nach dem Augenmaße schätzen und durch deren Vergleichung mit der Entfernung einigermaßen auf die wahre Größe schließen kannn. Bey der Feuerkugel von 1676 schätzte wanden längerwDurchmesser ungefähr eine italienische (Z deutsche) Meile, den kürzern halb so groß, bey der am 22. Febr. 1719 den Durchmesser 3560 Schuh; am 26. Nov. 1758 zwischen iundiZ englischen Meile, am 23. Iul. 1762 wenigstens 506 Klaftern, am 17« Iul. 1771 mehr als 500 Toijen oder Klaftern, am 31.Oct.1779 den. kürzern wenigstens 2 englische Meilen, am 18. Aug. 1783 den kurzern ä, den längern 1 bis 2 englische Meilen, nach den französischen Beobachtungen, wo aber mit Recht bemerkt wird, daß die Zahlen eher zu klein, als zu groß angegeben sind, soll der Durchmesser nur 216 Fuß gewesen seyn. Z) Die Dauer ihrer Erscheinung hat man bisweilen nur ungefähr 16 c^ecunden, mehrenthcils aber auf eine halbe oder ganze Minute gc- schatzl) einigemal auf etliche Minuten. b) Die Gefchwindlgkeit ihrer Bewegung ist so gros, daß sie blswei-sn der Geschwindigkeit des kaufes der Erde oder anderer Weltkörper völlig gleich kommt. Durch den Fall auf unsire Erde würde eine so schnelle schnelle Bewegung, noch dazu in so schiefer Richtung nicht haben können bewürkt werden, es ist also zu schließen, daß außer der Anziehung der Erde noch eine andere Kraft in sie müffe gewürkt haben. Die am 21. May 1676 durchlief in einer Secunde wenigstens 2s italiänische (s deutsche) Meilen; die am 17. May 17 19 wenigstens 5 deutsche Meilen; die am 26. Nov. 1758^30 englische (über 6jdeutfche) Meilen; die am 2Z .Iul. 1762 IO0OI Toisen, (beyitahe T deutsche Meilen); die am l7.Iul. 1771 6 bis 8 Stunden Weges (4- bis 6 deutsche Meilen); die am iL. Aug. 178z nach den englischen Beobachtungen 20 bis 40 englische Meilen, nach den französischen Berechnungen, wo die Zahlen überhaupt zu klein angenommen scheinen, 10Z2 Toisen; die am 4. Ort. 178z, 12 englische Meilen. §. Z. Nachrichtcn von cinigm Beobachtungen. Als Belege zu dem vorigen §. werde ich aus den vielen altern und neuern Beobachtungen nur einige der vorzüglichsten erwähnen. Daß solche Nachrichten ganz davon abzusondern sind, die keine eigentliche Feuerkugeln, sondern andere damit verwechselte Lichtmeteore betreffen, habe ich schon erwähnt. Auch in Beobachtungen über würkliche Feuerkugeln haben sich manche optische Tauschungen eingeschlichen; so hat z. B. mancher die Entfernung nach dem Augenmaße weit geringer geschätzt, als man sie nachher durch Berechnungen gefunden hat, welches bey einer so schnell vorübergehenden Erscheinung, die nicht immer von Naturkundigen beobachtet worden, nicht anders zu erwarten ist. Die zu erwähnenden Beobachtungen werde ich, um jede leichter zu Huden, in chronologischer Ordnung zusammenstellen. Am 21. May 1676 kam eine Feuerkugel von der Seite Dalmatiens her über das Adriatische Meer, ging quer über Italien, wobey man ein zischen- 9 zischendes Geräusch hörte; sie zersprang SüdsudwestwartS von livorno mit einem entschlichen Krachen, die Stücke fielen ins Meer mit einem Geräusche, wie wenn glühendes Eisen im Wasser gelöscht wird. Ihre Höhe war wenigstens z 8 italiänischc Meilen, ilwe Geschwindigkeit nicht wem- niger als i6o Meilen in einer Minute. IhrcGestalt war länglich; der längere Durchmesser, welcher den Mond an scheinbarer Größe übertraf, mochte eine italianische Meile, der andere halb so viel betragen. Mon- tanari, Professor der Mathematik zu Bologna hat'einen eigenen Tractat darüber geschrieben', es werden diese Nachrichten auch von Halle«) fl'Ickl. tnansuLt. u. zg i)s und von verschiedenen ander«? Schriftstellern erwähnt. Im Jahre 1686 ward eine von Kirch (IchNem. Xnt. On?'. 1686) z?« leipzig beobachtet, die still zu stehen schien; der Grund davon kann in nichtSandern liegen, als weil der Ort der Beobachtung in der Richtung der Bewegung war. Am z i.Iul. 17OZ erschien eine in England, die 40 bis englische Meilen hoch war; Halle«) giebt davon Nachricht in NN. transacw. n. Z41. Am 22.Febr. 1719 sähe man eine, die Balbi in Lcmmncmr. In- lrlt. Lonom vom.s l. S. 28z beschrieben, in Italien so groß, wie der Vollmond; das ,-licht wird mit brennendem Kampfer verglichen; der Schweif war 7 mal so lang als die Kugel; aus 4 Schlünden brachen Rauch und Flammen hervor. Sie zersprang mit einen? entsetzliche«? Knalle und verbreitete einen Schwefelgeruch. Ihre Hohe fand man zwischen 16000 und 2O0OO Schritten, ihren Durchmesser z;6o Schuh. An? 17. Ma«) 1719 erschien eine in England, von welcher Halle«, in N«?I. transucw. ??. z6o. S. 978 Nachricht giebt; sie lief in einer Köbe von 64 geographischen Meilen zoo solcher Meilen in einer Minute B dirch, durch, und zersprang mit einem schrecklichen Getöse, wodurch Fenster,' Thüreil lind ganze Häuser erschüttert wurden. Am z. Zun. 1739 Abends um :o Uhr bemerkte man eine in Nordamerika, sie ging von Süd nach Nord, ließ viele Flinken und kleinere Kugeln nach sich, den Donner hörte man an Orken, die 80 englische Meilen von einander entfernt waren. Winthrop hat sie beschrieben in UNI. truosaot. Vol. UIV. kor. 1764. 0. XXXIV., Am 9. Febr. 1750 ward einein Schlesien gesehen, sie ging von S. W. nach N. O., man glaubte bemerkt zu haben, daß die Stücke in die Oder gefallen waren, andere gaben andere Orte an, wobcy wohl viel optischer Betrug mag gewesen seyn. Nachricht davon findet sich in Xov. Vor. Urncl. 1754. LepmoniN p!. 507. und in Xov. Vol. Xat. (Air. lvrn. I. zz. Z48. Am 22. Jul. 1750 ward eine, die von Nord kam, in England bemerkt, und von Smith und Baker in UNI. rrunsnoi. Vol. X UV II- x. 1. kurz beschrieben. Am 4. Novcmbr. 1753 bemerkte man eine in Frankreich, desgleichen auch am 4. Der.des nämlichen Jahres; sie werden erwähnt in der Iii- sttoiro clo stVoaclernis cleZ loisiaoes 1753. S. 72. Am 15. Aug. 1755 sähe man eine in den Niederlanden, die voll Nord nach Süd ging, und am 3. May 1756 eins in Frankreich, deren Richtung von S. W. nach N. O. war; bey dem Zerspringen der letztern war die Erschütterung so heftig, daß Scforsteine davon einstürzten. Beyde sind beschrieben.in der Iliftoiro cle stVoacleuAe cles koienoos 1756. S. 23. Am 'üt .. Am 26. Nov. 17 58 ward eine (diePringle inVVil. trenwnLi.. Vol. VI. P. 1. 11. XXVI und XXVII beschrieben) in ganz Großbritannien gesehen.; sie ging von S.O. nach N. W>, ihr.Licht wird mit geschmolzenem Eisen verglichen, es war ungeachtet des hellen Sonnenscheines doch beträchtlich. Der Schweif zersprang in drey Stücke mit starkem Getöse. Ihre Hohe fand man über Cambridge 90 bis ioo, und über Fort William 2.6 bis Z 2 engl. Meilen, ihren Durchmesser zwischen ck bis > ^ Meile., ihre Geschwindigkeit zo.solcher Meilen in einer Sekunde; sie bewegte sich also schneller als die Erde in ihrem Laufe und übertraf eins Kanonenkugel mehr als roomalan Schnelligkeit. Am 20. Oct. 1759 zeigte sich eine in England, 'die von Nord nach Süd ging; Nachrichten davon finden sich in Vlckl. transaot. Vol. VI. x. i. ». zi^ Z2 und zg. Am 10. May 1760 ecchchien eine in Nordamerika , die von Nord nach Süd ging, Vormittags zwischen 9 und 10 Uhr, ungeachtet des hellen Sonnenscheines mit starkem Lichte; man bemerkte drey heftige Explosionen mit darauf folgendem rasselnden Getöse, welches an 80 englische Meilen von einander entfernten Orten gehört ward. Die Daner der.Erscheinung und des Getöses wird auf vier Minuten geschätzt. Winthrop hat diese Nachrichten mitgetheilt in Viril. cremLuoc. Vol. VII. p>. 1. S. 6. Am 11. Nov. 17Ü i sähe man eine, von der in der Ililstoiro cle l'aoacl. des tckionoss 1761. S. 28. Nachricht gegeben wird, in verschiedenen Gegenden von Frankreich; sie zersprang ungefähr über der Gegend von Dijon mit heftigem Getöse in sehr viele Stücke; manche Personen glaubten Feuer um und neben sich gesehen zn haben, ein Stück ist, wie in den Memoire« dsl'aeadeudo cls Oijon, tom. I. S. 42 erzählt wird, in ein Haus gefallen, und dieses davon abgebrannt. B 2 Am 12 Am 2z.Iul. 1762 ward eine Feuerkugel, welche Silberschlag (in seiner Theorie der am 2z.Jul. 1762 erschienenen Feuerkugel, Magdeburg, Stendal und Leipzig, 1764, 4.) weitläuftig beschrieben, zuerst ungefähr senkrecht über der Gegend zwischen Leipzig und Zeitz in Gestalt eines kleinen Sternes sichtbar, nahm an scheinbarer Große zu, und erschien wie ein zackiger brennender Klumpen, nachher mehr kugelförmig mit einem Schweife, in welchem sich einige kleinere Kugeln bildeten; ging von S. S. W. nach N. N. O. über Wittenberg und Potsdam, und zersprang etliche Meilen hinter Potsdam mit einem schrecklichen Knalle und darauf folgenden Getöse, sie soll auch wahrend des Laufes gezischt haben. Ihr Licht ist sehr weiß und dem Blitze ahnlich gewesen, und hat einen Umfang von wenigstens 60 deutschen Meilen erleuchtet. Ueber Potsdam hat sie sich um ihre Axc gedreht, ehe sie zersprungen ist. DaS Krachen hat man 20 Meilen weit, undz. B. in Bernbnrg noch sehr stark gehört, an entfernten Orten wohl 10 Minuten nach dem Zerspringen. Die Bewegung findet Silberschlag in der letzten Sekunde auf 10000 Toisen, er sucht sie aber blos aus den Gesetzen des Falles aus einer Höhe von 19 Meilen zu erklaren, und nimmt zu dieser Absicht die Dauer auf 2 Minuten 28 Sekunden an, da sie doch von den Beobachtern höchstens auf eine Minute geschätzt wird. Da nun aber dieser Körper eben sowohl, wie andere, die in weit schieferer Richtung gegangen sind, allem 'Ansehen nach schon vorher eine eigenthümliche Bewegung muß gehabt haben, und die Würkun- gcn Fes Falles noch hinzu kommen, so möchte wohl ungeachtet des Widerstandes der Luft doch die Geschwindigkeit weit größer gewesen seyn, als sie Silberschlag angegeben. Die senkrechte Höhe war bey der ersten Beobachtung etwas über 19, und bey dem Zerspringen über 4 Meilen, der Durchmesser wenigstens 506 Toisen oder zog 6 Pariser Fuß. Am Am 17. Aul. 1771 ging eine von N. nach S. über England und einem großen Theil von Frankreich, sie ward von de la Lande und vielen andern beobachtet; eine Abhandlung darüber von le Roy findet sich in den Hlsmoivss äs l'^suäsmis äss Isieiisss, 1771. S. 668. Diese Feuerkugel erschien größer als der Mond, sie zersprang südsüdwestwartS von Paris mit einem Krachen, wodurch alles, wie bey einem Erdbeben erschüttert ward. Bey der ersten Wahrnehmung muß sie 41076 Toisen über der Erde gewesen seyn, und bey dem Zerspringen über 20598 Toisen, sie ist 6 bis 8 Stunden Weges in einer Sekunde Furchlaufen und hat mehr als 500 Toisen im Durchmesser gehabt. Am z i. Ort. 1779 haben Page und Rittenhouse eine in Nordamerika beobachtet und in den?liilok. tiuiisact. ob äis Xu isiäsnn Assist)-, Vcä. II. S. 17Z W.beschrieben. Sie zog einen langen Schweifvon schlanglicher Gestalt nach sich; ihre beobachtete senkrechte Höhe war 60 englische Meilen, ihre Breite wenigstens 2 engl. Meilen, ihre Geschwindigkeit/, die sich nicht genau besiiminen ließ, weit größer als bey einem bloßen Falle möglich ist. Am 18.Aug. 178z ging eine ungefähr in der nämlichen Richtung, wie die im Jahre 1771, über England und Frankreich, man will sie auch in Rom gesehen haben. In England ist sie beobachtet und beschrieben worden von Cavallo, Aubert, Cooper, Edgeword, Blagden und Pi- got in den ti ansaot. Vol. I-X X.I V, p>. I. In Frankreich hat sie unter andern de la Lande