VORBEMERKUNG. Das vorliegende Buch führt in ausgesuchten Proben die Blütezeit der gotischen Schrift auf deutschem Boden im XIII. und XIV. Jahrhundert mit dem beginnenden Übergang von der reinen Buchschrift zur Buchkursive vor. Die gewählten Beispiele stammen aus den verschiedensten Teilen Deutschlands, aus bayerischem, alemannischem, elsässischem, mitteldeutschem und niedersächsischem Sprachgebiet, und weisen mannigfaltige Abstufungen auf von der monumentalen künstlerischen Ausstattung des großen Foliobandes bis zu der bescheidenen Gebrauchsschrift des kleinen Erbauungsbuches oder des gerollten Liebesbriefes. Die Grundsätze der Bearbeitung sind dieselben geblieben wie bei den drei früheren Abteilungen unserer „Deutschen Schrifttafeln", denen sich dieser neue Band nach einer durch den Krieg und seine Folgen verursachten Unterbrechung von 10 Jahren, dank der Übernahme des Carl Kuhn'schen Verlages durch Herrn Karl W. Hiersemann, als vierter anschließt. Doch muß nun für die Literaturangaben zusammenfassend noch auf die 2. Auflage des Catalogus codicum manu scriptorum bibliothecae Monacensis, Tomi V. pars I., verwiesen werden, die 1920 erschienen ist unter dem Titel: Die Deutschen Pergamenthandschriften 1—200 der Staatsbibliothek in München, beschrieben von Erich Petzet. Einen abschließenden V. Band, der deutsche Schrifttafeln aus Papierhandschriften des XIV. bis XVI. Jahrhunderts bringen soll, hoffen wir im nächsten Jahre folgen lassen zu können. Damit wäre dann das Ziel unseres Tafelwerkes erreicht, die Entwicklung der Schrift in den deutschen Sprachdenkmälern von ihren Anfängen bis zur Zeit des frühen Buchdrucks zu veranschaulichen in möglichst verschiedenartigen Beispielen, wie sie der Handschriftenschatz der Münchener Staatsbibliothek in unübertroffener Reichhaltigkeit darbietet. München und Leipzig, im Dezember 1923. ERICH PETZET OTTO GLAUNING. INHÄLT. XL VI. Konrad von Würzburg, Der Welt Lohn (Schluss) und von drei Gott und der Welt verhassten Sünden, von dem Stricker. (Aus cgm. 16.) Geschrieben i. J. 1284 von einem Bayern Konrad. Aus dem Püttrich-Regelhaus in München. XLVII. Oberaltaicher Predigten. (Aus cgm. 74.) XIII./ XI Y.Jahrhundert. Aus Oberaltaich. XLVIII. Predigten des sog. Schwarzwälder Predigers. (Aus cgm. 9.) XIV. Jahrhundert. Aus dem Karmeliterkloster in München. XLIX. Mystikertexte: A. Sammlung geistlicher Lehren, Legenden und Sprüche, geschrieben von Bruder Engelhart von Eberach. (Aus cgm. 172.) XIV. Jahrhundert. Aus St. Emmeram in Regensburg. B. Heinrich Susos Büchlein von der ewigen Weisheit. (Aus cgm. 174.) XIV. Jahrhundert. Aus St. Emmeram in Regensburg. L. Mystikertexte: A. Des Mönches von Heilsbronn Schrift über die 6 Namen des Fronleichnams. (Aus cgm. 100.) XIV. Jahrhundert. Aus dem Püttrich-Regelhaus in München. B. Die 7 Vorregeln der Tugend von Bruder David von Augsburg. (Aus cgm. 183.) XIII./XIV. Jahrhundert. Aus dem Katharinenkloster in Nürnberg. LI. Konrad von Megenberg, Buch der Natur. (Aus cgm. 38.) XIV. Jahrhundert. Aus dem Besitz der oberpfälzischen Herren von Preckendorff. LH. Der Schwabenspiegel, niedersächsisch. (Aus cgm. 52.) XIV. Jahrhundert. Aus der kurpfälzischen Bibliothek in Mannheim. LIII. Gesta Romanorum, deutsch von dem Esse, und Zaubersprüche. (Aus cgm. 54.) XIV. Jahrhundert. Aus der Bibliothek Joh. Jak. Fuggers. LIV. Liebesbrief. (Cgm. 189.) XIV. Jahrhundert. Aus Regensburg. LV. Jacobus de Voragine, Legenda sanctorum aurea, elsässisch. (Aus cgm. 6.) Geschrieben i. J. 1362. Aus Weißenhorn. I TAFEL XLVI. KONRAD VON WÜRZBURG, DER WELT LOHN (SCHLUSS), und VON DREI GOTT UND DER WELT VERHASSTEN SÜNDEN, VON DEM STRICKER. Cod. germ. 16 enthält auf Blatt lra—81rb Rudolfs von Ems Barlaam und Josaphat, Blatt 81va—85va vier Btspel des Strickers, Blatt 85va—87ra Der Welt Lohn von Konrad von Würzburg, 87ra/rb das Gedicht von drei Gott und der Welt verhaßten Sünden, das wieder dem Stricker zugeschrieben wird, endlich Blatt 87va—89vb die Legende von dem Apostel Thomas in Reimversen. Ursprünglich muß die Handschrift am Anfang noch 19 Blätterlagen umfaßt haben, da die Lagenzählung des Schreibers auf Blatt 8v mit XX«* beginnt. Ihr Entstehungsort ist unbekannt, das Entstehungsjahr 1284, der Schreiber von Blatt lr—87r ein Bayer Namens Konrad, vorausgesetzt, daß der Vermerk hierüber auf Blatt 87rb nicht aus der Vorlage des Schreibers mit übernommen ist. Diese letztere, nicht ganz wahrscheinliche Annahme hat Gerhard Schapper in seiner Beschreibung für das Handschriftenarchiv der Deutschen Kommission bei der Berliner Akademie der Wissenschaften in Betracht gezogen und mit der vorgeschrittenen Diphthongisierung u. a. begründet (durchweg ei für f, ai für ei u. s. f.; s. aber dagegen Franz Pfeiffer in der Germania Bd. II 1857, S. 253). Da auch in der Schrift Uebungen herrschen, die mehr dem XIV. als dem XIII. Jahrhundert angehören — z. B. das doppelbogige a —, so läßt sich diese Möglichkeit nicht vollkommen ablehnen, wenn sie auch keineswegs zwingend zu erweisen ist. Sicher dem XIV. Jahrhundert zuzusprechen ist wohl die zweite und dritte Hand des Codex, die auch einer anderen Mundart zugehören, Blatt 87v und 88r—89v. Weitere Hände haben noch in den Einbanddeckeln Einträge gemacht, unter denen ein Wurmsegen bemerkenswert ist. In die Staatsbibliothek gelangte die Handschrift im Jahre 1803 aus dem Püttrich-Regelhaus in München; ein Eintrag im hinteren Einbanddeckel scheint von einem früheren Besitzer herzurühren: Hans Hausner 1450. Die erste Nachricht von der Handschrift gab Docen, der in Aretins Beiträgen Bd. VI 1806, S. 161 — 176 die Gedichte des Strickers und Konrads von Würzburg abdruckte. 1840 veröffentlichte sodann Roth die Thomaslegende, die später Wilhelm nochmals abdruckte, 1868 auch den Wurmsegen. Für Barlaam und Josaphat wurde die Handschrift von Pfeiffer benützt und für die älteste erhaltene erklärt. Vgl. Docen, Miscellaneen 1807 Bd.I, S. 50-64 und II, S. 210-227. - Karl Roth, Deutsche Predigten des XII. und XIII. Jahrhunderts (= Bibliothek der gesamten deutschen Nationalliteratur XI. Bd., 1. Abt.) 1839, S. XXII, 6, 13; derselbe, Denkmähler der deutschen Sprache 1840, S. XII und 38—45; derselbe, Kleine Beiträge zur deutschen Sprach-, Geschichts- und Ortsforschung, II. Bändchen, 2. Aufl., 1868, Anhang S. X—XIV. — Karl August Hahn, Kleinere Gedichte von dem Stricker (= Bibliothek der gesamten deutschen Nationalliteratur Bd. XVIII) 1839, S. 41—44, 94 f. — Barlaam und Josaphat von Rudolf von Ems, hgg. von Franz Pfeiffer (= Dichtungen des deutschen Mittelalters Bd. III) 1843, S. 407 f. — Friedrich Heinrich von der Hagen, Gesamtabenteuer 1850 Bd. III, S. 773. — Franz Sohns, Das Handschriftenverhältnis in Rudolfs von Ems Barlaam 1878, S. 34 f. und 41 f.— Ludwig Jensen, Über den Stricker als Btspel-Dichter 1885, S. 17. — Gustav Karpeles, Geschichte der Weltliteratur 1901 Bd. II, S. 321,339. — Friedrich Wilhelm, Deutsche Legenden und Legendare 1907, S. 105 — 155, 10*— 19*. — Gustav Rosenhagen, Kleinere mhd. Erzählungen (= Deutsche Texte des Mittelalters Bd. XVII) 1909, S. XXIX. Die gotische Buchschrift des Schreibers Konrad zeichnet sich trotz mancher Übergangsschwankungen im ganzen durch überlegte Folgerichtigkeit und klare Formen aus. Die Brechung ist sehr weitgehend durchgeführt; Zierstriche sind nur bei wenigen Buchstaben (t, r, e) und auch bei diesen nicht immer angefügt, während in der Hauptsache gedrungene, kurze und dicke Formen der Schrift ihren Charakter geben. Die Oberlängen von b, h, k, 1 sind nicht gespalten, vielfach aber leicht nach links umgebogen und etwas verdickt (A, Z. 2, 5, 9, 20), manchmal auch mit einem kleinen Hufstrich ausgestattet (A, Z. 6, 10) oder ganz glatt und aufrecht (A, Z. 31; B, Z. 5). Beim 1 ist übrigens die Oberlänge oft nicht ausgebildet, sondern kaum die Höhe eines u überschritten (A, Z. 1); sichtlich wirken die Nachbarbuchstaben, insbesondere das t, auf die Ausgestaltung der Oberlängen ein. Die Ähnlichkeit des t mit c geht sehr weit; da der Querbalken des t nur wenig oder gar nicht nach links übergreift (Ä, Z. 5) und auch beim c der obere Querstrich nicht durch Umbiegen oben aus dem Stamm hervorwächst, sondern unterhalb der Spitze nach rechts angesetzt ist (A, Z. 2), wird der Unterschied zwischen beiden Buchstaben besonders im Wortinnern ganz verwischt und ch sieht manchmal ganz wie th aus (A, Z 28). Am Wortende dagegen wird das t durch einen zierlichen Haarstrich ausgezeichnet, der von dem oberen Querbalken nach dem unteren Schlußstrich herunterführt und diesen durchschneidet (Ä, Z. 3), wobei manchmal der untere Schlußstrich noch durch eine leichte Verdickung betont wird (A, Z. 4). Das a hat gewöhnlich zwei geschlossene Ausbauchungen übereinander; manchmal ist die obere zu einem dicken Punkt zusammengeflossen (A, Z. 9), gelegentlich auch nicht ganz geschlossen (A, Z. 13); vereinzelt kommt auch ganz schlichtes a mit nur einem Bogen vor (A, Z. 39). d ist ziemlich kurz und gedrungen (Ä, Z. 2) und immer abgebogen. Das e hat am Wortende meist (A, Z. 12), doch nicht immer (A, Z. 9) die verzierende dünne Zunge, die im Wortinnern der Buchstabenverbindung dient, f wie f hat oben eine ausgeprägte Verdickung (A, Z. 2, 3); g ist vollständig geschlossen, meist etwas eckig (A, Z. 5), gelegentlich aber auch ganz rund (B, Z. 28). Der öfters ziemlich dicke Schlußstrich des h reicht nicht sehr tief unter