Nachrichten über das Geschlecht von Zehnten 1206 bis 1906. Genealogische Nachrichten über das Meißnische Uradelsgeschlechi vmi Zehuwn 1206 bis 1906. Von H. M. von Zehmen. Als Manuskript gedruckt. Dresden. Druck von Wilhelm Baensch. 1906. Am ZI. März 1206 kommt, soviel uns bekannt, das Geschlecht von Zehmen zum ersten Male urkundlich vor. Neujahr wurde beschlösse», die Wiederkehr dieses Tages Heuer, nach 700 Jahren, zu feiern. Demnach hat Verfasser bis Mitte Februar dieses Schriftchen zusammengestellt, um die seit Generationen gesammelten Nachrichten über das Geschlecht vor gelegentlichem Untergange zu bewahren, s. S. 4. Der Verfasser. Inhalt. Seite Allgemeines 1 Einzelne Personen in frühester Zeit 4 Stamm zn Zehmen, Probst-Deuben, Stöhna, -s 1626 6 Stamm zn Muckern, s 1631 13 Der Westpreußische Zweig, s- 1636 20 Die von Zehinen zu Jmnitz, Löbschütz, Zwenkau, 5 1570/71 28 Stamm zn Oeltzschan 32 Ältere, Volkmarsche Linie, s 1321 33 zu Oeltzschau, Kemmlitz, Köhra, s- 1799 34 Steinbach, Muckern, Kreudnitz, s 1768 54 Hainichen, Kemmlitz, Muckern, Beucha, Brauswig, Gestewitz, Thierbach, Schinon, Cobrow, 5 ca. 1821 37 Das (jüngere) Haus zu Kötzschwitz, Gr.-Peße (?), Kahnsdorf, Weißbach, Nöbdenitz, Probst-Deuben 58 Pöltzig, Frankenhausen, Lauterbach, Nobitz, Ponitz, Lohma, Wendischleuba, auf dem Polhofe und zu Carthause, s 1725 62 zu Eichstüdt, Kreuth usw., s- 1821 67 Das alte Haus zu Kötzschwitz und Gestewitz 74 Die von Zehmen in Thüringen, -s 1640 73 Jüngere, Adolphsche Linie zu der Neidecke, Neumühl, Clodra, Weißendorf, Silbitz, Markersdorf, Lauterbach 81 Stauchitz, Weißig, Biela, Ober-Wutzschwitz, Nieder-Steina, Schleinitz, Petzschwitz, Graupzig, Gödolitz, Seegeritz, Schmölln 99 auf dein Trachenberge, zu Techuitz, Johannisthal 112 Zschippach, Belgershain, Köhra, Lindhard, Neuensalz, Zobes 101 Das Hans zu Delitzsrlz (schon 1349), Lista, Spüren, Kölsa, Thnran, Mölx nsm., -s 1739 136 Das Haus in der Mark, seit 1412 145 Anhang 151 1 Allgemeines. ft)as schon 1206 urkundlich vorkommende Meißnische Ur- adelsgeschlecht von Zehmen nennt sich unstreitig nach seinem 1596, 13. Mai, verkauften Stammgute Zehmen bei Leipzig. Der Brauch, sich nach dem Besitz zu nennen, kam beim niederen Meißnischen Adel um das Jahr 1200 aus und man kann natürlich aus diesem angeuommenen Ortsnamen weder auf die Nationalität des Besitzers schließen, noch auf dessen Verwandtschaft mit Personen ähnlichen Namens, welche lange vorher gelebt haben; z. B. kommen 1184 Hugo von Heucke- walde (deutscher Ort) und Heinrich von Pöltzig (slawisch) als Brüder vor. Also alle Angaben über Herkommen aus fernem Osten, oder Ahnen in grauer Vorzeit sind Fabeln. Das Geschlecht wird auch geschrieben: Czemyn, Tzemen, Scymen, Cema usw. usw. Andererseits wird es verwechselt, willkürlich identifiziert mit den Geschlechtern: Edle von Zehmen, von Zehmann (Zehmen) in Bayern, von Seemen, von Seben, von Zeben, Zehrer von Rambsenthal, von Ziemietzki, Wzele, Habdanker usw., namentlich aber von Zwehmen (Zweymen). Dieses Geschlecht besaß Kötzschlitz, was mit dem von Zehmenschen Kötzschwitz oft egal geschrieben wurde, und erwarb Zehmensche Güter, welche dann wieder an die v. Z. zurückkamen. .2 Das Wappen ist von Schwarz und Silber geschacht, mit (zwei) blauen Querbalken belegt; wie geschacht und wie belegt, ist je nach dem Handwerker oder Künstler ausgefallen, sogar falsche Farben sind geführt worden. Die Helmzier zeigt ebenfalls zufällige Abweichungen, aber auch absichtliche Verschiedenheiten. Das älteste bekannte Siegel, von 1415, zeigt den Helm mit einem Turme, auf diesem eine Kugel, mit fünf schmalen Federn besteckt. Das Anhaltifche Haus v. Z. führte den Turm mit der Schildfigur belegt, gekrönt und mit drei Federn besteckt. Die Stämme zu Zehmen und Oeltzschau führten den Helm ohne Turm, gekrönt oder ungekrönt, bald mit drei, bald mit fünf Federn besteckt; ebenso aber immer mit sechs Federn der Stamm zu Muckern nebst seiner westpreußischen Linie. Jetzt wird der Schild möglichst damenbrettartig geschacht und mit zwei blauen Querbalken belegt; der Helm hat schwarzsilbernen Bausch oder ist gekrönt; von den darauf steckenden fünf Federn ist die mittlere blau, die nächsten sind silbern und die äußeren schwarz. Die Helmdecken sind schwarz und silbern (Wappenfarben). Ein Freiherren-Wappen hat es nicht gegeben; das Wappen auf Fabian II. Grabstein ist das Ehewappen seiner Eltern. Kaiser Maximilian verlieh 1576 dem Bruder und den Söhnen des ch Woywoden Achatz I. den Reichsfreiherrenstand, ihr Haus erlosch 1636 im Mannesstamme. Kurz bevor 1673 die letzte Tochter dieses Hauses, S. 27, starb, verhandelte mit ihr der damalige F. Sachsen-Jenasche Page Georg Ernst v. Z., S. 64, in der Absicht aus Förderung. Sehr entgegenkommend wünschte sie zwar herzlich gern, daß das Zehmische Haus allhier wieder möchte fundiret werden, durch das vorgeschlagene Medium lasse es jedoch die Beschwerde der Zeit nicht zu usw. Dennoch müssen spätere Verhandlungen zu einer 3. Übertragung des Reichsfreiherrenstandes auf Georg Ernsts Nachkommen geführt haben, sonst hätte nicht sein Enkel, der Fürstbischof Johann Anton, die Erhebung in den Reichsgrafenstand mit den Worten ablehnen können: mnKis 8k nntiguos Barones, gnnm ersntv8 novilsr b?omitk8, nö8timnrs. Dem Wirkl. Geh. Rate und Kammerherrn Ludwig E. V. v. Z. wurde 1891, 15. August, der erbliche Freiherrenftand von Sr. Maj. dem Könige Albert verliehen; der Mannesstamm ist aber schon 19V0 erloschen. Die Zusammenstellungen über die Genealogie des Geschlechts bei König, Zudler, Schanze usw. sind so fehlerhaft, als die Angaben in modernen Nachschlagewerken. Von dem westpreußischen Zweige heißt es da einmal: „hielt sich fast ganz zur Polnischen Herrschaft und Krone"! Dabei wollte sich Achatz „lieber erwürgen lassen, als die polnischen Statuten annehmen" und seine Söhne nahmen Christburg den Polen mit Waffengewalt weg. Richtig sind die Artikel im Gothaischen Taschenbuche und bis ans wenige Druckfehler im Brünner Taschenbuch und dem Jahrbuch des deutschen Adels. Der Domherr Carl Christoph v. Z. hat 1796 eine wertvolle Sammlung von Nachrichten und Urkundenabschriften hinterlassen, die sein Neffe Carl v. Z. wesentlich vermehrte. Von Ersterem dürfte die auf Kosten der Richtigkeit zusammengestellte Gesamtstammtasel herrühren. Letzterer hat merkwürdigerweise die Beifügung einer grundfalschen „Genealogischen Nachricht" zur Standrede für seinen Vater (Schanze, 1832) zugelassen. Während das alte Weißendorfer Archiv mit an den Pachter verkauft worden ist (s. Bunte Bilder a. d. Gesch. von Triebes), dankt das zu Nenensalz dem sel. Freiherrn Ludwig v. Z. die Abschriften der meisten in Stauchitz gesammelten Urkunden. 4 Die nachfolgenden Blätter geben nur kurz wieder, was sich in Neuensalz demnach an Nachrichten findet. Das ist bei allen Angaben zu berücksichtigen, namentlich auch bei den negativen, wie: „wird nicht weiter erwähnt", „ist unbekannt" usw. Eine alte Bezeichnung für die Personen durch einen großen Buchstaben (Generation) und eine Zahl ist, wo nötig, hier beibehalten, da sie für dieses anspruchslose Heft noch genügt, obgleich auch hinsichtlich der Generationen manches berichtigt worden ist. Einzelne Personen des Geschlechts in sr ich eil er Zeit. Unter Ludwig dem Frommen sollen mehrere v. Z. 1189 am Kreuzzuge teilgenommen haben. Die erste bekannte urkundliche Person ist Fridericus de Cemin, welcher 1206, 31. März, in einer Urkunde des Markgrasen Dietrich als Zeuge genannt ist. 1209 soll einer v. Z. auf dem Wormser Turnier mit gewesen sein. 1272 wird Heidenreich von Cemin im Pleißnerlande genannt, 1274, 9. Januar, Conradus als Eidam des Joh. v. Syden; 1279, 29. April, ist wohl derselbe C. erwähnt, und 1279, 12. März, übereignete Landgraf Albrecht von Thüringen den Brüdern des deutschen Hauses zu Altenburg Ich Hufe zu Schlauditz, welche ihm zu diesem Zwecke Conrad v. Z. milss aufgelassen hatte. 1283 war Hermannus de Cemin milas Zeuge, 1284 kommt Albertus de Cymen in Meißen urkundlich vor. 1291 Conradus de Zempn, milss, desgleichen als Zeuge des Markgrafen, 1295 ebenso. 1307, 25. April, war C. v. Z. Schiedsrichter im Osterlande zwischen Landgraf Dietrich und Markgraf Friedrich. 1311, 21. Januar, ist er zuletzt genannt. s 1315 ist in einer Katzenellenbogenschen Urkunde genannt Arnalt v, Zeme (et. 1307 .4rn0l«ln8 bnr8ariu8, Albertus esllnrins, Iratros clsOeima, s.orä. Dioe^.UranäMdnr^.) —1321 steht Vllocls cl« Oammin enm sno soeio: 3'/^ 4'ul. iin Verzeichnisse der Kriegskosten der Herzöge von Pommern gegen Brandenburg, 1331, 19. April, kommen Thpmo und Conradus als 3. und 4. und 1331, 31, August, Hermann als letzter von acht Zeugen des Burggrafen Otto v. Leisnig vor. — C. war auch 1333, 1334 Zeuge und 1346, I.Februar, Geifert, S. 136, mitOrtil, seinem Vetter, Zeuge des Hans v. Dewin. — 1349, S. 6. — 1350 (nur?) soll Eberhard de Czempn „heimlicher Rath Landgr. Friedr. d. Streng." als Zeuge im Copial 29. 106^ genannt sein, und 1351 Heinrich v. Z. in einer Urkunde des Thomasklosters zu Leipzig. — 1353 ist Czema als Notar des Herzogs Albrecht von Oppeln genannt. — 1379 Goczo Czem in Polen — 1396, 1. Mai, Herman v. Z. als Zeuge des Ritters Chph. v. Maltitz auf Kawertitz. Es folgen nun die drei Hauptstämme zu Zehmen, zu Muckern und zu Oeltzschau, welche ihren gegenseitigen Zusammenhang schon 1586 nicht mehr kannten, auch wohl im Wappen abwichen, und die Zweige in und um Delitzsch (schon 1349) und in der Mark (seit 1412). Es blüht nur noch der Oeltzschauer Stamm in seiner jüngeren, Adolphschen, Linie. Der Stamm zu Zehmen, ch 1626. Die älteste bekannte Belehnung mit Zehmen erteilte Markgras Friedrich 1349 an Drtlinus dc Zcemin, dem er 2 Hufen, den Hof und 6 Gärten nebst der Mühle zu Zehmen verlieh, gleichzeitig auch Güter und Zinsen zu Engelsdorf, Rüben, Krostewitz, Dreyskau und Grechwitz, und an Conradus dc Zerium, welcher das weitere Drittel der Mühle zu Zehmen nebst Gütern zu Krostewitz, Kröbern und Rüben erhielt und von dem vielleicht der Stamm zu Oeltzschau herzuleiten ist, bei dem sich nachmals das einzelne Mühldrittel zu Zehmen befand, S. 75. O. ist schon S. 5 genannt. Später werden erwähnt: Hans und Nickel, Gebrüder, beide zu Zehmen gesessen, welche 1415 Probst-Deuben vom Domprobst zu Merseburg zu Lehen bekamen, und Dtto, Hans und Nickel, 1. 2. 3., S. 13, Gebrüder, welchen 1431 die gesamte Hand an 4 Hufen Land und 2 Acker Holz zu Zehmen und an Lehnstücken zu Stöhna, Zeschwitz, Jmnitz, S- 28, Zwenkau, Touse (?) Thalschütz, Bettschütz (Petschau?) und Malschütz (Maschwitz?) vom Bischof von Merseburg bekannt wurde, ferner Hans, ^ Grschwilker: Dtto, Na., verm. von Heinitz, (? Anna, verm. Stange). Hans, 1445 auf Zehmen, bis gegen 1447 auch aus Kröbern und 1473 auf Probst-Deuben, diente den Burggrafen Georg und Hugo von Leisnig und war 1481 tot. Dtto, Haus' Mit- und Nachbesitzer in Zehmen und wohl auch Probst-Deuben, hatte gedient wie dieser, stiftete nach Hans' Tode einen Altar zu Zehmen 1481/1495 und starb 1497. Söhne: siehe unten. ^ war Mutter der 1481 genannten Hans und Nickel von Heinitz. Anna, die spätestens 1439 sich mit Gerhard Stange auf Ober-Molwitz vermählte, kaun eine Schwester der Vorigen gewesen sein. Söhne Von Otto. 7. Melchior, 8. Palnrarpus und 9. Hans 8 wurden 1497 an Jmnitz mitbelehnt und erhielten (ohne Melchior?) 1503 die Herzoglichen Lehen zu Zehmen (Hof, Vormerk usw.), Rüben, Predel, Deszemnr, Nauendorf und Geyszwitz, und mit Melchior, der danach nicht mehr genannt wird, 1504 die Bischöflich-Merseburgischen zu Zeschwitz, Stöhna, Zwenkau, Predel, Dechwitz, sowie das zum Vorwerk gehörige Niederholz und die Preyssat; alles Lehen, welche ihr Vater hinterlassen hatte. 8. Polyearpus besaß Probst-Deuben, starb 1527/1531 und hinterließ eine Witwe Namens Dorothea; Tochter: siehe unten. 9. Hans auf Zehmen erbte vom Bruder Probst-Deuben und starb 1540/1546. Vielleicht war seine Gattin Margarethe, welche 1548 mit einer Tochter Mechelth um Bevormundung bat, aber vom Kurfürsten an Merseburg gewiesen wurde. Tochter von Polyrarpus, 1'. 8. Margarethe, welche 1531 durch ihren Gatten Dippold von Schönfeld vertreten wurde, scheint eine Tochter von P. gewesen zu sein und ist jedenfalls diejenige Margarethe v. Z., welche 1567 im August zu Würzen starb als Witwe des 1560, 2. Dezember, aus L. verstorbenen D. v.Sch. auf Löbnitz, Belgershain, Leulitz und Wölkau. Kinder von Hans. ?. 9. ? Mechelth, siehe beim Vater. Dietrich aus Zehmen 1546 und Probst-Deuben, starb 1561 /1564 und war zweimal verheiratet. Vielleicht war Barbara 1590 seine Witwe. 9 k. Kinder von Dietrich. Töchter I. Ehe, hatten 1565 zu Vormunden Ernst v. Schön- feld zu Belgershapn und Wendel v, Draschwitz zu Wiederau. Töchter II. Ehe, desgleichen Joach. v. Leimbach zu Merse- bnrg und Abrah. v. Breitenbach zu Böten. Chph. v. d. Pforte, Casp. v. Maltitz und Amm Rechenberg, Witwe, hatten Forderungen für Unterhaltung von Töchtern des D. v. Z., zu denen gehört haben können: 8. Margarethe, 8 a. Martha, Seite 18, 9. Barbara, welche 1585, 3. Juni, Paten von Tobias v. Z. waren, Barbara, verm. an August von Berbisdorf, Magdatcnc, 1616 in Stöhna, Seite 18, Kntharinc, 1595, Katharinc verm. von Zehmen, Seite 17, Anna Marie verm. von Böldewigk, Seite 18, 10. Dietrich auf Zehmen, siehe unten. 11. Tobias auf Probst-Deuben, siehe unten. 10. Dietrich wurde 1567 in Leipzig immatrikuliert und verkaufte 1596, 13. Mai, Zehmen Schulden halber für 10600 fl. (8300 fl.) an Hch. Rothhanpt. Er lebte dann in Stöhna, wo er ledig 1619, 11. Februar, starb und liegt in Zwenkau. Revokations-Prozeß um das Stammhaus Zehmen. Moritz Bastian v. Z., II. 37, der seinerzeit mit dem Kurfürsten außer Landes gewesen war, hatte nicht in den Verkauf gewilligt, wohl aber die Lehen beständig weiter genommen. Ansprüche konnte er erst erheben, als des Verkäufers Haus 10 erloschen war, also 1626; aber schon 1628 starb Moritz Bastian selbst. Den von ihm begonnenen Prozeß setzte sein Sohn Hans Bastian, ck. 23, sort. In 10 Jahren zu damaligen Zeiten erreichte er nichts; 1638 starb er, nachdem er kurz vorher dem Advokaten eine Anzahl Dokumente ausgeantwortet hatte. Diese waren mit des Advokaten Hause verbrannt, als sein Sohn Hans Bastian, X. 21, den Prozeß wieder aufnahm. Unmündigkeit und Kriegszeit hatten die Verjährung aufgehalten, aber die nötigen Dokumente waren nicht mehr zu beschaffen und Hans Bastian scheint, nachdem er 1678 wiederum ein abweisendes Urteil erhalten hatte, den Prozeß aufgegeben zu haben. 11. Tobiao auf Probst-Deuben war 1562, 30. Oktober, geboren, starb 1614, 4. Juni, aus P. und hatte sich um 1584 mit Anna von Zehmen a. d. H. Muckern, S. 18, verheiratet. Seiner Schlauheit in Lehenssachen wegen nannten ihn die Vettern: Reinecke. Er suchte so gut für sein Haus zu sorgen — und wie bald sollte es trotz seiner vielen Kinder erlöschen! tt. Seine Rinder: 7. Tobias auf Probst-Deuben, Letzter des Stammes, siehe unten. 8. Dietrich, auch geboren 1585, 3 Juni, starb 1586, 12. Dezember. 9. Anna (Marie) verm. von Zehmen, siehe unten. 10. Hans Dietrich, geboren 1589, 10. Juni, starb 1601, 8. August, an roter Ruhr. 11. Maria, geboren 1592, 22. August. 12. Melchior, geboren 1594, 9. Juni, starb 1601, 5. September, an Wassersucht. 11 13. Willibald, geboren 1597, 21./25. Juni, starb 1618, 20. August, auf P. 14. Sabine, geboren 1599, 5. September. 15. Magdalcnc, verm. von Venediger, siehe unten. 16. Anna, angebt, verm. Metzsch, siehe unten. 17. Ursula, geboren 1606, 21. Januar. 7. Tobias auf Probst-Deuben war 1585, 3. Juni, geboren und zwar, wie alle diese Geschwister, auf P. Er war in Meißen auf der Schule, wurde 1599, 16. Juli, als Exspektant beim Domstift Merseburg eingetragen und vermählte sich mit Anna Maria von Böltzig a. d. H. Brachstädt, die um 1597 geboren war und 1620, 18. Oktober, auf P. starb, ohne einen Sohn zu hinterlassen. Tochter: siehe unten. T. war ein „statlicher Literatus" und starb, als Letzter des Stammes zu Zehmen, 1626, 20. Oktober, worauf Probst-Deuben an Hans Georg v. Z, (4.3, auf Muckern und Jmnitz fiel, der auch alle seine Sachen erbte,S.17. 9. Anna (Marie) war 1589, 10. September, geboren und starb 1648 oder 6. März 1649 zu P., worauf sie 20. Juni in Zwenkau beigesetzt worden sein soll — wohl verwechselt mit einer Gedächtnisfeier. Sie war vermählt mit (Johann) Christoph von Zehmen, (4. 26, auf Sporen, der 1621, 20. November, starb, S. 18. 15. Magdalcnc war 1602, 20. Januar, geboren und starb, nachdem sie 1632 (1633?), 22. September, sich mit Georg von Venediger auf Sporen verheiratet hatte, 1643, 6. März. Ihr Gatte war 1589, 27. Januar, geboren und starb 1662, 31. Mai. Er hatte aus einer früheren Ehe mit Brig. von Zwehmen eine Tochter, 12 Christiane Marie, welche 1654, 6. Dezember, Wolf Ernst von Zehinen, 4. 29, auf Thurau heiratete, und in 3. Ehe nahm er 1644, 6, Oktober, Magdalene von Zehmen, H. 57, a, d. H, Spören, S. 141. 16. Anna. Caspar Metzsch, Hzgl. Hofmarfchall und Hauptmann zu Weimar und Amtmann zu Plauen, mit den? sie vermählt gewesen sein soll, starb schon 1564, 11. November, zu P, und seine Witwe 1522; es muß also ein Irrtum vorliegen. I. Tochter von Tobias. 1. Magdalcnc, welche 1631 zu den Erben von Hans Georg v. Z,, C. 3, auf Muckern gehörte, scheint eine Tochter dieses Tobias gewesen zu sein. Der Stamm zu Muckern. Muckern war Merseburger Stiftslehen mit Herzoglichen (Kurfürstl.) Beistücken zu Rüben, Oeltzschau usw. Letztere u. a. wurden 1427 den Gebrüdern Mo, Nickel und Hans v. Z., C 1—3, zu Muckern gesessen, zu Leheu gereicht, vielleicht denselben, welche um diese Zeit beim Stamme zu Zehmen, S. 6, genannt sind, und auch dieselben, von welchen 1410, 18. Mai, Otto, der wegen Selbsthilfe gefangen gesessen hatte, unter Bürgschaft seiner Brüder Hans und Nickel und des Ludolph von der Säle den Landgrafen von Thüringen Urfehde schwor. Mo wurde 1432 von Merseburg belehnt mit „villa Mockeryn mit Weßen, eckern und was dazu gehöret, Item 1 Fischerey", und war 1440 tot. Hans und Nickcl haben vielleicht das Haus Jmnitz, S. 28, begründet und Hans kann der Vater des „Junge Hans" gewesen sein, der 1556 Nachbesitzer von Christoph v. Z. auf Muckern wurde. 0. Olkos Kinder. 1. Nickcl. 2. Hans. 3. Christoph? (?) Dorothea, verm. von Dobenczsch. 14 1. 2. Nickel und Hans erhielten 144V Dalitzsch und Petschau usw. von Merseburg gemeinsam zu Lehen und verkauften diese Dörfer um 1443 an Fritzsche und Erig v. Etzilsdorff, wobei ihr Vater Otto genannt ist. 3. Christoph war Nachbesitzer von Otto, L. 1, also wahrscheinlich dessen Sohn. Nachdem er gestorben war, gelangte „Junge Hans" v. Z. in den Besitz von Muckern. Conrad, Hans und Nickel v. Z. Gebrüder (Stamm zu Oeltzschau) fochten ihn an, der Kurfürst schützte ihn, sonst wäre Muckern geteilt worden. Aber gerade die Kurfürstlichen Beistücke scheinen von Chph. v. Z, an Markart von Milan gefallen zu sein, da sie Junge Hans v. Z. diesem abkaufen mußte, während er die Mersebnrger Lehen ohne weiteres erhalten zu haben scheint. Dorothea, 1451 Peters von Dobenczschen Hausfrau, welche einen Bruder Nickel und einen Vetter Nickel v. Z. hatte, und Leibgut zu Gasch- witz, Dobenczschen und Jninitz erhielt, S. 28, kann eine Tochter Ottos gewesen sein. Junge Hans war seinem Namen nach zu schließen wohl der Sohn eines Hans, wohl v. 2 oder O 3. Er starb 1481/1497 und scheint mit Einer von Tippach verheiratet gewesen zu seiu, weuu der westpreußische Zweig von ihm abstammte. Seine Kinder: 1. Christoph, starb 1504/1509. 2. Sicgmund. 15 3. Nickel. 4. Melchior. Töchter, in Westpreußen. (?) Elisabeth, verm. von Trotha. Die Söhne erhielten 1497 einen Merseburger Lehnbrief über Muckern. 2. Sicgmund wird 1497, 1503, 1504, 1509 genannt und verpfändete 1510 Zinsen von Dreyskau, was er nebst den herzoglichen Beistücken von Muckern in brüderlicher Teilung erhalten haben mag und dann nebst wüst Schönberg und Wiesen bei Rüben und Muckern verkaufte Er starb 1517/1521 anscheinend ledig. 3. Nickel soll der Stammvater der westpreußischen Linie, S. 20, sein und wird ohne Andeutung von Abwesenheit mit seinen Brüdern 1497, 1503,1504 genannt, nicht aber 1509, wo seine angeblichen Söhne Achatius und Fabian bei der Lehnsnahme an seine Stelle traten — wenn der vorliegende alte Aktenauszug richtig ist. 4. Melchior auf Muckern, 1497 nebst seinen Brüdern daselbst gesessen, erhielt es mit ihnen von Merseburg zu Lehen. Die vier Gebrüder verpfändeten 1503 dein Dome zu Merseburg 3 Rhfl. Zinsen auf Dorf, Sattelhof, Vorwerk usw. zu Muckern; 1504 erhielten sie Merseburger Mit- belehnung mit ihren Vettern zu Zehmen an Gütern usw. zu Zesch- witz usw., und ohne Nickel verpfändeten sie 1509 dem Bischof zu Merseburg 6 Rhfl. Zinsen zu Muckern, was Melchior nun wohl allein annahm und wovon er 1514 wieder 6 Rhfl. verpfändete. Die Beistücke erbte er erst von Siegmund und 1522 erhielt er sie zu Lehen. Er soll mit Margarethe von Weise verheiratet gewesen sein und starb mit Hinterlassung eines Sohnes 1540/1541. 2 16 Elisabeth, verm. von Trotha, aus dem Hause Muckern wird genannt und könnte dieser Generation angehören. Töchter, als Schwestern von Nickel genannt, sollen gleich diesem nach Preußen ins Ordensland gekommen sein, S. 20. Sohn von Melchior, L. 4. 1. Willibald auf Muckern. Er leistete 1551 Abbitte wegen Verweigerung des Zuges gegen Magdeburg, diente 1553 mit 1 Pferde und gehörte 1565 zu den Vormündern der Vettern zu Zehmen. 1571 (1572?) starb er am 1. Adventsonntage laut Grabplatte in Gr.-Petschau. Ebenso 1604, 22. Juni, seine 81jährige Witwe Anna von Seydewitz. Vielleicht war er vorher verheiratet gewesen mit Juliane, Tochter von Hans von und- Kitzscher und Mg. v. Harras. Georg v. K. war Vormund der Töchter. v. Seine Kinder. 1. Melchior ans Muckern oberen Teils. 2. Wilhelm, verkauft Muckern unteren Teils, erbt den oberen Teil. 3 Hans Georg auf Jmnitz, Muckern oberen Teils und Probst- Deuben, starb als Letzter des Stammes zu Muckern 1631. 4. Anna, verm. an Tobias von Zehmen. Na. 1573. (?) Willibald, geboren und mit 3 Wochen 1563 verstorben, laut Grabplatte zu Gr.-Petschau. 17 1. Melchior erhielt 1573, 22. Juni, Lehensindult vom Kurfürsten bis Michaelis. In der Teilung fiel ihm Muckern oberen Teils zu. Er starb Mittwoch vor Michaeli 1592 (1594?). Seine Grabplatte in Gr.-P. gab das Alter auf 57 Jahre 8 Tage an. Seine Witwe Katharine, geb. von Zehmen, vielleicht aus dem Hause Zehmen, starb zu Rötha 1599, 21. August. Ihre Grabplatte ist dort in der oberen Kirche. Söhne scheint Melchior nicht hinterlassen zu haben; das Lehen fiel dem Bruder zu. 2. Wilhelm war 1559, ca. 31. Januar geboren, wenn er — genau wie der Bruder!? — 57 Jahre 8 Wochen alt geworden und 1616, 8. Februar, gestorben ist, wie seine Grabplatte deutlich erkennen ließ. Ihm fiel Muckern unteren Teils (das Vorwerk) zu und er verkaufte ihn 1598, 30. September, unter dem Namen Neumuckershausen für 6850 Mfl. a» Franz Romanus, Professor. Dagegen hatte er von Melchior den oberen Teil, den Sattelhof, die euriu sessionis, geerbt und hier mag er einen Hausbau ausgeführt haben, denn es ist noch ein Werkstück von einem Portale vorhanden mit V. 1615. Jetzt gilt das Rittergut als Vorwerk („Schäferei") und das Vorwerk als Hauptgut. 3. Hans Georg war im Dezember 1560 geboren und starb 1631, 20. September, als Letzter dieses Stammes in Sachsen, S. 26. Ihm war in der Teilung Jnmitz zugefallen, mit dessen Besitzer Nickel v. Z. das dortige Haus 1570/1571 erloschen war, S. 30. Dazu erbte er 1616 Muckern (oberen Teils) und 1626 auch Probst- Deubeu beim Erlöschen des Stammes zu Zehmen, S. 11, wobei er auch alle Sachen seines Vetters Tobias, 14. 7, erbte. Er hatte Reisen in fremde Lande gemacht, etliche Jahre lang vor- 18 nehmen Herren aufgewartet und dann die Wirtschaft übernommen, ohne sich zu verheiraten. 1626 hatte er namentlich in Rücksicht auf Moritz Bastians v. Z., 41. 37, Ansprüche auf das verkaufte Rittergut Zehmen diesem ihm sehr befreundeten Vetter ein Dokument aufgesetzt, worin er bestätigte, daß sich 1586 alle Vettern v. Z. im Meißnischen dahin geeinigt hätten, die Stämme zu Zehmen und zu Muckern als 1. Hauptstamm, die zu Oeltzschau und Kötzschwitz (die Volkmarsche Linie) als 2., und den Neidecker als 3. Hauptstamm anzusehen die: gleich als drei Brüder gelten sollten, und daß es bei seinem Tode auch danach zu gehen habe. Nach Zedler, Bd. 61, S. 475, soll aber Hans Georg zu Erben eingesetzt haben: Tobias v. Z., lck. 21, ans Oeltzschau, Hans Georg v. Z., K. 25, auf Steinbach, Volkmar Hildebrand v. Z., 4. 21, auf Kötzschwitz, dann Anna Marie von Böldewigk, geb. von Zehmen zu Göltzschen, s. unten. Anna geb. v. Z., S. 11, Witwe von Christoph v. Z., (4. 26, Martha v. Z. und Magdalene v. Z., S. 9. In der Tat nahmen die drei Erstgenannten Jmnitz, Muckern und Probst-Deuben an sich; die Volkmarsche Linie nahm also alles, die ohnehin so verarmte Adolfsche bekam nichts, bis endlich 1650 ihr im Bornaschen Vertrage 1000 fl. versprochen wurden, S. 89. 4. Anna heiratete um 1584 Tobias v. Z., C. 11, auf Probst-Deuben, wurde 1614 Witwe und starb 1626, 31. Oktober, S. 10. II. Kinder von Melchior, (4. i. 1. Sabine, geboren 1576/1593; starb 1631, 5. Oktober, laut Grabplatte zu Gr.-Petschau. 19 (?) Willibald, der laut Grabplatte ebenda 1592 oder 1572 am Montag nach Advent gestorben ist, kann ein Sohn Melchiors gewesen sein, desgl. (?) Anna Maric, verm. von Böldewigk, S. 18, eine Tochter von ihm. Der westpreuWche Zweig. Die Herren und Reichsfreiherren v. Z. in Westpreußen sollen dem Stamme zu Muckern angehört haben. Das scheint auch richtig zu sein, aber der Hauptbeweis dafür scheint zu versagen, die S. 15 erwähnten Abschriften scheinen sich nicht mit dem Original zu decken, wogegen u. a. die Gleichheit der Helmzier: sechs Federn, für die Zusammengehörigkeit spricht. Nikolaus, II. 3 t?) soll der Stammvater dieses Zweiges geheißen haben; er soll als Erster v.Z. nach Preußen gezogen sein, und zwar als Ordenssöldner. Dagegen spricht neben seiner angeblichen hohen Stellung u. a., daß Schwestern in Preußen verheiratet gewesen sein sollen und daß er Eine von Baisen zur Frau hatte, deren Geschlecht die Seele des ordensfeindlichen Bundes war; zum mindesten müßte er, wenn er nicht in Preußen geboren war, sehr förderliche Verbindungen dort gehabt haben und zwar auf Bundesseite. Er soll 1492 Burggraf von Stuhm und Christburg gewesen sein und durch Heirat mit Dorothea, des Hans von Rabe auf Schetnienen Witwe, geb. von Baisen, Lichtfelde und anderen ausgedehnten Besitz erlangt haben. Seine Schwestern. Dorothea verm. an Ferdinand von Lehwald. 21 Na. verm an N. N. von Reinicke auf Weiselrod, welcher auch als Gatte von Dorothea genannt wird. I. Seine Kinder. Achatz, siehe unten. Fabian, Reichsfreiherr, siehe unten. (Christoph, wohl Verwechselung mit seinem Enkel.) (?) Martin, 1531 Administrator von Culm. (?) Stanislaus, 1524 Kgl. Poln. Sekretär. (?) Georg, 1526 Offiziell von Danzig. Dorothea, verm. an Christoph von Rembow. Eine Schwester, vielleicht dieselbe, wurde 1526 mit der Mutter in Stargard gefangen genommen. Achatz I., der hartnäckige und mächtige Verfechter der westpreußischen Rechte gegen polnische Übergriffe, dessen Leben und Wirken R. Fischer ausführlich geschildert hat, uud dessen Grabmal in Stuhm kürzlich nach Anregung durch Herrn Regierungsbaumeister B. Schmid auf Staatskosten hergerichtet wurde. Er war um 1485 geboren, soll 1509 die Lehen an Muckern von Merseburg gesucht haben, wendete sich der lutherischen Lehre zu, und vermählte sich um 1513 mit Helene von Merklichenrade, Tochter von Eberh. v. M. auf (auch „von") Powarschen, und Na. von Sparre-Merren; sie starb 1556, 22. September, und liegt in Stnhm. Im Hochmeisterkriege machte er sich dem Könige verdient. Er war Starost auf (Stargard, Schlochau) Christburg, Stuhm, wo er wohnte, und Mewe, Pfandherr auf Pr. Holland (Pr. Mark? u. Liebemühl), und die meisten Güter im Kreise Stuhm gehörten ihm oder SS waren ihn: verschuldet. Dem Herzog Albrecht lieh er beträchtliche Summen, half ihm sogar mit Tafelsilber aus. Um 1517 wurde er Nnterkämmerer von Marienburg, 1519 von Pommer- ellen, 1531 Kastellan von Danzig, 1546 Woywode von Marienbnrg. Als solcher starb er 1565, 24. Mai, zu Königsberg und wurde zunächst in der Herzogt. Gruft, dann in Stuhm beigesetzt. 