beobachtet, und Baron von Bernsiorf Berechnungen darüber geliefert in dem IcmrimI äs ^Iizk^us 1784, woraus einige Nachrichten in Lichtenbergs Magazin für das neueste aus der Physik und Naturgeschichte IIb B. 2 St. S. 92 eingerückt sind. In England fand man ihre Höhe 55 bis 60 englische Meilen, und ihre Ge- B z schwin- schwindigkeit 20 bis 40 solcher Meilen in clner Sekunde, sie würde also in einer halben Minute über ganz Großbrittanicn gegangen und eine Minute darauf über Rem gewesen feyn; in 7 Minuten würde sie so weit gegangen seyn, als der Durchmesser der Erde betragt. Cavallo fand ihren Durchmesser 1070 Pards, nach Mägden war der kleinere Durchmessers, der größere 1^ englische Meile. Die französischen Beobachter bestimmen ihre Geschwindigkeit anfangs auf 1052 Toisen in einer Sekunde, ihre Höhe anfangs 5725 Toisen oder ungefähr 2I französische Meilen über die Flache der Wolke, hinter welcher sie über den londner Horizont hervorgekommen ist; ihre Höhe über den Pariser Horizont 1518 Toisen über die Flache dieser Wolke, ihren Durchmesser vor der Zercheilung 216 Fuß; zugleich wird aber bemerkt, -daß die Zahlen eher zu klein, als zu groß angenommen sind, welches außer dein, daß die Zahlreichen englischen Beobachtungen und Berechnungen, welche nur wenig von einander abweichen, weit größere Resultate geben, auch dadurch wahrscheinlich wird, weil man bey allen andern genau beobachteten Feuerkugeln beträchtlichere Größen gefunden hat. Es wird bemerkt, daß die Würkungen der Schwere zwar daran sichtbar gewesen sind, daß aber noch eine andere Kraft in sie müsse gewürkt haben, welche sie langst der Erdoberfläche vor sich hin gestoßen hat; diese ist nach den Berechnungen des Herrss von Bernstorf, wo die Zahlen allein Anselm nach zu klein angenommen sind, wenigstens so groß gewesen, wie die, welche ein schwerer Körper bey einem freyen Falle aus einer Höhe von 15 französischen Meilen erhalten würde. Die scheinbare Größe dieser Feuerkugel war, als man sie Zuerst beobachtete, etwa wie der Jupiter, nachher größer als der Vollmond, am größten unmittelbar vor der Zertheilung. Ihre Gestalt veränderte sich öfters, bald war sie rund, bald in die lange gezogen. Das licht war sehr ungleich, man konnte hellere und dunklere Stellen unterscheiden, im Innern war eine Bewegung oder Aufwallung der Materie zu bemerken. Sie -zcrtheilte sich in mehrere kleinere Massen, die eine Strecke von ungefähr 15 Graden einnahmen, und neben einander ihren Weg fortsetzten. Cavallo und Pi- got haben den Knall 9 bis i o Minuten nach der Zertheilung gehört, Coo- per hat 2 Explosionen bemerkt, die er mit dein Knalle einer Mündigen Kanone vergleicht. Am 4. Ort. 178 z ward eine ebenfalls in England beobachtet, und von Mägden in dem jetzt angeführten Bande der transum. beschrieben ; sie erschien anfangs wie eine Sternschnuppe, und vergrössertc sich im Fallen ansehnlich. Die Dauer betrug wenige Sekunden; die Höhe fand Blagden 40 bis 50 englische Meilen, und die Geschwindigkeit 12 Meilen in einer Sekunde. 4. Grunde gegen einige bisherige Crklanmgsatten. Meines Wissens hat noch niemand diese Naturerscheinung auf eine befriedigende Art erklärt; alles, was man mit Gewißheit davon gewußt hat, schränkt sich blos auf historische Notizen ein. Die bisherigen Mey- mingen der Naturforscher, wovon auch verschiedene in Gehlers physikalischem Wörterbuchebey dem Worte: Feuerkugel, angeführt werden, sind ungefähr folgende: I) Manche haben vermuthet, daß Feuerkugeln mit den Nordlichtern, die sie aus der Zodiakallichtsmaterie erklären, eine gleiche Entstehung haben möchten, hauptsächlich deswegen, weil eine ziemliche Anzahl von Nord nach Süd gegangen sind. Diese Vermuthung wird aber schon dadurch widerlegt, weil man auch viele Beyspiele hat, daß Feuerkugeln aus andern Wclgegenden gekommen sind, deren ich verschiedene in dein vorigen §. angeführt habe; sie erscheinen auch in Gegenden, die dem Pole näher sind, nicht häufiger als in andern. Das viel stärkere licht, die Be- gränzt- gränztheik ihrer Gestalt, das Brennen, Rauchen und Fnnkenauswerfen, das Zerspringen mit einem Getöse u. s. w. sind auch von den Erscheinungen bei) Nordlichtern zu sehr verschieden, als daß man mit nur einiger Walnscheinlichkeit auf eine gleiche Entstehung beyder Naturerscheinungen schließen könnte. II) Vassalli sieht sie an, als einen Uebergang der elektrischen Materie aus einer damit überhäuften Gegend der Atmosphäre in eine andere, die deren weniger enthalt. Er tragt diese Theorie vor in seiner 1787 herausgegebenen memoria lozzra. il doliclo (welche Schrift ich gern benutzt hätte, wenn ich deren hätte habhaft werden können) wie auch in den Isttere'chilmo-mereorologioliL eis' celelmrriml lAu.!. ZemNier, Laullurs 0 Noalrlo, orm rigolte Vakknlli, T'oriny 1789.8. Gegen diese von Vastalli scharfsinnig genug vertheidigte Theorie ist meines Erachtens haupsächlich folgendes einzuwenden: n) Ein Blitz oder elektischer Funke kann nur alsdann Statt finden, wenn die in einem leitenden Körper angehäufte elektrische Materie in einen andern übergeht, der weniger enthalt; es sind aber in einer Höhe von 19 und mehreren deutschen Meilen, wo man Feuerkugeln beobachtet hat, wohl keine Dünste oder andere leitende Materien vorhanden, in welchen sich die elektrische Materie, so wie in Gewitterwolken anHaufen könnte. Auch lehren die Erfahrungen, daß im lustleeren Räume odersinißersi verdünnter inst ein leitender Körper sich nicht gut laden läßt, indem die Elektriritat sodann ihre Expansivkraft ungehindert äußert, und sich zerstreut. Es kann also daselbst keine an einen leitenden Körper gebundene Elektriritat vorhanden seyn, sondern nur freye Elektriritat. Nun ist aber unbegreiflich, wie sreye elektrische Materie sich solle in einer großen Masse von so bestimmten Ilmrisse und so blendenden I? dendem Lichte anhäufen, und ihreBegränztheit, ungeachtet der so schnellen Bewegung beibehalten können, da ina» doch erwarten sollte, daß sie sich vielmehr zerstreuen, und nordlichtähnliche Erscheinungen bilden müßte, so wie man dieses bey elektrischen Versuchen in sehr verdünnter Lust bemerkt. Vassalli behauptet übrigens S. 124. 12;, daß diese frsye Elektrirität, wenn sie durch äußerst seine Dünste geleitet werde, sich als Feuerkugel, und bey einer Leitung durch gröbere Dünste, sich als einBlitz bey hellemHimmel zeigen müsse, und führt an,daß beydenAlten dergleichen Blitze erwähnt werden, z.B. kkc>m. Och l's. XX. 11z.i14. und Virg. OsoiA. I. 487. Aber die Zeugnisse alter Schriftsteller sind hierinnen, so wie überhaupt in der Physik chicht als gültig anzusehen, weilsie st vieles fabelhafte ohne weitere Untersuchung für wahr anzunehmen pflegten; es ist auch überdieseS nicht einmal zu vermuthen, daß die angeführten Dichter in diesen Stellen würkliche Thatsachen haben vortragen wollen. In der neuern Zeit hat man kein einziges würk- lich erwiesenes Beyspiel von einem solchen Blitze bey heiterem Himmel, es ist mich wohl wegen Mangel einer Materie, worinnen sich eine Hinlängliche Elektrirität, so wie in Gewitterwolken anhäufen kann, schon w priori für unmöglich zu halten. Bey einem angeblichen Blitze dieser Art würde gewiß allemal eine kleine Gewitterwolke am Himmel gestanden haben, wenn der Himmel auch sonst noch so rein gewesen, und die Sonne hell geschienen ; wie denn der Prediger Herr Gronau im 9ton Bande der Schriften der Berliner Gesellschaft naturforschender Freunde S.44 einige Fälle erzählt, wo von solchen einzelnen Schlägen Häuser sind angezündet worden. Es könnte auch der Fall möglich seyn, daß die Erscheinung einer Feuerkugel für einen Blitz ben heiterem Himmel gehalten würde. k) Daß Feuerkugeln allemal, und Blitze zwar auch bisweilen, aber doch selten in einer ziemlich geraden Richtung fortgehen, daß C auch auch diese allemal schief niederwärts gehende Bewegung noch mehr parabolisch, als geradlinig ist, und offenbare Mürkungcn der Schwere verrath, ist auch der Erklarungsart durch bloße Elektricitär nicht günstig. o) Daß man öfters ein würkliches Brennen bemerkt, und Flammen, Rauch und Funken, bisweilen aus Qefnungen, hervorbrechen gesehen hat, stimmt gar nicht mit bloß elektrischen Erscheinungen überein. cl) Das Zerspringen mit heftigem Getöse möchte wohl auch Key einein bloßen Uebergange einer freycn Elcktricitat aus einer Gegend der Atmosphäre in die andere nicht Statt sinden können, da freye Elektri- cüat sich ohne merkliches Geräusch fortzubewegen pflegt; und noch weniger möchten sich cie bisweilen bemerkten mehrmaligen Explosionen, die Absonderung kleinerer Kugeln, die, so wie manchmal die einzelnen Stücke nach der Zertheilung in der nämlichen Richtung fortgehen, sich daraus auf eine befriedigende Art erklären lasten. ReimaruS (vom Btihe, Hamb. 1778.8. S. 568) sagt viel richtiges darüber, daß Feuerkugeln nicht wohl aus bloßer Elektrizität zu erklären sind, gesteht aber übrigens, so wie ls. Hoz-- in den Memoire« cle 1'aecnA cie« loiewcss 1771. S. 6gg und 689, und verschiedene andere Naturforscher, daß sich keine bestimmte Erklärung davon geben laste, welches allerdings bester, als eine de? Natur nicht gemäße Erklärung ist. III) Sitberschlag hat sie (ins. Theorie der 1762 erschienenen Feuerkugel) ans schleimigen oder öhligen Dünsten zu erklaren gesucht, die von unten aufgestiegen seyn, und sich in der obern stuft angehäuft haben sollen. Bergmann (in seiner physischen Erdbeschreibung) äußert auch eilte ähnliche Muth- M-ukhmaßung von den niedrigste!, Feuerkugeln. Gegen diese Hypothese, welche sich wohl noch weniger mit einigem Scheine von Wahrheit verchci- digen laßt, als die vorige, ist unter andern folgendes zu erinnern: w) Zu einer so betrachtlichen Höhe, wo man Feuerkugeln beobachtet hat, wo die lust viele tausend mal dünner ist, als unten, können unmöglich so viele materielle Theile in Dunst.- oder anderer Gestalt ge führt werden, als zu einer solchen Zusammenhausnug erfordert würden. Es ist hierbey auch gar sehr in Anschlag zu bringen, daß man solche Erscheinungen gemeiniglich nicht eher bemerkt, als bis sie durch ih^- stärkeres «ud-bcy der Annäherung immer wachsendes licht Aufmerksamkeit erregen; es müsse» also diese Körper vorher in noch weit höheren Regionen, als da, wo man sie zuerst wahrgenommen hat, gewesen seyn, wo also eine solche Zusammenhäufung von dunstartigen Materie» uoch weit weniger Statt sinken kann. lz) Eine bloße Anhäufung von lockeren Dünsten würde nicht im Stande seyn, eine so schnelle Bewegung , die den lauf einer Kanonenkugelwohl i oo mal übertrifft, anzunehmen, und ungeachtet des Widerstandes der lust durch einen so weiten Weg fortzusetzen, sie würde vielmehr gleich im ersten Augenblicke zerstreuet werden. est Daß ihre Bahn ungeachtet der so großen Ausdehnung der Masse doch allemal Würkungen einer betrachtlichen Schwere verrat!), widerspricht auch dieser ErklarungSart. cl) lockere dunsiartige Materien würden eines so heftigen und anhaltenden brennenden Zustandcs in einer so dünnen lust nicht fähig ftyn. e) DaS Zerspringen mit einem alles erschütternden Knalle, dm man in sehr beträchtlichen Entfernungen bisweilen über 20 deutsche E 2 Meilen 20 Meilen weit gehört hat, läßt sich mich nicht mit einer bloßen Anhäufung lockerer Materien in der obern Luft zusammenreimen. Da auch das Zerspringen öfters in einer Höhe von mehreren Meilen geschehen ist, wo die äußerst dünne Luft der Verbreitung des Schalles sehr ungünstig feyn muß; so läßt sich beurtheilen, daß die Kraft, welche einen so heftigen Schall hervorgebracht hat, weic größer, und die Hülle, in welcher die elastische Flüßigkeit eingeschlossen gewesen, viel zäher und dichter müsse gewesen feyn, als man von bloßen lockeren Anhäufungen von Dünsten lind dergleichen sich denken kann. IV) Toaldo (in den angeführten leltsvk kikico - ineteovolo- ßicchk) und, manche andere halten sie für Entzündungen einer langen Strecke von brennbarer Luft. Daß diese Erklärungsart auch nicht Start finden könne, erhellet ausfolgendem: n) Entzündbare Luft.