die Zeile (A, Z. 1 gegen 26). Das i hat den i- Strich manchmal (Ä, Z. 5), überwiegend aber nicht. Die Fahne des r ist meist ganz kurz und einfach (A, Z. 1) und nur selten mit einem nach oben gerichteten Haarstrich verziert (Ä, Z. 4); gekrümmtes, übrigens sehr spitz gebrochenes v kommt nur hinter o vor (B, Z. 15). f ist am Wortende immer durch rundes s verdrängt. Das w ist sehr entschieden ausgebildet (A, Z. 6), das z ganz schmucklos, die beiden Fahnen davon meist gleich und eckig (A, Z. 9), die untere öfters auch etwas nach links abwärts statt rechts aufwärts umgebogen (A, Z. 5). Überschreibungen sind v (A, Z. 1) und v (fl, Z. 20). Von Ligaturen kommt de mit hochgestelltem e nur einmal vor (fl, Z. 20), ft und ae dagegen regelmäßig. Das Zusammenschreiben der Buchstaben innerhalb des Wortes ist schon sehr weit entwickelt; wenn es auch oft noch bei einer bloßen Berührung ohne gemeinsamen Grundstrich bleibt, so zeigt sich doch die Wilhelm Meyersche Regel in verschiedenen Abstufungen der Ausführung in Kraft bei vg (A, Z. 1), de (A, Z. 2), we (A, Z. 3), be (A, Z. 6), da (fl, Z. 13), vo und po (fl, Z. 14), bo (fl, Z. 24), ve (fl, Z. 39), wo (fl, Z. 40); auch die Kürzung für daz, d mit folgendem, einem c ähnlichen Haken, wird in dieser Weise behandelt (fl, Z. 4). Nur als Ausnahme finden sich ausgesprochen getrennte Schreibungen wie vg (B, Z. 6) und unbeteiligt an der Meyerschen Regel erscheint von den bogenförmig schließenden Buchstaben nur das h, das ja auch Meyer unter die zweifelhaften Buchstaben zählt (a. a. O. S. 16); vgl. he (fl, Z. 15), ho (fl, Z. 2), ha (fl, Z. 1). Bemerkenswert ist, wie enge die r mit einem folgenden e oder o zusammengeschrieben werden; in den Zwischenraum zwischen der Fahne oben und dem abschließenden Haarstrich unten tritt die Rundung des folgenden Buchstabens und erzielt dadurch ein den Meyerschen Zusammenschreibungen ähnliches Schriftbild z. B. re (fl, Z. 22), ro (fl, Z. 21). Ähnlich erklärt sich die Form von ra (B, Z. 23), wobei das a seinen oberen Bogen eingebüßt hat. Von Kürzungen wendet der Schreiber nur die üblichen, diese aber ziemlich ausgiebig an für er (fl, Z. 1), für fehlendes n (fl, Z. 2), für d bei vnd (fl, Z. 12) und für daz (fl, Z. 1). Satzzeichen fehlen fast ganz; eine Regel ist bei den gesetzten Punkten nicht zu erkennen, nur dienen sie öfters zum Zeilenschluß. Die Verse sind abgesetzt, die Zeilen liniert. Bei der Lineatur greifen nicht nur die senkrechten, die zur Abteilung der Spalten und der vorgeschobenen kleinen Quadrate für die Majuskeln dienen, bis zum Blattrande über, sondern auch einzelne wagrechte, ohne daß dies systematisch durchgeführt wäre. Als Majuskel ist regelmäßig der erste Buchstabe eines Reimpaares geschrieben, etwas herausgerückt und rot durchstrichen. In der Form erweisen sich diese großen Buchstaben teilweise einfach als vergrößerte Minuskeln, z. B. V (A, Z. 7), A (A, Z. 25); teilweise sind sie aber auch freier ausgestaltet, doch dann meist nicht gerade klar und deutlich, z. B. D (A, Z. 1), G (A, Z. 19). Einfacher, aber klarer ist die rot und blau gemalte Initiale D (A, Z. 11) und sehr zierlich ist der lateinische Schreiberspruch am Ende geschrieben, der ebenfalls mit roten und blauen Linien geschmückt ist und ein wenig mit seinen hohen Oberlängen an die Urkundenschrift erinnert; vgl. die Unterschrift des Sigihart Tafel VIII. Die Blattzählung in der rechten oberen Ecke rührt von moderner Hand her, die falsche 107 von Docen, die richtige 87 von Schindler. R B 15 20 25 30 35 40 [der werlte Ion ift iamers vol.] Daz mvgt ir alle han vernomen ich bin lein an ain ende chomen Swer an ir') dienlte fvnden wirt daz in div vrevde gar verbirt Die got mit gantzer Itaetichait den auzerwelten hat berait Von wirtzpurch ich Chvnrat gip iv allen dilen rat Daz ir die werlt lazet varn wellet ir die fei bewarn. Driv dinc fint got vnmcere vnd ünt der werlte fwaere Des arm hohvart div da birt daz er davon ze Ipotte wirt Daz ander ift des reichen liegen. der al die werlt wil betriegen. Daz dritte ift der alte hvraere warvmbe 2 ) div driv vnmaere Got vnd auch der werlte fint fi dvncket ir fvnde fei ain wint Wider der andren grozen fvnden. nv wil ich iv rehte chvnden. Daz ir fvnde fint die groften. vnd fint die allerboften. Ärmvt vnde hohvart die fint von vngeleicher art Der arme hat vnwerdichait daz folt im hohvart machen lait Dürft hvnger vroft vnd hitze folt im gebn die witze Daz er die hohvart verbaere vnd gar devmvtic waere Seit daz er alfo vil gepreften hat vnd die hohvart nimmer lat Swenne der arm alfo tvt het er gewalt vnd gvt Er het me hohvart aine danne al div werlt gemaine Swem got gvetes geit die chraft der wol warhaft Den reichen twinget niemen moht in getwingen 3 ) iemen. Der twunge im 3 ) auh fein gvt abe fwer hat von gvte groze habe Vnd fich niht liegens mazen chan. waer der felbe ain arm man. Daz im liegen not taete fein liegen waer fo ftaete 6 Daz er alle tivfel verlvge vnd himel vnd erde betrvge Swen . got daz alter lat gelebn der fol die tvmphait aufgebn. Vnd fol fvrhten feinen tot io vnd fol feiner feie not An allen dingen widerftan. daz divhte die livte wol getan. Vnd divht auh got michel zeit fwem got mannes alter geit 15 Der fol dem totifchem litte ze reht niht volgen mitte Last er daz reht danne vnderwegen vnd wil der tothait phlegen. Div da hotet zv dem hvre 20 vil manic verflvchtiv fvre Swelch alter hat die vntvgent der hat den mvt vnd het er ivgent Er waer michel vnrainer danne der tivfel ienderainer Darvmbe fprichet Salomon. daz die drei geleichen Ion. Von got vnd von der werlte han. ir mvt der ift alfo getan. Daz fi der fvnden wolten me denne man mit wercken bege Wer daz fi mohten alfo vil. gefunden als ir hertze wil. Si begiengen grozer miffetat dan alliv difiv werlt begat 36 Si hant vnzaellichen gelvft des wirt vnzeellich ir verlvft. Cum fuerant anni completi mille ducentj 4 ) w Et decies octo poft partvm virginis 5 ) Älme Quatuo^Addendo regnanteque rege Rudolfo Scripfiteum Chvnrat chriftus fua crimina 5 ) radat. Am Rande: Hnno domini M° cc° 1 xxxiiij 0 . 25 30 *) ir zwischen den Zeilen vom Schreiber über einer Rasur eingefügt. — 2 ) a durch den Flecken teilweise zerstört. — s ) Geflossen durch Flecken. — *) j verbessert aus i. — r ') Erstes i hochgestellt. i»££5S!E3sSä*5»ä!5&öi wä&S^^^S&ä&^S&J^iti -««___«_,_«, JJ5v S^K?5«'VRe mmm äwfcV'B^ ^af^r^^ *<**£$ TAFEL XLVn. OBERALTÄICHER PREDIGTEN. Cod. gcrm. 74 enthält eine Sammlung von deutschen Predigten über die Evangelien durch das ganze Jahr, die um die Wende des XIII. zum XIY. Jahrhundert niedergeschrieben wurde. Ursprünglich umfaßte die Handschrift, die aus dem Kloster Oberaltaich in die Staatsbibliothek gelangt ist, 66 Predigten auf 22 Quaternionen; da aber der 21. Quaternio verloren gegangen ist, liegen nur mehr 64 Predigten vor. Der Verfasser ist unbekannt; doch reichen seine Vorlagen nachweisbar bis ins XII. Jahrhundert zurück. Benützt wurde die Handschrift zuerst von Karl Roth, der daraus 6 Ergänzungen zu Regensburger Predigt-Bruchstücken entnahm. Vollständig wurde sie abgedruckt von Anton E. Schönbach, der sie auch am genauesten beschrieben hat. Vgl. Karl Roth, Deutsche Predigten des XII. u. XIII. Jahrhunderts (= Bibliothek der gesamten deutschen Nationalliteratur XI. Bd., 1. Teil) 1839, S. 9—10. — R.Cruel, Geschichte der Deutschen Predigt im Mittelalter 1879, S. 191 — 194. — flnton Linsenmayer, Geschichte der Predigt in Deutschland 1886, S. 291-297. — Änton E. Schönbach, Altdeutsche Predigten. II. Bd. 1888. — Edward Schröder im Anzeiger für Deutsches Altertum Bd. XV 1889, S. 202-207. Die Handschrift ist am Ende des XIII. oder vielleicht am Anfang des XIV. Jahrhunderts von einem Schreiber angefertigt worden, der in dem vorderen Teil, aus dem unsere Tafel (S. 1 u. 2 nach der Zählung einer Hand des XVIII. Jahrhunderts) entnommen ist, sehr sorgfältig und gleichmäßig, später aber immer flüchtiger schrieb. Vielleicht hat auch derselbe Schreiber die roten Initialen und lateinischen Überschriften eingesetzt und die Kapitalbuchstaben, die im Texte meist ganz sinngemäß beim Beginn eines neuen Satzes oder Satzteiles angewendet sind, mit roten Zierstrichen versehen; wenigstens unterscheiden sich die Buchstaben des Miniators nicht wesentlich von denen des Schreibers. Dagegen sind die deutschen Überschriften sichtlich erst später, von einer Hand des späteren XIV. Jahrhunderts, eingefügt worden; dafür spricht der zierlichere Charakter dieser Schrift, (A, Z. 1), deren verschlungenes g und zierlich zurückgebogenes h sich ganz wesentlich von denen des älteren Schreibers unterscheidet, wenn auch die übergeschriebene Zeile sich der alten Schrift anpaßt. Diese macht mit ihren breiten, gedrungenen Formen einen etwas schwerfälligen, doch nicht unschönen und vor allem einen sehr gleichmäßigen Eindruck; denn die scheinbare Unsicherheit und Unregelmäßigkeit der Grundstriche an einigen Stellen (A, Z. 27 — 28; B, Z. 7 —15) ist auf Rechnung des welligen, faltigen Pergaments zu setzen, das in der Wiedergabe diese kleinen Verzerrungen hervorruft. Die Schrift selbst ist sehr sicher und fest, die breiten Grundstriche stehen sehr gerade auf der Zeile, und der Eindruck des Festen, Geschlossenen wird dadurch erhöht, daß weniger die leichten Haarstriche als vielmehr breite Querstriche (in t, f, g, k, r, z) als Träger der Buchstabenverbindung erscheinen. Dazu