6. Fabian I., 1576 Reichsfreiherr, war 1509 wohl noch unmündig, studierte 1524 in Frankfurt, wurde Starost auf Stargard, Tuchel bis 1568, Graudenz, und 1531 Unterkämmerer von Pommerellen, 1546 von Marieuburg, 1548 von Culm, 1552 Kastellan von Danzig, 1556 Woywode von Pommerellen, 1565 von Marienburg. Er stand seinem Bruder kräftig zur Seite und nebst dessen Söhnen wurde ihm 1576 vom Kaiser der Freiherrenstand verliehen. 1580 starb er, wohl ledig; denn bezüglich seiner angeblichen Heirat mit Einer von Lusian liegt wohl Verwechselung mit seinem Bruder vor — v. Lusian, v. Powarschen und v. Merklichenrade waren Bezeichnungen für das gleiche Geschlecht. Die angeblichen Schwiegersöhne scheinen des Achatz Schwiegersöhne zu sein — Fabian würde nicht seinen sechs Nichten die große Summe von 21 000 fl. vermacht haben, wenn er selbst Kinder gehabt hätte. II. a) Kinder von Achstz I. Christoph, siehe unten. Achah II., siehe unten. Fabian II., siehe unten. Catharinc^ verm. Burggräfin zu D ohna, siehe unten. Anna, verm. Stange, siehe unten. 23 Helme, verm. von Konopat, siehe unten, Barbara, verm. von Element —von Schleinitz, siehe unten. Justine, verm, von Borcke, siehe unten, Eupl,rosi>nc (Eupheinia), verm. von Pröck, siehe unten. Christoph, 1376 Reichsfreiherr, w ar 1518 geboren, studierte 1536, war lutherisch, hatte kein öffentliches Amt, vermählte sich 1567 mit Gertraud von Kracht, die nach seinem etwa 1581 erfolgten Tode sich 1582 mit Friedrich von Hohndorf, Hauptmann auf Holland, wiedervermählte. Die väterlichen Güter wurden zunächst nicht geteilt. Christburg sprach Polen den Brüdern ab, die es aber im Dezember 1572 stürmten und schließlich gegen 24 000 fl. Abfindung behielten. 1567 nannte sich C.: Erbsaß auf Christburg und der Zeit aufm Stnhm und Holland Hauptmann, und 1576: Marienburger Woywodzitz und Erbsaß zum Lautensee. Achah II., 1576 Reichsfreiherr, studierte 1549 in Frankfurt, war 1549/1550 dort Rektor Iwu. euusu! reiste mehrere Jahre, trat dann in Königliche Dienste und wurde 1566 Wopwode von Pommerellen. Auch er verteidigte hartnäckig die Rechte Preußens gegen polnische Übergriffe und Gewalttaten. Er war vermählt mit Anna Sophia Fürstin von Radzivil, Tochter Nicolaus IV. niZar, Herzogs von Olycka und Woywoden von Wilna, rechten Vetters der Zarin Barbara. Achatz starb 1576, 22. September, ans dem Reichstage zu Thorn, seine Witwe 1607/1611. Fabian II., 1576 Reichsfreiherr, war um 1540 geboren, studierte in Leipzig und Wittenberg und trat in Kaiserlichen Hosdienst. Er ähnelte sehr seinem Vater und verfocht treulich die preußischen Rechte und die 24 evangelische Lehre. Seine Gemahlin war Katharina von Renglin-Piesinska. Er starb 1605 und hat ein großes Monument in Marienwerder im Dom. Catharina, geboren 1513, vermählte sich 1532 in Anwesenheit des Königsberger Hofes mit dem Herzog!. Rate und Hauptmann zu Mahnungen Peter Burggraf zu Dohna und starb als Stammmutter aller preußischen Dohna 1558, 20. September. Ihr Gatte war Witwer von Catharina (Anna) Freiin von Eulenburg a. d. H. Gallingen und starb 1553, 18. Januar, im 70. Jahre. Beide haben Monumente usw. i» der Kirche zu M. niit Porträts und Ahnenwappen. Anna, war vermählt an Felix von Stangen-Meldzynski, d. h. auf Meluo oder: zum Aldeu; daher auch Felix von Alden. Hclrnc, vermählte sich 1537 mit Lucas von Konopat auf Mirchow, Sohn des Pommerellischen Woywoden Georg v. K. Er starb 1570, wonach sie einen Peter Kostka geheiratet haben soll. Barbara, war 1549 mit einein Herrn von Lehndorff verlobt, heiratete aber 1551 den Starosten auf Schönsee, Hans von Element (— Schleimst, Plemienski), der 1563 noch lebte. Justine, geboren um 1529, heiratete, nachdem Herzog Albrecht eine Vermählung mit Raphael von Dzialin angestrebt hatte, 1554 den Hauptmann von Brandenburg, Anton von Borcke auf Quittainen, Ramten, Graßnitz, Wicken, Regenwalde, Pfandherrn auf Lochstädt und Herzogt. Landhofmeister, der 1501 geboren war und 1575, 23. Dezember, starb. Die Nachricht von ihrer 25 früheren Ehe mit N, N. v> d. Osten dürste falsch sein. Justine starb 1589, 24. Juni, laut Monument in Währungen. Euphroshne, auch Euphemia, war schon 1549 mit Hans von Pröck (Preuck), Sohn des Landoogts von Ermland und 1552 Burggrafen von Braunsberg Georg v. P., verlobt, heiratete ihn aber erst 1551. Ihrer lutherischen Haltung wegen entzog ihm der Bischof Hosius die Nachfolge in die väterlichen Güter und Ämter trotz des Königs nachdrücklicher Verwendung 1557, 25. November, woraus v. P. fortan Führer der Evangelischen wurde. E. starb 1600, 25. April. b) Kinder von Fabian I. Angeblich: Na, verm. an Lukas von Konopat. Na., verm. 1. an N. N. von Baisen, 2. an Stanislaus Kostka, Culmischen Unterkämmerer. Mix, „üsrss in Kamionka". III. u) Rinder von Christoph. Elisabeth, verm. mit Albrecht von Potenz auf Falkenau, Habersdorf, Fredau usw.; Eheberedung 1589, 27. März. Er starb 1614. Dorothea, starb jung. d) Kinder von Achatz II. Achah III., siehe unten. Elisabeth, verm. mit Nicolaus Dzialin, Woywoden von Culm, oder: Michael von Dzialin, Woywoden von Jnowraz- law (?); sie starb wohl 1618. 26 Achatz III,, Reichsfreiherr, Hauptmann auf Christburg und Mewe, besaß Lichtfelde, Baysen usw,, kam um 1603 irr unter Kuratel und lebte noch 1618. Seine Gemahlin Katharine geb. von Rabe a, d. H. Schedeinen ließ sich scheiden und heiratete erst Hans von Schleinitz (Plemienski), S. 24, Hauptmann auf Schönsee, dann Matthias von Niemojewski, Woywoden von Pommer- ellen, ch Kinder von Fabian II. Fabian III., siehe unten. Katharine (?), verm, 1604, 23. Mai, mit Nicolaus Grafen von Ostrorog, Kastellan von Belzk, gest. 1617, dann Volmar (Johann?) von Farensbach, Kastellan von Livland. Fabian III., Reichsfreiherr, war um 1575 geboren, ging auf das Gymnasium zu Breslau, studierte in Frankfurt, war dort Rektor llon. eausa 1595, machte Reisen, auch an den Kaiserlichen Hof, und trat dann in Königlichen Dienst. Er war Starost auf Stuhm, wurde 1621 Unterkämmerer von Marienburg, und 1626 Kastellan von Danzig. Er kaufte halb Powunden, besaß auch Altstadt, Geißeln usw. Seine erste Gemahlin war Na., Tochter des Woywoden von Sendomir, Georg Mniszeck, leibliche Schwester der Zarin Maria (Demetrius). Sie starb sehr bald und Fabian heiratete dann 1611, 20. Januar, Katharina, Tochter des Woywoden von Kujavien und Starosten auf Nakel Andreas Grafen von Lesno-Leszcynski (gest, 1606) und der Anna von Firley; sie starb 1625 und Fabian als Letzter dieses und des ganzen Muckernschen Stammes 1636, Er wurde am 17. Juli in der Marienkirche zu Thoru beigesetzt. 27 IV. Seine Rinder. Rnphaesi starb klein. Anna, vermählt drei Tage nach des Vaters Leichenbegängnis auf dem Rathause zu Thorn mit Sigismund Freiherrn von Güldenster«, geb. 1599, Starosten auf Stuhm, dem sie die meisten Güter ihres Geschlechtes zubrachte. Sie starb als Witwe 1673. Näheres: Richard Fischer: Achatius von Zehmen, Woywode von Marienburg. R. v. Flansz: Die von Zehmen in Westpreußen. Prowe: Westpreußen und seine geschichtliche Stellung. Lengnich -- Hartknoch — Erläutertes Preußen — Dohnasche Genealogie — Vereinsschristen usw. Die von Zehmen zu Jmnitz scheinen dem Stamme zu Muckern, S. 13, anzugehören. Die folgenden Nachrichten ergeben wenig Zusammenhang zwischen den zugehörigen Personen. 1349, Lehnbuch Friedrichs des Str., vgl. S. 6: Lrutrick äs Imcrzsob taust a äominis iu tsuäo 36 Arossos fsrlislls ^siusss st 1 lunusnm iutsuÄatmu in villis Imlis (Imnit^) et Iwbsellie^, gus boua prius lmbsbat Aeom. Aetum anno (1412, Mitte Februar). 1431. Dtto, Hans und Rickcl v. Z., Gebrüder, vgl. S. 6, erhalten von Merseburg die gesamte Hand an Lehen zu Jmnitz, drei Sattelhöfen zu Zwenkau usw. 1443. Anna, Nickels v. Z. Frau, erhält mit seines Bruders Hans und seines Vetters Nickel v. Z. Gunst Leibgut zu Buschwitz (wüst?), Löbschütz, „Malschicz" (Maschwitz) und Jmnitz vom Herzog Friedrich verliehen. 1447. Nickel und Hans v. Z., Erbarmannen in der Pflege Groitzsch, haben fünf Pferde zu stellen; vermutlich von Jmnitz, Zwenkau (3) und Buschwitz 1451. Dorothea, Peters von Dobenczschen Hausfrau, erhält als Leibgut die Dörfer Gadeswicz und Dobenezsch (wüst?) in der Pflege Leipzig und Smerwitz (Jmnitz) in der Pflege Groitzsch vom Herzog Friedrich. Tutoren sind ihr Bruder Nickel v. Z. und ihr Vetter Hans v. Z. 1452. Dorothea, eines Nickel v. Z. Tochter, wird von Merseburg beknechtelehnt mit Gütern, welche 29 1453, wo sie Nickel v. Z. verlassen (wohl: aufgelassen) hat, dem Christoph von Draschwitz zu rechtem Lehen, Anderen v. D. zu gesamtem Lehen und dem Nickel v. Z. zu seinem Leibe verliehen wurden; nämlich Güter usw, zu Jmnitz (Sedil- hof usw,). Malschütz, Zwenkau, Bösdors, Quesitz, Budigast Stöhna und Zeschwitz. 1454, 28 März, erhielt Christoph von Draschwitz zu Croschewicz vom Herzog Friedrich Lehen zu Buschwitz, Löb- schütz und Nüssen, „ inmaßen Nickel v. Z, die bißher gehabt had vor Eegelt" zu rechtem Lehen; stirbt Chph. v. D, ohne Lehenserben, so sollen die Güter an Nickel v. Z zurückfallen, aber nur für den Rest seiner Lebenszeit, Solange Nickel v, Z, und dessen Frau Anua, vgl, 1443, leben, soll v. D, sie: bei sich behalten und mit Essen und Trinken versehen, wogegen Zehmens in der behusunge helffen zu sehen und sein bestes prüfen sollen. 1458 erhielten Hans v, Z. und sein Sohn Nalcntyn den freien Hof zu Löbschütz, den sie von Peter Portzk gekauft haben, vom Herzog verliehen. 1466. Hans v. Z, zu Jmnitz erhält einen Herzoglichen Gunstbrief, 6 Rhfl, Zinsen zu Löbschütz, „Malschwicz" und Buschwitz an Balth, und Siegm. von Heynitz auf Wiederkauf zu verkaufen. 1470 oder vorher verkauft Hans Güter usw. zu Jmnitz an Heinrich von Heinitz, wohl auch auf Wiederkauf, denn 1472 erhält er dieselben Güter von Merseburg zu Lehen, während Anna, seine Frau, aus fünf Höfen verleibgedingt wird, 1479 erhalten die Gebrüder Nickel, Hans und Gctscrt v, Z. als Nachbesitzer ihres Vaters Hans die Merseburger Lehen aus den Spdelhof zu Jmnitz. 1480 ca. und 1497 erhält Hans v. Z., zu Jmnitz gesessen, Mitbelehnschaften und 1497 vom Vater herrührende Merse- 30 burger Lehen zu Jmnitz (Haus, Hof usw.) und Zwenkau. 1504, 1509, 1510, 1518, 1527, 1532 ist er bei Mitbelehn- schaften genannt. Unter ihn fällt also der Jmnitzer Kirchenbau von 1515. 1535, 25. Februar, erhielte» Hans und Nickel, Gebrüder v. Z. zu Löbschütz uud Jmnitz, Herzogliche Lehen zu Löbschütz und Buschwitz: in allermaßen ihre Vater (al. Vetter) Nickel und Hans gehabt. 1536. Hans und auch Nicket wird: zu Jmnitz genannt (Letzterer auch 1545, 1546, 1553, 1562), und Hans und Nicket v. Z., Gebrüder, erhalten einen Brief über die 1535 genannten Lehen: wie die ihr Vater gehabt und von Hansen v. Z. gekauft. 1553, 18. Juni, stellt Nickel v. Z. zu Jmnitz sich (?) mit 1 Pferde gegen den Markgrafen Albrecht von Brandenburg. 1554 will Nickel die Herzoglichen Lehen nehmen, wenn er seiner Schwachheit entledigt ist; — war er im Felde zu Schaden gekommen? 1555, 19. April, wird er mit dem Gute Jmnitz belehnt un d läßt Herzogliche Lehen auf, welche er seinem Vetter Christoph v. Z. verkauft hat. 1558: Nickel v. Z. zu Jmnitz und auch zugleich Balten Schlegel zu Kötzschbar und Jmnitz. 1562. Nickel v. Z. und Willibald v. Z. werden als Lehnsinhaber von Jmnitz genannt (?). 1570, 12. Juni, Itsa, Nickels zu Jmnitz Weib. 1571, 5. März, werden an des ohne Lehnserben verstorbenen Nickel v. Z. zu Jmnitz Gütern die herzoglichen Lehen Tietzen und Willibalden zu Zwenkau gesamt bekannt - also den Stämmen zu Zehmen, S. 6, und zu Muckern, S. 13. Demgemäß sielen auch Jmnitz usw. teils nach Probst-Deuben, 31 teils nach Muckern, was aber dann den andern Anteil mit erwarb. Elisabeth, Nickels Witwe, vermählte sich zn Borna- Altstadt 1572, 26. Juni, mit Franz von Holtzhausen. Sie und er starben daselbst 1578 an der Pest und wurden am 5. resp. 13. November bestattet. Stamm zu Oeltzschau. F. Thimo v. Z., Ritter, verm. mit Dorothea von Köckeritz, vielleicht der 1331 und 1363 urkundliche T., war nach Angabe Moritz Bastians v. Z., 14. 37, Vater von: Friedrich v. Z.. Ritter, verm. mit Anna von Zabeltitz; Vater von: (1. 2. Hans, 1. Conrad und 3. Thimni, S. 74, Haus Kötzschwitz, welche 1435 bischöflich merseburgische Lehen zu Dechwitz, Schkorlop, Meydeborn, Gören und Naundorf erhielten. 2. Hans ist schon 1448 nicht mehr mit seinen Brüdern genannt, also wohl schon tot gewesen. 1. Conrad auf Oeltzschau ist 1439 als Vormund genannt, steht als Cnrt zu Oeltzschau 1445 mit 1 Pferde und 1 Knecht, 1447 mit 3 Pferden unter den Erbarmannen verzeichnet, schrieb 1447 dein Herzog Wilhelm Fehde zu, war 1448 verheiratet mit Agnese von Taubenheim, welche ans Oeltzschau verleibgedingt wurde, und erhielt nebst seinem Bruder T., der aber wohl nur Mitbelehnter war, die 33 kurfürstlichen Lehen auf Vorwerk, Dorf und Kirchlehen zu Oe., Dorf Kemlitz usw, und Zinsen zn Naundorf bei Grimina und zu Teszmar (ob der „Tiefen" östlich von Rötha?); ähnlich auch 1450; er war 1454 Vormund von Gertrud von Wernsdorf, wurde 1463 nebst den Vettern zu Kötzschwitz belehnt, S, 74, desgleichen 1468 mit Zinsen zu Dechwitz; 1478 vermachte er seiner Tochter 2 Schock Zinsen aus Oeltzschau, und 1479 war er tot. Kinder: N. 8—11. L. (v. ist ausgefallen.) Kinder Vvn Courad, L. 1. 8. Hans v. Z. auf Oeltzschau usw., starb l 493/1497, verm. mit Elisabeth (Jlse)von Gleina, Tochter von Hans v. G. und Anna v. Trotha, und Muhme von Gebhard v. G. 1471; sie überlebte ihn. Kinder: ?. 10—11. 9. Canrad, 1490; scheint 1492 tot zu sein. 10. Friedrich auf Köhra, starb 1525/1530; war verheiratet und Vater von 14—16. 11. Mche, 1478 im Kloster Döbeln. Rinder von Hans, D. 8. 10. vollunar auf Oeltzschau und Kemmlitz, 10 b. Wcygant und 11. Adolph erhielten 1497 die Lehen aus des Vaters Tod. W. wird später nicht erwähnt. V. und A. besaßen je eine Hälfte von Oeltzschau, bis nach vielen Irrungen V. den Bruder 1526 abfand. Dieser wurde Stifter der jüngere», Adolphschen, Linie zur Neideck in Schloten, der einzigen, welche noch besteht, S. 81. Volkmar, dessen Frau 1524 Brigitta urkundlich genannt wird, soll mit 34 Susanne von Haugwitz aus Bencha verheiratet gewesen sein und starb spätestens 1554. Kinder Lt. 14—16. Kinder von Friedrich, L. 10, auf Köhra. 14. Hans auf Köhra, 15. Dalthasar und 16. Erichmus, 1531 außer Landes. H. erhielt das ans dein väterlichen Erbe angenommene Köhra 1531 zu Lehen, verkaufte es 1534 für 3200 Rhfl. an den Hofmeister Hans v. Minckwitz, Ritter. 1549, 15. Mai, war er tot und die Vormünder seiner Söhne wurden mit Hans v. Werns- dorf wegen 1500 Gulden vertragen, welche dieser als Vormund seiner Frau forderte. Die Frau v. W. dürfte demnach eine Tochter oder auch Schwester von H. v. Z. gewesen sein. Balthasar wird 1531 als Mitbelehnter, 1534 als Zeuge und noch 1554 in Sachen seiner Bruderssöhne genannt. Deren Nachkommen s. S. 78. <4. Kinder von Vokkmar, ?. 10, auf Oeltzschau. 14. Hans auf Oeltzschau und Kemmlitz. 15. Volkmar Friedrich auf Kötzschwitz. 16. Peter auf Kemmlitz. 16a. Ila., verm. von Haugwitz, 1558 Witwe; ihre Tochter Sibylle v. H. stand unter Peters Vormundschaft, der diese niederlegte, um sich weiter im Kriege gebrauchen zu lassen, nachdem er schon etzliche Züge mitgemacht. Teilung. Hans und Volkmar Friedrich teilten sich in das Rittergut Oeltzschau: 1577 ist Hansens Vorwerk und Volkmars Windmühle erwähnt. Peter erhielt das Rittergut Kemmlitz und 2000 fl. 35 Hans ivar um 1514 geboren; starb 1585, 1. März, zu Oe. Er war vermählt 1) mit Margarethe von Seydewitz, Tochter von Martin v, S. auf Plotha und Justine Pflug und Schwester von seines Bruders Frau. Sie starb 1560 Dienstag nach Pauli Bek. Kinder: Ll. 26, 27. 2) 1563 zu Leipnitz mit Barbara von Haubitz, Tochter von Hans v. H. auf L. und Barb. v. d. Lochau aus Räsen, geboren nm 1540, starb 1613, 12. März, zu Oe., wo alle Drei liegen; Kinder L. 18 — 25. Volkmar Friedrich begründete das neuere Haus Kötzschwitz, S. 58. Peter wird nach 1558 nicht mehr erwähnt, siehe oben. Kinder vmr Hsns, Ll. 14, auf Oeltzschau. Erster Ehe: 26. Barbara, geboren spätestens 1560, gestorben spätestens 1613 (?); vermählt 1585/1590 auf Oeltzschau mit Abraham von Haugkwitz auf Hirschstein; starb, vielleicht auf Sitten 1607, 22. Januar. 27. Brigitte, geb. um 1553 auf Oeltzschau, gest. 1616 Mittwoch nach Lätare zu Ammelshain, verm. 1585/1590 auf Oe. mit Hans Wilhelm von Lindenau auf Ammelshain, geboren um 1549, gest. 1613, 14. Mai; liegen zu A. — Großeltern von Christoph Ernst v. L., S. 65. Zweiter Ehe: 18. Christian auf Kemmlitz, siehe unten. 22. Marie, verm. von Starschedel, siehe unten. 3K 20. Anna, verm. von Helldorf, siehe unten. 21. Tobias auf Oeltzschau, siehe unten. 24. Sabina, verm. aus dem Winkel, siehe unten. 23. Marie Magdalcnc, verm. Bose, siehe unten. 25. Hans Georg, kaust Steinbach, siehe unten. 28u. Tochter, starb jung. 28. Votlnnar Friedrich, starb 1581, 5. Februar, zu Oe. 18. Christian auf Kemmlitz, was nach seines Sohnes Tod 1621/1623 an Tobias fiel, war 1565 geboren, starb 1621, 29. Mai, wohl auf K. und liegt in Oe. Er heiratete, wohl auf Oe., 1616 Marie von Peres, Tochter von Friedrich v. P. auf Peres und Brig. v. Breitenbach, geboren um 1601, starb, nachdem sie in zweiter Ehe Hans v. Helldorf auf Zschagast, Leutnant bei den Ritterpferden, geheiratet hatte, und liegt in Lucka Ihre Enkelin war die zweite Gemahlin von Hans Bastian, X. 21, S. 93. Christian hatte wenigstens drei Kinder von ihr: ,1. 2 — 3. 22. Maric war frühestens 1567 geboren und lebte noch 1609. Sie verheiratete sich 1592, 2. Dezember, mit Moritz von Starschedel auf Markkleeburg, Sohn von Heinr. v. St. daselbst und Anna v. Görmar a. d. H. Störmthal. Dieses Gut kaufte er 1594 oder später. Er hatte in erster Ehe Magd. Dor. v. Einsiedel zur Frau gehabt und starb 1595/1597. 20. Anna, geboren 1570, 10. Juni, ans Oe., starb 1640, 2. April, und wurde zu Oe. 24. April beigesetzt, „sintemahl gleich die Kaiserlichen angerücket, ohne Ceremonien". Vermählt 1615, 16. Mai, 37 auf Oe. mit Christoph von Helldorf auf Ulmsdorf, Gofsa und Willschütz, der vor ihr starb. 21. Tobias auf Oeltzschau, erst mit Hans Georg zusammen, bis er ihn um 1606 mit 8000 fl abfand. Kemmlitz erbte er 162°" von feinem Neffen. Hainichen kaufte er 1628 von seinem Schwager a. d. Winkel. Jmnitz nahm er 1631 beim Erlöschen des Stammes v. Z. zu Muckern an sich, S. 18, verkaufte es aber vor 1650. Er war 1571, 25. Juli, auf Oe. geboren und starb daselbst 1661, 3. Februar, liegt daselbst; 1616 verlobte er sich zu Wiesen- stein, 1617, 16. Juni, vermahlte er sich auf Oe. mit Catharine von Ponickan, Tochter von Loth v. P. auf Kriebstein und Marie v. u. aus Schleinitz, geboren 1585, 10. April, auf K., starb 1655, 8. Februar, auf Oe., liegt daselbst. — Kinder: ck. 4—13. T. wurde nach Besuch des Gymnasiums zu Altenburg vier Jahre lang mit den Söhnen des Stiftshauptmanns zu Würzen, Wolf v. Breitenbach auf Lobstädt erzogen, war einige Zeit im Hofdienste bei Herzog Johann zu Sachsen, lehnte aber Kammerjnnker-Bestallung ab, ebenso 1620 die Annahme des Landfischmeister-Amtes, wogegen er seit 1636 Oberlandsteuereinnehmer des Leipziger Kreises war, bis er hohen Alters wegen abdankte. Nachdem seine Gemahlin gestorben war, gab er den Söhnen die Güter 1656, 25. März. Diese hatten im Kriege viel gelitten: er selbst war zu Hause überfallen und gefangen weggeführt, auch auf der Flucht ausgeplündert worden; Kinder waren ihm aus der Flucht und in der Fremde gestorben. 24. Sabine, getauft 1577, 15. September, zu Oe. — im Kirchenbuch steht: Anna —, starb 1613/1627, verm. 1598, 15. Oktober, auf St. 38 mit Oswald aus dem Winckel auf Steinbach, Otterwisch, Hainichen — was er au Tobias v, Z., bt. 21, verkaufte —, Brandts, Wettin usw., starb 1632 oder 23. November 1630 auf Otterwisch. Er war mit Ursula v. Haugkwitz verheiratet gewesen, und seine dritte Gemahlin war Sabine Blanke; Schwester, S. 59. Sabine v. Z. hatte eine Tochter, Marie a. d. W., geboren 1599, welche Volkmar Hildebrand v. Z. heiratete, S. 60. 23. Marie Magdalenc, geb. 1578, 17. November, zu Oe., lebte noch 1626. Vermählt 1603, 22. Oktober, ans dem Bosenhofe zu Langenhessen mit Hans Ernst Bose daselbst und auf Netzschkau und Gr.-Saara, starb 1625, 23. August, wohl auf Netzschkau, an der Pest. Er war in erster Ehe mit Clara v. Geilsdorf verheiratet gewesen. 25. Hans Georg ließ sich für Oe. un d K. a b fi nden, kaufte um 1608 Steinbach und nahm 1631 Muckern beim Erlöschen des dortigen Stammes an sich, S. 18. Er war 1580 Ende Dezember geboren, starb zu Borna, wo er Zuflucht gesucht, 1643, 26. Januar, und liegt in St. Er war 1593/1597 auf der Fürstenschule Meißen, mußte dann sich der Güter annehmen, statt zu studieren. Später machte er Reisen; 1604 war er zu Padua. Er heiratete 1614, Mittwoch vor Martini, Anna Margarethe von Kitzscher, Tochter von Hans v. K. ans Kitzscher und Magd. Ziegler von Klipphausen; sie starb frühestens 1655 und war als Witwe durch eine Forderung an die Herren von Kitzscher in Besitz des Gutes Kreudnitz gelangt. Der Krieg brachte Hans Georg viele Drangsale und Plünderungen; über zwanzigmal mußte er von Habe und Gütern fliehen. Er hatte 17 Kinder: 4. 14—19, s. S. 54 Haus Steinbach. 39 Kinder von Christian, 14-18, auf Kemmlitz. 2. Marie, verm. von Zehmen. Zu. Barbara Brigitta, getauft 1619, 8. Juni. 3. Sahn, starb unmündig 1621/1623 als Erbe von Kemmlitz, was Tobias, K. 21, seinem Oheim, zufiel. Marie heiratete 1653, 15. Juni, auf dem Hause Hainichen ihren Vetter, Tobias v. Z., 3. 8, der 1656 Oeltzschau übernahm. Sie war 1620, 9. August, getauft, starb auf Oe. 1663, 2. Februar, und liegt daselbst. Kinder von Tobias, H. 21, auf Oeltzschau. 4. Marie, verm. von Burckersroda, siehe unten. 5. 6. Johann und Loth Heinrich, getaust 1619, 24. September, auf Oe.; Einer davon starb wohl noch 1619. 7. Hans Wilhelm aus Hainichen, siehe unten. 8. Tobias auf Oeltzschau, siehe unten. 10. 11. Hans George und Hans Friedrich, getauft 1624, 23. September, auf Oe. Ersterer starb 1624 oder 28. Januar 1625, letzterer 1624 oder 22. Mai 1627. 9. Catharine, verm. Schicke, siehe uuteu. 12. Friedrich Wilhelm, geboren 1628 auf Oe., starb 1655,1656 in der Fremde. 13. Caspar, getauft 1630, 17. Februar, auf Oe., starb 16^/1655. 4. Marie, getauft 1618, 21. Juli, auf Oe., starb 1680, 14. September, auf Kötzschau, vermählte sich 1639, 20. nach Trinitatis zu Leipzig in Herrn Cramers Hause mit Friedrich von Burckersroda, Kornet auf Güldengossa, starb 16^/1656. Sie bekam 2600 Gulden zur Ehe und Ausstattung, und noch 700 Gulden mütterliches Erbe. 40 Ihre Tochter Martha Catharine starb 1690, 13. Juni, als Witwe von Tobias von Zehmen, 4.14, auf Muckern, gestorben 1677, und von Tobias von Zehmen, Li. 1, auf Hainichen, gestorben 1689. 7. Hans Wilhelm auf Hainichen, was er bei stz Ritterdienste 1656 zu 10500 Gulden, und Kemlitz, was er als Lehngut ohne Ritterdienst zu 4500 Gulden angenommen hatte, war 1620, 1. November, auf Oe. geboren, starb 1664, 3. Februar, auf H. und liegt daselbst, hatte sich auch dort, 1652, 22. September, verheiratet mit Anna Elisabeth Truchseß von Naundorf und Caffabra, Tochter des 1629 verstorbenen Elias T. auf N. u. C. und der 1637 verstorbenen Catch. Dor.v. Breitenbach ausSeegeritz, geboren1628, 31. Januar, gestorben 1659,15. Januar, auf H.; Kinder: lv. 1—6. Er kam mit 15 Jahren zu seiuem Oheim, Johann v.Ponickau auf Pomsen usw., Reichspfenuigmeister und Kurs. Sächs. Rat und Hauptmann der Ämter Leipzig und Grimma, der ihn 1636 mit auf den Reichstag nach Regensburg zur Kaiserkrönung nahm. Dann ging er an den Hof nach Gottorp, diente zehn Jahre unter dem Kgl. Dän. Obersten Friedrich von Buchwald in dessen Regiment zu Roß. Nach dem dänisch-schwedischen Frieden kehrte er 1648, 23. September, heim; 1652 heiratete er und 1656 übernahm er seine Güter, 1661 verlor er den 90jährigen Vater, aber schon 1659 die noch junge Gemahlin, worauf deren Schwester, Frl. Catharine Dorothea Truchseß, sich treulich der Kinder und des Hauswesens annahm, um so mehr, nachdem auch er selbst 1664 gestorben war. 8. Tobias auf Oeltzschau, was er mit zwei Ritterdiensten vom 85jährigen Vater 1656 zu 19800 Gulden übernahm, war daselbst 1622, 41 IS. Januar, getauft, starb daselbst 1666, 9. März, und liegt daselbst. Er vermählte sich 1. 1653, 15.Juni, aus Hainichen mit Marie von Zehme», 4. 2, S. 39, und nachdem diese 1663, 2. Februar, gestorben war, 1664, 16. Februar, auf Oe. mit Cathariue Sophie von Zehmeu a. d. H. Clodra, X. 22, S. 91. Erstere hatte 600 Gulden Ehegeld, Letztere 1200 Gulden. Cathariue hatte nur einen Sohn: Johann August, der im dritten Monat starb; es lag ihr aber, da Tobias schon nach zwei Jahren starb, die Erziehung der sieben Stiefsöhne, X. 7—13, ob. Sie pachtete vom Vormunde Tobias v. Z., X. 4, das Rittergut Oeltzschau 1666, 29. Mai, und blieb 15 Jahre im Pacht, zog dann nach Zeitz in ein Haus, das sie ihrem Bruder abkaufte, starb dort 1703, 27. Mai, und wurde in der St. Nicolaikirche beigesetzt. Ihre Erbin war ihre Nichte und Pflegetochter Sophie Helene von Güntherode, nachmalige Geh. Rat Metzsch. Mit den Stiefsöhnen war sie in Streitigkeiten geraten, die noch 1690 schwebten. Kinder: S 49. 9. Katharinc, getauft 1625, 2. Mai, auf Oe., starb 1671, 2. Juli, auf Renszdorf und liegt in Gollmen. Sie verlobte sich 1646, 8. Dezember, auf Oe. und vermählte sich 1647,11. Februar, auf R. mit Dietrich Schicke auf Renßdorf und Lohnsdorf,Oberstwachtmeister, geboren im Juli 1601, gestorben 1654, 22. Juni, zu Krosigk, liegt in Gollmen. X. Kinder von Hans Wilhelm, 4. 7, auf Hainichen. 1. Hans auf Hainichen. 2. Katharinc Elisabeth verm. von Mord eisen. 3. Hanbold auf Kemmlitz und st« Hainichen. 4. Tobias aus Muckern, Hainichen, Kemmlitz. 42 5. Sahn, 1658 totgeboren, 10. Februar zu Hainichen beigesetzt. 6. Kind, starb 1659, 15. Januar, nebst der Mutter bei der Geburt. 1. Hans erhielt 1653, 21. November, auf Hainichen die Nottaufe, starb 1689 im Februar zu Leyden, wo er sich: aus Unvorsichtigkeit oder Melancholie erschoß. Er ist Verfasser von: „Virg'ilius (Awistiauus, oder der mit der Christlichen Lehre — übereinstimmende Gebrauch vieler Verse des Virgilii, — so als etwas neues fürgestellet wird von Hannszen von Zehmen auffHänichen", 386 Seiten 1688. Er stand nebst seinen Brüdern unter Vormundschaft von Tobias v. Z., 7. 8, gestorben 1666, dann von Sigismund v. Z., 7. 15, gestorben 1668, endlich von Hans v. d. Schulenburg auf Belgershain. 1678, 6. Februar, vermählte er sich auf Hainichen mit Martha Catharine geb. von Burckersroda, Tochter seiner Tante, .7. 4, und Witwe von Tobias von Zehmen auf Muckern, 7. 14. Sie starb 1690, 13. Juni, und liegt in H.; sie war blind. Kinder: 1^. 1a, bis 17. 2. Catharinc Elisabeth war 1655, 22. November, aus Hainichen geboren und starb 1716, 23. September, wohl ans Dornreichenbach. Ihr Vormund war Otto Friedrich von Dieskau aus Lauer. Sie war gleich ihrem Bruder Haus sehr gelehrt, trieb fleißig Griechisch und namentlich Latein und unterhielt Briefwechsel mit gelehrten und berühmten Leuten. 1675, 14. April, wurde sie zu Hainichen im Hause mit Wilhelm Sigismund von Mordeisen getraut (2000 Gulden Ehegeld). Er besaß Dornreicheubach und Goselitz und war 1727 tot. Sie hatten 14 Kinder, von denen der älteste Sohn Gottfried Wilhelm, sich 1706 mit Eleonore Sophie von Zehmen a.d. H.Marckersdorf, 1T19, gestorben 1711, verheiratete. 45 3. Hanbold war 1656, 18. April, auf Hainichen geboren, starb unvermählt 1709, 7. April, daselbst und liegt daselbst. Er studierte zwei Jahre in Leipzig und fast drei Jahre in Altorff, war aber schon damals sehr kränklich. Zu dein in der Teilung 1678 erhaltenen Gute Kemmlitz erbte er 1694 von seinem Neffen und Mündel Hans Wilhelm v. Z., I,. 1b, halb Hainichen. 4. Tobias war 1657, 1. Mai, auf Hainichen geboren, starb 1719, 4. Januar, auf Muckern und liegt in Gr.-Petschau. Nachdem ihm und seinen Brüdern Muckern 1677 mit dem Tode Tobias v. Z,, ck. 14, zugefallen war, erhielt er es durch die Erbteilung 1678. Hainichen erbte er halb von seinem Neffen 1694 und halb nebst Kemmlitz von seinem Bruder Haubold 1709. Er verpachtete diese drei Güter 1714 seinem Sohne und 1716 übergab er sie ihm eigentümlich. Er hatte sich 1683, 13. September, mit Marie Sybille von der Oelsnitz aus Weßmar verheiratet, wohl Tochter von Will). Dietr. v. d. Oe. und Cath. v. Liebenroth. Sie starb 1713, 6. Dezember, aus Hainichen. a) Kinder Vvn Hans, K. 1, auf Hainichen. 