>/>y sr ist fs-jr/// //// Das ANLEIHEN 111 Frankreich, Fngland mul Nordamerika vom Jahr fl. l ?'92 bis zum Jahr f 836. von J. F. Benzenberg. Düsseldorf, 1S36. Gedruckt auf Kosten des Verfassers. Im Jahr 1812 hatte Bonaparte 10 Sgr. Staatsschulden für Frankreich, und das Kaiserreich ging von Rom bis Lübeck. Louis Philipp hatte im Jahr 1833, 2 Thlr. 26 Sgr. Staatsschulden. England hatte im Jahr 1835 an Abgaben 106 Mill. Thlr. und an Zinsen für die Staatsschuld 214 Mill. Thlr. Im Jahr 1835 hat Amerika seine Schulden getilgt, die im Jahr 1816, 176 Mill. Thlr. waren. Im Jahr 1816 war die Bevölkerung nur 8 Mill. Menschen. Zahlen entscheiden. Gesehen. Cöln den 18. Juli 1836. ■Ir. Grashof, Cuniialorialrath und Censor. Jn Frankreich sind die Leibrenten, so man vom Staate erhält, jetzt wenig in Gebrauch. Sic haben allerdings Leibrenten, und mit diesen wird ein ordentlicher Handel getrieben, wie z. B. die Gesundheitshäuser , worin jeder Pariser seine alten Tage verlebt und 6000 oder 10,(HK) Tlilr. auf Leibrenten bezahlt, und dagegen muss der Besitzer eines solchen Hauses ihn dafür lebenslänglich unterhalten. Denn es ist sonderbar, dass es in Paris so ausserordentlich viele Menschen gibt, die nicht verheirathet sind. In Paris rechnet man im Durchschnitt auf den ganzen Stand der Bevölkerung nur 3 Menschen, die zusammen eine Haushaltung führen, und im übrigen Frankreich rechnet man 5 Menschen. Dass aber die Schulden des Staats nicht durch Leibrenten vermindert werden, sieht man aus Folgendem: Im Jahr 1833 waren die Zinsen und der Tilgungsfond jährlich 93 Mill. Tlilr., und wenn man 21 Milk Thlr. für die Tilgung abzieht, so bleiben noch 72 Mill. Thlr. als die Verzinsung von einem Jahre übrig. Frankreich hat 1249 Mill. Thlr. Schulden, und 337 Mill Thlr., welche die Tilgung schon wieder eingelöst hat, die aber immer noch in den Zinsen bezahlt werden müssen, so dass es 15S6 Mill. Thlr. Schulden hat. Frankreich hat an Schulden zu 5§ Zinsen ungefähr und zu 3§ ungefähr |. Die 4| und die 4 \ 2 wollen wenig sagen, da es nur sehr kleine Summen sind, so die Regierung auf diesen Zinsfuss angeliehen hat. II Wenn man im Durchschnitt pC. für die 5g und 3g rechnet, so hat man die Zinsen, welche 72 Mi 11. Thlr. thun. Man hat 1600 Mill. Thlr. Schulden, und vorhin hatte man 1586 Mill. Thlr. Schulden. * * * Hingegen in England sind die Leibrenten oder Annuitäten, welche der Staat seinen Gläubigern gibt, ausserordentlich starb, und betragen jetzt jährlich an Zinsen 79 Mill. Thlr. Behanntlich wurde im Jahre 1816 die Einhommensteuer vom Parlamente abgeschlagen, welche dazu bestimmt war, die ungeheuren Schulden zu tilgen, die das Land damals hatte. Sie betrug jährlich 14 Mill. Pfd. Slerl. oder 98 Mill. Thlr. Die Minister waren dafür, dass die Einkommensteuer bleiben sollte. Aber damals, wo es noch kein reformiertes Parlament gab, mussten die Minister es sich gefallen lassen. Erst im Jahr 1832 wurde das Unterhaus im ganzen Theile reformiert, und seit dieser Zeit setzt auch der Finanzminister dasjenige durch, wenn er nemlich das Unterhaus auf seiner Seite hat. Im Jahr 1816 sagte das Oberhaus: Die Einkommensteuer drücke viel zu sehr auf den wohlhabenden Th eil des Yolkes. Im Jahr 1816 betrug nach Herrn von Raumer, wie er in seinem »England im Jahr 1835« sagte, die Nationalschuld von England 6022 Mill. Tblr., welche zu 3g gerechnet, 181 Mill. Thlr. an Zinsen betrugen. Dabei hatten sie aber nur den 16ten Theil der Schulden auf Leibrenten stehen, welche an Capital 376 Mill. Thlr. betrugen. Im Jahr 1835 war die öffentliche Schuld 5405 Mill. Thlr. und da die Leibrenten sich so ausserordentlich stark vermehrt hatten, so betrugen sie jetzt - der gesammten Schuld, nem- lich 901 Mill. Thlr. Also 525 Mill, Thlr. mehr. III Die Leibrenten oder Annuitäten sind ein Vertrag zwischen dem Staate und dem Darleiher, durch welche der Staat 8, 9 bis 10^ Zinsen bezahlt, wohingegen der Darleiher, welcher das Capital vorschiest, und zwar so, dass es mit seinem Tode aufhört. Die Lebensdauer des Darleihers ist die Hauptsache. So habe ich 6000 Tldr. auf Leibrenten bei einem Elber- felder Handlungsbause stehen, und diese geben mir 9g Zinsen, also jährlich 540 Thlr. So wie ich todt bin, hört die Leibrente auf. Vor 4 Jahren schloss ich den Vertrag mit diesem Elber- feldcr Handlungshause ab, und man berechnete meine Lebenszeit noh auf 15 Jahre. Ich war damals 56 Jahre alt. Wenn ich früher sterbe, so hat das Handlungshaus den Vorth eil. Sterbe ich später, so hat es den Nacht heil. Nach der Staatszeitung waren die Zinsen von England im Jahr 1835 .214 Will. Thlr. Die Schulden von England waren im Jahr 1835 5405 Mill. Thlr., folglich an Zinsen zn 3“.162 * » Also war der Unterschied 52 Mill. Thlr. Alle Zinsen werden zu 3° vergütet. Also bekommen sie von 901 Mill. Thlr. Capital noch 27 Mill. Thlr. Zinsen. Folglich machen die 52 Mill. Thlr. und die 27 Mill. Thlr. zusammen 79 Mill. Thlr. an Zinsen aus, die der Staat seinen Gläubigern jährlich auf Leibrenten giebt. Wenn 901 Mill. Thlr. 79 Mill. Thlr. an Interessen thun, so thut jedes 100 Thlr. ungefähr 8, 8^. Es scheint demnach, dass der mittlere Zinsfuss der Leibrenten 8, 8jj ist. Diese 79 Mill. Thlr. Zinsen hören nun auf, wenn der Leibrentner todt ist. Also binnen 15 Jahren. Und diese 79 Mill. Thlr. Zinsen sind von den 214 Mill. Thlr. Zinsen gleich 2, 7. IV Aber diese 214 Mill. Thlr. Zinsen werden jährlich beigenommen, und wenn einer todt ist, denn werden wieder andere auf neue Leibrenten angenommen. Wenn man nun den mittleren Durchschnitt zu 6000 Thlr. annimmt, so gehen 150,000 Rentjes, welche zusammen 901 Mill. Thlr. auf Renten haben. Die übrigen Schulden besitzen 127,000 Gläubiger, welche vom Hundert 3^ ziehen, und die ihr Capital nach dem Börsen kourse zurücherhalten, wenn sie es verlangen. Denn sind noch 150,000 Rentjes, die auf Leibrenten 8, 8£ Zinsen vom 100 ziehen, die aber ihr Capital nicht wieder bekommen, sondern dasselbe ist hei ihrem Tode an den Staat verfallen. Die Schulden von 3°- und 8, 8°- besitzen 277,000 Darleiher. Diese 150,000 Rentjes haben im Durschnitt 15 Jahre zu leben. Also 5475 Tage. Also sterben ihrer täglich 28, oft mehr oft weniger. Gesetzt, diese 15 Jahre gingen mit dem Jahr 1836 zu Ende, so sind die 901 Mill. Thlr. getilgt, und sie gehen 214 Millionen weniger 79 Millionen, ist an Zinsen 135 Mill. Thlr Aber diese Zinsen gehen immer fort, und immer werden die 214 Mill. Thlr. Zinsen bezahlt. Ausserdem aber kommen noch im Jahr 1836 nach und nach aufs neue 79 Mill. Thlr. Zinsen auf Leibrenten, so dass die ganze Schuld von England im Jahr 1851 getilgt ist, und in 35 Jahren ist die ganze Schuld von England zu Ende. Ich habe ganz einfach die Art und Weise, wie es die Regierung mit den Leibrenten hält, dargestellt. Um es ganz genau zu geben, dazu gehört Itens genau die Anzahl der Leibrenten zu wissen, und 2tens die Angabe der Procenten, die bei den Leibrenten stattfinden, so wie 3tcns der 'Tag, wenn die Leibrente eingezahlt wird. V Herr von Raumer hat: im 2ten Theil seiner Driefe t über England im Jahr 1835 dieses alles angegeben. Es ist derselbe Herr von Raumer, der iin Jahr 1810 über die Preussische Städteordnung mit einer so ausserordentlichen Klarheit geschrieben hat. Wenn im Jahr 1851 die 214 Mill. Thlr. Zinsen aufhören, weil denn die Schuld getilgt ist, so müssen es die Engländer machen, wie die Nordamerihaner, und die Zinsen eben so lassen fortdauern, und diese denn in den Staatsschatz erheben lassen. Aber die 106 Mill. Thlr., die die englischen Minister gebrauchen , und die 214. Mill. Thlr., die sie an Zinsen bis zum Jahr 1851 erheben, ist etwas Ungeheures. Man bann an Preussen ein Beispiel nehmen. Preussen hat mit den Hebegebühren 56 Mill. Thlr. für den Haushalt des Staats, und wenn man jährlich 10 Mill. Thlr. abzieht, welche die Zinsen und der Tilgungsfond er- fodern, so bleiben noch 46 Mill. Thlr. für die 'Verwaltung des Landes übrig. England wird nahe das Doppelte der Bevölkerung haben wie Preussen. Wenn man nun 214 Mill. Thlr., die Englang an Zinsen und auf Leibrenten stehen hat, mit 2 dividirt, so haben wir 107 Mill. Thlr. und denn hätte man Folgendes: Preussen für die Verwaltung des Landes 46 Mill. Thlr. An Zinsen und Tilgungsfond 107 Mill. Thlr. Also zusammen 153 Mill. Thlr. Das, was Seite 51 über die Zinsen von England gesagt wird, welche 900 Jahre laufen, ehe die Schuld zu Ende ist, dieses ist ein Irrt hum. Im Jahr 1851 ist die Schuld von England zu Ende, und zwar durch das Auszahlen von Leibrenten. VI Wenn man die Schulden vom Jahr 1793 bis 1815 im mittleren Börsenkourse nimmt, so hat man 62 zu 3-. Nach Herr von Raumer verhält sich im Jahr 1835 die Schuld von England zu 5405 Mill. Thlr. Wenn diese zu 93 stehen, so sind sie . 5026 Mill. Thlr. zu 62 sind sie . . 3351 » » Also Unterschied 1675 Mill. Thlr. Also beträgt die Schuld von England an Cours Unterschieden mehr als die gesammte Schulden von Frankreich, welche 1586 Mill. Thlr. betrugen. Jetzt den 12. Dec. 1836 steht die Schuld wieder auf 89, und seit einigen Monaten ist sie auf 88 und 87 gegangen, weil das Geld so rar war, und die Londoner Börse Geld nach Irland schicken musste, und der Zinsfuss ist gegen Wechsel von 3^ auf 5§ gegangen. Die 5 pC., so die Stocks seit einigen Monaten gefallen sind, beti'ägt auf die Schuld von England die 5405 Mill. Thlr. ist 270 Mill. Thlr. Aber von dieser ist nur an der Börse, und die andern j 9 - sind ruhend. * * * Was nun Nordamerica betrifft, so haben im Jahr 1835 ihre Schulden aufgehört, und da die Zinsen immer fortgehen, so hat der Kongress befohlen, dass die Zinsen wieder zum Capital geschlagen werden, und dass sie bei den verschiedenen Staaten der Union nach der Volksmenge ausgethan, so dass, wenn Krieg kommt, sie wieder an die Union zurückgezahlt wird. In der Preussischen Staatszeitung vom 11. Dez. 1836 steht Folgendes über den Ankauf der Ländereien in Nordamerika. Die öffentlichen Ländereien in den Staaten und Gebieten der Union betragen 340 Mill. Morgen, wovon 132 Millionen zum Verkaufe bestimmt sind, und etwa 100 Millionen noch vermessen werden müssen. Der Nordamerilianische Morgen ist 1 Morgen 105£ Ruthe Preusisches Maass. Auserdem sind noch etwa 100 Millionen Morgen von den Indianern an die Nordamerikanischen Staaten abgegeben worden, die aber noch vermessen werden müssen, und etwa 10 Millionen Morgen gehören noch den Indianern. Im Jahr 1816 wurde für 2 \ Mill. Dollars Land verkauft. Im Jahr 1819 wurde \ 1 \ Mill. Dollars verkauft. Im Jahr 1820 wurde für 27.j Mill. Dollars verkauft. Der Morgen wurde damals für 2 Dollars bezahlt, welches so viel ist, wie der Morgen unseres Heidebodens. Allein die Regierung bürte auf, den Käufern Kredit zu geben, und setzte die Ländereien zu einem niedern Preise aus, und sie gab den Morgen damals zu 1^ Dollar. Yon jetzt an hörten beinahe alle Käufe auf, welches ein Zeichen ist, dass die Regierung Kredit geben muss, ungeachtet sie wahrscheinlich vielfach darum betrogen ist. Vom Jahr 1824 bis 1830 verkaufte sie nun jährlich nur für 1 bis 2 Mill. Dollars. Vom Jahr 1830 an, nahmen aber die Verkäufe wieder zu. Denn im Jahr 1832 betrugen sie wieder 3 Mill. Dollars. Im Jahr 1833 betrugen sie 5 Mill. Dollars. Im Jahr 1834 betrugen sie 6 Mill. Dollars, Im Jahr 1835 betrugen sie 16 Mill. Dollars, und in der ersten Hälfte des Jahrs 1836 betrugen sie 13,| Mill. Dollars. Der Dollar ist 1 Tblr. 13 Sgr. 2 Pfg. Preussiscb. * * * Ueber das arabische Zahlensystem muss ich noch beifügen , dass Herr Alexander von Humboldt mir geschrieben hat, dass eine Abhandlung von ihm in Crells Journal für VIII reine und angewandte Mathematik. Bd. 4. Seite 205 (Berlin bei Reimer 1829) stehe, welche den Titel hat: »Ueber »die bei verschiedenen Völkern üblichen Systeme »von Zahlzeichen, und über den Ursprung des »Stellenwerthcs der indischen Zahlen.« Sie ist vorgelesen in der Königlichen Akademie der Wissenschaften in Berlin, den 2. März 1829, und ist ganz vortrefflich. Wenn man solche Gelehrte hat, wie Herr Alexander von Humboldt und^Herr Friedrich von Raumer, denn kann es bunt hergehen in dem Leben der Staaten. Aber die Intelligenz bleibt doch oben. Und dieses tröstet in einer so verworrenen Zeit! Düsseldorf den 20. December 1836. Benzenberg , Das Anleihen i n Frankreich, Eng land und Nordamerika. von 1792 bis 1836. 