kommen die Verbindungen von be (A, Z. 2), de (A, Z. 3), do (R, Z. 17), vo (R, Z. 7), wo (A, Z. 22) nach der Wilhelm Meyerschen Regel, die ebenfalls die Geschlossenheit des Schriftbildes erhöhen. Im übrigen aber ist die Meyersche Regel durchaus noch nicht völlig durchgedrungen; be und de kommen auch getrennt vor (A, Z. 28; B, Z. 15), und ho (A, Z. 4), he (A, Z. 5), ha (B, Z. 17), da (A, Z. 7), va (A, Z. 13), ve (A, Z. 12) und we (A, Z. 10) sind noch gar nicht verbunden. Überhaupt hat sich die Schrift von mancher älteren Übung noch nicht frei gemacht; neben dem vorherrschenden runden s am Wortende kommt vereinzelt noch einmal ein langes f vor (A, Z. 4); das a hat zwar im wesentlichen schon die doppelbogige Form des XIV. Jahrhunderts, doch ist sein oberer Bogen häufig noch mehr oder weniger offen (A, Z. 7); das gebogene * aber fehlt vollständig, und selbst hinter o steht regelmäßig das gerade r (A, Z. 7). Die Doppelfahne des k, das nur in Verbindung mit ch vorkommt, ist meist, doch nicht immer, bis zur Mitte des Stammes emporgerückt (B, Z. 15). Zu den breiten Querstrichen, die für den ganzen Schriftcharakter sehr bezeichnend sind, treten aber noch zahlreiche Haarstriche, die gelegentlich ebenfalls der Buchstabenverbindung dienen, in der Hauptsache aber wohl bestimmt sind, der Schrift etwas mehr Leichtigkeit und Zierlichkeit zu verleihen. Das gilt namentlich beim r, das mit einer Doppelfahne ausgerüstet ist, deren unterer, breiterer Teil gerne der Buchstabenverbindung dient, während der obere, feinere nur als Verzierung erscheint (A, Z. 3) und höchstens mit der Oberlänge des 1 verbindet (A, Z. 10). Ebenso erscheint der doppelte, aufwärts gerichtete Haarstrich beim z, der übrigens öfters auch fehlt oder nur einfach auftritt (A, Z. 6), und der einfache beim runden s (A, Z. 3) durchaus nicht als organisch notwendiger Bestandteil des Buchstabens. Anders ist es bei der alten Zunge des e, die schräg aufwärts gerichtet oft in den folgenden Buchstaben übergeht. Am Wortende wird sie gerne über Gebühr herausgezogen (A, Z. 18), wenn es gilt, die Zeile gut auszufüllen, wie denn in dieser Stellung am Zeilenabschluß auch der Schlußstrich des n (B, Z. 12) oder m (B, Z. 15) leicht eine verstärkte Betonung erhält; selbst der i-Strich, der nicht oft fehlt (A, Z. 2), wird gelegentlich zu diesem Zwecke unverhältnismäßig verlängert (A, Z. 22). Im Ganzen aber sind die Haarstriche am Wortende nicht viel weiter geführt als im Wortinnern; nur beim t reichen sie oft, manchmal auch beim r bis in den oberen Querstrich hinauf und schließen so den Buchstaben vollständig in sich ab (A, Z. 6, 10), wie denn überhaupt diese beiden sich bisweilen in hohem Grade ähneln. Sehr verschiedenartig ist der Abschluß der Oberlängen von b, h, k und 1. Bald sind sie oben schräg abgeschnitten durch einen feinen Aufstrich (A, Z. 4), der manchmal auch nach beiden Seiten überragt (B, Z. 28); bald laufen sie in einen Haarstrich aus (A, Z. 9) oder schließen breit und stumpf ohne jede Verzierung ab (A, Z. 18). Auch das stets abgebogene d ist meist breit und fest hingesetzt, selten mit einem Ansatz zu einer gefälligen Umbiegung (A, Z. 21). Ebenso hat das h eine einfache gedrungene Form; der Schlußstrich reicht etwas unter die Zeile und hat nur gelegentlich eine leichte Umbiegung nach innen (A, Z. 4), nie aber nach außen wie das eine h in der Überschrift (A, Z. 1). f und I stehen auf der Zeile meist mit einem leichten Aufstrich am Ende. Das g ist vollkommen geschlossen und ähnelt mit seinen zwei fast gleichen Rundungen und der breiten Fahne einer 8. Das c nähert sich bisweilen, wenn der Grundstrich etwas steil gestellt ist, dem t (A, Z. 5); denn auch bei diesem durchschneidet der breite Querbalken den Grundstrich nur wenig (A, Z. 6) oder gar nicht (A, Z. 7), sondern ist in der Hauptsache noch rechts angesetzt. Als feste Verbindungen erscheinen ae (A, Z. 12), ft, ch und tz. Bei Verdopplung von f (A, Z. 8), t (A, Z. 25), f (A, Z. 23) wird der zweite Buchstabe größer geschrieben als der erste; Doppel-1 wird durch einen dünnen gebogenen Querstrich oben noch besonders verbunden (A, Z. 6). Der Umlaut wird durch übergeschriebenes e über o (A, Z. 11) und v (A, Z. 9) ausgedrückt. Roth war der Meinung (a. a. O. S. 9), daß die Umlauts-e meistens erst nachträglich eingesetzt worden seien, wie er denn überhaupt „viele Nachbesserungen einer späteren Hand" annimmt. Schon Schönbach aber hat demgegenüber festgestellt: „nur bei wenigen läßt sich dies mit Sicherheit sagen" (a. a. O. S. VII). Die Form des übergeschriebenen e mit seiner langen Zunge entspricht ausgesprochen dem e in der Zeile, und daß es bisweilen etwas brauner erscheint als die schwarzen Buchstaben darunter, beweist auch nichts gegen die Identität der Tinte, die durchweg einen braunen Grundton hat, der bei feineren Strichen immer, in den späteren Teilen der Handschrift gelegentlich seitenlang zur Geltung kommt. Recht hat Roth aber mit seiner Behauptung vermutlich für die Bindestriche bei abgeteilten Wörtern. Diese sind sämtlich so auffallend außerhalb des sonst ziemlich streng abgegrenzten Schriftspiegels gesetzt, daß sie der architektonischen Absicht des Schreibers geradezu widersprechen. Wie sehr der Schreiber bemüht war, keine zackigen Lücken am Zeilenende zu lassen, beweisen die schon oben erwähnten, die Zeilen ausfüllenden Zierstriche. Ebenso vermeidet er sichtlich mit Absicht, den Rahmen des abgegrenzten Satzspiegels zu überschreiten, und verzichtet zu diesem Zwecke lieber einmal auf die sonst gut durchgeführte Worttrennung (A, Z. 26 vierteil statt vier teil). Hätten Bindestriche zu seinen Schreibregeln gehört, so hätte er sie sicher in den vorgezeichneten Rahmen einbezogen und nicht außerhalb gesetzt; sie sind also als Verbesserungen von späterer Hand anzusehen, vielleicht von derselben, die auch die deutsche Überschrift hinzugefügt hat. Neben übergeschriebenem e ist auch übergeschriebenes o vertreten, und zwar über v wie über u (A, Z. 4; B, Z. 2); v und u wechseln ohne feste Regel, nur kommt u im Anlaut nicht als Vokal, sondern nur als Konsonant vor (A, Z. 12). Die angewendeten Kürzungen sind nicht zahlreich: für n (A, Z. 10), für vnrf (A, Z. 3) und für er (A, Z. 21). Die Interpunktion ist sinngemäß und reichlich, verwendet aber nur den Punkt. Zu tilgende Worte sind durchgestrichen, und zwar schwarz (A, Z. 18) oder schwarz und rot (A, Z. 14). Von der Linierung sind nur gelegentlich Spuren zu finden; die Zirkellöcher am Blattrande sind aber deutlich ausgeprägt. Das Pergament ist gut bearbeitet, aber ziemlich rauh; Flecken haben den Farbton etwas ungleich gemacht. Der vorliegende Text ist abgedruckt bei Schönbach a. a. O. Bd. II, S. 3—4. « c So ■ ja ,: ra o) c filli 2.2 l-T3 O) 'S g-S s^ srS^g-g J;~Q8 : g ^_-js r- C ü .g 5 I %s- .IQ *^- . *5 t" MC - O SI 5-"'S ' * 3 B-S :j3 8 » Bl." " O,™ 18 B^- 3 I M » . — '« c 3 J5 > 35 »!"§•£ «J5 ü 3 2 .3_g S«* ^:o__>— ja u > «:o C/) n fe-C O 3 O Vj« ■■■■ TAFEL XLVIII. PREDIGTEN DES SOGENANNTEN SCHWARZWÄLDER PREDIGERS. Cod.germ.9 enthält vornehmlich deutsche Predigten, die um die Wende des XIII. Jahrhunderts in Anlehnung an lateinische Quellen von einem Ordensmann verlaßt worden sind. Nach seiner Heimat, dem badischen oberen Schwarzwald, dessen Mundart in den Predigten unverkennbar ist, geht er, da sein Name unbekannt geblieben ist, unter der Bezeichnung „Der Schwarzwälder Prediger". Der Hauptteil der Handschrift, Blatt t —111: Predigten von der Zeit, und Blatt 112—232: Predigten von den Heiligen, ist durchaus von einer Hand geschrieben. Anfang und Ende fehlen, sind jedoch in anderen, nicht seltenen Handschriften erhalten. Die Handschrift stammt aus dem Karmeliterkloster in München. Sie wird zuerst erwähnt von Roth im Jahre 1839. Der größte Teil der Predigten von der Zeit findet sich nach einer anderen Handschrift abgedruckt bei Grieshaber. Vgl. Deutsche Predigten des XII. und XIII. Jahrhunderts aus gleichzeitigen Handschriften zum ersten Male herausgegeben und erläutert von Karl Roth (= Bibliothek der gesamten deutschen Nationalliteratur von der ältesten bis auf die neuere Zeit. Band XI, Theil 1). 1839, S. 4 und 8. — Deutsche Predigten des XIII. Jahrhunderts, zum erstenmal herausgegeben von Franz Karl Grieshaber. I. II. 1844 — 1846. — R. Cruel, Geschichte der deutschen Predigt im Mittelalter. 1879, S. 322 ff. — Anton Linsenmayer, Geschichte der Predigt in Deutschland. 1886, S. 354 ff. — Albert Leitzmann, Zur Laut- und Formenlehre von Grieshabers Predigten. 