(kann sich nicht in Masten von begränzter Gestalt zusammenballen, esj könnten also durch eine solche Verbrennung höchstens nordlichtähnliche Erscheinungen von unbestimmtem Umrisse verursacht werden. I») Noch weniger denkbar ist es, daß allemal eine so lange, über ganze beträchtliche Länder hinweggehende Strecke von brennbarer Luft solle vorhanden gewesen seyn, daß die Flamme auf dem ganzen Wege die begränzte Gestalt hätte beybehalten können. e) In einer so großen Höhe, wo die Luft so dünn ist, würde eine Verbrennung der entzündbaren Luft nicht mit der Heftigkeit und dem blendend weißen Lichte vor sich gehen können, wie man es an Feuerkugeln allezeit bemerkt. «I) Die allezeit schief niederwärts gehende gerade oder mehr parabolische Bahn, welche Würkungen der Schwere zeigt, läßt sich auch nicht aus Entzündung einer langen Strecke von brennba«r Luft erklären. e) Man 0) Man bemerkt keine Explosion bey ihrer ersten Erscheinung, wie bey Entzündung der brennbaren Luft, sondern allemal erst, wenwche eine:» weiten Weg fortgegangen sind. 1) Im Sommer, wo aus faulenden animalischen und vegetabi- lischen Theilen so viele brennbare Luft entwickelt wird, erscheinen Feuerkugeln nicht öfter, als in andern Jahreszeiten. V) Mafkelyne vermuthet, daß es bleibende dichte Korper sind, die sich um die Sonne bewegen; so habenIsie auch Hevel I(in s. Cometogra- phie), Wallis tinnsncr. tom. XII. n. 155. S. 568) und Hartsoeker (Eoistoomrosj clo n In IIa)«, 1707—1710) als komctcnartigeKorper angesehen. Blagden erwähnt (inkNil. trnnsnot. Vol. I.XXIV. x. 1.) daß einige Naturforscher sie für terrestrische Kometen gehalten. VI) Hallen (iNil. transnot. n. zg 1) hält sie für Matene, die im allgemeinen Welträume zerstreuet gewesen, sich irgendwo gesetzt habe, und von der Erde in ihrem Lause angetroffen werde, noch ehe sie eine ansehnliche Geschwindigkeit gegen die Sonne erhalten. Diese letztern Mcynungen mochten sich wohl der Wahrheit mehr nahern, als die erstem; nur ist gegen die Halleysche Hypothese dieses zu erinnern, daß die Bewegung, in so weit sie von den Würkungen des Falles verschieden ist, nicht bloS von dem Laufe der Erde und der Anziehungskraft der Sonne herrühren kann, weil sich Feuerkugeln nicht etwa bloß nach einer dein Laufe der Erde entgegengesetzten Richtung, auch nicht nach der Gegend, wo sich zu der Zeit die Sonne befunden, sondern auch nach jeder andern entgegengesetzten oder seitwärts gehenden Richtung bewegt haben, so, daß man die Richtung ihrer Bewegung als ganz unbestimmt ansehen, und daraus vermuthen kann, daß sie eben so, wie Welt. C z korper. 22 körpcr, eine eigenthümliche Bewegung haben. Ob sie übrigens.als ko- metenartige Körper sich um die Senne ober Erde bewegen, oder ob sie vermöge irgend eines erhaltenen Stoßes sich in gerader Richtung durch den allgemeinen Weltraum bewegen, bis diese Bewegung bey einer Zufalligen Annäherung an einen Weltkörper durch dessen Anziehung verändert wird, möchte sich wohl nicht so genau bestimmen lassen, da man nur einen so kleinen Theil des Weges zy beobachten im Stande est. Bey dieser Verschiedenheit der Erklärungsarten ist merkwürdig, daß viele Naturforscher gern Naturerscheinungen aus dein erklären, womit sie sich sehr beschäfftiget haben; z.B. Bergmann, der sich bemühet hat, die Beschaffenheit der Nordlichter genauer zu erforschen, vermachet, daß Feuerkugeln mit diesen einerlei) Ursprung haben möchten; Vassalli und dessen Lehrer Beecaria als Untersucher der Elcktricitat, halten sie für bloß elektrische Erscheinungen; Lavoisicr, dem man so viele Untersuchungen der Luftartcn zu verdanken hat, und Toaldo, als Witterungsbeobachter, suchen sie auö Luftarten zu erklären; die Astronomen Halley, Hevel und Mafkelync halten sie für konische Körper; ungefähr eben so, wie manche mineralogische Schriftsteller, die viel in vulkanischen Gegenden gereiset sind, vieles als Produkt des Feuers ansehen, was andere, die sich mehr in lüchtvulkanischen Gegenden.aufgehalten suchen, durch Wasser entstellen lassen. §. 5. Feuerkugeln bestehen aus dichten und schweren Grundstoffen, und stirb nicht tclwttschc, sondern kosmische Körper. Aus allen bioher angeführten ergiebt sich -cht einer Wahrscheinlichkeit, .die nahe an Gewißheit grunzt: Daß Daß das Wesen der Feuerkugeln' in Anhäufung der NordlichtS- Materie, in einen» bleberaange der Elektricitat aus einer Gegend der At- Niesphäre in die andere, in einer Anhäuchng leckerer brennbarer Materien in der obern Lust, und in i Entzündug einer langen Strecke von brennbarer Luft nicht bestehet; sondern daß der Grundstoff der Feuerkugeln ziemlich'dicht und schwer stylt muß, weil ihre Bahn so sichtbare Würkungen der Schwere zeigt, und weil die Masse ungeachtet der Ausdehnung zu einer ungeheueren Greste doch noch Consstenz und Schwere genug übrig behält, um eine so äußerst schnelle Bewegung durch einen so weiten Raum, ungeachtet des Widerstandes der Luft, fortzusetzen, ohne dadurch zerstreuet oder aufgclöset zu werden daß dieser Stoff (allem Ansehen nach durch Würkungen des Feuers) sich in einem zähen und flüssigen Zustande bestndet, weil die Gestalt bald rund, bald in die Länge gezogen erscheint, und das Anwachsen der Größe bis zum Zerspringen, und das Zerspringen selbst eine Ausdehnbarkeit durch elastische Flüßigkeiten voraussetzt; daß ein solcher dichter Stoff in einer so großen Höhe sich nicht aus den in der Atmosphäre befindlichen Theilen anhäufen, oder durch-telluri- sihe Kräfte, so weit wir sie kennen, als Fichte Masse hinaufgeworfen fern kann; daß auch keine uns bekannte tellurische Kräfte im Stande sind, einem solchen Körper eine so schnelle, mit dem Horizonte fast parallel gehende Wurfbewegung zu geben; daß also der Stoff nicht von unken hinausgekommen ist, sondern schon vorher im übrigen Welträume muß vorhanden gewesen, und von da 24 da auf unfern Planeken angelangt spn. Es ist also meines Erachtens die einzige, mit allen bisherigen Behauptungen übereinkommende, der Natur in keiner andern Rücksicht wiedersprechende, und noch überdieses durch verschiedne, an dein Orte des Niederfallend' gefundene Massen, bestätigte Theorie dieser Naturerscheinungen folgende: So wie erdige, metallische und andere Theile den Grundstoff nn sereS Planeten ausmachen, wovon das Eisen uncer die Hauptbestandrheile gehört, und so wie auch andere Weltkörper auS ähnlichem, oder vielleicht eben demselben, wiewohl auf sehr verschiedene Art gemischten und modifi- cirten Grundstoffe bestehen mögen: eben so sind auch viele, in kleinere Massen angehäufte grobe Materien, ohne mit einem größeren Weltkörper in unmittelbarer Verbindung zustehen, in dem allgemeinen Welträume zerstreuet, in welchem sie sich durch Wurfkräfte oder Anziehung getrieben, so lange fortbewegen, bis sie etwa einmal der Erde oder einem andern Weltkörper nahekommen, und von dessen Anziehungskraft ergriffen, darauf niederfallen. Durch ihre äußerst schnelle und vermöge der Anziehungskraft der Erde noch mehr beschleunigte Bewegung, muß nothwendig wegen der heftigen Reibung in der Atmosphäre eine sehr starke Elekmeität und Hitze erregt werden«, wodurch sie in einen brennenden und geschmolzenen Zustand gerathen, und eine Menge Dünste und Luftarten sich darinnen entwickeln, welche die geschmolzene Masse zu einer ungeheueren Größe aufblähen, bis sie endlich bey einer noch stärkern Entwickelung solcher elastischer Flüssigkeiten zerspringen muß. Gegen das würklichc Brennen dieser Körper ist von einigen eingewendet worden, daß in einer so beträchtlichen Höhe die Luft so dünn und so unrein seyn in äffe, daß kein Brennen daselbst Statt finden könne. Aber außer dein, daß man noch gar nicht weiß, in welcher Höhe die Luft nicht mehr 25 mebr zu v.N'-'fkt-ltunq des Feuers tauglich ist, so wird auch die etwas geringere Tauglichst der Luft durch die Schnelligkeit der Bewegung dieser Massen reichlich ersetzt; wodurch sowohl das Feuer stark angefacht, als auch wegen der heftigen Reibung in der Atmosphäre eine sehr betrachtliche Hitze bervorgebracht, und also das Brennen auch bei) einer sonst ziemlich ungünstigen Beschaffenheit der Luft, befördert werden muß. Es kommt auch vieles auf die Beschaffenheit der brennenden Materie selbst an; so brennt B. Schwefel (der ein Bestandthei! einiger gefundenen Massen gewesen ist) unter der Luftpun pe noch bey einer solchen Verdünnung der Luft, wo kein anderer Körper n ehr brennen will. §. 6. Die meisten Sternschnuppen sind wahrscheinlich auch nichts anders. Es unterscheiden sich die Sternschnuppen allem Ansehen nach von den Feuerkugeln nur dadurch, daß die eigenthümliche schnelle Bewegung dieser Massen sie meiner größcrn Entfernung bey der Erde vorbeyführt, so, daß sie von derselben nicht bis zum Niederfallen angezogen werden, und also bey dein Durchgehen durch die höchsten Regionen der Atmosphäre, ent. weder nur eine schnell vorübergehende elektrische Erscheinung verursachen, oder würkiich auf einige Augenblicke in Brand gerathen, welches Brennen sogleich wieder aufhört, wenn sie sich wieder so weit von der Erde ent. fernen, daß die Luft zu Unterhaltung des Feuers zu dünn ist. Vielleicht gebörtauch hiehcr die vom Herrn Oberamtmann Schröter in sinnen sele- notopographischen Fragmenten S. zyz bemerkte Erscheinung, da zwey Kwufgen von weißen Uchtfnnkcn noch einander im Felde seines TclesiopeS sichtbar wurden, und in paralleler Richtung sich hindurch bewegten. Man siebt die Sternschnuppen eigentlich nicht fallen, sondern nur von einer D Stelle Stelle des Himmels zur andern in gerader Richtung sich bewegen, m>d sodann verschwinden; bisweilen geht ihre' sichtbare Bahn über den größten Theil des Himmels bisweilen sieht man sie nur wenige Grade durchlaufen. Manchmal werfen sie Funken aus. lieber ihre Höhe hat man meines Wilsens noch keine Beobachtungen, außer, daß Brydone auf, dem Aetna, und Saussüre auf dem Montblanc sie in einer eben so großen scheinbaren Höhe über sich gesehen haben, als unten im Thale.. Man sollte sich bemuhen, durch mehrere an etwas von einander entfernten Orten zu gleicher Zeit anzustellende Beobachtungen, ihre Höhe und ihren Weg genauer zu erforschen. Wahrscheinlich giebt es aber auch leuchtende Meteore, die den letzterwähnten Sternschnuppen ähnlich, aber ganz andere Wesen, und von ganz andern l'rsinmige sind. Außerdem, daß manche vielleicht blos elektrischer Natur seyn können, welches eine Beobachtung von Becearka glaublich macht, die in Gchlers physikalischem Wörterbuche (unter dem Worte: Sternschnuppen) angeführt wird, finden sich auch einige Bcyspielc von herabgefallen seyn sollenden Sternschnuppen, wo man nach" her eine gummiartigs schleimige Masse gefunden haben will, in Silberschlags Theorie der 1762 erschienenen Feunkugel S. 46. Ein anderes, wo man zu CoblenZ nachher eine graue schwammige Masse gefunden zu haben versichert, die stachliges Alkali enthielt, und einer Schwcsclleber ähnlich war, ist in Lomment. cl>? iMms iia Icüsmi.a imtuiali st nie?