1 . Der Zweck dieser Schrift. Frankreich muss bei den 5§ Renten 800 Mill. Tlilr. Nationalsehuld davon zurück bezahlen, und hat doch über 300 Mill. Tlilr. nicht bekommen. Denn im Jahr 1817 standen die 5£- zu 56, und jetzt stehen sie zu 109. Die Darleiher haben es bekommen. England hat 5830 Mill. Tlilr. Nationalschulden, und 277,489 Personen haben das Geld dargeliehen. Im Monat Mai 1813, wie die Schlachten von Yittoria, an der Kazbach und Culm noch nicht geschlagen w r aren, da standen die 3 ® zu 56 und nicht zu 100. Man hätte also die 5830 Mill. Tlilr. mit 3264 Mill. Thlr. kaufen können und man hätte denn 2566 Mill. Thlr. Yortheil gehabt. Jetzt stehen die 3£ zu 93. Also 5422 Mill. Thlr. und man hätte gegen damals 2158 Mill. Thlr. Yortheil gezogen. Aber nicht die Regierung hatte diesen Vorth eil sondern die Darleiher. Also die 277,489 Personen die dem Staate ihr Geld geliehen haben. 1 2 Es klingt sonderbar, aber es ist so, dass es im Grunde so wenig Menschen gibt, die einen richtigen Begriff von unserni Zahlensystem haben, und deswegen wird es hier zweckmässig sein, dieses Zahlensystem, das wir von den Arabern aus Spanien bekommen haben, zuerst darzustellen. 9 ^ • Der Bischof Silvester höhlte im Jahr 91)8 das Arabische Zahlensystem aus Spanien. Die Griechen gebrauchten Griechische Buchstaben bei ihrem Zahlensystem. Die Römer gebrauchten Lateinische Buchstaben, und das Jahr 1836 schrieben sie also: MDCCCXXXVI und bis zum Jahr 998 hat man in dem christlichen Europa keine andere Zahlen gehabt. Auch seit dieser Zeit hat man sehr langsam dieses Zahlensystem verlassen und Arabische Zahlen eingeführt. Die Araber, die damals sehr hoch in Künsten und "Wissenschaften standen, hatten ein anderes Zahlensystem, welches wahrscheinlich Indischen Ursprungs ist. Sie bezeichneten nämlich die einlachen Zahlen auf folgende Weise: 0. 1. 2 . 3. 4. 5. 6. 7 . 8. 9. Und diese Zahlen kamen gar nicht in ihrem Alphabeth vor, welches Arabisch ist. Dann halten sie noch eine andere Einrichtung, wo sie dieselben Zeichen anwandten, aber in verschiedenen Lagen. Z. B. 642. Die 2 ist also die Einheit. Die 4 ist die Zehner. Und die 6 ist die Hundert. 3 Auf diese Weise konnten sie immer ungeheure Zahlen anwenden, die sie mit einfachen Zeichen schrieben. Z. 13. 1836, oder 734289 u. s. w. Es hing nur davon ab, von welcher Stelle man ausging, und diese bezeiclmete man durch ein Komma. Z. B. 834,289. So hatte man 734 Ganze- und 289 Zehntheile, llundert.theile und Tausendtheile. Und dieses Komma wurde in allen Fällen, wo man mit 10 zu multipliciren oder zu dividiren hat leicht versetzt. Z. B. 7342,89. Oder 73,4289. Der Bequemlichkeit wegen macht man bei diesem Zahlensystem immer von 3 zu 3 Stellen ein Komma, womit das erste da steht, wo die ganze Zahlen und die Brüche sich scheiden. Z. B. 82,632,573,826,708,2. Hier ist 2 Zehntel ein Bruch, 3 . Zeichnung des Zahlensystems. Das Zahlensystem kann man zeichnen, so wie man überhaupt jedes System zeichnen kann, sei es arith metrisch oder geometrisch. Die Ordinaten sind 1 Zoll gross. Aber die Abeissen sind 0. 10. 100. 1000. u. s. w. gross. Z. B. wenn man die Zahl ausdrückt 1836 oder 8765. Dieses wird auf diese Weise geschrieben, wie die Figur zeigt. Die erste Linie ist lOnal so gross wie die zweite. Die zweite ist lOmal so gross wie die dritte, und die dritte ist lOmal so gross wie die vierte. Das Zeichnen mit der ersten und zweiten geht noch, aber mit der dritten geht cs schwerlich mehr und mit der vierten gar nicht, und man freut sich darüber, dass man Zahlen hat und keine Zeichnungen. 4 Hierin steckt aber der Vorlheil unseres Zahlensystems, «lass man mir 10 Theile, 100 Theile, 1000 Theile u. s. \v. Iialien kann in Zahlen, und die Zeichnung gar nicht gebrauch t. 4. Was ist mm eigentlich die Ursache, warum wir i von grossen Zahlen einen so undeutlichen llegriff haben ? Die Ursache, warum wir von grossen Zahlen einen so undeutlichen BegriiF haben, liegt darin , dass wir nicht die geometrische Reihe mit der arithmetischen verbinden. Wenn man z. 13. 21,836 schreibt, so kommt die 2 auf einer 5 Fuss langen Linie, wenn die 1 auf einer Linie steht, die lOmal kürzer ist, und so etwas wird schon unbequem. Oder wenn man 821,836 hat, so kommt die 8 schon auf eine Linie von 50 Fuss. Also so hoch wie ein Hans. Und doch ist es nur 800,000. Oder wenn man folgende Zahlen hätte: 5,821,836, so müsste man, um den Maafsstab zu gebrauchen den wir in der Figur haben, eine Linie von 500 Fuss annehmen, welche also noch grösser sei wie die St. Peterskirche in Rom, welche bis ans Kreuz 487 paris. Fuss misst. Und dann hätten wir doch nur 5 Millionen. Dieses ist die Ursache, warum wir bei unserra Zahlensystem so leicht einen verworrenen Begriff von der Grösse der Zahlen h a b a n. 5. Die ersten Untersuchungen im Jahr 1810. Ich fragte dem Homeriden Voss: wie doch die alten Griechen gerechnet hätten, da sie unsere arabische Zahlen nicht gekannt hätten? 5 Allein Yoss sagte: „Dass bei den Dichtern gar lieiue aritlnnethisclien Aufgaben vorkänien.“ Mehrere Mathematiker, die ich im Laufe des Lebens fragte, wussten mir hierüber keine befriedigende Antwort zu geben. Im Jahre 1810 kam ich nach Tübingen und besuchte den alten Akademiker Pfleiderer, der fast keinen Fehler hat, als den, dass er nicht schreibt. Ich wurde freundlich von ihm aufgenominen und erhielt aus dem grossen Schatze seiner Kenntnisse über manches Auskunft, nach dem ich bis jetzt vergeblich gefragt hatte. Unter andern, über die Rechenkunst der Griechen, die eine doppelt merkwürdige Erscheinung ist. Nämlich: dass die Alten ohne unsere Zahlzeichen, und ohne unsere Weise die Zahlen zu schreiben so grosse Rechnungen ausführeu konnten, wie z. B. Archimedes in seiner Sandrechnung, und zweitens: dass dieses den Philologen und Mathematikern nicht merkwürdig genug geschienen hat um es näher zu untersuchen. Wenn wir eine kleine Zahl, wie z. R. 1S10 auf die Weise schreiben wie die Griechen und Römer sie schrieben, so ist es fast unmöglich diese mit sich selbst zu multi- pliciren oder sie mit einer andern Zahl zu dividiren. Die Ursache liegt nicht in der Verschiedenheit der Zahlzeichen, denn ob man eine Zahl mit Griechischen, Römischen oder Arabischen Zahlzeichen schreibt, kommt über eins hinaus, sobald man nur daran gewöhnt ist. Aber die Alten kannten nicht die Ordnung im Zahlenschreiben die wir haben, und nach w'elcher der Werth einer Zahl nicht allein von der Figur, sondern auch von der Stelle abhängt auf der sie steht. .D war bei ihnen 500 und galt immer 500, sie mochte vorne oder hinten in einer Reihe Zahlen stehen. 6 Rei uns bedeutet die 5 nur daun 500, wenn sie auf der dritten Stelle von der rechten zur linken steht. Deswegen ist es für uns so leicht grosse Zahlen zu schreiben, weil wir so wenig Ziffern gebrauchen, und wir gebrauchen deswegen so wenig Ziffern, weil jede einen zehnfach grossem oder kleinern Werth enthält, wenn man sie einer Stelle links oder rechts rückt. Um eine Zahl wie 9,879,398 zu schreiben brauchen wir nur 7 Zahlzeichen, in- dess die Römer 109 Zahlzeichen dafür gebrauchten. Soll die Zahl lOmal grösser werden, so haben wir nur eine Ziffer hinzuzufügen, indess die Römer hiezu wieder 40 bis 50 Zahlzeichen gebrauchten. Dasselbe war bei den Griechen und Egyptiern der Fall. Alle diese Völker hatten das Dezimal-Systera so wie wir, allein sie halten nicht unsere Weise ihre Zahlen zu schreiben, so dass der Werth einer Zahl von der Stelle ab hängt, wo sie steht. Diese Einrichtung ist nothwendig, wenn man grosse Zahlen mit einander multipliciren oder dividiren will, damit man sie gehörig untereinander schreiben könne und die Ordnung beobachten, so hiebei nothwendig ist. Hierauf beruht das ganze Geheimniss unserer Rechenkunst, und die fast wunderbare Macht derselben. Wie würde sich Archimedes, oder einer der andern grossen Mathematiker des Alterthums gewundert haben, wenn sie eine Logarithmentafel gesehen hätten, und die Art, wie man diese mit Hülfe der zehnten Wurzel berechnet! Für ihre Rechenkunst war dies völlig unmöglich, und die Römer hätten leichter eine Heerstrasse aus Italien nach Gallien unter den Alpen herführen können, als dem Ylag seinen Canon Logarithmorum zu berechnen. Um sich hievon zu überzeugen, braucht man nur eine 7 etwas grosse Zahl mit römischen ZilFern zu schreiben, und denn aus ihr die Quadrat- oder Cubiewurzel zu ziehen. Und doch haben die Alten mit grossen Zahlen gerechnet, wie z. B. Archimedes in seiner Sandrechnung. Selbst bei den Rechnungen im bürgerlichen Leben hanieit ihnen grosse Zahlen vor, wie z. B. dem Zahlmeister bei der Armee, oder dem Empfänger der öffentlichen Einkünfte. 6 . Fortsetzung. Pfleiderer wusste, dass de Lambre über diesen Gegengenstand geschrieben, und dass eine Abhandlung von ihm im Payrard seiner Uebersetzung des Archimedes stehe, in der er alles zusammenstellt, was noch über die Rechenkunst der Alten vorhanden ist, und in der er in Rechnungsbeispielen zeigt, dass die Griechen auch grosse Zahlen in Klassen geschrieben, ungefähr auf dieselbe Weise wie wir mit benannten Zahlen rechnen. Diese Methode war zwar viel unvollkommner wie die un- srige, allein man begreift denn doch nun, w'ie sie so grosse Rechnungen machen konnten. Plleidrer bohlte gleich aus seiner schönen Bibliothek die Uebersetzung des Archimedes. Der Bischof Gerbert von Reims, nachheriger Pabst Silvester II., welcher 998 bis KX12 regierte, ging als Bischof nach Spanien, und bohlte daselbst die Zahlzeichen 0. 1. 2. 3. •4. 5. 6. 7 . 8. 9., die wahrscheinlich Indischen Ursprungs sind, und von den Arabern, die den grössten Theil von Spanien erobert hatten, nach Spanien mitgebracht waren. Von den Dezimalbrüchen ist es bekannt, dass Johann Müller, genannt Königsberger oder Regiomontan ungefähr 500 Jahre spater diese zuerst, so wie ganze Zahlen geschrie- 8 ben , und durch ein Komma von den ganzen Zahlen getrennt hat. Obschon diese Erlindung leicht war, nachdem die grö- Jsere gemacht war, so hat es doch noch mehrere Jahrhunderte gedauert, ehe dieser deutsche Astronom dieselbe machte. Ich habe in den Briefen über die Schweiz, Düsseldorf bei Schreiner 1812 dieses Seite 364 angeführt. Die Figur, so unser Zahlensystem nimmt, ist ganz verschieden von der Figur, die man gewöhnlich glaubt. Die Ordinaten sind z. B. ein Zoll von einander entfernt und die Abeissen sind 0, 10, 100, 1000, 10,000, 100,000, 1 Million, 10 Mill., 100 Mill., 1000 Mill. u. s. w. ebenfalls von der Grundlinie entfernt. Man muss daher, wenn man auch die Einheiten so ldein machte, dass man sie auf der Figur gar nicht sehen könnte, die 1000 Mill. schon 500,000 Fuss lang machen. Wenn man also die Ordinaten nur 10 Zoll lang macht, so ist die Abcisse schon 500,000 Fuss lang, oder über 21 Meilen. Also von Düsseldorf bis Bingen bei Mainz. Und hierin liegt eben das bewundernswürdige unseres Zahlensystems. Dieses ist in der Figur gezeigt, wo man aber nur die ersten 4 Stellen hat, da die Abeissen gar zu grofs werden würden. Die nächste Abcisse würde schon 5 Fuss hoch, die darauf folgende 50 Fuss, und die nächstfolgende würde schon 500 Fuss hoch. 9 Das Anleihen in Frankreich, seit dem Jahr 1792 bis 1836. 1 . Das Anleihen in Frankreich seit den Jahren 1562 bis 1833. Herr Doktor Feiler hat in seinem Archiv der Staatspapieren (Leipzig bei Müller 1834) folgende Uebersicht über die französische Staatsschulden von 1562 bis 1833 gegeben. Sie steht Seite 81. 15 Franks sind zu 4 Thaler gerechnet. Im Jahr 1562 4 Mill. 600,000 Thlr. 1589 90 » 639,733 » 1595 27 133,333 * * 1660 208 » 906,666 » » 1698 347 » 117,333 » Im Jahr 1710 1169 Mill. 685,000 Thlr. » » 1788 1131 » 333,333 » » 1807 512 » 666,666 » » 1817 624 » 000,000 » V 1821 924 266,666 » Im Jahr 1826 1277 Mill. 790,853 Thlr. 1828 1198 733,362 » » 1829 1120 » 000,000 » » 1831 1382 » 783,655 » * * 1832 1444 » 665,337 » 1833 1586 » 666,666 » 10 2 . Die Zinsen und der Tilguiigsfond von 1817 bis 1833. Herr Doktor Feiler gibt folgende Uebersicht über die Zinsen und den Tilgungsfond der französ. Nationalschuld: Im Jahr 1817 31 Mill. 200,000 Thlr. » » 1818 50 » 429,866 » » » 1819 61 » 866,666 » » » 1821 61 » 80,737 » Im Jahr 1823 60 Mill. 993,137 Thlr. » * 1825 63 » 222,876 » » * 1828 64 » 362,097 » » » 1833 93 » 171,194 » Also die Zinsen und der Tilgungsfond waren im Jahr 1833 über 93 Mill. Thlr. Im Jahr 1801 betrug unter Bounaparte bei 35 Mill. Seelen, (denn Braband und das linlie Rheinufer gehörten noch zu Frankreich) das Budget 146 Mill. Thlr. für ganz Frankreich. Zahlen entscheiden. 