Beiträge zu einer künftigen Biographie Friedrich Wilhelms III. so wie einiger Ktaatsdiencr und Äeamte seiner nächsten Nmgeönng. ?lus eigener Erfahrung und mündlich verbürgten Mittheilungen zusammengetragen vom General-Lieutenant von Minntoli. N a ch t r a g Beiträge zu einer künftigen Biographie Friedrich Wilhelms III. so wie einiger Staatsdiencr und Meamtcn seiner nächsten Nmgeönng. Aus eigener Erfahrung und mündlich verbürgten Mitteilungen zusammengetragen General-Lieutenant von Minutoli. U a ch t r a g. Berlin, Posen und Bromberg. Druck und Verlag von Ernst Siegfried Mittler. 18 4 4. Vorbericht. es Verfassers Veitrage sind bei ihrer ersten Erscheinung von den Herren Recensenten und dem größern Publikum so nachsichtig aufgenommen und be- urtheilt worden, daß er der Aufforderung einiger Freunde, solche durch einige Zusätze zu vermehren, Folge zu leisten glauben durfte. Diese Zusätze, oder vielmehr die Ergänzung und Erläuterung mehrerer Stellen seines ersten Heftes, bittet daher der Verfasser, nach der oben angegebenen Seitenzahl einzuschalten, oder als ein Aggregat des daselbst abgehandelten Gegenstandes zu betrachten. Das Material hierzu ist, wie der Stoff IV zum ersten Hefte, theils aus eigener Erfahrung, theilö aus den Mittheilungen von handelnden Personen, theils von Ohren- und Augenzeugen, oder doch wenigstens von Zeitgenossen, so wie aus zuverlässigen literarischen Quellen hervorgegangen. Der Verfasser erdichtet, verschweigt nichts Wesentliches, er giebc aber dagegen, wo thunlich, der Wahrheit unbeschadet, ein mildes, aber kein falsches Bild von den hier geschilderten Individuen, denn die trefflichen Persönlichkeiten des höchstseligen Monarchen entheben ihn des Vorwurfs, sie an eine lobrednerische Darstellung streifen zu lassen. Seine Mittheilungen erscheinen hier abermals, wie er dieö bereits Seite 2 seines ersten Heftes augedeutet hat: „außer allem Zusammenhange, als „Beitrage für künftige Biographen," und machen daher, wenn gleich mit gewissenhafter Treue beschrieben, keine Ansprüche auf logische Scharfe und chronologische Zeitfolge, noch sind solche nach den Materien geordnet, sondern sie werden hier gerade so wiedergegeben, wie sie in seinem Gedachtnisse auftauchten. Sie entstanden während eines vierwö- chentlichen Sommeraufenthalts auf der Insel Rügen, und sollten nach der Rückkehr in Berlin chronologisch geordnet und umgearbeitet werden; allein ein ebenbürtiger Historiograph, so wie ein ausgezeichneter, in alle Geheimnisse der Regierungsgeschichte Friedrich Wilhelms des Dritten eingeweihter hoher Staatsbeamter, dem er seine flüchtige Arbeit mittheilte, stimmten für die unveränderte Herausgabe des ersten Entwurfs, wie dies unter anderm aus dein beigefügten Schreiben jenes ersten Gelehrten hervorgeht. Der Verfasser übergab daher seine ersten Beitrage, so wie sie niedergeschrieben waren, und zwar ohne einen entschuldigenden Vorbericht, in ihrem flüchtigen Durcheinander der Presse; und er muß es folglich doppelt dankbar anerkennen, daß man solche in einem ahnlichen Zustande dennoch so nachsichtig aufgenommen hat. Wenn der Verfasser übrigens Stellen aus den Werken von Eylert, Hippel oder andern Biographien des Königs entlehnte, so geschah dies theils, um die Identität seiner Ansichten mit denen jener Gelehrten über den Höchstseligen darzuthun, VI und theils, um das in seiner Schrift Aufgestellte zu bekräftigen. Wenn er ferner S. 17 ff. die Gedanken des Königs über die Reorganisation der Armee nach dem Kriege von 1806 uud 1807 hier nochmals mittheilte, so geschah dies nur, um die Richtigkeit der schon früher von Seiten des Monarchen getheil- ren Ansicht über die Nothwendigkeit einer Reform bei der Armee, wie er dies z. B. Seite 29 bis 31 seines ersten Heftes anSsprach, mehr in's Licht zu sehen. Der Verfasser bescheidet sich übrigens sehr gern, daß er die günstige Aufnahme seiner kleinen Schrift mehr dem abgehandelten Stoffe, als der Einkleidung desselben verdankt, denn welcher Vater- landsfrcund sollte nicht den wärmsten Antheil an allen dem nehmen, was den hohen Verklärten berührt? Ihm, von welchem auch die geringste auf uns übergegangene Reliquie ein willkommenes Geschenk sein muß. Sollte aber der eine oder der andere seiner geneigten Leser ihm einige wider seinen Willen eingeschlichene unrichtige Angaben nachweisen können, VII so wird er eine ähnliche Berichtigung, eine gerechte Kritik nicht scheuend, dankbar anerkennen; eine jede Bereicherung des Materials zur Ergänzung seines Werkchens aber mit dem größten Danke annehmen. Bei dieser Gelegenheit glaubt aber der Verfasser auf einige Stellen der sonst für ihn sehr ehrenvoll ausgefallenen Recension seiner kleinen Schrift in der I63sten Nummer der Allgemeinen Preußischen Staatszeitung zurückkommen und solche näher erörtern zu müssen. Der Herr Recensent macht nämlich, da wo von der Verbrennung des Memorandum-Buchs des Verfassers die Rede ist, folgende Bemerkung: „ein allerdings etwas sonderbares Motiv zu einem „solchen literarischen Autodafe." Hierauf muß der Verfasser erwiedern, daß dies nicht vor seiner Abreise nach Aegypten geschah, wo er alsdann sein Tagebuch in sicherm Verwahrsam in Berlin zurücklassen konnte, sondern im Frühjahr 1323, wo er, nachdem er seinen Abschied genommen hatte, zur Wiederherstellung der Gesundheit seiner Frau auf unbestimmte Zeit in's Ausland VIII ging. Wie leicht konnte er alsdann auf der Reise selbst, oder durch irgend einen andern Unfall, um sein Tagebuch kommen, welches doch so Manches enthielt, was nicht vor das Forum des größern Publikums gehörte. Ueberdies hatte der Verfasser bereits früher die traurige Erfahrung gemacht, daß man wider sein Wissen, und folglich ohne seine Er- laubniß, mündliche und schriftliche Mittheilungen von ihm der Presse übergeben hatte. Wenn ferner der Recenfent obigen Blattes die Bemerkung macht: „daß die im Memoirenton gehaltenen, und, wie „sich aus manchen Anzeichen ergiebt, erst im „vorgerückten Alter niedergeschriebenen Beiträge „nichts weniger als chronologisch oder sachlich „geordnet waren, aber dennoch, selbst in ihrem „flüchtigen Durcheinander, ein Aggregat wahr- „hast erfreulicher Mittheilungen, Charakterzüge „und Anekdoten :c. enthielten," so wiederholt derselbe nur Dasjenige, was bereits der Verfasser unter anderm auf Seite 2 seines kleinen Werkes mit folgenden Worten hierüber sagt: IX „Was Referent in seiner kleinen Schrift aufhellt, sind Erinnerungen, Reminiscenzen aus „dem Alltagsleben des Regenten, aphoristische „Lebensbilder außer allem Zusammenhange, und „die folglich keinen Anspruch auf das Prädikat „einer Biographie machen." Wenn aber Recensent hinzufügt, daß sich aus manchen Anzeichen ergäbe, daß des Verfassers Beiträge erst im vorgerückten Alter niedergeschrieben worden feien, so hätte der Verfasser gewünscht, daß er jene Anzeichen näher beschrieben und folglich die Gründe angegeben hätte, aus welchen er jene Folgerung gezogen hat; denn wenn der Verfasser in seiner Schrift von vorgerücktem Alter sprach, so wollte er hierdurch andeuten, daß seine Beiträge ungleich reicher ausgefallen wären, wenn er sein Tagebuch nicht vernichtet und seitdem so Vieles bei vorgerücktem Alter seinem Gedächtnisse nicht entschwunden wäre, so daß er eS nun nicht mehr wagte, die in unstchern Zügen in solchem zurückgebliebenen unvollkommenen Skizzen als treue oder vollendete Bilder aufzustellen. Vielleicht wollte der Herr Recensent hierdurch andeuten, daß einige der mitgetheilten Thatsachen entweder der Mittheilung nicht werth waren, oder unrichtig aufgefaßt und selbst in einem dem Gegenstande nicht angemessenen Styl, erzählt worden sind; allein dann mußte er sich rücksichtslos hierüber aussprechen, und aus seinen Bemerkungen würde dem Verfasser alsdann wahrscheinlich bei der Herausgabe dieses zweiten Supplementheftes der Vortheil erwachsen sein, daß er ahnliche Fehler hatte vermeiden können; denn Niemand ist unfehlbar, und Niemand allein im Besitz der Wahrheit. UebrigenS bleiben Thatsachen, falls sie nur treu mitgetheilt worden sind, immer Thatsachen, und sind als Material auch zu benutze», gleichviel, ob sie der noch kraftige Mann oder der Greis mitgetheilt hat. Wenn der Herr Recensent aber schließlich sagt: „So lange der Verfasser in dieser Weise De- „tails über das Stillleben des Königs giebt, „sind seine Aufschlüsse anziehend und zum Theil „neu; wenn sie sich aber in die höheren politischen Regionen erheben und die geschichtliche XI „Bedeutsamkeit des Königs berühren, werden sie „geringfügiger, da dann auch das anekdotenartige „Gewand der Erzählung nicht mehr paßt." Hierauf kann der Verfasser nur erwiedern, daß er sich in seiner ersten Schrift nicht bewußt ist, stch in die höhern Regionen der Politik verstiegen zu haben. Streifte er bei der Aufzählung einiger historischen Thatfachen auch an die Politik an, so war dies zum Verstandniß derselben unerläßlich; beruhete aber das hierüber Aufgestellte auf etwaigen Unrichtigkeiten, dann mußte der Herr Recenfent dieses dem Verfasser bemerkbar macheu, für welchen Fingerzeig er ihm alsdann aufrichtig gedankt haben würde. Stellte aber der Verfasser eine Meinung auf, die der Herr Recenfent nicht theilte, so konnte er alsdann solche nach seiner Ansicht berichtigen und das Schiedörichteramt hierüber dem größern Publikum überlassen; denn letzteres bleibt dennoch der Sitz des kritischen Tribunals: - „Lm-, ce n'esl pus Ue mes peusees c>ue -,j'ui lii-e rnes ^i'ineipes, nmis «le In uutui-e „cles clioses, sagt Montesquieu. XII Der Wurf ist geschehen. Der Verfasser wird also diesem zufolge, und zwar des Herrn Recensen- ten Bemerkungen unbeachtet, dieses zweite Heft, als eine Ergänzung des ersten, mit allen dessen Mangeln hier folgen lassen; dagegen aber nach wie vor seine kleine Schrift um so vertrauensvoller der Kritik des größern Publikums unterwerfen, als eine einzelne Stimme bekanntlich keinen Areopagus bildet, und bei der Erörterung aller politischen, religiösen und socialen Verhaltnisse oft bedeutende Meinungsverschiedenheiten zu herrschen pflegen. Berlin, den 23. Marz 1844. Der Verfasser. XIII Verehrungswürdiger Herr General-Lieutenant, w. Excellenz