1889 {— Paul und Braunes Beiträge. XIV 1889, S. 473—521). — Pauls Grundriß 2 II, 1, S. 283. — Johannes Daehring, Die Überlieferung der Grieshaberschen Predigten. Diss. Halle 1909, S. 18 ff. — Adolf Spamer, Über die Zersetzung und Vererbung in den deutschen Mystikertexten. Diss. Gießen 1916, S. 89, 238 und 311. — Deutsche Heiligenpredigten nach Art des „Schwarzwälder Predigers". Mitgeteilt von Georg Buchwald in den Mitteilungen der deutschen Gesellschaft zur Erforschung vaterländischer Sprache und Altertümer in Leipzig. XI 1920, S. 52. Die kräftige und im ganzen regelmäßige, gotische Buchschrift des XIV. Jahrhunderts zeigt in beiden Spalten der stattlichen Seite (Blatt 112r der Handschritt) die eigenartige Brechung der Rundungen besonders deutlich, wenn auch nicht bei allen Buchstaben in gleichstarkem Maße ausgeprägt. Der Eindruck des Gedrungenen wird hervorgerufen einmal durch die an sich großen und breiten Grundstriche; nur Unterlängen, vornehmlich die von h, laufen in sich verjüngende Endstriche aus. Dann entbehren die Ober- und Unterlängen zwar nicht kräftigerer Ausbildung, aber in dem Verhältnis der mittleren zu den größeren Buchstaben überwiegen doch die ersteren. Endlich wird dieser Eindruck verstärkt durch das fast völlige Fehlen von längeren Haarstrichen bei sämtlichen Buchstabenformen. Wenn das Schriftbild der leichteren Töne doch nicht ganz entbehrt, so liegt das an der recht reichlichen Verwendung sehr feiner Zierstriche. Solche finden sich regelmäßig bei b, h, k, 1, 11 — hier wagrecht (vgl. die Tafeln XLIIB und XLIV) —, r, s, meist nur am Ende eines Wortes bei e, f, g, t, z, ferner bei einer Anzahl großer Buchstaben und endlich in sehr vielen Fällen beim Punkt. Soweit der Schreiber die Wilhelm Meyersche Regel beobachtet, führt er sie auch ohne Schwanken zwischen Verbindung und Trennung wirklich regelmäßig durch. Das ist der Fall bei be, de, da, do, pe, po. Kann man bei der oben hervorgehobenen Brechung auch hier nur mit Vorbehalt von einem Zusammenschreiben von Rundungen sprechen, so mag bei der so gut wie immer unterlassenen Verbindung von h ebenso die vielfach nach links eingedrückte Form des zweiten Grundstriches wie auch dessen Ausbildung zur Unterlänge die Ursache gewesen sein. Die Trennung von b und e in leben (B, Z. 3) ist ohne Belang, da sie auf Rasur steht und durch eine nachträgliche Verbesserung entstand. Von dem einmaligen Vorkommen eines gekrümmten i nach d (Ä, Z. 20) abgesehen, begegnet i nur nach o. Hier ist es in allen Fällen gesetzt; der Schreiber hält also den anderwärts zu beobachtenden Unterschied der Verwendung von o* vor Konsonanten, or vor Vokalen nicht ein. Von den alten Buchstabenverbindungen ist nur ft noch übrig geblieben, das getrennt nicht vorkommt. Vielleicht ist die größere Höhe des Schaftes beim t nach c (A, Z. 24) nicht zufällig, sondern der Nachklang einer früher ausgeprägteren Erscheinung; vgl. Tafel XLV. Die Form des a ist aus der doppelbogigen dadurch weitergebildet, daß sich der Doppelbogen links durch Ausfüllung der Einkerbung zu einem geraden Grundstrich verdickt hat, während der trennende Mittelstrich bis auf einen kleinen Rest zusammengeschrumpft ist; vgl. Tafel XLIV und XLV. Das c schließt sich mit seinem Häkchen oben immer an den folgenden Buchstaben an. Die abgebogene Form des d herrscht ausschließlich. Das g ist auch unten immer geschlossen. Das h geht mit seinem zweiten sich verjüngenden Zug ziemlich stark unter die Zeile; manchmal ist der Endstrich etwas geschlängelt (A, Z. 37). Hinsichtlich des i-Punktes hält der Schreiber keine Regel ein; bald setzt er einen wirklichen Punkt (in A, Z. 26), bald macht er einen hakenförmig gekrümmten, feinen Strich (doclrina A, Z. 26); bald läßt er beides weg (uir A, Z. 19). Bei p und q ist der Schaft unten meist etwas nach rechts gebrochen und endet ohne Zierstrich (A, Z. 20); ersteres ist mitunter oben nicht geschlossen (A, Z. 18; B, Z. 24). Zwischen f zu Beginn und im Innern und s am Ende der Wörter wird sorgfältig unterschieden; nur wenn sanct zu s gekürzt wird, ist trotz des Anlauts rundes s gesetzt (B, Z. 31 und 33 gegen A, Z. 29), das dann ebenso wie h = heilig (B, Z. 14), i = id est (Ä, Z. 20; vgl. Tafel XI und XII), q = quasi (A, Z. 22) und die Zahl XII (B, Z. 30) durch vorangehenden und folgenden Punkt hervorgehoben wird; vgl. Tafel XX und XXVIII. Der Querbalken des t ist etwas unterhalb der Spitze des Schaftes und zwar meist nur nach rechts angesetzt. Im Gebrauch von u und v folgt der Schreiber beim deutschen Text der Regel, daß zu Beginn der Wörter v, in ihrem Innern u zu setzen ist; eine Ausnahme bildet die Schreibung des Wortes ew (R, Z.31). Im lateinischen Text ist diese Unterscheidung nicht beobachtet; hier begegnet außer einem zweimaligen virilis (A, Z. 19 und 26) nur u. Die aus drei übereinander gesetzten, kleinen Bogen bestehende, seltene Form des z erinnert sehr an die auf Tafel XLII B vorkommende. Die Überschreibungen von e über u (A, Z. 28), w (A, Z. 31), v (Ä, Z. 36) und o (R, Z. 37) und von o über u (B, Z. 22) zeigen keine feste Regel (z.B. vmb B, Z. 19, gegen vmb B, Z. 18); die Form des e ist dabei teilweise (R, Z.31) schon in der Auflösung begriffen; vgl. Taf. XXXIX. Kürzungen wendet der Schreiber im lateinischen Text stärker an als im deutschen. Hier begegnet am häufigsten der kurze, wagrechte Strich zur Bezeichnung des abgefallenen schließenden Buchstabens in dem häufigen vnd (R, Z. 29) wie für weggelassenes n (A, Z. 31) und m (B, Z. 3). Merkwürdig ist, daß der Schreiber bei Wan/ze (B, Z. 3) zwei Striche für das abgefallene ne setzt. Geht dem zu kürzenden n oder m ein de voraus, so wird statt des wagrechten Striches ein kleiner, von links her breit angesetzter Haken gebraucht, der dem d oben angefügt wird (B, Z. 5). Im lateinischen Text benützt ihn der Schreiber als allgemeines Kürzungszeichen ( R, Z. 20); er entspricht auch in der Form völlig dem späteren Apostroph. Von diesem ist durch eine von rechts her geschlängelte Form unterschieden der häufiger vorkommende Haken, der mit er aufzulösen ist (A, Z. 28) und auch mit dem d verbunden begegnet (A, Z. 39). Wie der Punkt ist auch der erstgenannte Haken für n oder m gelegentlich mit einem Zierstrich versehen (A, Z. 27) und wird dadurch dem er-Haken ähnlich, doch lassen sich beide durch die Verschiedenheit ihrer Grundform genügend auseinander halten (B, Z. 20: de/« neben hen). Das Hochstellen eines Vokals dient endlich als Zeichen eines davor zu ergänzenden r (A, Z. 32; B, Z. 23 und 24). In den beiden letztgenannten Fällen, wie auch A, Z. 20, ist bei dem übergeschriebenen a die ursprüngliche Form des alten offenen a kaum mehr zu erkennen. Das a ist mit dem darübergesetzten Strich (vgl. Tafel XXIX) zu einem konventionellen Zeichen verschmolzen. Beim Abteilen zerlegt der Schreiber die Worte, ohne die Silben zu zerreißen, und setzt doppelte Bindestriche (A, Z. 21), jedoch nicht immer (A, Z. 40). Als Satzzeichen begegnet nur der Punkt; außerdem steht zu Beginn des deutschen Predigttextes ein rotes Paragraphzeichen (A, Z. 27). Die größeren und kleineren Sinnesabschnitte werden durch einfache und etwas reicher ausgeführte Majuskeln ausgezeichnet (B, Z. 29). In der gleichen Weise werden die Eigennamen hervorgehoben (A, Z. 29; B, Z. 16). Neben der Klarheit der anderen Buchstaben fallen vornehmlich die Majuskeln E (B, Z. 8), N in zwei verschiedenen Formen (B, Z. 11 und 13), S (A, Z. 27) und U (B, Z. 23) durch ihre krause, verschnörkelte Form auf. Die Majuskeln sind sämtlich mit Rot kräftig gestrichelt und tragen dadurch auch zur künstlerischen Ausstattung der Seite bei, die durch den prächtigen Initialbuchstaben A und seine weit ausgreifenden Zierlinien beherrscht wird. Der Drachen und die beiden kleineren Fabeltiere sind ganz im Stil der damals herrschenden Gotik. Die Zeile 17 von Spalte A leitet mit ihren blauen und roten Zierbuchstaben gut zu der ruhigeren Fläche der schwarzen Schrift über. Die deutliche, jedoch nicht immer genau eingehaltene Lineatur ist wohl mit der gleichen Tinte wie die der Schrift gezogen, nur erscheint in der dünnen Linie die Farbe hellbraun. Das Pergament ist ziemlich rauh; die Schrift der Rückseite scheint zuweilen durch (A, Z.36—38). ■■ B 25 25 30 35 R 17 NDREHS . IN - Terpretatur deco iiis uel re/pondens uel virilis ab andot quod elt uir. uel 1 ) dicitui andreas qua/i 2 ) antropos. id elt. homo ab ana quod elt furfum et tro- pos quod elt conuerfio . qua/i. lurfum ad celeftia conuerfus . id elt 3 ). ad luum creatotem erectus fuit ergo 4 ) decotus in uita re/pondens in fapienti doc- trina virilis in pena 6 ) antropos 6 ) in glor/a. fc. o CA "3 > 0> 42 0) to 'X i« w 43 c CD i 10 O ß 33 u o ü fc- *- I» ■*■> E ß """ 3 •o «o - ca E 43 (0 B S k; 2 TS — ; m u .5 3 I a) -3 o s — Ca 1-9 -g vi ts B 10 X fc. 0) TS U 3 E 43 u t/i B o> ts *3 •s -* - ** «3 5 •3 « « «.2 & <-. B u '3 2 43 -Eis^ *• c •» 4H 43 -~ 3 ° P * n t< fc- '31 .3 3 -2 K ts es MftC 903 Suis 1*1 3 D -s ■a io M _ 53 C 3 ca -■s 43. ca o fc- 00 co (0 0) Q-3 . B 0) 43 4= 'S 0) CO ß Iß C ■*" ca «•O ß .S CO i£ js» o CQ 43 E 3 £ 0) « ,Q — <0 ;ß -'-' ft) co N Q b 0) fc- £ ß •5 ca fc: ä Q) (0 43 -ß 'S 3 lü (fl CO fc. 3 43 5 ■ß 2 U 3 S fc« 32 N ■3 J= "gl J3 Cß ca Ä t«0:O Ä w « (0 JC l. 0) ß ß § • s CN 3 §fff.2 6a0v_--'3 •s « 2 JS Ä E (0 (0 E 3 E : 2 CD X X5 2 c a> *; t b S aj J2 ^ 3 2 J2-3 m n 18 fa b£ B-g Sw u 10 * IS! 3 (0 E 0) T3 ü' 5 *3 CG 'C (0 J3 -3 u 00 <»- Q> (0 T3 B u •B 2 t- " u E 3" 3 -ß ß "—« T3 — M j3 » B -3 > ^(0 3 0) ' 3 o C N C "SJ "3 IS 5 . N °> ^- 3 B 1 -? = g .5 ß "3 g *. « B Ä O.T3 > e 2 «« fit® b^-3 (0-3 > .5 - Z42 g X N 'S u _e -B E 2 N Ct>3 IS ^ ß."B B 3 J3 ß IS CO .ß o o, 10 ja u N "75 ^E E -3 0 3 N (0 E E ra 4= 10 3 0 ■—1 E ß CJ 3 "3 ! c3 1 N ß O > «-, o "S B* "" -ß B 2 B ß T3 *" E 0) 3 •^ e (0 CU ti-O ß c •x 4= 3 ^ _U — o B g E- — CS . 