August Bagel, Düsseldorf 20. Fünfundzwanzigjährige Jubelfeier Sedan⸗Tages. Montag den 2. September 1895, Abends 8 Uhr anfangend. im Kaisersaal und im Garten (event. Rittersaal) der Städtischen Conhalle: Patriotischer Fest-Abend unter freundlicher Mitwirkung des Städtischen Männer=Gesangvereins (Dirigent Herr Musikdirektor Georg Kramm) büßt. Orchester: im Saale: das städtische Orchester (Dirigent Herr R. Zerbe) im Garten: die Nehl'sche Kapelle (Dirigent Herr W. Nehl) ⛪ . V. M. 2 . Motivejos Museum der Stadt Lasseverf. N Programm für den Kaisersaal. 1. Kriegsmarsch und Schlachtenhymne a. d. Op. „Rienzi“, R. Wagner. 2. Jubelfest=Ouverture ... E. Bach. 3. Zwei Männerchöre a capella a) „Heimathglocken Seyhl. b) „Vor der Schlacht“.. Carl Wilhelm. 4. Festrede. Toast auf Se. Majestät den Kaiser und König Wilhelm II. Alsdann: Allgemeines Lied „Heil Dir im Siegerkranz“. 5. Große Phantasie aus Victor Neßler's Op. „Der Trompeter von Säckingen“ ..... Arth. Nikisch. 6. Zwei Männerchöre a capella a) „Die wilde Ros“, Volks lied * * * * * * Mair. b) „Rheinsehnsucht“, Chor Voigt. 7. Festrede. Toast auf das Vaterland und die Armee. Alsdann: Gemeinschaftliches Lied „Deutschland, Deutschland über Alles“. Pauſe. 8. Ouverture z. Op. „Zampa“. L. Herold. 9. Deutsche Kriegs= Scene aus dem 17. Jahrhundert für Männerchor, Bariton=Sold und Orchester Aug. Reiser. 10. Kaiser Wilhelms Lieblingsmelodien, Potpourri Gustav Lehnhardt. 11. Victoria=Marsch R. Zerbe. ⛪ ( ⛪ Programm des Garten-Concerts (event. Rittersaal) 1. Jubel=Ouverture C. M. v. Weber. 2. „Ulanenruf“, Charakterstück R. Eilenberg. 3. „Bei uns zu Haus“, Walzer Joh. Strauß. 4. Militär=Phantasie über „O Straß burg, du wunderschöne Stadt Wilh. Nehl. 5. Einleitung und Brautchor aus „Lohengrin“ Rich. Wagner 6. Militär=Sanfare H. Hofmann Pauſe. 7. Ouverture z. Op. „Tannhäuser“. Rich. Wagner. 8. Czardas a. d. Op. „Der Geist des Woywoden“ . . . . . . . L. Großmann. 9. Divertissement aus der Oper „Die Fledermaus“ Joh. Strauß. 10. Erinnerung an die ruhmreichen Kriegsjahre 1870/71 ..... A. Schreiner. 11. „Hohenzollern=Ruhm“, Marsch. C. Anrath O N 1. Die Heimathglocken, 2. Vor der Schlacht, von Joh. Seyhl. von C. Wilhelm. Für's Vaterland das Schwert zur Hand, Wenn wir fallen, überwunden, So haben wir muthig die Seinde bezwungen, Fällt mit uns des Landes Blüth'; Als Ruf zur Ehre, zur heiligen Wehre Blätter von der goldnen Rose, Ist mächtig der Donner der Schlacht uns erklungen. Die im Frühling ausgeglüht Bald hier, bald dort, an manchem Ort, Wenn wir fallen, überwunden, Da haben wir lustig die Becher geschwungen, Sällt mit uns die ganze Welt; Aus voller Brust in Jugendlust Wald von jungen grünen Eichen Zum Preise der Liebe, des Weines gesungen. Die der kalte Herbstwind fällt. Doch als die Töne verschwebten und ruhig ward das Herz, Wenn wir fallen, aber siegend, Da zog durch unsre Seele ein stiller Sehnsuchtsschmerz Wird das Land, die Welt wird frei. Von ferne wogt es leise heran wie Sphärenklang, Zwar entblättert stirbt die Rose, Ein Ton ist mächtig wie keiner, der Heimathglockenklang Doch der Eichwald grünet neu. 3. Heil Dir im Siegerkranz. Heil Dir im Siegerkranz, Herrscher des Vaterlands, Heil, Kaiser, Dir Sühl' in des Thrones Glanz Die hohe Wonne ganz, Liebling des Volks zu sein! Heil, Kaiser, Dir! Nicht Roß, nicht Reisige Sichern die steile Höh“, Wo Fürsten steh'n Liebe des Vaterlands, Liebe des freien Mann's Gründen des Herrschers Thron, Wie Sels im Meer. Sei, Kaiser Wilhelm, hier Lang' Deines Volkes Zier, Der Menschheit Stolz Fühl' in des Thrones Glanz Die hohe Wonne ganz, Liebling des Volks zu sein! Heil, Kaiser, Dir! ⛪ . A S S N 4. Wie die wilde Ros' im Wald. Volkslied von Franz Mair. Die die wilde Ros' im Wald Blühe, Mägdlein, blühe Ach, die Sorgen kommen bald Und der Kummer frühe. Blüh', noch weht der Morgenwind, Blühe, blühe, glücklich Kind! Blüh' in grüner Einsamkeit, Ahnt es nicht die Rose Wie sie leuchtet weit und breit Aus dem zarten Moose. Blüh', es welken so geschwind Ros' und Jugend, liebes Kind 6. Deutschland, Deutschland über Alles. 