habe ich die Ehre, das beiliegende Manuscript ganz gehorsamst zurück zu geben. Ich habe es mit der Theilnahme gelesen, auf welche jeder, auf unmittelbare Erfahrung begründete Beitrag zu der Lebenögefchichte des hochfeligen Königs rechnen darf, und ich glaube, daß Sie dem Publikum mit Ihrem Buche ein willkommenes Geschenk machen werden. An der Einkleidung etwas zu andern, würde ich nicht rathen; Inhalt und Abfassung bedingen sich hier, wie in dem Eylertfchen Buche, welchem man, mit Recht oder mit Unrecht, allerlei im Kleinen und Einzelnen vorgeworfen hat, und welches nichts destoweniger, eben durch seine, ohne alle Schulpratension ausgesprochene, entschiedene Liebe und Verehrung zu dem Hauptgegenstande seiner Aufgabe, den Eingang bei allen Patrioten gefunden hat, welchen ich wenigstens gleich beim ersten Anblick geahnet und, wenn das Wort vergönnt ist, sogar ge- wcissagr habe. — Also legen Ew. Excellenz immerhin auch Ihr bescheidenes Opfer auf dem Altare deö Vaterlandes harmlos nieder, unbekümmert, was die Kritik jetzt, und der guellensammelnde Biograph XIV künftig daraus machen mögen, wenn nnr die Vaterlandsliebe beim Lesen Ihrer Beiträge einen Augenblick der Erhebung zu finden, und des beglückenden Gefühls der Dankbarkeit gegen einen Fürsten, welchem Preußen soviel schuldig ist, froh zu werden oermag. Ew. Excellenz ganz gehorsamst mich empfehlend, Dero hochachtungsvoll ergebener Friedrichsstraße, 235, vr. Preuß. den 7. September 1343. Zn Seite 8. anderer Umstand, der nicht wenig dazu beitrug, de» jungen Prinzen scheu zu machen und dessen Mangel an Selbstvertrauen zu erhöhen, waren die Examina, denen er sich zuweilen an der Tafel des großen Königs unterwerfen mußte, und denen er folglich in der Angst seines Herzens nicht immer zu genügen vermochte. Es darf daher bei der weiter oben erwähnten Erziehungsweife des jungen Thronerben nicht befremden, wenn er z. V. die eines Tages an ihn gerichtete Frage: „Was „ist ein Spllogism?" und dergleichen abstrakte Fragen mehr, nicht zu beantworten vermochte, und alsdann in der Angst seines Herzens entweder ein Glas Wasser oder ein Glas Wein leerte. — Mit welcher Angst er sich an die Königliche Tafel setzte und mit welcher Scheu er auf das historische Tafclscrvice blickte, welches so ganz geeignet war, ihm neue Verlegenheiten zu bereiten, laßt sich daher leicht begreifen. Friedrich der Große hatte uamlich zur Prüfung der Geschichtskenntnisse und der Geistesgegenwart einiger seiner Gaste ein porzellanenes Tafelfervice anfertigen lassen, auf welchem in röthlicher Farbe Episoden aus der alten griechischen und römischen Geschichte angebracht t 2 waren. Wollte er mm die Gefchichtskenntniß, oder vielmehr die Geistesgegenwart und den Witz des einen oder des andern seiner Gaste auf die Probe setzen, dann fragte er wohl, wie zufallig, den zu Prüfenden: „Was hat Er da auf seinem Teller?" und wußte nun der Befragte — getroffen oder nicht getroffen — einen Reim aus der oft nur karglich ausgestatteten Zeichnung zu machen, so nickte er ihm dann, indem er im letzten Falle die Antwort berichtigte, Beifall zu. Daß mancher Gast, so wie der junge Prinz, der jeden Augenblick einer ähnlichen Frage gewartig fein mußte, hierdurch iu Verlegenheit gefetzt wurde, laßt sich um so eher begreifen, als ähnliche geschichtliche Darstellungen sich nicht immer so deutlich, als z. B. der Kampf der Horatier und Curiatier; die Vertheidigung der Brücke durch Horatius Co- cles, oder die Scene wie Mutius Scävola seine Hand über das Kohlenbecken hält, aussprechen. Z» Seite SZ. Und Aehnliches stellt uns Herr v. Hippel*) mit fol^ genden Worten auf: „Es ist außer allem Zweifel, daß der König mit sei- „ner ruhigen Vorsicht und dem begeisternden Muthe, „der ihn gerade in den Augenblicken der höchsten Gc- „fahr jederzeit beseelte, der beste Feldherr für fein Heer ,, gewesen wäre; allein Bescheidenheit ließ ihn feiner „eigenen Kraft mißtrauen, die er für die Rettung sei- „nes Volkes nicht hinlänglich genügend hielt." *) Siehe dessen Beiträge zur Charakteristik Friedrich Wilhelms III, S. 19. 3 Zu Seite t». Alles Ucbcrspannte, alle Affektationcn und besonders alle Epcentricitäten widerstrebten ihm, und er verschmähte daher die Ideologen. Dennoch liebte er die schönen Künste, beschützte die Maler-, Bildhauer- und Schauspielkunst in allen ihren Abstufungen, und munterte deren Beförderer durch Prämien und Reisestipendien, so wie durch Ehrenzeichen und Prädikate, die er den Künstlern crtheilte, auf; abgesehen davon, daß er solche auch durch den Ankauf ihrer ausgezeichneten Arbeiten crmuthigte. Referent fand mehrere Male Veranlassung, dem Könige werthvolle Kunstgegcnstände von in- und ausländischen Künstlern vorzulegen, die er dann meistens für den dafür verlangten Preis behielt, mitunter reichlich remunerirte, und wenn solche Produkte von einheimischen Künstlern waren, diese zuweilen der Achtsamkeit der Akademie der Künste oder anderen ihnen nützlich werdenden Behörden noch ganz besonders empfahl. Eben so begünstigte er an allen Orten Gcwcrb-Vereine und Kunst- und Industrie-Ausstellungen. Der Erfolg hat es auch gelehrt, und es liegt ja täglich vor unfern Augen, was er für die Wissenschaften und Künste, während seiner so segensreichen Regierung, gethan hat. Der Neubau mehrerer Kirchen im Weichbilde der Residenzen Berlin und Potsdam, der Ausbau der Dome zu Cöln und Magdeburg, die Erweiterung erstgenannter Residenz durch die Anlage neuer Stadtthcile, der Ausbau von Palästen und anderen großartigen Anstalten, als z. V. das Börsenhaus, die medizinisch-chirurgische Akademie, die vereinigte Artillerie- und Ingenieur-Akademie, die Sing-Akademie, die Schloßbrücke, das Museum, 4 die neue Sternwarte, die neue Charits, das Gewerbe- Institut, der neue Packhof, die neue Königswache, das neue Schauspielhaus und das Kvnigssiädter Theater, prachtvolle Kasernen und Exerzicrhauscr, nebst noch andern wohltätigen Anstalten, und besonders durch die Begründung der Musecu und ihre Bereicherung durch naturhistorische Gegenstände und Kunstschatze, desgleichen durch die Verschönerung einiger Theile der Residenz, durch die Aufstellung von Standbildern verdienter Männer aus Erz und Marmor, so wie durch die Verschönerung des Thiergartens. Ferner durch die mit großem Kosienanfwande fahrbar gemachten Land- und Wasser-Straßen, Austicfung der Seehäfen, Anlagen von Molen und Leuchtthürmcn zu ihrer Sicherheit, durch die Verbesserung der Strom- fahrtcn auf dem Rhein, derOder undWeichsel, durch die Anlagen vonEisenbahncn und die Erbauung von Dampfbooten zur Beförderung des Handels; besonders noch zur Wahrung seines Staats und der ucuerworbencn Provinzen ließ er die alten Festungen Minden, Jülich, Wesel, Saarlouis, Erfurt und Torgau verstärken, und neue, wie z. B. Köln, Koblenz und Posen, anlegen; so wie durch die Begründung einiger neuen Universitäten zu Berlin, Breslau und Bonn, mit bedeutenden Jahrgeldern; durch die Erweiterung der Frcischule zu Eisleben; so wie durch die Errichtung von Luthers Denkmal in Wittenberg, nebst so viel anderem Ersprießlichen gab er sprechend kund, was er Alles mit so großer Mu- nificenz für die Künste und Wissenschaften, so wie selbst zu wohlthätigen Zwecken gethau und geschaffen hat. Kurz vor seinem Ende verfügte er noch, daß seinem Großonkel ein ihm würdiges Denkmal vor dem Eingange 5 zu den Linden, und zwar zwischen dein Palais des Prinzen von Preußen und der Universität, gesetzt werden sollte, und ließ auch wirklich am Tage der Säkularfcier der Thronbesteigung des großen Königs den Grundstein mit aller nur möglichen Feierlichkeit hierzu legen. Er hatte bereits im Jahre 1800 durch einen Cabinets-Befehl an den Minister Heinitz und den General Tempelhof, die Vorarbeiten hierzu befohlen, die schon damals in einer kolossalen Reiterstatue bestand, die man, in ein Facsimile auf Leinwand gemalt, zur Berechnung des Effekts aufgestellt hatte; allein der König schob dessen Ausführung mit der Bemerkung auf, daß der Staat sich in dem Augenblicke nicht in der Lage befände, seinem Großonkel ein seiner würdiges Denkmal zu setzen, und überdies seine Großthaten in Aller Andenken noch so frisch seien, daß er eines solchen noch nicht bedürfe. Eben so hat der hochseligc Herr bereits im Monat Februar des Jahres 1839 dem Minister v. Alten st ein die Sorge für die würdige Herausgabe vorläufig der historischen Werke seines — nach dem Eylertschen Buche — von ihm so hochgeachteten großen Ahnherrn aufgetragen; also zwei Monumente ihm zugedacht: das aus Erz gegossene Bild und das geistige mit seinen eigenen Schriften. Zu Seite tZ, Er vergaß nie empfangene Wohlthaten, und es gereichte ihm alsdann zur höchsten Freude, wenn er alsdann den Gefühlen seiner Dankbarkeit Raum geben konnte. Referent war mehrere Male Zeuge ähnlicher Gefühlsäußerungen. 