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Jahrhunderts wohl von einem Geistlichen aus dem Kreise Davids von Augsburg und Bertholds von Regensburg besorgte Umarbeitung des Sachsenspiegels, die in ganz Süddeutschland und darüber hinaus als Rechtsbuch angenommen war. Der Name geht auf eine Anregung von Melchior Goldast zurück. Die rund dreieinhalbhundert erhaltenen Handschriften des deutschen Textes, von denen die vorliegende die älteste niederdeutsche Bearbeitung zu sein scheint, sind in verschiedene Gruppen eingeteilt worden, je nachdem sie sich von der nicht erhaltenen ursprünglichen Form mehr oder weniger weit entfernen. Unsere Niederschrift gehört zu denen, welche die vollere Textgestalt mit alter Ordnung erhalten haben, und steht der von Friedrich Leonhard Änton Freiherrn von Laßberg herausgegebenen Donaueschinger Handschrift, der Normalfassung dieser Gruppe, sehr nahe. Äußer dem Landrecht, Blatt 5va — 80vb, in 355 und dem Lehenrecht, Blatt 81va _ lOlvb, i n 145 Absätzen enthält der Codex am Schluß, Blatt lOlvb — 102ra, noch ein paar eherechtliche Bestimmungen aus dem Lüneburger Recht. Die Handschrift, die, wie eine ältere Signatur ergibt, aus der Mannheimer kurfürstlichen Bibliothek stammt, wurde zuerst erwähnt von Mittermaier im Jahre 1821. Vgl. Carl Joseph Änton Mittermaier, Lehrbuch des deutschen Privatrechts. 1821, S. 66.— Carl Gustav Homeyer, Verzeichnis deutscher Rechtsbücher des Mittelalters und ihre Handschriften. 1836, S. 47, Nr. 313; 1856, S. 127, Nr. 456, und S. 42 f. und 172. — Andreas Schmeller in den Gelehrten Anzeigen. Herausgegeben von Mitgliedern der k. bayer. Akademie der Wissenschaften. IV 1837, Sp. 249. — Georg Heinrich Pertz im Archiv der Gesellschaft für ältere deutsche Geschichtskunde. VII 1839, S. 126. — Der Schwabenspiegel, herausgegeben von Friedrich Leonhard Änton Freiherrn von Laßberg. 1840, S. LVI f., Nr. 92. — Ludwig Rockinger, Berichte über die Untersuchung von Handschriften des sogenannten Schwabenspiegels. VII (= Sitzungsberichte der philosophisch-historischen Klasse der Akademie der Wissenschaften in Wien. CVII 1884), S. 66, und XII (= ebenda CXX 1889), S. 7, Nr. 236. — Carl von Ämira in Pauls Grundriß 3 V, S. 63 ff. — Dagobert Stöckerl, Bruder David von Augsburg. Ein deutscher Mystiker aus dem Franziskanerorden (= Veröffentlichungen aus dem kirchenhistorischen Seminar München. IV. Reihe, Nr. 4). 1914, S. 247 ff. Die zweite Hand der Schwabenspiegelhandschrift, die im frühen XIV. Jahrhundert die vorliegenden Seiten 5v und 6* geschrieben hat, läßt vornehmlich zwei Haupteigenschaften stark hervortreten: eine scheinbare Gleichmäßigkeit und enggedrängte Lückenlosigkeit, mit der sie die Spalten ausfüllt, und eine außerordentlich spitzige, fast stachlige Gestaltung der Buchstaben. Der Eindruck des Gleichmäßigen ergibt sich vor allem dadurch, daß Ober- und Unterlängen wenig ausgeprägt sind und daß einerseits Minuskeln ohne Oberlängen in die Höhe ragen, so a (A, Z. 4), e (A, Z. 5), s (B, Z. 1), t (B, Z. 4), andererseits die Schäfte der Oberlängen nur wenig über die kleinen Minuskeln sich erheben, so 1 (A, Z. 14), b, d (A, Z. 29), f (A, Z. 34). Im Einzelnen freilich ist bei manchen Buchstaben, wie d, e, r, z, auch ein mehr oder minder starker Wechsel der Formen zu beobachten, so daß, wie auf Tafel XXXI, A, der erste Eindruck vollkommener Gleichmäßigkeit der genaueren Prüfung nicht ganz standzuhalten vermag. Die zweite hervortretende Eigenschaft der Schrift kommt nicht sowohl durch die oft sehr starke Brechung der Formen zu stände als durch das spitze Zulaufen fast aller Grundstriche nach oben und sehr vieler auch nach unten; die Bögen sind durch spitze Winkel ersetzt. Dazu tragen bei die Zierstriche, die sich nicht nur wie sonst bei vielen e, auch im Wortinnern (A, Z. 6), und bei t am Wortende (Ä, Z. 6), sondern auch recht häufig als Anstriche an den Schäften von b (Ä, Z. 11), h (A, Z. 5), k (A, Z. 8), 1 (A, Z. 1) und an dem ersten Grundstrich von d (A, Z. 2) finden, fluch die Striche über dem i (fl, Z. 25) und y (fl, Z. 5) sind spitzig nach oben gerichtete Häkchen. Eigenartig ist auch das Unterdrücken von verbindenden und die Rundungen schließenden Haarstrichen bei b, d, g, h, k, p, r, eine Erscheinung, die auch bei Tafel XLIV z. T. zu beobachten war. Die Wilhelm Meyerschen Buchstabenverbindungen finden sich nur ganz selten; das frühauftretende pp (fl, Z. 17), dann de (neben getrennter Schreibung) fl, Z. 2 und C, Z. 33, da B, Z. 17; in den letzteren drei Fällen stehen sie am Zeilenende. Eine gleiche Beobachtung läßt sich bei dem Gebrauch des gekrümmten t machen. Nach o steht es durchweg, aber alle Fälle, in denen es nach a und e steht (fl, Z. 11, 12, 23; B, Z. 17; C, Z. 8, 15, 16, 18; D, Z. 29), finden sich mit zwei Ausnahmen (C, Z. 21 und 22) auch am Zeilenende. In den beiden letztgenannten Fällen ist eine Beeinflussung durch das kurz vorher am Zeilenende vorkommende ettefwat (C, Z. 18) vielleicht nicht ausgeschlossen. Von alten Buchstabenverbindungen ist nur ft noch übrig, das durchgeführt wird. Das a ist zweibogig; eigentümlich ist, daß der Verbindungsstrich zwischen den beiden Bogen ein kräftiger Grundstrich, die linke Hälfte des oberen Bogens dagegen ein Haarstrich ist (fl, Z. 12). Es ist etwas größer als die Minuskeln ohne Oberlänge (fl, Z. 15) und erreicht, ja übertrifft nicht selten letztere (fl, Z. 9 und 6). Das b ist oft nicht geschlossen (fl, Z. 29). Das c ist dem t sehr ähnlich (fl, Z. 29). fluch das d hat seine Rundung oft nicht geschlossen (fl, Z. 6); nicht selten ist auch der nach links gebogene Schaft sehr kurz und es kommen, zusammen mit dem feinen Anstrich recht schwer zu erkennende Formen zustande (fl, Z. 12), besonders da die untere Rundung oft zu rechten Winkeln gebrochen ist (fl, Z. 1). Beim e wechseln runde Formen (B, Z. 4), die dem o oft sehr ähnlich sind (B, Z. 25), mit solchen, bei denen die untere Rundung ebenfalls zu einem rechten Winkel geworden ist (fl, Z. 1). Der untere Teil des g sitzt —von Ausnahmen wie D, Z. 35 abgesehen — nicht unter dem oberen Teil, sondern etwas nach rechts geschoben unter der Zunge; sein Bogen ist nicht nach links, sondern nach rechts offen (A, Z. 4), woraus man wohl schließen darf, daß er auch nicht von rechts nach links, sondern von links nach rechts geschrieben wird. Der zweite Zug des h geht verhältnismäßig sehr stark unter die Zeile; er ist gerade und meist mit dem Schaft, nicht wie sonst an seinem oberen Ende, sondern in der Mitte durch einen Haarstrich verbunden (B, Z. 1); gelegentlich fehlt auch dieser (B, Z. 22). Der i-Strich hat meist Dachform (A, Z. 3), die sich aus der auch vorkommenden Strichform entwickelt hat; vgl. D, Z. 33; C, Z. 39 und 10. Gesetzt ist er fast ausschließlich in der Nachbarschaft von m und n (vgl. aber auch is B, Z. 10), doch ist dieser Grundsatz keineswegs durchgeführt. Der Doppelhaken des k ist des öfteren oben (A, Z. 8), mitunter ganz (D, Z. 7) vom Schaft getrennt. Der Bogen am p ist oben offen (A, Z. 17), seine Rundung bis zum rechten Winkel gebrochen (D, Z. 34). Die regelmäßige Form des r (A, Z. 5) verändert sich in sehr reichlichen Fällen dadurch, daß die Fahne frei schwebt (A, Z. 26), daß sie mit dem von untenher kommenden, als Haarstrich umgebogenen Grundstrich zusammentrifft (A, Z. 21), daß sie mit diesem in einem Zug geschrieben wird (B, Z. 7), daß sie sich mit dem folgenden Buchstaben verbindet (B, Z. 24). Der Gebrauch des f und s ist wie gewöhnlich nach Wortanfang und -inneres und Wortschluß geschieden; s hat meist die Größe des a. Treffen zwei t zusammen, so ist das zweite etwas höher (C, Z. 21; vgl. Tafel L, A). Als Konsonant begegnet nicht u, sondern v, außer meist in der Nachbarschaft von e (B, Z. 4; A, Z. 14), in den Kürzungen ouer (C, Z. 24) und auer (D, Z. 34), in driualdigher (A, Z. 4) und in uan (D, Z. 26); als Vokal wird immer u geschrieben, außer meist vor m und n (B, Z. 7; A, Z. 12) — aber kunne (A, Z. 8), funderliken (A, Z. 9; C, Z. 12), funnen (A, Z. 20), wunne (B, Z. 3) —, in vp (D, Z. 18) und in Hochstellung (trvwen B, Z. 20). In drei Fällen (heueft B, Z. 1; wunde C, Z. 35; uan D, Z. 26) findet sich über dem u ein kleines v, das nur die Funktion eines u-Häubchen haben kann. Das y begegnet mit (A, Z. 5) und ohne (A, Z. 8) Dach. Das z kommt in zwei Formen vor; die eine, der 3 ähnliche, wird mehr oder minder lang unter die Zeile gezogen (A, Z. 22; B, Z. 20), die andere steht mit dem Schlußzug auf der Zeile auf und hat einen kurzen Strich durch die Mitte (A, Z. 28). Überschreibungen sind selten; es begegnet nur ü (A, Z. 2) und u (D, Z. 21). Auch die vorkommenden Kürzungen sind nicht sehr mannigfaltig. Der kurze wagrechte Strich steht für m (A, Z. 1), für n (A, Z. 8) und als Zeichen des abgefallenen d in vnd (A, Z. 20); bemerkenswert ist, daß dieser Strich gerne etwas vor den Buchstaben gesetzt wird, über den er gehört (A, Z. 20). Ein meist kommaähnlicher Haken steht für er (A, Z. 15); er ist mitunter recht klein (D, Z. 5). Die Hochstellung eines Vokals zur Bezeichnung eines zu ergänzenden r begegnet einmal (B, Z. 20), ebenso je einmal p mit durchstrichener Unterlänge für per (C, Z. 4) und hochgestelltes t für zu ergänzendes i (D, Z. 20). Bindestriche beim Abteilen der Wörter werden nicht gesetzt, in 30 Fällen. Infolgedessen ist das aus einem Doppelstrich enstandene Zeichen (B, Z. 9 und 23; C, Z. 27; D, Z. 12 und 26) wohl auch nicht als Bindestrich aufzufassen, sondern nur als Zeilenfüllsel, wie dies auch in den Fällen A, Z. 10, 16, 20, 32; C, Z. 28 nicht anders sein kann. Im Ganzen teilt der Schreiber nach Silben ab, doch kommen auch Ausnahmen vor (werdiche-yt A, Z. 4 und 36; vro-ude B, Z. 2; warhe-yt B, Z. 36; ne-yner D, Z. 39; vgl. Tafel L, B). <* tl c a —- e ao ä .S. » 43 ao w c " 43 » »-"'S« . » .n 43 ,/! j3 "~i t. -'S »i «N *. so E .2 4« c _ ■2 ■" ,S B U O .2 MJS •- k co — M » » -3 - > *E » J2 » ! S .SP » to 4* -" cd 4«: o -a 43 u k W — •=• 43 c CQ T3 _J E 2 g S .2 .9? B » 33 3 -o e —. A) c » ^ Mj$ g »äs »w - "° C -- ao CD o .SP N ■i §4= A HS»-s .Sä s 15 gj _co a, SB OQ.E 43 cj o ^3 r-! k-ß - w fi 3 -g H <« .2 Sä 4- ? DO B —' Ä S 43 2 Q 43.2 E .2 » -2 k "rj 43 »! 