«.Ii- <üna geltisVoi XXVI.s x. I. z). 179 anziikrefsen. Noch mehrere dergleichen Nachrichten finden sich in (Zallsnäi INvs. 5sLt. III. I.II. no in das Meer gefallen seyn, mit einem Geräusche, wie wenn glühendes Eisen im Wasser, gelöscht wird; welche Nachricht aber, so sehr sie meiner Theorie günstig seyn möchte, ich doch nicht sehr in Anschlag bringen mag, weil sich manche optische und akustische Täuschung mit eingemengt haben kann. Daß nach dem Zerspringen der Feuerkugel vom it. Nov. 1761 ein Stück davon in ein HauS gefallen sey, und dieses angezündet habe, wird in den Memoire« cke 1',Vo.'> und bey Plann, -«unweit Tabor im Bechiner Kreise in Böhmen gefunden worden, -,und von dem die leichtgläubigen ws> sichern, es sey 175Z den z. Iul. un. ->tcr Donnerschlägen vorn Himmel gefallen." Die jchlackige Oberstäche scheint eben so einen Ueberzug von gt- diegcnem Eisen, wie bey dem vorigen und noch verschiedenen andern Stük- ken zu verrathen. Da es glänzendes retractoristhes Eisenerz genennt, und also vom Magnete gezogen wird, da auch ein grünliches Gestein eingemischt ist, so verdiente genauer untersucht zu weisen, ob eS würklicheS Eisenerz, oder gediegen Eisen sei),und ob die grünliche Steinart mit der an der Pallastscheii Masse, wo sie auch bisweilen in das Grünlich?-fällt, Achm lichkeit habe. Es wäre sehr zu wünschen, daß man die Aussagen derer, die es haben wollen herabfallen sehen, ebenso gesammelt und angemerkt hätte, wie bey dem folgenden Stücke. c?) Durch die Aussigen von sieben Zeugen, worüber von dem Bischöflichen Conststorium zu Agram, welches die Sache durch Bcvolck mächtigte an Ort und Stelle untersuchen' lassen, eine, in jctzterwahntem Aussatze des Hrn, Stütz wörtlich abgedruckte gerichtliche Urkunde a! gefaßt worden, wird bestätigt: daß am 26. May 1751 um 6 Uhr Nachmittags sich am Himmel eine feurige Kugel gezeigt habe, die bey Hraschina in der. Agramer Gespannschaft im obern Theile von Slavonicn in zwcy Stücke Zersprungen, und so in zwey Theilen, in Gestalt feuriger verwickelter Ketten, wobei) man einen, erst schwarzen, nachher vielfarbigen Rauch bemerkt habe, mit schrecklichem. Getöse und mit solcher Gewalt herabgefallen, daß die Erde wie bey einem Erdbeben davon erschüttert worden. Das- " -- Das eine Stück, 71 Pfand schwer, sty auf einem, 8 Tage vorher gepflügten Acker gefallen, wo es drey Klaftern tief eingedrungen fcy, und ein? Spalte, eine Elle weit, verursacht habe; an der Spalte Hobe die Erde gleichsam ausgebrannt und grünlich geschienen: das andere Stück, 16 Pfund schwer, sey auf eine Wiese, 2000 Schritt davon, gefallen, wo man ebenfalls eine Spalte, fast zwey Ellen weit, gefunden habe. Auch haben viele ieute in verschiedenen Gegenden des Königreichs, die Zertheilung der Feuerkugel, das Knallen und Krachen in derckuft, wie auch, daß etwas feuriges vom Himmel gefallen fey, gesehen und bemerkt, nur daß ihnen der Ort, wo solche Stücke niedergefallen, wegen zu großer Entfernung unbekannt war. Beyde Stücke schienen aus einerley Materie zu bestehen. Das größere, 71 Pfund schwer, ist nebst der Urkunde an das Kaiserliche Naturalienkabinct in Wien geschickt worden, wo sich beydeS noch befindet. An diesem, ganz aus gediegenem Elfen bestehenden Stücke find die Würkungen des Feuers unverkennbar. Die Oberfläche ist voll kugli- chcr Eindrücke, ungefähr, wie an der von Pallas gefundenen Mache, ausgenommen, daß die Eindrücke größer und weniger tief find, und sowohl das gelbliche Mineral, das die Höhlungen der sibirischen Masse ausfülle als auch der Sandstein, der an der eichstädtischen vorkommt, fehlen; in. dem das ganze Stück derb, dicht und schwarz ist, wie gehämmertes Eisen. Hr. Stüh seht hinzu: „die ungeschmückce Art, mit der das Ganze „geschrieben ist, die Uebereinstimmung der Zeugen, die gar keine Ursache „hatten, über eine K-ge so ganz einig zu werden, und die Ähnlichkeit „der Geschichte mit der zu Eichstädt, machten es mir wenigstens wahrscheinlich, daß würklich etwas an der Sache seyn möge. Freylich, daß „in beyden Fällen das Eisen vom Himmel gefallen seyn soll, mögen der „Naturgeschichte Unkundige glauben, mögen wohl im Jahre 1751 selbst ^Deutschlands aufgeklärtere Köpfe, bey der, damals unter uns herr- „sthenden Ungewißheit in der Naturgeschichte und der praktischen Physik «geglaubt «geglaubc haben; aber in unfern Zeiten wäre es unverzeihlich, solche ' »Mährchen auch nur wahrscheinlich zu finden. " Hr. Stütz such: also diese Erscheinungen aus Blitzen zu erklären, hauptsächlich deshalb, weit aus den Versuchen von Comus (in Crells chemischen Annale» 1784.) er» hellet, daß Metallkaike sich durch -Elektrizität redueiren lasen. Nun verdanke ich zwar diesem einsichtsvollen Naturforscher weder die Erklärung durch einen Blitz, noch den jetzt angeführten Ausspruch, indem solche .Nachrichten freylich mit allen bisher anerkannten physischen Begriffen nicht ubereinziikenru'.ci? schie!w!?, und also unmöglich geglaubt werden konnten: da aber durch meine Erklärungsart die Sache zu einer ganz natürlichen Erscheinung wird, so glaube ich doch keine dem jetzigen Zeitalter unangemessene Begriffe in der Naturkunde zu verrathen, wenn ich aus Gründen, die rheilZ angeführt sind, theils in der Folge angeführt werden sollen, behaupte, daß diese Maffm würklich-als der Stoff einer Feuerkugel herabgefallen sind, und nicht durch die Würkungsn eines Blitzes entstanden sein, können; daß man auch der Natur nicht widerspreche, wenn man gegen- wärcige Erzähllu'.g, so wie sie in der Urkunde vorgetragen ist, wörtlich für wahr annimmt. .Herr.Ober-Bergrath Ferber hat (wie Hr. Prediger Gronau in dem yten Bande der Schriften der Berliner Gesellschaft natursorschender Freunde S. 47 berichtet) ebenfalls diese Masse nebst der bcyliegenden Urkunde gesehen, und geglaubt, daß sie durch einen Blitz geschmolzen sey, hat aber die Thatsachen nicht ganz so erzählt, wie sie in der Urkunde enthalten sind, kenn c6 findet sich darinnen kein Wort von «einem der «schrecklichsten Donnerwetter, das mit den fürchterlichsten Blison in den «an sich eisenhaltigen Erdboden eingeschlagen habe u.s. w.« Man steht 'hieraus, welche Genauigkeit in Erzählung oder Wiedererzahlung von Naturbegebenheitcn nöthig iff, um nichts von seiner eigenen ErklärungS.» art in die Tbaffachen hinüber zu tragen. E Es Es sind außer diesen voin Herrn Stüh erwähnten Nachrichten von herabgefallenen Massen, noch viele andere vorhanden, von denen freylich einige der alleren, wegen der damals herrschenden Unwissenheit und Leichtgläubigkeit nicht sehr in Anschlag zu bringe» sind, aber doch auch angeführt zu werden verdienen, da wegen Uebereinsiimmung mit den vorigen, welche unmöglich ein Werk des Zufalles seyn kann, zu vermuchen ist, daß dabei) etwas wahres zum Grunde liegen müsse» 6) PtiniuS (Inst. nur. II. 5 6.) erzahlt, daß inLueanien Eisen von schwammiger Gestalt vom Himmel gefallen sey: das Eisen würde also, wenn die Erzählung wahr ist , mit den im folgenden zu erwähnenden Massen Ähnlichkeit gehabt haben, wo es ebenfalls von schwammiger Tex- nir ist» e) Avieeirna erwähnt (bevm Averrhoes i. II. ^lereor. cazr. 2.) daß er einen zu Cordova in Spanien vom Himmel gefallenen schwefelhaltigen Stern gesehen habe» k) In Spangenbergs tülorcm. §axon» findet sich die Nachricht, daß zu Magdeburg nn Jahre 99g zwey große Steine im Donnerwetter herabgefallen sind, einer in die Stadt, der andere nach der Elbe zu in s fteye Feld» Z) Hieron. Cardanus, der aber frcvlich auch unter die leichcalaubigsten Schriftsteller geHort, erzählt (eis vmüer. rer. 1. XI V. c, 72) daß er selbst im Jahre 1510 habe 120 Steine vom Himmel fallen gesehen, unter denen einer 120 und ein anderer 6o> Pfund gewogen, sie sollen meist eistnfarbig und sehr hart gewesen seyn, und nach Schwefel gerochen habe». Er bemerkt dabey, daß um z Uhr ein großes Jeuer am Himmel zu sehen gewesen, und die Steine nur 5 Uhr mit Geräusch herabgefallen sind,, und wundert sich, wie eine solche Last von Steinen habe kön- können zwcy Stunden lang in der Luft erhalten werden, welches auch wohl niemand glaublich Huden wird. Zi) Jnl. Scaliger versichert, (äs luluil. sxevo. Z2z) daß er selbst ein in Savoyen vom Himmel gefallenes Stück Eisen besehen habe. 5) Wolf erwähnt (in Isstivn. msmoralz. tom. II. S. 911) einen von Sebastian Brandt (vernmrhlich im Klbion. ) fünfSteine, sogroß wie ein Menfchenropf, sehr schwer, und von bleichgelber und Eisen-oder rostiger Eifenfarbe und starkem Schwefelgeruch in einem erschrecklichen Donnerwetter und einer Luftbewegung vom Himmel gefallen, und vier davon in E 2 der der Schatzkammer zu Wien aufbewahrt worden seyn. Aus Xlc. Iliulruaniil jus!, blnuc^i'. I. XX. koj. 394. j) Am 26. Iul. 1581 Nachmittags -wischen 1 und 2 Uhr ich ein Stein in Thüringen mit einem Donnerschlage, daoon die Erde bebte, wobcy eine kleine lichte Wolke ben sonst heiterm Himmel zu schein gewesen, herabgefallen, 39 Pfund schwer, von blau und bräunlicher Farbe; er hat mit einem Steine Funken, wie Stahl, gegeben (muß also würklich Stahl oder sehr hartes Eisen gewesen seyn), hat ^ Ellen tief in die Erde geschlagen, daß die^ Erde zwey Mann hoch in die Höhe gesprungen, und ist so heiß gewesen, daß ihn niemand anrühren können. ,Er soll fern nach Dresden gebracht worden. Aus Ich. Binhards Thüring. Chronik, 5. 19z. Zwischen Sagau und dem Dorfe Dubrov in'Schlesicn fiel ain 6. März 1636 früh um 6 Uhr ein großer Stein bey Hellem Himmel aus der Ast mir großem Krachen; er was inwendig wie Erz anzusehen, liest sich leicht zerreiben, warauSwendig miteinsrSchaale überzogen, und schien vom Feiier etwas angebrannt. Aus buoas Schlssscher Chronik S .2 228. vi) Am 16. Marz 1698 soll in der Gemeine Walking im Bernes Gebiete ein schwarzer Stein mit vielem Getöse herab gefallen, und auf die Bibliothek zu Bern mit beygesügtcr Nachricht geschickt worden seyn. Aus Scheuchzers Naturgeschichte des Schweizerlandes ?. II. aä min. 1706, 75. Aus» den angegebenen Umständen ist aber nicht mit Gewißheit zu schließen, daß der gefundene und überschickte Stein würklich der nämliche gewesen, mit welchem sich die Naluröegcbeicheit zugetragen. Im 31. Versuche der Breßlauer Sammlungen S. 44 findet sich eine Nachricht von v. Rost, daß am 22. Inn. 1723, Nachmittags um unr 2 Uhr, in der Gegend ven Pleskowicz, etliche Meilen von Reichstädt in Böhme», bey sonst Hellem Himmel eine kleine Wolke gesehen werden sey, ivobey mit starkem Krachen ohne bemerkrein Blitz an einen: Orte 25, an einem andern auf 8 große und kleine Srcine herab» gefallen wären, die auswendig schwarz, inwendig wie Erz ausgesehen, und stark nach Schwefel gerochen hätten. zH Einen zuiAlboreto im Sommer 1766 herabgefallenen Stein erwähnt Vassalli ganz kurz in den angeführten letlcws UUeo-meleo- volochelm S. r2o. Ueber die Art, wie Becearia, der die beobachteten Umstände von Fogliani, Bischöfe zu Modena mitgethcilt erhalten, diese Nacurbegehenhcit in der Nachschrift zu einem Briefe an Franklin cle elecrilmtars vlncliee zu erklären gesucht hat, werde ich zu Ende des uzten §. noch einiges sagen. est Die neueste sehr merkwürdige Nachricht von drey mit einem' Donner herabgefallenen Massen, welche der Pariser Acadcmie der Wilsenschaften im Jahre 1769 aus sehr von einander entfernten Gegenden in Maine, Artois und Cotentin übcrschickt wurden, findet-sich in d-er 6s I'chenckernis clss Icäences 1769. S. 20. Die beobachteten Umstände sind bey allen dreyen die nämlichen gewesen, es wird aber weiter nichts davon erwähnt, als daß man dabey auch» ein Zischen gehört, und die Massen heiß angetroffen habe.