6 Als z. B» im Jahre 1812 der damalige König von Neapel, Murat, auf dem Zuge gegen Rußland begriffen durch Berlin zog, ließ ihn der König zur Mittagstafel nach Charlottcnbnrg einladen und nahm ihn hier mit aller seinem hohen Range gebührenden Aufmerksamkeit auf, empfing ihn an der äußern Thürc des Schlosses, umschlang ihn und drückte ihn brüderlichst an fein Herz, und bemerkte bei dieser Gelegenheit, daß er ihm aus dem Grunde eine ähnliche Aufnahme schuldig zu sein glaubte, indem er es nie vergessen würde, wie freundlich sich dieser Herr während der Unterhandlung des Tilsiter Friedens gegen ihn benommen habe. Eben so freundlich nahm er nach der schmählichen Flucht aus Rußland diejenigen französischen Militair- und Civil-Vcamtcn, die sich in seinen Staaten menschenfreundlich betragen hatten, in seiner Residenz und später zu Paris auf, während er andere, die dieses Lobes nicht theilhaftig waren, entweder ganz abwies, oder ihnen, nachdem er sie längere Zeit hatte anti- chambriren lassen, ihr unmenschliches Betragen vorwarf und sie alsdann kalt entließ. Zu Seite S4. Er war wißbegierig und unterrichtete sich gern, und ließ sich daher z. V. die interessantesten Werke in allen Zweigen der Literatur — die rein abstrakten ausgenommen — liefern, und las solche in seinen Mußestunden selbst, oder ließ sich dieselben des Abends, nach dein Thce, entweder von Ancillon oder von einem der diensthabenden Flügel-Adjutanten vorlesen. Referent, der dergleichen Mittheilungen oft beiwohnte und zuweilen selbst dergleichen Vorträge übernehmen mußte, kann nicht genug sa- 7 gen, wie treffend der König alsdann stets den Inhalt ahnlicher Werke zu würdigen verstand. Er unterhielt sich aber auch gern mit geistreichen und wissenschaftlich gebildete» Mannern, die er z. B. wie Ancillon und Alex, v. Humboldt, so oft bei sich sah. So wohnte er unaufgefordert zweien Kollegien über Experimentalphysik und Astronomie, die Referent im Prinzessin-Palais zur Belehrung der Königlichen Kinder veranstaltet hatte, bei, und begleitete diese zuweilen auf ihren technische» und Kunst- Exkursionen, wo alsdann neu eingetroffene Kunstgegcn- stande, Fabriken und Manufakturen besucht und der Gang ihrer Arbeiten, bis in das geringste Detail untersucht wurde. Auf diese Weise war der Monarch nicht allein mit so manchem werthvollen Kunstwerke bekannt, sondern er erstand alsdann bei dieser Gelegenheit das eine oder das andere Stück aus eigenen Mitteln, d. h. aus seinen Chatouille-Geldern, oder überwies deren Ankauf und deren Saldirung aus der Staatskasse dem Staatskanzler oder dem Finanzminister, jedoch stets mit der hinzu gefügten Bemerkung, falls auch das hierzu nöthige Geld ohne Beeinträchtigung anderer nvthiger Ausgaben erübrigt werden könnte. Zu Seite i?. Als Referent jedoch eines Tages einem um den König und den Staat sich verdient gemachten Individuum das Wort redete und bei dieser Gelegenheit von Seiten des seligen Herzogs Carl von Mecklenburg kraftig unterstützt ward, der König meinem ganzen Vortrage ein aufmerksames Ohr lieh, aber dennoch für meinen Clicntcn nichts that, so bemühte ich mich, durch sichere Quelle den 8 Grund hiervon zu ermitteln, und erfuhr nun, daß der gnädigste Herr ihn aus dem Grunde nicht leiden mochte, weil er in seinen Dienstverhältnissen oft Härte gegen feine Untergebenen sich hätte zu Schulden kommen lassen. Dagegen ließ er es den Familien oder vielmehr den Kindern derjenigen Staatsdicncr, welche während der Unglück- lichen Katastrophe von 1806 das Vaterland durch Pflicht- Vergessenheit an den Rand des Verderbens versetzten, nicht entgelten, fondern schenkte ihnen vor wie nach sein volles Vertrauen, und zeichnete sie stets nach ihren Verdiensten aus. Verlangte er von irgend einem feiner Staatsdicncr mündliche oder schriftliche Aufschlüsse über eine scheinbar bctheiligte Person, dann konnte man, falls jene nicht vortheilhaft ausfielen, auf den ganzen Umfang seiner Diskretion rechnen; so zartfühlend war der Herr. Zu Seite SZd. Als zu Folge der Schlachten von Marcngo und Hohenlinden die deutschen Angelegenheiten rcgulirt wurden, soll man den König auf die Vortheile aufmerksam gemacht haben, die er erhalten könnte, wenn er in Paris eine halbe Million Thaler springen lassen wollte — wie man ähnliche Bestechungen bezeichnete — worauf der Monarch aber crwicdert haben soll: „Zugegeben, daß es „wirklich so fei, was soll aus der Welt werden, wenn „die großen Machte von Europa um Land und Leute „schachern?" Zu Seite SO. Um einem ähnlichen prunkvollen Aufwand zu begegnen, gab er bereits kurz nach seiner Thronbesteigung, s nämlich am 6. Juli 1798, seine Meinung Hieräber an den Minister v. Schrötter, durch folgende Worte zu erkennen: „Damit das Andenken der feierlichen Stunde, die ihn „so innig mit feinem Volke verbindet, das er glücklich „zu machen hoffe, bei Niemand das Nachgefühl irgend „einer dadurch veranlaßtcn Unbequemlichkeit anrege, so „wie er selbst kein Gepränge, sondern nur ein treues „landcsväterliche Herz seinen guten Unterthancn entgegen bringen wolle," so verbat er solche. Nach dem glücklich beendeten Feldznge vom Jahre 1814 hatte er ebenfalls angeordnet, daß er nach seiner Ruckkehr aus Paris und England, am 7. August mit seinen Garden in Berlin einziehen werde, und erklärte er zugleich, seiner Bescheidenheit und jede Anmaßung hassenden Natur gemäß, daß er die hier verabredete Friedcns- feier nur in Rucksicht auf das tapfere Heer und dessen ruhmvollen Führer annehmen könne. Da er aber früher, als er es erwartet hatte, nämlich am Nachmittage vor dem Tage des Einzuges, in Charlottcnburg eintraf, so eilte er nach Berlin, um das Veranstaltete zu prüfen; allein seine Seele, von Dank und Demuth gegen Gott ergriffen, fand in den getroffenen Anstalten gar Manches, was Stolz und Ansprüche, Blendwerk und Prahlerei zu vcrrathen schien. Er ließ daher einige Mitglieder der Oberstaatsbchörde kommen, und gab ihnen durch folgende Worte sein Mißfallen zu erkennen: „Das morgende oder übermorgende Fest sei kein Fest „des Prunkes und der Prahlerei im Sinne des eben „besiegten Feindes, sondern ein Fest der Dankbar- U) „keit und Demüthignng vor Gott, der so Großes „gethan." Hierauf mußten die an den prunkenden Siegessaulen befestigten französischen Fahnen und die Feuerbecken zur Abendbeleuchtung, so wie vor allen die Trophäen in den Fenstern des Zeughauses fortgeschafft werden. „Es widerstreitet," meinte ferner der König, „aller Schicklich- „kcit, das Volk, mit welchem man eben den Frieden geschlossen habe, noch durch Ausstellung seiner Fahnen „beleidigen zu wollen; vollends die Völker Bayern, Wür- „tembcrger :c. die zuletzt als treue Bundesgenossen an „unserer Seite den großen Kampf ausfechten geholfen." Es wurden diesem zu Folge in der dem Feste vorangehenden Sommernacht einige Abänderungen im Sinne des Königs getroffen. Zu Seite Diese anspruchslose Art zu reisen, hatte aber auch ihre Schattenseite, denn traf den König unterwegs ein Unfall, so befand er sich gleichsam ohne Hülfe, und daß sich bei seinem schnellen Fahren dergleichen Unfälle wohl zutragen konnten und leider auch zutrugen, darf nicht befremden, denn es zerbrach bei mehreren Gelegenheiten sein Wagen, und er selbst ward einmal während der Nacht vom hohen Fahrdamm in den ihn begrenzenden Graben geworfen, bei welcher Gelegenheit er noch glücklicher Weise nebst seinem Adjutanten und seinem Diener mit einigen leichten Contusionen davon kam. Diesen Unfall zog er sich abermals durch sein Zartgefühl zu; er hatte nämlich die böhmischen Bäder besucht und sich vorgenommen auf dem kürzesten Wege durch Franken nach den Rheinprovin- 11 zen zu reist«, da er aber bei dieser Gelegenheit auch einen Theil des bayreuthcr Landes durchziehen mußte und die treue Anhänglichkeit der Bewohner desselben für sein Stammhaus kannte und deshalb einige Demonstrationen ihrer Seits befürchtete, so nahm er sich's vor, wiewohl seiner Gewohnheit zuwider, jenen Landstrich wahrend der Nacht zu durchziehen, bei welcher Gelegenheit die durch ein Feuer scheu gewordenen Pferde vom Fahrdamm abwichen und den Wagen in den Graben warfen. Aehnlichcn Unfällen wenigstens in dessen eigenen Staaten zu begegnen, hatte der Oberstallmeister die Veranstaltung getroffen, daß ein Königlicher Piqueur auf kurzen Distanzen dem Wagen voraneilen solle; allein der König verbat sich dies ernstlich, und nun blieb jenem für das persönliche Wohlstin des allgelicbten Herrn so besorgten patriotischen Staatsdiencr nichts übrig, als jenen Piqueur dem Monarchen unbewußt hinter dessen Wagen, jedoch außerhalb des Gesichtskreises, folge» zu lassen. Zn Seite ÄS. Erlaubten es die Umstände, dann verwandelte er nur zu gern in Gefängnißstrafe; besonders war dies der Fall, wenn es einer Verschwörung gegen seine Person, mit einem Worte, ein Majesiätsverbrechcn galt. Auf ähnliche menschenfreundliche Weist verwandelte er zur Zeit die gegen einige Verbrecher dieser Art verhängte Todesstrafe in Gefängnißstrafe, und erließ ihnen solche nicht allein nach dem Verlaufe von einigen Jahren, sondern setzte sie wiederum in ihre Acmter ein; durch welches milde Verfahren und durch welches große Vertrauen er sich wiederum bis in den Tod treuergebene Diener zu- 12 wendete; denn Vertrauen erzeugt bekanntlich Gegenvertrauen und Liebe. Dagegen empörte ihn die Gleichgültigkeit, mit welcher das Volk ähnliche Hinrichtungen zu betrachten pflegte, und machte bei der Gelegenheit, wo mehrere Feinde Fonk's, voll Freude über seine bekannte Vcrurthcilung durch die Assisen, ein Ballfcst veranstaltet hatten, seinen Empfindungen durch folgende Worte Luft: „Erschrecklich! sich darüber zu freuen, wenn ein Mensch „zum Tode verdammt wird." Zu Seite Als zur Zeit sein vortragender General-Adjutant, der gegenwärtige Geheime Kabinets- und Schatz-Minister v. Thile, wegen eines ihn in seinem Amtsbcrufe verletzenden Schreibens, dessen Verfasser forderte und sich mit ihm schoß, und nach dem Verlaufe des Zweikampfes den ganzen Vorgang dem Könige meldete und ihn zugleich wegen der Uebertretung des Gesetzes um Vergebung bat; so ließ der Monarch bei dieser Gelegenheit den Gesetzen ihren freien Lauf, und Herr v. Thile ward diesen getroffenen Maßregeln zu Folge als Ucbertreter der Gesetze zum Fcstungsarrest verurtheilt und nach Spandau abgeführt. Hatte der König hierdurch den Gesetzen auch volle Anerkennung widerfahren lassen, so konnte er andrerseits das ritterliche Betragen eines ihm so nahe stehenden, so thätigen und verdienstvollen Staatsdiencrs nur ehren, und daß er dieses that, geht aus der Art und Weise hervor, wie er ihn vor Ablauf der Feit seiner Haft entließ. Der König befahl nämlich, daß am Jahrestage der Af- faire bei La Fcre-Champenoise ein ähnliches Scheingefecht 13 in der Nahe der Hasenhaide ausgeführt, und Herr von Thile, der eine Rolle bei jener Affairc gespielt hatte, an diesem Tage von der Festung entlassen werden und jenem Manoeuvre beiwohnen sollte. Wie zart wußte der König ihm diese Strafe zu vergelten. Er hat ihm auch seitdem nach wie vor bis an sein Ende die größten Beweise seines vollen Vertrauens und seines Wohlwollens gegeben. Der Baron von Fraucndorf hieß eigentlich de la Rivallivrc Reignac, und nahm späterhin den Namen des ihm geschenkten Gutes mit dem Prädikate Baron von Frauendorf an. Er soll unter anderm An- thcil an der Entdeckung des frevelhaften Attentats, der beabsichtigten Aufhebung des Königs, gehabt haben. — Hippel erzählt in seinem obbenanntcn Werkes Folgendes von ihm: „Auch dem preußischen Cabinctte fehlte es „nicht an solchen Einverständnissen (hier ist nämlich die „Rede von den Einverständnissen, die der Kaiser Alexan- „der mitTalleyrand hatte), namentlich wurde der bekannte de la Rivaillöre Reignac de Frauendorf als geheimer Correspondent für die preußische Diplomatie bezeichnet, ob mit Recht? wagt der Herausgeber nicht zu „behaupten. Auch wird seine Erwerbung von Frauen- „dorf aus der Nothwcndigkeit, ihn angemessen zu belohnen, hergeleitet." Z» Seite ÄZS. Der ungewöhnlich starke Troß der Armee im Felde entzog ihr nicht allein, durch die Menge der so nöthigen Knechte, eine große Anzahl von Kombattanten, sondern *) Siehe S. 109 seines weiter oben angeführten Werkes. 