8 -* >- •3-8 g 0> 43 *ä ••fi" .2 'S » g co » .2 TJ 4* 'S B O CD M-B 0) -i- k >> 2 » ■B 43 CD .2 <° ■ ■° CD -a -fi s ao ".§ ■§ o 43 "-i l.a B I CD (/> ,2 — ß °> f £E 2 * J■= 43 .a s O r- CD •B "*" 43 2 a o E io in c -2 E o E 2 B -- a E (0 >> s 43 — CD (0 "B T3 CD « E b CD •11 CD .5 (0 ~ E CD CD ■B T3 R? 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Geschrieben wurde der Codex wohl in der zweiten Hälfte des XIV. Jahrhunderts, nach Schönbachs Annahme auf bayerisch-schwäbischem Gebiet. Nach den Feststellungen Otto Hartigs ist er wahrscheinlich aus dem Besitz Johann Jakob Fuggers in die herzogliche Bibliothek nach München gelangt, wo er bereits i. J. 1582 mit der Bezeichnung Manuscr. Teutsch St. (=Statio) 4 Nr. 9 aufgestellt war. Gedruckt wurden die Gesta Romanorum (Bl. 1—88 der Handschrift) nach einer Abschrift Franz Pfeiffers von Adelbert Keller (1841), die Segen- und Zaubersprüche später (1880) von Anton E. Schönbach. Vgl. Adelbert Keller, Gesta Romanorum (= Bibliothek der gesamten deutschen Nationalliteratur. Bd. XXIII) 1841. — Hermann Oesterley, Gesta Romanorum. 1872, S. 230. — Anton E. Schönbach in der Zeitschrift für deutsches Altertum. XXIV 1880, S. 65-82. — Otto Hartig, Die Gründung der Münchener Hofbibliothek ( = Abhandlungen der Münchener Akademie der Wissenschaften, philos.-philol. und hist. Klasse, Bd. XXVIII, 3. Abh. 1917), S. 269. Die Schrift der ganzen Handschrift, aus der wir Bl. 94v und 95r vorlegen, zeigt ein starkes Vordrängen von kursiven Elementen in der hier durch besonders spitze und eckige Brechungen ausgezeichneten gotischen Minuskel, wie es sich im XIY. und XV. Jahrhundert besonders in Büchern für den täglichen Gebrauch, Konzepten, Rechnungsbüchern u. dergl., seltener dagegen in literarischen Handschriften durchsetzt. Durch die sehr steile, gerade Stellung der Buchstaben und ihre vielfach ganz fehlende oder unvollkommene Verbindung ist noch der Grundcharakter der Buchschrift ausgeprägt, der sich auch in mancher einzelnen Formgebung (von a, f, p) erhalten hat. Überwiegend aber bemerkt man, wie das Bedürfnis und Streben nach raschem, flüchtigem Schreiben die Formen beeinflußt und ändert. Die Ober- und Unterlängen sind mit großer Entschiedenheit ausgebildet; während aber die Unterlängen von p, h, y und z, zu denen auch f und f hinzukommen, dünn und spitz zulaufen, haben sich an den Oberlängen von b, 1, h, d (Ä, Z. 1) wie von f (A, Z. 5) und k (B, Z. 20) schon vollkommen die kursiven Schleifen entwickelt, die oft noch etwas kantig abgebogen, fast dreieckförmig (A, Z. 1), beim d aber fast immer und auch bei den anderen Buchstaben oft schon ganz rund sind (A, Z. 2). In derselben Weise gerundet ist auch das Kürzungszeichen für er, das gerne mit dem letzten Buchstaben des Wortes verbunden wird (A, Z. 11), oft aber auch ganz frei schwebt (Ä, Z. 5). Zu Zierstrichen nimmt sich der Schreiber nicht gern Zeit und so läßt er in der Mehrzahl der Fälle den dünnen senkrechten Abschlußstrich beim t am Wortende weg (A, Z. 1 gegen 25), ebenso oft den leichten Schlußstrich am runden s (A, Z. 10 gegen 3). Nur ausnahmsweise zieht er, in der bescheiden verzierten Schlußschrift A, Z. 42, einen wagrechten Strich durch das 11 und verlängert gelegentlich am Zeilenende das n oder m mit einer verzierenden Schlinge nach abwärts (A, Z. 3; B, Z. 32) oder das r mit einer Zierschlinge nach oben (A, Z. 33 gegen 1). Viel öfter gelangt seine eilige Hand zu einer Vereinfachung der Form des r, das seine Fahne in einer langgestreckten gebogenen Linie ganz verliert (B, Z. 8). Die wagrechten Linien liegen der Hand des Schreibers sichtlich bequem und er zieht sie sowohl bei den häufigen Kürzungsstrichen wie bei den Buchstaben g (Ä, Z. 18) und t (A, Z. 5) flott und spitz zulaufend in die Länge. Auch seine Buchstabenverbindung beruht vorwiegend auf den Querstrichen von f, t (Ä, Z. 1), g (A, Z. 3) und namentlich e (A, Z. 1), das mit Heraufrücken der gewohnten Zunge eine starke Ausbildung des oberen Hauptstriches, fast parallel dem unteren, erhalten hat. Im übrigen ist die Buchstabenverbindung auffallend unvollkommen. Da die i, n, m und oft selbst die t (A, Z. 1) und u (A, Z. 2 gegen 3) am Ende wie auch bei den vorderen Grundstrichen unten spitz zulaufen und fast immer jeder Umbiegung entbehren (A, Z. 1), stehen zur Verbindung mit dem vorangehenden Buchstaben nur die kleinen oberen Aufstriche zur Verfügung, während der folgende Buchstabe abgetrennt bleibt. Auch die Verbindung bogiger Buchstaben nach der Meyerschen Regel ist dem Schreiber nicht selbstverständlich, wenn auch wohl bekannt; er schreibt de (A, Z. 2), vo (B, Z. 41), do (A, Z. 19), ja sogar da (A,Z. 2) und ga (A,Z. 13) in einander, oft aber berühren sich die beiden Bogen nur leicht (be A, Z. 1; da B, Z. 30) oder bleiben — für h, p und b die Regel — ganz getrennt (A, Z. 32,17,13). Das runde * verschmäht der Schreiber fast ganz (nur A, Z.36 und B, Z.9). Seine Buchstabenformen widerstreben der Rundung und sind aus verschiedenen spitzen und scharfen Strichen zusammengesetzt. Das kann man besonders an seinem ausgesprochen überhöhten a beobachten, das unten meistens gar nicht geschlossen ist (A, Z. 5), wie auch das verschiedenartig kantig zusammengesetzte g häufig offen bleibt (A, Z. 30, 33). Die dem f und f aufgesetzte Haube mit ihrem langen Aufstrich (A, Z. 26) ruft meistens oben eine ausgeprägte Verdickung des Stammes hervor (A, Z. 1); doch fehlt sie meist in der Ligatur ft (A, Z. 2 gegen A, Z. 18). Nur ausnahmsweise gewinnt das t Ähnlichkeit mit c in der Ligatur ch (A, Z. 15 gegen 3). Eine weitere Ligatur, die der Schreiber viel gebraucht, ist ee (A, Z. 5) mit dem e oben. Die übergeschriebenen o und e lösen sich bei der Flüchtigkeit des Schreibers mehr oder weniger auf zu zwei Strichen (A, Z. 13) oder Punkten (A, Z. 15); die ursprüngliche Form ist oft gar nicht mehr mit Bestimmtheit erkennbar, wie sie auch mehr und mehr den Wert einer Umlautbezeichnung verliert und nur noch der Hervorhebung des Vokals dient (auch über w, A, Z. 21) in der Art des i-Punktes, der fast ganz durchgeführt (A, Z. 1) und auch über dem y gesetzt ist (A, Z. 4). Zu diesen Vokalzeichen kommt noch der Akzent (A, Z. 19) in ewichleich, aber nicht regelmäßig über langem e. Über diese und andere Unregelmäßigkeiten der Schreibweise hat schon Schönbach Beobachtungen angestellt. Er betont einige deutlich alemannische Lautbezeichnungen, findet aber die bayerischen überwiegend. Aus dem Wechsel der Schreibungen u und v (B, Z. 1 gegen 14, 5 gegen 7), y und i (A, Z. 11 gegen 1), z und s (A, Z. 1 gegen 3), kg und kk (B, Z. 8 gegen 39) usw. sind weder graphische Regeln noch mundartliche Schlüsse abzuleiten. Kürzungen verwendet der Schreiber entsprechend der Flüchtigkeit seiner ganzen Schrift reichlich; neu ist dabei die Benützung des allgemeinen Kürzungsstrichs für den Ausfall eines Vokals (A, Z. 4). Im übrigen bezeichnet in der üblichen Weise der meist ziemlich gerade, seltener etwas gebogene (A, Z. 5), spitz auslaufende Kürzungsstrich die Auslassung von n (A, Z. 5), m (A, Z. 13) und in vnd von d (A, Z. 16), daneben die aus den griechischen Buchstaben entwickelte Abkürzung für ihe/us chri/tus (B, Z. 3) und die gebräuchliche lateinische für pater noßer (B, Z. 9). Außerdem wendet der Schreiber sehr häufig die übliche Kürzung für er (A, Z. 3) und für us (B, Z. 28), gelegentlich auch durchstrichenes p für per (A, Z. 31) an und für et (B, Z. 9) die Ligatur & in einer Form, die fast seinem a ähnelt; auch kennt er die Hochstellung des Vokals zur Bezeichnung eines vorangehenden, nicht geschriebenen r (A, Z. 20). Als Satzzeichen gebraucht er fast nur den Punkt, diesen aber ziemlich reichlich. Auf Verzierung der Handschrift ist nur wenig Bedacht genommen. Kleinere Abschnitte werden ohne neue Zeile dadurch angedeutet, daß sie mit einem großen Buchstaben beginnen, der rot durchstrichen ist. Auch Namen (A, Z. 31) und Personenbezeichnungen wie Engel (A, Z. 30), Ritterschaft (A, Z. 32), Got (B, Z. 3) werden gerne, doch durchaus nicht regelmäßig in dieser Weise hervorgehoben. Die dabei angewendeten großen Buchstaben sind im wesentlichen nur vergrößerte Minuskeln und von diesen oft nur schwer zu unterscheiden, da sie ihre Form meist wenig verändert haben: A (A, Z. 4), D (A, Z. 25), C (B, Z. 29), H (A, Z. 14), I (B, Z. 13), N (B, Z. 39), P (B, Z. 28), W (A, Z. 21). Das B (B, Z. 4) hat seinen Stamm verdoppelt; das E hat seine Zunge wieder ausgeprägt (A, Z. 35); das S ist aus dem Schluß-s hervorgegangen (B, Z. 6). Nur G (A, Z. 39) und T (B, Z. 28) zeigen bereits eine weiter gehende Entwicklung im Sinne der späteren Versalien. Die einzige Initiale I (B, Z. 1) ist ziemlich kärglich schwarz ausgeführt und rot gestrichelt. Rot sind die Gebetskreuze auf Bl. 95r und die beiden frommen Ausrufe zur Zeilenfüllung A, Z. 42 und B, Z. 31. Trotz dieses sehr bescheidenen Schmuckes wirkt aber das Schriftbild, das von festen, freilich nicht streng beachteten Linien umrahmt ist, doch gefällig und leicht, entsprechend der Gewandtheit und Sicherheit des Schreibers, der keine monumentale Wirkung anstrebt, sondern vornehmlich dem bequemen Gebrauche dienen will. &r*$&r&-*i&? ^^v? mm CQ fc Ö § S £ Bf 3 ? i_ 3 0) (0 C O (0 E j_ Q) t- O ■= .5 »> T3 d $ E B -4—1 1 E "3 4= U c s 45 4J tn 45 9 B •S" c Ol E U 0) Q> c B E 1 | 'S 8 c o n TJ 43 > B (0 3 5g 1 X » 3 T1 (0 • T3 (0 5 1 T3 B Ol •n 01 45 u U 3 (0 JÜ 'S o a 3 a Kix +• ■ 3 3 J & B '5 43 '£ T3 o 'U *—i 1 ■6 © 42 "SS -S s M c °» e £ W) (0 3 £ 10 o c 'S c 'S B?e ■ y s «£ c C T3 |3 5 : > »> e § ü; .S bfl E"- .