5. Rheinsehnsucht. von Ch. Voigt Deutschland, Deutschland über Alles. Ueber Alles in der Welt, Dein Herz ist am Rheine im heimischen Land. Wenn es stets zu Schutz und Trutze Mein Herz ist am Rhein, wo die Wiege mir stand, Brüderlich zusammenhält. Wo die Jugend mir liegt, wo die Freuden mir blüh'n Von der Maas bis an die Memel, Wo die Liebste mein denket mit wonnigem Glüh'n, Von der Etsch bis an den Belt. Deutschland, Deutschland über Alles, O, wo ich geschwelget in Liedern und Wein: Ueber Alles in der Welt! Wo ich bin, wo ich gehe, mein Herz ist am Rhein. Deutsche Frauen, deutsche Treue, Dich grüß' ich, du breiter, grüngoldiger Strom, Deutscher Wein und deutscher Sang Euch Schlösser und Dörfer und Städte und Dom Sollen in der Welt behalten Die goldenen Saaten im schwellenden Thal, Ihren alten schönen Klang. Uns zu edler That begeistern Dich Rebengebirge im sonnigen Strahl Unser ganzes Leben lang Euch Wälder und Schluchten, dich Selsengestein Deutsche Frauen, deutsche Treue, Wo ich bin, wo ich gehe, mein Herz ist am Rhein Deutscher Wein und deutscher Sang! Mein Herz ist am Rheine im heimischen Land Einigkeit und Recht und Freiheit Mein Herz ist am Rhein, wo die Wiege mir stand, Für das deutsche Vaterland! Danach laßt uns Alle streben Wo die Jugend mir liegt, wo die Freuden mir blüh'n Brüderlich mit Herz und Hand! Wo die Liebste mein denket mit wonnigem Glühn, Einigkeit und Recht und Freiheit O möget ihr immer dieselben nur sein. Sind des Glückes Unterpfand. Wo ich bin, wo ich gehe, mein Herz ist am Rhein. Blüh' im Glanze dieses Glückes, Blühe, deutsches Vaterland! 0 the A 3 S S 7. Deutsche Kriegs= Scene aus dem 17. Jahrhundert Männerchor, Bariton-Solo und Orchester mit theilweiser Benutzung von Themen alter Meister von August Reiser. Eichbaumrauschen. Nr. 1. (Chor). Motiv von Hans Leo Hasler (1564—1612) Des dunkelgrünen Walds uralte Eichen rauschen: „Du junger, rascher Wandrer mußt uns lauschen Wirf hin den Stab, gieb Rast den jungen Gliedern! Die alte Gewalt, Jahrhunderte alt, Wohnt noch in uns, wohnt noch in unsern Liedern. Der Jüngling ist ins Moos, ins weiche Moos gesunken, Sein Fuß war müd', sein Blick begeist'rungstrunken Er sah hinauf zum alten, heil'gen Baume, Gewaltig klang der Eiche Sang: Krieg! Sieg! tönt's ihm im Traume. Bariton=Solo. Abschied. Nr. 2. Nach Heinr. Isaak (Ende des 15. und Anfang des 16. Jahrhunderts Drün prangt auf meinem Reiterhut das frische Eichenreis Mein Lieb, mein holdes, feines, weine nicht so heiß Muß ins Schlachtfeld fliegen, zu Kämpfen und zu Siegen. Reitersieg ist Ruhmes werth. Sollt' ich bleiben hier am Herd, Hätt' ich ewig Reue. Leb' wohl, du Treue Das Vaterland ruft seinen Knecht, ob wir uns wiedersehn? Trautsüßer Schatz, du holder, mög's mit Gott geschehn! Halt' das Herz nur offen, für Trost und frohes Hoffen Reitersieg schirmt Burg und Schloß. Will's der Herr, trägt stolz mein Roß Mich zum Siegesfeste. Leb' wohl, du Beste! Nr. 3. (Chor). Nr. 4. Nr. 5. (Chor). Schlachtgeſang. (Original.) Die Felddrommeten tönen grellen Schalles. Auf, in die Schlacht! Gott hat es gut gemeint! Der Tod ist nichts, das Vaterland ist Alles! Die Sahnen flattern, vorwärts, in den Seind! Dröhnt, ihr Trommeln! Sließe, fließe, purpurrothes Heldenblut! Heiß und heißer flammt der Muth! Die Erde zittert wie bei Ungewittern Hei! welch Getön und feurig Roßgestampf Wenn nur die treuen Seelen nicht erzittern, Wenn nur der Muth nicht sinkt im Pulverdampf; Hei! welch feurig Roßgestampf Große, herrlich schöne Stunde! Rinne, rinne, theures Blut! Vaterland mein höchstes Gut! Die Selddrommeten tönen grellen Schalles. Auf, in die Schlacht! Gott hat es ernst gemeint! Der Tod ist nichts, das Vaterland ist Alles Die Sahnen flattern! Vorwärts in den Seind! Chor und Bariton=Solo. Heimkehr. Thema von Ludw. Senftl (um 1480—1550). Mit hellem Waffenglänzen, mit Ehren wunderbar, Mit Sahnen und mit Kränzen, heim zieht der Krieger Schaar. „Mein Wundenmal thut prangen, mein Ehrenkreuz dazu Du darfst mich stolz umfangen, goldlockig Schätzchen du Erst Schlachten=Ungewitter, dann Kuß und Eichenkranz! Glückselig Troß und Ritter des Reichs und Vaterlands. Friedenslied. Blühe, blühe, schöne Welt! Unter blauendem Gezelt rauscht die Friedenseiche. Demuth ward aus Kampfesmuth, Frieden ist im Reiche! Treue Eiche, frisch belaubt, Hebe stolz dein deutsches Haupt. Grüne fort, du Freie! Ziehe Kraft aus unserm Blut, wachse und gedeihe Der große Gott ist gut! 2 O G