1a. Hans Friedrich, geb. 29. Juni, gest. 14. Oktober 1679 zu Hainichen. Ib. Hans Wilhelm, geb. 1680, 10. Oktober, zu Hainichen, gest. 1694, 11. Mai, als Erbe von Hainichen, was an seines Vaters Brüder fiel, von denen Haubold sein Vormund war. 1e. Johanne Sophie, geb. 1683, 15. Juni, zu Hainichen, gest. 1684. 44 b) Rinder von Tobias, K. 4. 2. Christine Sophie, verm. Metzsch. 3. Dorothea Sibpllc, verm. von Posern. 4. Tobias Ludolph auf Hainichen usw. 2. Christine Sophie war 1684, 21. Juli, auf Muckern geboren, und starb 1715, 15. Juli, auf Plohu, wo sie sich 1706, 14. November, mit Rudolph Wilhelm Metzsch, Churfürst!. Sächs. Hauptmaun auf Plohu unteren Teils und Wildenau vermählt hatte Er heiratete nach ihrem Tode Marie Sibylle von der Oelsnitz, oder noch 1715 zu Mylau Auguste Agu. von Seebach, gest. 1743, 7. Februar, und starb 1763, 29. April, zu Zwickau. Christinens Tod wird auch auf 1713 um Pfingsten und 1713, 5. Juli, angegeben. 3. Dorothea Sibistlc wurde 1688, 14. Mai, aus M. geboren, starb 1750 und wurde 1. September in Borna mit Parentation beigesetzt. Sie vermählte sich 1709, 10. November, auf Hainichen mit Johann Georg von Posern aus Poserna, Maltitz und Sessen, geb. 1679, 12. Dezember, gest. 1746, 2. November. 4. Tobias Ludolph war 1690, 15. April, auf M. geboren, starb 1767, 21. April, auf Hainichen, liegt daselbst. Er vermählte sich 1717, 29. März, wohl auf Ober-Nessa mit Johanne Friederike von Nißmitz, wohl Tochter von Friedr. v. N. auf Ober-Nessa und Soph. Elis. v. Ende; geb. 1698, 24. Oktober, zu Ob.-N., starb 1756, 9. Juli, auf Hainichen, liegt daselbst. Nach der Mutter Tod verpachtete ihm der Vater 1714 die Güter Hainichen, Muckern und Kemmlitz und übergab sie ihm 1716 als Eigentum; räumte ihm auch Hainichen ein und 45 bezog Muckern. Kemmlitz verkaufte T. L. spätestens 1726 an Heinrich v. Z., X. 12, auf Oeltzschau, kaufte dagegeu 172"' Beucha von den von Kötteritzschen Erben, vgl. Magdalene v. Z., lv. 15, 172^/1732 Brauswig von Katharine Falckner nebst Gestewitz, S. 77, ferner spätestens 1734 Thierbach von der Familie Knorre; 1748 verkaufte er für 24000 Tlr. Brauswig uud Gestewitz an seinen Sohn. Er war Vormund von Christiane Henriette v. Z., K 7, die 1736 ihre Hochzeit bei ihm auf Hainichen hielt. Erblindet ließ er sich 1758 mit gutem Erfolge operieren. M. Seine Kinder. In. Sohn, tot 1718, 21. Mai, auf Hainichen geboren. Ib. Tobiao Ludolph. 2. Christiane Fricdcribc, verm. von Griesheim und von Lentzfch. 3. Hcnricttc Caroline, verm. von Hausen. 4. Johann Friedrich. 5. Ferdinand Lcbcrccht. 5u. Ludolph Lcbcrccht, geb. 1728, 29. Februar, zu Hainichen, gest. vor 1730. 1. Tobias Ludolph wa r geboren 1719, 6. Juli, au f Hainiche n, starb 1773, 11. April, auf Brauswig und liegt in Hainichen, wo er sich 1748, 29. Februar, mit Charlotte Margarethe von Borau- Kefsel vermählt hatte, der jüngsten Tochter des ch Heinrich Sigismund v. B.-K., Fürstl. Anh. Zerbstl. Kammerjunkers auf Bobersen und Priestewitz, mit der er wohl in kinderloser Ehe lebte. Sie war 1721 geboren und starb 1793, 27. Januar, 46 auf Brauswig, liegt in Eula. Er wurde 1741, 27. April, Kornet im Leibkürassier-Regiment, kam 1742, 6. April, als Premierleutnant zum Regiment Graf Stolberg Infanterie, stand 1744 beritten im Felde, nahm 1746, 1. Juli, den Abschied, wobei er zum Kapitän ernannt wurde. Er erhielt zu den 1748 vom Vater erworbenen Gütern Brauswig uud Gestewitz aus dessen Erbe 1767, 29. Juni, noch Hainichen und Thierbach nebst 12 000 Tlrn., übernahm aber auch 5460 Tlr. 9 gl. Schulden. Als er sechs Jahre danach starb, hinterließ er an Passiven 45 800 Tlr., denen nur 13 700 Tlr. Aktiva an Kapital gegenüberstanden. Zur Deckung der fehlenden 32100 Tlr. wurde Thierbach 1777/1783 verkauft, an den Hauptmann Johann Adolf von Nostiz-Rothenburg. Hainichen als Lehen fiel dem Bruder zu. Brauswig und Gestewitz behielt die Witwe, welche 20 000 Tlr. Eingebrachtes zu fordern hatte, für 25 000 Tlr. unter Verzicht auf die ihr zustehende Leibrente von 100 Tlr. Sie bestimmte 1782 und 1787 zu ihrem Universalerben Hrn. Ferdinand Ludwig von Hausen vgl. l>l. 1b, und legierte 4000 Tlr. dem Frl. Christiane Wilhelmine von Griesheim vgl. N. 2, 2000 Tlr. dem Frl. Caroline Dorothea Metzsch a. d. H. Mutschen, die ihr im Haushalt und in Krankheiten treulich beigestanden hatte; 100 Tlr. der Kirche zu Eula, welche am Margarethentage, 13. Juli, die halben Zinsen an Hausarme von Brauswig und Gestewitz verteilen soll; 2000 Tlr. jedem der sieben von Hausenschen Kinder, vgl., bl. Ib. 2. Christiane Fricdcrikc geboren 1720, 29. Okt ober, zu Ha inichen, gest. 1767/1773. Sie heiratete 1751, 13. April, zu Hainichen Johann Wilhelm von Griesheim auf Lodersleben, Herda und Oberthau, F. S. Goth. Dragoner-Kapitän, starb 1754/1767, und 17^/1767 den F.S.Hof- 47 und Kammer-Rat van Leutzsch zu Eiseuach. Ihrer Tochter Christiaue Wilhelmiue legierte ihre Schwägerin, N. 1, 4000 Tlr, 3. Hcuricttc Cnrolinc war 1722, 10. März, zu Hainichen geboren und starb in Wochen 1750, 22. September, fünf Tage nach ihrem Gemahl, Gottlob Ernst von Hausen, Major auf Groß-Ballhausen und Lützen- sömmern, der, 1700 geboren, 1750, 17. September, auf Gr.-B. verschied; Beide liegen dort. Ihr Sohn Ferdinand Ludwig v. H. heiratete die Nichte feiner Mutter, S. 49. Major v. H. hatte als Fähnrich beim F. Br.-Bayreuth. Grenadier-Bataillon gestanden und als Hauptmann beim Kurs. Sächs. Infanterie-Regiment v. Römer. 4. Johann Friedrich erhielt 1723, 7. Oktober, zu Hainichen die Nottaufe und starb spätestens 1821 als Letzter des Hauses Hainichen. Er vermählte sich 1747, 13. April, auf Oberschmon mit Dieterica Henriette Louise Marschall von Bieberstein, Erbin von Ober- und Nieder-Schmon und Cobrow, Tochter des 1728, 24. September, verstorbenen Hans Dietr. M. v. B. auf Schmon, und der Na. Na. geb. Marschall von Bieberstein a. d. H. Benn- städt; geb. 1729, 17. April, zu O., gest. 1786, 8. Juni, zu Cobrow. Kinder: lN 1. I. F. trat 1741, 16. Dezember, in die Armee, wurde im April 1742 Premierleutnant beim Kurs. Sächs Infanterie-Regiment Graf Stolberg. 1744 stand er im Felde. Es findet sich sowohl die Nachricht, daß er als Premierleutnant 1747, 28. Januar, die erbetene Entlassung erhielt, als auch die, daß er 1749, 26. April, Kapitän wurde und beim Infanterie-Regiment Prinz lavier stand. Er hatte viel Grundbesitz, von den? er nichts behielt. 48 Ober- und Niederschmon kaufte er von seiner Frau; Lehen 1751; Anschlag; 24 000 Tlr. Er verkaufte es 1770 an den Kreishauptmann Adam Friedrich Senfft von Pilsach. Beucha, was er nach Schmon bewohnt zu haben scheint, verkaufte er spätestens 1786 an den Grafen Georg Wilh, von Hopsgarten. Muckern, ebenfalls vom Vater ererbt, dieser uralte Besitz des Geschlechtes, wurde 1781, 3. November, im Konkurs der Frau Johanne Chane. Rivinus sammt Inventar für 11 200 Tlr. zugeschlagen. Sie besaß schon Neumuckershausen, sonst Muckern unteren Teils genannt, was 1598 Wilhelm v. Z., S. 17, abverkauft hatte. Die Orte haben ihre Namen im Laufe der Zeit vertauscht; Ober-Muckern heißt jetzt Neumuckershausen — mit Unrecht. Nur wenige Spuren außer dem großen Wallgraben sieht man noch von der Anlage der alten Wasserburg. Hainichen samt Inventar und Einrichtung, auch elf Porträts erbte er 1773 vom Bruder; auch dieses Gut, dessen geringes Herrenhaus so viel Freud und Leid des Geschlechtes v. Z. gesehen, verkaufte er an den Rittmeister von Bärenstein aus Zechau. Cobrow, wo 1786 seine Gemahlin starb, behielt er auch nicht. 1821, 2. Mai, bot das Kreisamt Leipzig 45 Tlr. 5 gl. 1 H Vermögensrest aus seinem Kreditwesen aus; Johann Friedrich war tot. 5. Ferdinand Lcdcrccht geboren 1725,3. September, in Hainichen, gest. 1751, 4. Dezember, zu Leipzig, liegt in Hainichen und war unvermählt. 1741, 19. Dezember wurde er Fähnrich; 1742, 23. August Sous- leutnant im Infanterie-Regiments Allnpeck, mit dem er 1744 im Felde stand. 1748 stand er beim Grenadier-Bataillon Graf Bellegarde, wo er 1751, 10. Juli, Premierleutnant wurde. n. Kinder van Johann Friedrich, N. 4. 1a. Lndolph Friedrich Wilhelm, auf Oberschmon 1748, 3. November, geboren, 1756, 3V. Dezember gestorben. Ib. Carolinc Lauste Dictcrica, verm. von Hausen. 1e. Johanne Fricdcrikc, zu Oberschmon 1756, 10. März geboren, 13. März gestorben. Ib. Carolinc Lauste Dictcrira heiratete 1768, 15. November, auf Oberschmon ihren Vetter Ferdinand Ludwig von Hausen auf Gr.-Ballhausen und Lützensömmern, S. Goth. Kammerjunker und Kornet, geb. 1746, 29. Dezember, auf G.-B.; Eltern! S. 47. Er erbte 1793 Braus- wig und Gestewitz von seiner Tante, S. 46, und war 1829 tot. Vgl. Wolfram, Chronik von Borna. Hans Oelst schau lt. Kinder von Tobias, 4. 8, auf Oeltzschau, S. 41. Erster Ehe: 7. Caspar, geb. 1654,17. April, in Oe., gest. spätestens 1679. 8. Tobias, geb. 1655, 7. Juni, in Oe., gest. 1712, 2. Oktober daselbst, liegt daselbst; er hatte seinen Anteil an Oe. an seinen Bruder Heinrich verkauft. 9. Christian, geb. 1656, 24. Juli, auf Oe., starb wohl 1681/1688. 10. Friedrich, geb. 1658, 4. Februar, in Oe., gest 1695, 26. Januar daselbst, liegt daselbst im Gange gegen die Orgel, war unverheiratet. 11. Hans, geb. 1659, 2. Januar, in Oe., gest. 1679/1681, wohl auswärts. 50 12. Heinrich, siehe unten. 13. Adolf, geb. 1662, 5. April, in Oe., gest. 1676/**. Zweiter Ehe: 14. Johann August, geb. 28. Januar, gest. 20. April 1665 in O., liegt daselbst. 12. Heinrich auf Oeltzschau, war daselbst 1660, 17. April, geboren. Er war in Schulpforte, studierte um 1677/1680 in Leipzig, sollte dann in Oraniens Leibgarde eintreten, ging auch nach Holland, wohl bis 1683. Erst 1701 erfolgte die Erbteilung, wobei Oe. 24000 Gulden galt, Heinrich, schon verheiratet, brachte es allein an sich. Inzwischen waren Steinbach und Muckern 1677 den Häusern Oe. und Hai. zugefallen, et. 4. 14, Muckern kam an Hai., Steinbach der Hauptsache uach an Oe., wurde aber der Witwe von Sigis- mund v. Z., 4. 15, verkauft, spätesteus 1683. Kemmlitz kaufte Heinrich von Tobias Ludolph v. Z., 1^. 4. Er hatte um die Zeit der Erbteilung mit 40 Jahren zum ersten Male geheiratet: 1700, 20. Juli, auf Oe. Christiane Dorothea von Zaschnitz, Tochter des Kgl. Schwed. Rittmeisters Chph. Heinr. aus Nieder- Glauchau aus zweiter Ehe mit Dor. Pflugk; sie starb mit Hinterlassung eines Söhnchens schon 1701, 2. September, in Oe., liegt daselbst. Seine zweite Gemahlin, Christiane Sophie Pflugk, verlor Heinrich auch schon 1706, 21. Januar, uach Geburt eines toten Sohnes in Oe.; sie liegt daselbst. 1715, 16. Juli, vermählte er sich zum dritten Male: auf dem Obern Hofe zu Beuchlitz mit Christiane Dorothea (Marie Dor.) Edlen Sack, Tochter des Kapitänleutnants Hans Chph. S. auf Beuchlitz und wohl der 1668, 1. Juni, mit ihm vermählten Marie Magdal. v. Wurmb; geboren 1686, 16. Juni, auf dem O. H. zu B., gestorben 1724, 18. Januar, in Oe., liegt 51 daselbst. Am 8. September folgte ihr das jüngste Töchterchen, 1726, 7. August, der Witwer, Heinrich, im Tode, er wurde 10. August, abends, in Oe. beigesetzt, dessen Gruft stich bald noch mehr stillen sollte. I.. Seine Rinder. 5. Heinrich Adolf, erster Ehe. 5d. Toter Sohn, zweiter Ehe 1706. 6. Marie Cntharinc, verm. von Hartitzsch. 7. Christiane Henrictte, verm. von Dieskau. 8. Dorothea Elisabeth, geboren 1723,27. September, gestorben 1724, 8. September, in Oe., liegt daselbst. 5. Heinrich Adolf, nach dessen Geburt die Mutter 1701, 2. September, in Oe. gestorben war, heiratete — zwei Monate vor seinem Tode 1728, 20. Januar, 1727, 27. November, zu Altenburg Johanne Juliaue Louise von Ponickau, deren Mutter, Eleonore Elisabeth von Bärensteiu, schon 1728, 4. Januar, starb und mit reichem Monument in Oe. liegt. Der Vater war schon früher gestorben: Johann Adols v. P., Kammerherr und Stiftshaupt- maun zu Würzen, auf Pomsen und Groß-Zschocher. Nachdem sie 1728, 23. August, den PostHumus Christoph Heinrich Adolf geboren, verschied auch diese Witwe, die als eine vortreffliche Frau gerühmt wird, 1728, 29. August zu Oe., wo sie vor dem Altar liegt. Nach sieben erwachsenen Söhnen in der vorigen Generation stand nun das Haus auf dem sechstägigen Kinde ohne Eltern und Großeltern. 6. Marie Catharinc. Geboren 1717, 6. April, in Oe., gestorben 1740, 27. Juni, in Dresden, liegt in Vogtsdorf. Sie hatte unter Vormundschaft öS ihres Oheims Carl Chph. Sack und des Tobias Ludolph v, Z., K 4, nebst ihrer Schwester gestanden, 1727 das Freiadel. Magdalenen-Stift in Altenburg bezogen und sich 173°" mit Rudolph Dietrich von Hartitzsch auf Vogtsdorf vermahlt, der 1774 starb. 7. Henrictte Christiane war 1720, 29. Juni, in Oe. geboren und vermählte sich auf Hainichen bei ihrem Vormund Tobias Ludolph v. Z., K 4, 1736, 17. Juni, mit Carl Otto von Dieskau, Kgl. Preuß. Landkammerrat auf Kitzen, geboren 1696, 2. Dezember, auf G autsch. U. Einziges Kind von Heinrich Adolph, I.. 5. 6. Christoph Heinrich Adolph, war als Posthumus 1728, 23. August, sechs Tage vor der Mutter Tod in Oe. geboren. Wie und wo er aufgewachsen, ist uns nicht bekannt. 1747 mündig gesprochen, wurde er 1748 Kammerjunker, nahm 1749, 12. Juli, um zu reifen, auf 2 Jahre Lehnsindult, scheint aber 1750—54 in Oe. gewohnt zu haben. 1756 nahm er Königl. Französische Kriegsdienste, in denen er zwei Kampagnen mitmachte, beim Regiment Mine, la Dauphine und als Kapitän beim Regiment Royal Baviöre stand und nach Angabe seines Sohnes Generaladjutant von Soubise war. 1759, 3. Januar, schrieb er in Hanau in ein Stammbuch. 1761 beabsichtigte er, heimgekehrt, in dänische Dienste zu treten, wurde aber Kurfl. Kammerherr. 1763 war er Mitglied der Ökonomischen Sozietät in Leipzig. Schwer durch den Krieg geschädigt, verkaufte er das kleine Rittergut Kemmlitz, das über 300 Jahre beim Geschlecht gewesen, aber nur selten bewohnt worden war, 1769 für 13500 Taler an 53 Friedrich Wilh. v, Hohenthal, und Oeltzschau 1777 an seinen Sohn, weil diesem die Lehen daran verweigert wurden. 1779 bat er um Kammerherrn-Besoldung, da seine Vermögensverhältnisse sehr schlecht waren. Er scheint um diese Zeit in Hubertus- burg gewohnt zu haben, war aber 1784 Reisemarschall beim Herzog von Mecklenburg - Strelitz, wurde 1790, 6. Dezember, Schloßhauptmann zu Neustrelitz, war 1796 dort Kammerherr, stnud als solcher aber auch in Sachsen noch in den Listen von 1797. Er starb 1799, 6. April, zu N., Schloßstraße 13. Sein Porträt in Öl, sehr gut gemalt, ist in Neuensalz. 1765, 21. April, hatte er sich auf Oe. vermählt mit Marie Margarethe von Gillet, welche 1787, 4. April, starb. Sie war die einzige hinterlassene Tochter von Johann v. G., Ritter, Erbherr auf St. Marcelliu usw. Erster und General-Subdelegat aller Seeküsten der Provinz Bretagne. Die Trauung erfolgte nach ergangener Konsistorial-Verordnung und auf dem Rittergute. Christoph Heinrich Adolphs Sohn. Carl Amabilis Dcjldcrws. Er war in Ruffel in Flandern (Lille?) 1750/1761 geboren, und starb unverheiratet 1818/1822, vielleicht im Februar 1819 in Bunzlau als Königl. Preuß. Stabskapitän in Pension. Er war in Dresden auf Schule, soll auch in Meißen auf der Fürstenschule gewesen sein, trat 1769 als Gemeiner in die Armee, wurde Kadett und Unteroffizier im Regiment Kurfürst, Infanterie, und 1774, 20. April, aggr. Souslieutenant, nahm aber iin Herbst den Abschied, da ihn: der Vater den Zuschuß »licht zahlen konnte und ein Heiratsplan sich zerschlagen hatte. Oeltzschau kaufte er 1777 dem Vater ab, verkaufte es aber 1777 oder 1778 au Friedr. Chnrl. geb. Junghans, veriv. Hummel in Leipzig, nachmalige Frau von Boltenstern. So 54 kam auch dieser uralte Hauptsitz des Geschlechtes aus dessen Händen. C. A. D. bat 1780 von Leipzig aus um erneute Anstellung in der Armee, trat aber in hessischen Dienst, machte den amerikanischen Krieg mit, ging 1786, 18. August, in Königl. Preuß. Dienste über, indem er als Sekondeleutnant in das Füsilier- Bataillon Chanmortet eintrat. 1787 kam er zum Bataillon Pollitz, 1790, 5. Juni, wurde er Premierleutnant, 1794 Stabskapitän beim Bataillon Pellet in der Niederschlesischen Füsilier- Brigade. 1798, 25. September, trat er in Pension; 150 Taler. Er hatte in preußischen Diensten den polnischen Krieg mitgemacht, trat im Juni 1813 beim 14. Landwehr-Regiment ein und am 12. Dezember abermals in Pension. Hans Steinbach 4. Kinder von Hans Georg, 14. 25, auf Steinbach, S. 38. 14u. Johannes, 1616, 28. August, auf St. getauft, starb daselbst 1617, 29. Februar. 14b. Marie, 1617, ungefähr im Oktober, auf St. getauft, starb daselbst 1620, 21. Februar. 14o. Anna Margarethe, 1618, 26. November, auf St. geboren, starb daselbst 1626, 29. Juni, an roter Ruhr. 14c1. Georg Heinrich, geboren 1615, 1619 oder 1620, starb 1622, Mitte Juni. 17. Magdalenc, verm. von Brösigke, siehe unten. 14k. Hans Georg, geboren 1622, 29. Mai, auf St., 1643 tot. 14^. Adolph, geboren 1624, 12. Januar, auf St., starb daselbst 1629, 16. April. 14. Tobias, siehe unten. 15. Sigismund, siehe unten. 35 16a. Carolus, geboren 1627, 5. September, auf St., starb 1631 daselbst, beigesetzt 22. Juli. 16 b. Johannes II., geboren 1629, 14. Februar, auf St., starb daselbst 1631, 27. Juli. 16a. Georg, geboren 1630, 11. April, auf Kitzscher, daselbst 13. April gestorben, auch daselbst begrabe». 16 cl. Mo, geboren 1631, 5. November, zu Grimma, starb wohl zwischen 1655 und 1657. 18. Martha, verm. von Brösigke, siehe unten. 18b. Heinrich, geboren 1634, 26. April, auf St., starb daselbst 1635, 27. Februar. 19. Sophie, verm. von Wolsframsdorff, siehe unten. 17. Magdalcnc war 1621, 6. Januar, auf St. geboren und heiratete 1640, 20. Februar, den Domherrn zu Merseburg und Oberhofgerichts- Assessor zu Leipzig, Friedrich von Brösigke auf Breitenfeld. Die Hochzeit fand der Kriegsunsicherheit wegen zu Leipzig statt, in Hr. Ant. Sommers Behausung. F. v. B. war 1604, lt. April, auf Ketschür geboren und starb 1661, 8. Oktober, ans Breitenfeld; M. desgl. 1691, 4. November. Bon beiden mit neun Kindern ist in der Lindenthaler Sakristei eine Abbildung. 14. Tobias auf Muckern war 1625, 16. April, auf St. geboren, kam 1639, 19. September, auf die Fürstenschule Grimma, trat, als diese 1640, 20. April, geschlossen worden war, in Kriegsdienste und scheint nach 1644 in Kaiserlichein Dienste gestanden zu haben, unterschrieb auch 1650 — vielleicht wegen Abwesenheit — den Bornaer Vertrag nicht mit, S. 18. 1655 usw. wird er als Pate genannt. Um 1662 scheint die brüderliche Teilung stattgefunden zu haben, in welcher ihm Muckern zufiel, wahrend er Steinbach schon 56 1668 vom Bruder erbte. Seine wohl spätestens 1669 eingegangene Ehe mit Martha Cathastine, Tochter von Marie v. Z,, 4. 4, und Friedrich von Burkersroda, S. 39 und 42, gab ihm keinen Lehnserben, so daß Muckern nach Hainichen, S. 43, und Steinbach nach Oeltzschau, S. 56, siel. 15. Sustsmund auf Steinbach war daselbst 1626, 7. Mai, geboren, kam mit seinem Bruder nach Grimma, trat dann ebenfalls in Kriegsdienste und zwar beim Obristen von Wolfframsdorff. Aber schon 1642, 29. November, war er wieder beim Vater, ihn zu unterstützen. In der Erbteilung erhielt er Steinbach. Er verlobte sich zu Gröba 1660, 9. November, und vermählte sich auf St. 1661, 20. Februar, mit Dorothea Margarethe, Tochter von Friedrich von Schleinitz auf Nepdeck und Wendischbohra und Marg. v. Schleinitz aus Hof. Kinder: X. 15. S. starb 1668, 18. Januar, auf St. und liegl daselbst. Da er keinen Sohn hinterließ, fiel St. seinem Bruder zu, nach dessen Tod kam es mit Muckern an die Vettern zu Oeltzschau und Hainichen, welche es Lehnsschulden halber an Sigismunds Witwe spätestens 1683 verkauften. Sie starb 1690, 26. Januar, auf St. und liegt dort. Das Gut kam nun an ihre Tochter resp, deren Gemahl. 18. Martha war 1633, 4. Februar, auf St. geboren und vermählte sich daselbst 1655 mit Eustachius von Brösigke auf Kammer und Großbadegast. Er starb 1663, 29. Dezember, sie zu Kammer 1689, 23. Mai, und liegt daselbst. 19. Sophie . war 1638, 9. Dezember, auf St. geboren, stand erst ihren Brüdern, dann ihrer verm. Schwester Magdalene bei und ver- 57 mahlte sich spätestens 1689 mit dem F. Gothaischen Obristen zu Roß, Heinrich von Wolfframsdorff, auf Ramsdorf (?), und lebte noch 1691. Kinder Vvn Sigismund, A. 15, auf Steiubach. 15 a. Sehn, spätestens 1665 geboren, starb klein. 15b. Sohn, totgeboren 1663, 31. Januar, auf St. 15 e, Magdalcnc Margarethe, 1664 getauft, 21. Januar, zu St. 15ä. Sophie Agnes, geboren 1664, 24. Dezember, starb klein. 15 e. Dorothea Sophie, 1666, 24. Dezember, geboren, starb 1668, 21. (?) März, auf St. 15. Magdairnc Posthuma, geb. 1668, 23. Mai, auf St., vermählte sich 1684 in der Fastnachtsmoche zu Beucha mit Wolf Siegfried von Kötteritz auf Beucha und Wildenborn, geboren auf B. 1658, 20. Oktober. Er war Domherr zu Merseburg, 1714 Domprobst; F. S. Zeitzischer Hof- und Justizrat, 1697 Kon- fistorialrat, Obersteuereinnehmer, S. 93, Geheimer Rat und Vizekanzler, 1704 Kurs. S. Geheimer Rat und Vizekanzler, 1709 Präsident des Appellationsgerichtes — bis 1715; dann 1718 F. Anh. Zerbst. Premierminister, Kanzler usw. und Geheimen Rat im Lande Jevern. Dort im Schlosse zu Jevern starb 1720 Magdalene, 19. August, und ihr Witwer 9. September. Beide liegen in der Schloßkirche. Ihre Porträts sind in Neuenfalz. Das (jüngere) Haus Kötzschwitz. (Zuletzt Reichsfrei und katholisch.) S. lö. Volkmar Friedrich, S. 35, von seinem Bruder Hans oder dessen Erben in Oeltzschau abgefunden, kaufte um 1586 Kötzschwitz, wohl von v. Breitenbach und erhielt es 26. Dezember zu Lehen. Er dürfte die Schlacht bei Sievershausen mitgemacht und Barbara von Sepdewitz, die Schwester seiner 1560 verstorbenen Schwägerin, spätestens 1560 geheiratet haben, mit der er Oeltzschau bewohnte. Bis 1581 ist er mit den Seinigen im dortigen Kirchenbuche genannt. Außer mit Kötzschwitz wurde er auch mit dem Pfarrlehen Magdebvrn beließen, 1587; desgleichen mit dem Holze: die Dobitzschau 1587, welches er von Hans Braune und Mich. Böhme, oder von Gebr. Behren gekauft hatte. Er starb spätestens 1590. N. Seine Rinder. 31. Georg Ernst, siehe unten. 30. Caspar, siehe unten. 32. Barbara, verm. von Weidenbach, siehe unten. Hcnstchen, gestorben 1575, 18. August, zu Oe. Marinea, war 1581 Pate in Oe. 59 31. Georg Ernst auf Kötzschwitz usw. war 1560 oder eher geboren, fand seinen Bruder ab und erhielt das ganze Rittergut Kötzschwitz 1590, Z.Dezember, 1597 usw. zu Lehen; desgleichen die Dobitzschau 1590, 1592, 1602, 1612 und das ,stw pakronakns über Magdeboru 1592, 1602, 1612. Von seinem Bruder erbte er 1602 Weißbach und Nöbdenitz. In W. entstand 1603, 28. April, eine große Feuersbrunst. G. E. vermählte sich um 1591 mit Magdaleue Blancke, Tochter vom verstorbenen Georg B. auf Wahren (oder Joach. B., Kurfürst!. Hofmeister und Kammerjunker zu Heidelberg, auf Rüben) und Marie v. Ende; Kinder: ,1. 21. Er war 1624 tot. 30. Caspar auf Kahnsdorf, Weißbach usw. erhielt 1587, 10. August, zu Leipzig 30 Thaler Wartegeld auf 3 Pferde und 2 Monate vom Rittmeister Wolf von Carlowitz. Seinen Anteil an Kötzschwitz trat er 1587/90 dem Bruder ab, und kaufte Gr.-Pesse (Gr.-Pößna?) von Friedr. v. Schönberg, behielt es wohl nicht lange und kaufte Kahnsdorf von den Gebrüdern Georg und Christoph v. Ponickau; 1595, 28. August, erhielt er es zu Lehen. Er war damals bereits verheiratet, mit Anna Sibplle von Germar; 1599 ist seine Frau: Anna Marie genannt; Kinder: 21a, b. Während er Kahnsdorf bald an Friedr. v. Etzdorf verkaufte (Lehen 1600,10. Juli), kaufte er von Heinr. v. Schönberg 1599, 24. September, die Rittergüter Weißbach und Nöbdenitz und bezog Ersteres, wo er 1602, 18. Januar, starb und beigesetzt wurde. Ob ihm außer der Witwe auch Kinder überlebten, ist unbekannt. Die Lehengüter fielen an seinen Bruder. 32. Barbara war 1566, 16. April, zu Oeltzschau getauft. Sie vermählte sich mit Wolf Christoph von Weidenbach aus Leislau, der 1614 Fürstl. Stallmeister zu Altenburg war. 60 F. Kinder von Georg Ernst, II 31. 21. Volkmar Hildcbrand. Er war wähl nach 1591 geboren und heiratete spätestens 1618 Marie aus dem Winkel, Tochter von Sabine von Zehmen, S. 37, und Osw. a. d. W., der in 3. Ehe eine Schwester von Volkm. Hildebrands Mutter zur Frau gehabt haben soll; Kinder: It. 16, 18. V. H. besaß die väterlichen Güter Kötzschwitz, was er nach der Heirat bewohnt zu haben scheint, die Dobitzschau, Magdeborn, Weißbach und Nöbdenitz. Beim Absterben des Hauses Muckern 1631 nahm er Probst-Deuben mit Stöhna und dem Niederholze an sich. Er starb 1637 zu Schmolln. Georg Philipp war nicht sein Bruder, S. 78. b) Rinder von Caspar, R. 30. 21a. Barbara, 1600, 28. August, zu W. geboren. 21b. Annchc», starb als jüngstes Töchterlein 1602, 3. Oktober, oder 1603, 30. Oktober zu W. It. Rinder von Vollnnar Hildedrand, >1. 21. 16. Grorg Oswald, siehe unten. 18. Hildcbrand. siehe unten. 18a. Sibyllc Sophie, geboren zu W. 1627, 15. April, erkrankte 1630 auf der Flucht von W. nach K. am 8. Februar oder 8. März, starb zu K. und wurde 11. März zu Magdeborn beigesetzt. 18b. Eine Tochter war vorher gestorben. 18a. Eine Tochter starb nachher. öl (?) Jgsr. Sibistlc Sophie wird 1648, 1652, 1654 genannt und kann eine nach dein Tode der gleichnamigen Schwester geborene Tochter von V. H. gewesen sein. Mindestens noch eine Tochter muß diesen überlebt haben, denn Georg Oswald hinterließe Frauen und Jungfrau Schwestern, Nicht Tochter von V.H. war wohl: Marie, welche 1639, 10. Juni, in Ronneburg beigesetzt wurde als Witwe des 1632 verstorbenen Kursächs, Rittmeisters Wols von Creutzen ans Gauern, Niederndorf und Braunigswalde, 16, Georg Dswald war 1618, 24. M ärz, geboren, kam 1636 an den Hof nach Altenburg und erhielt in brüderlicher Erbteilung 1638, 13. März, Kötzschwitz, die Dobitzschau, Probst-Deuben mit Gruna, Stöhnn und dem Niederholze. Schon 1640 erbte er aber vom Bruder auch noch Weißbach und Nöbdenitz. 1641 verkaufte er die Dobitzschau für 1242^ sl. an Georg Winkler. Er verheiratete sich 1641, 4. Februar, zu Altenbnrg mit Rahel Metzsch, Tochter von H. Dietr. M. auf Reichenbach und Anna v. Einsiedet, starb 1654, 27. August, zu Weißbach; seine Leichenrede ist gedruckt und sein Porträt befindet sich auf dein Polhofe und in Neuensalz. Die Witwe starb 1661. Kinder: K 9—14. 18. HUdcbrand hatte von den väterlichen Gütern Weißbach und Nöbdenitz erhalten, starb aber ledig schon 1640: sehr rittermäßig in einem Treffen. I.. Kinder von Georg Oswald, tO 16. 13. Volkmar Dietrich, siehe unten. 13. Nahet, 1649, 27. August, getauft zu W. Jgsr. Rahel wird noch 1678 genannt. 62 9, Sabine Elisabeth, verm. von Brand, siehe unten, 1t). Nahet Catharinc, verm. von Brand, siehe unten. 14. Georg Ernst, siehe unten. 12. AnnaMarie, verm.1. Stange, 2.Lindenau, siehe unten. 11. Catharinc Magdalenc, verm. von Lindenau. 11. Na., 6. Tochter. Güterteilung um 1669. Kötzschwitz war 1655/1663 an von Seidlitz, wohl den Kapitänleutnant Christian, verkauft worden, nebst Magde- born usw.. Probst-Deuben usw., hatte vielleicht schon Georg Oswald verkauft; es gehörte denen von Zweymen. Auch Gruna findet sich seit 1639 nicht mehr erwähnt. Weißbach und Nöbdenitz erhielt Volkmar Dietrich, so daß Georg Ernst gar keinen Grundbesitz erhalten zu haben scheint. 13. Nolkmar Dietrich war 1646, 24. November, auf W. geboren, diente 1663 unter Oberst Stanges Fürstl. Lüneb. Regiment in Holland, übernahm 1668 die Rittergüter Weißbach und Nöbdenitz, welche bald danach in seinen Besitz gelangten. Er verkaufte aber Weißbach 1680/1681 an Carl Heinrich von Biesenrodt und Nöbdenitz 1681/1684 an Heinr. Bernh. v. Schauroth. Dagegen kaufte er 1681, 1. September, Pöltzig von des Gg. Friedr. v. Creutzen Erben, baute es nach einer 1685 entstandenen Feuersbrunst für über 12 000 Mfl. neu auf und verkaufte es 1691 für 30 000 Mfl. dem Grafen Elias Andr. Henckel. Frankenhausen kaufte er 1688 im Konkurs des Adph. Friedr. v. Thumshirn. Gablenz soll er auch besessen haben und Gaschwitz von einem Brandt von Lindau gekauft, 1702 an General Gg. Friedr. v. Hopfgarten verkauft haben. Lauterbach erstand er 1708 aus dem Nachlaß Carl Wilh. Böses im Konkurs für 20 000 Mark. 63 Er vermählte sich 1675, 9. Mai, auf dem Palhofe zu Altenburg mit der zu A. 1657, 12. Januar, geboreneu Dorothea Felicitas von Thumshirn, Tochter vom verstorbenen Wolf Cour. v. Th., Fürstl. S.