14 erschwerte ebenfalls wegen der Menge der zum Transport der Zelte, der Offiziere und ihres Gepäcks, so wie aller zum Packerei-, Lazareth-, Proviant- und Mehl-Fuhrwesen nöthigcn Pferden, deren Verpflegung, und hemmte folglich deren Bewegung ungemein. Folgende Tabelle wird dem geneigten Leser einen Begriff von dem Bedarf einer damaligen Armee geben. Die alte Armee, welche damals aus 230,000 Manu bestand, bedurfte z. B.: 1) zum Transport der Zelte, Zelt- Knechte. Pferde. geräthe und Kochkessel . . . 3520 — 6618 2) zu den Brotwagen .... 1401 — 5604 3) für das Offiziergepäck . . . 2981 — 0053 4) - - Väckereiwefcn . . . 682 — 2063 5) - - Proviant- und Mehl- Fuhrwesen .... 3136 - 9280 6) - - Lazarethwesen nur . . 132 — 468 7) - - Registraturwcsen . . 26 — 66 8) - - schwere Kassenfuhrwesen 102 — 264 Summa 11989 — 33416 Die Verordnung vom 26. September 1818 rcgulirte endlich diese Angelegenheit und verringerte diesen Bedarf ungemein, durch welche Maßregel auch die erste Mobilmachung einer Armee minder kostspielig und sie selbst beweglicher wurde. Zu Seite S». „Es war ihm nicht möglich zu heucheln," — sagt Hippel*) — „daher er auch feinen persönlichen Unmuts) °) Desgl. S. 3U 15 „gegen Napoleon nicht verbarg, und den Frieden, durch „Alexander vermittelt, mit einer dem Ucbermuthe des „Siegers trotzenden Kalte annahm." „In der durch äußeres Mißgeschick nie gebeugten „Seele des Königs, und diese Eigenschaft war eine der „Grundlagen seiner Persönlichkeit" — sagt Hippel ferner — „stand wohl der Gedanke fest, sich dem übcrmü- „thigen Sieger nie freiwillig zu unterwerfen, selbst nicht „auf die Gefahr des völligen Untergangs." Auch hörte man selbst in Tilsit von bedeutenden französischen Offizieren, die Augenzeugen des Benehmens des Königs gegen Napoleon gewesen waren, sagen: „Er „habe sich gegen den Sieger als König betragen." Desgleichen ging er nach erhaltener Einladung zum Kaiser Napoleon nach Dresden im Jahre 1812, woselbst der Kaiser Franz und alle Fürsten des Rheinbundes sich um den damals noch allmächtig Erscheinenden versammelt hatten, erst in den letzten Tagen des Monats Mai, und traf acht Tage später als die übrigen Fürsten daselbst ein, und erschien selbst der dort herrschenden Eti- quette zuwider, nach üblicher Weise in Stiefeln. Ein abermaliger Beweis, wie wenig er dem Allmächtigen zu schmeicheln suchte. Napoleon zeichnete ihn bei dieser Gelegenheit vor allen andern Fürsten aus, allein er war späterhin dennoch nicht hochherzig genug, ähnliche edle Gesinnungen ganz zu würdigen, sondern war so kleinlich und trügerisch, daß er den Bedingungen des Tusitcr Friedens, wie Referent dies bereits zu bemerken Gelegenheit fand, eine weitere Ausdehnung gab, das Land, selbst nach geschlossener Allianz, auf eine unbegreifliche Weise drückte und dessen Bewohner bis 1K zur Verzweiflung brachte. Dieses Betragen Napoleons gegen Preußen, hat bereits der französische General Foy durch folgende Worte gewürdigt: „Napoleon war gegen „Preußen ohne Edelmuth und Mitleid." Zu Seite SV. Jener Vertrag vom 8. September 1808 kam wahrscheinlich nur durch den Umstand zu Stande, daß er sein Heer zur Besetzung Spaniens bedurfte. Zu Ende dieses Jahres räumten zwar die Franzosen die preußischen Staaten bis an die Elbe ein, ausgenommen die drei Festungen Küstrin, Danzig und Glogau, die sie als Unterpfand bis zur völligen Tilgung der Kriegsstcuer behielten, nachdem sie durch ihre Feldlager bei Meve und Char- lotteuburg und in Schlesien, das Land ganz unnützerweise ausgezogen hatten. Zu Seite tk?. Durch die getroffenen Einschrankuugsmaßregcln wurden unter andern sieben Domkapitel, sieben Kollegiat- stifte und etwa hundert und fünfzig Klöster aufgehoben, deren Kapitularen und Bewohner beiderlei Geschlechts aber von Seiten des Staats pensionirt oder vielmehr unterhalten werden mußten. Zu Seite S8. Scharnhorst machte allerdings so manche zeitgemäße Vorschlage zur Reorganisation der Armee, wie dies bereits der Referent im ersten Hefte seiner Beitrage :c. andeutete; allein derselbe darf es bei dieser Gelegenheit nicht verschweigen, welchen großen Antheil Friedrich 17 Wilhelm der Dritte an der Reorganisation des Heeres hatte, denn seit dem Jahre 1807 sind in demselben verhältnismäßig wenig wesentliche Einrichtnngen getroffen worden, die nicht mir unmittelbar vom Könige selbst angeregt, oder falls auch der Entwurf hierzu den Behörden zum Gutachten oder zur Ausführung übergeben ward, nicht auch vom Monarchen noch gründlich durchgearbeitet worden waren. Als Beispiel des hier Aufgestellten mag folgender eigenhändig geschriebene Aufsatz des Königs, den er angeblich wenige Tage nach dem Friedensschlüsse von Tilsit verfaßt, und in welchem er seine Gedanken über die Reorganisation des Heeres niedergelegt hat, dienen. Die meisten seiner Gedanken sind nach und nach in der Armee in's Leben getreten; und der Entwurf einer Normal- Schlachtordnung, von der Hand des Königs entworfen, die er bereits im Jahre 1807 in Memel zur Sprache brachte und im Jahre 1811 der Reglements-Commission zum Anhalt diente, und welche man in die Reglements vom Jahre 1812 im Wesentlichen unter dem Namen der Brigade-Aufstellung aufgenommen findet, ist in der dreißigsten Nummer des Militair-Wochenblatts, Jahrgang 1843, in einem Facsimile aufgenommen worden, in welchem man auch den nun folgenden Aufsatz, mit Noten vom Herausgeber desselben bereichert, antrifft. Die vom Könige nach einer kurzen vorangeschickten Einleitung entworfenen Punkte sind nun folgende: „1) Wird man vor allen Dingen die Offiziere, so „ihre Schuldigkeit offenbar nicht gethan haben, vom Diensie „ausschließen und nach Umstanden auf das sirengste zu „bestrafen haben." 2 18 „2) Solche, deren Betragen zweifelhaft geblieben, „zur Rechenschaft ziehen*)." „3) Könnte es wohl gerathen fein, bei Wicderher- „stellung der Armee, dieses Heer von invaliden Genera- „len, Stabs- und andern Offizieren, die thcils physisch, „theils moralisch oder an beiden zugleich invalide sind, wieder „ nach ihrem ehemaligen Rang und ihren Wurden einzusetzen ?" „4) Und wenn dieses nicht ist, da eine Abänderung „hierin zuverlässig nothwendig ist, wie wäre künftig das „Avancement in der Armee einzurichten, um nicht in den „alten Fehler zu verfallen?" ,,S) Würde mit dem Eintritte der Unadeligen nicht „eine Abänderung zu treffen sein, und solche mehr zugelassen werden müssen?" „6) Es würde ein richtigeres, auf neuere Erfahrungen gegründetes Vcrhältniß unter den verschiedenen Trup- „penarten festzusetzen sein, d. h. an Linien-Infanterie, an „leichter Infanterie, an Artillerie, Cavallerie zc." „Daß wir zu wenig wirkliche leichte Infanterie ha- „ben, ist wohl keinem Zweifel nnterworfen. Wie aber „wäre diese zu schaffen?" „Man könnte, was mir sehr thunlich und zweckmäßig scheint, noch zu jedem Rcgimente Infanterie ein Bataillon von gleicher Starke wie die übrigen als leichtes „Bataillon hinzufügen, welches einerlei Uniform trüge „und nur durch Kleinigkeiten zu unterscheiden wäre. Der „Vortheil hierbei ist der, daß man die zum leichten Dienst „qualifizirten Offiziere aus dem Regiments hierzu wählen, ') Der König hatte seinen Bruder, den Prinzen Heinrich K. H., an die Spitze der Untersuchungs-Commission gesetzt. 19 „und mit denselben, so wie mit den Mannschaften, wechseln könnte, wenn sie hierzu nicht tauglich befunden wür- „den; oder aber die sogenannte leichte Infanterie bliebe „gänzlich weg und die ganze Infanterie würde zu diesem „Dienst zugleich mit angehalten, wie solches bei den Franzosen der Fall ist. Jedes Regiment erhielte sodann „gleichfalls ein drittes Feld-Bataillon. —In beiden Fäl- „len gingen sämmtliche jetzige Füsilier-Bataillons ein und „würden den Linien-Regimentern zugetheilt." „7) Das Ein- und Ausländer-Rckrutirungssystem „würde ganzlich abzuändern und statt Negiments-Can- „tons größere Distrikte zu bestimmen sein, aus welchen „die verschiedenen Gattungen von Truppen zu ergänzen „wären, wobei mehr auf die Qualifikation für eine jede „insbesondere, wie zeither möglich, gesehen werden könnte. „Ein ctatsmäßiger Ausländer-Stamm nebst Werbegelder „würden wohl auf jeden Fall aufhören müssen." „Bei der neuen Canton-Einrichtung, die allenfalls „divisions- oder halbdivisionsweife nach den Armee-Di- „visionen cinzuthcilen wäre, müßten wenigere Epimirte „statt finden, und es wäre zu erwägen, ob die von dem „Rittm. v. Marwitz angeführten Ideen der Formirung „von Frcicorps, d. h. von leichten Truppen, nach seinen entworfenen Prinzipien, nicht zum Theil ausführbar wären." „8) Die Dislokation würde gleichfalls abzuändern „sein, um mehr die erforderlichen Gattungen von Trup- „pcn bei einander zu haben. Dieses zu erlangen, würde: „9) eine permanente Eintheilung in Divisionen in „möglichst gleicher Starke am natürlichsten fein, und hierwächst diese Divisions-Generale die zeitherigen Inspekteurs zu ersetzen haben. Die hieraus schon im Frieden 20 „entstehende Truppen-Verbindung hat unstreitig viel Gtl- „tes. Es versteht sich, daß im Felde die leichte Infanterie öfter besonders gebraucht wird, als bisher, eben so „die Cavallerie zusammenzuziehen und besondern komman- „dircnden Generalen zu übergeben ist, wenn es die Um- „stände erfordern." „10) Es erfolgt hieraus gewissermaßen von selbst, „die Haupteintheilung in verschiedene Armee-Corps, die „ein jedes aus mehreren Divistonen bestehen, und deren „vollständige Organisation zum Kriege