3. Die Tilguugskasse. Die Tilgungskasse (le caise d’ammorlissemenf) legte am 30. Dezember 1831 folgende Rechnung ab : Sie hatte bis dahin erhalten . . 162 Mill. 909,444 Thl. Ausserdem für die 4 ” .... — » 776,653 » An Zinsgewinn.107 i> 071,189 » Ertrag der verkauften Staatswälder 22 » 257,423 » Also hat die Tilgungskasse . . . 293 Mill. 014,709 Thl. Nimmt man den jährlichen Tilgungsfond zu 22 Mill. Thl. an, so sind in 2 Jahren 44 Mill. Thlr. getilgt. Diese werden 11 zu (len 293 Mill. Thlr. liinzugenommen, und es ist denn 337 Mill. Thlr. Tilgung im Jahr 1833. Wenn man diese 337 Mill. Thlr. von 1586 Mill. Thlr. abzieht, so bleiben noch 1249 Mill. Thlr. Also noch mehr wie im Jahr 1788, wo die Staatsschuld 1131 Mill. Thl v. war. Also im Jahr 1833 sind 118 Mill. Thlr. Staatsschulden mehr wie im Jahr 1788. Und hiebei sind, wie der Minister Uumann sagt, 100 Mill. Thlr. laufende Schuld nicht beigercchnet. Ein Franzose will vom andern leben. Dieses ist das ganze Geheimniss. 4. Das Defizit seit dem Jahre 1830. Die Julirevolution vom Jahr 1830 geschah zum Tlieil deswegen, um das Land von den ungeheuren Lasten zu befreien, die während der Restauration auf ihm lagen. Als die Julirevolution beendet war, glaubte man, dass das Budget lange nicht so gross sei als früher unter der Restauration. Aber nun fand es sich, dass sie in 5 Jahren bei 1321 Mill. Thlr. aufgebracht hatten, und dass sie 1529 Mill. Thlr. ausgegeben hatten , folglich 208 Mill. Thlr. Devizil war. Herr Dohtor Feiler gibt in seinem Archiv über die Staatspapiere folgendes Devizit an : 15 Franlts sind zu 4 Thlr. berechnet. Ausgabe. Einnahme. Defizit. Im Jahr 1831 » » 1832 » >» 1833 » » 1834 » » 1835 325 M. 149,333 317 » 532,800 309 » 866,666 293 » 333,333 283 » 770,545 267 M. 080,000 262 » 960,000 262 » 835,000 262 » 835,000 265 » 600,000 58 M. 069,333 54 » 866,133 46 » 933,333 30 » 400,000 18 » 170,400 Also im Ganzen 1529 » 652,677 1321 » 310,000 208 >; 139,199, 12 Hiezu kommen noch 20 Mill. 260,000 Thlr. für’s Jahr 1833 für das Ministerium von Thiers, und noch 59 Mill. •166,666 Thlr. für Hockstände vom Jahr 1831, so dass das ganze Devicit 287 Mill. 865,865 Thlr. ist. Also in fünf Jahren 287 Mill. 'Thlr. und im Jahr 1833 war die gesammte Preuss. Staatsschuld nur 175 Mill. Thlr. ln Hinsicht der Bevölkerung verhält sich Frankreich zu Preussen wie 5 zu 2. Auch liier kann man sagen: Zahlen entscheiden. 5 . W as war die Ursache, dass Frankreich immer so viele Schulden hatte? Schon zu der Römer Zeilen war Gallien beständig im Aufruhr, daher wurde es dem Julius Cäsar so leicht, Gallien zu erobern. Als die Deutschen Rom geschwächt hallen, da kam Chlodwig , der ums Jahr 486 seinen Sitz in Duisburg hatte nach Gallien, um die Römer zu schlagen. Er schlug sie, und kam bis nach den Pyrenäen. Darauf schlug er sein Lager zu Paris auf, und die Gallischen Zinsleute wurden Deutsche Z i n s 1 e u t e. In ganz Gallien wurde auf den Schlössern deutsch geredet, indess die Dörfer die litigua romana ruslica gebrauchten. Dieses Deutsche ist noch zu den Zeiten Carls dem Grossen und seiner Kinder üblich gewesen. Von Ludwig dem Frommen haben wir noch vom Jahr 840 eine Nachricht, dass er deutsche Lieder in Gallien gesungen habe. Unter den Merowingern und Carolingern wurde in Frankreich noch immer deutsch geredet, und dass im Jahr 1789 die französischen Geschichtschreiber, welche keine andere als die französiche Sprache verstanden, dieses in Abrede stellen wollten, rührt davon her, dass sie das Deutsche nicht verstanden. Erst vom Jahr 840 bis zum Jahr 1060 wo Wilhelm der Eroberer nach England ging und dieses bekriegte, wurde von den Normannen, die ursprünglich normannisch redeten, französisch geredet , und noch bis jetzt ist bei der Eröffnung des Parlaments die Anrede französich. Also 220 Jahren, nämlich von 840 bis 1060 ist der Ue- bergang vom Deutschen zum Französischen, und dieser muss von den Geschichtforschern noch näher ausgemittelt werden. Es ist gerade so, wie wir in Deutschland im Jahr 1789 Edelleute hatten, die bloss französisch redeten. Z. B. die Urkundensammlung der Familie von Schlieren ist in historischer Hinsicht ein ganz vortreffliches Buch , aber die Dedi- kation an den Grafen von Schlieven ist französisch. Gottfried von Boullon , der erste König von Jerusalem, war ein Deutscher, und sein Stammschloss liegt noch auf einem hohen Berge nicht weit von Lüttich. Von ihm sind die Assisen von Jerusalem. 6 . F o r t s e t % u n g. Aus den Bitterzeiten von Frankreich waren alle Aemter verloschen, wenn der König starb. Denn in den ältesten Zeiten der Monarchie wurden die Aemter nur vergeben auf dem beliebigen Widerruf des Königs. Sobald also der König todt war, erloschen die Staatsämter. Ludwig XI. erliess durch eine Verordnung vom Jahr 1467, dass alle Beamten nicht anders als durch freiwilligte Niederlegung, oder durch Uriheil und Kecht entlassen scyn sollten. Ob Ludwig XI. den Anfang gemacht hat die Finanz- und 14 Justizstellen zu leihen, wie in der Encyclopedie von Broclt- haus behauptet wird , scheint nicht gewiss zu seyn. Aber sicher ist es, dass Ludwig XII. zu diesem Mittel griff, um Geld zu einem Feldzuge nach Italien zu erhalten. Unter der Regierung Franz I., Franz II., Carl IX. und Heinrich III. wurde dieses Verfahren fortgesetzt, obgleich die Reichsstände und die Parlamente Vorstellungen dagegen machten. Unter Heinrich IV. wurde die Verliäuflicliheit der Aem- ter erst recht befestigt, da durch eine Verordnung vom Jahr 1597 den Beamten gestattet wurde, zu Gunsten eines dritten zu verkaufen. Im Jahre 1604 erfand der Secretair Carl Paulette eine Einrichtung, wornach diejenigen, welche eine jährliche Abgabe von 1| pCt. von ihren Amtseinnahmen entrichteten, das Recht bekamen, das Amt ihren Erben zu hinterlassen, welche es wieder verkaufen konnten. Von dem Erfinder hiess es Paulette oder Annuel. Erst unter der folgenden Regierung wurde ein ungeheurer Missbrauch mit dem Aemterhandel getrieben. Rance, Stifter des Trapistenordens, wurde schon im 10. Jahre Abt de la trappe. Rance war 1626 geboren, also 16 Jahre nach Heinrichs Tod. Im Jahr 1636 hatte er schon folgende Stellen: 1. Abt de la trappe. 2 . Abt vom Augustinerkloster notre dame duval in der Normandie. 3. Abt der Benedictinerabtei St. Simphorien zu Beauvais. 4. Prior zu Boulougne, 5. Prior zu St. Clemens in Poitu. 6. üomher zu notre dame in Paris. 15 Diese Stellen trugen ihm 15 bis 20,000 Livres ein, die er später in Paris verzehrte. Sein Vater war Staatsrath und Sekretair der Königin Maria von Medicis, und seine ganze Familie bekleideten damals die ersten Stellen. Man sieht hieraus, welcher Durst nach Aemter statt fand. Dass Rance, als er später zu den Jahren des V erstandes gekommen war, in sich ging und die Abtei de la trappe, wo ungeheure Sünden waren begangen worden ganz umänderte, und sie zu einem stillen Kloster machte, gehört nicht hiehin. Rance ist viel verketzert worden, aber Rance soll es wohl Ernst gewesen sein. Unter Colbert, der 1683 starb, wurde ein Ueberschlag gemacht, nach welchem 45,780 Stellen verkauft wurden, und bloss im Justiz- und Finanz-Fache (dieses war 1664). Man wäre mit 6000 Stellen reichlich ausgekommen. Ihre Besoldungen betrug aus dem Staatsschatz 8 Millionen, wofür der König nur 2 Milk Livres wieder erhielt. Also 187 Mil!. Capital. Dieser Kaufpreis der Aemter, ging mit völliger Sicherheit, und trug im Handel und Wandel 420 Milk Livres ein. Colbert starb 1683, aber die Kriege und die Verschwendungen Ludwigs XIV. zwangen seine Nachfolger sich wieder auf diese Manier Geld zu verschaffen zurückzukommen. Von 1689 bis 1695 wurden auf diese Weise 294 Milk Livres durch neue Stellen aufgebracht. Von 1701 bis 1709 wurden 426 Milk Livres durch die Errichtung neuer Aemter gezogen. - Auch nachher wurden Versuche gemacht das Uebel zu vermindern, aber im Ganzen hat es sich mit allen seinen verderblichen Folgen bis zur Revolution gehalten. Vergleiche Encyclop. bei Brockhaus, Artikel Paulette. 16 Diese sechs Stellen, die Hance im Jahr 1636 hatte, diese machen das Verderben von Frankreich a ns. 7 . Die Revolution in Frankreich. "Weil im Jahr 1789 die 160 Mill. Tlilr. nicht aufzubringen waren, so fing Frankreich die Revolution an. Im Jahre 1833 mussten sie sehr nahe 310 Milk Thaler auf bringen, und brachten wirklich nabe 263 Mill. Thlr. auf, wo also noch 47 Mill. Thlr. mussten geliehen werden. Zahlen entscheiden. In der Revolution wurden alle Klöster aufgehoben und zum Staatsgute verwendet. Die Klöster waren milde Stiftungen von Privaten gegeben. Wenn diese milde Stiftungen aufhören sollten, so kamen sie nicht dem Staate, sondern der Familie zu. Oder wenn keine Familie vorhanden war, so kamen sie wie z. B. dieses bei der Reformation der Fall war, an andere milde Stiftungen. Aber der Staat ging leer dabei aus. Denn wurden die Güter des Königs eingezogen und verkauft. Alles haare Geld war verschwunden, und anstatt dass sie 400 Mill. Francs Assignaten hätten machen sollen, welches ungefähr das Verhältniss ist, das man zwischen Papiergeld und baarem Gelde annimmt, machten sie mehr als für 45,000 Mill. Francs Assignaten, die nun natürlich am Ende gar nichts mehr werth waren. Denn als Bounaparte 1795 nach Italien ging, um das Commando der Armee zu übernehmen, da hatte er nur 2000 Louisd’or bei sich, die er in seinem Wagen hatte, und dies war alles, was man in Paris auftreiben konnte. 17 Der National- Convent hatte im Jahr 1795 bei 35 Mill. Seelen, 100 Mill. Thlr. in seinem Budget, und hatte also die 160 Mill. Thlr., die sie im Jahr 1789 nicht bezahlen konnten, in 100 Mill. Thlr. verwandelt. Damals hatten sie wenigstens noch einen vernünftigen Grund zu der S taa tsum wäl zung. Also waren auf den Kopf 2 Thlr. 26 Sgr. Unter dem Consulat im Jahr 1801 war die Abgabe 4 Th. 5 Sgr. auf jeden. Die öffentliche Schuld war damals auf heruntergesetzt, und jeder so 3000 Francs geliehen hatte, bekam nur 1000 wieder zurück. Im Jahr 1801 hatten sie nur zwischen 9 und 10 Mill. Thlr. Zinsen zu bezahlen. Also auf den Kopf 8 Sgr. 3 Pf. Im Jahr 1812 hatten sie 17 Mill. Thlr. Zinsen zu bezahlen. Also auf den Kopf 10 Sgr. Denn Bounaparte hütete sich viele Schulden zu machen. 8 . Bounaparte als erster Consul später als Kaiser. Jacques Bresson gibt in seiner Histoire finanziere de la france, Paris 1829 im VI. Theile S. 442 folgende Uebersicht über die Finanzen von Frankreich von 1801 bis 1813. 15 Francs sind zu 4 Thlr. berechnet. Jahrgang. Festes Budget Renten. 1801 146 Mill 365.380 Thlr. 9 Mill. 626,790 Thlr. 1802 133 » 316,770 » 10 511,580 » 1803 168 » 607,873 » 11 » 398,386 » 1804 214 515,080 » 12 » 082,718 y> 1805 180 Mill. 666,666 Thlr. 12 Mil . 446,569 ' L’hlr. 1806 240 » 572,931 » 13 766,820 1807 195 » 126,850 14 » 382,515 » 1808 206 065,185 » 14 » 701,943 >y 1809 209 Mill. 797.290 Thlr. 14 Mill . 970,197 ' rhlr. 1810 209 282,785 15 » 128,155 1811 266 » 666,666 » 16 » 208.533 » 1812 268 » 270,400 » 16 533,702 1813 0 16 » 837,710 2 18 Iin Jahr 1801 hatte Frankreich 33 Mill. Seelen, denn damals war Braband und die Iiheindepartemente dabei. Wenn 35 Mill. Seelen 147 Mill. 565,380 Thlr. thun, so tliut jeder 4 Thlr. 5 Sgr. Im Jahr 1812 hatte Frankreich 45 Mill. Seelen, es ging damals von Rom bis Lübeck. 'Wenn 45 Mill. Einwohner 268 Mill. 270,400 Thlr. thun, so tim I jeder Einzelne 6 Thlr. 9 . Die Bourbon s. Herr Bresson hat in seiner histoire finanziere de la france im II. Theil S. 442 das Budget von 1814 bis 1828 herausgegeben. Folgendes ist es. Jahrgang. Festes Jiiidget. Heuten. 