-A. Kanzler auf dem Polhofe, Ponitz, Lohma und Nobitz und M. Elis., Tochter des Kauzlers I)r. Beruh. Bertram auf dem Polhofe, Nobitz und Frauenfels. Mit ihr bewohnte er erst Weißbach, pachtete dann Lohma bis mindestens 1684 und wohnte zuletzt in Ponitz, wo er 1713, 25. Februar, starb und beigefetzt wurde. Sein Monument ist noch dort, seine Leichenrede handschriftlich in Neuensalz. Durch feine Ehe erlangte er Nobitz um 1692 für 13000 Mfl. von seiner Schwiegermutter, er trat es aber seines Bruders Frau, die seiner Gemahlin Schwester war, 1711 für 11000 Mfl. ab, als mit Christian Will), v. Thumshirn dieses Geschlecht erlosch und Voltin. Dietrichs Gattin Ponitz und Lohnn gegen Herauszahlung von 16 500 Thaler allein annahm. Sie verkaufte Lohna 1712, 4. Mai, ihrem Schwiegersohne v. d. Planitz, und Ponitz gab sie ihrem Sohne, von dem sie es 1724 wieder erbte. Als sie selbst 1828 starb, fiel es an ihre zwei Töchter. Ihr Bil>) ist in Neuensalz. 9. Sabine Elisabeth war zwischen 1641 und 1650 geboren und vermählte sich mit Erasmus von Brandt auf Gleina, Zinnn, Lucka, F. S. Altenburg. Hofrat, der 1669, 27. Dezember, starb, ob. W 10. Sie war 1715 tot. 10. Rahcl Catharinc war 1651, 25. April, aus W. geboren und heiratete 1682, 2. Februar, auf Haardorf den Bruder ihres Schwagers: Friedrich Wilhelm von Brandt ans Haardorf und Klein- 64 Helmsdorf, der 1699, 22. Januar, nach 1V->jähriger Krankheit starb und dessen zweite Gemahlin sie war. Sie verlor drei erwachsene Söhne, hinterließ einen nnd hatte eine Tochter, welche seit 1710 an Georg Ernst von Zehmen, N. 10, verheiratet war. 14. Georg Ernst ans Wendischleuba war in Weißbach 1652, 2. November, geboren, erhielt H. Cph. v. Ende auf Selka zum Vormund, kam 1668 als Page der Herzogin nach Jena und wurde 1675 vom Herzog wehrhaft gemacht und zum Hof- und Kammerjunker ernannt. 1676 reiste er auf eigene Kosten an den Kaiser!. Hos nach Wien. Als 1678 Herzog Bernhard von Sachsen-Jena starb, wurde Ernst Kammerjunker des Herzogs Friedrich von Sachsen-Gotha- Altenburg. Zu Altenburg hatte er sich 1677 mit seines Bruders Schwägerin: Christiane Sophie von Thumshirn, S. 63, verlobt. Die Hochzeit fand 1678, 13. August, aus Wendischleuba statt. Dieses ausgezeichnete Gut mit seinem schönen Schlosse hatte er 1677 von der Fürstl. Rentkammer gekaust, wohl in der Hoffnung, hier einen dauernden Sitz seines Hauses zu gründen; aber es sollte anders kommen. Der einzige Sohn wurde katholisch und der Grundbesitz der Eltern kam an die Tochter, nämlich Wendischleuba und von der Mutter der Polhof und Nobitz, siehe bei 1^. 13. 1681 wurde Ernst Hofmeister der Herzogin, 1685 reiste er 14Z Jahr nach Frankreich usw., wohin er 1688 den Herzog als Reisemarschall begleitete. 1689 wurde er als Kammerdirektor und Haushofmeister nach Römhild erbeten, kehrte aber 1694 als Hausmarschall nach Gotha zurück, wurde 1699 Hofmarschall, 1701 Obersteuerdirektor im Fürstentum Altenburg, 1705 Oberhofmarschall, 1716 Amtshauptmann von Wachsenburg und Jchtershausen, 1719 von Gotha. Hier starb er 1728, 27. Januar; er liegt mit Monument in W., ivo 65 seine Witwe 1741, 16. April, verstarb. Ihre Bilder sind in Neuensalz, Kinder N. 7—10. 12. Anna Marie heiratete 1663 Wolf D ietrich Stange, F. S. Hofmarschall auf Oberlödla und Knau und nach dessen 1667 erfolgten, Tode spätestens 1675 Adam Eberhard von Lindenau auf Potenz, Oheim von N. 11. Sie war wohl 1715 tot. Ihr Sohn Hans Georg v. L. heiratete 1703 die Tochter ihres Bruders Ernst, N. 17. 11. Catharinc Magdatcne heiratete spätestens 1677 Christoph Ernst von Lindenau auf Ammelshain, der 1698, 7. September, starb, uud war wohl 1715 tot. U. a.) Rinder von Volkmar Dietrich, N. 13. 7. Dorothea Elisabeth, verm. von Schönberg, siehe unten. Christiane Sophie, geboren auf W. 1678, 21. September, starb jung. 8. Christiane Sibistlc, verm. von der Planitz, siehe unten. 9. Wots Conrad, getauft ans Lohma, 18. November 1681, starb 1683, 11. Februar, und liegt daselbst. 10. Georg Ernst, siehe unten. 7. Dorothea Elisabeth war 1675, 12. Dezember zu W. geboren und vermählte sich 1693, 2. November, mit Rudolph von Schönberg auf Gelenau, Zwöuitz, Thun,, Wiesa und Lauterbach mit Harthau, 1713, 17. Juli, von Georg Ernst v. Z., N. 10, gekauft und mit 20 000 Mfl. gleich bar bezahlt. Er war 1668, 21. Juli, ge- 66 boren und starb 1718, 11. September, ohne Kinder D. E- starb 1744, 12. Januar, auf Ponitz; siehe N. 8. Ihr Bitd ist in Neuensalz. 8. Christiane Sibisilc war auf W- 1680, 22. Juni geboren und vermählte sich 1700 auf Ponitz mit Carl August Edlen von der Planitz, dem sie in 35 jahriger Ehe 12 Kinder in Lohma gebar. Mit 74 Jahren hatte sie 30 Enkel und 5 Urenkel erlebt. Ihr Gatte war F.S. Eisenbergischer Hausmarschall und starb im 66. Lebensjahre 1735, 3. August, auf Ponitz. Er besaß 1707 Auerbach, kaufte das schon längst als Pachter bewohnte Lohma 1712, 4. Mai, von seiner Schwiegermutter, taufte Carthause 1725, verkaufte es aber 1730 wieder. Frankenhausen gehörte ihm oder wenigstens seinen Nachkommen. Ponitz erbte Eh. S. von der Mutter 1728 gemeinsam mit der Schwester, welche ihr 1744 ihren Anteil hinterließ und mit ihr eine Silbermannsche Orgel in die neue, 1734 geweihte Kirche geschenkt hatte. Eh- S. starb auf Ponitz 1754, 2. Juli, und liegt daselbst, Ihr Bild ist in Neuensalz. 10. Georg Ernst wurde 1683, 31. Dezember, auf Lohma geboren, war F. S. Kammerjunker zu Gotha-Altenburg, und vermählte sich 1710 mit Rahel Elisabeth von Brand, siehe U. 10. Er war ihr rechter Vetter und die Ehe blieb kinderlos, so starb er als Letzter des Hauses 1725, 1. März (1724, 2. März) aus Ponitz, wo auch seine 1686, 15. November, geborene Gattin 1725, 11. April, verschied und beide mit Monument begraben liegen. Ihre Bilder sind in Neuensalz. An Gütern hatte G. E. vom Vater Frankenhausen und Lauterbach, angeblich auch Gablentz geerbt, auch hatte er Ponitz 67 bekommen und Carthause 1715 im Konkurs des Oberfloßkommissars Tobias Leube erstandein Lanterbach mit Harthau verkaufte er 1713 seinem Schwager v. Schönberg, siehe oben. Carthause fiel bei seinem Tode heim, siehe HI. 8. Ponitz fiel an seine Mutter zurück und kam dann an die Edlen von der Planitz (HI. 8), welche auch Frankenhausen erlangten. k>) Rinder von Georg Ernst, 1^. 14. 12. Christiane Elisabeth, geboren auf Wendischleuba, 1679, 26. August, gestorben 168tt, 7. August, daselbst. 13. Christiane Sophie, geboren zu Altenburg 1681, 4. Oktober, gestorben 1692 zu Römhild. 14. Friedrich, seit 1706 römisch-katholisch, siehe unteu. 15. Charlotte Marie, geboren 1688, 9. Februar, starb 1691, 14. Juni. 16. Marie Charlotte, geboren 1691, gestorben 1699, 14. Juni (?), liegen in W.-L- 17. Sophie Elisabeth, verm. von Lindenau, siehe unten. 14. Friedrich, Reichsfreiherr (?), auch Johann Friedrich, war 1683, 9. Juni, auf W.-L. geboren, starb 1729, 16. Juni, zu Ober-Messing. Im Juni 1706 wurde er in Frankreich naturalisiert, um nach seinem am 15. Januar erfolgten Übertritte zur römisch-katholischen Kirche in Paris zu leben, scheint aber bald in den Dienst des Fürstbischofs von Eichstädt getreten zu sein, zunächst als Geheimer Rat; seit 1709 war er Amtmann von Wahrberg-Herrieden. Spätestens 1708 wohl verheiratete er sich mit des Fürstbischofs Bruderstochter Sophie Charlotte Marie Freiin Knebel von Katzenellenbogen, Tochter von Phil. Chph. K v. K., Kurmainzischem Geheimen Rat, Hofmarschall und Vizedom, und 68 Direktor der Oberrheinischen Ritterschaft und Marie Franziska Waltpott v. Bassenheim, Sie war wohl 1694, 24, Januar, geboren. Trotz dieser glänzenden Verbindung waren seine Eltern nicht mit F. einverstanden; er bekam keines ihrer Güter, sondern nur Lehnstämme von 8060 Mfl. auf W.-Beucha und 13000 Mfl- auf Nobitz und dem Polhofe. Er starb schon ein Jahr nach dem Vater, seine Witwe aber erst 1767, 5. April, zu Dresden, wo sie 1747 Fräuleinhofmeisterin der Kurprinzessin, 1752 Apa beim Prinzen Karl, dann Oberhofmeisterin der Kur- sürstin Maria Antonia war und als Freifrau in den Hoflisten steht. S. 3, 17, Sophie Elisabeth auf Wendischleuba, Nobitz und dem noch im Besitz ihrer Nachkommen befindlichen Polhose, wurde 1688, 1. Januar, oder 1685 geboren und vermählte sich 1703, 6. Mai, mit dein Fürstl, Sächs. Oberstallmeister zu Altenburg, Johann Georg von Lin- denau aus Polenz, S. 65. Er starb schon 1728, 13, Dezember. Sie erbte vom Vater W-, nahm laut Erbteilungsvertrag von 1741, 2. Juni, N. und den P. für 26000 Mfl. an und starb 1763, 6, oder 14, Mai. N. Kinder von Friedrich, N, 14, Reichsfreie, römisch-katholisch. Vier Töchter, spätestens 1709/1712 geboren, bald nach der Taufe verstorben, 2, Franstska Julian. Soph., geboren 1713, 5. April, gestorben im 63. Jahre, also um 1776, auf ihrem Gute Kreuth, war Kammerfräulein der Kurfürstin Maria Josepha v. Sachsen. 69 3. Johann Anton Ernst, geboren 1715, 25. November, zu Wahrberg-Herrieden, starb als Fürstbischof von Eichstädt 1790, 23. Juni. Er studierte in E., München und Jngolstadt, war Page und Kavalier am Hofe Karls VI., wurde 1737, 6. August, Domherr zu E. und nachdem er einige Jahre im dolloZIum (Wrnmuioum zu Rom gewesen, wirklicher Kapitularherr zu E. und 1757 Domdechant; 1781, 27. März, wurde er als Johann Anton III. zum Fürstbischof gewählt und er hat die auf ihn gesetzten Hoffnungen durch eine sehr segensreiche Regierung erfüllt. 4. Sophie Eleonore Jasrpha war 1717, 23. Januar, geboren, starb ledig in E. und liegt daselbst mit Monument auf dem Ostengottesacker. 5. Franz Crnjl August war 1718, 4. Oktober, geboren und starb in Kaiserl. militärischen Diensten. Er scheint derjenige Freiherr v. Z. zu sein, welcher 1759, 24. November, bei Anwesenheit des Kurfürsten Max in E. eine Eskorte Fürstlich Eichstädtischer Husaren kommandierte. 6. Friedrich Carl Ernst, geboren 1720, 3. April zu E., war im EoUsAium Llermunioum zu Rom, wurde 1747, 31. August, Domherr zu Frauenburg, 1764 Weihbischof von Ermland und Bischof von Lete i. p. i., 1765, 3. August, Domprobst; als solcher erlebte er 1772 die Wegnahme Erinlands durch Preußen. 1776 erhielt er die reiche Pfarre Thiergarten und nachdem er wiederholt Bistumsverweser gewesen, wurde er 1795 Generalvikar und 1796 General-Ofsizial, er erkrankte aber 1797 so schwer, daß er sein Amt als Weihbischof niederlegen mußte uud starb, 10 Tage uach Ernennung seines Nachfolgers, 1798, 13. Dezember. Um seinen Nachlaß 70 bewarb sich Caroline v, Z, Zu seinen Liebhabereien gehörte namentlich die Jagd, 7. Philipp Ernst, geboren 1721, 6, Juli, war Page der Kaiserin Amalie, dann Fürstl. Eichst, Geheimer Rat, Oberforstmeister im unteren Hoch- stist sowie Pfleger zu Ober-Mässing, wo er 1790, l I.Januar, starb und mit Monument liegt. Er vermählte sich mit Louisas?) Maria Carolina Henrica Ludovica Reichsfreiin von Rollingen, gen. Raville aus Brabant, Tochter von seiner Mutter Schwester Theresia K. v, K. und Joh. Phil. Reichssrei- herren v. R. 8. Friedrich Casimir Ernst, geboren 1723, Anfang Januar, war Page zu München, dann Domherr zu Eichstädt 1744, 28. Juli, und starb 1753, 6. Dezember als Domizilarherr in Marienburg (oder Fraueuburg?), wo er in den Domherrengrüften liegt. 9. Maximilian Heinrich Ernst, geboren 1724, 13. Juli, war Kammerpage bei der verwitweten Kaiserin Maria Amalia. 10. Charlotte Sophie Antoincttc, geboren 1725, 13. Oktober, lebte meist bei ihrem Bruder, dem Fürstbischof in E., wo 1787, 22. Dezember, Maria Charlotte, Reichsfreiin v. Z. unvermählt starb. Das wird sie sein. Eine Charlotte Baronne de Z. erhielt 1820 und 1822 in Linz Pension; da wäre 10 schon 97 Jahr alt gewesen. 11. Ludwig Johann Ernst, geboren 1727, 6. oder 27. November, starb 1751, 13. September, zu E., wo er aus dem Ostengottesacker ein Monument gemeinsam mit seiner Schwester, 5l. 4, hat. 71 12, Adolf Karl Alexander Lothar war 1729, 5, Mai, geboren, kam als Page des Kurfürsten nach München, studierte auf dessen Kosten in Leipzig, dann in München, war Fürstbischöflicher Kannnerherr zu Eichstädt und Salzburg und wurde vom Bischof von Würzburg zum Kammerherrn und Hofrat, dann zum Reichskammergerichts - Präsidenten (?) zu Wetzlar ernannt. Auch als Kurfürst!. Bayr. Kammerherr wird er bezeichnet. 1768 berief ihn der Kurfürst von Sachsen als Geheimen Rat! zu wirklichen Diensten bei seiner eigenen Person und Adolf bewährte sich in hohem Grade durch Rechtlichkeit, große Uueigeunützigkeit, viel Befähigung und richtiges Urteil' siehe Archiv s. Sächs. Gesch. VIII u. X und Gretschel, S. Gesch. III, 202, 227. Adolf starb 1801, 24, Mai, zu Dresden und hatte sich (Eheberedung 1777) vermählt mit Magdalene Christine du Buy, welche 1806, 11. August, zu Dresden starb und in die Ratsgrust beigesetzt wurde. Kind: 7b, 0. Rinder von Philip;, Ernst, X. 7. 1, Alaiha Caroline (Louise?) war 1750, 28. April geboren, wurde Hofdame der verwitweten Kurfürstin von Sachsen Maria Antonia und vermählte sich 1774, 18. Oktober, mit Christian Constantin von Dziembowski- Pomian (geboren 1741, 22. März), damals Premierleutnant bei der Leibgrenadiergarde und Adjutant, Er wurde 1781 Kammerherr und Kavalier, später Obersthofmeister der Prinzessin Anton und starb 1809, 2, April, zu Warschau,' desgleichen seine Witwe 1818, 29, Mai, in Dresden, Porträt in N. 72 2. Wüldpirrgki geboren 175*, war Stiftsdame zu Vielich und starb 1805 zu Dresden. Sie hatte die Prinzessin Marie Anna von Sachsen zu ihrer Universalerbin eingesetzt. 3. Maria Antonia Ludovica Carolina Adelgunde Appollonia Scholastica Johanna Nepomucena, geboren 175^ war Stiftsdaine zu Prag und starb zu Sterkborn als Witwe des Frei Herrn Johann Joseph von Bodman auf Möckingen, geboren 1719, und als Mutter des Freiherrn Ruppert v. B., der 1821 ihren Bruder, den Letzten des ganzen Hauses beerbte. 4. Franz Faver Anton war 1756, 29. Juli, geboren, wurde 1771, 9. Januar als Domherr zu Eichstädt aufgeschworen, studierte 1775 daselbst ans dem Lyceum und wurde 1781, 3. April, Kapitularherr. Als der Fürstbischof 1796 nach Gratz flüchtete, war F. als Regierungs- Vizepräsident zur Statthalterschaft berufen. Ebenso bei der Flucht des Fürstbischofs 1800, 21. Juni. Ney ließ, um Kontributionen zu erzwingen, die ganze Statthalterschaft verhaften. F. starb zu E. 1805, 13. März, als Kapitularherr, Domkantor seit 1801, Kurfürstlich Salzburgischer Geheimer Rat, sowie freiresignierter Hos- und Regierungsrats-Vizepräsident. 5. Franziska. 6. Raymond Anton Ernst (?) Hyacinth Carl Franz de Paula Orban Mathias war 1759 geboren, war Fürstlich Eichstädtischer Geheimer Rat und Oberststallmeister und starb zu E. 1821, 30. März, als Letzter nicht nur des katholischen und reichsfreien Hauses zu Eichstädt, sondern auch der ganzen älteren(Volkmarschen)Linie des Stammes 73 zu Oeltzschau. Beerbt wurde er von seinem Neffen Ruppert Freiherrn von Bodman, Zum Nachlasse hat vielleicht das Gartengrundstück gehörst welches zu E. in der Westenvorstadt gelegen, auf einer Karte von 1796 als des Herrn v. Z, Garten bezeichnet ist, 7. Fricdcrikr, war Stiftsdame zu Schöneis. Kind von Ndolplz. st!, K., 12. 7b. Na. Un., geboren zwischen 1778 und 1784, starb mit fünf Jahren in Dresden 178*, vielleicht: Franziska Josepha. llberdem werden genannt: C-nolinc v. Z., 1798, S. 70. Carlinn, Carolina Baronne de Z. und Chnrlottc, welche in Linz wohnten und 1818/1829 resp. 1820/1822 Königlich Sächsische Pension erhielten. Siehe über das Haus zu Eichstädt: Mitteilungen der Bayerischen Numismatischen Gesellschaft- Eichstädter Kapitulskalender. Jul. Sax: Geschichte von E. Jul. Sax: Bischöfe und Reichsfürsten von E. Kurs. Salzburg-Eichstädter Jntelligenzblatt. Strauß: Beschreibung von E. Zeitschrift für Bayern 1816. Das alte Haus zu Kötzschwitz. Dieser Zweig scheint dem Stamme zu Oeltzschau angehört zu haben. Von ihm liegen folgende Nachrichten vor: 1420 sollen die Gebrüder Rickcl und Hans v. Z. Kötzschwitz für 200 sl. samt der verwüsteten Flur Magdeborn vom Bischof von Merseburg gekauft haben. Hans, Conrad und Thiync, Gebrüder v. Z., S. 32, erhielten 1435 Merseburger Gesamtleheu zu Magdeborn (2 sl. Geldes) und anderwärts. 1442 bekam Anna, des Tkstyme?) v. Z. Gattin, Leibgedinge zu Kötzschwitz, Zehmen und Gruna vom Burggrafen von Leisnig. 1445 stand Thymo zu Kötzschwitz mit 1 Pferde und 1 Knechte, 1447 aber mit 3 Pferden in der Liste der Erbarmannen. 1450 erhielt er Lehen mit seinem Bruder, wohl nur als dessen Mitbelehnter, S. 33. 1451 kaufte die Witwe eines Thymo v. Z. mit ihren Kindern Zinsen zu Jeschewitz (Geschwitz?). 1463 erhielten: Curt zu Oeltzschau und Hans nebst seinen Brüdern, Gevettern zu Kötzschwitz, die gesamte Hand an Merseburger Lehen: in Magdeborn 2 wüste Höfe, 1 Hof, 75 von dein der Kirchner 1 gl. Zins zahlt, und 2 Acker Wiese, zu Koltzen 6 gl. Zins, zu Rödichen 6 gl. Zins, zu Gören 8 (7^) gl. Zins, zu Schorlop 1 Schock, zu Dechwitz 1 Schock uud 9 gl., 1 wüsten Garten und den Tautzberg. 1468 verlieh der Bischof von Merseburg Hansen v. Z. zu Kötzschwitz ungefähr dieselben Lehnstücke, und des verstorbenen Curt zu Oeltzschau Söhne waren Mitbelehnte. 1471 hatte Hans v. Z., wohl der Kötzschwitzer, Streitigkeiten mit seinem Eidam, Christoph von Döbitzen, der die Tochter verleibgedingen sollte. Hans (Klein Hans), wohl der Sohn des bisher gen annte n, erhielt 26. Juli 1474 einen Leisniger Lehnbrief als Nachbesitzer seines Vaters über Kötzschwitz, Dorf, Hof, Vorwerk usw., Gruna und ^/z der Mühle zu Zehmen. Dieses Mühldrittel wurde schon 1349 erwähnt, S. 6. Ebenfalls 1474 Dienstag n. Jak. erhielt Hans' Gattin diese Lehen zu Leibgut. Auch wird 1474 Donnerstag n. Marg. Klein Hans und sein Weib Margarethe genannt und Klein Hans wurde 1477 mit den 1474 genannten Stücken beliehen. 1482 ist er Vormund der Frau Anna v. Zeschau zu Ober- Nitzschka und Zeuge des Burggrafen zu Leisnig. 1483 erhielt Haus Erlaubnis zur Errichtung einer Mühle zu Kötzschwitz: in der Freiheit, an der Gössel und geriet darüber in Streitigkeiten. Das Leibgeding seiner Frau wurde erneuert, abfindbar mit 300 fl.; 1485 wurden Lehen und Leibgedinge ebenfalls erneuert und Hans war Zeuge und Vormund; 1490, 1492, 1497 ist er als Mitbelehnter, 1493 als Zeuge genannt. 1499, Montag n. Franc, stellte er dem Burggrafen einen gesiegelten Revers aus über seine Lehen zu Kötzschwitz, Gruna, Zehmen ('/z Mühle) uud Geschwitz ('/y Hufe). Bald danach scheint er gestorben zu sein und 76 drei Söhnen Wolf, Georg, Rudolpb hinterlassen zu haben, welche 1512 mit seinem bisherigen Besitze beliehen wurden, Wals war 1503, 1504, 1505 Zeuge von Edelleute» der Merseburger Gegend, wurde 1510 als „zu Kötzschwitz" bezeichnet, und angeblich soll ein Wolf v, Z. 1532 und 1533 Verwalter des Klosters Buch gewesen zu sein, Georg ist außer 1512 nicht genannt; er könnte derjenige v, Z. sein, welcher 1514 angeblich vor Dam geblieben ist (?). Rudolph auf Kötzschwitz scheint 1520/1523 einen gleichnamigen Sohn hinterlassen zu haben. Unter seinem Namen finden sich folgende Angaben: 1500 R, zu Kötzschwitz. 1512 siehe oben. 1515, 22, Dezember, Merseburger Tonsurist. 1520 R zu Kötzschwitz. 1523. Eines R. v, Z, Witwe soll Lehenstücke verkauft haben. Demnach dürften folgende Nachrichten sich wenigstens zum größten Teile auf einen Sohn: Rudolph beziehen, 1526 Rudolph hat einen Totschlag begangen, 1529 R. ist Vorbesitzer gewesen von Hans v. Z. zu Zehmen, dem nun das Drittel der Mühle zu Zehmen verliehen wird 77 waren schon 1349 beim Rittergut Zehmen, S, 6) und R, zu Kötzschwitz soll unbefugt Lehnstücke verkauft haben. 1531 soll nicht mehr R. v. Z., sondern Georg von Breitenbach Kötzschwitz besessen haben, der 1534 die dem R. v. Z. abgekauften Merseburger Stücke zu Magdeborn, Dechwitz, Naun- dorf usw. zu Lehen erhielt. 1531 R. v. Z. auf Gestewitz, Mitbelehnter an Köhra laut Original-Lehnbrief. 1532 Rudolphs Gattin Barbara von Haugwitz, Tochter von Caspar v. H. auf Flößberg, erhielt am 7. März Hof, Sitz usw. zu Gestewitz als Leibgut. 1533, Donnerstag n. Egidy, erhielt R. einen Kurfürstlichen Lehnbrief über Sitz, Hof usw. zu Gestewitz usw., wie er schon von dem 1532 verstorbenen Kurfürsten zu Lehen gehabt hatte. Er verkaufte es aber und schon am Freitag n, Egidy wurde es dem Abkäufer: Lorenz vonn Rolitz (Roelitz) verliehen. 1539 wurde „R. v. Z. zu Kötzschwitz" zur Huldigung geladen; es kann nur R. v. Z. oder der Besitzer von K. gemeint sein. 1544 war R. v. Z. wohl tot, denn er und seine Erben sind wohl gemeint in der Vollmacht des Ritters Bernhard von Mila, Landvogts zu Sachsen und unter anderen auch der Erben weiland des Ludolf v. Z. und der Kirchväter zu Ditt- mannsdorf für die gemeinsam von ihnen angenommenen Anwälte, auf Grund des Kammergerichtlichen Erkenntnisses vom 14. Januar 1544 Forderungen gegen den Kardinal Erzbischof Albrecht von Mainz wahrzunehmen. Februar 1544. Nachkommen von Hans v. Z. auf Kölzra inid Die v. Z. in Thiirillgen. Hans v. Z., .e. 14, auf Köhra hatte, wie S. 34 erwähnt, unmündige Söhne und vielleicht eine Tochter: Na., verm, an Hans von Wernsdorf hinterlassen. Zu ersteren gehörte wohl Philipp, der 1564 Anna von Heringen, Hosjungfrau der Gräfin zu Schwarzburg, heiratete, 1566 als Amtmann zu Leutenburg um Gehaltserhöhung bat, 1569 und 1572 neue Dienstbestallungeu erhielt, 1583 Aufseher des jungeil Herzogs in Weimar und 1596 seit mehreren Jahreil Hofjunker zu Coburg bei Herzog Johann Casimir war, als ihn dieser mit 2 Pferden nach Ungarn ausrüstete und als alten Kriegsmann einpfahl. Er hatte eine Tochter: Barbara, welche 1596, 8. Mai, zu Koburg starb, uud war vielleicht auch der Vater von Georg Philipp, dessen Eltern allerdings in der Leichenrede der Tochter 1663: Hans Georg v. Z. und Veronica von Heringen genannt werden. Er war 1614 mit 2: Reisigen Pferden im Gefolge Herzog 79 Johann Casimirs, 1626 Stallmeister zu Koburg, hatte eine Koinpagnie anzuwerben und war verheiratet mit Susanne Barbara von Würtzburgk. 1630 war er Fürstlich Sächsischer Koburger Oberster Leutnant, als er mit ihr und Ursula Barbara verw, v. Lichtenstein geb. v. Würtzburgk das Gut Kleintundorf an die v. Wolffersdorff zu Culmitzsch verkaufte. 1631 wurde er Obrister und Kriegskommissar unter Herzog Bernhard; und hatte längst und wiederholt auf die schlechte Verfassung der Beste Koburg aufmerksam geinacht, als er 1634, während sie schon vom Feinde blockiert war, zu ihrem Oberkommandanten ernannt wurde. Hinein zu kommen glückte ihm, aber der Kommandant verweigerte ihm die Übergabe und der Vizekommandant war ihm feindlich. Er trotzte diesen Übelständen, bis er einen Befehl erhielt, die Beste zu übergeben. Er allein im Kriegsrate mißtraute der Echtheit; die Andern liefen aus dem Zimmer: Wenn er könne, möge er die Beste halten. Endlich am 27. März 1635 unterzeichnete er nebst dem Kommandanten eine ehrenvolle Kapitulation und übergab den Platz an den Kaiserlichen General Lambop. Der hatte den Befehl gefälscht, brach Ehrenwort und Kapitulation und forderte von den Kommandanten je 1000 Taler Lösegeld. In der nachfolgenden Untersuchung rechtfertigte sich Georg Philipp. Vgl. Benno von Zehmen, Die Beste Coburg, Gotha 1856 und Akten. Seine obengenannte Gattin war 1633 gestorben und 16. September in der Moritzkirche zu K. beigesetzt worden. Er heiratete hiernach Marie Jakobine von Lichtenstein aus Stein und Heilgersdorf, Tochter von Marie Elisabeth, geb. v. Buchholz, welche an den Rittmeister Albr. v. Lüchau auf Dorndorf wiedervermählt war. Gg. PH. kaufte die Rosenau 1634 vom Herzog Joh. Ernst füe 1000 Rtlr., ein Gut in der Stadt Koburg, wo er auch 80 den „Webergarten" besaß, auch gehörte ihm der Güllhof zu Lauter und der Hof zu Unter-Lauter, Er bewohnte die Rosenau, wo 1640 nach dem 6. Juli seine Gemahlin und danach wohl Ende November er selbst starb. Seine Kinder. Kind, 1626, 26. Februar, zu Koburg in der Moritzkirche beigesetzt. Johann Casimir, 1629, 5. November, desgleichen Sohn, 1631, 19. Januar, zu Koburg getauft. „Ältestes TöchtcrlcinA 1637, nach den? 28. Juli zu Koburg gestorben. Johanne Sophie, 1636, 4. August daselbst getauft. Helene Barbara, 1637, 28. Juli, daselbst geboren, 30. Juli getguft, wohl das einzige Kind, das die Eltern überlebte, heiratete 1652, 29. März, zu Kiliansrode Ernst Philipp von Selmnitz ans Alperstädt, wo sie 1663, 17. Juni, starb. Er lebte noch 1672. Ludwig Ernst und Wolf Adam, getauft 1640,15. April, zu Koburg, starben bald. Georg Philipp war der Erbe von Georg, welcher ein Sohn von Hans, ll. 14, gewesen sein kann. Er war 1572 Amtmann zu Rudolstadt und Blankenburg, dann zu Rudol- stadt und Leutenberg und war 1592 tot. Stamm zu Oeltzschau, jüngere, Ndolphsche Linie. 11. Adolph, S. 33, geboren um 1475, starb kurz vor 1550, liegt in der Kirche zu Schkölen, wo vielleicht er bereits die Neidecke besaß. Er trat 1526 seine Hälfte von Oeltzschan für 3000 sl. seinem Bruder Volkmar ab, kaufte die Funkenburg, südlich von Leipzig, von Mich. Gatterfeld, verkaufte sie 1525 für 400 st. dem Probste des Thomasklosters, begann 1528 in Grimma den Bau eines stattlichen Hauses, das er 1534 zu Lehen erhielt und 1545 verkaufte, war um 1531 Verwalter des Klosters Buch und um 1537 als Schloßhauptmann zu Schraplau im Dienste des Grafen Gebh. v. Mansfeld. Durch Darlehen an diesen kam er um sein nicht unbeträchtliches Vermögen, S. 82. Als unternehmender Mann in bewegter Zeit führte er ein wechselvolles Leben, erwarb sich: in und außer Landes Ehr und Glimpf und hatte Vorbitte von Fürsten und Herren, aber auch viel Feinde. Er saß in Meißen 1516 gefangen, in Dresden 1518, in Rochlitz um 1523. Vermählt war er mit Anna von und aus Peres und mit Elisabeth (wohl geb. von Minkwitz ans Ob.-Nitzschka), welche 1526 auf 2000 st. verleibgedingt wurde, und noch 1576 lebte. Eine Hochzeit, wohl die zweite, hielt A. 1516 Freitag n. Erhardi. 82 Kinder von Adolph, 11- 20. Andrcss Bastian, stehe unten. 20a. Christine, war 1557 Gattin vvn Christoph von Griesheim auf Almenhausen; er lebte noch 1583. 20b. Na. war 1555 Witwe von Wolf Stange auf Dernstädt. 20e. Na., deren Witwer 1555 Heinrich von Bünau (Haus Schkölen?) war. 21. (?) Christoph zu Altstadt-Borna, 21b. (?) Lurrctia, verm. Heerman, und 21 e. Barbara zu Borna, können Kinder von ihm sein, S. 83. 20. Andreas Bastian auf der Neidecke hatte 1532 zu Wittenberg, 1540/1541 zu Leipzig studiert, war 1542 Domherr zu Würzen und erhielt sich kümmerlich auf der Neidecke, einem: armen pauergütlein zu Schkölen in kinderreicher Ehe mit Agnes, Urbans von Molau und der Euph. v. Haugwitz, Tochter aus dem benachbarten Neidschütz. Die vom Vater herrührende Forderung an die Grafen v. Mansfeld war auf 18 000 Gulden angewachsen, aber nicht einzutreiben; im Gegenteil, die Bürgen für Mansfeld: brachten ihn umb Leib, Guth vndt Geldt. Dabei wurde er aufs Härteste bedrängt um die, wahrscheinlich in guten Zeiten hochbemesfenen Ehegelder seiner Schwestern. Er richtete die kläglichsten Bittschriften an den Kurfürsten, ihm auf seine 18000 Gulden Forderung: ein ampt od. forberg einznthun oder ihm 1000 Gulden fürzusetzen, und schrieb 1576, 23. September, daß er abermals gefangen und in Eißen vfs herteste gepeinigt, der Eldeste aller vier Ertzstifte von Laien vnd Clericis, nun in die 9. Woche. In dieser Schuldhaft, wohl zu Weißenfels, scheint er 1577 83 gestorben zu sein. Seine Witwe starb 1602, 14. Mai, zu Neu- muhl und liegt im: Neumühlschen Erbbegräbnis unter dem Birnbäume zu Berga. — Kinder H. 35 — 49. 21. Christoph v. Z. besaß in Altstadt-Borna ein kleines Gütchen und kann seiner Lebenszeit und seinen schlechten Verhältnissen nach wohl ein Sohn von Adolph, ?. 11, S. 33, sein. Er bat 1561 den Kurfürsten wegen seiner Armut und eines schweren Leidens an einein Schenkel um eine Hilfe, und reichte auch später Bittgesuche ein. Er hatte von den Eltern nichts ererbt, unter Kurfürst Moritz und Kurfürst Johann Friedrich gedient und was er bei Fürsten und Herren erworben, war: in solcher geschwinder Zeit wieder aufgangen. Er war schon vor 1561 verheiratet und hatte 1573 (?) ^ sechs Kinderchen. Wahrscheinlich war er zweimal verheiratet; das Kirchenbuch nennt seine Gattin 1571 Elisabeth und besagt, daß seine Witwe Katharine 1602, 2. Januar, begraben worden ist. Er selbst starb zwischen 1576 und 1581. — Kinder S. 50—53. 21b. Lucrrtia, welche 1589, 5. April, von Weida aus als Witwe des vor 23 Jahren verstorbenen Balthasar Heerman (Henmann?) um ein Stück Wild bat zur Hochzeit ihrer: letzten Tochter mit dem Wohlgelahrten Ern Melchior Letzschkenn in Gera, kann eher eine Schwester Christophs, als seine Tochter gewesen sein. 21 e. Barbara: etwa eine Ordensperson in Kloster Langendorff, Jtzundt zu Borna, welche 1558 aus dem Kloster 30 st. Leibrente bezog, kann eine Schwester oder Vatersschwester von Christoph gewesen sein. 84 A. a) Rinder von Andreas Bastian, 6- 20. 