- Alle drey waren einander ganz ähnlich, von der nämlichen Farbe und ziemlich von dem nämlichen Korn, man konnte kleine metallische und kiesige Theile unterscheiden, auswendig waren sie mit einer harten eiscnartigen Rinde überzogen. Bei) chemischer Untersuchung, die aber, so wie die ganzen gegebenen Nachrichten hätte genauer seyn können, fand man, daß sie Eisen und Schwefel enthielten. Die Academie der Wissenschaften hat hierbei) geäußert, sie sey E 3 zwar zwar sehr davon entfernt, aus der Beschaffenheit der Massen zu schliefen, das? sie durch einen Blitz sollten dahin geworfen seyn, halte aber doch die Uebereinstimmung der an drey so entfernten Orten beobachteten Thatfachen, und die vollige Aehnlichkeit der Massen und der Kennzeichen, wodurch sie sich von andern Mineralien unterscheiden, für hinlängliche Bewegungsgründe, um die Beobachtung bekannt zu machen, und andere Naturfor. scher zu Mittheilung weiterer Bemerkungen über diesen Gegenstand einzuladen. Sehr merkwürdig ist die Übereinstimmung der bisher erwähnten Massen bey der Übereinstimmung der Nachrichten. Alle diese Massen, so weit sie untersucht sind, enthalten Eisen, entweder allein, oder mit Schwefel oder einigen Steinbeilen vermischt; auch bey denen, die nicht weiter untersucht sind, lassen die angegebenen Umstände, z. B. daS Ansehen und die. Schwere, das nämliche vermuthen. Die meisten sind mit einer Eisenrinde überzogen. Bey keiner einzigen Nachricht wird eines vorhanden gewesenen Gewitters gedacht, oder sonst etwas erwähnt, was nicht besser aus einer Feuerkugel, als aus einem Blitze sich erklären ließe. Noch zwey Beobachtungen muß ich anführen, die vielleicht hiebcv gehören könnten, ob ich gleich solches nicht so bestimmt behaupten mag. Herr Bergrath D.Vuchholz in Weimar beschreibt in? gten Stücke des Naturforschers S. 227 :c. eine schwarze löcherichc glänzende Schlacke, hin und wieder mir ockcrartigen Stellen, welche er vom Hofrarh Walch in Jena, und dieser vom Pastor Klein in Prcßburg erhalten hatte, nebst der Nachricht, das? am 6. Sept. 1771 Abends um 8 Uhr in der Ncutraer Gespannschaft r i Meilen von Preßburg, ein auf freyein Felde befindlicher großer Heuhaufen durch einen Blitz entzündet worden, und verbrannt fey; das Feuer habe 8 Tage gedauert, an der Brandstätte haben sich eine Menge solcher Schlacke» gefunden. Die Schlacke scheint bey chemischer Un- " ter- tersiichung eine durch Feuer geschmolzene eisenschüßige Thouerde zu seyn, es zeigte sich keine Spur, daß aus dem Gewächsreiche etwas daran befindlich gewesen sei). Hr. Buchholz glaubt, es müsse etwa ein ffremder Körper von ungefähr in das Heu gekommen, oder der Beden, worauf der Heuschober gestanden, durch die Hitze seyn geschmolzen worden. Sollte aber der Brand nicht durch einen Blitz, sondern, wie am 11. Nov. 176c, durch Stücke einer zersprungenen Feuerkugel seyn verursacht worden, so wäre das Da- feyn fremder schlackenartiger Massen auf der Brandstatte sehr natürlich. Es möchten auch wohl, wenn der Himmel mit Wolken bedeckt ist, die Erscheinungen bey einer Feuerkugel wegen des dem Blitze ziemlich ahnlichen Lichtes und des Donnerähnlichen Getöses bey dem Zerspringen nicht leicht von einem Blche können unterschieden werden. Eine ähnliche Beob» tunq. wo man auch aus der Brandstätte eines durch den Blitz (oder vielleicht auch auf die vorhererwähnte Art) entzündeten Heuhaufens eine große Menge harter, dunkelgrauer, kalkartiger Schlacken gefunden, aber solche nicht weiter untersucht hat, findet sich in iölov. /-Lt.. Am k^nt. (mm. pom. III. obl. 51. p. 22 r. Es könnten vielleicht bey dieser zweykcn Beobachtung die Schlacken blos aus der Asch« selbst entstanden sevn, aber Hey der erstem scheinen die Besiandtheile einen andern Ursprung, und besonders ,die ockerarcigen Stellen und der mehrere Eisengehalt, als man in der Psiauzeuasche antrifft, einige Aehnlichkeit mir den vorigen zu ver- rachen. §. 9. Nachrichten von der Pallasffchen und einigen ahnlichen wahrscheinlich auf gleiche Art entstandenen Massen. n) Die vom Herrn Collegienrath und dritter Pallas in Sibiricn ge- fundene und iiu dritten Bande seiner Reisen S. z 1 r zc. beschriebene Eisennrasse ist eben so, wie die beydcn folgenden den im vorigen H. erwähnet ten Massen in vieler Rücksicht so ähnlich, daß sich wohl schon daraus mit allem Rechte auf eine gleiche Entstehung schließen läßt. Es wird solches auch durch den von Pallas angegebenen Umstand, daß die Tataren diese Masse als ein vom Himmel gefallenes Heiligthum angesehen haben, sehr begünstigt. Man würde der Natur weit mehr Gewalt anthun, wenn man die Uebereinstimmung der Nachrichten bey der Aehnlichke itder Massen als etwas zufälliges ansehen wollte, als wenn man annimmt, daß diese Tradition'durch eine den vorigen Beispielen ähnliche Erscheinung fty veranlaßt worden; besonders da noch so manche andere Grunde einen solchen Ursprung vermuthen lassen. Die Masse ward gesunden zwischen Krasnojarsk und Abakansk in? hohen Schiefergebürge ganz oben aus dem 7 ücken am Tage liegend. Sie wog 1600 Pfund, hatte eine ganz unre- . ?äs-ige etwas niedergedrückte Gestalt, wie ein rauher Pstasterstcin, war r ach mir einer eisensteinartigen Rinde umgeben, das Innere war ein ge- . u !.idiges, rorbbrüchiges, wie ein grober Seeschwamm lvcheriches Ei- su, dessen Zwischenräume mit einem spröden, harten, bernsteingelbeji Glase (Olivin) ausgefüllt waren. Die Tertur und daö Glas zeigte sich durch die ganze Masse einförmig, und ohne Spur von Schlacken oder künstlichem Feuer. -k>) Don Rubin de Colis fand im südlichen Amerika in der Provinz Chaeo in der Jurisdiction von St. Iago del Estero bey Otumpa, in einer Gegend, wo r oo Nleilengimher keine Eisenbrüche, keine Berge, ja picht einmal Steine anzutreffen sind, eine aus dein krcideartigen Boden init der Oberslachs hervorragende Masse, tingefähr Zoo Ouintale oder Centner schwer, von dem geschmeidigsten und reinste» Eisen. Die äußere -Oberfläche war dicht, und hatte oben viele Eindrücke, das Innere war voll Höhlungen, unterwärts war eine 4 bis 6 Zoll dicke Rinde von Eisenockers aber -»veiter in der Erde .keine Spur von Eise!» .anzutreffen. Die ganze Gegend 4! Gegend ist unbewohnbar, aus Mangel an Wasser. In den dastgen unermeßlichen Wäldern soll sich noch ein dergleichen Stück von da>!Mförmiger Gestalt befinden. Ein Aufsatz darüber von Rubin de Celis befindet sich ganz oder iin Auszuge in Ickckl. trmwact. Vol. ck.XX.VIII. ?. I. je». 57; in Voigts Magazin für daö Reueste aus der Physik und Naturgeschichte V1.B. 1. St. S. 60. n. VI; in GrenS Journal der Physik I. B. i. St.S. 68; in den ^.nnules cks cklöncks V. V. p.149, und im i ttsn Stücke von Crells chemischen Annalen 1792. c) In dem ?ten Bande der Berliner Sammlungen S. 52z, wie auch im zösten Stücke des Wittenbergischen Wochenblattes 177z wird eine Eisen- oder Stahlmasse erwähnt, bieder Sächsische Hofrath und LeibmedicuS ^öber zu Aken (im Magdeburgischen) unter dem Pflaster der Stadt entdeckte und ausgraben ließ. Einige Stücke davon ließ er abschlagen und schmieden, da sie sich denn wie der beste englische Stahl Härten und poliren ließen. Die ganze Masse war 1 zooo bis 17000 Pfund schwer, und mit einer Rinde einen halben bis einen ganzen Zoll dick umgeben. Zwey kleine Stücke davon nebst einem geschmiedeten und polirten gab er dem Hofmedieus ck>. Krecschmar in Dresden , dessen Mineralien, sammlung die Universität zu Wittenberg erhalten hat, wo ich sie nebst bey- geschriebener Nachricht angetroffen habe. Die zwey Stücke haben so wie die Sibirische Masse eine schwammige oder ästige Textur, aber ohne Beymischung eines andern Minerals, ihre Geschmeidigkeit ist an den Stellen, wo der Meiste! eingedrungen, sehr sichtbar. Das geschmiedete Stück zeigt eine sehr gute Politur an den Stellen, wo es nicht gerostet ist. Es wäre zu wünschen, daß man erfahren könnte, wo die ganze große Masse mag hingekommen seyn, um, wenn sie noch vorhanden ist, sie noch genauer untersuchen zu können. F ck) Eini- lZ) Einige von den Stücken geschmolzenen Eisens mit üllerley- Schlacken und Steinarten, welche Hern- Factor Nauwerk (s. Crells Bey- trage zu den chemischen Annale» i. B. 2. St. S. 86.) in Frankreich und Deutschland an verschiedenen Orten, besonders auf einzelnen Bergen gefunden hat, die auch offenbare Kennzeichen einer Veränderung durch Feuer verrathen, mochten wohl auch können hieher gerechnet werden. Selbst wenn er an ihnen Ueberbleibftl von Holzkohlen gefunden hat, würde dieses, wenn andere Umstände einen solchen Ursprung verrathen,, nicht das Gcgentheil darthun, indem benachbarte Holzstücke durch die herabgefallene geschmolzene Masse können verkohlt seyn. Der Umstand, daß dergleichen Massen meist auf einzelnen Bergen sind gefunden worden, ist übrigens meiner Theorie sehr günstig, denn ein einzelner Berg stellt einer in sehr schiefer und bisweilen beynahe horizontaler Richtung herabfallenden Masse mehr Fläche entgegen, als eine eben so große horizontale Ebene; es ist also daselbst mehrere Wahrscheinlichkeit des Niederfallens vorhanden. Auch kann dasselbe auf einem solchen Berge eher Statt finden, als auf einem, der durch andere benachbarte gedeckt ist. Es kann auch in einen felsigen Boden eine solche Masse entweder gar nicht, oder weniger tief eindringen, als in den mehrentheils weniger festen Boden in einer Ebene; sie muß also daselbst auch leichter zu finden seyn. Z. 10. Die Sibirische und Ahnliche Eisenmasscn sind nicht auf nassem Wege entstanden. Daß es ans nassen: Wege entstandenes gediegen Eisen gebe, oder wenigstens geben könne, ist wohl nicht zu leugnen; die bey Großkamsdorf und bey Steinbach gefundenen Stufen können vielleicht einen solchen Ursprung haben, und der Grund, warum man es so selten findet, liegt nnsirei- .unstreitig in der leichten Auflösbarkeit des Eisens in der überall so hau« flg anzutreffenden Vitriol-und luftsaure. Von der Sibirischen Masse und .den ihr ähnlichen läßt sich aber eine solche Entstehung nicht behaupten, a) weil aus der unten mehr convepcn und oben mehr flachen oder uncdsrgedrückten Oberfläche, der äußern harten und mit kuglichen Eindrük- ken überall versehenen Rinde, nebst der innern schwammigen und ästigen Textur und überhaupt aus dem 'ganze!? Ansehen zu schließen ist', daß die Masse geschmolzen und die Oberfläche eher erkaltet und verhärtet sey, als die innern Theile, Bey der Sibirischen Masse ficht man auch die Würtingen des Feuers ander allem Ansehen nach verglaset?