1814 162 Mill. 505,234 Thlr. 16 Mill. 880,000 ' l'hlr. 1815 212 » 975,562 V 26 » 304,000 y> 1816 23S » 820,600 » 31 V 845,333 » 1817 276 4S2,822 32 176,000 * 1818 277 Mill. 182,330 l'hlr. 46 Mill. 163,200 ' l’hlr. 1819 231 » 550,019 » 50 » 132,566 V 1820 233 V 424,600 » 50 y> 224,320 » 1821 235 » 285,667 » 46 » 814,070 » 1822 253 Mill. 113,329 Thlr. 47 Mill 566,410' L’hlr. 1823 291 » 224,988 » 47 » 962,436 » 1824 253 » 864,608 52 542,127 » 1825 252 382,918 » 52 543,016 » 1826 251 Mill. 338,335 Thlr. 52 Mill 024,032 l’hlr. 1827 0 52 » 695,421 1828 0 53 426,919 19 Seit der Julirevolution vom Jahr 1830, wo der ältere Zweig der Bourbonen aus Frankreich vertrieben wurde, und der jüngere Zweig in der Person des Herzogs von Orleans regierte , ist das Budget noch immer höher geworden, ungeachtet kein Krieg vorhanden war. Im Jahr 1833 war das Budget 1175 Milk Francs oder 313 Mill. Tlilr. und alles bewilligt. Frankreich hat jetzt 32 , j Mill Seelen, da die Alliirten es wieder auf seine ehemalige Grösse brachten. Wenn 32j Mill. Seelen 313 Mill. Tlilr. thun, so kommt auf jeden 9j Thlr. Und wir geben ohne Bewilligung 4 Thlr. 10 Sg. auf jeden. Frankreich lieh im Jahr 1833 sehr nahe 47 Mill. Thlr. Und es war kein Krieg. - 10 . Fortsetzung. Im Anfang von diesem Jahre dankte der französische Finanzminister Herr Humann ab, weil er für das Reduciren der 5 pCt. Renten war. Aber die andern Minister waren alle dagegen. Am 18. Januar 1836 standen die 3 pCt. zu 81. Also auf 100 — 3,7 pCt. Die 5 pCt. standen zu 109, die aber, wenn sie mit den 3 pCt. gleich stehen sollen zu 135 hätten stehen müssen. Diese Renten waren also gedrückt, und vielleicht deswegen , weil die Regierung diese herabsetzte, und statt zu 109 zu 100 auszahlen liess. Diese Renten kamen beinahe auf 800 Mill. Thlr., welche 182,862 Rentjes besassen. Im Jahre 1817 standen diese Renten zu 56 und im Jahr 1836 standen sie 109. 2 * 20 Die Darleiher haben also dabei gewonnen, und der Staat muss immer noeli für die 5 pCt. 56 Francs Capital bezahlen. 8(X( Mill. Thlr. Capital sollen die 5 pCt. machen, und da 56 Francs im Jahr 1817 das niedrigste war, welches abgeschlossen wurde, und im Jahr 1818 und 1819 die Course zu 60 und 65 bei dem Anleihen standen, so bann man sie im Durchschnitt zu 60 pCt. annehmen. Wir wollen annehmen, dass die 800 Mill. Thlr. zu 5 pCt. nur zu 500 Mill. Thlr. geliehen wären, so hätte der Staat 300 Mill. Thlr. Schaden daran, wenn er sie zu 100 wieder abtragen Lünnte. In dem Budget von 1837 werden zur Verzinsung der 5 pCt. Renten für das erwähnte Jahr 147 Mill. Francs verlangt. Rechnet man von den zirludirenden Renten diejenigen ab, die der Tilgungsfond, die Invalidenitasse und andere öffentliche Institute besitzen, so beläuft sieh die Masse der übrigen 110 Mill. Thlr. (also 2200 Mill. an Capital), wovon sich 70 Mill. an Zinsen in Paris und 40 in den Provinzen befinden. 70 Mill. Francs sind 18 Mill. 666,666 Thlr. 40 Mill. Francs sind 10 Mill. 666,666 Thlr, Also ist Paris um 8 Mill. Thlr. allen Städten der 87 Departements vor, und zwar an Interessen. Es wurde heftig in der Kammer der Deputirten gestritten, und als es zum Abstimmen harn, waren nur 2 Stimmen für die Reduclion der Renten mehr als für ihre Fortführung. Die Minister mussten also abgehen, und 14 Tage war Frankreich ohne Ministerium. Die Pariser Zeitungsschreiber waren zum Theil nicht fürs Abtragen, Aveil sie dachten, Paris hätte 18 Mill Thlr. Zinsen zu erheben, und die Departements nur 10 Mill. 21 Besonders war das Journal de Debats sehr dagegen, weil diese Herren sehr viele Beuten besassen. Nach 14 Tagen kam ein neues Ministerium, und Herr Thiers wurde Präsident. Es ist derselbe Thiers, wovon Seite 77 des Rother’- schen Berichts über die Haup t - Verwalt u ng der Preuss. Staatsschulden seit dem Jahr 1820 folgendes steht: »Herr Dosue, Schwiegervater des Herrn Thiers, Minister »des Innern , hat die Stelle eines General-Eiinnehmers in Lille »angenommen, welche 130,(KM) Francs einlrägt. Dieses sind »34,000 Thlr. als Gehalt einer Finanzstelle.« Nachdem Thiers nun gezeigt hatte, dass das Zurückfüh- ren der Renten unrecht sei, und dass man nicht glauben müsse, dass Paris und die Städte der Departements zu einem Reiche gehörten, so wurde wieder abgestimmt, und die Zurückführung der Renten bis aufs künftige Jahr verschoben. 11 . Worin liegt nun der Grund von diesem schlechten Finanzsystem, so in Frankreich von jeher üblich war? Die Franzosen haben 21 bis 22 Mill. Thlr. an Tilgungsfond, und kaufen damit jeden Tag an der Börse ein. Also für 218,000 Francs jeden Tag, mehr oder weniger. Dieses scheint viel, allein es ist doch nichts, wenn man dem Tilgungsfond gegenüber immer neue Schulden macht. Von 1816 bis 1828 haben sie folgende Anleihen gemacht. 22 Im April 1816. 187 Milk : Francs. Im März 1817. . 600 V 1321 9 Im Mai 1818 . 332 9 » f 40 » 1166 » » Im Juli 1819 . • (379 1821 . • 83 » Im Juli 1824 . 462 * |200 » * Im Januar 1825 • (205 » » Im April 1826. . 229 » » Im November 1827 . • 200 ( SO » » Im April 1828 . - 113 » Also seit 15 Jahren im Ganzen 3,597 Mil). Francs. Das Werk von Bresson geht nicht über das Jahr 1828, allein der Tilgungsfond, so Herr Doktor Feiler angibt, geht bis zum Jahr 1833. Im Jahr 1828 waren die Zinsen und der Tilgungsfond 64 Milk 362,097 Tldr. Im Jahr 1833 waren die Zinsen und der Tilgungsfond 93 Milk 171,194 Thlr. Also wenn man 21 Milk Thlr. für den Tilgungsfond abzieht, so hat man noch 72 Milk 171,194 Thlr. Zinsen im Jahr 1833. Im Jahr 1828 waren die Zinsen und der Tilgungsfond 93 Milk 171,194 Thlr. Also wenn man 21 Milk Thlr. für den Tilgungsfond abzieht, so hat man noch 72 Milk 171,194 Thlr. Zinsen im Jahr 1833. "1 23 12 . Fortsetzung. Die Ursache von dem Zerrüttetsein der französischen Finanzen liegt, wenn ich flicht irre, in Folgendem: Frankreich hat 400,000 Angestellte. Also auf 81 Bürger 1 Angestellter. Sie haben 26,000 Douanen, und wir haben bei längeren Grenzen nur 2400. Das Palais Bourbon in Paris, wo die Kammer der Gemeinden sich versammelt, thut 34,666 Thlr. Miethe. Der Marschall Macdonald hat von 7 verschiedenen Aem- tern 51,000 Thlr. Gehalt. Der Fürst Taillerand hat in London das Haus des Marquis D’Anglisci im Jahr 1833 für 49,000 Thlr. gemiethel. Der französische Gesandte in London hat S0,0(X) Thlr. Gehalt. Der Baron Cuvier hat von 6 verschiedenen Aemlern 11,000 Thlr. Gehalt. Herr Gay Lussac hat ebenfalls von 6 Acmtern 10,700 Thlr. Gehalt. Dass Herr Dosne, Schwiegervater des Herrn Thiers, 34,600 Thlr. als General-Einnehmer in Lille, an Gehalt hat, ist schon gesagt. 13 . Fortsetzung. Die Kenten im Jahr 1817 waren zu 56 pCt. und der Staat gab 9 pCt. Zinsen , und muss diese im Jahr 1836 eben so gut geben, wie im Jahr 1817. Diese Inhaber der Staatsschuld bekommen also, wenn sie auf 100 zurückgeführt werden: 1) die 9 pCt., welche im Jahr 1817 zu 56 standen. 24 2) bekommen sie ihr eingelegtes Capital zurück, nämlich 56. 3) bekommen sie noch 44 pCt. und dieses alles, weil sie dem Staat 56 Francs geliehen haben. Man sage nicht, dass die Renten täglich an der Börse im Umlauf sind , und theils verkauft theils gekauft werden. Höchstens sind nur jj- derselben im Umlauf, und diese gehen 100 Mill. Tlilr. von 800 Mill. Thlr. Capital. Also sind J der Staatsschulden ruhend, oder 700 Mill. Thaler. In Frankreich wollen die Leute ihre Capitalien in Sicherheit anlegen. Sie kaufen daher Staatspapiere, wovon sie ihre Zinsen auf den Verfalltag haben. 14. Das französische- und nordanierikanische Anleihen. Im Jahr 1817 gaben die Franzosen 56 Francs Capital zu 5 Francs Interessen. Dieses kam daher, weil das haare Geld in Europa so selten war. In Amerika war das Geld auch selten, aber sie gaben nur 5 bis 6 pCt. vom 100. Dieses ist nun der erste Unterschied zwischen dem französischen Anleihen und dem nordamerikanischen. In Amerika ist es immer auf 100, weil das Geld so selten war, mussten sie 5 und 6 pCt. geben, aber immer von 100. In Frankreich hat man hingegen das 5 pCt. Anleihen zu 56, 60, 65 bis 70 gegeben, und dieses ist unrecht, obgleich nicht allein Frankreich und England dieses hat, sondern auch die meisten Regierungen Deutschlands. 25 Bei diesem Zinsfass ist nicht strenge das Capital von den Interessen geschieden. Aber in Amerika ist es strenge geschieden, da thiin z. B. 6 pCt. Zinsen 100 pCt. Capital. Denn haben die französischen Börsenzettel nicht die Ordnung, so die nordamerikanischen haben. Nämlich das Jahr, wenn das Anleihen zurück bezahlt wird. Z. B. 5 pCt. wieder bezahlt im Jahr 1848, jetzt 109. Die Amerikaner haben dieses, und es ist das Gute, dass man nun endlich auch sieht, wenn der Staat aus seinen Schulden heraus kommt. 15 . Anwendung auf die Zeichnung der französischen Nationalschuld. Wenden wir dieses auf die Zeichnung an, welche die Schuld von Frankreich enthält, nämlich die 1249 Milk Thlr, die im Jahr 1833 vorhanden waren, und nehmen denselben Maafsstab der in der Zeichnung ist, so haben wir Folgendes: 1) Der Maafsstab ist ein halber Fuss die Abcisse, oder 1000 Theile. Die 100 Theile sind £ Zoll. Die 10 Theile eine halbe Linie, und die Einer können wir gar nicht sehen, weil sie für den Maafsstab zu klein sind. Als ein Beispiel ist die Zahl 1S36 angenommen worden. 2) Bei den 10,000 Tlieilen ist die Abcisse schon 5 Fuss lang und deswegen nicht angegeben. Die 100,000 Theilen da würde die Abcisse schon 50 Fuss lang werden, oder die Höhe eines Hauses. Die Millionen. Theile da würden die Abeissen schon 500 Fuss sein. Sie würden also noch 13 Fuss höher sein, wie 26 die St. Petcrskirche in Rom, da dieselbe nur 487 Fuss hoch ist. Hier hat man in der Zeichnung erst 1 Mi 11. Th. 3) Will man nun 10 Mil 1. Thlr. ausdrücken, so folgt, dass die Abcisse sicli verhält wie 5000 Fuss zu 1 Zoll. Dieses sind 21 Meilen, oder von Düsseldorf bis Bingen bei Mainz. Will man die 100 Mill. ausdrücken, so folgt, dass die Abcisse wie 50,000 Fuss zu 1 Zoll ist. Will man die 1000 Millionen ausdrücken, so folgt dass die Abcisse von 500,000 Fuss zu 1 Zoll ist. Auf diese Weise sieht man die Macht des Zahlensystems. Und hiernach wird es klar, was es heisst: Frankreich hat 1249 Mill. Thlr. Staatsschulden. Auch hier kann man sagen: Zahlen entscheiden. Die Figur des Titelblatts hat nur 4 Stellen, da die andern zu gross sein würden, um sie auszudrücken. Die vierte Stelle ist ein halber Fuss gross. Die fünfte Stelle ist 5 Fuss gross. Die sechste Stelle ist 50 Fuss gross. Die siebente Stelle ist 500 Fuss gross. Die achte Stelle ist 5000 Fuss gross. Die neunte Stelle ist 50,000 Fuss gross, und Die zehnte Stelle ist 500,000 Fuss gross. 27 Das Anleihen in England. seit dem Jahr 1792 bis 1836. 1 . Die Grösse der Staatsschulden seit dem Jalir 1792 in England. Seit dem Jahre 1792 hat England so viele Schulden gemacht, dass man fast scheut die Summe auszusprechen. Mit einer Bevölkerung von 24 Mill. Einwohner, die sich in den drei verschiedenen Königreichen befinden, hat es 583t) Mill. Thlr. Schulden gemacht, und zwar während des Tory- Regiments. Es gibt in England zwei Regierungsarten, die beständig mit einander im Hader sind. Die eine ist die des Adels und der Geistlichkeit. Diese gehört zu den Torys, denen der Boden von halb England gehört. Die andere Regierungsart ist die der Wighs oder der kleinen Bürger, welche die Lasten des Staats tragen müssen. Bis zur Reformbill, welche das Unterhaus reformirte, und die im Jahr 1832 zu Stande kam, nachdem sie übers Jahr in den beiden Häusern des Parlaments gewesen war, ging endlich die Reformbill durch den edlen Grafen Grcy durch , und das Unterhaus wurde nun ganz anders gewählt, wie bisher. Das Unterhaus wurde nun von dem Oberhause unabhängig, und seit der Zeit die Reformbill in Kraft ist, bat England eine Verfassung. Jetzt ist das Ministerium von John Rvssel an der Spitze, und dieses gehört zu dem Ministerium der Wighs. Dieses Ministerium benimmt sich mit ausserordentlich vielem Verstände. Es hat die Wahlen der Gemeinen durchgesetzt, so sehr diese Wahlen auch denjenigen, die das Tory - Regiment liebten, zuwider waren. Es wird die Polizei-Verwaltung von Irland auf einen besseren Fuss bringen. Es wird die Gesetzgebung der Zehnten in Irland verändern, und so wird es unten anlängen, und nach oben endigen. Aber diese 5830 Mill. Thlr. Schulden müssen nebst den Interessen bezahlt werden, hierin ist nichts zu ändern. Es sind diejenigen Schulden, die vor dem Jahre 1832 sind gern aeh t worden. 2 . Fortsetzung. Aus einer kleinen Flugschrift des Sir 11. Phillips, welche den Titel hat: Million of Faets, wird angegeben, wie viel das Tory-Regiment dem Staate gekostet hat, indem sie das Verzeichniss der Staats-Einnahme und Ausgabe von 1793 bis 1826 dar) egt. Während diesen 34 Jahren war das Tory-Regiment last unausgesetzt am Ruder, (denn die Reformbill ging erst mit dem Jahr 1832 durch,) und von diesem Zeitraum hat man eigentlich eine englische Verfassung. Die Regierung erhob in diesem Zeitraum durch Steuern und Anleihen die Summe von 2476 Mill. Pfund Sterling, und im Durchschnitt jährlich 72 Mill. Pfd. Sterl. Wir wollen es in Thaler nehmen, so hat sie 17,332 Mill. Thlr. gebraucht. Also im Durchschnitt jährlich 504 Mill. Thlr. Und dieses bei einer Revölkerung von 24 Mill. Einwohner. In dieser Periode gaben sie 17,444 Mill. Thlr. aus. 29 I) i c Hauptposten der Einnahme waren: 1) Aus den Zöllen.2,163 Mill. Thlr. 2) An Aceise.4,816 * » 3) An Einkoinmentaxe . . . . 