35. Adolph, geboren um 1558, starb jung. 36. Maria, starb jung. 37. Moritz Bastian, siehe unten. 38. Corona, verm. PM)t, stehe unten. 39. Elisabeth, starb jung zur Pestzeit. 40. Maria, starb jung. 41. Tobias, blieb in Frankreich, wohl 1584/1588. 42. Gcdcon, blieb jung in Frankreich. 43. Carl, siehe unten. 44. Sabine, verm. von Ende und von Wolffersdorf, siehe unten. 45. Helene, starb als Kind. 46. Bernhard zog nach Frankreich und Ungarn, wo er 1596 vor Erlcu blieben oder verloren worden. 47. Fabian starb jung. 48. Christoph blieb mit Bernhard in Ungarn krank zurück. 49. Heinrich, siehe unten. 37. Moritz Lastian auf Neumühl und Clodra (siehe Anhang) war 1560, 3. März, auf der Neidecke geboren, suchte von früher Jugend an fein Fortkommen in allerlei Diensten und Zügen, verschmähte aber in Westpreußen die Hilfe seiner mächtigen, gleich ihm evangelisch-lutherischen Vettern durch Annahme ihrer Glaubensrichtung zu erlangen, geriet als Edelpursch Kurfürst Christians I. in Gefangenschaft, war Hofjunker bei Herzog Johann dem Frommen, als er 1596, 21. Juni, auf Eichelberg sich mit Anna Schott vermählte, Tochter des Ritters Hans Sch. auf Stockfels und Fischbach und der Sib. Nothaft von Weißenstein; geboren 1667, 13. September, vermählt 1587 an 85 Wolf v, Eichenberg und seit 1594 Witwe, Mit ihrer Hilfe kaufte er von seinem sauer erworbenen Vermögen 1597, 12. Februar, vou Ernst v. Milkau das Rittergut Neumühl und erwarb so wieder einen kleinen, doch rittermäßigen Sitz, der seinem Hause seit 1526 gefehlt hatte. M. B. trat 1602, 25. Februar, als Obernufseher der Kurfürstlichen Flöße und Gehölze wieder in Dienst und bezog das Schloß zu Werdau, 1606 aber wieder Neumühl, wo am 10. Mai seine Gattin starb. 1609, 23. April, vermählte er sich nochmals; Kurfürst Christian II. und Markgraf Christian v. Brandenburg führten ihn zu Dresden auf dem Schlosse zur Hochzeit mit der Hofjungfrau Katharine von Schelleutzki. Seiner darauf stehenden Gelder wegen nahm er 1620, 26. April, das Rittergut Clodra von Hans Adam Metzsch an. In Mühen und Sorgen gealtert, wurde er aufs Härteste bedrückt von seinein Nachbar Gottfried v. Wolffersdorff, dem: großen Hauptmann auf Marckersdorf, der: weil er einen schwereren Beutel und also mehr Dauer hatte, ihn, der die Hosgerichtskosten scheuen mußte, über den Tölpel warf. Beide ahnten nicht, wie bald Moritz Bastians Enkel als Herr in M. einziehen sollte. M. B. starb 1628, 5. März, auf Neumühl, seine Witwe 1630, wohl in Berga; er und beide Gattinnen liegen mit Monumenten in der Erbgruft. — Kinder: .1. 22—28. Versuch, das Rittergut Zehmen zurückzufordern, S. 9. 38. Corona starb zu Erfurt, wo sie mit Johann P^cht (Picht, Precht, Pracht?) vermählt war, ungefähr den 7. März 1616 an der Pest. 43. Carl auf der Neid ecke war 1567 geboren, vermählte sich auf Gänsefurt 1601, 6. Dezember, mit Anna (Eva) Pflug (wohl dieselbe Gattin, welche 86 im Kirchenbuche 1608: Ava und 1615/1617: Clara genannt wird; sein weib eine geborne pflügen starb 1619, 4. März, zu Schkölen, wo sie in der Kirche liegt, und C. vermählte sich 1620, 21, November, wieder: auf Wenigen-Auma mit Dorothea von Quingenberg; sie war um 1574 geboren und starb Ende Mai 1641, nachdem er im April gestorben war; beide liegen in Schkölen, Carl scheint einiges Vermögen erworben zu haben, hatte aber auch große Verluste durch Krieg und Münzunwesen; er setzte seines Bruders Söhne zu Erben ein und stellte ihnen frei, der Witwe, welche von 1500 Mfl, noch 1000 zu fordern hatte, dafür die Neidecke zu überlassen. Die Zinsen von 300 sl. setzte er seiner Schwester 44. Sabine als Leibrente aus. Sie hatte 1606 — 1609 ihrem Bruder in Neumühl Haus gehalten und gegen dessen Rat 1616, 2. Juni, auf N. den: alten Nicol von Ende zu Wernsdorf geheiratet, der 1617, 12. Juli, gestorben war, und lebte 1628 in kinderloser Ehe mit Nicol von Wolffersdorff zu Wernsdorf. 49. Heinrich war als PostHumus um 1577 geboren, wurde 1602 vom Kurfürsten als Assessor beim Kaiserlichen Kammergericht nach Speier geschickt, reiste am 30. September von Werdau aus dahin ab und starb dort 1615, 11. März. Am 2. April kam diese Nachricht, am 4, Mai fertigte Moritz Bastian den Bruder Carl nebst dem ältesten Sohne mit Kutsche und drei Pferden von Leipzig des Nachlasses wegen nach Speier ab und den 23. Mai erfolgte die Heimkehr nach Neumühl. Auch er hat vergebens versucht, die Mansfeldsche Schuld einzutreiben, S. 82. 87 b) Kinder von Christoph, O. si- 50. Christian, 1586 Mitbelehnter. 51. Georg, desgl. 53. Magdalcnc verheiratete sich zu Borua 1581, 28. November, mit dem Junker Heinrich von Thau (Thon) zu Colditz, dem sie zu Borua mehrere Kinder gebar; 1619 lebte sie noch in Colditz und war seit über 20 Jahren Witwe. 53u. Barbara, wurde 1572, 29. Oktober, zu Borua begraben. 53d. Amalia, wurde daselbst 1562, 29. Januar, getauft und 1583, 3. Dezember, mit dem Edlen und Gestrengen Christoph Ziegler getraut, der 1591, 18. August, daselbst begraben wurde. 53o. Anna desgl. 1605, 5. Oktober, mit Paul Büttner, Seiler zu Altenburg. Kinder von Moritz Bastion, II. 37, auf Neumühl. 22. Moritz Friedrich, siehe unten. 23. Hans Bastian, Oberst, siehe unten. 24. Anna Sophie, verm. Metzsch, siehe unten. 25. Andreas Adolph, siehe unten. 26. Carl Heinrich, siehe unten. 27. Curt Christian, geboren 1603,27. Juli, auf dem Schlosse zu Werdau, starb 1604, 14. Januar, liegt daselbst in der Kirche. 28. Situsila Agnes, verm. von Posern und von Thüua, siehe unten. 22. Moritz war 1597, 15. März, auf Eichenberg geboren, reiste 1616, 29. Juni, mit seinem Bruder H. B. über Hamburg nach den Niederlanden: sein Glück zu versuchen, kehrte 1618, 13. Februar, 88 heim, zog 1619, 18. Juli, vom Vater mit zwei Pferden ausgerüstet, unter Jul. v. Weißenbachs Regiment zur Musterung nach Dresden, dann in die Lausitz, war über ein Jahr zu Hause, zog mit Curt v. Posern 1622 die Woche vor Pfingsten mit drei Pferden dem Kurfürst von Mainz zu, starb 23. Juli in Worms und liegt in der Stadtkirche. 23. Hans Bastian war 1598, 15. Juni, auf N. geboren, zog 1616 mit seinem Bruder M., trat in Oraniens Leibgarde zu Fuß unter Kapitän Ritter Gotthd. v. Niedhof, kehrte erst 1619, 17. Juni, heim, nahm im Februar Bestallung als Gefreiter Korporal unter Kapitän Reppichau bei des Herzogs Fritz zu Sachsen Kompagnie und war 1621 einige Zeit an dessen Hofe; 1622, 2. Dezember, erhielt er das Leibfähndel zu einem Zuge in spanische Dienste, der sich aber zerschlug. Darum trat H. B. 1623, 2. April, in Braunschweigisch-Lüneburgischen Dienst als Kapitän unter Oberst Andr. Meyh. Nach dem unglücklichen Treffen bei Stadtlo am 4. bis 6. August, wo sein Bruder gefangen wurde, kam er 1623, 3. September, wieder heim. Er verheiratete sich in N. mit Maria Salome von Bottfeld, Tochter des 1609 gestorbenen Heinr. v. B. auf Queßnitz und der 1615 gestorbenen Apollonia v. Wofframsdorf; sie war 1600, 15. Dezember, geboren. Er pachtete nun Clodra gegen eine Abgabe von 150 fl. an seinen Bruder, wählte es auch 1628 als Erbe, bezog aber dann Neu- mühl als Pachter, bis er 1630 als Prinzenhofmeister nach Bayreuth ging, wo er 1631 eine Kompagnie unter Oberst v. Muffel erhielt, dessen Regiment 27. Juli als Leibregiment in Kursächsische Dienste kam. Nach der Schlacht bei Breitenfeld wurde er 1632, 3. Juli, Oberstwachtmeister, 1633 im Vitz- thumschen Regimeute Oberstleutnant, 1635, 19. August, zu Halle 8» Oberst des Leibregiments und noch 1635 erhielt er das Kommando über drei Regimenter, und 1636 über Magdeburg. Hier fiel er 1638, 11. Juli, in einer Rauferei mit Oberst Vitzthum v. E., siehe dessen Tagebuch in Magdeb. Gesch.-Bl. X, 3. Seine Witwe kaufte 1643 Weißendorf von H. Cph. v. Kauffungen Anspruch an die Muckernfche» Güter, S. 18, führte bis 1655 die Vormundschaft und starb 1670, 16. Februar, auf ihrem Leib gute Clodra. Beide liegen mit Monument in Berga. Im Königlichen Johannen»? zu Dresden hängt eine von ihm bei Lützen (?) erbeutete Pappenheimfche Standarte. 24. Anna Sophie war 1599, 15. September, in N. gebore??, starb 1671, 26. November, und liegt in der Kirche zu Triebes, wo sie sich 1621, 20. November, mit Hans Heinrich Metzsch auf T., Domherrn zu Merseburg und Kammerjunker vermählt hatte. 25. Andreas Adolph, 1600, 26. November, zu N. gebore??, ritt er Oster?? 1612 mit einen? Klepper, von? Vater bis Freienbassingeu begleitet, nach Rottdorf in Braunfchweig, dort mit Joach. v. Streithorsts Kindern erzogen zu werden, starb aber an einer Fistel 1613, 19. Januar, beim Krüger, zu dein man ihn an? 1. Januar ii? Pflege gegeben. Er liegt in der v. St.'fchen Erbgruft. 28. Heinrich auf Neumühl wurde zu N. 1602, 10. Februar, gebore??, war von seinem Oheim Heinrich als Sohn angenommen, zog 1622, 28. Februar, den? Kapitän Haub. v. Starschedel niit einein Klepper als „Junge" zu, in Markgräslich Durlachscher Bestallung, kam aber schon 23. Juli wieder. Im Juni 1623 nahm er als Fähnrich Herzoglich Brauuschweigische Bestallung, wurde 6. August bei Stattloh 90 gefangen, von Carl Base mit 80 Tlr. ranzioniert, trat in Lüne- lmrgische Dienste und hielt sich noch 1628: außerhalb im Kriege und an Fürstlichen Höfen auf, als er Nenmühl nebst 800 Tlr, erbte. Er vermählte sich 1630 zu F, mit Anna Catharine von Kospoth, Tochter von Heinr, v. K. auf Frankendorf und Elis, Thoß; sie war 1607 geboren, starb 1679, 25, Oktober, und liegt in Lemnitz; hat auch in Berga gewohnt. Als Heinrich seinen drei kräftigen Söhnen ins Grab folgte, fiel N, an seinen Neffen. H. liegt mit Monument in Berga. 28, Silustla war auf dem Schlosse zu Werdau 1604, 13. November, geboren, verlobte sich 1625, 19. Dezember, und vermählte sich 1626, 27. Februar, mit Christoph von Posern auf Waltersdorf, geboren 1600, gestorben 1634, und später mit einem Herrn von Thüna, vielleicht auf Etzelsbach, wo sie 1689 starb. It. u) Kinder von Hans Bastian, 4. 23. 20, Morst; Heinrich, zu Clodra 1625, 25. April, geboren, 11. Mai gestorben und vor dem Altar begraben. 22. Katharinc Sophie, verm. von Zehmen, 4. 8, siehe unten. 27. Marie Salame, geboren 1628, 30. Januar, gestorben zu Magdeburg 1637, wohl 19. August, liegt im Dome. 21, Hans Bastiau, siehe unten. 26. Anna Silnstle, geboren 1630/1631, starb jung. 24. Maria Barbara, siehe unten. 19. Erdmann August, siehe unten. 23. Helene Juliane, geboren 1636, 8. Februar, zu Weida, gestorben 1636, 17. November, zu Magdeburg, liegt im Dome. 25. Helene Dorothea, verm. von Kospoth und von Gün- derod, siehe unten. 91 22. Katharinc Sophie, geboren 1626, 14. November in C., heiratete 1664, 16. Februar, Tobias von Zehinen auf Oeltzschau, S. 41, seit 1663, 2. Februar, Witwer. 1622 geboren, starb er schon 1666, 9. März, auf Oe. Während ihr einziger Sohn wieder gestorben war, lag ihr nun die Erziehung der sieben Stiessohne ob, X. 7—13, von deren Vormund sie 1666, 29. Mai, Oeltzschau pachtete, bis sie um 1681 nach Zeitz zog. Hier starb sie 1703, 27. Mai, in einem ihrem Bruder abgekauften Hause und wurde in der (nicht mehr vorhandenen) Nikolaikirche beigesetzt. Erbin war ihre Nichte und Pflegetochter Sophie Helene von Günterod, ok. X. 25. Streitigkeiten mit ihren Stiefsöhnen schwebten noch 1690. 21. Hans Mstian war auf Neumühl, 1629, 24. März, geboren. Seine Kindheit verbrachte er wohl in Clodra, Dresden, Wittenberg, Weida, Magdeburg, Beieruaumburg usw., bis er 1642 nach Gera aufs Gymnasium giug und Johanni 1645 - 1654, 2. März, in Jena studierte, mit Unterbrechung 1647 bis 28. Oktober 1651 wegen des Krieges. 1655 legte die Mutter, welche inzwischen Weißendorf gekauft hatte, die Vermögensverwaltung nieder und H. B. bezog dieses Gut bis 1657, während damals sein Bruder und Mitbesitzer August abhanden kam. 1657, 24. August, wurde er vom Herzog Moritz zu Sachseu-Naumburg als Hof- und Justizrat und zu den Kammerexpeditionen bestallt. Seine Schwester: Trinchen, X. 22, zog mit ihm nach N. Im selben Jahre war er auch als Deputierter des Amts Weida auf dem Dresdener Landtage. 1662, 1. Januar, wurde er Obersteuereinuehmer des Leipziger Kreises und 2. April Hofmeister bei der Herzogin; auch wurde er in den Palm-Orden als der „Hochberühmte" ausgenommen. Bei 92 der Übersiedelung des Hofes 1663 nach Zeitz erwarb er dort ein Haus und bezog es mit seiner Schwester, die 1664, 16. Februar, heiratete, nachdem er sich 1663, 24. November, zu Quetz mit der erst 15jährigen, sehr vermögenden Magdalene Schicke vermählt hatte, der 1648, 30. September, in Quetz geborenen Tochter von Georg Sch. auf Quetz uud Ramesin uud M. v. Trotha. 1665, 26. Oktober, starb sein Oheim Heinrich auf Neumühl, was ihm zufiel, allerdings sehr heruntergebracht und gegen namhafte Zahlungen an Witwe und Töchter, laut Vergleich von 1668, 29. Oktober. 1666, 26. Januar, kaufte von der Herzogin halb Lewitz, ohne es lange zu behalten; 20. Oktober wurde er Verweser des Hofmarschall-Amtes und 28. Oktober Hosmeister des Herzogs selbst. 1671, 1. August, verzichtete er auf seine Magdeburger Minorpräbende. 1672 erlangte er die Verwandlung seiner drei Güter in Mann- und Weiberlehen. 1674, 30. April, dankte er wegen Stein- und Milz-Beschwerden als Verweser des Hofmarschall-Amtes ab, behielt aber seine anderen Ehrenämter und bezog, da er 12. März Hauptmann des Neustädtischen Kreises geworden, 26. Mai die Osterburg zu Weida. 1678, 2. März, erfolgte wohl das letzte Urteil im Prozeß um Zehmen, s. S. 9. und er erlitt großen Schaden dadurch, daß nach Übernahme des für 13000 Gulden am 9. Januar erkauften Rittergutes Seubtendorf der Graf Reuß zu Schleiz noch in den Handel trat. Er kaufte nun, 16. Mai, Silbitz vom Hofmeister von Pöllnitz für 11000 Gulden. 1679, 23. Dezember, brannte Neumühl samt Wohnhaus nieder. 1680 wurde ihm, gleich anderen Beamten, die Besoldung stark gekürzt. 1684, 3. Juli, kaufte er sub Imstn Markersdorf, S. 85. 1685 erkrankten in Schlöben Sohn, Tochter und Gemahlin, und letztere 93 starben am 26. resp. 24. September an Blattern; beide liegen in Schlöben, S. 96. Darauf wurden, 20. Oktober, die Kreis- Hauptmanns-Stelle eingezogen und 1686, Anfang Mai, hielt er seinen Einzug in Markersdorf, wo er sich 18. Mai wieder vermählte, mit Elisabeth Eleonore Schlegel, Tochter von Christoph Otto Sch. auf Jmnitz, aus erster Ehe mit Martha Marie von Helldorf, S. 36. Sie war 1656, 22. März, in Zwenkau geboren, starb 1726, 28. April, in Mdf. und liegt in Clodra mit Monument. H. B. starb schon 1702, 8. April, in Mdf. als Geheimer Rat; Monument in C. Er hatte die letzten Jahre über gekränkelt, daher das Wiesenbad gebraucht und Wolf Siegfried von Kötteritz als Substituten in der Obersteuereinnahme bekommen, S. 57. Sein und seiner ersten Gemahlin Bild ist in Neuensalz. 24. Maria Barbars. Sie wurde 1632, 3. Juli, in Dresden geboren, starb unvermählt 1690, 11. Oktober, in Zeitz, wo sie bei ihrer Schwester Katharina wohnte, und wurde in der jetzt abgetragenen Nikolaikirche beigesetzt. 19. August, Mitbesitzer von Weißendorf, war 1633, 20. November, in Witten- berg geboren. Jobst Caspar v. Reitzenstein bescheinigte 1672, daß A. den 12. Januar 1655: in Schwedischen gegen Polen unter seiner Kompagnie zu Roß als ein Teutscher hinausgezogen und etliche Monate gedient, bis er auf einer Partei nebst Anderen vom Feinde gefangen worden. 25. Helene Dorothea. 1637, 15. September, zu Magdeburg geboren; starb 1679, 10. Januar, in Rudolstadt im Kindbett; liegt in Zoppoten. Sie vermählte sich 1) 1657, 29. Dezember, in Oschitz, nachdem sie sich 6. September in Clodra verlobt hatte, mit dem Oberst- 94 Wachtmeister Georg Heinrich vonKospoth aufOschitz, Witwer, der 1666, 10. Juli, ohne Kinder starb. 2) Verlobte sie sich 1668, 25. März, Ostern, in Zeitz in ihres Bruders Logiamente mit dem Oberhofmeister Nikol. Ernst von Güntherod auf Zoppoten und Volkstädt und am 9. oder 10. Oktober fand auf Oeltzschau bei ihrer Schwester die Hochzeit statt. Ihr Gemahl war 1638, 21. August, geboren und starb im März 1706, nachdem er sich 1685, 27. Dezember, mit Magd. Elis. v. Rauschenblatt wieder vermählt hatte. H. D. hatte acht Kinder, von denen Sophie Helene Pflegetochter und Erbin ihre Schwester Katharine war, und 1703 den Geheimenrat usw. zu Zeitz, Hch. Chph. Metzsch, heiratete. b) Kinder von Carl Heinrich, auf Neumühl: 28. Moritz Hrinrich, 1631 aus Nm. 11. April, getauft, gestorben 1660. 29. Hastian Friedrich, 1632 auf Nm. 16. Juli, getauft; starb auch vor dem Vater. 30. Adam Heinrich f. unten. 31. Juliane Elisabeth, verm. v. Weiße. 32. Sibpllc Sophie, verm. von der Gabelentz. 32 b. Tochter, gestorben vor dem Vater. 30. Adam Heinrich war 1635, 31. Juli, in Nm. geboren, wurde von der Herzogin Sophie Hedwig von Schleswig-Holstein, geb. Herzogin zu Sachsen, von Bayreuth nach Dresden gebracht und dem Herzog Christian zu Sachsen-Merseburg als Page empfohlen, 1651, 24. Dezember. Er wurde dann Kammerpage und Leibpage, wurde 1660, 8. Mai, wehrhaft gemacht und 18. Mai zum Kammerjunker und Oberforstmeister ernannt. 1663, 9. April, 95 erlag er binnen wenigen Tagen einein Fieber in Merseburg, nw er mit Monument im Dome liegt. 31. Juliane Elisabeth wurde l638, 11. Juli, auf 3t. geboren und getauft und vermählte sich 1673 (?) mit Otto von Weise Fürstlich Sächsisch. Merseburg. Kammerjunker und Oberküchenmeister ans Tragarth, der 1634, 36. Juli, geboren und mit 311. Dor. v. Kannewurf verheiratet gewesen war. (Ehestiftung 1- 1671, II: 1679, 9. Juli). Er starb 1693, 13. März, I. E. 1716, 6. August. Beide liegen im Dom zu Merseburg mit Denkmal. 32. Sibistlc Sophie wurde 1641, 13. Dezember, zu 3t. getauft und 1665 zu Berga mit Hans Georg von der Gabelentz auf Leinnitz und Poschwitz, Herrl. Schönburgl. Wittumsrat und Hofmeister zu Wechselburg vermählt. Ehestiftuug 1665, 16. September. Er war 1624, 13. Mai, geboren und starb 1700,15. Oktober, sie 1702, 27. August. I.. Rinder von Hans Vastian, IO 21, auf Markersdorf. 1. Ehe: Johanne Marie verm. von Heßler, s. unten. Hans Georg auf Silbitz, kauft Lauterbach. s. unten. Magbalcnc Sophie, geboren 1667. 3. September, in Zeitz, gestorben 1683, 6. Mai, in Leipzig an Masern, liegt in Oeltzschau. 2. Ehe: 19 Eleonore Sophie, verm. von Mordeisen. 20 Christiane Elisabeth, verm. Pflugk. 21. Johanne Marie, verm. von Miltitz. 22. Hans Bastian auf Weißendorf, kauft Stauchitz usw. 96 23. Moritz Christoph auf Markersdorf. 24. Chnrlattc Kathsrinc, geb. 1694, 9. September in Mdf., gestorben 1695, 3. Februar, liegt iu der Neum. Erbgruft. Erbtcilung. Hans Georg erhielt Silbitz zu 15000 Gulden; Haeke- Milkausche Zinsen: 4000, iu Weida die Burgmühle, Grundstücken und Kaufgeld: 2000, bar 9000 Gulden; Hans Bastian Weißendorf zu 21000, und weitere 9000 Gulden nebst Erbstücken für die männliche Nachkommenschaft. Moritz Chph.: Markersdorf zu 21000, Clodra usw. zu 11000, Neumühl zu 6000 Gulden, zahlte 8000 heraus. Jede Schwester 8000 Mfl. vom Vater. 16. Johanne Marie, 1665, 16. Juli, zu Zeitz geboren, heiratete 1681, 10. Februar, auf der Osterburg in Weida den Rittmeister Hans Heinrich von Hehler auf Schlöben und Gößnitz; geboren 1648, 23. November, gestorben 1717 als General nach zweiter Heirat 1687, 4. März, mit Sabine Marg. Metzsch, geb. von Woldeck. Johanne Marie, bei Pflege ihres an den Blattern erkrankten Bruders in Schlöben nebst ihrer Mutter angesteckt, folgte dieser, die am 24. September gestorben war, am 26. September im Tode und liegt in Sch. Ihr 1684, 19. Oktober, geborener Sohn Hans Georg wurde im Juni 1706 von Carl Wildvogel in Jena erstochen. Ihre Tochter Magd. Sophie, geb. 1683, 7. Juni iu Weida, vermählte sich 1703, 22. Juli, mit dein Oberst Adam Heinrich Bose auf Mölbis, Lohma, Frankleben usw., der kinderlos 1749 starb, als General der Infanterie und Ritter des St. Heinrich-Ordens. Sie starb 1752, 24. Januar, zu Altenburg, wohin sie eben gezogen war. Beide liegen in Mölbis. Ein Porträt von ihr ist in Neuensalz. Lohma fiel au ihre 97 Stiefbrüder, die wertvollen Gerade an Johanne Marie von Z.: S. 98, dann ineist an deren Bruder L, 22. 23. 17. Hans Georg. Er war 1666, 9. August, zu Zeitz geboren und starb ohne Söhne 1732, Mitte Mai, zu Dresden als Geheimer Rat usw. Silbitz verkaufte er. 1681 kam er aufs Gymnasium nach Gera, 1682 nach Berga zum Magister Weiße, 1684, 24. Mai, uach Jena, S. 92, 1686, 23. September, nach Altorf, wo er fleißig studierte, 1688, 25. August, giug er nach Leyden, von wo er 1689, 18. August, heimkam, nachdem er auch iu England und Brabant gewesen war. Nun reifte er 1689, 19. November, bis 1691, 9. Mai, nach Augsburg, Venedig, Rom, Neapel, die Italienischen Höfe besuchend, und nach der Schweiz, wo er sich zu Lausanne acht Monate aufhielt, um Französisch und Reiten zu lernen. 1681, 28. Mai, wurde er vom Herzog Moritz Wilhelm als dessen Kammerjunker uach Zeitz berufen, nahm aber den Abschied und wurde iu Dresden Kammerjunker, als er sich mit Anna Sophie von Miltitz, Tochter vom Hausmarschall Joh. Sigisin. v. M. und dessen zweiter Gemahlin Agnes Cath. v. Schwarz, verheiratete. Sie war Kammerfräulein bei der verwitweten Knrfürstin und die Hochzeit wurde im Schlosse 1692, 21. Juli, ausgerichtet. 1693, 29. September, wurde H. Gg. Stallmeister der Kurfürstin Witwe, 1696, 16. März, Kammerrat, 1698 Bergrat, 1702 kaufte er Lauterbach von Joh. Gust. v. Kirchbach, wogegen er den ererbte» Grundbesitz usw. bald verkaufte, 1711 bis 1730 war er Vizekammerpräsident. Seine Witwe, deren Bild in Neuensalz ist, hatte 1000 Tlr. Pension, war 1673, 2. Juli, iu Gallschütz geboren, starb 1743, 5. Januar, iu Dresden, wo beide in der Frauenkirche liegen. 98 19. Eleonore Sophie, geboren 1687, 5. Oktober, in Mdf., wo sie sich 1706, 13. Mai, mit dem Kurfürstlichen Kammerherrn und Appellationsrat Gottfried Wilhelm von Mordeisen auf Goselitz vermählte, einem Sohne von Hans Wilhelm v. M. und Katharine Elisabeth von Zehmen, S. 42. Sie starb in Wochen 1711, 2. Januar, in Mdf. und liegt in Clodra; ebenso zwei in Mdf. geborene und gestorbene Kinder. Mordeisen verheiratete sich 1713 nochmals mit Johanne Fried, v. Carlowitz a. d. H. Stauchn. Sein Bild ist in Nenensalz. 20. Elisabeth Christiane war 1689, 21. März, in Mdf. geboren, vermählte sich daselbst 1711, 21. April, mit Dam Siegmnnd Pslugk auf Caverbitz und Schönau, der 1735 als Generalleutnant der Reiterei starb. Sie war ihm ins Feld nach Polen gefolgt und starb in Czar- nikow acht Tage nach einer vorzeitigen Geburt an? 22. Oktober und wurde 3. November 1712 in Clodra beigesetzt. Ihr Bild ist in Neuensalz. Von 15 570 Gulden Verlassenschaft erhielt '/g die Mutter, °/g Pslugk, der noch zweimal heiratete- Charlotte Edle Bannerin von Taube und ein Fräulein von Lüttichau aus Falkenhain. 21. Johanne Marie war 1690, 29. Mai, auf Mdf. geboren, vermählte sich daselbst 1714, 6. März, mit Dietrich von Miltitz auf Großbohla, Schenkenberg usw.. F. Hess. Darmst. Oberhofmeister, Oberamtmann und Wirkt. Geheimer Rat, der ohne Kinder von ihr 1747, 10. April, auf Schenkenberg starb, aber aus erster Ehe mit Joh. Elis. Kamerstsky von Helstibors (geboren 1677, 16. April, vermählt 1699, 15. Dezember, gestorben 1712) fünf Kinder gehabt hatte. Davon überlebte?? ihn Charl. Elisabeth, Witwe von? Hofmarschall usw. Heinrich v. Krosigk aus Poplitz, 99 und Sophie Katharine v, M, Joh. Marie besaß Weltewitz vorübergehend um 1725 und Obernitzschka, wo sie 1753, 26. Juli, starb und beigesetzt ist. Ihre Brüder I.. 22 und 23 erbten je 12 000 Tlr. und Bosesche Gerade all W 16, namentlich Silber, Frau Eh. E. v. Krofigk 3000 Tlr., ihre Schwester 5000 Tlr., ihre Tochter aber Fräulein Johanne Charl. v. K. nachmalige Frau von Holleiifer, erhielt Ober-Nitzschka zu 25 000 Tlr»., wovon sie nur 10 000 herauszuzahlen hatte. Die eigene Gerade kam an Krosigks. 22. Hans Bastian war 1691, 11. Juni, in Mdf. geboren und starb 1763, 14. September, als Hof-, Justiz- und Appellations-Rat auf Stanchitz, was er 1735 von Rud. Aug. v. Lüttichau gekauft hatte. Weißig <1728 s?j von Ludw. Gust v. Carlowitz, für 23 000 Tlr. s?j), Ober-Watzschwitz und Niedersteina J754 von Oberstleutnant von Leipziger gekauft). Biehla hatte er vom Kornet Rud. v. Ponickau 1723 für 20 623 Tlr. 17 gr. gekaust, aber 1728, 11. März, an den Kammerjunker zu Merseburg von Jeschkp wieder verkauft; 1735 einen Kauf von Neuschönfels rückgängig gemacht. Das ererbte Weißendorf hatte er 1752 für 32 000 Gulden an den Grafen Heinrich XI. Reuß ä. L. verkauft. Er war 1705, 15. April, mit feinem Bruder Moritz nach Zwickau zur Information gekommen, 1706 nebst seinen Geschwistern nach Jena und Halle geflohen, dort ein halbes Jahr geblieben, hatte dann seine Studien in Zwickau bis 1709, 18. April, fortgesetzt, 12. Mai mit seinem Bruder Moritz die Universität Leipzig bezogen, 1712—1713 die zu Halle; dann gingen Beide zum Stiefbruder nach Dresden, Exerzitia zu treiben. Er ritt auf der Königlichen Bahn, lernte den Hof kennen, bereiste 1714, 2. April, bis 1716, 8. Juli, Holland, 100 England, Frankreich und wurde 4. November Kammerjuuker der Kurfürstin Anna Sophie und als diese 1717, 2. Juli, zu Lichteuburg gestorben war, am 13, August Hof- und Justitieu- Rat oum voto st ssssions bei der Landesregierung in Dresden, desgl, 1727, 4, August, Rat beim Appellationsgerichte, Diese Stellung befriedigte ihn schlecht, aber erst Kurfürst Friedrich August II. bewilligte ihm den vom Vater verweigerten Abschied 1733, 17. Juli, doch mit dem Befehle, die Erbhuldiguug in elf Ämtern noch einzunehmen. Er hatte sich 1720, 18. Januar, verlobt und 2. Juli aus Schleimst vermählt mit Magdalene Elisabeth Bose, Tochter von Jonch. Dietr. B. auf Schleinist, Petschwitz, Graupzig, Gödelitz, Runstädt, Seegerist usw. und Magd. Elis. v. Millist, geboren 1703, 4. März, zu Dresden, gestorben 1763, S, Juni, auf St. Beide liegen in Staucha, - - 21 Kinder, N. 24 — 44. Sein Bild ist in Stauchist, 23. Moritz Christoph war 1693, 8. Juli, in Mdf. gebor en und starb daselbst 1765, 1, März, liegt in Clodra; war seit 1742 Kammerherr. Mit seinem Bruder erzogen, trat er 1716, 4. August, von Visteilburg aus eine Reise an, über Emden, Groningen nach Holland, Belgien, Paris, London, Paris, Marseille, Basel, Straßburg, Augsburg, Nürnberg. Am I. Oktober kam er heim. Die Reisekosten betrugen an 3000 Gulden, seine Pachtgelder jährlich 1200, Er wurde nun Kammerjunker der Königin, mit der er 1722 nach Carlsbad ging, 1729, 2, März, verlobte er sich zu Dresden, 8 September, vermählte er sich auf Lebussa mit Johanne Eleonore Friederike von Milckau, Tochter von Mor. Friedr, v, M. auf Kriebsteiu und Lebussa, General su dlisl. Sie starb 1762, 31, März, in Zschippach und liegt daselbst. 101 Sie hatten 19 Kinder, und lebten in Mdf., wa 1739, 24. April, der Blitz den ganzen Viehhof einäscherte. In Nm. hatte M. 1726 das Grundiverk der Mühle erneuert und 1751 bis 1752 baute er in Clodra ein neues Herrenhaus. Inzwischen hatte er 1747, 9. August, das Rittergut Zschippach vom Kammerjunker Hans Carl Heinr. v. Koppy für 29 114 Gulden 6 gr. gekaust. Sein Nachlaß war 138136 Tlr., 20 gr., wovon jede der 7 Töchter 8750 Tlr., jeder Sohn 38443 Tlr. 10 gr. erhielt. Dabei ist Mdf. auf 32000 Gulden, Nm. auf 7000, Clodra ans 24 000, Zschippach auf 16 000 Gulden gerechnet. Sein Bild ist in Neuensalz. A. u) Sechzehn Rinden von Hans Georg, I,. 17. 8 davon unbekannt. 18. Sohn, geboren 1693, 27. August, gestorben 1694, 26. Juli. 19. Sohn, geboren 169*, gestorben 169*. 20. Dtta, geboren 169*, gestorben 1696, 20. Juni 20b. Vollend (?), geboren 1696, 18. November, gestorben 1698, 9. März. 20o Hans Bastion, geboren 1698, 28. August, starb klein. 21. Magdalmc Catharinc, verm.vou Wangenheim,siehe unten. 22. Carolim Sophie, verm. von Ponickau, siehe unten. 23. Eleonore Elisabeth, verm. Gräfin von Gersdorf, siehe unten. Diese drei Schwestern verpachteten 1736 Lautenbach mit der Reichenberger Schenke für 1600 Tlr. und verkauften L. 1737, 13. März, für 31 000 Tlr., an Carl Leop. Freiherrn von Palm. 21. Magdalenr Katharine Soph. (?) Christiane (?) war 1699, 7. Juli, zu Dresden geboren; sie starb 1778, 1. April, 102 zu Gotha und hatte sich 1719, 28. September, iu Dresden vermählt mit Moritz l?) Friedrich Nicolaus von Wangenheim, Hofgerichtsassessor zu Dresden und F. S. Goth. Kammerjunker in Gotha, auf Sonneboru, geboren 1695, 17. Januar, gestorben 1734, Januar, als Schloßhauptmann zu Altenburg. 