schon im Frieden „sclbstständig einzurichten ist." „11) Die kurz vor dem Ausbruch des Krieges pro- „jektirte neue Formation der Infanterie auf 14 Fcld- „Compagnien kann unter den angeführten Umständen „noch sehr füglich realisirt werden." „Hiernach würden die Bataillone auf vier Compa- „gnien zu setzen und die Compagnie allmälig bis auf 170 „Feuergewehre zu angmentiren sein; drei Feld-Bataillone „ü vier Compagnien, wobei ein leichtes sein könnte, zwei „ Grenadier-Compagnien und eine Depot-Compagnie. — „Hierbei würde am Primaplan viel gewonnen, was in „diesem Augenblick, wo man auf Ersparnisse mehr als „je zu sehen hat, sehr vortheilhaft wäre, da die Stärke „der Regimenter hierbei keinesweges verliert." „12) Sobald aber bei der Rekrutirung weniger Epem- „ption statt findet, müßte mit den militairischen Strafen „eine Aenderung geschehen, und sie zwar eben so strenge, „aber weniger infamircnd anzuordnen sein, weshalb eine „Umänderung der Kriegs-Artikel vorzunehmen wäre." /, 13) In Ansehung der Bekleidung, so würde diese „zu simplifiziren sein, in der Art, wie sie bereits bei den 21 „Infanterie-Reserve-Bataillons eingeführt worden. Bei „der Infanterie divisionswcise mit gleichfarbigen Aufschlagen und Kragen. Die Achselklappen und Hut- „pufchel unterscheiden die Regimenter. Erstere sind auch „auf Offiziere und Unteroffiziere anzuwenden." „Ob in Ansehung der übrigen Armirung und Equi- „pirung der verschiedenen Waffen noch eins oder das „andere zu verbessern und zu vereinfachen wäre, muß ge- „prüft werden. Die Anschaffung der Mantel für die „Infanterie und der Ucberhofen für die Cavallerie von „granmclirtem festen Tuche ist hierbei das Wesentlichste, „weil die diesmalige beispiellose Winter--Campagne die „dringende Nothwendigkeit derselben gewiesen hat." „14) In andern Reichen, z. B. in Rußland, Oesterdeich und Frankreich, werden die Soldaten öfter in Friedenszeiten gebraucht, um damit große Arbeiten, als Fe- „stungsbautcn, Anlegung von Kanälen, Chaussee u. dgl. „corpsweife zu verrichten, welches ihnen als Dienst angerechnet wirb, und wobei sie einen verhaltnißmaßigen „Zuschuß erhalten. Ware eine solche wesentliche Sache „nicht auch hier einzuleite»? Die innere Oeconomie in „den Compagnien erlaubte dieses bisher nicht, aber sollte „mit dieser nicht ebenfalls eine Reform zu treffen sein? „Die Anschaffung der sogenannten kleinen Montirungs- „siücke zum Beispiel, die Einrichtung mit der Gage der „Freiwachter u. dgl. Der Compagnie-Chef müßte seine „hinreichende Gage erhalten, und mit allem diesem aber „weiter nichts zu thun haben." ,,1S) Daß die Verminderung und Vereinfachung der „Bagage bei allen Truppen-Gattungen eine sehr wesent- „licheSache sei, davon hat sich wohl ein jeder zu seinem 22 „Nachtheile, nach mehr aber, wie solches zum Nachtheil „des Ganzen wirkt, selbst überzeugt. Eine grünbliche „Bestimmung hierüber bleibt noch festzusetzen: „16) Daß jede Militair-Branche in sich an ihrer „Vervollkommnung, oder, besser gesagt, an ihrer Regeneration arbeite, und dem Nützlichen und Wesentlichen „alle übrigen alten Vorurtheile weichen müssen, ist höchst „wichtig; z. B. die Infanterie muß in Friedenszciten „sich im richtigen Schießen üben (ein Gegenstand, den „man nie hat beherzigen wollen) und hierzu hinlänglich Pulver und Blei gegeben werden. Die Artillerie „muß ihr Fuhrwerk und Affutage revidiren und leichter „einrichten lassen u. s. w. Auch würde es gewiß zweckmäßig sein, wenn die Compagnien nicht in zwei Batterien gctheilt waren, sondern solche in ganzen Com- „pagnien verblieben, wie solches bei den Russen der Fall „ist, auch die Knechte von den übrigen Kanonieren gekommen würden. Eine Veränderung mit der Regiments-Artillerie wird auch wohl nothwendig getroffen „werden müssen." „ 17) Das Verarbeiten der Montirnngs - Zuthaten „durch Soldaten in den Compagnien ist eine sehr wesentliche Sache, und hierbei der bisherige Zunftzwang „zu beseitigen." „18) Die wieder zn formirendcn Regimenter sollen „kcineswcgcs unter ihrer vorigen Gestalt (Firma) neu „formirt werden; sie sind als ganz neue Regimenter anzusehen, und nur die in Preußen gefochtenen, unaufge- „lös't gebliebenen, sollen als alte Regimenter beibehalten „werden und nach ihrer Anciennetät den Pas vor den „klebrigen erhalten. Vielleicht wäre hierbei eine Venen- 23 „nung der Regimenter nach den Provinzen, in welchen „sie garnifonirt, einzuführen." „19) Ob bei der Cavallerie gleichfalls eine andere „Organisation einzuführen wäre und die Regimenter hin- „führo auf acht Escadrons festzusetzen, wo alsdann etwa „bei jeder Division ein Cavallerie- (Kürassier- oder Dragoner-) und ein Husaren-Regiment einzutheilen wäre „(in Summa 16 Escadrons), bliebe zu erwägen. Von „jedem Kürassier- und Dragoner-Regiment, wenn selbst „es auf 5 Escadrons verbleibt, können sehr fuglich fünf „Offizierstellen eingehen." Hiernächst folgt die Berechnung des Etats eines Infanterie-Regiments von 14 Compagnien und eine Depot- Compagnie, ebenfalls von des Königs Hand. Nach diesem Etat sollte die Compagnie 15 Unteroffiziere, 2 Artilleristen, 3 Spielleutc und 170 Gemeine zählen, so daß das Regiment, bestehend aus 2 Grenadier-Compagnien, 2 Musketier- und 1 leichten Bataillon zu 4 Compagnien, die Starke von 2668 Köpfen, incl. der Stäbe, erreichte, die Depot-Compagnie aber nur 131 Köpfe stark würde. Hierauf folgen nun wiederum eigenhändige Bemerkungen des Königs: „Das dritte Glied wird durchgangig zum Schützen- Dienst gebildet und erhält hierzu die vorzüglichsten Ge- „wehre der Compagnie; 12 Unteroffiziere per Compagnie „erhalten gezogene Röhre, um sie da, wo es nützlich ist, „den besten Schützen der Compagnie zum Gebrauch zuzustellen. Drei Unteroffiziere, und zwar die 2 Flügel- „Unteroffiziere per Compagnie und der bei der Fahne „marschirende, erhalten Kurzgewehre. Die jetzigen Schüz- „zen gehen daher ganz ein, und sie erhalten künftighin 24 „auch kein weiteres Unterscheidungszeichen. Es versteht „sich von selbst, daß 20 bis 30 Mann außer dein ge- „wohnlichen dritten Gliede, welches künftig aus den ge- „ wandtesten Leuten und besten Schützen bestehen muß, „auch zu diesem Dienste angelernt werden müssen, um „den entstehenden Abgang mit dressirten Leuten besetzen „zu können." „Die vier Dcpot-Compagnien jeder Division förmigen in Fricdenszeiten ein combinirtes Bataillon; in „Kriegszeiten wird es damit so gehalten, wie es bereits „im Jahre 1806 projektirt wurde." „Durchgangig per Bataillon eine Regimcnts-Kauone, „macht per Brigade K Batterie zu 6 Piecen." „Eine Division besteht aus: „2 Grenadier-Bataillonen, „8 Musketier-Bataillonen, „4 leichten Bataillonen (zusammen aus vier Infanterie- Regimentern); „15 oder 20Eskadrons, oder auch 16 Escadrons, wenn „das Regiment zu 8 Escadrons; „eine 12psd. Batterie; „ eine Regimentsstückbatterie; „eine Batterie reit. Artillerie." Zu Seite tti». Daß jene Vorsichtsmaßregeln nicht überflüssig waren, ersehen wir unter andern aus einem Schreiben des Kaisers Napoleon an den General de la Riboisiere, vom 11. Mai aus St. Cloud datirt, in welchem er ihm den Auftrag ertheilt, einen hinreichenden Artillerie- Park zur Belagerung von Spandow und Colberg, be- 25 reit zu halten, und das zur Belagerung jener ersten Festung nöthige Geschütz alsdann zur Zeit aus Magdeburg zu ziehen; zur Beschießung der zweiten aber aus Stettin und Cüstrin zu nehmen, wobei er ihm zugleich an's Herz legt: „eis no ooulior son Loorot a per- „80NU0."^) Napoleon hatte bereits am 6. Januar desselben Jahres ein Schreiben aus Paris datirt, an jenen General erlassen, in welchem er ihm anbefiehlt, einen Belagerungstrain zur Bcrennuiig und Beschießung vou Grau- denz bereit zu halten, im Falle er mit Preußen zerfallen sollte. Er müsse aber diesen Befehl geheim halten, indem weder der Major-General der Armee noch der Kriegsminister selbst Kunde hiervon erhalten dürften; und schließt alsdann seine Epistel mit folgenden Worten: ,,^o vorm „rooommunclo czuo ootto lettre no soit lue clo czui ^uo „oo soit, et c^uo Io8 nom8 clo Lpanclau, clo LoikorZ et „60 ßlrsurlon^ no 8ortont pa8 eis vv8 inanm, our r>un8 „oo momonl, so 8ui8 klon uvoo la ?rU380." Zu Seite So ließ er unter andern denjenigen Eigenthümern von Buden, die bei dem Brande der Pctrikirche bedeutende Verluste erlitten hatten, 3000 Thalcr aus seiner Chatouille anweisen, und bei seiner Rückkehr aus Preußen den Armen der Residenz Verlin ein Geschenk von Siehe: Ooi'rospondnilov ilibdiw cle I'I^mzioreni' avvo lo vo»iin»iiil»nt en eliot do 1'ai lilloiio de I-i ^raudu xeud»nt Ics eain^-i^iios 18UV vu 1810 et 18!1 eil ol 1812 cu Rnsslo. 1'ai ^dricu 1'asv»!, tturis 1813 26 8000 Thaler einhändigen. Im Jahre 1830 ließ er bei der Vermahlung des Prinzen Albrecht von Preußen, wegen eingetretener Thenerung, die Hoffcste einstellen und das hierzu bestimmte Geld den Armen zu Berlin und Potsdam anweisen. Ferner, der Provinz Preußen, die durch Kriegsdrangsale so viel gelitten hatte, ließ er im Jahre 1816 drei Millionen Thaler anweisen und das Jahr darauf auszahlen; und als kurze Zeit darauf Mißwuchs insbesondere die Rhciuprovinzen heimgesucht hatte, wies er denselben zwei Millionen Thaler zum Ankauf von Roggen und andern Comesiibeln an. Der Referent mußte ein eigenes Buch schreiben, wenn er alle ihm bekannt gewordene Falle von Wohltha- ten, die unmittelbar vom Könige selbst ausgingen, hier anführen wollte. Zu Seite 4t. Der Ertrag seiner Domaincn betrug, nach Hippel's Angabe *), 3,700,000 Thaler jahrlich. Er thcilt uns nämlich Folgendes hierüber mit: „Der König beschränkte „den Bedarf seines Haushalts auf 2Z Millionen Thaler, „die zugleich zur Unterhaltung aller prinzlichcn Hofstaaten w. hinreichten. Es wurden dazu unter der Benennung Kron-Fidei-Commiß, die Einkünfte aus Do- „mainen der alten Provinzen bestimmt, die stets für das „Eigenthum der Königlichen Familie gegolten haben. „Sie gewährten einen Ertrag von 3,700,000 Thalcr. — „Es ließ sich hiernach, indem der König nur 2,500,000 „Thaler davon annahm, von den Revenuen, auf die er *) Siehe S- 155 seines obenvcnanntcn Werkes. 