§55 .y-s (0 «3 S s P To N M 3 .s 'S O to J3 :3 *i 3 B" N 3 Sä B:3 -Q U J= E c Q 5:3 ■ ■er > | N g ; .S "C u *J CA - --2 0) N *Ö> ttf CA CJ 43 _ ■ D.S 9 «i es «J J3 " S -0 •1 £ £ <• _ *" V3 u -c 2 u t» c (0 -c J3 S ^ C c a :o c ."3 J3.S O — e »> — 2 c ,_, t9 tA g-a m — °> ?« oll Hg ISI H Q) Q) (/] T3 ISO g 45 3 3 0) N E 5 X 5 « O • 45 Sä -O "5 § 1 s "O 4= n 's •" £ <~ <-. 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IX 1815, S. 665—666.— Hans Ferdinand Maßmann im Anzeiger für Kunde des deutschen Mittelalters. II 1833, Sp. 39—40 und 126. — Goedekes Grundriß I 2 1884, S. 254. — Georg Steinhausen, Geschichte des deutschen Briefes. I 1889, S. 11. — Albert Ritter, Ältschwäbische Liebesbriefe ( = Grazer Studien zur deutschen Philologie. Heft 5). 1897, S. 95 f., 98 f. — Ernst Meyer, Die gereimten Liebesbriefe des deutschen Mittelalters. 1898, S.66—68. Spalte A und B unserer Tafel ergeben an einander gesetzt die Vorderseite, Spalte C den oberen Teil der Rückseite des Briefes, dessen 39. Vers in unserer Wiedergabe der Deutlichkeit halber wiederholt ist. Der größte Teil der Rückseite ist unbeschrieben. Linierung und Verzierungen jeder Art fehlen. Die Briefrolle ist ein Denkmal anmutigen Verkehrs aus dem Leben, geschrieben von einem gewandten Schreiber, ohne Anspruch auf besondere Schreibkunst. Sie ist aber gerade darum bezeichnend für eine Schreibübung, die mehr und mehr aus der gotischen Buchschrift zu kursiven Formen übergeht; vgl. Tafel LIIL Wenn auch noch die kursive Schrägrichtung der Buchstaben völlig fehlt, ja sogar gelegentlich die steile aufrechte Stellung eine leichte Neigung nach rückwärts bekundet (B, Z. 13—15), so ist dafür ein anderes Hauptmerkmal der Kursive, die Schleifenbildung der Oberlängen, vollkommen ausgebildet; wir finden sie in b, d, h, 1, f und öfters sogar bei f (A, Z. 23), wo sie sich aus der umgebogenen oberen Fahne oder Haube ergibt. In den Unterlängen, die ebenfalls sehr entschieden ausgeprägt sind, fehlt die Schleifenbildung; sie laufen bei p (A, Z. 1), f, f (A, Z. 4) ganz spitz zu und sind bei h (A, Z. 3) und z (A, Z. 7) leicht nach rechts abgebogen. Die einzige Schleifen-Unterlänge, in g (A, Z. 2), ist fast ganz in die Zeile gesetzt und kaum vom Schluß-s zu unterscheiden, das übrigens nur vereinzelt (A, Z. 26) gebraucht und meist durch z ersetzt ist. Das a ist, wie im XIV. Jahrhundert üblich, doppelbogig (A, Z. 3), manchmal unten nicht geschlossen (B, Z. 14); wie auf Tafel LI und LIII ist es auch erheblich größer als die anderen Minuskeln ohne Ober- und Unterlänge. Im übrigen verursacht die Flüchtigkeit des Schreibers vielfach eine weitgehende Verwischung der klaren Formen: das t, das eigentlich durch einen langen Querstrich ausgezeichnet ist (A, Z. 10), schrumpft in der Zeile oder im Wortinnern oft ganz zusammen (A, Z. 34) und ist in der Verbindung mit z (A, Z. 23) kaum vom c zu unterscheiden; das r hat seine Fahne (A, Z. 14) fast immer nur noch als kleinen Haken (A, Z. 7) oder bloßen, langgezogenen Strich (A, Z. 6) behalten und fällt im Wortinnern gelegentlich ganz auseinander (A, Z. 17); vom e bleibt oft nur ein c - förmiger halber (A, Z. 34) oder ganzer Rundbogen (A, Z. 17) übrig, der auch als o gelesen werden könnte usw. Besonders treten solche Formverwischungen ein bei den Buchstabenverbindungen, die der Schreiber in weitgehendem Maße anstrebt. Zwar zu einer wirklichen Durchführung der Meyerschen Regeln ist er nicht gelangt: nur bei dem ganz rundbogigen d ist die Zusammenschreibung mit folgendem e (A, Z. 2), a (A, Z. 7) und o (A, Z. 12) ohne Ausnahme erreicht; dagegen stehen bei h (A, Z. 3 gegen 21; A, Z. 5 gegen 16), v (A, Z. 12 gegen I; A, Z. 29 gegen 7), w (A, Z. 26 gegen 9; B, Z. 15), b (A, Z. 17 gegen 11) geschlossene und getrennte Schreibungen neben einander und neben bloßen Berührungen. Immerhin ist das Bestreben des Schreibers, die Buchstaben trotz der bei i, n, m, t fehlenden Möglichkeiten (vgl. Tafel LIII) enge zu verbinden, unverkennbar, und er dehnt es auch auf Buchstaben aus, denen der untere Bogen fehlt. Vor allem in das 1, das bei ihm eine große Schleife hat, schreibt er die verschiedensten, auch ganz geraden, Buchstaben hinein: le (A, Z. 36), la (B, Z. 8), lde (B, Z. 13), lt (B, Z. 22), lo (B, Z. 23), 11 (B, Z. 28). Daneben findet sich auch nd (A, Z. 32), eb (A, Z. 35) u. a. in einander geschrieben, ganz abgesehen von den naturgemäßen Verbindungen des a mit dem folgenden Buchstaben durch seinen Querstrich in der Mitte (A, Z. 31) oder des i, n, m mit dem vorhergehenden durch den kleinen oberen Aufstrich. So tritt auch neben die gewohnten Zusammenschreibungen tz (A, Z. 23), cz (A, Z. 24) und ch (A, Z. 3) und die alten Ligaturen ae (A, Z. 2) und ft (A, Z. 5) noch tr (A, Z. 31) in einer Form, die von beiden Buchstaben nur einen Teil behält. Das rundet wird hinter o regelmäßig (A, Z. 13), sonst aber gar nicht gesetzt. Auch von Kürzungen wird nur für er in der Regel (A, Z. 1) Gebrauch gemacht, von den anderen für n und vnd nur ausnahmsweise (A, Z. 16; B, Z 32); die Form des Hakens für er nähert sich übrigens oft einer kursiven Schlinge und ist vielfach unmittelbar aus dem vorhergehenden Buchstaben nach links übergeworfen (B, Z. 33), ähnlich Tafel LIII. Auch die Überschreibungen werden nicht gleichmäßig und durchgehend verwendet. Den Diphthong ue (uo) schreibt der Schreiber in der Regel aus (A,Z. 25 gegen A,Z. 34), dagegen u (A, Z. 16) für üe und v(A, Z. 24) oder u (B,Z.10) für ü. Der Wechsel von u und v ist nicht streng geregelt; meist aber steht im Wortanlaut v, im Wortinnern u (A, Z. 11, 1; dagegen A, Z. 9, 24, 32). Im Diphthong eu und au in fraw und fräwden ist immer w geschrieben und zwar hat dieses vokalische w fast immer einen i- Punkt vorne (also fast iv A, Z. 13) oder ein übergeschriebenes e (B, Z. 3). Auch beim i setzt der Schreiber den Punkt regelmäßig, wenn ihm nicht ein nebenstehender Buchstabe den Raum wegnimmt (A, Z. 6); nur A, Z. 24 und B, Z. 25 findet sich ein i-Strich. Satzzeichen dagegen sind überhaupt nicht verwendet. Am Versanfang hat der Briefschreiber gerne Majuskeln gesetzt, die sich in der Form großenteils nur wenig von den Minuskeln unterscheiden; man kann öfters im Zweifel sein, ob ein Buchstabe als großer oder kleiner anzusprechen ist (A, Z. 2). Am ausgeprägtesten sind das S, das sich aus rundem s entwickelt hat (A, Z. 10), G (fl, Z. 13), E (B, Z. 2) und namentlich N (A, Z. 15), das gegenüber der Minuskel seine Form so verändert hat, daß es der Ligatur ft (A,Z. 31) ähnelt. .t: o E "3 hl ■ c "3 43 '5 E N ■ 43 1 10 45 u |3 "3 .5 '3 U—1 "3 -a ei) E -c o> .E 15 N o [3 ra 0) Ol c -«-» *-' =3 (0 _0> B 43 *-* o 3 10 ü Ol E -5" 43 o T3 BS e s N H E o -0 CQ <0 P. u g> 2 u -c äs ^S C U 43 w 43 g. • Ö> 4= o o c --4= N 9> ü .5 c'_ SUSI E ■_- 43 c^ 2 n 13 G) ™ 43 k. fr O «•- o S* o o t/3 U TJ > .E 'S M G 0) ■** DO (0 fe-E.2 2 0) p 43 — 5 u s 1 ä-6 N » 2 c •a 3 — c ■g § « "-■ o> •= M- 0) ~ M 3 43 .S " 0) E E 2 *- E "5 » E 3 3^2 fr E M "3.-§ Sop-S g> n o) S 6 T3 O >- O * C G 0) 10 -JJ —, G C E" 43 » 2 e«2 G TT, .5 »3 C Q> 73 a, U 0> 2 > 5 y toO "e N > T3 G 2 — — C 2 « •^ § |B Äj t. 43 2 &.Ö | G< t< 43 00 •*- •£ — SS -i£ , 'ra * *~ N N 2 T3T3 J G &> N g 43 43 u (0 .E '^ '3 r. *. G O. N 0> o> Sil C _G (o -a 2 9) 43 3 S 43 Z-§2 G G 2 g| sS c 9> c: .9* > G ÄS ■£ 43 9) 9) u «—• g E § 2 "?T ¥ •E >g 9» 2 J5 •C -. u ä; E '" 3 » ■a _y » c N E Il2 §2 E N —' 9) O » "O ■-- *3 p es .9» u c ro i- .-" «3 &> G C G G (0 jo c G 10 N G ö) "S *T3 c (0 * § C 43 Q> U o Q> "S ^^ *■' S-i vi*s I b -3 — »1 c •s'c .5 4= S u * s; .— 9* N <0 *<0 p P ■ _°2J3 •58 o) C eo > 3 ä c h .2 "O "" 9) 9> 'S 43 & 2 —' a a *■ Ol ■nnnnHnnn TAFEL LV. JÄCOBUS DE VORÄGINE, LEGENDI SÄNCTORUM ÄUREÄ, ELSÄSSISCH. Cod. germ. 6 enthält als Hauptbestandteil auf Blatt 1«—210va eine Verdeutschung des großen Legendenbuches des Jacobus de Yoragine in elsässischer Mundart. Der Übersetzer dieses wertvollen Sprachdenkmals ist nicht bekannt; er hat wohl in der ersten Hälfte des XIV. Jahrhunderts an seinem Werke gearbeitet. Äußer den Legenden bringt der Codex auf Blatt 211«— 251« deutsche Predigten, gleichfalls in elsässischer Mundart; beide^Teile sind von derselben Hand geschrieben. Die Handschrift stammt, wie aus einer Bemerkung: Follebtoht wart dis buch Änno do/ra/ni . M. CCC. Ix n vig/V/a Mathie . Rpo/loli . auf Blatt 210va hervorgeht, aus dem Jahr 1362. Von besonderer Bedeutung ist die Handschrift durch ihre kunst- und kulturgeschichtlich gleich bedeutsamen Bilder. Die Handschrift wurde im Jahre 1822 von einem Buchbinder in Weißenhorn für die Bayerische Staatsbibliothek erworben. Frühere Besitzer sind nicht bekannt. Zuerst hat Karl Roth den Codex erwähnt und Birlinger ihn zum großen Teil veröffentlicht. Vgl. Deutsche Predigten des XII. und XIII. Jahrhunderts, aus gleichzeitigen Handschriften zum ersten Male herausgegeben und erläutert von Karl Roth (= Bibliothek der gesamten deutschen National-Literatur von der ältesten bis auf die neuere Zeit. XI. Band, 1. Theil). 