2,54S v> » 4) An Stempeltaxe.1,155 » » 5) An Anleihen. 5,754 » » An Ausgaben kommen: 1) An Zinsen der Staatsschuld 6,237 Mill. Thlr. 2) Für die Armee.4,851 » » 3) Für die Marine . . . . . 2,954 » » 4) Subsiedien für fremde Mächte 385 » >? In diesen 34 Jahren, von 1793 bis 1826 ist in England mehr ausgegeben von Staatswegen, als in den 966 Jahren vorher, vom König Egbert (827} bis zum Jahr 1793. 3 . Geringe Anzahl der Gläubiger in England, so dem Staate ihr Geld geliehen haben. Ausser den 5830 Mill. Thlr., so die englische Nationalschuld stark ist, ist es sonderbar, dass nur 277,489 Gläubiger sind, die dieses Geld geliehen haben. In Frankreich ist dies anders. Am 1. Januar 1835 hatten 182,902 Personen in Frankreich 800 Mill. Thlr. 5 pCt. Renten dem Staate geliehen, und in England waren statt 800 Mill. Thlr. 5830 Mill. Thlr. In England ist der Iieichthum sein- ungleich vertheilt, daher kommt es, dass nur 277,489 Personen dem Staate diese ungeheure Summe geliehen haben. 620 Familien der Pairs gehört der Boden von halb England. Aber umgekehrt ist auch die Armuth ungeheuer gross, wie man dieses in den Zeitungen lieset, wo ein neues Gesetz über das Armenwesen besprochen wird. 250,943 Personen haben weniger wie 1400 Tlilr. jährlich an Zinsen zu erheben. Also iin Mittel 67 Mill. 472,664 Thlr. Dieses ist, wenn man will, der hlcine Geldadel. Aber nun kommt der grosse Geldadel. Personen. Jede Person an ltenten. Summa. 15,604 2,800 Thlr. 43 Mill. 691,200 Thlr. 5,178 4,200 » 21 » 747,600 » 3,260 7,000 » 22 » 820,000 » 1,747 14,000 » 24 » 374,000 » 490 21,000 » 10 » 290,000 » 213 28,000 » 5 » 964,000 » 60 35,000 » 2 » 100,000 » 26,546 Personen haben also 130 » 986,800 » Und noch 250,943 Personen haben also ungefähr 67 Mill. 472,664 Thlr. an Zinsen zu erheben, und 26,546 Personen haben 130 Mill. 986,800 Thlr. Also, dass das Ganze in 277,4S9 Personen besteht, die 198 Mill. 459,464 Thlr. an Zinsen zu erheben haben. Dieses war im Jahr 1832, und diese Zinsen sind nicht während des Friedens erniedrigt worden, sondern in die Höhe gegangen. Im Jahr 1823 hatten die Engländer 200 Mill. Thlr. an Zinsen für ihre Nationalschuld zu bezahlen. Im Jahr 1832 hatten sie noch 198 Mill. Thlr. für ihre Nationalschuld an Zinsen zu bezahlen. Im Jahr 1S36 gaben sie (nach der preuss. Staatszeitung) noch 213 Mill. 780,000 Thlr. an Zinsen Itir ihre Nalional- schuld aus, welche natürlich die 277,489 Personen empfingen, die dem Staate ihr Geld geliehen haben. 31 Es gibt in England 60 Personen, wovon jeder 35,000 Tldr. Zinsen für die Nalionalschuld erhebt. 213 Personen erheben, jede 28,000 Thlr. an Zinsen. 490 y> » » 21,000 » » 1747 » » 14,000 » » » 3260 » » » 7,000 s> » y> 5178 • » v 4,200 y> » » 15,604 » » » 2,800 » Dass ist das Unglück von England, dass es so sehr we- Reichen hat, und so sehr viele, die nicht weniger als reich sind. Dies ist die Kehrseite der Aristokratie.. 4 . Ungleiche Veriheilung des Vermögens in England. Ich habe schon gesagt, dass das Vermögen in England sehr ungleich vertheilt ist, und dass dort sehr wenig Reichen sind, aber desto mehr Armen. Auch habe ich gesagt, dass dort die Minister eine neue Gemeindebill angenommen hätten, wornach das Vermögen der Gemeinen auf eine gleichförmige Weise vertheilt würde. Die bisherige Gemeindeordnung welche 3 bis 400 Jahre alt ist, und noch auf dem Korporationswesen beruhte, war sehr mangelhaft. Wie mangelhaft sie war, geht aus der Stadt London hervor. Die preuss. Staatszeitung vom 13. April 1836 enthält folgendes: Nach offiziellen Angaben enthält der Lord Major, welcher Oberbürgermeister von London ist, und die 11 Beamten der Citi von London jährlich an Besoldungen 383,810 Thlr. Nämlich : 32 1. Der Lord Major mit den Kosten des Haushalts und anderen Kosten seines Amtes.175,238 Thlr. 2. Der Recorder. 22,127 » 3. Der Gemeinde-Sergeant.12,900 » 4. Der Kämmerer. 38,269 » 5- Der Stadtsekretair. 25,102 » 6. Der Controleur. 25,193 » 7. und 8. der Reimerbomer und der Regis- trateur beim Gerichte des Lord Majors . 17,542 » 9. Der'Fiskal. 21,000 » 10. Der Sekretair der Rauten und öffentlichen Arbeiten. 14,406 » 11. Der Pattatc und Trust Meter Assistent . 20,398 » 12. Der Controleur am Bridge House . . . 11,634 » In Allem . 383,810 Tldr. Der Oberbürgermeister von London erhält für sich selbst 55,328 Thlr. Diese sind in den 175,238 Thlr. schon mit einbegriffen. Der Lord Major, oder Oberbürgermeister wurde einem alten Gebrauch nach jährlich aufs neue gewählt, aber die andern Beamten blieben. Aber dieses alles wurde heimlich gehalten in diesem Lande der Pressfreiheit. Erst im Jahr 1835, als der neue Gemeinderath gewählt wurde, da ward es öffentlich. Und dieses in einem Lande der unbedingten Pressfreiheit. 5 . Fortsetzung. Die Besoldungen der 12 ersten Minister der vereinigten Königreiche betragen nur 318,360 Thlr. 33 Sie enthalten nämlich: Thlr. 1. Der Lord des Schatzes (Lord Melbourne) . . 35,000 2. Der Kanzler der Schatzkammer (Lord Spring Kiece) 35,(MX) 3. Der Staatssekretair des Innern (Lord John Ryssel) 35,000 4. Der Staatssekretair der Collonien (Lord Glenelgh) 35,000 5. Der Staatssekretair der auswärtigen Angelegenheiten (Lord Palmerston). 35,000 6. Der Präsident des Geheimraths (Marquis von Londsdonne).14,000 7. Der Präsident der ostindischen Controlle (Sir John Hobhouse). 24,500 8. Der Sekretair des Krieges (Lord Hovik) . . . 17.360 9. Der erste Lord der Admiralität (Graf Minto) . 31,500 10. Der Grofssiegelbewahrer und erste Commissair der Forsten und Waldungen (Lord Duncannon) . . 28,000 11. Der Präsident der Handelskammer (Herr Poulett Thünissen).14,000 12. Der Kanzler des Herzogthums Lancaster (Lord Holland).14,(MM) Tldr. 318,360 Also ist das Gehalt der 12 Minister in England 318,360 Thlr. Und das Gehalt der 12 ersten Beamten in London ist 383,810 » Also haben die 12 ersten Beamten in London mehr an Gehalt wie die 12 Minister der vereinigten Königreiche. 65,450 Thlr. Und man sage nicht, dass London einen andern Maafsstab für den täglichen Verzehr, wie Paris oder Berlin hat, denn an diesen dreien Orten ist er wohl dasselbe. Herr Neugebauer gibt in seiner Statistik von England, worin er alles merkwürdige aufzählt, was in England zu linden ist, und die er im Jahr 1829 bei Brockhaus in 3 34 0 Leipzig herausgab den Verzehr in London täglich auf zwei Thlr. an, und damit könne man sehr ordentlich leben. Aber auf englische Weise. Kartoffeln, ein Kossbeef und ein Glas Bier machen die Mahlzeit aus. Eine Portion Moklta-Kaffee vom besten den man hat, nebst dem Zucker und der Milch kostet hier, wo man fast keine Abgaben hat, oder doch nur sehr geringe, wie in Preussen, 1 Sgr. Und wenn man auch nun die Abgaben so wie in England hat, so kommt er höchstens 3 Sgr. Ich war zweimal in Paris und zweimal in Berlin, wo ich im llötel de Born logirte, und habe doch nie mehr wie 3 Thlr. bis 3 Thlr. 10 Sgr. verzehrt. Freilich lebe ich in Düsseldorf wohlfeiler. Dieses kommt aber daher, weil ich da wohne, das Essen und Trinken mit dem Weine, (welcher mir 3 Sgr. kostet,) kommt mir täglich 13 Sgr. zu stehen, und für Schläfung 10 Sgr. Dieses sind alle sehr genaue Zahlen. G. Gehalte der richterlichen Beamte Englands. Die Berliner Staatszeitung vom 22. Mai 1833 gibt folgendes als Gehalten und Pentionen der richterlichen Beamten Englands an: Pf. St. oder Thlr. 1. Der Lord Eldon als ehemaliger Lordkanzler 4000 28,000 2. Der Lord Lindhurst ehemaliger Lordkanzler 5000 35,000 3. l)cr Oberaufseher der Archiven Sir Ch. Pepys 7000 49,000 4. Der Vizekanzler Sir L. Schadwell . . . 6000 42,000 5. Der Unterrichter Herr Bosanquet .... 5500 38,500 Diese drei zusammen als Commissarien des grossen Siegels ausserdem noch. 10,000 70,000 35 l'f. KSt. oderThlr. Also jeder noch. 3333 23,331 6. Lord Brougham als ehemaliger Land lianzler 10,000 70,000 7. Der Lord Oberrichter des Gerichtshofs der Ilings-Beech Lord Denmaii. 8000 56,000 England ist das Land der Aristokratie und selbst vernünftige Personen behaupten, dass es so sein müsste. Friedrich der Grosse gab seinem Minister in Paris 6000 Thli\ Gehalt. Als dem König Ludwig XVI. sein erstes Kind geboren ■wurde, nämlich die Herzogin von Angouleme, da wollten die Gesandten zu Ehren des Königs ein Fest geben. Der preussische Gesandte schrieb nach Berlin und batli um Zuschuss. Darauf antwortete der König: »Ins Teufels Namen, nein. Mein Gesandter soll »sich durch Geist auszeichnen, und nicht durch »grosse Feste.« Ich weiss dieses durch den ehemaligen Kriegsministcr Generallieutenant von Boyen, der es mir einmal schrieb. Das Gehalt des Königlichen Privatsekretairs ist nach der preuss. Staatszeitung 55,300 Tlilr., und hieran glauben die, so gutmüthig sind, und sie sagen: England sei eine Aristokratie.« Aber, dieses ist picht wahr! Die Steuren in der Aristokratie sind gemeinlich ausserordentlich hoch. Herr von Raumer, der jetzt in England ist, hat etwas vor 25 Jahren über die Städteordnung geschrieben, und gezeigt, dass wir bei uns etwa 1-J Sgr. Verbrauchsteuer auf das Pfd. Kaffee geben, und in England ist die Verbrauchsteuer 11 S gr. aufs Pfund, wenn er nämlich aus einer Brittisehen Kolonie kommt. 15 Sgr., wenn er aus der Ostindischen 3* 36 Kompagnie kommt, und 20 Sgr., wenn er anderswo hcr- hommt. Z. B. aus Mokka. Bei uns kostet das Pfund Mokka-Kaffee 11 Sgr., und 1 Lotli auf die Portion 6 Pfennige, und mit dem Zucker und der Salme kostet die Portion Kaffee 1 Sgr. Wenn man nun in England Mokka-Kaffee trinken will, so kostet dieser 1 Thlr. das Pfund, und das Lotli, wenn es gebrannt ist, (26 Lotli auf 1 Pfund gerechnet,) kostet 1 Sgr. 2 Pf. Der Zucker ist in England eben so stark besteuert, so dass, wenn man die Salme mitreclmet, die Portion Mokka-Kaffee die in Deutschland nur 1 Sgr. kostet, in England 3 Sgr. kosten wird. Der Thee gehört mit zu den Hauptgetränken in England, und er kostet 1 Thlr. Yerbrauchsteuer das Pfund , wenn er im Ankauf 25 Sgr. kostet. Kostet er aber mehr, so kommt die Yerbrauchsteuer 3 Thlr. aufs Pfund. Ich trinke Thee, wovon das Pfund 2 Thlr. kostet, und nun in England 3 Thlr. Abgaben aufs Pfund, macht 5 Thlr. Wenn ich bloss Morgens Thee trinke, so komme ich ein ganzes Jahr aus. Welches zu 5 Thlr. (wie in England) das Pfund gerechnet, jeden Tag ungefähr 6 Pf. kosten wird. Der Zucker kommt in England 1 Thlr. Yerbrauchsteuer das Pfund. Also wird die Portion Thee mit dem Zucker 1| Sgr. kommen. Das Bier, welches das Hauptgetränke Englands ist, kostet die Bouteille 5 Sgr. und hier kostet die Bouteille Ibis 2 Sgr. Auf diese Weise sieht man , dass der Herr Neugebauer recht hat, wenn er in London lür den Fremden 2 Thlr. täglichen Yerzehr in Anschlag bringt. Dass England eine Aristokratie ist, ist wohl wahr, dass 37 aber die Höhe der Steuern hierauf einen Einfluss hat, ist nicht w a h r. 7 . Die Aristokratie in England. Per Boden yon halb England gehört, wie ich schon gesagt habe, den 620 Lordsfamilien, und diese Aristokratie hat einen wesentlichen Einfluss aufs Ganze. Ein englischer Lord fährt den ganzen Tag auf seinen Gütern herum, ohne dass er einen Fuss auf das nachbarliche Gut setzt. Er ist also ein reiner Aristokrat. Der Herzog yon Beresfort, der neulich gestorben ist, hinterliess ein Vermögen an Landgütern, welches ihm 210,000 Tlilr. jährlich einbrachte. Der Pariser Messager des chambres vom 21. Mai 1832 enthält einen Aufsatz über die Aristokratie in England, der aber wahrscheinlich übertrieben ist. Nach ihm beträgt das Gehalt und die Pensionen des Herzogs von Wellington jährlich. 84,000 Thlr. Lord Cocolei, ein Bruder von ihm, hat jährlich 84,000 » Eine Sinecure am Hofe des Bischofs von Irland bringt jährlich ein. 49,000 » Sir Ch. Ragot, der seine Nichte geheirathet, bezieht jährlich. 88,000 » Der Herzog von Beaufort. 312,000 » Der Graf Lauderdall. 235,000 » Der Lord Eldon. 350,000 » Der Herzog von Newhastle. 