22. Carolinc Sophie, geboren 1701, 8. April, zu Dresden, mo sie sich 1718, 16. März, vermählte mit Johann Adolph von Po nick au auf Eyla, Milkel usw., Kammerjunker, Landkammer- und Assistenz-Rat, geboren 1689, 30. Oktober, gestorben 1759, 23. Juli. Sie starb 1778, 23. Februar, wohl zu Bautzen. Ihre Tochter Eleon. Henr. vermählte sich 1) 1750 mit ihrem Stiefvetter Grasen Nie. Willib. v. Gersdorf auf Milkel usw., 2) mit Job. Gg. Friedr. Grasen v. Einsiedel, Kabinettsminister auf Milkel, Standesherrn auf Seidenberg. 23. Eleonore Elisabeth, geboren 1707, 21. November oder 19. November, gestorben 1763, 8. November, vermählt 1727, 12. September, mit Gottlob Friedrich (seit 1745 Graf) von Gersdorf, Geh. Rats-Direktor und Staatsminister auf Baruth usw. geboren 1680, 19. April, gestorben 1751, 24. November, zu Dresden; war mit Joh. Sophie v. Honwald (starb 1725) verheiratet gewesen, ei. N. 22. b) Einundzwanzig Kinder von Hans Bastian auf Stauch.itz, K 22. 24. Magdalcne Elisabeth verm. von Hartitzsch, siehe unten. 25. Eleonore Sophie, geboren 1722, 21. April, in Dresden, gestorben unvermählt 1795, 6. April, in Stauchitz, liegt in Staucha. 26. Johann Dietrich, geboren 1723, 21. März, in Dresden, gestorben daselbst 1725, 15. Juni, liegt in Lenben. 103 27. Johanne Christiane, verm. vonPonickau, siehe unten. 28. Hans Bastion, geboren 1725, 27. (23?, 25?) März in Dr., gestorben 1743, 19. September, als Extraneer der Stadtschule in Meißen, liegt daselbst in der Franziskanerkirche vor dem Altar. 29. Morih Adolf (nicht Hans A.), geboren 1726, 16. Juli, in Dr., starb daselbst 1727, 26. Juli, liegt in Leuben. 30. Charlotte Lonifc, geboren 1727, 9. Dezember, in Dr., starb daselbst 1728, 26. Juli, liegt in der Erbgruft der Schloßkapelle in Schleimst. 31. Heinrich Friedrich, geb. 1729, 28. März in Dr., starb daselbst 1730, liegt in Leuben. 32. Carl Christoph, Domherr zu Merseburg, siehe unten. 33. Friedcrilie Wilhclminc, siehe unten. 34. Auguste Wilhclminc, geboren 1732, 8. Juli, in Dr., starb 1734, 5. März, in Weißig, liegt in Oßling. 35. Friedrich aus Stauchitz, siehe unten. 36. Heinrich August, geboren 1734, 26. Oktober, in Dr., starb 1734, 9. November, daselbst. 37. Morih Rudolph, geboren 1735, 23. Dezember, in St., starb daselbst 1736, 8. April, oder 1746, liegt in St. 38. Dietrich Alexander, geboren 1736, 31. Dezember, in St., starb daselbst 1742, 16. September, liegt in St. 39. Gottlob Wilhelm, geboren 1737, 10. Dezember, in St., starb daselbst 1738, 27. September, an Blattern, liegt in St. 40. Caroline Crdmuthc, geboren 1738, 21. Dezember, in St., starb daselbst 1739, 16. Februar, liegt in St. 41. Christian Traugatt, geboren 1740, 6. Dezember, in St., starb daselbst 1741, 30, November, liegt in St. 42. Crdmuthc Hcnricttc, Stistsdame, siehe unten. 43. Heinrich Ludwig aus Weißig usw., siehe unten. 44. Hans August auf Schleimst usw., siehe unten. 104 24. Magdalcnc Elisabeth war 1721, 3. April, zu Dr. geboren, starb daselbst 1785, 25. Januar, und liegt in Dorfchemnitz. Sie vermählte sich 1739, 10. Februar, zu St. mit Julius Alexander von Hartitzsch auf Staucha, Dorfchemnitz usw., geboren 1701, gestorben 1764, 27. Februar in Do., liegt daselbst. Er war verheiratet gewesen mit Soph. Eleon. v. Schönberg, geboren 1711, gestorben 1737. Enkelin S. 122. 27. Iahaimc Christiane, geboren 1724, 12. Februar, zu Dr., verm. sich 1764, 6. September, in St. mit Carl Rud. Sigism. von Ponickau a. d. H. Skassa, Major bei Prinz Anton-Infanterie, der 1771 Neunzehn Kinder von Moritz Christoph auf Markersdorf. 45. Ursula Eleonore aus Bonau, siehe unten. 40. Moritz Bastian, geboren 1731, 21. September, in Mdf., gestorben daselbst 1732, 24. Februar, liegt in Clodra. 47. Wiltzclminc Charlotte, verm. von Jngersleben, siehe unten. 48. Johanne Christiane, geboren 1733, 23. Dezember, in Mdf., gestorben daselbst 1734, 22. Februar. 49. Moritz Friedrich Sebastian, siehe unten. 50. Hcnricttc Christiane auf Zschippach, siehe unten. 51. Carl August, geboren und gestorben 1737, 27. Mai, in Mdf. 52. Fricdcrike Auguste, geboren 1738, 10. September, in Mdf., gestorben daselbst 1739, Ansang Januar. 53. Caroline Fricdcrike auf halb Zschippach, siehe unten. 54. Carl Gotthelf auf Zschippach. 55. Auguste Sophie, geboren 1742, 11. September oder Dezember, in Mdf., gestorben daselbst 1744, 28. Mai, liegt in Berga. 56. Henriette Louise, geboren 1744, 7. Juni, in Mdf.; gestorben 1756, 10. August, daselbst; liegt in Berga. 57. Christoph Gottlob, siehe unten. 58. Amalie Elisabeth, verm. von Zehmen, siehe unten. 59. Sophie Marie, verm. von Zehmen, siehe unten. 60. Christian Wilhelm auf Markersdorf, siehe unten. INS kl, Erdmuthe Auguste, geboren 1751, 35, Juli, in Mdf., gestorben 1756, 4. Juli, daselbst, liegt in Berga. 63, Johanne Eleonore, verm.von Branden stein, siehe unten. 63. Antoinctte Louise, geboren 1755, 38. Juli, inZschippach, gestorben 8. August, liegt daselbst. 45. Ursula Eleonore auf Bonau. Sie war 1730, 20. September, in Lebusa geboren, pachtete erst Clodra, bezog es mit ihren Schwestern, kaufte 1784,17. Mai, Bonau für 15000 Tlr. vom Kommissionsrat Traug. Friedr. Eckardt, vermachte es ihrer Nichte, Fräulein v. Jngersleben, N. 47, und starb 1806, 9. August, iu Gera. 47. Wilhctminc Charlotte war 1732, 5. September, iu Mds. geboren, vermählte sich daselbst am 33. Geburtstage 1764 mit Hans Adam von Jngersleben, K. P. Leutnant auf Pforten und Zschippern, der Ansang März 1783 als Kammerdirektor starb. Sie starb 1809, 18. Oktober, in Gera; beide liegen in Zschippach. Ihre Tochter, Charlotte Henr. Ferdin. Fried. (Lottchen) v. I. war Universalerbin ihrer Tante U. E. v. Z, N. 45, verpachtete Bonau 1808 ihrem Vetter Friedrich v. Z., 21, verkaufte es 1814 an N. N. Döring. Sie hatte den Erlös von Bonau ihrem Vetter Friedrich v. Z., IN 31, und ihren Zeichten v. Brandenstein, N. 62, vermacht, letzteren auch ihre Gerade und je 1000 Tlr., hatte Fräulein Charl. Soph. Wilh. v. Wilcke als Nniversalerbin eingesetzt, deren Schwestern Lse. Fried, und Emilie Phil. v. W. je 3000 Tlr. legiert, und starb 1831, 23. Mai. 49. Morih Friedrich Sebastian war 1735, 8 . Jan uar, in Mdf. geboren, kam 1750 nach Schleitz zur Information, 1753, 37. Januar, nach Gotha, Exerzitia und Sprachen zu treiben, wohl zum Oberst v. Seltzer, und wurde 10V 1754, 25, Juni, als Herzoglich Württembergischer Fähnrich im Kreis-Füsilier-Regimente unter Graf Salm-Wittgenstein angestellt; 1757, 5. Januar, erhielt er ein Leutnantspatent, wurde als Premierleutnant im 1. Gardebataillon des F, W- Leibregiments in Felde wegen Schwindsucht nach Mdf, abgeschickt, 1757,24. Dezember, in Hirschberg von K. P. Husaren ausgeraubt, kam nur bis Güldentraum, wo er 1758, 5. Januar, verstarb und 8. Januar begraben wurde. 50. Hcnricttc Christiane aus Zschippach, was sie 1771 mit ihrer Schwester, iK. 53, für 31500 Mfl. vom Bruder kaufte, nach deren Tod allein befaß und dann dein Bruder wieder vermachte. Es brannte 1804, 21. Juli, ab und wurde 1806 geplündert. Sie war 1736, 14. März, in Mdf. geboren, starb 1809, 20. Dezember, in Gera, liegt in Z. 53. Carolinc Fricdcrikc auf halb Zschippach, was sie ihrer Schwester, N. 50, hinterließ, war 1740, 28. Februar, in Aid f. geboren, starb 1801, 8. Februar, in Z., liegt daselbst. 54, Carl auf Zschippach war 1741, 29. April, in Mdf. geboren, ging 1757, 20. Juni, als Page nach Braunschweig, ei. N. 32, wurde 1760 in Weimar Hofjnnker, 1762, 18. September, Kammerjunker der verwitweten Herzogin Anna Amalie geb, Herzogin v. Brannschweig-Lüne- burg, nahm aber 1766, 14. Februar, den Abschied, verkaufte 1771, 23. September, das vom Vater ererbte Zschippach seinen Schwestern, N. 50 und 53, erbte es 1809 wieder. Inzwischen hatte er in Gera das Senfft von Pilsach'sche Haus auf der Neustadt gekauft, wo er 1814, 10. März, starb. Er und dann niemand mehr wurde in Z. in die Gruft im Turme beigefetzt. Er hinterließ Zschippach als Fideikommiß nebst dem übrigen 110 Vermögen seinem Neffen Friedrich v. Z,, der das Geraer Hans für 3675 Tlr, verkaufte. 57. Christoph Gottlob war in Mdf. geboren 1745, 5. Oktober, starb daselbst Ende Mai 1758 und liegt in Berga. Er hatte 1756 eine Minor- prabende in Nanmburg bekommen. 58. Cliliilicth sBetty) war 1746, 15. Oktober, in Mdf. geboren, wurde 1763 Stiftsdame zu Lippstadt, heiratete 1771, 5. September, in Clodra ihren Vetter Heinrich Ludwig v. Z., N. 43. 59. Sophie, geboren 1748, 8. Juni, in Mdf., heiratete 1774, 14. Februar, in Clodra ihren Vetter August v. Z., AI. 44. Ihr um 1900 nebst vielem Andern aus Schleinitz verschlepptes Stammbuch ist aus Wien nach Neuensalz gekommen. 60. Wilhelm auf Markersdorf usw. war 1749, 12. Dezember, geboren, erbte vom Vater Markersdorf, Neumühl und Clodra, was seine Schwester, N. 45, pachtete und mit anderen Schwestern bewohnte, bis er es bei seiner Heirat bezog. 1785 verkaufte er es an Major v. Falkenstein und zog nach Mdf. Er war zur Erziehung bei seinen: Vetter, dem Domherrn Carl Christoph v. Z., N. 32, in Merseburg gewesen, wofür dieser jährlich ca. 400 Tlr. um 1769 erhielt. Er vermählte sich 1776,18. November, in Kauern mit Friederike Dor. von Muehlen, Tochter des 1763, 9. September, verstorbenen Niederländischen Generals und Kommandanten von Aperen Joh. Jak. v. M. auf K. und der Soph. Charl. Erdiu. v. Boxberg, welche 1786, 25. Dezember, starb. Wilhelm starb als Domherr zu Merseburg und Kreissteuereinnehmer 1800, 111 so, Juli, in Mdf. und liegt in der Neumühler Erbgruft in Berga, Seine Witwe „Fritzchen" war in Kauern 1754, 3. September, geboren und starb in Dresden 1825, 24. November, liegt auf dem Trinitatisfriedhofe. 62. Johanne Eleonore war 1753, 19. Juli, in Mdf. gebor en und vermählte sich 1787, 30. Oktober, mit Johann Friedrich von Brandenstein auf Steinsdorf, Leutnant beim Infanterie-Regiment v. Lindt und starb 1819, 10. März. a) Kinder von Heinrich Ludwig, iw 43, auf Weißig usw. 13. Carl Heinr. Ferd. auf Granpzig, siehe unten. 14. Moritz Aug. Wilh. auf Schmolln, Domherr, siehe unten. 15. Georg Chn. Ludw. auf Stauchitz und Weißig, Rittmeister, siehe unten. 16. Adolph Friedrich, geboren 1780, 12. Juli, in W., starb 1783, 13. Februar, in Schm. 17. Amalic Wilhclminc, verm. von Kiesenwetter, siehe unten. 13. Carl 1772, 10. Oktober, in W. geboren, besuchte er 1788 die Bergakademie Freiberg, 1793 die Universität Leipzig; 1800 wurde er Rat beim Oberhofgerichte in Leipzig. 1803, 26. Mai, vermählte er sich in Bischofswerda mit Carvline Fried. Soph. von Beeren, Tochter von E. Chph. v. B. a. d. H. Zinnitz, Premierleutnant von der Armee usw. und Lse. Carol. Wilh. v. Klitzing; geboren 1782, 12. Mai, starb 1869, 13. Januar, in Dresden, liegt auf deni Neustädter Friedhofe. Er war schon 1849, 10. Januar, in Dresden gestorben (liegt ö 112 in Leuben), unmittelbar nach Verkauf seiner, ihm durch die Gewalttätigkeiten van 1848 verleiteten Güter an seinen Sohn. Er war gewissenhafter und nicht unbedeutender Forscher in der Sächsischen Spezialgeschichte und gab heraus: Die Reihenfolge der Äbte des ehemaligen Zisterzienserklosters Altenzelle; Die Schicksale der Fürstlichen Begräbnisse im Kloster Altenzelle. Die Andreas- oder Fürstenkapelle zu Altenzelle. Handbuch für Töplitzer Badegäste. Siehe: Neuer Necrolog der Deutschen. 14. Moritz, auf Schmolln und dein Trachenberge, seit 1808 Domherr zu Merseburg, war 1773, 18. Dezember, in Weißig geboren, ging mit seinem älteren Bruder nach Freiberg und Leipzig; vermählte sich 1807, 10. September, in Hoperswerda mit Julie Friederike Caroline von Ploetz, Tochter von Carl Friedr. Aug. v. P, Kammerherrn und Oberjägermeister, Komtur des Zivilverdienstordens, und Henr. v. Schlieben; geboren 1786,20. Mai, in Hoyerswerda, starb erst 1872, 15. Juni, in Dresden. Moritz war schon 1837, 15. Februar, in Schm., wo er liegt, gestorben. Sein numismatischer Nachlaß, ca. 6500 Nummern, wurde 1838 in Dresden versteigert. 15. Georg, Rittmeister auf Stauchitz und Weißig, vermachte diese beiden Güter als Fideikommisse seinen Neffen Ludwig v. Z., 0. 13, und Oscar v. Z., O. 21. Er war 1776, 1. September, in W. geboren, wurde erst Silberpage und nach drei Jahren: 1795, 26. Februar, Leutnant im Leibkürassier-Regiment, dann 1798 Kammerjunker, erbat aber 1830 die Enthebung dieses Charakters. 113 Er vermählte sich 1802, 28, Februar, mit Henriette Mar. Lse, Wilh, Frke. von Brandenstein, Tochter von Joh. Friedr. v. B., Königlich Württenibergischer Major auf Rahnis usw. und Joh. Lse. von der Pforte a. d. H. Reinstädt. Er starb 1844, 30. November, in W., wo er nebst seiner 1855, 21. April, verstorbenen Gemahlin in der von ihm erbauten Gruft liegt. Außer den Güterfideikommissen errichtete er auch eine fideikommissarische Stiftung für weibliche Abkömmlinge des Geschlechts v. Z. 17. Amalic war 1784, 19. Juni, in Schmölln geboren und starb in D.-P. 1822, 23. März, nachdem sie sich 1813, 12. Januar, in Graupzig mit Ernst Adolph Otto von Kiessenwetter, Leutnant a. D. aus Deutsch-Paulsdorf, vermählt hatte, der sich 1824, 28. September, wieder verheiratete, mit Therese v. Schönberg a. d.H.Luga. d) Kinder Vvu August, Hl. 44, auf Schleinitz usw. 18. Moritz Bast. Aug. auf Schleinitz usw., siehe unten. 19. Hans Friedrich Alexander, geboren 1787, 26. April, in Ober-Wutzschwitz, starb daselbst 178J 2. Mai. 20. Louise Henriette Amalie, geboren 1788, 4. Februar, in O., starb 1789, 31. Mai. 18. Moritz war 1777,13. Dezember, in O. geboren, kam 1793 als Extraneer auf die Fürstenschule Meißen, studierte 1797 bis 1803, wo er sein Examen machte, in Leipzig Jura, wurde 1804 Kammer- juuker, 1811, 30. März, Kammerherr. 1806, 2. Oktober, vermählte er sich in Meißen mit Ernstine Wilhelmine von Kp ckpu sch, Tochter von Hauptmann Friedr. v. K. und Marianne Christine v. Cattaneo (starb 1863 in Schi); 1808 erbte er vom Vater: Schleinitz, Petzschwitz,Ober-Wutzschwitz,3kieder-Steina. Er starb 1835, 6. Februar, in Schl., seine 1781, 26. Juni, auf dem 114 Trachenberge (et. N. 14) geborene Witwe 1865, 12. August, iu O., wo sie voir Meißen aus die Sommer verbrachte. Beide liegen in Leuben. Sohn: 0. 22. e) Kinder von Christian Wilhelm, N. 60, auf Markersdorf usw. 20. Henrictte Charlotte Fricdcrikc Wilhelminc, verm. Edle von Freiesleben, siehe unten. 21. Friedrich auf Markersdorf, Belgershain usw., siehe unten. 22. Amalie Louise, verm. von Bose in Oberfrankleben, siehe unten. 23. Emilic, verm. von Bose in Nickern, siehe unten. 24. Hans Bastian Carl, geboren 1785, 14. Juni, in Clodra, starb 1785, 5. Juli, daselbst. 25. Louis, siehe unten. 26. Caroline Thcrrse, geboren 1789, 17. September, in Mds. starb daselbst 1797, 2. September, liegt in der Neum. Erbgrust. 27. Julius, siehe unten. 28. Tochter, 1796, 23. Mai, in Mds. totgeboren. 20. Henriettc Charlotte Fricdcrike Wilhelminc, 1778, 7. Januar, in Clodra geboren, vermählte sich 1810, 1. Juli, in Zwötzen mit Friedrich Heinr. Ludw. Aug. Edlen von Freiesleben, Premierleutnant auf Leumnitz, und starb als Witwe 1841, 9. Dezember, in Dresden, liegt mit ihrer Mutter. 21. Friedrich, Kammer- und Jagd-Junker auf Markersdorf, Zschippach, Belgershain usw., war 1779, 11. August, in Clodra geboren, widmete sich der Forstwissenschaft, war 1794/1797 und auch 1810 auf dem Werdauer Revier, 1805/1806 in Zillbach, 115 war im August 1799 zum Kammer- und Jagd-Pagen, 18** zum Kammer- und Jagd-Junker ernannt worden, und hatte 1800 die väterlichen Güter geerbt, gemeinsam mit seinen Brüdern, durch deren Tod er in den Alleinbesitz kam, Mdf. und Nm, samt der Mühle wurden unter des Oheims Carl v, Z, Vormundschaft für 3000 Tlr, verpachtet. Die Forsten ergaben durchschnittlich 1200 Tlr. F. pachtete 1808 von seiner Cousine, Frl. Carlotte v. Jngersleben, S. 108, Bonau, und bezog es, nachdem er sich 18. September zu Alt-Döbern mit Caroline Henr. Aug. von Götz vermählt hatte, der 1789, 14. Februar, zu Ellefeld geborenen Tochter des Oberforstmeisters und Kammerjunkers Carl Friedr. v. G. auf Litzschen und der Joh. Carol. Wilh. v. Gersdorf. Diese ihre Mutter hatte Caroline v. Z. kaum gekannt; der Vater hatte sich 1795 noch mit Eleonore Chane, v. Oppell (gestorben 1852 als Frau v. Hertzberg) vermählt und war 1797 gestorben. Johanni 1812 endete die Pachtung in Bonau und F. ging nach Tharandt usw., von wo aus er nach fluchtartiger Reise mit Gattin, Mutter und schwerkrankem Bruder 1813,13. Juni, Mdf. bezog, um 1814, 24. August die Wirtschaften zu übernehmen. Auch das 1814, 10. März, ererbte Fideikommiß Zschippach bewirtschaftete er selbst und er stellte dort 1816 den Verwalter Poppe an, dessen Nachkommen noch heute im Gute sind. 1829 kaufte F. das Freigut Ober-Geisendorf für 10300Tlr. und 1833, 6. Juni, Belgershayn mit Köhra, S. 33, Lindhardt, Rohrbach usw. für 212416 Tlr. 16 gr. vom Ober-Kammerherrn v. Uechtritz. Durch bisherige Erfolge in seinen Wirtschaften ermutigt und im Hinblick auf seinen Spruch: Bete und arbeite, so wird Dir Gott helfen, faßte er trotz seiner geringen Mittel diesen großen Entschluß. Es gelang ihm, den Besitz, den er durch Zukäufe noch vergrößerte, in guten Zustand zu bringen, und er erwarb sich einen Ruf als Landwirt. Er und seine 116 Gemahlin müssen ein geradezu ideales Paar gewesen sein nach allem, was von ihnen bekannt ist, u. a, aus Erzählungen srüherer Nachbarn, Schlichte, vornehme, tüchtige, liebenswerte Leute, sehr sparsam, aber mit offener Hand für Verwandte selbst zu namhaften Opfern, Wenige Jahre vor seinem Tode fuhren seine Frau und seine Schwiegertochter einmal von Bhn. nach Mdf. und ließen den Pferden in Schmolln ein Futter geben, als F. angeritten kam, — ? — Du hattest Deine Brille liegen lassen, Carolinchen, und ich dachte, sie würde Dir recht fehlen. — Er aß mit ihnen zu Mittag, dann fuhren sie weiter und er ritt wieder nach Bhn. — Das war so seine Art. F. starb 1851, 24. Februar, zu Bhn., wo er im Park unter großen Steinblöcken liegt, die infolge der von ihm angewendeten tiefen Beackerung zutage gefördert worden waren. Seine Gemahlin zog nach Dresden, wo sie 1869, 3. April, starb und auf dem Friedhofe bei den Scheunenhöfen liegt. 22. Louisc, geboren 1781, 28. Dezember, zu Clodra, vermählte sich 1801, 22. Februar, zu Mdf. mit Chph. Ernst von Bose, Eh. S. Leutnant, nachmals k, k. Rittmeister, Domherr zu Merseburg und Herr auf Ober-Frankleben. Sohn von Fried. E. v, B. auf Ober-Wünsch und Chr. Henr, v. Wuthenau, geboren 1773, 31. Mai, ans O,, gestorben daselbst 1837, 12. September. Louise starb schon 1810, 25. Dezember, zu Bonau, S. F. 21, liegt in Zschelkau. 23. Emitie, geboren 1784, 23. Januar, zu Clodra, vermählte sich 1802, 8. Juli, auf Nickern mit ihres Schwagers Bruder, Heinrich Friedrich von Bose, auf Ober-Wünsch, Jüdendorf, Nickern und Ober-Frankleben, geboren 1768, 4. September, starb als 117 Hauptmann und Hzgl. S. Weimar. Kammerherr 1826, 26. April, auf Nickern an Lungenentzündung. Emilie starb 1855, 6. Januar, zu Dresden, liegt daselbst. Tochter: Johanne v. B. 25. Louis, geboren 1787, 18. August, zu Mdf., war 1801, 20. April, bis Johauni iu Meißen auf der Fürstenschule, dann bis 1807 * Februar, auf Schule zu Zwickau, trat 14. März in Lübben in das Regt. Prinz Albrecht-Chevauxlegers, erhielt ein Patent vom 28. Februar 1807 als Sousleutnaut uud 1811, 11. September, als Premierleutnant. Den russischen Feldzug machte er unter Gronchy mit und 1812, 7. September, fiel er bei Mozaisk. Die näheren Umstände wurden sehr verschieden berichtet. Nach R. v. Meerheimb: Voraus auf feur'gem Halsten hinsaust der wackre Zehmen, Den Hetmann der Kosaken auf eignes Korn zu uehmen. Wild rollt das Weiß des Auges im Schatten der Czakokrempe Fest am Dragonerpallasch klirrt die Kosakenplempe. Da gleitet im Blutgeschlüpfer das treue Holstenroß Uud tief im Sachsenherzen sitzt der Kosakenstoß. Doch: tot der junge Zehmen — das weckt den Ruf zur Rache Und Rache schleudert den Sieger in eignen Herzbluts Lache. Louis war Mitbesitzer von Markersdorf und Nenmühl. Sein Bild ist in Neuensalz. 27. Julius, 1791, 3. Februar, auf Mdf. geboren, kam 1801 im Frühjahr zu seinem Oheim, dem Geh. Rat Mühlen nach Altenburg und Michaelis nach Langenreinsdorf zum Pfarrer Haase. Von Michaelis 1805 bis Ende 1806 war er in Dresden beim Ingenieur-Kapitän Schellig und 1807 trat er mit Sousleutnant- Patent vom 23. März in das Regiment Prinz Clemens-Chevauxlegers in Grimma ein. Der Feldzug 1809 schädigte seine Gesundheit derart, daß, nachdem er 1812 Teplitz gebraucht hatte. 118 er 1813, 15. September, auf Mdf. starb. Hier und iu Neu- mühl war er Mitbesitzer. 1811, 21. Oktober, hatte er Patent als Premierleutuant bekommen. v. a) Kinder Vvn Carl, 5t. 13. 9. Heinrich Julius Carl, geboren 1804, 13. Dezember, zu Wermsdorf, starb 1814, 18. Januar, in Meißen. 10. Marie Caralinc Amalic, zu Wermsdorf 1806 geboren 26. April und gestorben 14. Mai. 11. Paulinc Emilic, zu Wermsdorf geboren 1808, 2. Juni, gestorben 1811, 8. Januar. 12. Emil Ludwig. 13. Ludwig Eduard Viktor, 1890 Freiherr. 14. Emma Natalie, verm. von Carlowitz. 12. Emil, geboren 1809, 5. November, zu Wermsdorf, besuchte die Krenz- fchule zu Dresden und 1831 die Universität Leipzig und nachdem er hier im Frühjahr 1834 fein Examen gemacht, noch mit feinem Bruder Ludwig bis 1836 die Universität Heidelberg und machte mit dem Bruder ausgedehnte Reisen durch die Schweiz bis Mailand, dann Holland, Belgien, Frankreich und die Deutschen Alpen. 1838, 22. Februar, wurde Emil zum Kammerjunker Se. Maj. des Königs ernannt. 1840, 20. August, starb er zu Dresden an einem organischen Herzfehler; er liegt in Leuben. 13. Ludwig auf Stauchitz Freiherr, war 1812, 1. Februar, zu Wermsdorf geboren, studierte in Leipzig und 1834 in Heidelberg, reiste dann mit feinem Bruder, wurde 1838, 11. Juni, Assessor bei der Kreisdirektion zu 119 Dresden und vermählte sich am 30, September auf Zschepplin mit Victoire Genov, Lse, Gräfin von Mengersen, gebaren 1818, 14. Juni, auf Rheder, Tochter von Friedr. Wich, Brnn, G. v, M. auf Rh. u, Z, und Ther. Freiin von Bender und Loitha, Sie war katholisch und starb 1887, 24. Dezember, auf St., liegt in Staucha. Kinder: ?. 1—4, 1844, 30. November, fiel Ludwig das Rittergut Stauchitz als Fideikommiß zu, S. 112; 1845, 19. Juni, wurde er Regierungsrat und 1848 hatte er den Justizminister von Carlowitz in? April nach Leipzig zu begleiten, als dieser mit schlechtem Erfolge als Königl. Kommissar zur Niederhaltuug der Unruhen dorthin ging. Kurz danach, 18. Mai, trat er mit Königl. Urlaub, von der Ritterschaft des Meißner Kreises gewählt, als Abgeordneter in die 1. Kammer der Ständeversammlnng ein. 1849, 10. Januar, starb sein Vater, von dem er unmittelbar vorher die Rittergüter Graupzig und Gödelitz gekauft hatte. An? 1. Mai übernahm er dieselbe?? und au? 9. Mai wurde er als Königl. Kommissar nach Pirna geschickt, wo mau den Amtshauptmann und den Bürgermeister verjagt hatte, er aber die Ordnung ohne Truppen wieder herstellte. Am 1. August wurde er 3. Wirklicher Rat bei der Königl. Kreisdirektion zu Dresden; arbeitete auch in? Ministerium des Innern. 1850,1. Juli, trat er, von Se. Maj. dein Könige auf Lebenszeit berufen, wieder als Mitglied in die 1. Kammer ein. Dagegen verließ er den Staatsdienst u. a., um eine Doppelstellung zu vermeiden. 1855, 20. Januar, ernannte ihn Se. Maj. der König zu??? Kammerherru, schlug ihn auch 1860 als Minister nach Meiningen vor. - Ludwig lehnte den Posten ab. 1866 tat er gerade Dienst als Kammerherr und geleitete I. Maj. die Königin ans Schiff, als die Abreise erfolgte, und als 120 Vorsitzender der Stände war er der erste, welcher das Königspaar, dem er inzwischen auch in Wien ausgewartet hatte, bei der Rückkehr in Badenbach begrüßte. 1867, 12. Februar und 31. August, wurde er in die beiden ersten Reichstage gewählt (konservativ und föderalistisch wirkend) und am 12. November zog er sich durch sein erfolgreiches Auftreten — (juo nsguö tunclom! — den Haß der Nationalliberalen zu: nicht zum letzten Male! 1870 war er mit einein Hilfstransport in Frankreich, 1872 wurde er zum Domherru zu Meißen, 1879 zum Domprobst zu Bautzen ernannt. Mehreren Landessynoden präsidierte er. 1886, 17. Dezember, wurde zum Wirklichen Geheimen Rate ernannt und 1891, 15. August, ward ihn: der Freiherrenstand verliehen, als er Alters wegen, nachdem er seit 1871 Präsident der 1. Kammer gewesen war, seine Wiederwahl deprezierte. 1892, 24. Oktober, verschied auf Stauchitz au Herzlähmung dieser schlichte, aber so große und hochverdiente Mann, den seine Freunde eine uutmu Lunätcku nannten. 14. Emma war 1813, 6. August, in Meißen geboren, heiratete 1838, 2. August, zu Dresden Herrn Ernst Maxim, von Carlowitz auf Naun- dorf, Oberschöna usw., der 1803, 11. August, auf O. geboren war und 1879, als Wirklicher Geheimer Rat usw. starb. E. starb zu Pisa 1856, 16. Dezember, am Herzschlag und liegt in O. Ihr Witwer heiratete dann Adeline Charl. Clot. v. Carlowitz- Maxen, starb 1884, 12. Dezember. b) Rinder von Moritz, IN 14. 15. Zcrtha Henriette Amalie Natalie Caroline Rosalie, geboren 1808, 24. September, zu Hoyerswerda, starb 1828, 15. Januar, auf Schmölln, liegt daselbst mit Monument. 121 16. Fanny Marie Julie Adelheid, 1809 zu-H. geboren, 13. September, gestorben 13. Dezember. 17. Morih Heinrich Bernhard, zu H. geboren 1810, 8. September, gestorben 1811, 11. April. 18. Alfred Bcuno, siehe unten. 19. Alwine Caroline Natalic, verm. von Roulet, stehe unten. 20. Friedrich August Turso, siehe unten. 21. Moritz Dscar, siehe unten. 18. Henna war auf dem Trachenberge 1811, 2l. Dezember, geboren, hatte Gust. Nieritz zum Hauslehrer, besuchte 25. Oktober 1825 bis 1833, 31. August, die Fürstenschule Grimma, studierte bis 1838 in Leipzig und Berlin, machte Staats- und Doktor-Examen und arbeitete beim Justizamte Dresden, bis er die Hoffnung ans eine Domherrenstelle in Merseburg aufgebend, 1839, 17. Juni, als Hofstinker und Leutnant in Coburg in Dienst trat. Diese Doppelstellung war sehr angenehm und B. am Hofe, wie allerwärts, sehr gern gesehen. Er wurde 1845, 1. November, Kammerjunker, 1849, 18. März, Oberleutnant, 1856, 2. Januar, Hauptmann, 1860, 2. Februar, Kommandant der Wachseuburg. Ihr, sowie geschichtlichen Studien (Haus Wettin) und der Numismatik, widmete er sich fortan mit Vorliebe. 1856 hatte er „Die Beste Coburg" in Druck gegeben. Er lebte in sehr glücklicher Ehe mit Emilie Caroline Julie Luitgard von Griesheim, Tochter des F. S. Cob.-Saalf. Kanzlers Carl v. G. auf Sinderstädt und Lobda und Henriettens von Anselm«; 1815, 27. Juli, zu Coburg geboren, hatte sie sich 1840, 2. Juli, als Hofdame der Herzogin Marie zu Coburg vermählt. Sie starb 1884, 14. Mai, zu Gotha. 122 19. Nntnlic war 1813, 16. April, auf dem T. geboren, starb 1879, 1. Dezember, zu Gotha und hatte sich 1831, 3V. Juli, auf Schmolln mit Heinrich Franz Leopold von Roulet-Mezerac vermahlt. Kgl. Preuß. Kammerherrn und Legationsrat bei der Gesandtschaft zu Dresden. Sie lebten später in Mur bei Neuchatel, wo er 1862, 27. Januar, starb. 20. Turso. Er war 1814, 5. November, auf den, T. gebore», kam in das Kadettenhaus, wurde 1833 Leutnant im Garde-Reiter- Regimente, 1839 Oberleutnant im 1. Reiter-Regimente und starb 1843, 13. Mai, zu Dresden, liegt in Staucha. Ein Sturz und Blutfleckenkrankheit war die Ursache seines frühen Todes. T. hatte sich erst 1842, 28. Dezember, oder 1843, 23. Januar, vermählt, mit Marie Louise von Hartitzsch, Tochter des Geh. Rats Gg. Hch. v. H. auf Staucha und der Gräfin Clem. v. Holtzendorff. Als Witwe verheiratete sie sich 184* mit Ed. Leop Frhrn, v. Gruben auf Staucha, Oberschenk und Oberhofmarschall zu Gotha; er starb 1868, 3. April; sie schon 1860, 1. August, auf Röhrsdorf; liegen in Staucha. 21. Dscar war 1816, 21. Februar, auf dem T. geboren, war im Kadettenhause und zur Erlernung der Landwirtschaft in Lohmen, vermählte sich 1842, 18. Januar, mit Emma von Wolffersdorf, geboren 1815, 1. Dezember, zu Marienberg, gestorben 1842, 27. November, auf Techritz, und 1844, 24. September, zu Bautzen mit deren Schwester Thecla, geboren 1821, 16. Juni, zu M., gestorben 1888, 12. Juni, auf Weißig. Die Eltern waren Friedr. Wilh. Aug v. W., Oberstleutnant im 2. Reiter- Regimente, und Concord. v. Quersnrt. Oskar verkaufte das 123 aus dem väterlichen Erbe übernommene Schmolln 1841, 1, April, an Emil Devrient, kaufte 1841, 1. September, Techritz, verkaufte es aber 1846, 1, April, wieder, nachdem er 1844, 30. November, Weißig als Fideikommiß geerbt hatte, S. 112, was er fortan bewohnte. Um 1865 kaufte er von Hr. v. Grävenitz auf Berndorf eine Fläche von ea. 1500 Morgen, worauf er eine Glashütte, Ziegelei usw. anlegte. Er verkaufte diesen Besitz: Jo- hannisthal, 1887, an seinen Vetter Hanns Karl v. Z.: 0.23. 