« Steinart,, womit die Höhlungen des Eisens ausgefüllt sind. Diese Beschaffenheit,der Masse würde allein schon hinlänglich seyn, um eine Entstehung durch Feuer anzunehmen, wie solches auch vom Hrn. Geh. Oberfinanzrath Gerhard (luden Anmerkungen zu Jars metallurgischen Reisen 2. B. S. 618) von Torben, Bergmann (opmlo. vom. II. 1?. 4Z2) und von verschiedenen andern Naturforschern anerkannt wird. d) Weil diese Massen mit den übrigen §. 8. erwähnten Massen, nvo man doch wohl eine Einwürkung des Feuers oder der Electricität (wenn man es auch für einen Bliß halten will) zugeben wind, so in Ansehung ihrer äußern und innern Beschaffenheit übereinkommen, daß sie wohl einerlei) Ursprung haben müssen. c) Weil die Sibirische, die Südamerikanische und die AkcNsche M asse, eben so, wie die ,im 8ten §. erwähnten, nur einzeln als Geschiebe, .und nicht tief in der Erde, sondern nur auf oder nahe an deren Ober- . fläche und ohne Verbindung mit dem Saalbande eines Flöh-oderGang- .gesteins sind angetroffen worden, auch sich in den Gegenden, wo die zwey F 2 lebten, 44 letztem gefunden worden, sonst keine Eisenanbrnche zeigen. Bey dem Orte, wo Pallas die Eisenmasse fand, ist zwar i oo Schritte davon ein Anbruch eines magnetischen Eisenerzes, die Masse selbst aber lag höher, ganz oben auf einem Schiefergebürge. Wenn diese iocalumstande gleich für sich nichts erweisen, so tragen sie doch in Verbindung mit den vorigen Gründen einiges dazu bey, um eine Entstehung auf nassem Wege höchst unwahrscheinlich zu machen. §. Sie sind nicht durch Kunst geschmolzen. s) Die ausfallende Ähnlichkeit mit den im LtenZ. erwähnten Massen lehrt das Gegentheil. d) Bey der Sibirischen Masse steht man es aus den von Pallas angegebenen kocalumstanden. Die alten Bergleute in Sibirien, von deren Arbeiten man Spuren findet, scheinen gar nicht auf ' stsen gearbeitet zu haben, da auch ihre schneidenden Werkzeuge aus Kupfer und Glocken« metall bestanden. Die Schlacken find Rohsteinschlacken von Kupferkiesen. Sollten ja Eisenschlacken gefunden werden, so waren ihre Heerde so unvollkommen, daß fis keine Masse von etlichen Pud, geschweige denn von mehr als 40 Pud, wozu schon ein betrachtlicher hoher Ofen erfordert würde, haben schmelzen können. Auch, wenn es möglich wäre, laßt sich kein Grund angeben, warum eine wegen beygemischter Steinart zu Schmiedearbeiten so untaugliche Masse von so vielem Gewicht aus einem Gebürge, wo man sie geschmolzen, auf einen steilen Berg wäre gebracht worden, wo keine Spuren von Arbeiten oder Schmelzungen in der Nahe find. Bey der Südamerikanischen und der Akenschen Masse, welche die Sibirische an Gewicht mehreremal übertreffen, ist eine Schmelzung durch Kunst noch weniger denkbar. Auch läßt sich nicht begreifen, warum man die die Südamerikanische Masse in eine unbewohnbare Gegend sollte fortgeschafft, und die Akensche unbenutzt haben liegenlassen. . c.) wie auch an der Eichstädtischen und Agramschen (§. g. a. e.) Diese banden l'htern Ilm stände scheinen zwar überhaupt dem Ursprungs solcher''.'- m durch eine Schmelzung zu widersprechen: da aber F Z alle alle Umstände eine Einwürkung des Feuers zu erkennen geben, so'laßt sich vermachen, daß die Natur eins solche durch gewöhnliches Feuer unmögliche Schmelzung, mit Beybehaltung der Geschmeidigkeit durch ei» nocff weit stärkeres Feuer, als die Kunst hervorzubringen vermag, und wahrscheinlich durch Beyhülfe der Eleetricitat müsse bewürkc haben. Die Möglichkeit einer solchen Schmelzung steht man offenbar an der Eichstadti- schcn Masse (§.8. ->.), welche mit einer geschmeidige» und hammerbaren Eisenrinde umstoffen ist. §. !2. Sie sind nicht durch den Brand eines Waldes oder Steinkohlen. siözes geschmolzen. Außer den im vorigen §. a, e angeführten Gründen/ nämlich der Uebereinkunft mit den im 8ken §. angeführten Massen, der gleichförmigen Mischung und Duchstchtigkcir der Steinart, der Uchchmelzbarkest des EisenS und der Steinart, m,d der Geschineidigkeic des Eisens, welche der Entstehung durch einen Wald-oder Steinkohlenbrand eben so sehr, als der künstlichen Schmelzung widersprechen, wird diese Meymmg schon dadurch sehr unwahrscheinlich, weil diese Massen an Orten sind gesunden worden, wo unmöglich in einem engen Räume so viele Eisemheile haben beysammen. seyn können, als zu so großen Ästasten erfordert würden. So fand sich die Sibirische Masse nicht da, wo in einiger Entfernung die Eisenanbrüche sind, sondern oben auf dem Schiefergebürgc; die Südamerikanische in einemiKreidcboden, wo weit'umher keine Eisenanbrüche, ja nicht einmal Berge oder Steins anzutreffen sind, und zu .Aken möchten sich auch weh! nirgends so .viele Eisenthcile beysammen autreffen lassen. Hätte ein Wald - oder Steinkohlenbrand das Eisen aus sinnen Erzen geschmolzen, so müßte man auch aller Wahrscheinlichkeit nach nicht nur eine so große Masse, sondern auch in der Nähe..mehrere kleinere geschmolzene geschmolzene oder verschlackte Stücke gefunden haben, wobsn aber nichts bemerkt worden ist- §. iZ. Sie sind nicht vulkanischen Ursprungs. n) Wegen ihrer Aehnlichkeit mit den übrigen §. 8. erwähnten Massen. k) An der Sibirischen Masse ist die Steinart mit dem Eisen nicht verschlackt, welches von einer vulkanischen Schmelzung noch mehr, als von einer jeden andern zu erwarten wäre, sondern ziemlich durchsichtig, und mit dem Eisen sehr gleichförmig gemischt. e) Die Nnschmelzbarkeit des Eisens und der Stewart möchte wohl durch vulkanisches Feuer eben so wenig können überwunden werden, als durch das stärkste künstliche Feuer. ck) Die außerordentliche Geschmeidigkeit des Eisens würde bey einer vulkanischen Schmelzung noch weniger Statt sinken können, als bey einer jeden andern, weil das Eisen wohl nicht ohne Verunreinigung mit vielen fremden Theilen bleiben könnte. e) Man trist an den Orten, wo sie gefunden worden, keine Vulkane an, am wenigsten in einer solchen Nahe, daß eine so große und schwere Masse an den Ort, wo man sie gefunden, könnte hingeworfen ftyn. k) Man findet bey Vulkanen keine ahnlichen Produkte. g) Wo eine so große Masse durch einen Vulkan wäre hingeworfen worden, müßten sich doch auch viele kleinere ihr ähnliche in der Nähe befinden, man hat aber keine angetroffen, §. i4. Eie sind nicht durch einen Blitz geschmolzen. Die ErklärungSart durch die Würkungen eines Blitzes war meines ErachtenS unter den bisherigen die, welche der Natur am wenigsten zu widersprechen schien. Die im 8ten §. erwähnten Erzählungen, deren Richtigkeit sich wegen ihrer Übereinstimmung wohl nicht ableugnen laßt schienen sich ebenfalls schlechterdings nicht anders erkläre«, zu lassen. Auch wird diese Mcynung sowohl dadurch, daß Metalle sich nach den Versuchen von Comus (in CrellS Beyträgen zu den chemischen Annale«, 1784) durch den elektrischen Funken reduciren lassen, als auch durch den meines Wissens nech von niemanden aus diesem Gesichtspunkte betrachteten Umstand begünstigt, daß zwar alles eine Schmelzung vereäch, aber keine durch gewohnliches natürliches oder künstliches Feuer, weil dieses weder das geschmeidige Eisen, noch den-in der Sibirischen Masse enthaltenen Olivin ohne Zusatz zu schmelzen vermag, sondern höchstwahrscheinlich durch Beyhülse der Elektricitat, die allenfalls auch manche durch gewöhnliches Feuer nicht für sich schmelzbare Dinge zu schmelzen im Stande ist, wie z. B. ein solches von Withering beobachtetes Beyspicl von Quarz, der durch einen Blitz geschmolzen, in den tNil. timusaot. Vol. 1.XXX. p. II. und in Voigts Magazin VII. B. 4. St. S. 32, wie auch im i2ten Hefte von Grens Journal der Physik zu finden ist. Bey alle den, aber ist diese Encstehungsart eben so unwahrscheinlich, als die vorigen, aus Gründen, die man, weil ich nicht gern das nämliche wiederholen «nag, in« künftigen §. antreffen wird. 5. 15. Gründe für den angegebene«« gleichen Ursprung der §. g und 9 er» wähnt n Massen. I) Aus der Uebereinstimmung der gefundenen Massen mit den Erscheinungen an Feuerkugeln. a) Da «) Da Feuerkugeln, wie ich §. 2—5 glaube gezeigt zu haben, aus dichten und schweren Grundstoffen bestehen, die bey der äußerst schnellen Bewegung durch Reibung in der Atmosphäre elektrisch worden und in Glurh gerathen, dadurch geschmolzen, und von elastischen durch die Hitze entwickelten Flußigkeiten zu einem sehr großen Umfange bis zum Zerspringen ausgedehnt worden, so folgt daraus: daß da, wo Stücke einer zersprungenen Feuerkugel niedergefallen sind, auch Materien muffen gefunden werden, die mit allen diesen Eigenschaften übereinkommen. Das Eisen, als der Hauptbestandtheil der bisher gefundenen Massen hat alle diese Eigenschaften in vorzüglich hohem Grade. Die Schwere und Zähigkeit des Grundstoffes der Feuerkugeln, welche sehr beträchtlich seyn muß, da sie bey der größten möglichen Ausdehnung doch Consffenz genug übrig be. halten, um eine fo äußerst schnelle Bewegung durch einen so weiten Raum ohne Zerstreuung ihrer Muffe und ohne Hinderung durch den Widerstand der Luft fortzusetzen, kommt mit geschmolzenem Eisen sehr wohl sicherem; das blendend weiße licht wird von manchen Beobachtern mit dem lichte des schmelzenden Eisens verglichen; das Brennen, Rauchen und Funkenauswerfen bemerkt man auch bey dem Eilen (am leichtesten bey der Verbrennung in der Lebenslust); von der Ausdehnung durch elastische Flüssigkeiten, welche durch die Hitze entwickelt worden, und von der nachherigen Zusammenziehung bey dem Erkalten zeigen sich noch Spuren in der inncrn schwammigen Beschaffenheit der gefundenen Eisenmaffen, und in den kuglichen Eindrücken der äußern harten Rinde, welche letztere ver. muthen lassen, daß an diesen Stellen Blasen vorhanden gewesen, die bey dem Erkalten eingesunken sind. Daß man an verschiedenen Muffen eine Veymischung von Schwefel angetroffen hat, stimme auch sehr wohl mit allen Erscheinungen an Feuerkugeln überein, besonders mir der Leichtigkeit des Brennens einer sehr dünnen und unreinen Luft; indem, wie bekannt, Schwefel unter der Luftpumpe in einer so verdünnten Luft brennt, G wo wo kein anderer Körpcr mehr brennen kenn. Bei) denen Masssn, WS man keinen Schwefel gefunden hat, könnte er wohl dnrch das Brennen in Dämpfen davon gegangen seyn, wie man denn auch bisweilen einige Zeit nach der Erscheinung einer Feuerkugel einen starken Schwefelgeruch verspürt haben will. Es möchte wohl auch die Rochbrüchigkeit des Eisens an der Sibirischen Masse von einem beygemischtcn kleinen Ue- berreste des Schwefels-herrühren, welches auch wohl die Ursache der Leichtigkeit des Rostens an dieser und an der Akenschen. Masse seyn mag. k) Die ganze Beschaffenheit der Massei; verrath eine Schmelzung. Diese kann aber nicht durch gewöhnliches natürliches oder künstliches Fcuer für sich gegangen seyn, aus allen den vom uten bis i zten §. angeführten Gründen, und besonders deswegen, weil ein so geschmeidiges Eisen für sich durch ein solches Feuer nicht schmelzbar ist, und wenn es mit Zusatz von Brennbarem geschmolzen wird, seine Geschmeidigkeit vexiert, und gewöbnlichcm Roheisen ähnlich wird. Der Olivin in der Sibirischen Masse ist für sich in gewöhnlichem Feuer eben so wcnig. schmelzbar. Es muß also das Feuer weit starker gewesen seyn, als es durch die gewöhnlichen natürlichen und künstlichen Mittel hervorgebracht