139,000 » Der Erzbischof von Canterbury hat 196 Bene- ficien (oder Stellen, die er vergibt) mit . . 224,000 » Der Bischof von London hat 95 Benellcien . 71,400 » Der Bischof von Salesburg hat 40 Benellcien mit 100,900 » u. s. w. 38 Die Berliner Staatszeitung gibt an, dass Sir Herbert, Taylor der Privatsekretair des Königs ist, an Gebalt und Pensionen 55,300 Thlr. jährlich bezieht. Man muss es sehen, yvie in England oft eine Person ist, die 100,000, 200,000 bis 300,000 Thlr. jährliche Renten hat, und wieder andere die sehr arm sind. Die englische Geistlichkeit hat 63 Mill. Thlr. Beuten. Aber nur die höhere Geistlichkeit hat diese Renten, dahingegen die Pfarrherrn schlecht besoldet sind. England ist das Land der Aristokratie, und während die Pfarrherrn schlecht besoldet sind, bezieht die höhere Geistlichkeit 63 Mill. Thlr. Renten. Also so viel yvie im gesammten übrigen Europa. Mau muss, um sich dieses klar vorzustellen, bis zur Reformation zuriiekgehen. Als im Jahr 1500 England protestantisch wurde, da wurde den Geistlichen erlaubt zu heirathen , aber sonst blieben die , Erzbitslnimer und Bisthümer wie sie yvaren, und im Gegensatz von dem übrigen Europa. In Deutschland wurde die Kirche frei, und die Geistlichen durften heirathen. Aber nun wurden die Abteien und Klöster zu milden Stiftungen verwendet, und Deutschland wurde nicht aristokratisch. England würde es auch nicht geworden sein, wenn es nicht schon im Jahr 1500 aristokratisch gewesen wäre. Wilhelm, der Eroberer, setzte im Jahr 1066 mit seinen Normannen übers Meer und bekriegte England. Da sie nun siegreich waren, so eroberten die Normänner ganz England, und dieses ist der Grund, dass in England der hohe Adel aristokratisch ist, und dass demselben der Boden von halb England gehöret. Folgende sind die 588 Besitzer, denen im Jahr 1818 der Boden von halb England gehörte. 39 England. Schottland. Irland. Im Ganzen. Herzoge . . 17 8 1 26 Marquise . . 15 3 6 24 Grafen . . . 96 41 79 216 Vicomte . . 23 4 51 78 Baronen . . 139 23 82 244 290 79 219 588 8 . Anleihen in England. lcli habe mit Fleiss die Staatsverfassung Englands dargestellt, um die Anleihen zu begreifen, die so gross sind, dass sie selbst der reiche Boden von England nicht trägt. Die öffentliche Schuld erfordert jährlich an Zinsen 214 Mill. Thlr. und die Regierung kommt mit 106 Mill. Thlr. aus. Kriege S e gen Frankreich. J alir. Einkünfte. Anleihen. 1793 124 Mill. Thlr. 181 Mill. Thlr. 1794 120 » — 1795 121 » 362 » 1796 126 » * 399 » » 1797 131 » » 177 » » 1798 145 » 249 » » 1799 212 » 153 » >; 1800 247 » 203 » » 1801 237 » 314 » 1802 248 » » 290 » » 1803 261 » 112 V 1804 261 » » 127 y> 1805 318 » » 277 » * 1806 348 $ » 209 y> » 1807 373 » » 129 » » 1808 409 » » 96 » » 1809 431 » 149 » 1810 445 » 139 » » 1811 467 » » 205 » » 1812 453 » 285 » 1813 442 » » 383 » » 1814 468 » 446 » 1815 489 y\ 496 » Summa 6876 Mill. Thlr. 5381 Mill. Thlr. Zunahme der schwebenden Sch uld 350 » » Also in Allem 5731 Mill. Thlr. Zinsen der englischen Staatsschuld. Herr Dohtor Feiler gibt in seinem Archiv der Staatspapiere folgende Berechnung über die Höhe der Schuld in verschiedenen Perioden an. Die verzinsliche (wirhliche Staatsschuld) betrug Im Jahr 1697 151 Mill. Thlr. » s » » » » » » » » 1713 1748 1763 1783 1802 378 546 938 1666 3164 Im Jahr 1815 5600 Mill. Thlr. 1816 6026 » 1817 5722 * 1823 5870 » 1826 5757 » 1828 5647 » Die Zinsverwaltung der Staatsschuld erforderte jährlich: Im Jahr 1823 » » 1826 » » 1828 » » 1829 200 Mill. Thlr. 196 » » 199 » » 204 » » Im Jahr 1830 » » 1831 » » 1832 203 Mill. Thlr. 198 » » 198 v » Im Jahr 1828 waren die Interessen der Staatsschuld auf folgende Weise vertheilt. Heutjes. Zinsen. Summa. 81,176 70 Thlr. 5 Mill. 682,320Thlr. 42,083 140 » 5 » 891,620 » 101,274 700 » 70 » 891,800 » 26,410 1400 » 36 » 974,000 » 15,604 2800 » 43 » 691,200 » 5,178 4200 » 21 » 747,600 s 3,260 7000 » 22 » 820,000 » 1,741 14000 » 24 » 374,000 » 490 21000 » 10 » 290,(MIO » 213 28000 » 5 » 964,000 » 60 35000 » 2 » 100,000 » 277,189 250 Mill. 426,540Thlr. 41 Also waren der Rentjes, die 14,000 Tlilr. und drunter halten 250,943, und ihre Zinsen beliefen sich auf 119 Mill. 439,740 Tlilr. Und die 26,546 Personen, die 2800 Tlilr. bis 35,000 Tlilr. jährliche Zinsen haben, diese haben an Zinsen 130 Mill. 986,800 Tlilr. Uebrigens ist hier unter den 277,489 Rentjes im Archiv für die Staatspapiere ein Druckfehler, denn sie können keine 250 Mill. 426,540 Thlr. ausmachen. Im Jahr 1823 waren sie nur 199 Mill. Thlr. stark. Aber ich kann diesen Druckfehler nicht linden, und diese Tabelle dient nur dazu, um im Ganzen das Vermögen der Rentjes zu linden, und die Summe die sie vom Staate erhalten. Den Ausländern gehört von der englischen Nationalschuld 87 Mill. 500,000 Thlr. Die meisten Inhaber benutzen die Stocks als Sicherungsmittel ihres Vermögens, die wenigsten treiben damit Handel. Daher kommt es auch, dass von den 5S30 Mill. Thlr. Nationalschuld höchstens ~ im Handel ist oder 580 Mill. Th. Vielleicht sind aber nur 5 U im Handel. Also 290 Mill. Th. 10 . Die Bezahlung der Zinsen. Am 5. Januar 1832 war die Rezahlung der Zinsen folgende: In ürossbrUtiuiien. Jährliche Interessen auf unausgelöstes Capital . Lange Annuitäten bis 1860 . Annuitäten bis 1867 . . . Annuitäten zu verschiedenen Perioden . . . . Annuitäten an die Agenten der Walerloor Subscriptionsfond bis zum 5. Juli 1831 . . . Lebensannuitäten zahlbar) Englisch . . . . bei der Schatkammerj Irisch . . . , . Interessen der fundirten Schuld. ln Irland. Interessen der fundirten Schuld ...... Verwaltung der Schulden. Jährliche Kosten der öffentlichen Schuld . . . Interessen der Staatsschatzzeltei. Gesammtkosten der Schulden in England Thlr. 160,697,390 8,351,623 4,100,180 5,431,398 51,100 164,185 284,332 183,765,736 7,944,853 49,266 191,759,855 1,926,253 193,686,108 5,551,217 199,237,325 42 Für die Schuld von England wurde also im Jahr 1831 199 Mill. 237,325 ’l'hlr. an Zinsen bezahlt. Sie betrug 5830 Mill. Thlr. Die Einnahme von ganz England stand in den 5 Jahren auf folgende Weise: Jahr. Kiunahme. Ausgabe. 1828 386 Mill. 309,000 Thlr. 345 Mill. 352,000 Thlr. 1829 359 » 429,000 » 338 » 335,151 » 1830 353 » 360,000 » 334 » 688,260 » 1831 324 » 075,647 » 332 » 917,956 » 1832 361 » 807,740 » 352 » 695,791 » Aber hiebei müssen immer noch 200 Mill. Thlr. für die Verzinsung der Schulden abgezogen werden, so dass die Verwaltung von England ungefähr 106 Mill. Thlr. hostet. Seit dem Jahre 1836 haben sie nun wieder neue Schulden gemacht, und zwar in Folge der Freilassung der Negersklaven. Die Berliner Staatszeitung hatte, wo von der Ausgabe Englands die Bede war, 30 Mill. 580,000 Pfd. Sterl. für die Zinsen der Nationalschuld. Dieses waren 214 Mill. 60,000 Thlr. 11 . Stand der 3 pCt. Renten vom Jahr 1792 bis 1815. Die 3 pCt. Renten, in welchen an der Londoner Börse die Anleihen gemacht worden sind, stehen jetzt auf 93, und im Kriege standen sie einmal zu 48. Dies ist also ein Zeichen, dass während des Krieges das Geld einen andern Maafsst ab hat als während des F’r i cd e n s. 43 Folgendes ist das Verzeichniss der 3 pCt. Renten im Monat Mai jedes Jahres, von 1792 his 1815, oder in 24 Jahren. J alir. Heuten. Jahr. ltenten. Jahr. Heilten. Jahr. Heuten. 1792 93 1798 48 1804 56 1811 65 1793 77 1799 56 1805 59 1812 61 1794 71 1800 64 1806 60 1813 56 1795 66 1801 61 1807 63 1810 70 1796 67 1802 76 1808 69 1814 67 1797 48 1803 73 1809 68 1813 59 Dieses ist nach meiner Meinung das Verderben der Staatsschuld welche im Frieden zuriicligezahlt wird, also während eines höheren Conrses, den als denn die Staatspapiere haben. Im Monat Mai 1813, als die Schlachten von Vittoria an der Kazkach und Culm noch nicht geschlagen waren, standen die Staatspapiere zu 56. Also gegen 100 zu 5, 4 pCt. Dies ist ein Zeichen, dass das Geld an der Londoner Börse sehr selten war. Jetzt steht das Geld zu 93, was damals zu 56 stand, und stehen also jetzt zu 3, 2 pCt. Wenn man im Monat Mai 1813 die 3 pCt. Stocks ha'lle häufen können, so hätten wir dieselbe zu 56 gehabt, und man hätte denn die Schulden von England, die ursprünglich zu 5830 Mill. Thlr. betrugen, für 3264 Mill. Thlr. häufen können. Jetzt stehen sie zu 93, wo also die Schuld von England, die ursprtinglish zu 5830 Mill. Thlr. ist, zu 5422 Mill. Thlr. berechnet wird. Man hat also zu 93 . 5422 Mill. Thlr. Zu 56 hat man. 3264 " » Also zum Vortheil des Käufers . . 2158 Mill. Thlr. 44 Es ist freilich hart, wenn man 2158 Mill. Thlr. zurückzahlen soll, die man nicht empfangen hat. Und dieses hängt bloss von der Höhe der Staatspapiere ab, die nach einem 20jährigen Frieden immer so in die Höhe gingen. 12 . Fortsetzung. Wenn die Regierung zu 56 die 3 pCt. leiht, so muss sie auch, wenn sic dieselbe z u r ü c k z a h 11, nur die 56 wieder geben, und nicht die 93. Dieses ist Moises und die Propheten, und dieses ist es, was das englische Yolk so ungeheuer drückt, indem es 2158 Mill. Thlr. zurückbezahlen muss, die es nicht bekommen hat. Alle Anleihen sind auf diese Weise geschlossen. Z. B. die Oestreichischen, die Prcussischen u. s. w. Das üstreichische Anleihen von Rothschild , welches im Jahr 1816 im October abgeschlossen wurde, bot Oestreich 5 pCt. Zinsen, aber es bekam nur 50 dafür. Also reell 100 zu 10 pCt. Das preussische Anleihen von Rothschild bekam Preussen im Jahr 1818 zu 5 pCt. nur 71. Also gegen 100 zu 7 pCt. »Ja, sagt man, das ist etwas ganz anders in England, »wenn man da ein Anleihen eröffnet. Dieses geht auf die »Seele des Geldhandels, und da in England viele Schulden »sind, so müssen auch die Engländer ganz genau wissen, wie »es mit dem Bezahlen steht.« Dieses ist ganz anders. Bei den Kauf]euten handelt es sich nur, um möglichst viel Geld zu verdienen, und dazu gehört allerdings das in die Höhe gehen der Staatspapiere. Ein Mann, der viel in Staatspapieren gethan hat, sagte einmal: »Wenn er ein Anleihen zu Gunsten des Staates C 45 »abschliessen sollte, so würde er lieber, wenn das Geld »so selten wäre, 10 pCt. von 100 geben als 5 pCt. von 50, »so wie dieses Oestreich im Jalir 1816 gethan hat.« Dieser Mann batte ganz recht. Sowie von einem solchen Anleihen die Zinszahlung richtig erfolgt, denn gehen die Papiere immer in die Höhe, und man muss denn zu 9 pCt. zu 8 pCt. wieder aufnehmen, um die 10 pCt. zu tilgen. Werden immerfort die Zinsen, wenn sie fällig sind, richtig bezahlt, denn gehen auch die Papieren immer in die Höhe, und man bann jetzt wieder zu 7 oder 6 pCt. ein neues Anleihen abschliessen, um die 8 pCt. zu tilgen. Auf diese Weise bann man das Anleihen leiten, und man bann es zu 5 pCt., zu 4 pCt. und zu 3 pCt. abschliessen. Denn, ich wiederhole es, nur von der Menge des Geldes hängt jedes Anleihen ab, und im Jahr 1787 als das Geld in Holland so häufig war, da honnte man Geld (auf liegende Gründe) zu 2 pCt. haben. Hat man aber einmal nur 60 Mill. Gulden behommen, und 120 Mill. Gulden dafür verschrieben, so ist es freilich hart, dass man diese 120 Mill. Gulden bezahlen soll. Wenn nun Oestreich diese 120 Mill. Gulden abbezahlt, so hat das Haus Rothschild in 20 Jahren für diese 60 Mill. Gulden, die es dem Staate zu 10 pCt. geliehen hat, folgendes zurücherhalten: 1) An Zinsen vom Jahr 1816 bis 1826 . . 60 Mill. Gulden 2) An Zinsen vom Jahr 1826 bis 1836 . . 60 » » 3) Da es jetzt pari steht, und 100 Mill. Guld. des Rothschildschen Anleihens eben so viel sind als 100 Gulden haar, so zieht es noch 120 » » Also zusammen 240 Mill. Gulden 46 Was hätte nun ein Privatmann für ein solches Anleihen gegeben ? Das Anleihen stellt sich auf folgende Weise: 1) An 20jährigen Zinsen zu 5 pCt. . .. 60 Mill. Gulden 2) Die Zurückzahlung des Änleihens vom Jahr 1836 . 60 » » Also zusammen . . 120 Mill. Gulden Zahlen entscheiden. Auf die Höhe des Wechselcourses hat dieses keinen Einfluss. Denn im Jahr 1813 im Monat Mai waren die 3 pCt. zu 56. Also reell zu 5, 4 pCt. an der Londoner Börse. Im Jahr 1817 war das Rothschild’sche Anleihen in Wien, wie es am niedrigsten stand 45, und wie es am höchsten stand 58. Also war der Wechselkurs 10 und 9 pCt. Jetzt ist er im Jahr 1S36 zu 5 und zu 4 pCt. 13 . Höhe der Slaalspapiere während des Friedens au der Londoner Börse. Während den 16 Friedensjahren, von 1815 bis 1831 standen im Monat Mai die englischen Staatspapicre an der Londoner Börse auf folgende Weise: Jahr. Kenten. Jahr. Kenten. Jahr. Kenten. 