27 „persönlich Anspruch hatte, ein Geschenk für den Staat „von jährlich 1,200,000 Thalcr berechnen." Eben so musterhaft war seine Sparsamkeit in keiner eigenen Ausrüstung zum Feldzugc von 1813, denn sich gestattete er nur einen halben Wagen, auf welchem alle seine persönlichen Bedürfnisse untergebracht waren, und schwer war er zu bewegen, dem Kronprinzen den Wagen und die maßige Pferdezahl eines Stabsoffiziers zu bewilligen. Die Zahl der Pferde für das ganze Königliche Gefolge stieg nicht über 200, wahrend der Kaiser Alexander deren 800, und der Kaiser Franz gar 2000 gebrauchten. Zu Seite 4T. Welchen Zug von Menschenfreundlichkeit übte er nicht gegen einen hohen verabschiedeten Stabsoffizier aus, der durch einen außer aller Berechnung liegenden Unglücksfall unverschuldeter Weife um sei» ganzes Vermögen gekommen war, und sich in Folge dessen nach Potsdam zurückgezogen hatte. Der König ließ ihn nämlich eines Tages nach Sanssouci zur Tafel einladen, und als er ihn beim Nachhaufegehen wie zufällig auf ein hübsches Haus, außerhalb des Thorcs gelegen, aufmerksam machte, und ihn fragte, ob es ihm gefiele und ob er wohl in solchem wohnen möchte? und der unglückliche Offizier hierauf sein Wohlgefallen über solches äußerte, so sagte ihm der König, baß er ihm solches schenken wolle, damit er wenigstens seine letzten Lebcnstage im Genüsse der schönen Natur sorgenlos zubringen könne. Die Ucberraschung des Beglückten läßt sich kaum beschreiben. 28 In Friedrich Wilhelms des Dritten Charakter fanden sich gar viele und treffliche Eigenschaften vereint, die aber bei ihm nur mit Mäßigung und Glcichmuth gepaart sich bei vielen Gelegenheiten kund gaben. Berührte z. B. irgend Jemand aus seiner nächsten Umgebung eine erfreuliche oder betrübende Nachricht, dann konnte man versichert fein, falls solche zu feiner Kunde kam, daß er dem Vekheiligten die zartesten und wohlwollendsten Beweise von Theilnahmc gab, denn es schien, als theile er mit einem Jeden derselben Wohl und Weh, Freud' und Leid; ja dessen Theilnahmc ging selbst so weit, daß er die auf dem Abend-Rapporte gemeldete Ankunft irgend einer jenen verwandten oder befreundeten Person, mit freundlicher theilnehmender Miene verkündigte und zuweilen hinzufügte: „Ich freue mich, sie zu sehen." Zu Seite 44. Er bevorzugte in feiner Unparteilichkeit keinen Stand, und ließ sich hierüber, kurz nach seiner Thronbesteigung, folgendermaßen in einer Verfügung gegen den Minister v. Schrötter aus: „Bei mir gilt Gleichheit vor dem Gefetz, und der geringste Unterthan hat den Werth der Menschheit; „und wenn er treu und gehorsam ist, so hat er gleich „dem Vornehmsten auch Recht auf Schutz und Sicherheit seiner Person und feines Eigenthums." Zu Seite 4?. Er ließ z. B. seinen ältesten Sohn, von aller kleinlichen Eifersucht frei, in allen Zweigen der Staatsregic- rung, die möglicherweise den Berufskrcis eines künftigen 29 Königs berühren können, einweihen. So ward z. B. der Thronerbe in einzelnen Zeiträumen gleichzeitig commandiren- der General in Pommern und Statthalter dieser Provinz'; desgleichen Mitglied des Staatsrathes und des Staats- minisierii. Er war ferner Vorsitzender bei der Commis- sion zur Begründung der Provinzialstände und wohnte allen Vortragen der Central- und Gesetzgcbungs-Instanzen bei, und nächstdem wurde selten etwas Wichtiges, ohne seinen Rath zuvörderst einzuholen, zur Vollziehung gebracht. Z» Seite 48. Um das Andenken der unvergeßlichen Königin Luise zu ehren, stiftete der König, kurz nach dem Befreiungskriege, für diejenigen Frauen, deren Hülfe den Kriegern zu Theil geworden war, den Luisen-Orden, der ohne Rücksicht des Standes vertheilt werden sollte, und der noch heutigen Tages die Brust der Fürstin so wie der schlichten Handwerksfrau ziert, so wie noch jahrlich am Ordensfefte ein Ausschuß von diesen Ordensdamen mit an die Königliche Tafel gezogen wird. Friedrich Wilhelm der Dritte erließ bereits am 28. November 1797, also kaum acht Tage nach seiner Thronbesteigung, folgende denkwürdige Ordre, durch welche er sein Volk von der Willkühr der Beamten, oder vielmehr vereinzelter Staatsdiener, befreien wollte: „So bekannt mir auch ist, daß bei den sämmtlichen „Departements, Kammern, Regierungen u. s. w. viele „äußerst brave, arbeitsame und fähige Menschen ange- „ stellt, und daß gemäß dessen auch die Geschäfte bisher „betrieben wurden, so ist mir auch im Gegentheil nicht 30 „entgangen, daß sich verschiedene andere Subjecte darunter befinden, die nichts weniger als vorbenannte, gute „Qualitäten besitzen und ihre Schuldigkeit nicht gehörig „observiren, woraus dann wiederum zu folgern, daß nicht „allemal so gehandelt worden, als es zu erwarten gewe- „scn. Da nun aber ein dergleichen Verfahren in's „Künftige durchaus nicht mehr gelitten werben soll, und solche unnütze Brotesser dem Staate nur „mehr schaden als nützen, so werden sämmtliche Dcpar- „tements-Chcfs, Präsidenten u. s. w. aufgefordert, wenn „sich dergleichen unbrauchbare Subjekte in ihren rcspck- „tiven Departements finden sollten (woran nicht zu „zweifeln, wenn ohne alle Parteilichkeit verfahren wird), selbige zu notiren und davon eine Liste „höheren Orts einzureichen, bei welcher dann im Kurzen „die Ursache der physischen und moralischen Untauglichfeit anzumerken, auch wie sie am Besten unterzubringen „oder gänzlich zu entlassen; denn es ist nothwendig, daß „auch hier ein Unterschied zu treffen, indem, zumal bei „wichtigen Stellen, keine unbegabte und ihrem Posten „nicht gewachsene Subjekte füglich gelitten werden kön- „ncn, aber vielleicht sonst gut und ehrlich und einem „minder wichtigen Posten ganz gut vorzustehen im Stande „sein, dahingegen ganz unbrauchbare, physische und moralische, erstere, wenn sie infirm und unbegabte, mit „einer mäßigen Pension zu verabschieden, letztere, als die „moralisch unbrauchbaren aber, zumal, wenn sie Beweise „von niedrigem Interesse oder Schmutz gegeben haben, „oder ihre Schuldigkeit aus Faulheit nicht gclhan, oder „sonst ganz unbrauchbar sind, sofort zu entlassen. Denn „es ist besser, daß ein einzelnes Individuum leide, als 31 „daß das Ganze dabei zu Grunde gehe oder merklich „leide. — Für die Eingaben repondircn die Eingebcr. „Sollten hierbei Menschlichkeiten oder Parteilichkeiten vorkommen, so ist der Eingeber unter die Zahl der unbrauchbaren Mitglieder zu rechnen, wird also auch eine dem- „gemäße Behandlung zu erwarten haben. Wenn aber „dergleichen Subjekte nicht augenblicklich auszumerzen, so „wird dcuiuiigeachtet denen respcktiven Departcmcntschefs, „Präsidenten u. s. w. auf's Neue und Schärfste aufgegeben, jederzeit nach Pflicht und Gewissen und dem von „ihnen geleisteten Eide getreu zu verfahren, sich der Ge- „schäftc mit Eifer und Thatigkeit anzunehmen, und un- „ ermüdet darauf zu passen, daß ein Gleiches von ihren „Untergebenen geschehe, so daß Alles, vom Obern bis „zum Niedern, wie eine Kette an einander hange und in „einander greife. Der Obere ist schuldig, auf den Dienst „seines Untergebenen zu sehen und ihn mit Ernst und „Strenge dazu anzuhalten. Der Staat ist nicht reich ge- „nug, um unthätige und müßige Glieder zu besolden; „wer sich also dessen schuldig macht, wird ausgestoßen, „und sind hierzu keine große Umstände und Prozeduren „nothwcndig, sobald die Sache ihre Richtigkeit hat; denn „der richtige Geschäftsgang kann nicht eines unwissenden „oder unthätigen Individuums wegen gehemmt werden. „Das Wohl des Ganzen darf bei einer regelmäßigen „Regierung nicht leiden, und dieses kann nur da angc- „ troffen werden, wo Thätigkeit und Ordnung herrscht, „wo das Recht eines Jeden mit Unparteilichkeit ent- „ schieden wird; daß dies geschehe, darauf muß unermü- „det gewacht und gehalten werden. Der Obere muß „seine Untergebenen immer scharf im Auge haben und 32 „ihnen nicht die geringsten Winkelzüge oder Untreue ungeahndet durchgehen lassen. Wenn dieser Gang erst „recht eingeführt ist, so wird, wie ich hoffe, mit Gottes „Hülfe das Ganze gehörig zusammengehalten und vergaltet werden können. Auf dieses Alles werde ich mit „der größten Genauigkeit wachen, den redlichen, wackern „Mann jederzeit hochschätzen und auszuzeichnen bemüht „sein, so wie ich den, der seiner Schuldigkeit nicht gehö- „rig nachlebt, dafür ansehen und nach Maßgabe der Um- „ stände mit Strenge, aber mit Gerechtigkeit zu bestrafen „wissen werde, wonach sich ein Jeder zu achten und vor „Schaden zu hüten, und ist dies meine ernstliche und be- „siimmtc Meinung. Hiernach hat sich das Etats-Mini- „sterium selbst zu achten und diese meine eigenhändige „Ordre durch die einzelnen Dcpartementschefs an die Präsidenten ergehen zu lassen." Zu Seite TN. Wie sehr dem Herrscher an der Liebe und an dem Vertrauen seines Volkes gelegen war, geht aus folgender Verordnung hervor, die er in der Absicht erließ, um sich von den etwanigen Beschwerden seines Volkes in Kennt- niß zu setzen, und selbst den höchsten Beamten die Möglichkeit zu nehmen, auf irgend eine Weise zu hintergehen. Dieser Verordnung zufolge sollten: „1) Alle an den König eingehende Briefe numerirt und „eine diesfallsige Liste beigelegt werden; (es kann „demnach kein Brief unterschlagen werden.)" „2) Wenn die Weitläuftigkeit der Eingabe einen Aus- „zug möglich macht, so muß mit dem Auszuge die „Original-Bittschrift vorgelegt werden (damit der 33 „der König vergleichen könne, ob die Wunsche des „ Volkes ihm in ihrem ganzen Umfange durch seine „Rathe bekannt gemacht worden)." „3) Den Bescheiden, die dem Könige jedesmal zur Unterschrift vorgelegt werden, müssen auch zugleich „die vom Könige selbst geschriebenen oder diktir- „ten Dekrete beigelegt werden (damit der König, „noch ehe er unterschreibt, vergleichen könne, ob „der Sekrctair, welcher den Bescheid ausgearbeitet, den Willen des Königs verstanden und deut- „lich ausgedrückt habe)." Auf diese Weise kamen alle Beschwerden unmittelbar zu Händen des Königs, und war er alsdann hierdurch in den Stand gesetzt, da, wo es dringend nöthig war, gleich selbst einzuschreiten und Abhülfe zu leisten. Daß der Monarch durch diese menschenfreundliche Maßregel ungemein behelligt und seine Zeit hierdurch sehr in Anspruch genommen ward, laßt sich leicht begreifen; allein dessen ungeachtet las er jeden Brief, so wie jedes ihm übersandte Memoire selbst, strich die Haupteontenta an und überwies solche alsdann den respektive« Kabinetsvor- standen zum nahern Vortrage. Wie sehr er sich alsdann meistens mit dem Inhalte jener Schreiben identificirt hatte, geht unter andern aus dem Umstände hervor, daß er, falls der vortragende Geh. Kabinetsralh oder der General-Adjutant Etwas, das ihm schlagend zu sein schien, ausließ, er mit der Bemerkung daraus zurückzukommen pflegte: „Sie haben das anzuführen vergessen." Er benutzte aber jeden arbeitsfreien Augenblick zur Durchlesung der so zahlreich eingegangenen Briefe und Denkwürdigkeiten über alle Zweige der Staatsverwaltung. 