1899, 19. Juli, starb er auf Weißig, wo er nebst seiner zweiten Gemahlin beigesetzt ist. Kinder: U. 15—21. e) Sohn Von Moritz, dl. 18. 22. Ludwig auf Schleinitz, geboren zu Dresden 1807, 18. Juli, wurde mit 4 Jahren durch Ausfallen der Hüfte auf Lebenszeit lahm, war aber geistig reich begabt, sehr musikalisch und als Pomolog bekannt. Er erbte die väterlichen Güter Schleinitz usw. und vermählte sich 1) 1834, 23. April, in der Schloßkapelle zu S. mit Marie von Vieth und Golsenau, Tochter von Oberstleutnant K. Wich. v. V. auf Schweinsburg und Emil. S. H. Freiin v. Welch geboren 1811, 25. Juli, auf S., starb 1891, 10. März, zu Montreux; 2) 1848, 30. Mai, zu Zschaitz mit E. Jeanne Elise Meuter aus Genf, gestorben 1889, 19. März, zu Dresden, liegt in Leuben. Kinder: ?. 22—26. cl) Kinder von Friedrich, dl. 21. 23. Hanns Karl. 24. Mo Emil, 1820 geboren, 11. September, gestorben war 1813, 27. September, aus Mdf. geboren, kam 1822 nach Chemnitz zum Tertius Schmidt und 1826, 1. Juli, — nicht um 134 Soldat zu werden — in das Kadettenhaus bis 1830, 31. März, ging 3. Mai nach Tharandt auf die Forstakademie, 1832, 12. Oktober, nach Leipzig, wo er mit seinen Vettern eine frohe Zeit verlebte, auf die Universität bis 1837, 7. Februar, dann nach Annaberg, beim Rektor Frotscher das Maturitäts- examen 15. September nachzuholen, bestand, 20. Dezember, in Leipzig das juristische Examen „kA-regie". Hierauf arbeitete er in Zwickau und Dresden, namentlich in Verwaltungssachen. 1842 verlobte er sich 17. März und vermählte er sich 15. September zu Dresden mit Hedwig Adelheid von Fabrice, Tochter von Friedr. v. F., General und Oberstallmeister, auf Roggendorf i. M. und Charl. v. Weißenbach, Schwester des nachmaligen ersten Grasen v. F. Von da an lebte er rastlos seinen Geschäften in Markersdorf, was er bis 1866 selbst bewirtschaftete, während er Bhn. alsbald nach des Vaters Tod, 1852, 4. Februar, an den Fürsten v. Schönberg-Waldenburg verkaufte und Zschippach an den bisherigen Administrator Poppe verpachtete, S. 115, 1869 kaufte er mit dem Wunsche, daß es nur der Familie durch Anbieten des Vorkaufs erhalten bleibe, für seinen ältesten Sohn das Rittergut Weißendors zurück, S. 89, und 1887 erwarb er von seinem Vetter Oskar v. Z., S. 123, Johannisthal, was er demselben Sohne später zum Geschenk machte. Markersdorf, Nenmühl, Geisendors und Alles, was dazu gekommen war, auch Inventar und Vorräte, verkaufte er 1881 für 365 000 M. an seinen jüngsten Sohn. Er starb als Domprobst zu Meißen (seit 1871, Domherr 1846) und Kammerherr S. K. H. des Großherzogs (seit 1856) zu Markersdorf 1885, 19. Juni. Seine Witwe blieb dort wohnen, hielt sich aber fast noch mehr in Neuensalz unter der treuesten Obhut ihrer Schwiegertochter auf und starb 1904, 12. März, in Dresden. 125 H. K. war in jeder Hinsicht sehr begabt nnd besaß in reichem Maße die Eigenschaften seiner Eltern, obgleich er sich vom Vater im äußerlichen Wesen vielfach unterschied. Bei seiner außerordentlichen Vorliebe für Pferde, nahm er bis 1866 an den äußerst scharf gerittenen Pardubitzer Hirschjagden teil — unter seinen Verhältnissen eine enorme Leistung. a) Kinder von Lndwig, 0.13, Freiherrn v. Z. I. Herbert Georg Victor, siehe unten. 2. Maria, verm. Freifrau von Sebottendorff, siehe unten. 3. Elisabeth, Therese Clementine, in Dresden geboren 1847, 21. März, und gestorben 1848, 2. Dezember, liegt daselbst. 4. Hans Hermann Alfred, siehe unten. 1. Herbert, geboren 1839, 27. Juli, zu Dresden, wo er das Krause'sche Institut besuchte und Michaelis 1858 das Maturitätsexamen machte, um in Göttingen zu studieren. Er trat aber schon 1859, 21. Januar, in K. K. Österreichische Dienste bei Graf Civilart llhlanen Ztr. 1 in Italien, machte den Feldzug mit und starb am Typhus 1862, 22. März, zu Brünn. 2. Maria, Freiin v. Z., ist 1843, 19. März, zu Dresden geboren, wurde seit 1855 im römisch-katholischen Glauben der Mutter erzogen, vermählte sich 1879, 12. Mai, in Berchtesgaden mit Siegmund Aug. Carl Mor. Jgn. Joh. Nepom. Freiherrn von Sebottendorff von der Rose, K. K. Kämmerer und Major z. D., geboren 1843, 19. Juli, zu Verona. Sie lebten zu Preßburg, Stockerau, Graz, Linz, Salzburg, Wiesbaden, Baden-Baden und jetzt in Frankfurt. Maria ist seit 1891 Sternkreuz-Ordensdame. 126 3. Hermann. Freiherr v, Z,, war in Reichenhall 1855, 22, September, geboren, war 1868 bis 1873 im Vitzthumschen Gymnasium, trat 1. Oktober zu Oschatz in das 1, Ulanenregiment ein, wurde 1875, 28. Januar, Leutnant, ging 1881, 1. Mai, als Attache zur Gesandtschaft nach Rom und dem Haag, Als Gesandtschaftssekretär nach Teheran versetzt, traf er 1885, 21, Dezember, dort ein. Sein Gesundheitszustand hatte mehrfache lange Beurlaubungen erfordert und nachdem er zuletzt einen Posten in London nur vier Wochen lang hatte begleiten können, nahm er schließlich als Kaiserlicher Legationsrat den Abschied, Er hielt sich viel im Engadin auf und in Aussee heiratete er 1889, 22. August, Maria geb. von Fröhlich-Feldau. Von seinem Vater erbte er das Rittergut Stauchitz, wo er kinderlos 1900, 2. Juli, als Letzter dieses Hauses starb. Stauchitz siel an seinen Vetter Horst v. Z., ?. 18. Die Witwe starb 1902. o) Kinder von Benno« 0.18. 5. Philipp, geboren 22. März, gestorben 27. Oktober 1841 zu Koburg. 6. Erncftinc NatalieConstanze, verm.Matthias, sieheunten. 7. Hans Bastian Turfo, geboren 1843, 26. Juni, zu Koburg, starb 1865, 8. Dezember, zu Gießen als stuä. enm., liegt daselbst. Er hatte das Abiturienten-Examen in Gotha gemacht, dann wegen Kränklichkeit die Milit.-Bildgs.-Anst. Karlsruhe verlassen. 8. Moritz Leopold Alfred, geboren zu Koburg 1844,9.Oktober, starb 1863,10, Oktober, zu Gotha als Gymnasiast des Ernestinums. 9. Louise Marie Helene ist 1846, 25. Mai, zu Koburg geboren und lebt in Gotha, 10. Hans Moritz, zu Koburg 1847, 7. Dezember, geboren, 25. Dezember gestorben. 11. Horst, zu Koburg 1849, 28. August, geboren, 10. September gestorben. 12. Caroliue Auguste Louise Hctcnc ist 1853, 2. Dezember, zu Koburg geboren und lebt in Gotha als Vorstaudsdame des von ihr begründeten Elisabeth-Hortes. 13. Gotthold Oswald Leopold, siehe unten. 14. Hans Fritz Eduard, siehe unten. 6. Ernestine (Erna). Sie ist 1842, 10. Februar, zu Koburg geboren und vermählte sich 1868, 22. Juli, zu Rothenburg a. T. mit Dr. Heinrich Matthias, Königl. Preußischer Kreisrichter daselbst, der 1838, 5. Januar, zu Kassel geboren war und 1871, 5. Oktober, zu Meran starb, wo er auch begraben liegt. E. lebt in Gotha. 13. Leopold (Leo) war 1856, 3. Februar, zu Koburg geboren, kam in das Kadettenhaus zu Oranienstein 1870, resp, zu Berlin 1873, wurde 1877 Leutnant im 6. Thür. Ins.-Regt. Ztr. 95 zu Hildburghausen. Hier verheiratete er sich 1881, 26. November, mit Clara Nonne, Tochter des Justizrates N. zu H. Diese Ehe war kinderlos und wurde 1887 geschieden. L- stand später in Wesel (1887) beim Jnf.-Regt. Nr. 57, dann in Gumbinnen, wo er als Hauptmann und Kompagniechef im Füsilier-Regt. Nr. 33 am 10. Dezember 1892 am Typhus starb. 14. Fritz am 20. Mai 1860 in Koburg geboren. Bald nach Geburt wurde der Vater nach Gotha versetzt. Schulbildung in Bürgerschule und Gymnasium zu Gotha, dann in Kadettenhäusern Oranienstein, Berlin und Groß-Lichterfelde. Eintritt in die Armee am 17. April 1880 als Portepee-Fähnrich im Jnf.-Regt. 27 in Magdeburg, verblieb in diesem Regiment mit Garnisonwechsel 128 nach Halberstadt bis zur Beförderung zum Major am 27. Januar 1904. In den Kaiser-Manövern 1898 Nachrichten-Offizier der 7. Division, 1903 Nachrichten-Offizier des IV. Armee-Korps. Bei der Beförderung zum Major in das Füs.-Regt. Prinz Albrecht von Preußen verfetzt. — Erhielt am 18. Januar 1902 Roten Adler-Orden IV. Klaffe, ain 14. Juni l905 Dienst-Auszeichnungs- kreuz. — Am 26. September 1886 vermählte er sich mit Mallp Schulz, Tochter des Sanitätsrats Sch. zu Magdeburg. e) Kinder von Osrar, 0. 21. 15. Caroline Concordia Emma Johanne verm. Semmig. 16. Jenny, auf Weißig 1845 geboren 30. April, gestorben 1. Mai. 17. Moritz Dscar Georg, daselbst 1846 geboren 26. Juni, gestorben 10. Juli. 18. Osear Horst. 19. Thekla Fanny, verm. Möring. 20. Moritz Alfred. 21. Hertha Alice, verm. Steindorf. 15. Johanne war 1842, 22. November, auf Techritz geboren, starb 1887, 25. November, zu Kamenz und liegt daselbst. Sie hatte sich 1877, 27. August, zu W. mit dem Landwirt August Fürchtegott Semmig verheiratet. 18- Horst, 1847, 8. August, auf W. geboren, studierte in Tharandt Forstwissenschaft, machte als Reserveoffizier des 4. Ins.-Regts. den Feldzug 1870/71 mit, erhielt die zum St. Heinrichsorden gehörige silberne Militär-Verdienst-Medaille und das Eiserne Kreuz verliehen, trat dann in Königl. Forstdienst 139 nahm 1875, 1. Juli, die Fürst!. Reuß. Oberförsterstelle zu Jsa- bellengrün au, bezog als Forstmeister 1884 das alte Schloß zu Greiz, kehrte aber 1885 in den Königl. Dienst in Tharandt zurück, wurde 1887 Oberförster zu Wendischkarsdorf und nahm 1900 den Abschied. Er hatte inzwischen von seiner Cousine Maria v. Z., 44 2, 1896 Graupzig und Gödelitz gegen Leibrente übernommen, 1899 vom Vater Weißig und 1900 von seinem Vetter Hermann Freiherrn v. Z., 44 4, Stauchitz geerbt. Er hat sich 1874, 29. September, zu Kösen vermählt mit Frieda Auguste Sophie von Rohrscheidt, geb. 1849, 3. Mai, zu Halberstadt, Tochter von Ernst v. R. K. P. Obersten und Charlotte Georgine geb. Seyler. 19. Fmmi) ist 1849, 10. April, auf W- geboren und vermählte sich zu Kamenz 1874, 22. September, mit Ernst Julius Franz Möring, welcher 1896, 27. Juli, zu Ober-Olbersdorf als K. S. Oberstleutnant z. D. verstarb. Sie lebt in Bautzen. 20. Alsrrd ist 1850, 21. November, aus W. geboren, war 1865/1870 im Kadettenhause, wurde im Feldzuge 1870/71 zum Leutnant im 8. Ins.-Reg. Nr. 107 ernannt und mit dem Eisernen Kreuze dekoriert, nahm 1878 den Abschied, um sich 1879, 17. Februar, zu New-Brighton mit Helen Violet Baltzer zu vermählen, Tochter von Bankier Herm. Richd. B. zu Newyork und Mtha. Putnam, geb. Banta. Er besaß dann 1882—1890 eine Farm und lebt seitdem in Dresden. 22. Bcrtha 1855, 9. Januar, auf W- geboren, vermählte sich 1889, 27. März, mit dem K. S. Oberstleutnant Camillo Steindorf, geboren 1842 zu Geithain. Sie leben in Bautzen. 130 ä> Rinder von Ludwig. l>, 22, auf Schleinitz. 22. Marie Susanne, verm. Freifrau von Friesen. 23. Sophie Euphemia (Pia), verm. Freifrau von Welek. 24. Hans Dietrich Hugold. 25. Louise Elisabeth, verm. von Schönberg. 26. Emma Cötcftine, geboren 1852, 23. Dezember, zu Schleinitz, starb 1860, 16. August, zu Bad Elster, liegt in Leuben. 22. Susanna ist auf Schleinitz 1835, 26. Juni, geboren und vermählte sich 1862, 4. September, auf Hohenstädt mit Friedr. O. Heinrich Frei- herrn von Friesen, später auf Rötha usw. Major der Reiterei a. D., Kammerherr Sr. Maj. des Königs, Vorstand des konservativen Landesvereins, Mitglied der l. Kammer der Ständeversammlung usw. usw., geboren 1831, 23. Mai. 23. Sophie war auf Sch. 1838, 6. September, geboren und starb 1882, 23. Februar, in der Oberlößnitz, nachdem sie 1880, 5. Oktober, sich mit dem Freiherrn Curt Heinrich von Welck verheiratet hatte. Er ist 1827, 27. Oktober, geboren und war zuerst vermählt 1854, 24. Januar, mit Clara Weiß, starb 1862, 7. August, dann 1863,17. November, aus Gr. Krausche mit Gräfin Katharine von Schliessen, starb 1874, 17. Juli. 24. Dietrich ist 1840, 14. Juni, zu Dresden geboren, erbte die väterlichen Güter Schleinitz usw., lebte aber meist in London und starb daselbst 1906, 20. Februar. 25. Elisabeth auf Schleinitz 1849, 4. Juli, geboren, vermählte sich 1882, 6. Mai, zu Dresden mit Hans Wlf. von Schöuberg auf Bolmstadt 131 in Schweden, Rädchen und Unterreudnitz, der 1896, 29. Februar, zu Dresden starb. s) Kinder von Hanns, 0. 23. 27. Hans Friedrich. 28. (Carl), zu Mdf> 1844 geboren und gestorben 13. September, liegt in Berga. 29. Lauifc Marie, verm. Freifrau Gedult von Jungenfeld. 3V. Hanns Moritz. 31. Alfred Hans, geboren 1853, 23. Mai, gestorben 1854, 25. Februar, zu Mdf., liegt iu Berga. 32. Hans Fabian Sebastian. 27. Friedrich war 1843, 30. Oktober, zu Mdf. geboreu uud starb 1897,12. März, in Jena an Lungenentzündung. Er vermählte sich 1869,16. August, zu Tharandt mit Helene Mathilde Jda von Seydewitz, T. v. Curt F. E. v. S. auf Sohland uud Helene E. v. Kießen- wetter. F. besuchte das Kraufesche Institut in Dresden, kam 1851 zum Pfarrer Müller nach Döllstädt, 1859 nach Halle auf die Schule. Er studierte Landwirtschaft in Hohenheim, Tharandt und Göttingen, war auf den Gütern Sohland, Mühlau uud Nnwürde und erhielt Weißendorf vom Vater, der ihm später auch Johannisthal schenkte, S. 124. Die Witwe verkaufte beide Güter, Weißendorf samt dein Archive an den Pachter, S. 3. 29. Lauifc war 1846, 2. Oktober, zu Mdf. geboren, war 1853—1858 in Ludwigslust zur Erziehung mit ihrer Cousine Natalie v. Bern- storff, dann in Dresden und 1859—1862 im Altenburger Stift. 1881, 12. Juli, vermählte sie sich in Dresden mit Carl Aruld. 132 Gießbcht. Freiherrn Gedult von Jungenfeld, geboren 1846, 2, September, zu Butzbach. Sie wohnten zu Lörtzen- bach, Zschippach, Barthelmesaurach und München, wo Louise, die von Jugend auf fehr gekränkelt hatte, 1889, 27. Dezember, ohne vorgängige Krankheit verfchied. Sie liegt in Darmstadt. C. v. I. wurde von seiner Schwiegermutter, als deren Augenleiden es erforderte, zum Pfleger erbeten und übernahm bereitwillig dieses schwierige Amt. 30. Moritz ist 1849, 31. Dezember, zu Mdf. geboren, kam 1858 nach Döll- städt, 1862 nach Kötzfchenbroda in Institute, 1865 auf die Fürstenschule Meißen, 1866 als Kadett mit nach Österreich, Ostern 1870 zum jetzigen Karabinier-Regte., hatte im Feldzuge das Glück, unter General Senfft v. Pilsach und Rittmeister v. Polenz zu stehen, erhielt 18. September die silberne Heinrichsmedaille, 7. Nov. das Eiserne Kreuz, wurde 18. Okt. Leutnant, nahm 1873 Urlaub, um in Leipzig Kollegien zu hören und verheiratete sich 1874, 15. April, zu Freiberg mit Elisabeth Christine von der Pforte, geboren 1854, 1. Dezember, zu Dresden, Tochter des Obersten Curt v. d. P. und Clara geb. Buhle. 1880, 26. Juli, wurde er Rittmeister; 1885 übernahm er Zschippach und kaufte Zobes und Neuensalz. Letzteres bezog er, als er 1890 als Major z. D. den Abschied nahm. 32. Hans war 1856, 8. Oktober, zu Mdf. geboren, starb 1901, 31. Oktober, in Jena am Herzschlag, liegt in Berga. Im Käuferschen Institut und im Kadettenhause erzogen, trat er 1874 in das 3. Reiter-Rgt., wurde 1887 Rittmeister. In das Garde- reiter-Regt. 1888 versetzt, nahm er 1894 als Major z. D. den Abschied und bezog Markersdorf, was er nebst Neumühl usw- 133 1881 vom Vater gekauft hatte. Er war auch Großherzoglicher Kammerherr und hatte sich 1877, 11. Oktober, zu Dresden vermählt mit Marie V. C. von Egidp, geb. 1858, 23.Mai, Tochter von Arndt v. E. auf Kreinitz und Carol. Grfn. v. Seydewitz. q. u) Kinder von Fritz, ?. 14. 1. Elsa Luitgarde, geboren zu Aschersleben 1887, 15. Juli. 2. Luitgarde Renate, geboren zu Halberstadt 1892,5. Januar. ist Kinder von Horst» ?. 18. 3. Oskar Horst Ernst, geboren zu Jsabellengrüu 1875, 13. September, war im Kadettenhause, trat 1893, 31. März, als Fähnrich in das 2. Jägerbataillon Nr. 13, wo er 30. Juli 1894 zum Leutnant, 1900,27. März, zum Oberleutnant avancierte. 4. Sebastian Heinrich Ludwig Walsgang siehe unten. 5. Charlotte Lcont. Thect., zu I. geboren 1880, 19. September, und gestorben 1884, 22. Juni. 6. Hans Bastian Thilo, geboren zu Greiz 1885, 10. Mai. 4. Wolf, geboren 1877, 20. Juli, zu I., war im Kadettenhause, wurde 1900, 17. Mai, Leutnant im ersten Jägerbataillon zu Freiberg und vermählte sich 1902, 23. Juli, zu Klein-Gansen mit Katha- rine von Zitzewitz, Tochter von Wilh. v. Z. auf Klein-G. und Aglae v. Courbiere. o) Kinder von Alfred, 1'. 20. 7. Ursula, geboren 1879, 2. Dezember, zu Leipzig, staatlich geprüfte Zeichnenlehrerin. 134 8. Martha Theiln, geboren 1881, 22. März, daselbst. 9. Dskar Erich, geboren 1882, 3. August, zu Elision, war 1897—1901 im Kadettenhause, wurde 1902, 22. Aug., Leutnant in? 8. Jnf.-Regt. Nr. 107, trat 1906, Mitte Januar, zur Schutztruppe über und ging nach S.-W.-Afrika. 10. Lau ist Bertha Sophie, geboren 1883, 17. Dezember, zu Mandau, verlobte sich 1906 mit dem Kaufmann Georg Franke- in London. 11. Heinrich Ludwig, geboren 1888, 22. Dezember, zu Maudan. ä) Rinder von Fritz, ?, 27. 12. Curt Hans Carl, geboren zu W. 1870, 26. November, starb zu Bautzen 1886, 4. Juni, an Lungenentzündung, liegt in Lauta. 13. Alfred Rudolph Friedrich, geboren zu W. 1872, 2. Mai, war im Kadettenhause, nahm 1892 als Portepeefähnrich den Abschied, ist Ingenieur. 14. Hcdnng Elisabeth, geb. 1873, 21. Juli, zu W. 15. Hans Paul Ernst, geboren 1876, 13. Juni, zu W., war in Nieski.) und Halle auf Schule, dann auf dem Polytechnikum zu Dresden, ist Diplom-Ingenieur. s) Rinder von Moritz, ?. 30. 16. Hanns-Cnrl, geboren 1883, 17. Mai, zu Borna, besuchte das Vitzthumsche Gymnasium, trat 1901, 1. Oktober, in Oschatz beim I.Ulanen-Regte. Nr. 17 „Kaiser Franz Joseph usw." als Portepeefähnrich ein, wurde 1903, 14. Januar, Leutnant und steht seit 1905, 1. Oktober, beim 3. Ulanen-Regte. „Kaiser Wilhelm II. usw." 17. Silnstlc Hedwig Elisabeth, geboren 1887, 29. März, zu Borna, war ini Freiadel. Magdalenenstift zu Altenburg. 135 18. Moritz Mstian, geboren 1888, 29. April, zu Borna, besucht das Vitzthnmsche Gymnasium. 19. Elisabeth, Clara Caroline, geboren 1892, 15. April, zu Neuensalz, ist im Freiadel. Magdalenenstift zu Alteuburg. 1) Rinder von Hans, ?. 32. 20. Elisabeth Marie Karoline, geboren 1878, 1. November, zu Borna. 21. Christoph Hans Alfred, geboren 1881, 16. Februar, daselbst, war ans dem Neustädter Gymnasium zu Dresden, ist seit 1900, 30. Januar, Leutnant im Karabinier-Regte. ili. Rind von Wolf, st», 4. Christa, geboren 1905, 17. Juni, zu Freiberg. Das Haus zu Delitzsch, Lissa, Rülsa, Spüren, Thnrau, Mülz u l'w. Die ältesten ^Nachrichten ergeben wenig Zusammenhang zwischen den genannten Personen, Im Lehnbuch Friedrichs des Str. 1349 heißt es, vgl, S. 6, (Pflege Delitzsch): „40. Item (4el1ru(1u8 Se ^emnin äomnin clietnm Xoutlwus in opiäo Doltselr aum omui snrs —, itein zmntnm nute eivitutam, 3 wnnsvs, itsm 4 innusos in (itsrntie?; item 4 mun8v8 in Ivolm: item 2 muusos in/IVelkesorv; iteiu 1 MUU808 in IZuuriW; item 1 mnimum in (4rub8ebiW; item MNN8MN in >Vi8le et molenäinnm üiotnm Lelmdemäl." Ein G. ist schon S, 5 genannt. Nicket zu Lissa, vielleicht Bruder von Hans und dessen Schwester Agnes, verm. an Balthasar von Freiberg, welche Hans 1451 bevormundete, s. 1446; als Erbarmanne, 1445, ohne Angabe der Pferdezahl genannt, war Vater von: Thymo, Nickel und Hans zu Kölsa, was diese als seine Nachbesitzer 1463 von Merseburg je zum dritten Teil zu Lehen erhielten. 137 Thimo auf Lissa und Kölsa erhielt 1446 Merseburger Lehen auf das vom Vater ererbte Kölsa und auf 5 Schock daselbst, die er von Balth. v, Freiberg, siehe oben, gekauft hatte; ist 1447 mit 3 Pferden als Erbarmanne verzeichnet und verkaufte 1458, als: Th, zu Lisfa für sich und als Vormund seiner jüngeren Brüder Zinsen von Kölsa an den Dom zu Merseburg für 30 Thlr, auf Wiederkäust Ähnliche Verkäufe wurden auch 1459 und 1473 geplant, aber wohl nicht vollzogen; wogegen Th. 1478 eine dem Casp. v. Radefeld abgekaufte Hufe zu Kölsa als Lehen erhielt. Wohl derselbe Th. war es, der 1480 „zu Spören" saß und 1484 gestorben sein soll. Nickel scheint nicht weiter genannt zu sei». Hans ist mit Th. 1463,1469,1473 genannt und ist wohl der Hans 8LN., der mit seinem Vetter Hans jnn. 1487 ingesamt mit Spören, Prußendorf und Kölsa belehnt wurde und 1494 als Hans der alte unten genannt wird. Kinder Vvn Thymn (?) Thipnv. Hans der jüngere. Anna. Agnes. Katharina, verm. an Hans Schlegel. Thipno erhielt 1494 nach Tod seines Bruders Hans jnn. Merseburger Lehen und setzte seinen drei Schwestern je 100 st. aus, u. erh. 1497 die Mitbelehnsch. m. s. Vett., sowie am 7. Oktober 138 einen Lehnbrief über Sporen vom Herzog Georg, der auch die Gattin darauf verleibgedingte: Veronica von Bisfing, die Schwester von Albr. und Cornel. v. B, Hierbei oder 1543 vermerkte Chph. v, Carlowitz: „Die v. Z. find sehr arm und mit schulden beladen, ich will selbst 5 taler vor sie geben". 1511 verkaufte Th. halb Kölsa für 960 Mfl. an den Bischof von Merseburg, siehe unten. Entweder ist Th. ziemlich alt geworden und vielleicht in weiterer Ehe mit Margarethe Bose verheiratet gewesen, oder es fragt sich: in wie weit die folgenden Angaben sich etwa auf einen andern Th. beziehen. Ein Th. ist 1522, 1523 mit einer Forderung von 70 alten Schocken an Glorius Fleischer in Delitzsch genannt. Th. zu Sporen diente 1528 dem Herzog Georg. Th. zu ? wurde 1539 zur Huldigung geladen. 1540 scheint er tot gewesen zu sein und Margarethe als Witwe hinterlassen zu haben. Hans dcr.jüngcrc wurde 1487 nebst seinem Oheim Hans sou. belehnt und war 1494 tot, siehe oben. Er war wohl Vater von: Nickel, Christoph, Hans, Thilo, der 1497 noch unmündig war. Diese Gebrüder waren 1497, 7. Oktober, Mitbelehnte Thymvs auf Spüren und erhielten — ohne Haus! — die Lehen auf die von ihren Eltern auf sie verfallenen Merseburgischen Güter. Nickel und Thilo zu Rosenberg willigten 1511 in den Verkauf von halb Kölsa, während Christoph ausländisch war, und alle drei verkauften 1513 ihre Hälfte von Kölsa ebenfalls an Merse- 139 bürg für 1080 Mfl. Christoph erhielt vom Herzog Georg das diesem heimgefallene Wedemar 1524, 14. Januar, für treue Dienste verliehen. Nickel und Thilo waren Mitbelehnte und wohl 1532 als Christophs Erben Besitzer dieses Gutes, das sie um 1540 verkauft zu haben scheinen. Thilo zu Rosenberg war 1543 Mitbelehnter an Spüren. Seine Ehestiftung mit Caecilie N. N. wurde 1530 konfirmiert. Magdalcnc v. Z., welche erst mit einem Herrn von Loben, dann mit Wolf von Qnetz, 1569 gest., verheiratet war, dürfte diesem Hanse angehören; eines der Rittergüter zu Sporen gehörte 1528 Jakob Qnetz. Kinder von Thinm v. Z. und Margarethe Böse. Hans, Christoph, Stephan, Wolf, Adolph. Diese fünf Gebrüder wurden 1543 belehnt mit Spüren, wozu der Vater einen freien Hof von Hans v. Sidensdorf und zu Prußendorf einen Bauernhof gekauft hatte. Sie erhielten zu Mitbelehnten: Thilo zu Rosenburg, Achim zu Stendal und Jakob zu Möckern, letztere zwei von der Altmärkischen Linie, S. 146. Steffan hatte schon 1540 das dem Merten v. Dieskau abgekaufte Rittergut Köckern zu Lehen erhalten, wobei seine vier Brüder, sowie Achim und Jakob, nicht aber Thilo, als Mitbelehnte genannt sind. 140 k". Söhnv övn ?; angeblich von Thipnc ans Spören und Ra. geb. vo» Honbih. 18. Nhimo zu Sporen und 18u Stcssan zu Roitzsch. St. war 1579 Schriftsasfe des Amtes Bittenfeld und schrieb 1581 dem Stadtrate zu Delitzsch wegen einer Forderung, welche seinem: lieben Bruder ?. 18. Thimen v. Z. sel. zuständig gewesen war. Th. hatte zu Sporen das Gut Hans Hakes gekauft und dieser ihm 1572 die Lehen daran ausgelassen. 1579 ist er als Schriftsasse des Amtes Zörbig zu Sporen genannt und soll mit Margarethe, Tochter von Christoph von Reibisch, die 1601 noch lebte, vermählt gewesen sein. tzl. Seine Söhne: Christoph, auch Johann Christoph, siehe unten. (Wolf) Adolf, siel 1602/03 im Zweikampf, nachdem er 1602 wegen Abwesenheit Jndult erhalten. Christoph und Adolph erhielten 1586, 5. Oktober, Jndult bis zum 14. Jahre; 1596, 9. März, wurde Christoph zu Sporen aus geleistete Erbhuldigung mit den väterlichen, aus ihn ver- fällten Gütern belehnt, und: in mmili Wolfs Adolph. Dieser (A 26, Christoph auf Spören war zwischen 1572 und 1578 geboren und starb 1621, 20. November, zu Spören, wo er ein Monument hat. Er war vermählt 1) mit Marie (Catharine), Tochter von Joach. von Zerbst, welche 16. März 1603 (1613?) starb; 2) mit Anna (Marie) von Zehmen, S. 11, geboren 1587, 10. Oktober, starb 1649, 20. März, in Zwenkau, oder wurde 1648, 20. März, dort beigesetzt. 141 ». Kinder: 55. Barbara Sibylle, geboren 1611,9.September, zuSpöre». 56. Anna, verm. von Rodecker, siehe unten. 57. Magdalcnc, verm. von Venedig er, siehe unten. 58. Wots Dietrich, siehe unten. 59. Gottfried, war in Kaiser!. Kriegsdiensten und wird noch 1628 genannt. „ ^ 56. Anna war 1615, 13. Oktober, zu Sp. geboren und heiratete Balthasar von Rodecker zu Duderstädt. 57. Magdatcne, geboren 1617 oder 1619 am 4. Oktober zu Sp. und vermählte sich 1644, am 6. Oktober oder 9. November mit Georg von Venediger, der dann Sporen von ihrem Bruder kaufte. Er war 1589, 27. Januar, geboren und schon verheiratet gewesen mit Brig. v. Zweymen aus Wegwitz und init Magdalene v. Zehmen aus Probst-Deuben, S. 11, und starb 1662,31. Mai. Magd, selbst starb erst 1682, 30. Oktober. Ihre Stieftochter S.142. 58. Wolf Dietrich verkaufte Sporen seinem Schwager und erhielt Thurau und Mölz durch seine Heirat mit Anna Martha von Rabiel, Tochter des Hch. v. R. auf Th. und M. und der Marie Hedw. v. Müuchhausen a. d. H. Trebischau. I. Seine Kindee: 29. Wolf Ernst. 30. Maria Hedwig, getauft 1626, 6. September; Testament, 1680, 16. August. 142 31. Dorothea Elisabeth, 1680, 32. (?) Catharinc, verm. an Friedrich van Davier auf Necken. 29. Wolf Crnft auf Thurau und Mölz war 1620 gebaren und verwählte sich 1654, 6. Dezember, mit Christi(a)ne Marie van Venediger, Stieftvchter van Magdalene v. Zehmen, S, 11, und von Magdalene v. Zehmen, 14. 57, S. 141, die 1625, 4. August, auf Sporen geboren war. Er war 1680 noch am Leben. Seine Kinder. 33. Eleonore Sophie, verm. von Schönfeld, siehe unten. 34. Wolf Dietrich, siehe unten. 35. Martha Louise, verm. van Schwerftädt. 33. Eleonore Sophie war 1674 geboren und starb 1702, 19. Januar, auf Reuth, nachdem sie sich 1698, 19. September, mit Carl Friedrich von Schönfeld auf Reuth und Thoßfell vermählt katte. Dieser war 1671, 10. August, geboren und starb 12 Tage nach ihr: 31. Januar 1702. Er war vorher verheiratet gewesen mit Veronika Marg. v. Weiskin, starb 1698, 3. März. 34 Wolf Dietrich auf Thurau und Mölz war 1665, 28. März, geboren und vermählte sich 1696, 8. Juli, mit Margarethe Sibplle van Schammer, Tacht. v. Gg. Rud. v. Sch. auf Ferusdorf und Bb. Mg. v. Wuthenau, geboren 1662, 10. November, starb 1735, 15. Juni, nachdem er selbst schon 1732, 7. September, gestorben war. Ihr Grabmal in Thurau besagt, daß sie 3 Söhne, 2 Töchter und 9 Enkel hatten. K 25/29. 143 35. Mnrtha Lonisc vermählte sich mit einem Herrn von Schwerstädt. 25. Emaimct Lcdcrccht, siehe unten. 26. Gcorg Dietrich, siehe unten. 27. Sohn, siehe unten. 28. Tochter, siehe unten. 29. Tochter. 21. Ennmuet Leberecht auf Thurau und Mölz war 1697, 9. Juni, geboren und vermählte sich 1733, 10. Februar, mit Gisela Henriette von Wuthenau, geboren 1706, 10. September, starb 1765, 6. Februar (?), Tochter vom Fürstl. Anh. Stallmeister Adam Heinrich v. W. auf Gr. Paschleben und Thurau? und von Sophie Auguste von Lattorf. Diese Schwiegermutter war 1679, 16. September, geboren als älteste Tochter des Leutnants Matthias Wilhelm von Lattorf auf Klinken und Clara von Davier a. d. H. Necken, hatte sich 1703, 18. Mai, als Kammerfräulein der Fürstin v. A. mit H. A. v. W. vermählt und nach dessen schon 1706, 18. Juli, erfolgtem Tode mit einem Herrn von Zehmen wieder vermählt, vielleicht einem Bruder von E. L., siehe unten. Sie ist 1755, 17. Februar, gestorben und ihr Porträt ist vorhanden. E. L. wurde 1707 Page zu Köthen, machte, 1718 wehrhaft geworden, einen Zug nach Ungarn mit, wurde nach der Heimkehr Kammerjunker und Stallmeister, 1728 Forstmeister in Köthen und zog 1735 als Gräfl. Stolberg. Hofmeister nach Wernigerode, wo er 1739, 30.Juli, als letzter seinesStammes starb und ein Monument hat. Seine Güter scheinen heimgefallen zu sein. iv 144 Seme Witwe ging 1752, 19, Oktober, eine zweite Ehe ein mit den? K, P. General August Wilhelm voi? Braun auf Zscherben. Töchter ZI. 64/67. 26, Grorg Dietrich war 1704 zu Thurau gebore??, wurde 1720 Soldat bei??? Anhalt. Jnf.