werden kann, oder es muß die Schmelzung durch eine äußerst starke' Elektricitat seyn be- würkt worden, oder wahrscheinlich haben beyde Umstände Zugleich Statt gefunden. Es lassen sich also keine weitere mögliche Entstehungsarten angeben, als durch einen Blitz oder durch eins Feuerkugel. Ein Blitz kann 'aber auch wohl nicht eine'solche Schmelzung bewürkt haben, denn außer den übrigen Gründen, welche dieser Entsiehungsart widersprechen, hat man meines Wissens kein Beyspiel, daß ein Blitz eine nur einigermaßen betrachtliche Metallmasse anders, als nur ein wenig an den Kanten angeschmolzen Habs, so daß die Möglichkeit einer vollkommenen Schmelzung einer so schwerflüssigen Masse von l6oo Pfund, von zoo Cent- Emkum, und von rzoso 5ks 17000 Pfund durch einen Blitz noch wen iger zu vermutheil ist. Es bleibt also nichts anders übrig, als der durch noch so manche andere Gründe bestätigte Ursprung durch Niederfallen der Masse einer Feuerkugel , bey welcher sichj ellie solche Schmelzung weit eher, als aus irgend eine andere Art denken laßt. Denn aus den Beobachtungen an Feuerkugeln ist zu ersehen, daß ihre Bewegung meist so schnell ist, daß sie der Geschwindigkeit des kaufeS der Erde oder anderer Welt- korper völlig gleich kommt, und eilte Kanonenkugel wohl ioo mal an Geschwindigkeit übertrifft; durch diese so schnelle Bewegung muß die Masse wegen der Reibung in der Atmosphäre nothwendig so erhitzt werden, und einen so hohen Gradj von Elektrizität annehmen, daß die Wirkungen eines andern natürlichen und künstlichen Feuers, so wie auch die Würkungen eines Blitzes dagegen ziemlich mibeträchtlich seyn mochten. II) Ans den vorhandenen Nachrichten von herabgefallenen Massen. Daß bey der Aehnlichkeit der oben erwähnten Massen auch die Nachric hten in Ansehung des Herabfallen? einander so ähnlich sind, dieses kann unmöglich als ein bloßer Zufall angesehen werden, und giebt den Erzählungen Glaubwürdigkeit. Es sind auch besonder? in der §. 8. c erwähnten Agramer Urkunde die Thatsachen auf eine so ungekünstelte jArt dargestellt, nild die )t>issagen der Zeugen, bey denen man eben so wenig, wie bey dein Bischöfliche!, Consisiorium zu Agram, eine absichtliche Täuschung zu vermuthen Ursache hat, stimmen sowohl unker sich, als auch mit den übiigen in, 8ten§. angeführten Nachrichten so übcrein, daß man sie allerdings glaubwürdig finden muß, sobald sie sich aus eine jder Verminst! nicht widersprechende Art erklären lassen. Am auffallendsten ist diese Übereinstimmung bey den aus drey von einander entfernten Gegenden der Pariser Akademie der Wissenschaften durch ihroCorrespondcnten .G 2 ssiber- 5» überschickten Masten und Nachrichten, wo doch wohl eben so wenig eine vorsetzlicheTauschung zu vcrmuthen ist. Bey dieser Voraussetzung komme es also hauptsächlich aus die Frage an: ob bey den erzählten Wahrnehmungen ein Blitz, oder ob ein Herabsalien der Stürbe einer zerspränge, nen Feuerkugel zum Grunde gelegen habe? Folgende Umstände widersprechen der Erklanmgsart durch einen Blitz, stimmen aber alle mit dem, was man sonst an Feuerkugeln beobachtet hat, so überein, daß man, ohne etwas ungereimtes zu behaupten, die meisten dieser Erzählungen wörtlich für wahr annehmen kann. a) In der Agramer Urkunde (§. 8. c) wird erwähnt, daß viele jeute in verschiedenen Gegenden des Königreichs die Zertheilung der Feuerkugel, das Knallen und Krachen in der luft, wie auch, daß etwas feuriges vom Himmel gefallen sey, gesehen und bemerkt haben, so daß die meisten darum, als um eine allbekannte Sache wußten, nur daß ihnen der Ort, in welchem diese Stücke niedergefallen, wegen zu großer Entfernung unbekannt war. Hieraus läßt sich vermuthen, daß es schlechterdings kein Blitz, sondern eine Feuerkugel mäste gewesen seyn. Ein Blitz würde zu einer Jahrszeit, da Gewitter nichts ungewöhnliches sind, und noch dazu am Tage, nicht in verschiedenen Gegenden des Königreichs seyn beobachtet worden, und überall Aufsehn erregt haben, und noch weniger würde man jlm in einer großen Entfernung als ein Herabfallen einer feurigen Mäste bemerkt, oder den Donner als ein Knallen und Krachen in der luft ge. bort, und solches als eine landkundige Sachs angesehen haben. Dieser einzige Umstand ist wohl schon hinlänglich, um daraus zu beurtheilen, daß es' kein Blitz, sondern eine ungewöhnliche Naturerscheinung gewesen sey, und daß sich solche in weit höhern Regionen, als da, wo Gewitter sich befinden können, zugetragen haben müsse. b) Weder in der Agramer Urkunde, noch in irgend einer andern Nachricht wird das mindeste von einem Gewitter, .oder von mehreren Blitzen 5Z Blitzen erwähnt. In einigen wird bemerkt, daß der Himmel ganz heiter, und mir ein kleines lichtes Wölkchen (unstreitig die Feuerkugel) zu sehen gewesen sey. Auch schon daraus, daß in andern Erzählungen gesagt wird, es sey vom Himmel oder aus der Luft gefallen, ist zu vermuthen, daß der Himmel nicht mir Wolken bedeckt gewesen sey, denn in diesem Falle würden Leute, die der Naturlehre unkundig sind, wie die meisten waren, welche diese Erscheinungen sahen, eher gesagt haben, es sty aus den Wolken gefallen. Bey der Eichstädtischen Masse (§. 8. u) ist auch schon deswegen nicht wahrscheinlich, daß ein Gewitter vorhanden gewesen, weil es im Winter geschah, da die Erde über einen Fuß hoch mit Schnee bedeckt war, und al so die Atmosphäre von Dünsten sehr gereinigt seyn mußte. c) Bey der Gleichförmigkeit der Massen ist es höchst unwahr- scheinlich, daß an allen den Orten, wo man dergleichen gesunden, nur einerlei) schmelzbare Theile sollten vorhanden gewesen, und vom Blitze auf einerlei) Art verändert worden seyn, da man überdieses noch nie an Orten, wo ein Blitz eingeschlagen, ahnliche Masten, sondern allenfalls nur verschlackte erdige Theile und dcrgl. gesunden hat. 6) Die Erscheinungen, welche man zu Agram beobachtet hat, sind von denen, die man bey einem Blitze sieht, verschieden, aber ganz so beschaffen, daß sie mit den Erscheinungen bey einer Feuerkugel übereinkommen. Man hat bemerkt, daß die zwey Stücke der zersprungenen Feuerkugel in Gestalt feuriger in einander verschlungener Ketten niedergefallen sind, und ungefähr in der nämlichen Gestalt müßte auch eine aus der Höhe schnell Herabsallende geschmolzene durch Dampfe aufgeblähte Masse gest. hen werden. Einen Rauch am Himmel, wie man zu gleicher Zeit sähe, bemerkt man auch sonst bisweilen bey Feuerkugeln, nie aber bey einem Blitze. Daß der Rauch erst schwärzlich, nachher vielfarbig erschien, läßt G z auch 54 auch vtrmuthen, daß heitre Witterung zu der Zeit dieser Naturerscheinung gewesen, und dieses Farbenspiel wahrscheinlich durch das Sonnenlicht verursacht worden sey, und bestätigt also das, was ich vorher bey R. behauptete. Daß man auch erst.' einen heftigen Knall bey dem Zerspringen der Feuerkugel, ein Getose bey dein Herabfallen, und den stärksten Knall nebst einer Erderschütterung in demAugenblicke, da die herab fallende Masse die Erde berührte, wahrgenommen hat, stimmt auch besser mit den Erscheinungen bey einer Feuerkugel, als mit einem Donner .überein. III) Aus den boealumstanden, unter welchen man dergleichen Massen gesunden. u) Es laßt sich nicht begreifen, wie aus dem hohen Schieftrat- bürge, wo die Sibirische Masse in ziemlicher Entfernung von dem Eisen- anbruche gefunden ward, in. dem Kreidebvden der weiten Südamerikanischen Ebene, wo 100 Meilen umher keine Eisenanbrüche, ja nicht einmal Steine anzutreffen sind, und zu Aken, wo meines Wissens auch keine Eisenanbrüche sind, in einem engen Räume so viele Eisenkhsile könnten beysammen gewesen seyn, clls zu Massen von 1600 Pfunden, von zvo Emmern und von ,15000 bis 17000 Pfunden erfordert würden. Dieser Umstand giebt zu erkennen, daß diese Massen eben so wenig durch einen Blitz, als durch einen Wald öder Steinkohlenbrand an Ort und Stelle können geschmolzen seyn. Ich Man hat.diese Massen zu Tage ausstehend gesunden, und nicht etwa in einiger -^uge, wo (.llewulls eher ein solches Zusammenstießen von Eisentheilen, die durch einen Blitz geschmolzen worden, sich denken ließe. Beyde jetzt erwähnte Umstände kommen mit dem Ursprünge durch das Herabfallen einer Feuerkugel sehr wohl überein, indem ss ein vor dem dem Zerspringen wohl auf mehr als zoo Klaftern im Durchmesser ausgedehnter Körper, bey dem sich ungeachtet dieser Ausdehnung so sichtbare Wartungen der Schwere zeigen, doch wohl Stoff genug zu solchen Masisen enthalten muß, und !>) eine solche zähe Masse in einen etwas festen Boden nicht tief eindringen kann, und also meist an der Oberfläche der Erde muß gefunden werden. Gegen diese aus den localumständen hergenommenen Gründe ließe sich allenfalls noch einwenden , daß diese Massen vielleicht durch den Blitz nicht an Ort und Stelle geschmolzen, sondern dahin, wo man sie gesunden, von einem entfernten Orte her könnten seyn fortgeschleudert worden. Bec- caria äußert diese Meymmg bey Gelegenheit des §. 8. z?- erwähnten Steins, und sucht sie durch einen elektrischen Versuch zu erläutern, wo da« durch, daß man einen- eingeschlossenen Wassertropfen vermöge des elektrischen Funkens in Dünste austöset, ein kleiner metallischer oder andererKor^ per ziemlich weit geworfen werden kann. Aber außer den andern Gründen, die überhaupt der Entstehung durch einen Blitz widersprechen, ist diese Erklärungsart schon deswegen höchst unwahrscheinlich, weil man doch unmöglich annehmen kann, daß immer nur Waffen von der nämlichen und von so sonderbarer Beschaffenheit einer solchen Fortschleudenmg sollten unterworfen gewesen seyn. Eben so wenig läßt es sich denken, daß ein Blitz so große Massen, wie z. B. die Südamerikanische und die Akensche sollte aus'einer eisenhaltigen Gegend viele Meilen weit haben fortführen können. Ncberhaupt scheint der ganze angeführte elektrische Versuch auf die Würkungen eines Blitzes nicht anwendbar zu seyn.. §. :6. Einige fernere Erläuterungen^ Aus dem, was bisher vorgetragen worden, ist Zu ersehen, daß folgende vier Naturerscheinungen, von denen noch keine einzige auf eins befrie- SM-p'- zS befriedigende Art erklärt worden, sich durcheinander selbst erklaren, so. bald man ihre Identität annimmt: 1) Die sonderbare Beschaffenheit der Pallasischen und ah n lich er Eisenmasfen, wo die Spuren der Schmelzung und die Geschmeidigkeit uud Unschmclzbarkeit des Eisens einander zu widerspreche!? schienen, und noch manche andere Umstände den Ursprung so problematisch machten, daß noch keine einzige vorhandene Hypothese allgemein als wahrscheinlich anerkannt werden konnte. 