1839, S. 8. — Änton Birlinger, Von Sant Martin. 1862, S. 18 ff.; derselbe in der Alemannia I 1873, S.60 ff., 186 ff., 225 ff., II 1875, S. 1 ff., 101 ff., 197 ff., XIII 1885, S. 65 ff., XIV 1886, S. 113 ff. - Die Chroniken der oberrheinischen Städte. I (=Die Chroniken der deutschen Städte vom 14. bis ins 16. Jahrhundert. VIII) 1870, Closeners Chronik von Straßburg, S. 20, Anmerkung 9, und S. J76 f. — R. Cruel, Geschichte der deutschen Predigt im Mittelalter. 1879, S. 445 ff. — Änton Linsenmayer, Geschichte der Predigt in Deutschland. 1886, S. 470 ff. — Friedrich Wilhelm, St. Äfra. Eine schwäbische Reimlegende, in Änalecta Germanica, Hermann Paul zum 7. August 1906 dargebracht. 1906, S. 159 ff.; derselbe, Deutsche Legenden und Legendare. 1907, S. 135 ff. Zu den Bildern: Franz Kugler, Kleine Schriften und Studien zur Kunstgeschichte. I 1853, S.89. — Alwin Schultz, Deutsches Leben im XIV. und XV. Jahrhundert. 1892, S. 369 und 558, sowie Tafeln VI, VII und VIII. - Berthold Riehl, Studien zur Geschichte der bayerischen Malerei des XV. Jahrhunderts, im Oberbayerischen Archiv für vaterländische Geschichte. XLIX 1895 — 1896, S. 33 f. — Franz Jacobi, Studien zur Geschichte der bayerischen Miniatur des XIV. Jahrhunderts (= Studien zur deutschen Kunstgeschichte. CII). 1908, S. 31 ff.— Hermann Brandt, Die Anfänge der deutschen Landschaftsmalerei (= Studien zur deutschen Kunstgeschichte. CLIV). 1912, S.33 f., 54, 116, 131. Kräftige, vollentwickelte gotische Buchschrift aus der zweiten Hälfte des XIV. Jahrhunderts, die in gleichmäßigem Fluß die beiden Spalten der stattlichen Seite füllt; im Einzelnen ist ein gewisses Schwanken in der Bildung der Formen nicht zu übersehen. Die Eigenheiten des Gotischen sind vollkommen ausgeprägt. Die Brechung ist überall zu beobachten. Von den Wilhelm Meyerschen Regeln ist die über die Buchstabenverbindungen nur bei da, de und do, aber hier ohne Ausnahme angewendet, die über das gekrümmte t nach p und o durchaus eingehalten. Nach w begegnet t nur einmal (B, Z. 20), dagegen findet sich dreimal wr (Ä, Z. 22, 25; B, Z. 10). Zierstriche verwendet der Schreiber nicht viel; er setzt sie gelegentlich bei f (A, Z. 18), g (A, Z. 34), n (B, Z. 30), r (B, Z. 33), t (A, Z. 4), wenn sie am Wortende stehen, bei z auch sonst (A, Z. 9), doch verfährt er dabei ohne feste Regelmäßigkeit. Gleichmäßiger übt er den Gebrauch, die Oberlängen von b, h (Ä, Z. 1), k (A, Z. 7), 1 (A, Z. 3) mit einer Gabelung zu versehen, die im einzelnen freilich wechselnder Ausführung unterliegt; des öftern ist es nur ein flüchtig zugesetzter Haarstrich (A, Z. 12). Ganz glatte Schäfte sind selten (A, Z. 11). Eigentümlich ist, daß bei dem Schreiber eine entschiedene Neigung zu kursiveähnlichen Verbindungen besteht, die eigentlich dem Charakter der Buchschrift widersprechen. Zunächst benützt er Zunge und Fahne und die Umbiegung des Grundstrichs von e, r und t, um doppelte Verbindungen herzustellen (A,Z. 3,11,12); vgl. Tafel LI. Dann bindet er, auch noch ganz organisch, i nicht nur mit dem folgenden, sondern zugleich auch mit dem vorhergehenden Buchstaben (Ä, Z. 9, 19,43). Auffallender ist, daß er auch den verlängerten mittleren Querstrich des a dazu verwendet (A, Z. 4, 11). Ganz eigenwillig endlich sind die Verbindungen in Fällen wie bot (H, Z. 12), Decium (A,Z. 10), paternus (A, Z. 27), felben (A, Z. 26), das fü (B, Z. 11), von (A, Z. 7), wart (A, Z. 4). In diesen Beispielen ist die Verbindung unorganisch. Ähnliches ist bei Tafel XLI und LH zu beobachten. Das a ist doppelbogig, doch in der seine Entstehung noch zeigenden reinen Form selten (B, Z. 16). Meist besteht es aus einem kürzeren und einem längeren gleichlaufenden Grundstrich, die oben, in der Mitte und unten nur durch feine, nicht selten ausbleibende Haarstriche verbunden sind (Ä, Z. 4). Die Rundung des b — vielfach kann man von einer solchen kaum noch sprechen — ist oben meist nicht ganz geschlossen (Ä, Z. 3). Das c ist im Wortinnern vom t oft nicht zu unterscheiden; vgl. noch (A, Z. 11) und enthöbeten (A, Z. 14). Das d ist meist, wenn mit einem folgenden Vokal verbunden, nach unten zu schmaler (R, Z. 1), wenn für sich stehend, breiter (A, Z. 7, 12) ausgeführt; die Rundung bleibt nicht selten offen (A, Z. 19). Dasselbe ist auch beim e der Fall (A, Z. 3). Der Schaft des f ist in seiner oberen Hälfte gerne etwas verdickt, der Haken kräftig (A, Z. 9). Die untere Schleife des g ist zu einem mit der einen Spitze nach unten gekehrten Dreieck geworden, bei dem die der oberen Rundung anliegende Seite durch einen Haarstrich von wechselnder Länge gebildet wird (R, Z. 5). Das h geht mit dem zweiten Zuge breit unter die Zeile. Die Setzung von i- Strichen ist schwankend; sie überwiegt da, wo i mit m, n, u zusammensteht. Der doppelte Haken des k ist bei wechselnder Ausgestaltung im einzelnen, nur wenig hinaufgerückt (R, Z. 6 gegen B, Z. 9). Der zweite Zug des p ist als ein meist nach oben offener Haken in den Schaft so hineingesteckt, daß er vielfach mehr oder weniger weit auf der Gegenseite sichtbar wird (R, Z. 29 gegen 31). Die übliche Regel über den Gebrauch von I und s wird durch einige Fälle verletzt, in denen I auch am Wortschluß erscheint (ul R, Z. 9,15,20; waf B, Z. 4). Der obere Teil des Schaftes ist, wie bei f, meist verdickt, der Haken kräftig. Die alte Verbindung ft ist beibehalten. Der schon öfter beobachtete Gebrauch (vgl. Tafel L, R), beim Zusammentreffen von zwei t, das zweite etwas zu erhöhen, findet sich auch hier (H, Z. 16), aber nicht sehr ausgeprägt. Der Schreiber bevorzugt durchaus u vor v; im Inlaut begegnet nur u, am Anfang der Wörter vor i, m, n, o immer v, vor anderen Buchstaben aber meist ebenfalls u (uf R, Z. 16 gegen vf B, Z. 12). Eigentümlich ist der Gebrauch des Schreibers, den ü-Laut durch einen wohl aus i entstandenen Punkt über dem u zu bezeichnen, eine Schreibung, die in der überwiegenden Zahl der Fälle (40:7) durchgeführt ist (für R, Z. 10 gegen für R, Z. 12). Das 3-förmige z ist am Anfang der Wörter größer und etwas freier gestaltet als in der Mitte und am Ende (A, Z. 9 gegen 11). Sein Zierstrich ist mehr oder weniger stark nach rechts gezogen. Bei den nicht seltenen Überschreibungen — es begegnen 6 (A, Z. 8), o (R, Z. 37), ü und ü (R, Z. 9) — ist auffallend, daß der übergeschriebene Vokal manchmal sehr sorgfältig und breit (R, Z. 18 und 37), meist aber sehr dünn und flüchtig geschrieben ist (Ä, Z. 13 und 15); man würde im letzteren Falle an einen späteren Korrektor denken, zeigte nicht die Handschrift an anderen Stellen, daß sicher beides ebenso wie die Korrektur bobefte (fl, Z. 1) und die Anweisungen für den Rubrikator trotz des verschiedenen Schriftcharakters von der gleichen Hand stammt. An Kürzungszeichen kommt außer dem nur im lateinischen Namen Cyprianus (A,Z. 26) gesetzten, üblichen Zeichen für us nur der wagrechte, stark gebogene kurze Strich vor. Er steht für fehlendes m (A, Z. 32) und n (R, Z.7), sowie für abgefallenes d in vnd (A, Z. 20); als allgemeines Kürzungszeichen dient er in chriftum (R, Z. 21). Bindestriche beim Abteilen sind bald gesetzt (fl, Z. 13), bald weggelassen (fl, Z. 3). Die Trennung geschieht meist nach den Silben, doch kommen auch Abweichungen vor (gef-ptochen fl, Z. 40; fch - ultheiffen B, Z. 6). Von Satzzeichen wendet der Schreiber nur den Punkt an. Große, fast durchweg rot gestrichelte Kapitalbuchstaben von meist eigenen Formen stehen vorwiegend bei Eigennamen — aber nicht durchaus (fl, Z. 2) — und bei Personenbezeichnungen, wie Abgötter (fl, Z. 13) oder Richter (B, Z. 14), gelegentlich aber auch sonst (B, Z. 13), und bei stärkeren Sinneseinschnitten, wo sich hie und da auch rote Paragraph-Zeichen finden (fl, Z. 6, 8, 26; B, Z. 23, 50). Reicher ausgestaltete Initialen finden sich zu Beginn größerer Abschnitte (A, Z. 1: N, blau mit roter Verzierung; A, Z. 40 und B, Z. 5: E, rot mit lila Verzierung). Die Überschriften (A, Z. 1/2, 38/39; B, Z. 4/5) sind in Rot geschrieben, die Zeilen, über denen in kleinem Abstand die Schrift steht, mit Tinte und Feder gezogen. Das Bild stellt das Martyrium der Heiligen dar, das die Legende auf dem folgenden Blatt 160« m it den kurzen Worten erzählt: dovon ging finre diener einre zu der megede vnd ftach ein fwert durch ire fite. Die Hauptfarben sind blau, grün, rot. vfflMWSlBsfäwmmzmwfWiwm Die untere Hälfte der Seite ist durch allerlei Flecken verunziert. Die rote Zahl Clvm = CLYIII ist die alte Blattzählung, auf die sich das in der Handschrift vorangestellte Inhaltsverzeichnis bezieht. Diese Zählung hat das erste Blatt, das nur das Inhaltsverzeichnis enthält, ausgelassen und setzt erst beim zweiten Blatt ein, auf dem die Heiligenleben beginnen, daher die Verschiedenheit von der modernen Blattzählung, die für die vorliegende Seite die Bezeichnung 159v ergibt. Die Verkürzungen auf der rechten Seite rühren davon her, daß der schwere, festgebundene Band sich nicht vollkommen flach aufschlagen läßt; so sind bei der photographischen Aufnahme gewisse Verzerrungen an dieser Stelle nicht zu vermeiden. CLXVIII NOch dem boft 1 ) Von fant Cotne- fabianus lius vnd. Cyprianus wart ein bobelt Cornelius genant Dirre wart mit aller & finre phafheit in das eilende gefendet von deme keyfer decyus.