1816 63 1822 79 1827 83 1817 72 1823 71 1828 84 1818 80 1824 96 1829 88 1819 73 1825 91 1830 93 1820 70 1826 78 1831 79 1821 73 — — — Die Slaatspapieren haben also an der Londoner Börse sehr' geschwankt, und es standen im Jahr 1824 die 3 pCt, zu 96, und im Jahr 1831 standen sie zu 79. An der Berliner Börse haben die Staatspapieren nicht so 47 geschwankt, und die Staatsschuldschcine, welche 4 pCf. geben, gingen im Jahr 1823 nur zu 70, welches ein Zeichen ■war, dass das Geld sehr selten an der Berliner Börse war. Denn vom Jahr 1815 bis 1823 war beständig Frieden. 14. Das Sleuerwesen in England im Jahr 1833. Die Steuern in England waren vorher noch 357 Mill. Th. und jetzt sind sie durchs Ministerium auf 327 Mill. 068,550 Tlilr. herabgesetzt. Diese Herabsetzung ist um so merkwürdiger, da das Land einen so wesentlichen Antheil hieran hat. ln Bezug auf den bisherigen Staatshaushalt bemerkt Lord Althorp, bevor er auf das eigentliche Budget einging: »Das jetzige Ministerium habe sich bei der Uebernahme »der Verwaltung zu Beobachtung der grössten Sparsamkeit »verpflichtet, und er sehe sich deshalb veranlasst, bei der cr- »sten Finanzverhandlung vor einem reformirten Parlamente zu »zeigen, wie weit es jenem Versprechen genügt habe. »1387 Stellen seien abgeschafft, und dadurch an Gehalten »ein Belauf von 1 Mill. 619,542 Tlilr. erspart worden, wovon »jedoch 266,000 Tlilr. für Wartegelder vorläufig abgingen. »Im Departement der auswärtigen Angelegenheiten habe »man Ersparungen bis zum Belauf von 641,935 Tlilr. vorge- »nonimen. »Was nun das Verhältnis der Einnahme und Ausgabe »im so eben (5. April 1833) abgelaufenen Jahre betreffe, so »stelle es sich folgendermassen: Einnahme. Zölle. 117 Mill. 387,347 Tlilr. Accise.. 115 » 703,719 » Stempel. 4S » 002,787 » Assestet Taxes. 39 » 227,559 » Postvvesen .. 10 » 177,300 » Vermischte Einnahme. 1 » 669,640 » Also Einnahme im Ganzen 327 » 968,550 >> » 558,549 » Uebcrschuss der Einnahme 10 » 410,00 t 48 Ausgabe. Staatsschuld.197 Mill. 581,937 Thlr. Andere feste Lasten.13 » 014,736 » Consolidirte Schuld . . . 210 » 596,673 Bewilligungen f ü r Landmacht. 49 Mill. 045,486 Thlr. Seemacht. 31 » 535,000 » Feldzeugamt. 11 y> 443,719 » Diverse Ausgaben. 14 y> 937,671 » An Bewilligungen 106 961, S76 » Ohne Bewilligungen. . 210 » 596,673 y> Also die ganze Ausgabe . 317 » 558,549 » Wenn also die Ausgabe des Jahres 1833 war. 317 Mill. 558,549 Thlr. und die Interesse für die Nationalschuld 210 596,673 So bleiben noch übrig . 106 Mill. 961,876 Thlr. Und hiefiir ist der Dienst der Landannee und der Dienst der Flotte, so wie die Minister mit eingeschlossen. Aber die Zinsen des Anleihens sind ausserordentlich, und betrugen im Jahr 1835 : 214 Mill. Thlr. 15 . U eher sicht, von 1816 bis 1831 von fremden Regierungen in England gemachten Anleihen. Herr Dohtor Feiler gibt in seinem Archiv der Staatspapieren, folgende Uebersicht der in England von fremden Regierungen gemachten Anleihen. Es sind dieses nur Kleinigkeiten gegen die englische Nationalschuld, die 5830 Mill. Thlr. beträgt. Es ist nicht einmal der zehnte Theil von diesem Anleihen, denn 514 Mill. Thlr. wurden nur-verbrieft, und 351 Mill. Thlr. wurden in allem wirklich überzählt. 49 Jahr. Namen der contrahirendcn Länder. Normal-Capital der Anleihen. Betrag der jährlichen Zinsleiuttmg. Abge- echlossner Lcber- Hahmpreis Wirklich vorgeschossene Summe. Pf. Sterl. Pf. Sterl. 1818 Preusscn . . 5,000,000 250,000 72 3,600,000 1822 » 3,300,000 175,000 84 2,940,000 1820 Spanien . . 3,000,000 \ 47 3,820,00-0 1821 » 3,000,000 1 1823 » 3,000,000 > 700,000 54 3,240,000 — » 4,000,000 l 1823 V 1,000,000 ) 26 260,000 1821 Neapel . . . 2,744,640 l 308,772 65 4,114,036 1822 » 3,430,800 s — Russland . . 3,500,000 175,000 70 2,250,000 — Dänemai’k . 3,000,000 150,000 77 j — Columbia. . 2,000,000 120,000 84 1,640,000 — Chili .... 1,000,000 60,000 70 700,000 — Pogais . . . 200,000 12,000 80 160,000 — Peru .... 450,000 K) Ö o o 88 396,000 1824 » 750,000 S2 615,000 1823 Poi'tugall. . 1,500,000 75,000 87 1,305,000 — Australien . 350,000 175,000 82 2,870,600 1824 Griechenland 800,000 40,000 59 472,000 — Buenos-Ayres 1,000,000 60,000 85 850,000 — Columbia . . 4,750,000 2S5,000 88* 4,203,750 — Brasilien . . 1,200,000 60,000 75 800,000 — Mexiko . . . 3,200,000 160,000 58 1,856,000 — Neapel . . . 2,500,000 125,000 924 2,312,500 1823 Brasilen . . 2,000,000 100,000 85 1,700,000 — Mexiko . . . 3,200,000 192,000 90 2,872,000 — Griechenland 2,000,000 100,000 57 1,130,000 — Dänemark . 5,625,000 168,750 75 4,218,750 — Peru .... 616,000 36,960 78 480,000 — Guatemala . 1,428,750 S5,714 73 1,042,897 — Guadalaxara 600,000 36,000 60 360,000 73,495,190 3,722,196 50,209,013 4 50 16 . Bestimmung des Zinsfu.ss vom Anleihen. "Wirklich Namen der Staaten. vorgeschossene Summe. Preussen . . . Preussen . . . Spanien . . . Neapel .... Russland . . . Ffd. Sterl. 3.600.000 2.940.000 7.320.000 4,114,036 2.250.000 Columbien Chili .... Pogais .... Peru .... Portugall . . . 1.640.000 700.000 160.000 1.011.000 1,305,000 Australien. Griechenland Buenos Aires . Columbien . . | Brasilien . . . 2,870,000 472.000 850.000 4,203,750 t 800,000 Mexiko . . . Neapel .... Brasilien . . . Mexiko. . . . Griechenland 1.856.000 2.312.000 1.700.000 2.872.000 1.130.000 Dänemark . . Peru .... Guatemala Guadalaxara . 4,218,750 480.000 1.042,897 360.000 Betrag der jährlichen Zinsen. Auf 100 Zinsfus Pfd. Sterl. 250,000 100 7 175,000 100 6 700,(HK) 100 9$ 308,772 100 n 175,000 100 n 120,000 100 n 60,000 100 8f 12,000 100 7* 72,000 100 n 75,000 100 i 6 175,000 100 6 40,000 100 8§ 60,000 100 7 285,000 100 6-i 60,000 100 7* 100,(HM) 100 6 125,000 100 5| 100,000 100 6 192.000 100 7 100,000 1(H) 8f 168,750 100 5 36,960 100 n 85,714 100 8 36,000 100 10 17 . Unterschied zwischen dem englischen und Nordamerikanischen Anleihen. Die Engländer sagen Nie wenn das Anleihen zuriichbe- zalilt wird. Aber dies thun die Amerikaner doch. z. B. sie sagen: 5 pCt. von Newjork im Jahr 1847 — 111. Die Engländer sind wirklich zu beschämt dass sie dieses sagen, weil denn ihre ungeheure Schuldenlast an der Börse offenkundig würde. 51 Die 3 pCt. in England kommun erst ül>ur 900 Jahre zur Abbezahluog, und der Londoner Börsenzettel müsste denn auf folgende Weise gesetzt werden; 3 pCt. im Jalu- 2736 — 93. Und da nach der letzten Staatszeitung die Schulden wieder am Zunchmen sind, und das Jahr 1835 an Zinsen 214 Mill. Thlr. erforderte, so kann man auch gar nicht sagen, wenn die Schuld eigentlich zu Ende geht. 18 . F o r t s e t z u n g. Denn unterscheidet sich das englische Anleihen von dem nordamerikanischen, dass man in Amerika immer von 100 rechnet gegen 6 und 7 pCt. wenn das Geld so selten ist. In England ist der Zinsfuss derselbe, nämlich 3 pCt. aber man kann, weil das Geld so selten ist, mit 56 abschliessen, wo man denn vom 100 — 5,4 pCt. gibt. Auf diese Weise ist es, (wie eine erlauchte Person versichert) das Capital und die Zinsen nie voneinander unterschieden sind. Hierdurch kommt es, dass, wenn man im Jahr 1813 im Monat Mai die 3pCt. Stocks, welche damals 56 kosteten zum Grunde legt, die jetzt 93 kosten, so hat England 2156 Mill. Thlr. nicht erhalten, die es aber bezahlen muss. Und dieses ist das Verderben von England. Die Herren Rothschild sind ehrliche Leute, ungeachtet des grossen Vermögens, welches sie besitzen. Ich kenne christliche Kaulleute, die bei dem Anleihen, welches sic für den Staat abschlossen, nicht so ehrlich waren, wie die Herren Rothschild. Aber die Ursache, warum England ins Verderben geht, (und dass diese nicht wie in Amerika vom 100 sind, sondern 4* 52 jetzt von 93 und im Jahr 1813 von 56 waren), dieses sehen auch die Herren Rothschild wahrscheinlich nicht ein. 19 . Anwendung auf die Zeichnung der englischen Natioualschuld. Wenden wir dieses auf die Zeichnung der englischen Nationalschuld an, niimlich auf die 5830 Mill.Thlr. die sie im Jahr 1833 hatten, und nehmen denselben Maafsstab, der in der Zeichnung ist, so haben wir folgendes: 1. Der Maafsstab ist ~ B’uss. Die Abcisse sind 1000 Theile. Die 100 Theile sind \ Zoll. Die 10 Theile | Linie, und die Einer können wir gar nicht sehen, weil sie für den Maafsstab zu klein sind. Als ein Beispiel ist die Zahl 1836 angezeigt worden. 2. Bei den 10,000 Theilcn ist die Abcisse schon 5 Fuss lang und deswegen ist die Abcisse nicht angegeben. Die 100,000 Theile, da wäre die Abcisse schon 50 B’uss lang oder die Höhe eines Hauses. Die Millionen Theile, da würden die Abeissen schon 5(10 Fuss hoch sein. Sie würden also noch 13 Fuss höher sein wie die St. Peterskirche in Rom, da diese nur 487 Fuss hoch ist. Hier hat man in der Zeichnung erst 1 Mill. Thlr. 3. Will man nun 10 Mill. ausdriieken, so folgt dass die Abcisse sich verhält wie 5000 Fuss zu 1 Zoll. W ill man die 100 Mill. ausdriieken, so folgt, dass die Abcisse wie 50,000 Fuss zu 1 Zoll ist. Will man die 1000 Millionen anführen, so folgt, dass die Abcisse wie 500,000 Fuss zu 1 Zoll ist. Auf diese Weise sieht man die Macht des Zahlensystems. 53 Das Anleihen in Nordamerika, seit dem Jahr 1816 bis 1835. 1 . Lage des nordamerikaiiisclien Freistaats. Nordamerika nimmt beinahe eine Fläche ein, wie ganz Europa, aber es ist noch wenig bevölkert. Europa hat ungefähr 214 Mill. Einwohner. Amerika hat erst 15 Mill. Einwohner in 24 verschiedenen Staaten. Aber die Bevölkerung Amerika’s steigt schnell, denn sie hat sich alle 20 Jahren verdoppelt. Im Jahr 1816 wird es nur 7 bis 8 Mill. Einwohner gehabt haben. Denn liegt es am atlantischen Meere, und hat da viele grosse Städte, die sich seit dem Jahr 1790 um das 6fache in der Bevölkerung vermehrt haben. Folgendes ist die Angabe der Einwohner vom Jahr 1790 und vom Jahr 1835 in den 6 Hauptstädten von Nordamerika: Newyork . . Philadelphia . ßaltimori. . . Boston . . . Neworleans . Charlestown . Im Jahr 1790 Einwohner. . 33,131 . 42,520 . 13,502 . 18,038 . 6.500 . 16,359 Im Jahr 1835 Einwohner. 269,873 200,000 92.000 78,603 60.000 34,500 Vermehrung. 236,742 157,480 78,497 60,565 53,500 18,141 Also in 6 Städte . 130,051 734,976 604,925 Washington, der Sitz der Regierung liegt mitten im Lande und hat 18,000 Einwohner. Der südlichste Punkt der vereinigten Staaten liegt auf dem 30 Grad der Breite, und der nördlichste Punkt liegt unter dem 49 Grad der Breite, also wie Paris, ist aber 6 bis 7 Grad kälter wie in Europa. Wenn Paris sehr grade 9 GR mittlere Wärme hat, so hat der 48 Grad der Breite nur 3 bis 4 GR. Also wie in Stockholm. Amerika ist daher viel kälter wie Europa, welches wahrscheinlich von der Glühhitze im Innern der Erde kommt. Denn bei 11,700 Fuss iin Innern der Erde, kocht schon das Wasser, und die 6 oder 7 GR Wärme, so die Oberfläche hat, wollen also wenig sagen bei einer Temperatur, die im Innern der Erde so sehr hoch ist. Ich habe hiervon ausführlich in der Schrift geredet: »Die warmen Quellen in Aachen und die warmen Quellen in Wimpfen.« Mit 3 Steintafeln. Düsseldorf, 1832. 2 . Abtragung der Schulden von Nordamerika. Im Jahr 1816 wurden in Nordamerika 123 Mill Dollars als Staatsschulden aufgeführt, welches ungefähr 176 Mill. Thlr. preuss. sind, und dies bei einer Bevölkerung von 8 Mill. Einwohner. Alles dieses ist seit der Zeit von den Nordamerikanern getilgt worden, und die Abbezahlung ging im Jahr 1835 zu Ende, so dass in neuern Zeiten Nordamerika der einzige Staat ist, der keine Schulden hat. Der Dollar hat 100 Cents, und ist derselbe, der das Piaster von Mexico ist. Der Dollar hat 5 Francs 40 Centimen, oder 1 Thlr. 13 Sgr. 2 Pf. Folgendes ist die Uebersiclit der Staatsschulden von Nordamerika im Jahr 1829. Sie ist auch aus Doktor Fellers Archiv für die Staatspapiere genommen. Einige Druckfehler sind im Archiv mit eingeschlichen. Doch habe ich sie mit den Druckfehlern abdrucken lassen. Fonds. An inländischen Darleiher. Dollars. An solche aus allen Ländern. Dollars. Total der gesainmten Schuld. Dollars Zu 3 pCt. 5,556,042 439,086 13,295,884 10,832,861 Zu 6 pCt. aus d. Jahr 1814 8,269,960 204,686 desgl. 1815 5,391,596 780,566 9,488,678 Zu 5 pCt. 1816 7,000,000 — 7,000,000 desgl. 1820 377,171 69,722 999,999 4,735,269 desgl. 1821 4,050,533 113,202 desgl. 