3 34 Befand er sich auf Reifen oder im Auslande, so wurden ihm solche nachgeschickt. Im ersten Falle pflegte er sich alsdann, im Nachtquartier angelangt, auf einige Zeit in sein Kabinct zurückzuziehen, hier die einstweilen eingegangenen Depeschen und Privatbriefe durchzulesen und solche alsdann jenen beiden Vorstanden des Civil- und Militair- Kabincts zum Vortrage zu überweisen, welcher alsdann nach Zeit und Umstanden einen oder ein paar Tage darauf Statt fand, und dann, wie dies im Vaterlands selbst üblich war, beantwortet wurden. Wie zahlreich diese Correspondenz mitunter war, davon hatte Referent, der das Glück hatte, den Monarchen einige Male auf Reisen zu begleiten, Gelegenheit, sich zu überzeugen; denn als er z. B. eines Abends unterwegs sich auf eine gute Stunde in sein Kabinet zurückgezogen hatte, trat er ziemlich erhitzt in das Versammlungszimmer und sagte: „Ich habe so „eben gegen 200 Briefe erbrochen," und wirklich war der ganze Fußboden feines Kabinets mit den hingeworfenen Couverts derselben bedeckt. Ein Umstand, der aber nicht wenig dazu beitrug, diese Art von Geschäftsgang, besonders im Auslande, zu erschweren, veraulaßte die oft sehr unbescheidene Zudringlichkeit der dortigen Eingcbornen, die gar mancherlei, oft sonderbare Bitten vorzutragen hatten; denn so erhielt zum Beispiel der König wahrend seines ersten Aufenthaltes in Paris einen Brief von einem Franzosen, der ihn demü- thigst bat, ihn mit einem Orden zu begnadigen, ganz unbefangen hinzufügend: „st czuunci ya vs sersit c^us la „pstits eroix eis ksr," welches Gesuch aber, wie natürlich, abgewiesen wurde. 35 Zu Seite Ä4. Daß aber der König den Kirchenbesuch und die Predigt allein nicht für hinreichend hielt, die Sittlichkeit zu befördern, darüber spricht er sich unter andern bei der Gelegenheit, wo er einen Geistlichen belobt, der die Widersetzlichkeit seiner Gemeinde auf eine schickliche Weise zu verhindern gewußt hatte, folgendermaßen aus: „Die rechtschaffenen Geistlichen müssen den Umfang ihrer Berufs- „ pflichten nicht ans die engen Grenzen der Kanzel beschranken und bedenken, wie das Wohl und Weh ihrer „Gemeinde ihnen einen für Volk und Staat gleich wohltätigen Wirkungskreis schaffen soll." Zu Seite ÄV. Wie sehr Friedrich Wilhelm der Dritte die Königliche Macht überhaupt dem Recht unterordnete, beweist das Edikt, wodurch er befahl, daß in sämmtlichen Festungen des preußischen Staats Untersuchungen angestellt werden sollten, um zu ermitteln, ob sich etwa unter den dortigen Gefangenen auch dergleichen befanden, die zufolge bloßer Kabinets-Ordres im Kerker büßen müßten. Aehnliche Gefangene sollten alsdann sofort ihrer Haft entlassen werden. Der König verordnete ebenfalls, daß die Gesetzbücher den seit ihrer Publikation eingetretenen Veränderungen angepaßt werden sollten. Ferner sollte die ganze allgemeine, materielle und formelle Gesetzgebung des preußischen Staats geprüft, daneben aber zugleich die Partiku- lair-Gesetzgebung von fast hundert vormaligen besondern Ländern erforscht und festgestellt werden. Wie zahlreich 36 die wahrend seiner segensreichen Regierung erlassenen weisen und bewahrt gefundenen Gesetze und Anordnungen waren, geht bereits aus einer chronologischen Ucbersicht der allgemeinen, die ganze Monarchie betreffenden Edikte hervor, die uns ein ehemaliger geachteter Veteran der Justizverwaltung mitgethcilt hat*). Zu Seite Ä8. Als nach dem abgeschlossenen Waffenstillstände sich mehrere Fcuerköpfe unzufrieden darüber äußerten und die Möglichkeit, ihn zu brechen, nur zu gern in's Leben gerufen haben würden, sprach sich der König nach üblicher Weife mit dem gewohnten Scharfblick, der Alles richtig zu würdigen verstand, folgendermaßen hierüber aus: „Alle, „die mit diesem Wassenstillstand Unzufriedenen werden, „wenn er zu Ende geht, mit ihren Kriegsansialten noch „nicht fertig fein und die Verlängerung desselben wünschen." Und der Herr hatte abermals Recht, denn alle Theile waren nunmehr damit einverstanden, ihn bis zum 16. August zu verlangern; denn der Mangel an Munition, an Waffen, Sattelzeug, welche Gegenstande nicht vor dem Monat Julius beschafft werden konnten, so wie die noch zu erwartenden russischen Erganzungstrup- pen, die vor diesem Termin nicht gut eintreffen konnten, machten die Verlängerung jenes Waffenstillstandes noth- wendig. Er gewahrte uns folglich große Vortheile, wäh- *) Siehe hierüber einen Aufsah des quicscircndcn Chef-Präsidenten AlSlcben in der Nr. 7 der Beiträge zum Ccntralblatt der preußischen Juristen, betitelt: Ueber die Verdienste des Königs Friedrich Wilhelms III. in der Gesetzgebung. 37 cnd Napoleon nur Schaden davon hatte, wie Referent dies späterhin darzuthun bemüht sein wird. Zu Seite Denn bei einem Uebernmthe, wie ihn Napoleon an den Tag legte, konnte man dessen Untergange früher oder später entgegen sehen, und bis zu einem solchen günstigen Zeitpunkte mußte man die Staatskrafte aufsparen. Wenn also durch das Eintreffen dieses so sehnlichst erwarteten Vertrags auch einerseits ein banger Augenblick beseitigt ward, so wurden andererseits durch dessen Inhalt unseriu Vaterlande nicht geringe Opfer und nicht wenig Leiden vorbereitet; denn wenn man auch die Stellung eines Hülfscorps von 20,000 Mann, deren Ausrüstung bereits alle Finanzmittel erschöpfte, als das kleinere Uebcl betrachten konnte, so mußte die in solcher ab- gcdrungencn Versprechung, die Verpflegung eines Heeres von beinahe 600,000 Mann und gegen 200,000 Pferden bestehend, wovon zwei Drittel ihre Richtung durch West- u»d Ostpreußen nach Wilna nahmen, und nur einen geringen Theil von Ober- und Nicdcrschlesien unberührt ließen, dem Lande um so mehr zur Last fallen, als alle Vorrathc nur gegen Quittungen geliefert werden mußten, und die so feindselig gegen Preußen gestimmten Verbündeten noch Vieles, besonders Pferde und Schlachtvieh, gewaltsam fortschleppten. Zn Seite <»E». Wie gewissenhaft der König seine einmal eingegangenen Verpflichtungen zu halten pflegte, geht unter andern aus dem Umstände hervor, daß er den Seitens Na-- 38 poleon's vier Tage nach der Schlacht von Eylau vorgeschlagenen Waffenstillstand, so wie die vortheilhaftcsten Friedensbcdingungen nicht annahm, sondern kurzweg erklarte, daß er seinen Verbündeten bis zum letzten Augenblicke treu bleiben und sich nur dem allgemeinen Frieden anschließen würde. Wahrend des Vordringens der Russen nach Preußen hatte zwar der Minister Stein, als russischer Bevollmächtigter, und mit ihm gleichzeitig der Genera! Aorck, der für Preußen handelte, eine Aufforderung zur Bewaffnung des ganzen Landes ergehen lassen, worauf sie die preußischen Stande mit der Bemerkung an den König verwiesen, daß ihnen hierüber keine selbstständige Beschlußnahme gebühre. Diesem zu Folge wurde nunmehr der Oberst Graf Dohna, ein Bruder des gleichnamigen Ministers, von Seiten der preußischen Stande zum Könige nach Breslau mit der Ancrbietung von 20,000 Mann völlig gerüsteter Landwehr, welche die Provinz stellen wollte, gesendet; welche patriotische Ancrbietung der Monarch auch dankbar anerkannte. Auf diese Weise wurden von allen Seiten die zersplitterten Kräfte wieder gesammelt und Alles im Falle der Noch zu einem Kampfe auf Tod und Leben vorbereitet. Zu Seite Der Staatskanzlcr folgte dem Könige zwei Tage später nach Breslau, nachdem jedoch zuvor eine Regierungs- Commission, aus den Ministern Grafen v. d. Goltz und v. Kircheisen, so wie aus den Geheimen Staatsräthen v. Schuckm a n n und v. B ülow, eingesetzt worden war. Eben dahin folgten nach und nach der österreichische Ge- 3S sandte, Graf Zichi), und der französische Gesandte, Graf St. Marfan. In dieser so wichtigen Hauptstadt Schlesiens trafen gar bald, von dem regsten Patriotismus durchdrungen, mehrere namhafte militairische Notabilitäten und andere gefeierte Namen von allen Weltgegenden zusammen, als z. B. Blücher und Scharnhorst, Gneisenau aus England, Boyen aus Rußland, Grolman, Mufft ling, Rühle w. aus andern Gegenden, um für den König und für das Vaterland Gut und Blut zu opfern. Hier wurden nun die Waffen geschmiedet und die Anordnunzen erdacht, durch welche das Verlorne wieder errungen, und aus dem Zerstückelten wiederum ein Ganzes hergestellt werden sollte. Zu Seite Der Drang zu den Freiwilligen, selbst aus den gebildetsten Standen, war so bedeutend, daß deren Zahl sieben Tausend bald überschritt. Mütter und Schwestern, so wie verlobte Jungfrauen munterten ihre Söhne, Brüder und Bräutigame auf, für den König und das Vaterland zu kämpfen; denn Kant's Lehre: „daß die Pflicht „aus Schuldigkeit ohne Rücksicht auf Genuß, Gewinn „oder Belohnung, erfüllt werden müsse," hatte, Vielen unbekannt, dennoch tiefe Wurzeln in ihren Herzen geschlagen. Die allgemeinste Begeisterung hatte alle Stände, beide Geschlechter und Individuen jeden Alters ergriffen, und Opfer jeder Art wurden auf dem Altare des Vaterlandes niedergelegt. Altpreußen stellte unter andern ein trefflich berittenes und ausgerüstetes National-Caval- lerie-Regiment von zehn starken Schwadronen, unter der 40 Anführung des Grafen Lehndorf, das fast nur aus Söhnen großer und kleiner Landbesitzer, auf eigenen Pferden reitend, bestand; und Schlesien ein anderes, unter dem Grafen Henkel von Donners mark, welches jedoch, da diese Provinz lange der Tummelplatz der Heere gewesen und folglich sehr erschöpft war, erst auf zwei, und beim Ablaufe des Waffenstillstandes auf vier Schwadronen gebracht werden konnte. Nachsidcm gingen von allen