2) Die Feuerkugeln, worüber die Meynungcn der Naturfor. scher so sehr von einander abweichen, lind großcentheils der Natur widersprechen. z) Die Sternschnuppen, worüber mich wenig bestimmtes sich sagen ließ.. 4) Das Herabfallen eisenhaltiger Massen, welches durch so viele mit einander übereinstiilnnendc Nachrichteil bestätigt wird, und sich wohl schlechterdings auf keine andere Art erklaren läßt. So sehr nun bey der jetzt gegebenen Erklarungsart alles unter sich zusammen hängt, so wird dem ungeachtet der Sah, daß in dem allgemeinen Welträume außer den Welckörpem auch viele kleinere Anhäufungen von grobeil materiellen Theilen vorhanden sind, vielleicht manchem unglaublich genug scheinen, tun deshalb die ganze vorgetragene Theorie zu verwerfen. Diese Unglaublichkeit des Sahes ist aber nur scheinbar, und beruhet nicht ans Gründen, stadern vielmehr nur darauf, das er unge- wohnlich, und also etwas befremdend ist, denn, wenn man von jeder vorgefaßten Meynung absirahiren will, so wird man sinden, daß der Satz: eS sind außer den Weltkörpern und dem Aether oder andern feinen clasii- sehen scheu Flüßigkciten keine weitere materielle Theile im allgemeinen Welträume vorhanden, eben so willkührlich angenommen ist, als der: es sind dergleichen vorhanden. Aus Gründen a ^ricni mochte sich wohl keiner von beyden beweisen lassen, es müssen vielmehr bloö Beobachtungen hierüber entscheiden. Daß dergleichen Beobachtungen vorhanden sind, wird man aus dem vorigen hinlänglich ersehen haben« Wenn man etwa fragen sollte, wie dergleichen Massen, entstanden,' oder in einen so isolirsen Zustand gekommen sind, so ist es fast eben das, als ob man fragte, wie Weltrörper entstanden sind. Das beste möchte wohl styn, zu gestehen, daß sich nichts bestimmtes darüber sagen läßt. Was man auch übrigens für Hypothesen sich bilden mag, so muß man doch entweder annehmen, daß Wellkörper, manche Revolutionen auf oder nahe an ihrer Dberstäche abgerechnet, immer das gewesen sind, und seyn werden, was sie jetzt sind, oder, daß in der Natur Kräfte vorhanden sind, um Weltkörper und ganze Weltsysteme zu bilden, sie zu zerstören, und aus dem Stoffe wieder neue hervor zu bringen. Für die letztere Meinung sind wohl mehr Gründe vorhanden, als für die erstere; indem nicht nur an allen organischen und unorganischen Wesen aus unserer Erde sich Abwechselungen von Zerstörnng und Bildung zeigen, welche vermuthen lassen, daß die Natur, bey welcher überhaupt Größe und Kleinheit nur relativ sind, dergleichen wohl auch mehr im Großen bewürken könne : sondern man auch manche Veränderuir- gen an entfernte!: Weltkörpern wahrgenommen hat, welche diese letztere Meinung einigermaßen wahrscheinlich machen, z.B. das Erscheinen und gänzliche Verschwinden einiger Sterne; wenn es nicht etwa ans periodischen Veränderungen beruht. Nimmt man nun an, daß Weltkö.'per entsinn- Yen sind, so laßt sich ein solches Entstehen wohl nicht anders denken, als dadurch: daß entweder materielle Theiie, die vorhcr in einem mehr lockern und.chaotischen Znstande in einem größern Räume zerstreut gewesen stud, H sich zs sich durch die Anziehungskraft in große Massen angehäuft Habenz oder, daß Weltkörper aus den Theilcn einer zerstüekten weit großem Masse *) sind gebildet worden, welche Zertheilung vielleicht durch irgend einen Stoß von aussen, oder durch eine Explosion von innen könnte bewürbe seyn. Nun mag von diesen Hypothesen die richtigere seyn, welche da wolle, so ist es nicht unwahrscheinlich, oder wenigstens der Natur nicht widersprechend, wenn man annimmt, daß sehr viele dergleichen materielle Theile entweder wegen zu großer Entfernung, oder weil es eine ihnen mitgetheilrc stärkere Bewegung nach einer andern Richtung verhindert hat, sich mit keiner zu einem Weltköeper sich anhäufenden größer» Masse vereinigt haben; sondern einzeln übrig geblieben sind, lind durch Anziehung, oder durch irgend einen erhaltenen Stoß getrieben, ihre Bewegung durch den unendlichen Weltraum fortsetzen, bis sie etwa einmal einem Weltkörper so nahe kommen, daß sie, von dessen Anziehung ergriffen, darauf niederfallen, und Erscheinungen, wie in gegenwärtiger Abhandlung erwähnt worden sind, verursachen. C'S ist merkwürdig, daß Eisen der Hauptbestandtbeil der bisher gefundenen Massen ist, da man dasselbe nicht nur fast überall auf der Obersiäche unserer Erde, selbst als Bestandtheil vieler Wesen aus dem Pflanzen - und Thierreiche antrifft, sondern auch die magnetischen Erscheinungen *) Sollte dieses wahr seyn, so sind vielleicht die sogenannten planetar!« scheu Nebelsterne, die bey stark.» Vergrößerungen sich nicht wie andere Fixsterne als ein leuchtender Punkt, sonorrn, ungeachtet ihres weit schwachem Lichtes, als eine würklich ineßbare Scheibe zeigen, solche zu künftigen Bildungen von Wcltkörpern bestimmte ungeheure Magazine von Materie. ;s nungen auf einen beträchtlichen Vorrath davon in dem Innern der Erde *) schließen lassen. Man kann daher vernrmhen, daß daS Eisen überhaupt zu Bildung von Weltkörpern ein Hauptmaterial seyn möge, welches auch dadurch wahrscheinlich wird, weil es aufschließend mit der magnetischen Kraft in Beziehung steht, und also vielleicht wegen deren Polarität auch bcy andern Weltkörpern nothwendig seyn mag. Es ist auch, wenn die vorgetragene Theorie ihre Richtigkeit hat, wahrscheinlich, daß auch andere in manchen herabgefallenen Massen enthaltene Stoffe, z. B. Schwe- fel, Kieselerde, Bittererde w. nicht unserer Erde allein eigen seyn, sondern mit unter die allgemeinen Materialien zu Bildung von Meltkörpern gehören möchten. §. i?. Vorschlage zu weitem Untersuchungen. Von den im 8tcn §. erwähnten Massen muffen noch verschiedene vorhanden seyn, die eine genauere Untersuchung ihrer äußern und innern Beschaffenheit verdienten. So mochten vermuthlich die vier Siebenbürgi- schen Massen, (§. 8. ) welche nach Wien in die kayserliche Schatzkammer sollen seyn gebracht worden, sich noch daselbst, oder vielleicht im kay- serlichen Naturalienkabinette befindenz da denn Herr Stütz, welcher die Nach- H 2 richten ') Daß wenigstens ^ bis H von dem Innern unserer Crde aus Metallen bestehen muffe, sieht man auch aus ren Beobachtungen von Maskelyne (in phll. ti'-mxsct. Vol. 1.XV n, ch. ^9.) über die Anziehungskraft des Granilbcnps Shehallien in Schottland gegen ein Bleyloth, v-r- glichen mit der Anziehungskraft der Erde und aus den von Hurtcr darüber angestellten Berechnungen (in k>bi1. rramuct. Vol. 1.XVIII. n.ZZ.) Man findet diese Bemerkungen auch erwähnt in Gchlcrs physikalischem Wörterbuch unttr dem Worte: Gravitation. richten Z. 8. a und c zuerst bekannt gemacht hat, auch wohl die beste Gele-- gmheit haben würde, hierüber weitere Auskunft zu geben. Co wäre es auch zu wünsche», daß die Thüringische Masse (§. 8.1), welche nach Dresden ist gebracht worden, und sich daselbst vielleicht noch im churfürstlichen Naturalienkabinette, oder in irgend einer andern Sammlung befinden mag, die §. 8. n, welche auf die Stadtbibliothek zu Bern geschickt worden, die §. 8.1, welche vielleicht noch in der Kirche Zu Ensisheim an einer Kctce liegen mag, wenn sie nicht etwa bei) der jetzt in Frankreich gewöhnlichen Aufhebung der Kirchen auch frcp gemacht worden ist, und andere, die vielleicht in mancher Sammlung befindlich seyn mögen, von Naturforschern, die Gelegenheit dazu haben, möchten, genauer untersucht und beschrieben werden. Dieses möchten auch wohl manche von den Eiftnmasftn verdienen, welche Hr. Faktor Na,uvcrk-gefunden (§. 9. ä), besonders, wenn sie durch «ine Eiscnrindc oder andere Eigenschaftei, viele Aehnlichkeir mit andern dergleichen Mafien vcrrathen sollten. Die sonderbaren Eigenschaftei, des Eisens an der von Pallas gefundenen Masse, da es, ungeachtet der so sichtbaren Spuren einer Schmelzung, doch ohne Zusatz sich in gewöhnlichem Feuer nicht schmelzen laßt, und nicht spröde wie Roheisen, sondern äußerst geschmeidig Ist, verdienten eben- falls noch weitere Nachforschungen) ob ein dünnes Stückgcn von solchem Eisen durch sehr heftig« Elektricität, durch Brennen in KbenSluft, durch die Hitze eines Brcnn- spiegelsnc. für sich schmelzbar istz ob es nach einer solchen ohne Zusatz von Brennbarem geschehenen Schmelzung noch geschmeidig bleibt, oder an Sprödigkeit gewöhnlichem Roheisen ähnlich wird. Bey ganz kleinen Küchelchen müßte mit dem Mi- .kroftope kroskope untersucht werden, ob sie kalt oder rothglühend bei) dem Hämmern nachgegeben haben; ob andere dergleichen Massen, wo das Eisen auch viele Geschmeidigkeit zeigt, bey gleicher Behandlung sich wie das Pallasische Eisen verhalten; ob gewöhnliches rothbrüchiges oder geschmeidiges Stabeisen bey einer solchen Schmelzung ohne Zusah ahnliche Eigenschaften zeigt; ob das Eisen an der Pallasischen und andern dergleichen Massen sich etwa in mancher Rücksicht mehr dem Stahle, als dem Stabeisen nähert, wie aus der Beschaffenheit der Z. 9. L erwähnten Akenschen Masse einigermaßen zu vermachen ist. Da Feuerkugeln eine so selten« Naturerscheinung sind, und man noch weit seltner Gelegenheit haben möchte, das Niederfallen ihrer Masse so in der Nähe zu beobachten, wie es zu Agram geschah, so sollte man, so oft eine bemerkt worden ist, ihrem Wege nach Möglichkeit nachspüren, und in der Gegend, wo man etwa ein Niederfallen der Stücke beobachtet haben will, untersuchen, ob sich solche Massen finden, und wo sich etwa eine vorher nicht bemerkte Vertiefung in der Erde zeigt, nachgraben lassen. Es ist auch genau anzumerken, ob zu der Zeit ein Gewitter, oder vielleicht nur eine kleine dunkle Wolke, von der man einen Blitz vermu- then könnte, vorhanden, oder, ob heitre Witterung gewesen sey; ob man auch etwa in entferntem Gegenden eine Feuerkugel oder sonst etwas ungewöhnliches bemerkt habe. Ueberhaupt verdient das Verfahren des Bischöflichen Consistorium zu Agram bey einer ähnlichen Gelegenheit H 3 Nach. Nachahmung. Daß man bey dein Gerüchte von einer sonderbareir Naturbeaebenhcit unverzüglich B.vollmächtigte abschickte, unr die Sache an Ort und Stelle zu untersuchen, daß man viele Zeugen darüber einzeln abhörte, und alles in einer einfachen Schreibart, die das Gepräges der Glaubwürdigkeit hat, ohne sein Ilrtheil mit einzumischen, niederschrieb, eine Urkunde darüber abfaßte, und diese nebst der einen gefundenen Masse an das kayserliche Naturalienkabiuct einschickte; das war doch wohl unter allen, was man thun konnte, das vernünftigste. Mancher, der nur in seinem Bezirke Aufklärung zu finden glaubt, würde es im Jahre 17;i in den dortigen Gegenden vielleicht nicht so erwartet haben. Es wäre auch anzurathen, daß, so oft eine dergleichen ungewöhnliche Naturerscheinung beobachtet wird, irgend ein bekannter Naturforscher vermittelst Anzeigen in den Zeitungen bekannt -nachte, ans welchen Gegenden er mehrere Nachrichten zu erhalten wünschte; nach dem Beyspiele Silberschlags bey Gelegenheit der 1762 erschienenen und von ihm beschriebenen Feuerkugel.. Wo ein Blitz in die Erde eingeschlagen hat, sollte man ebenfalls nachgraben, um zu sehen, ob sich etwa erdige oder metallische geschmolzene Massen finden^ Es sollten auch mehrere in einiger Entfernung von einander wohnende Naturforscher verabreden, einigemal zu den nämlichen Zeiten und und ungefähr in einerler) Gegend des Himmels die Sternschnuppen zu beobachten, und ihre Bahn genau anzumerken, um ihre Höhe und ihren wahren Weg durch Berechnung der Parallaxe zu bestimmen. Ilm keine Zeit bey der Beobachtung zu versäumen, wäre es am besten, sogleich auf einer FZ, slner Himmelscharte oder Hinmielskugel, die matt bey der Hand ! müßte, die Bahn in der Geschwindigkeit zu verzeichnen. Durch dergleichen mit aller Genauigkeit anzustellende Untersuchum gen würde sich in der Folge mit mehrerer Gewißheit, als jetzt nw.'iill- 'ch bestimmen laßen, ob gegenwärtige Theorie, die durch so viele (T - w»> nigstens einen höhern Grad von Wahchcheinlichke t, als die b'e,^n-Zeii, erhält, würklich der Natur genräß sey, oder nicht.