-Regt, zu Halle im K. Preuß. Dienste, 1724 Fähnrich, 1729 Leutnant und starb auf Werbung zu Oettingen 1732 am 10. (21,) Februar. 27, Der dritte Sohn überlebte die Eltern und starb demnach zwischen 1735 und 1739 und vielleicht war er es, der sich mit seines Bruders (siehe d.) Schwiegermutter verheiratete, 28, 29. Zwei Töchter. Eine davon dürfte sein: Marie Margarethe, welche sich 1729 spätestens mit Carl Friedrich von Wülknitz auf Reins- dorf, Oberhofmeister der Herzogin von Kurland und F. Anh. Hofrat, vermählte. Er starb spätestens 1747, sie frühestens 1748. U. Töchter von Emanuel Leberrchk, O. 25. 64. Christiane Henricttc v. Z., angeblich- genannt von Braun, vermählte sich zu Halle 1772, 22. Oktober, mit den? Hauptmann Carl Siegfried von Bomsdorf auf Jakobskirchen. 65. Lauste Fcrdinandinc v. Z. genannt v. B„ vermählte sich zu Gr. Glogau 1767, 7. Juli, mit dem Hauptmann in? K. P. Regt. Anh. Bernburg zu Halle Wolf Heinrich Ernst von Klüx, nachmals Generalleutnant. 66. Na. Na. 67. Na. Na. Das Haus in der Mark» für dessen Personen sich nur selten der verwandtschaftliche Zusammenhang erkennen läßt, stammt von Briet v. Z., der offenbar mit dem Burggrasen Friedrich dahin gekommen war, denn er wird dort von 1412 an genannt und wurde 1413 nicht mit ererbten oder gekauften, sondern mit heimgefallenen Gütern für seine Dienste aus sonderlichen Gnaden belehnt. Ein 1383 als Zeuge in Störmthal genannter O. v. Z. kann ebenso gut dieser, als der 1349 mit Zehmen belehnte Ortel, S. 6, sein. 1416 war Ortel Schreiber des Markgrasen und 1418 sein Küchenmeister, als ihm das Angefälle von Claus Paarens Besitzungen Gutenparen, Ribbeck, Lietzow, Börnicke, Paren, Retzow und Schenckendorf verliehen wurde. Seine Gattin Czacharia scheint Paarens Tochter gewesen zu sein und erhielt Leibgedinge zu Storkow und Arnim, 1427, als O. diese Dörfer mit freien Höfen von Claus v. Sannen kaufte. 1437 bekannte der Markgraf Orteln und seinem Bruder Günther v. Z. eine Schuld von 80 Schock 49 gr., welche noch vom Markgrafen Johann, also mindestens schon von 1418, herrührte und Ostern 1438 beglichen werden sollte. 1438 war O. Rat und Vogt und Amtmann der Altmark; Schloß Tangermünde mit seinen und des Schlosses Arneburg Zubehörungen war ihm überwiesen; er wohnte 1439 aber wohl zu Storkow. 1441 war er Hofrichter in der Altmark. Die Anwartschaft, ihn: in diesem 146 Amte zu folgen, wurde 1448, 10. Mai, vergeben. Danach ist er nicht mehr erwähnt, also wohl bald gestorben. Ortels Bruder: Günther scheint auch schon vor 1420 in Markgräfl. Dienste gewesen zu sein, siehe oben l437, und wurde 1424 von der Markgräfin Elisabeth v. Br. an die Herzogin von M.-Schwerin geschickt, sich über Friedensstörungen zu beschweren. Ortels Tochter: Ursula vermählte sich 1427, Sonntag nach St. Valent. mit Frenczel Bertkow, Sohn von Anna und Otto B., welcher ihm 1437 Lehen zu Pletz, Goldbeck und Bertkow abtrat. (Ortels oder Günthers Sohn?): Achim. Achim v. Scymen (v. Ziemen), der 1434 Lehen zu Saune verkauft hatte, kann wohl eher der nächsten Generation angehören, als ein Bruder Ortels gewesen sein, also da O. zur Zeit des Verkaufes noch lebte, vielleicht Sohn von Günther. Als Nachkommen Brtcls oder Günthers sind jedenfalls anzusehen: Drtcl, Martin und Günther von Szemen, Gebrüder, von denen ein Schreiben betr. Fischerei bei Arenburg von 1474, 21. Juni, vorhanden ist. Ferner: Heinrich und Achim, Gebrüder, wohl zu Pletz gesessen, welche 1523, Freitag nach Lukas, mit Zins zu Ostheren und Gropleue beliehen wurden, den sie von Gyse Buchholz gekauft hatten. Unter dem Namen 147 Heinrich kommen folgende, vielleicht auf verschiedene Persönlichkeiten zu beziehende Nachrichten vor: 1492, 31, Januar, H. als Tochtermann des Hans Hesszel- storpp genannt. 1499, unter den Lehnsleuten, welche gehuldigt haben, werden genannt: Heinrich, Achim, nicht gefworn, von Zemen, 1523, 23. Februar, Anna, des H. Gattin, erhält einen Kosfäthenhof zu Pletz usw. als Leibgut. 1523, 13. Juli, Hiurieus äs ^esmsn, prüksetus des Domkapitels zu Magdeburg. 1535, H. ist tot; sein Sohn Jakob wird belehnt. Achim. Die folgenden Angaben dürften ebenfalls nicht alle dieselbe Person, sondern vielleicht Vater und Sohn betreffen. 1499, siehe bei Heinrich. 1523, 23. Oktober, Anna, des Achim Hausfrau erhält vom Kurfürsten Leibgut zu Pletz, Osthernen und Grobleue. 1535, A., Bürgermeister zu Stendal erhält die gesammte Hand an seines Vetters Jakob Gütern. 1540, A., Bürgermeister zu Stendal, erhält die Mitbelehn- schast an Köckern mit Steffan v. Z., S. 139, wobei verwandtschaftliche Beziehungen wohl gar nicht vorlagen. 1543 ebenso bei seiner Mitbelehnung an Spüren, S. 139. 1549, A., Bürgermeister zu Stendal, auf Pletz und Goldbeck erhält Konfirmation seiner Eheberedung mit Margarete von Lüderitz, Freitag n. Visit. Mar. 1573, eines A. zu Pletz Erben stellten von diesem Gute Vi Ritterpferd, siehe unten Gerth. 148 Sohn von Heinrich: Jakob. 1535 erhielt er die Lehen auf die ererbten väterlichen Güter, 1540 die Mitbelehnschaft an Köckern mit Steffan v. Z,, S. 139, und 1543 an Sporen mit seinen Vettern, S. 139. Hierbei ist er 1543 als: zu Möckern bezeichnet, und 1562, nach seinem Tode wurden scinc Söhnr: Christoph Heinrich und Curth vom Domkapitel zu Magdeburg mit 18 Morgen Landes auf der Mark zu Möckern und 1 Hufe auf Kallauer Mark, die schon ihr Vater zu Lehen gehabt, zu Mannlehen und zur gestimmten Hand beliehen. Hans Finke, der jetzige Lehnträger sollte aber bis zu seinem Tode die Nutzung behalten, ebenso seine Mutter Walpurgis das Leibgedinge. Von diesen Gebrüdern findet sich nur Heinrich wieder erwähnt, wenn er identisch ist mit Heinrich v. Z., der 1573 ein halbes Ritterpferd von Pletz zu stellen hatte. Etwa ein Bruder vou Jakob kann sein: Christoph, welcher 1539 als Zeuge auftritt in einem Vergleiche zwischen dem Bischof von Havelberg und der Gemeinde Vellin. Gcrth (Gerhard) studierte 1596 in Frankfurt a. O. Ein Schreiben von ihm wegen der verschuldeten Familiengüter datiert ungefähr vom Jahre 1600. Er scheint mit Ottilie von Bardeleben ver- 149 heiratet gewesen und als letzter der Märkischen v. Z. spätestens 1623 gestorben zu sein. Margarethe, verm. mit Heinrich von Brietzke auf Seeburg, Eheberedung: Spandau 1603. Nahet, verm. mit Hans von Rintorff auf Rintorf. Eheberedung: 1581. Elisabeth, Konventualin zu Althaldensleben 1590. Lebenslaus Moritz Bastians von Zehmen. (Seite 84 ff.) (Unverändert nach einer fehlerhaften Abschrift.) Il^ach Christi Geburt die Jahrzahl war Fünfzehnhundert Sechzig Jahr, Montags nach Jnvocavit zwar Meine liebe Mutter mich gebahr, 5. Als im Regentenbuch ich fandt Geschrieben von meines Vaters Hand. Zu Schkölen, da ich ward getauft, Da fand ich meiner Jugend Lauf. Meines Vaters Hauß, Nendeck genannt; 19. Geringen Einkommen man da fand Doch gab ihm Gott viel Kinderlein; Gott ließ mich da den Elften sein. ek. 21. 22. Mein Vater mußt daß sein Verrcchten Und mit untreuen Leuthen fechten 15. Denn die Bürgen von Mansfeld Brachten ihn vmb Leib (et. 90) Guth vnd Gcldt. Sein Vater hat es dargeliehen — Wir sollens einst noch wieder kriegen. Mein Geschwister will ich nun benennen 20. Wiewohl ich sie nicht all that kennen. Adolph vnd Maria vor mir gebohren, Sind jungk gestorben, nicht verlohren. (getauft). Nach mir eine Schwester, Corona, kam, Dann Elisabeth mit Nahm, 25. So zur Pest Zeit ihr Leben endt. Dann eine, Maria genannt Die auch nicht ist auf der Weldt. Nach ihr Tobias ward gezahlt, et. 88. Der auch beim Herzog von Gewieß (Guise) In Frankreich sein jung Leben ließ. Vnd nach ihm Gedcon gar eben Im Frankreich cndt sein junges Leben. Dann Carolas gebohren ward So jctzo noch lebe zu der Fahrt. Nach ihm kam zur Weldt Sabina Welche auch noch am Leben da. Helena mehr gebohren ward, Starb auch zu ihrer Kindes Art. Bernhardus ward nach ihr gebohren Hatt vor dem Erbfeind sein Leben verlohren, Da er sich als ein Krieges Mann Soll ritterlich gehalten han. Fabian der wartt nach ihm, Gott nahm ihn auch jung wieder hin Christophorus kam auch zur Hand Blieb mit Bernhard im Ungarland Nach Vaters Todt Heinrich, der Letzt, Der jetzo gen Speier ist gesetzt Jn's kayserliche Cammergericht. Nun weiter ich von mir jetzt dicht. Zu Schkölen ich zur Schule gingk Zu Schreiben und lesen ich da anfing. Hilt mich bei meinen lieben Alten That wie ein Kind und ließ Gott walten. That oft mit meinen» Vater wandern In seiner Sache von ein zum andern. Biß er mich endlich bey einem ließ Zu Otterwisch, der Bursch ka hieß. Da ich mit zu der Schul sollt gan, Es war ein Böhmische Edelmann. Hatt selbst nicht viel, schickt mich zu Hauß. Mein Vater führt mich wieder aus, Den ich damals fand alt und krank. Zu dienen mich die Notturft zwank. Bey Bernhardt Creutzen kam ich unter Der übt mich im Schreiben munter; Zur Reutherey hatt ich mehr Lust. Da er solchs merket und wußt Zu einem Gebhard Spiegel thatt 1S3 70. Gen Magdeburg mich in die Stadt Schickt er mich hin. Der hilt mich hart. Auf in und auf sein Pferd ich wardt, Doch kleidete er mich und war sonst wüste, Umbracht sein Gut, sein Lust mit büßte. 7S. Daß wart nicht lang, ich dacht wo nauß Nahm meinen Abschied und kam zu Hauß. Weil ich noch was am Halse hatt. Nach andern Herren trachten thatt. Mein Vater mich zu einem verschrieb 80. Der mich weidlich mit Rutteu hieb. Nichts gab, mich weidlich brauchen thett Georg Albrecht von Heynitz zu Auerstett Bey dem kam ich so übel abe A» meiner kleyderlicheu Habe. 85. Mein Eltern sprach ich wieder an Und that bei meynem Vater stahn In sein Unglück, bis fort kommen Tobias (et. 28), der mich hatt entnommen. Da zu Weißenfcls den armen Alten 90. Unrecht man that gefangen halten, (et. 15) Ich nahm den Weg nach Meißner Land, Der war mir zwar nicht unbekannt. Georg Rudolph Schleinitz zu Ragewitz (et. 175.) Sprach ich da an uff seinen Sitz, 95. Batt ihn um Dienst, den ich bekam, Blieb bey ihm bis er sein Weib nahm. Der that mich letzt zu ein gnat knin, Der wollt sein Freund sein aus Westphalen, Nennt sich stattlich einen von Hoerdt. zgo. Der Schneider gar viel Leuthe bcthörl. Da ich sein Bubcntick ward Jnn Zu Fuß trat ab, er Reit dahin. Mein Zuflucht wieder nach Ragwitz nahm Biß ich zu Hans Ernst Miltitz kam 105. Ein alter Mann zu Obcrau Der nahm bald eine junge Frau Do daß geschah, er zog sich ein Und wollt vor mich nicht länger sein. Tracht nach einem Herrn unverdrossen im Und kam zu Ditz Lüttich nach Crossen. Der auch ein junger Bräutgam war, Dem dient ich wohl nun ezliche Jahr. 154 Hanßhalt und Weidewerk ich da pflak, Hatt meinen Willen, kein bößen Tag. 115. Biß ich endlich da erstärcket Vnd meinen Nutz nicht vermärket. Sein Bruder zoch nach Dreßden hin, Ward Hoffmeister der Churfürstin. Zu dem ich mich begab alsbald IM. Nachdem er war sehr krank und alt. Nach Besserung ich aber tracht Und mich zu Schleinitz gen Saithain macht (et. 93. 175.) Da fand ich's fast nach meinem mutt. An Rentieret) und Waid Werk gut 1SS. Doch war er beym Trunk ein gefährlich Mann, Richt Mordt und gar viel Unglücks an. Doch er liebt mich, kund mich wohl leiden, Vnd war nüchtern, höflich, bescheiden. Letzlich beim Rausch wollt er mich machen 130. Wehrhafft, das daucht mich kein Sachen. Schied auch endlich von ihm so ab. Einst mich zu meiner Mutter begab. Die fand ich in armer Wittwenns Noth Den der Vater war längstens Todt. fek. 47.) 135. Von dem ich nichts ererben thät. Bei Freunden mich aufhalten thät, Daß wolt dem Stich nicht lange halten, Ich machte mich auf und ließ Gott walten. Hatt wenigk Geldt zwar bey der Hand, 140. Doch ich ehrlich Gesellschafft fand. Zog mit Gefahr der Pest nach Pohlen, Nachm Land zu Preußen Unverhohlen Bei denen von Zehmen, meinen Freunden (S. 2V) In Hoffnung Förderung zu finden, 145. Die große Herren sind alldo, Aber ich wardt ihrer wenig froh. Do ich nicht wollt ihres Glaubens seyn, Achten dieselben wenig mein. Doch gut Gesellschafft in dem Landt 150. Fand ich vnd mache mich bekannt. Nachdem mir aber Geldt gebrach, Dacht ich, wie ich anstellt meine Sach', Daß ich nach Ehren möchte Streben, Und erbar zubringen mein Leben. 155 155. Nach Portugal so wolt ich schiffen Ein Kriegsmann geben, do entlieffen Mir zwey groß Schiffen zu Danzig fein Ich blieb zurück, eß solt nicht seyn. Mein Karn must ich thun umwenden, 160. Vud wiederum gen Meißen lencken Mit Eck von Repkau zoch raus, Vud kam ohne Dienste wieder zu Hauß. Hild mich wieder bei Freunden mein, Das Juucker-Leben wolt nicht seyn. 165. So viel (fiel) kein Zugk vor solcher Zeit, Must mein Glück suchen anderweit. Gott Churfürst Augustum hinnahm (1586, 11. Februar) Zu Chur sein Sohn Christian kam. Zur Naumburgk nam die Huldigung an 170. Bey ihm war mancher vornehm Mahn, Da that ich mein Dienst presentiren, Durch Ponickau dem Officiren, Der wust was ich vorgethan Bei Schleinitz, seinen Schwestermann (ok. 93. u. 122.) 175. Der schlug! mir vor, mit Worten rein Daß ich solt Stalmeister sein Des Hof-Marschall vud Obersten Hans Wolff von Schönberg zu Dresden Beschied mich hin, ich kam zur Stadt 180. Ein andres er mir sagen that. Ich solt bey ihm Gelegenheit haben Er hätt 2V Pferde, die könnten traben, Vud wolte mich ferner fördern baldt Ich ließ geschehen, vud mich einstallt. 185. Hätt große Müh' in's 4te Jahr (pp. 1586—1590.) Sein Leib vud Pferde mir befohlen war. Mich hielt er ob an seinem Tisch, Schempt ich mich nicht, mein Gaul zu wisch. Darauf ich knapp nach Hofmanns Sitt 190. Mich dunken ließ zu reitten mitt Ein wacker Herr der Churfürst war Nahm mich in seiner Bestallung dar (1590, 2. Januar) Vff seinen Leib zu warten eben, Thät mir gute Besoldung (150 fl. u. A. m.) geben. 195. Die Adel-Pursche mann vns nannt, Manch gut Gesell war bey der Hand Zu Unglück kam ich da in Feldt Der Herr mich wieder ledig zelt, (zahlt) Nach Gottes Willen, der zeitl: Todt 200. Kiirtzlich meinen Herren bracht in Noth, (1591, 25. September) Dadurch ich wieder dienstloß war Doch nur ein halbes Vierteljahr. Da zog ich wieder an ein Hoff Nach Weimar vnd hielt mich da vff. 205. Bey den frommen Herzog Hans zu Sachßcn Der mir in Gnaden that zu wachßcn. Mit seinen Mund vnd eignen Hand Er mich in Dienst zu ihm verband (als Hofjunker) Recht gute Tage vnd freien Mutt 210. Hätt ich allda, daß teucht mich gut. Mit Frauenzimmer, Reiten, Drinken, Thut die Gesellschaft einander winken. Der Mutter vnd Geschwister mein Dient ich soviel es möchte sein 215. Ob nun wol zu erobern war An dießem Hofe wenig gar. Dieweil Gott mit vielen jungen Erben Den Herren segnet vor sein Sterben. Zu Altenburg, da er Hoff hilt 220. Rud man nicht mehr so Freuden hilt Und ich bei 36 Jahren (1596) Viel Müh vnd Arbeit hatt erfahren In Diensten, Wachen, Reißen, Reitten, In Hitz vnd Frost zu vielen Zeiten 225. Hoff-Leben auf der Letzt böß lohnt Wo man das biß in's Alter gewohnt. Dacht ich zurück vnd wie ich Gott Auch dienen könnt auf sein Geboth Vnd wie ich in Krankheit vnd Leid 230. Hätt Beystand vnd Ergötzlichkeit. Mit meines Herren Vorbewust Hätt ich zum andern Stande Lust, Thätt mich in Gottes Nahmen mit Ehren Mit gutem Bedacht zum Ehestandt kehren 235. Dieweil mir auch ging gar zurück Mein Kriegsweßen ohne Glück. Da ich in Vngarn des Grafen von Gleichen Hoffmeisterschaft that abeweichen. Deß gleichen auch ein Herr von Paard 240. So zu Prag erstochen ward, Obristcr über ein regiment Mir wolt zustelln ein Fahn behend, Daß ich so glaub, es soll nicht seyn Ich solt Und mußte in Ehestand) nein 245. Weil noch zur Zeit den Bruder mein Kein Stamm Erbe wolt vorhanden sein Frau Anna Schottin, Witwe, damahls Zu Ötzelsback, doch aus der Pfalz Gebohren, fügt Gott zu mir zu Mall 250. Vnvcrsehens durch Zufall. Bis ich sie endlich lieb gewahn Vnd Christlich zu der Ehe nahm. Zu Eichelbergk war meine Hochzeit, Bei ehrlicher Leuthe Anwesenheit. 255. Als man zahlt Fünfzehnhundert zwar, Sechs vnd Neunzig die Jahrzahl war. Meines Alters sechs vnd Dreysigk. Mein Weib aber acht und Zwanzig?. Die mir zu Eichelbergk gebahr 260. Mein ältesten Sohn dasselbe Jahr (1597), Dem ich daselbst auch Tauffen ließ Vnd Moritz Friedrich nennen hieß Wie dann in Hanß Postille Museä Daselbst ist zu lesen mehr. 26S. Do auch die Fünf Pathen seyn In solches Buch geschrieben ein Nachdem dacht ich, wie ich auch Nuh Mit meinem Weib keine zur Ruh. Gen Altenbnrgk zum Herren mein 270. Zog ich und badt den Abschied mein. Den gab er mir gar mit Gnaden, Sagt, wolt mich lassen nicht anschaden. Nach einem Gütlein auf den Land Zu kauffen, ich mein Fleiß anwandt. 275. An Kaufs mir keins so wohlgefiel Als bei Berga die Neu Mühl. Die kaufst ich auch in Gottes Nahm Zu Steuer mein liebes Weib mir kam Da satz ich mich hier neben ihr, 280. Nachdem einen Sohn zeugten wir. (1598) Der ward Hans Bastian genanndt, In vorigen Buch (et. 263) sind auch belänndt 158 Sein Pathen dreizehn An der Zahl, Kamen aber nicht alzumahl. 28S. Die Zeit verliest, mein Weib gebahr (1599) Ein Tochter, der sie gar fro wahr Anna Sophia, ihr Nahm gar eben Das Buch thut auch ihr Batten geben. Mehr nach derselben kam zur Welt (1690) 290. Andreas Adolph der vierdte gezelt Sein Pathen auch desgleichen such In Simonis Musee Buch. Ob nun mein Weib und ich mit Ehren, Ohn Dienst vns hoffen zu ernähren: 29S. So wolten doch solch Kinderlein Von vns in Acht genommen sein Den wir vns bey 2000 Gulden An Kaust des Gnth, satzten in Schulden (ak. 321.) So must ich mich noch einst erwegen, 300. Vnd wieder Herren Dienste pflegen. Vnd als Churfürst Christian der Andere Vff der Huldigung that rnmmer wandern (1601.) Fügt ich mich bey in und both meinen Dienst Ob ich möcht haben deß Gewinst 30S. Herr Schenk vnd Brandenstein der Rath In deine mir auch Förderung that Daß ich zum Oberaufseher Amt Der Churfürst!. Flöß bald wurde beuampt Zu Dresden auch meine Pflicht ich leist 310. Ward in Werda drauf eingeweist. (1602) Durch zwene Hauptleute vnd Jäger Meister, Schwartzburgk vnd Zwicka beyde Schlößer, Mein Erstattung nahm ich zu der Hand, Indem mein Weib sich aber fandt, 31S. Und mir gebahr das fünffte Kind, (1602) Genannt Carol Heinrich, Als man find In vorigen Buch die Patten sein, Nachdem zog ich nach Werdau nein (7. April 1602.) Mit meinen Weibe auf das Schloß 320. Wohnten 4 Jahr da mit vordruß. Schuld abzutragen war vns nott, (ek. 297) Derhalben Neumühl ich feilbot (für 7500 Mfl. 1602.) Mein liebe Mutter krank vnd alt, Sich zu mir gen Neumühle fand 159 325, Mit einen Schaden an der Brnst, Sucht Hülff dnd Rath, weil sie nicht Wust, Jemanden zu finden der in treuen Ihr Krankheit sonst nicht möchte scheuen. Ein Viertel Jahr lagt sie hart kranck, 330. Bis endlich sie der Todt bezwanck. (30. Jan. 1602.) Ich sucht wol Rat, es half nicht viel, Sechzig und 4 Jahr war ihr Ziel. Nach Berga sie begraben ließ Auf'n Kirchhofs, als sie mich es hieß, 335. Nachdem sie Armuth viele Jahr, Vnd groß Vnglück enstanden zwar. Mein liebes Weib kam aber nieder. Zu Werdau einen Sohn bracht wieder (1603) Churt Christian ich Ihm ließ nennen 340. Mehr von ihm thut das Buch bekennen. Den wolte Gott bald wieder haben, (1604) Liegt zu Werda in der Kirch begraben. Mein Weib kam letzlich wieder ein In meinem Ampt that ich es meinen. 34S. Vnd mir eine kleine Tochter bracht, (1604) Die wird nun vor das letzt geacht. Zu Werda sie getaufet war, Ihm Buch findestu von Ihr auch klar. Demnach ich in eine Kranckheit sangk (1605) 350. Vnd war an Flößen harte kranck. Daß ich mußt suchen einz .... Rath Vnd ziehen nach dem warmen Badt. Gott half! Mein liebes Weib Pflegt mein Biß daß es beßer wurde seyn 355. Doch lest mich solch Beschwerung nicht Vnd mich auch Stettigs hatt (hartt?) anficht. Letzlich würd ich mit Ratt bedenken Daß zu Werda mir nichts ward schenken. Vnd daß ich drinne viel verzehrt 360. Aufn Guth das meine Wurde verhert. Ward mit mein Weib einß in der Still Wieder zu ziehen gen Neumuhl. Den mein Sticfsohn hatt bracht zur Hand Jn's Hauß Krankheit aus Vngarlandt 365. Daran lag nieder Magdt und Kind Daß Gott erbarm ihr noch niehr sind. Zu Neu mühl auch mein liebes Weib 160 Sich legt vnd klagt bald ihren Leib Den zwölfften Tags sie bald hinahm 370. Der Todt, da kam mich Jammer an, Daß sie mich vnd mein kleine Kind Gesegnen solte so gar geschwindt Als ich nun kaum recht zehen Jahr Mit ihr in Ehstandt gewesen war. 375. Was halfs! Gott machts nach seinen Willen, Der wolle mir meinen Schmertzen stillen. Nach Berga sie begraben ward, Mein Leid war groß zur selben Fahrt. Daß ich arm, alt, krank müder Mahn 380. Solt mit mein Kind verlaßen stahn. Bey meiner Mutter in Stocket (et. 333) Ich ihr Begräbniß richten that. Bey der ich, wils Gott! ruhen will, Wanns mein Gott will, fein sanft und still. 385. In meinen Dienst ich den verfuhr, Nachdem ich diesen Trost verluhr. Dacht, wie ich möcht aus Schulden kommen, Geschehe mit Schaden oder Frommen. Mir weifte Gott Gelegenheit. 390. Ohn Jemands Schaden mit Bescheidt. Guntte von Bünau zu klein Zehrn That mir ein gut Freundstnk gewehren. Herzogs Johann Georg that ichs auftragen Der ehrliche Fürst that nichts abschlagen, 395. Nahms an, macht mir ein Deputat, Das ich erkannt vor eine Gnadt. Davon zahlt ich meine Schnldleuth, Das dank ich Gott zu jeder Zeit. Mein Gut Neumühl ich bauen must 400. Vormehr aus Noth als aus Lust. Gott gebe mir ferner seinen Seegen Thu meiner und meiner Kinder pflegen. Das ichs erziehe zu seiner Ehren So woll er ihnen auch bescheren 405. Verstand vnd Glück zu Ehren Sachen Daß sie es nach seinen Willen machen. Wie viel mir Gott ferner genadt Zu meinem Leben verliehen hatt. Daß ich drey Jahr Im Wittwerstandt 161 410. Mein Uebel Pflegen, wohl befandt, Vnd ging in meinen Hauß seltzam zu, (S. 86.) Wenn ich mußt reißen mit Vnruh. Offt madt vnd müde kam zu Hanß, Offt kranck, vnd solt bald wieder naus, 415. In meinen Ampt, vnd offt bedacht Wie ihrs (ich's) mit meinen Kindern macht. Das sie do heim beye Zucht vnd Ehren Auch gleich wohl fein versorget wehren Vnd wie mein Haußhaltung mit Rath, 420. Abwesend vortging früh vnd Spath Vnd wie ich in Krankheit und Not Einen treuen Freund hatt (hätt') in den Todt. Wie dann von manchen Biedermann Mir Freiheitten wurden vorgcschlan 425. Nach Reichthum, Schönheitt, großen Guth Zu freyen was niemals mein Muth Dacht an mein Alter vnd Vermögen Was möcht vor meine Kinder tögen, Vnd auch vor mich, denn sollt ich mehr 430. Einen kleinen Haufen setzen her, So würde ich die schwerlich ziehen Auf Vnd hätte zweyerley Kinder bei Hanf. So kam mir auch in meinen Muth Was oft Schönheit und Jugendt thut 435. Dcrhalben ich Gott fleißig bath In solchen Sachen um einen Rath Der füget mich zu meiner Ketten (wohl: Käthen, 2. Gem.) Die hatt vielleicht, Als ich thun retten Machts gar nicht lang, wie mancher Mann, 440. Sprach Herrschaft und den Bruder an Zu Dresden in der groß Fastnacht Ichs alsobalde richtig macht. Das mein ehrlich beylager baldt Zu Dresden wurde eingestallt 44S. Als man zehlt Sechzehen Hundert Nenn In Chur- und Fürstlichen Gemein. Quasimodogeniti den tagk Zu Dresden vfn Schloß manns pflagk Doctor Polycarpus (Leyser) zu Hand 450. Vns ehelich da zusammen bandt Der Churfürst vnd Markgraf (Christian von Brandenburg) mich führt 162 Vnd ward von ihm, wie sich gebierth Doch alle meine Freunde mir schrieben ab, Der Churfürst mir die Kette zu gab 455. Aldo ich blieb der Tage acht Darnach mich wieder nach Hause macht Mit der Churfürst!, Wittwen bald In ihren Dienst nach Colditz Staldt Mein Weib, welches von da aus 460, In dreyen Wochen wardt bracht nach Haus Mir durch die Hofmeisterin Gebohrne von Bünau, eine Rungin. Nachdem nun solche Heimfarth vorging!. Hauszhalt zu ändern sich anfing 465. Befahl ihr erstlich meine Kinder Daß mir die Sorg würd etwas minder Nach guter Zeit die Schlüssel auch Vnd was im Keller vnd im Rauch Vnd andrer Örter ward befunden 470. Als sie sich nun das nnterwunden Befand ich keinen Vnrath bei ihr Vnd ließ alles gefallen mir. Dacht nun fort vf Gelegenheit Wie ich noch bei gesunder Zeit 475. Mein Testament Recht möchte richten Vnd all mein Sach zu Friede schlichten. Als sie auch thäte neben mir Richt mein Vergleichung auf mit ihr Die besiegelt und volzogen ist 480. Liegt zu Berga in der Sakrist. Vnd weil ich noch konnt vor sein Mein Ampt, so war's Vorhaben mein Mit Gelegenheit zu suchen an Beim Herrn um eine Provision. 435. Wie ich darzu fast Mittel fand So fügte es Gott zum andern Stanndt Vnd nahm zu sich den Herren mein (1611, 23. Juli) Daß aber Dienstloß mußte sein. Churfürst Johann Georg that succediren 490. Fing an mit Rath wol zu regieren Mir Dienstbestellung selbst cinmeldt Do ich aufwart zu freyen Feldt Als er nach Naumbnrg thete reißen Und mich nach Leipzig thete Weißen, 495. In der Cammer zu suchen an, Daß mein Soldt mir nicht möcht abgau. Er mich nach Nothdnrfft Höhren thtttt, Vnd gar viel Sachen mit mir Redt Biß ich auf der Grentz von ihm Schiedt 500. Vnd ans Befehl die Weldt beriedt. Drum lieben Kinder ihr habt gehört Wie ich mein Brodt an manchen Ort Hab suchen müssen mit Beschwer. Vnd wie mich Noth jagt hin vnd her, Das ich zu Fuß in Raiger (?) wadt Ohn Geldt vnd Hülff offt wandern thatt, Bleibt euch nun waß nach meinem Todt Das ich erwarb mit Mühe vnd Gott Obs ist nicht viel, wird es mehr sehn, Als mir verließ der Vater mein Behalds vnd sparts vnd denkt darbeh Wie schwer etwas zu erwerben seh Den wieder erwerben, wenn's ist verthan Kompt jungk vnd Alt gar sauer an. Vor allen Dingen fürchte Gott Bethet fleißigt, halttet sein Geboth Vnd gerne übe Barmhertzigkeit Seidt Diensthafftigk mit Freundlickkeit Liebt Goites Wordt vnd die Wahrheit Ehret die Alten alle Zeit. Züchtigk, mesigk, höflich, rein, Wolt ihr von Leuthen geliebet sein. Nicht versoffen, verspielt, noch zenkisch Nicht hoffertigk, grob, noch neidisch, Sondern fleißigct Euch der Tugendtguth Vnd trauet Gott in Enern Muth. Sucht Förderung, trachtet nach Ehren, So wird Enr Glück vnd Heil sich mehren. IV!. k. v. ?. Seiner Jugentt zuni gedechtnus geschrieben. Hör Junger Mann von Ritterschaft Der Dn trägst Muth nach Ehren Vnd hast im Herzen Lebenkraft Dich Feindes zu erwehren Zu Roß vnd Fuß in Tapferkeit Dich anzuschauen lassen In Schimpf vnd Ernst zu jeder Zeit, Welches mancher Bauer muß lassen. Ich Alter war hierzu bereit In meinen Mannesjahren Jetzt muß ich nun zu Müdezeit Viel Muthes lassen fahren Vnd sehen, was die junge Welt Für Sitten vnd Manieren Vns Alten jetzt vor Augen stellt Ihren Humor zu spüren Die wir zuvor auf Hengsten schon Nach deutscher Landesweise Zu Roß vnd Fuß erhalten han, Daß vns die Welt that preisen Müssen jetzt recht von Kindes-Kind Viel neues Dinges erfahren Vnd gleich als wär ein Jeder blind, Vernunft vnd Sinne sparen. Wir hängen zwar recht mit Gednlt Nun vnser Schild vnd Waffen Hin zu den Vätern vnverschuldt, Die jetzt in Gott thun schlafen. Ermähnen vnsre junge Welt, Deutsch Mannes zu gedenken Vnd sich durch Schein, List oder Geld Nicht lassen davon zu lenken. So wird Europa groß vnd weit Dich deutschen Mann noch achten Vnd deinen Ruhm vnd Tapferkeit Gleich wie zuvor betrachten A . . in Aschen sucht inan's Feuer, n) Vnd Rühmen von den Alten Als denen, die vns fliehen Heuer Gott woll des Besten walten. a) Von hier an sehr unleserlich. Isbula IVI. k. V. lemen. Mein liebes Kindt haldt meine Lehr Es wirbt dich Reuen Nimmermehr Setzts oben an gott deinen Herren In rechter Furcht thu In Stetzs Ehren, Meide Hoffart, Geitzs vnd Falsche Praler, Hege den Pfennig! gleich dem 'laler Trau Keinen den du kennst In Recht Biß Fru Und Spat selbst Herr vnd Knecht Dein Kindern laß kein Mnßigkgangk Wer dir guts thut dem lohn mitt Dank In Glimpf verricht was dir obliegett Beim Ernst ein Freudig Hertz obsieget Ehr vnd beförder deinen Standt Vnd leg dem Adel An kein Schandt Den Altten Leist gebnhrlche Ehr Exempels weiß die Jngendt mehr Nach der Deck dich streck wie man Spricht Gringer dein Vermögen nicht All Dinge von Anfang wol bedenk Hutt dich vor vnnotigen geZenk. Flcis dich der Wahrheit, gnttes Namens Ehrbars Wandels, als Reines Samens Rede Niemandt abseins An sein Ehr In gutten gedenke sein vielmehr Freygebig! biß doch nach Vermögen Den zu Kostfrey wil Auch nicht bögen Leichtferttikeitt Jag von dir weitt Sonst seind dir gram Erlche Leutt Des gebets vergis nicht ohn Nott So geschieht Anfangt vnd End mitt gott Das vbrige las denselben wallten, So kanstn fein mit Ehren Altten, Erhalten Auch ein Seliges Endt Bringst deine Seel In Gottes hendt Vnd hast dem laust gar woll vollendt.