Seiten alle nur mögliche disponible Mittel zur Organisirung des Heeres ein, als z. B. Pferde, Zeuge, Silberzeug, nebst noch so manche Jahrhunderte hindurch reservirte Familien-Kleinodien, ja selbst schöne Haare von Jungfrauen, die sonst Nichts darzubringen hatten. Am 10. Marz, als am Geburtstage der verklarten Königin Luise, stiftete der König das eiserne Kreuz, dessen Gestalt und Sinnbild ganz aus feiner eigenen Idee hervorgegangen ist. Das Material sollte wahrscheinlich an die eiserne Zeit der Gegenwart, und das auf solchem angebrachte Eichenlaub fammt Ctiftungstag an die unvergeßliche Luise erinnern, deren Andenken nur zu ritterlichen Thaten anfeuern konnte. Hatte Friedrich Wilhelm der Dritte schon damals den Luisen-Orden zur Anerkenntniß und Belohnung weiblicher Tugenden und Verdienste um das Vaterland gestiftet, dann wäre die Zahl der Kapitularen wahrhaft Legion geworden, denn die Beispiele jeder Art der uneigennützigsten Aufopferung an Gut und Blut auf dem Altare des Vaterlandes und am Krankenbette der Vaterlandsvcrtheidigcr, ohne irgend eine andere Aussicht auf eine Belohnung als die des Gewissens und des eigenen Bewußtseins, Gutes gethau zu haben, waren so grenzenlos, daß, falls man sie alle auf- tl zählen wollte, man einen starken Band damit anfüllen könnte. Der Referent, der viele ahnliche Beispiele von Vaterlandsliebe gesammelt hatte und solche in Gemeinschaft mit dem seligen Staatsrath und Leibarzt des Königs l)r. Hufeland in einem besonder« Blatte zur Kunde des größern Publikums bringen wollte, kann versichern, daß viele Jahrhunderte der alten griechischen und römischen Geschichte zusammen genommen kaum so viele Zuge von Uneigennützigkeit und Vaterlandsliebe aufzuweisen haben. Er theilte zur Zeit in Breslau, mit Genehmigung des Staatskanzlers, dem in dessen Burcaux angestellten Hofrath Hcun (als Schriftsteller und Novellist auch unter dem Namen Clauren bekannt) mehrere ähnliche Züge mit; allein dessen bald hierauf erfolgte Abreise aus jener Stadt brachte das Werk ins Stocken. Zu Seite VS. Ueber den angeblichen Verfasser dieses Aufrufes ist gar Vieles gefabelt worden. Referent wird aber dasjenige mittheilen, was Herr v. Hippel uns wohl als geltende Autorität in feinem fraglichen Werke darüber sagt*): „Als man in der Mitte Marz eines Abends über das „von Ancillon sehr gründlich ausgearbeitete Manifest sich „in großer Verlegenheit befand, weil es mehr ein Muster „vortrefflicher Kanzclbcrcdsamkcit als des Geschäftsstyls „darstellte, und dem würdigen und berühmten Verfasser „sein Manuscript nicht füglich zurückgegeben und eben so „wenig duüch ein anderes ersetzt werden konnte, warf Eiche: S. 70 seiner weiter oben angeführten Beiträge :c- 42 „einer der Anwesenden (nämlich Hippel) die Bemerkung hin: „daß Preußen, nach allen der Welt bekannten Vorsangen, sich in so augenblicklichem Rechte befinde, „daß eine einfache öffentliche Anrede an das Volk „genüge» werde. „Diese Aeußerung ward günstig aufgenommen und besonders von Gneifenau, dem endlich alle beitraten, gebilligt. Der König genehmigte den Vorschlag, wie den „einen Tag spater vom Herausgeber entworfenen Auf- „ruf." „Die Ehre der That" — sagt Hippel ferner — „gehört keinem Andern als dem verklarten Erhabenen, „der den Gedanken der Volkserhebung faßte und hegte, „den Aufruf befahl, genehmigte, vollzog." Die Inschrift des Landwehrkreuzcs: „Mit Gott für König und Vaterland" ist ebenfalls persönlich vom Könige vorgeschrieben worden, nachdem er die vom Staatskanzler gewählten und schon gedruckten Worte: „Wehrlos, ehrlos!" mit der Aeußerung verworfen hatte: „Wie kann eine Klasse von Männern für ehrlos „erklärt werden, denen Amt, Alter, Krankheit und viele „andere sehr triftige Gründe, die Waffen zu führen nicht „gestatten?" Im Monat Juli besuchte der König seine treue Hauptstadt Berlin, woselbst er Alles beruhigte, alle Civil- und Militair-Angelegenheiten selbst leitete, und alle künftige Operationen mit Nachdruck vorbereitete; und am 11. und 12. desselben Monats fand er sich mit dem Kaiser Alexander, dem Kronprinzen von Schweden, mitVlücher, Hardenberg und Knesebeck in Trachenberg zusam- 43 wen, woselbst der Feldzugsplan gegen Napoleon verabredet ward. Von nun an war er von seinem Heere unzertrennlich, theilte dessen Mühseligkeiten und Gefahren, feuerte durch seine Gegenwart dessen Muth an, und trug nicht wenig zu dessen Beharrlichkeit, so wie zu dessen Siege bei. Die Schlacht von Culm ward bekanntlich durch ihn eingeleitet, denn seinem Scharfblicke war es nicht entgangen, daß man es verhindern müsse, daß Vandamme sich der Höhen von Tepliz bemächtige, widrigenfalls, wenn Napoleon ihm Hülfe sendete oder selbst nacheilte, die Folgen hiervon für die Verbündeten unberechenbar waren. Er ermuthigte daher die russischen Divisionen, unter ihren tapfern Anführern Eugen von Würtemberg und Ostcrmann - Tolstoi, den muthig begonnenen Kampf gegen die große Uebermacht des Feindes fortzusetzen, wahrend er bemüht war, noch österreichische Truppen heranzuziehen, und dem Kleistschen Corps, welches über den Gepcrsberg in das Teplizer Thal hinabsteigen sollte, Verhaltungsbefehle zukommen ließ. Eben so wurde der Entschluß zum Angriff bei Bar sur Aube durch Friedrich Wilhelm den Dritten veranlaßt, der zugleich, nach Grolman's Angabe*), die russischen Feldjäger selbst in's Feuer geführt haben soll. Nicht minder war Alles, was der König in den ersten Tagen nach seinem Einzüge in Paris in Beziehung auf Napoleon und die Bourbonen gethan hat, seinem alleinigen Entschlüsse zuzuschreiben, indem weder Hardenberg noch Metter- Siehe dessen Geschichte des Fcldzuges von t814z herausgegeben vom Obcrst-Licut, v, Damitz. Th. II S. 445 ff. 44 nich bei der Einnahme von Paris gegenwärtig waren; denn der erstere traf erst am '7. oder 8. April aus Dijon in jener Metropole ein. Eben so wird seiner taktfesten, die Zukunft abwägenden Besonnenheit zugeschrieben, daß die Kaiserin von der Regentschaft, die sie für ihren Sohn heischte, ausgeschlossen ward. Diese Thatsachcn sprechen daher abermals für seine Besonnenheit und die Richtigkeit seiner Ansichten, das er aber jedoch, wie der Referent dies bereits bei mehreren Gelegenheiten bemerkte, nur dann geltend machte, wenn eine wichtige Entscheidung für das Wohl seines Volkes ein solches Hervortrete» und folglich die Verläugnung seiner Bescheidenheit heischte. Der König schloß hiernächst mit den Kaisern von Rußland und Oesterreich, ohne die Zuziehung irgend eines Ministers, den sogenannten heiligen Bund, der eine Garantie für die Erhaltung des Friedens sein sollte, und den er auch durch seinen Einfluß zum Heile Euro- pa's und besonders unsers deutschen Vaterlandes zu erhalten wußte; denn Friedrich Wilhelm der Dritte war es bekanntlich, der im Jahre 1829 den Frieden von Adrianopel vermittelte, und eben so gelang es ihm nach dem Ausbruche der französischen Revolution und der polnischen Insurrektion, die nächst der ausgcbrochenen Cholera seine ganze Aufmerksamkeit von Aachen an bis Saarbrück und von Mcmcl bis Plcß, so wie seine materiellen Kräfte stark in Anspruch »ahmen, den Frieden zu erhalten. Am 9. November des Jahres 1824 schloß der König mit der Gräfin Auguste v. Harrach, aus einem der edelsten Geschlechter des österreichischen Kaiserhauses, eine morganatische Ehe, bei welcher Gelegenheit er seine Ge- 45 mahlin zur Fürstin von Liegnitz erhob. Die Vermahlung seiner beiden ältesten Tochter und die immer mehr und mehr in's Leben tretende Selbstständigkeit seiner Sohne hatten eine Lücke im taglichen Kreise seiner Familie gelassen, die um so drückender für ihn werden mußte, als er, nach dem am 19. Juli 1810 erlittenen herben Verlust und beim Vorrücken im Alter, das Bcdürfniß der Annäherung und Mitthcilung in Freud' und Leid, in der Erhebung und Erholung, nach dem schwierigen Berufe des Tages, in einem weiblichen Gcmüthe, dringend fühlte. Lange stand er an, bevor er sich zu der Wahl einer tugendhaften Gattin entschließen konnte; denn hatte er auch bereits das sechste Dccenninm angetreten (denn er zahlte S4 Jahre), so hatte dennoch der kräftige, mit männlicher Würde und Schönheit so vortheilhaft ausgestattete Fürst die Wahl unter allen im Purpur geborenen ebenbürtigen Fürstentöchtern gehabt; allein er wollte dem Staate keine Königliche Wittwe, keine neue Erben seiner Krone mit Königlichen Hofstaaten und Apanagen hinterlassen, und wählte daher den Ausweg einer morganatischen Ehe, die abermals mit dem gewohnten Scharfblick und der ihm angebornen Weisheit zu Stande kam, denn Auguste von Harrach war ihm nicht nur eine liebevolle Pflegerin, die ihm durch ihre Tugenden und liebenswürdigen Eigenschaften den Herbst seines Lebens bis an sein Ende zu verschönern, sondern sich auch durch ihre sorgsame Pflege ans seinem Schmerzenslager und ihr bescheidenes Auftreten und taktvolles Benehmen, die Achtung sammtlichcr Mitglieder seiner Familie, so wie auch dessen ganzer Umgebung zu gewinnen wußte; welchem Benehmen Friedrich Wilhelm der Dritte in seinem 46 letzten Willen auch durch folgende Worte die größte Gerechtigkeit widerfahren ließ: „Unter die letztern (nämlich die frohen und wohlthuen- „ den Ereignisse) aber rechne Ich insbesondere die herzliche Liebe und Anhänglichkeit und das Wohlgelingen „Meiner geliebten Kinder, fo wie die besondere unerwartete Schickung Gottes, Mir noch in meinem fünf- „ken Deccnuium eine Lebensgefährtin zugeführt zu Halen, die Ich als ein Muster treuer und zärtlicher An- „ hänglichkeit anzuerkenne» Mich für verpflichtet halte." Für feine Weisheit bei dieser Wahl bürgt wohl auch mit der Umstand, daß er eine Deulfchgeborne, die sedoch dem preußischen Vafallcnstandc nicht angehörte, erwählte, indem er hierdurch zuvörderst deutsche Sitte und Zustände ehrte, und hiernächst alle Einmischung irgend eines Un- tcrthanen in feine Familienangelegenheiten beseitigte. Kraft feines letzten Willens, der in jeder Beziehung so viel Herzerhebendes in sich faßt, war er auch nach seinem Ableben für sein Land und so manche seiner treuen Diener, durch Vermächtnisse und Legate sehr mannigfaltiger Art, noch wohlthätig nachwirkend. Friede feiner Asche!