1822 42,199 — 56,704 Zu 4£ pCt. 1824 9,082,688 419,659 10,000,000 desgl. durch Umtausch 1824 3,900,863 311,914 4,453,486 » » » 1825 626,219 73.264 1,535,486 Ueberliaupt 44,297,268 Betrag d 2,802,104 es Fonds 62,398,054 14,862 62,412,916 55 3 . Ursa die, warum iu Nordamerika die Tilgung so rasch von Statten gellt. Im Jahre 1828 waren noch 43 Mill. 920,844 Dollars Schulden vorhanden, welche in a diesem Jahre um lt Mill. 507,928 Dollars abgetragen wurden. Dieses sind 16 Mill. 494,696 Thlr. Und zwar in einem Jahre. Es liann auffallend scheinen, warum so grosse Fonds von 16 Mill. Thlr. in einem Jahre zur Tilgung angewendet werden, da wir in Preussen , wo das Finanzwesen ausserordentlich gut geordnet ist, nur 3 Mill. 290,468 Thlr. zur Tilgung anwenden, bei gleicher Höhe der Schuld. Um die Umstände einzusehen, warum Nordamerika so stark tilgt, so muss man Amerika mit den europäischen Staaten vergleichen. Es hat nämlich: 1. Keine Grundsteuer. Dieselbe ist schon einmal da gewesen, aber nachher wieder aufgehoben worden. 2. Hat es Seezölle die ungeheuer viel eintragen. Dieses sind die stärksten Auflagen aufs Land und werden am wenigsten gefühlt. 3. Hat es sehr viele Ländereien, welche an die Einwohner verkauft werden. Dieses alles fliefst zur Tilgungskasse. 4. Hat es seine Beamten, die nach einem niedern Maafs- stabe bezahlt werden. Der Präsident hat, wenn ich nicht irre, nur 10,000 Dollars, und ist die erste Person im Staate. 5. Hat es zwar eine Flotte, aber kein stehendes Heer, weil es dieses nicht brauchte, und wenn es Krieg gibt, denn stellt sich die Bevölkerung unter die Waffen. Im Jahr 1S13, 1814 und 1815 haben wir cs in Europa gesehen, als die Bevölkerung nach Paris zog, und im Monat August 1 Mill. 40,000 fremder Krieger in Frankreich waren. 4 . Der Zinsfuss iu Nordamerika. Die Zinsen betrugen im Jahr 1829 Folgendes : 56 Von dein 3 pCt. Capital. 398,876 Dollars » » 4j » » 269,503 » » » 5 » » . » » 6 » » . 639,600 » 1,219,292 » Im Ganzen 2,527,271 Dollars Der Zinsluss ist höher wie in Europa, und vielleicht deswegen, weil Amerika noch ein sehr junger Staat ist, wo das Geld am zunehmen ist, und daher sehr gebraucht wird. Mit Europa ist dieses anders. Im Jahr 1832 betrug in Nordamerika: Die Einnahme.27 Milk 700,000 Dollars Die Ausgabe betrug .... 14 » 700,000 » Ueberschuss 13 Milk Dollars. Und dieser Ueberschuss wurde zum Tilgungsfond hergegeben. 5. Zwei -wesentliche Beslandtheii e, warum sich das amerikanische Anleihen von dem europäischen unterscheidet. Die Anleihen in Nordamerika haben nun zwei wesentliche Bestandteile, wodurch sie sich von dem europäischen unterscheiden. 1. Sind sie auf 100 gestellt, und von diesen sind 4, 5 bis 6 pCt. Zinsen versprochen. Sie sind also nicht wie in England, wo die 3 pCt. im Mai 1813 zu 56 standen. Und dieses ist etwas werth. 2. Steht bei jedem Anleihen, im Courszeltei das Jahr wenn es wieder gegeben werden soll. Z. B. ein Courszeltei von Newyork vom Jahr 1832 gibt die Course auf folgende Weise an: 5 pCt. Schuld der vereinigten Staaten 1835 108 3 » » » » » » 92 6 » von Newyork 1837 114 5 » » » » » 109 5 » » » 1847 1 LI 6 y> » Ohio 1850 121 5 » » y> » 111 57 Hierdurch entsteht der Vortheil, dass inan das Jahr wenn man das Geld wieder behommt, im Voraus angeben kann, welches z. B. bei den englischen Anleihen gar nicht der Fall ist. Im Jahr 1823 hatten die Engländer 200 Mill. Thlr. Zinsen zu bezahlen, wenn man diese berechnet, so bildet man, dass 900 Jahre darüber hingehen, ehe die 3 pCt. Schuld zu Ende ist. Wenn sie also, wie Nordamerika ihre Courszetlel ein- riehten wollten, so ständen sie auf folgende Weise: 3 pCt. im Jahr 2736 — 93. Und nach der letzten Staatszeitung thut die Schuld von England nicht mehr 198 Milk Thlr. wie 1832 an Zinsen, sondern 214 Mill. Thlr. 6 . Vergleichung des französiclieu, englischen und nordamerikanischen Anleiiiens. Wenn man nun das französische, das englische und das nordamerikanische Anleihesystem näher betrachtet, so hat man Folgendes: 1. Das nordamerikanische ist das beste von allen , denn es hat 100 geliehen, und bezahlt davon 4, 5 bis 6 pCt., je nachdem das Geld selten war. Es bezahlt also nicht wie in England im Jahr 1813 im Monat Mai für 56 — 3 pCt. Zinsen. Durch dieses englische System muss England nach dem gegenwärtigen Course zu 93 2158 Mill. Thlr. an der Staatsschuld bezahlen: »so es nicht bekommen hat.« 2. England und Frankreich können dieses aber nicht ändern , denn ihre Staatsschulden sind auf diese Weise ab^ geschlossen. Sie können nicht sagen, wenn man den Gourszeltcl von Paris sieht: »100 Francs zu 5 pCt. thun 109 Francs.« 58 Denn im Jahr 1817 stand der Courszettel: »100 Francs zu 5 pCt. tliun 56 Francs.« Nordamerika sagte im Jahr 1832: »100 Dollars zu 5 pCt. 1835 kosten 108 Dollars. 3. Ist in den amerikanischen Courszetteln die Einrichtung sehr schön, dass das Jahr angegeben wird, wenn die Schuld zu Ende geht. Z. B. im Jahr 1832. »100 Dollars zu 6pCt. Newyorh 1837 thun 114 Dollars.« Diese Einrichtung müsste man auf den europäischen Börsenplätzen annehmen, und hierin etwas von Amerika lernen. Z. B. wenn es an der Börse zu Paris hiesse: »100 Francs zu 5 pCt. im Jahr 1850 stehen 109 Fr.« Alle der Streit, worin jetzt das Ministerium verwickelt ist mit den Deputirten fiele denn ganz weg. 4. Haben wir eine vortreffliche Einrichtung in Preussen, wo die Begierung so viel sie nur will ablragen kann, ja selbst wenn sie alles abtragen wollte, so müsste der Darleiher damit zufrieden sein. Es wüire zu wünschen , dass diese Einrichtung auch auf andere Staaten ihre Anwendung findet. In dem angeführten Börsenzettel von Newyork im Jahr 1832 stehen die 6 pCt., die im Jahr 1837 abgetragen werden, zu 114. Dieser Börsenzettel kann auch zu 5 pCt. stehen, denn die 5 pCt. waren auf demselben Börsenzettel noch zu 100. Auf diese Weise wird das Capital zu 100 zurückgezahlt, wenn es zu 6 pCt. steht, und kommt ein anderes, was ebenfalls 100 ist zu 5 pCt. Auf diese Weise wird das Geld immer zu niedrigen Zinsen ausgegeben, und die höheren Zinsen werden mit dem Capital abgetragen. Die Stock-Jobbers verdienen auf diese Weise nicht viel, aber der Staat behält das Capital, ungeachtet der Stock-Jobberei. Wir haben dieses in Preussen gesehen, wo die 4 pCf. Staatsschuhlscheine über ein Jahr zu 100 oder 101 und seilen zu 102 stehen. 7 . S c Ii 1 u s s. Werfen wir nun einen Blick auf die Anleihen in Frankreich, England und Amerika, so haben w’r Folgendes: 1, In Frankreich waren unter Bounaparte im Jahr 1812 die Zinsen auf jeden nur 10 Sgr., und damals erstreckte sich Frankreich von Rom bis Lübek. Unter Ludwig Phillip ist der Staat um -| kleiner, aber die Staatsschuld ist viel grösser. Sie betrug im Jahr 1833 1249 Milk Th Ir. Im Jahr 1788 betrug sie 1131 Milk Thlr. Also jetzt noch 11S Milk Thlr. mehr wie im Jahr 1788, und hiezu 100 Milk schwebende Schuld nicht beigerechnet. Die Zinsen mit dem Tilgungsfond betrugen im Jahr 1833 93 Milk Thlr. Also auf jeden 2 Thlr. 27 Sgr. Zahlen entscheiden. 2. England geht mit seiner Nalionalschuld ebenfalls seinem Verderben entgegen. Ich habe gezeigt, dass es 900 Jahr gebraucht, um diese Schuld zu tilgen. Denn im Jahr 1823 bezahlte es 200 Milk Thlr. an Zinsen für seine Nationalschuld, und im Jahr 1832, also nach 9 Jahren noch 198 Milk Thlr. Denn im Jahr 1816 hat es den Tilgungsfond abgeschafft, weil die Parlamcntsglieder, wie sie sagen, zu hart davon betroffen würden. Die Minister waren für den Tilgungsfond, dieser betrug jährlich 9S Milk Thlr. Also wäre in 59 Jahren die Schuld getilgt gewesen. Das englische Ministerium geht jetzt sehr langsam zu Werke, aber sicher. Die Reformbill vom Jahr 1832 dauerte ein ganzes Jahr, und der edle Graf Grey nahm seinen Abschied und wurde, als W ellington und Peel nicht wollten, wieder eingesetzt, und die Bill ging durch. Darauf haben sie beinahe eben so lange die Munizipalbill durchgebracht, und John Ryssei verzichtete in Kleinigkeiten «0 I auf die Bill, um sie nur im Hause der Pairs annehmbar zu machen. Wahrscheinlich kommt noch binnen wenig Jahren die Nationalschuld zur Sprache im Parlament, und wie es denn geht, wissen wir nicht. Denn sagen die Einen: »Jetzt ist es Zeit, um die Nationalschuld zu tilgen, und ihr gebt 56 wieder für die 3 pCt. Stocks vom Jahr 1813, so wie ihr solche empfangen habt.« Nein, sagen die Andern: »Das ist unrecht: denn die Stocks sind täglich an der Börse zu kaufen gewesen, und ich habe für 93 gekauft, und soll nur 56 wieder bekommen ?« Nein, sagt ein Dritter: »Die Stocks sind ruhend, und cs ist nur ~ von allen Stocks an der Börse zu haben, indess T 9 - derselben ruhend sind.« 3. Was nun endlich die Anleihen der nordamerikanischen Freistaaten betrifft, so können wir diese nur loben. Denn erstens sind sie auf 100 gestellt, und ihr Zinsfuss ist 5 oder 6 pCt., eben weil das Geld in Nordamerika so viele Beschäftigung hat. Denn ist zweitens das Jahr mit angegeben, wenn das Anleihen zurückgezahlt wird. Hingegen müssen die Engländer ihre 3 pCt. zurückzahlen im Jahr 2736. 8 . Fortsetzung. Die Düsseldorfer Zeitung vom 14. Juni 1835 enthält Folgendes: »Als schreckliches Beispiel, wie rasch der Handel mit Staatspapieren ins Verderben stürzen kann, nennt man einen Capitalisten der Citi von London, der vor wenig Tagen ein Vermögen von 80,000 Pfd. St. (über 900,000 Gulden) jährliches Einkommen hatte, und bei der Lequidation sein ganzes Vermögen einbüsste.« Dieselbe Zeitung vom 24. Juni 1835 enthält folgendes: <;i »Bei der Abrechnung über fremde Fonds haben sich, »wie gestern gemeldet, an der Londoner Börse 16 Bankrotte »ergeben.« Dies kann nicht in Erstaunen setzen, wenn man bedenkt dass die spanischen Effekten seit dem 1. Mai um 38 pCt. gefallen sind, und die Umsätze in diesen und der andern fremden Papieren die enorme Summe von 40 bis 50 Milk Pfd. Steil, erreicht haben. 40 Milk Pfd. St. sind 280 Milk Thlr. Also mehr wie die gesammte preuss. Staatsschuld beträgt, welche im Jahr 1833 nur 175 Milk Thlr. war. Aus diesem sieht man, dass die nordamerikanischen Freistaaten sehr recht hatten ihre Schuld zu tilgen, was auch die unverständige Handelsweisheit davon sagen mag. Inhalt. Seite. I. Der Zweck dieser Schrift . 1 3. Der Bischof Sylvester höhlte im Jahr 998 das Zahlensystem aus Spanien.2 8. Zeichnung des Zahlensystems.3 4. AVas ist nun eigentlich die Ursache, warum wir von grossen Zahlen einen so undeutlichen Begriff haben?.4 5. Die ersten Untersuchungen im Jahr 1810.4 6. Fortsetzung.7 Das Anleihen in Frankreich. 1. Das Anleihen in Frankreich seit den Jahren 1563 bis 1833 9 3. Die Zinsen und der Tilgungsfoud von 1817 bis 1833 . . 10 3. Die Tilgungskasse . ,.10 4. Das Defizit seit dem Jahre 1830 . 11 5. - Was war die Ursache, dass Frankreich immer so viele Schulden hatte?.13 6. Fortsetzung.13 7. Die Revolution in Frankreich.16 8. Bounaparte als erster Consul, später als Kaiser .... 17 9. Die Bourbons. 18 62 Seite. 10. Fortsetzung.19 11. Worin liegt nun der Grund von diesem schlechten Finanzsystem, so in Frankreich von jeher üblich war? .... 21 12. Fortsetzung.23 13. Fortsetzung.23 14. Das französische und nordamerikanische Anleihen ... 24 15. Anwendung der Zeichnung der französ. Nationalschuld . 25 Das Anleihen in England. 1. Die Grösse der Staatsschulden seit d.Jahr 1792 in England 27 2. Fortsetzung.28 3. Geringe Anzahl der Gläubiger in England, so dem Staate ihr Geld geliehen habeu.2.9 4. Ungleiche Vertheilung des Vermögens in England ... 31 5. Fortsetzung.32 6. Gehalte der richterlichen Beamten Englands.34 7. Die Aristokratie in England.37 8. Anleihen in England.39 9. Zinsen der englischen Staatsschuld. 40 10. Die Bezahlung der Zinsen. 41 11. Stand der 3 pCt. Kenten vom Jahr 1792 bis 1S15 ... 42 12. Fortsetzung.44 13. Höhe der Staatspapiere während des Friedens an der Londoner Börse.43 14. Das Steuerwesen in England im Jahr 1833 . 47 15. Uebersicht.4S 16. Bestimmung des Zinsfuss vom Anleihen.50 17. Unterschied zwischen dem engl. u. nordamerikan. Anleihen 50 18. Fortsetzung.51 19. Anwendung auf die Zeichnung der engl. Natioualschuld . 52 Das Anleihen in Nordamerika. 1. Lage des nordamerikanischen Freistaats.53 2. Abtragung der Schulden von Nordamerika.54 3. Ursache, warum in Nordamerika die Tilgung so rasch von Statten geht.55 4. Der Zinsfuss in Nordamerika.55 5. Zwei wesentliche Bestandteile, warum sich das amerikan. Anleihen von dem europäischen unterscheidet.56 6. Vergleichung des franz., engl, und nordamerik. Anleiheus 57 7. Schluss . . 59 8. Fortsetzung.60