^ht 1 ^^ W a^i^H / ÜB Düsseldorf + 4142 633 01 DER KRIEG DICHTUNG VON STEFAN GEORGE GEORG BONDI BERLIN-I9I7 DER KRIEG DICHTUNG VON STEFAN GEORGE GEORG BONDI BERL1NI917 t &JM (S ! LANDES- » •UND STADT- ttlBUÜTHEK 1 DUSSELDOKFj .........Wem das gewissen drohe Mit eigner oder fremder schände druCKe Empfindet deine Worte wohl als rohe. Dem ohngeachtet ,halt dich Frei von schmucxe Und ganz eröffne das von dir geschaute. Lass es geschehn dass wen es beisst sich jucite. Wenn auch beschwerlich werden deine laute Beim ersten Kosten: wird lebendige zehrung Man draus entnehmen wenn man sie verdaute. DANTE-GÖTTLICHE KOMÖDIE. HIMMEL XVII •3SLW Wie das getier der wälder das bisher Sich scheuxe oder Fleischend sich zerriss Bei jähem brand und wenn die erde bebt Sich sucht und nachbarlich zusammendrängt: So in zerspaltner heimat schlössen sich Beim schrei DER KRIEG die gegner an., ein hauch Des unbeKannten eingefühls durchwehte l/on schicht zu schicht und ein verworrnes ahnen Was nun beginnt... Für einen augenblicK Ergriffen von dem welthaft hohen schauer Uergass der feigen jähre wüst und tand Das vok und sah sich gross in seiner not. Sie Kamen zu dem Siedler auf dem berg: > Liegst du noch still beim ungeheuren Ios?< Der sprach: dies frösteln war das edelste!.. Nas euch erschüttert ist mir lang vertraut- Lang hab ich roten schweiss der angst geschwizt füs man mit feuer spielte., meine tränen Uorweg geweint., heut find ich Keine mehr. Das meiste war geschehn und Keiner sah.. Das trübste wird erst sein und Keiner sieht. Ihr lasst euch pressen von der äussern wucht.. Dies sind die flammenzeichen• nicht die Kunde. flm streit wie ihr ihn fühlt nehm ich nicht teil. Nie wird dem Seher danK..' er xriffx auf höhn Und steine- ruft er unheil - uiut und steine Wenn es hereinbrach. Angehäufte frevel V/on allen zwang und glücK genannt- verhehlter Abfall von Mensch zu Larve heischen busse.. Was ist IHM mord von hunderttausenden Uorm mord am Leben selbst? Er Kann nicht schwärmen Von heimischer tugend und von wälscher tücKe. Hier hat das weib das Klagte der satte bürgen Der graue bart ehr schuld als stich und schuss Des widerparts an unsrer söhn und enKel V/erglasten äugen und zerfeztem leib. SEIN amt ist lob und fehm« gebet und sühne' Er liebt und dient auf seinem weg. Die jüngsten Der teuren sandt er aus mit segenswunsch .. Sie wissen was sie treibt und was sie feit.. Sie ziehn um Keinen namen - nein um sich. IHN pacKt ein tiefres grausen. Die Gewalten Nennt er nicht fabel. Wer begreift sein flehn: >Die ihr die fuchtel schwingt auf leichenschwaden- Wollt uns bewahren vor zu leichtem Schlüsse Und vor der ärgsten- vor der Blut-schmach Fehlt dir der blicK Für solch ein maass von opfern Und Kraft der allheit?< Diese sind auch drüben. Das nötige werK der pflicht bleibt stumpf und glanzlos Und opfer steigt nicht in verruchter zeit.. Menge ist wert- doch ziellos- schafft Kein Sinnbild- Hat Kein gedächtnis - Nas fragt sich der Weise? Sie troff im schwatz von Wohlfahrt- menschlichKeit Und hebt nun an das greulichste gemetzel.. Nach speichel niedrigster um Werbung: geifer Gemeinsten schimpfs!. und was sich eben hezt UmKröche sich geschmiegt wenn sich erhöbe Furchtbar vor ihm das Künftige gesicht. Und was schwillt auf als geist! Solch zart gewächs Hat fernab sein entstehn... Wie faulige frucht SchmecKt das gered von hoh-zeit auferstehung In wekem ton. Wer gestern alt war Kehrt nicht Jezt heim als neu und wer ein richtiges sagt Und irrt im lezten stecKt im stärkten wahn. Spricht Aberwitz: >Nun lernten wir fürs nächste'- Ach dies wird wiederum anders!. dafür rüstet Nur vollste umKehr: schau und innrer sinn. Keiner der heute ruft und meint zu führen MerKt wie er tastet im Verhängnis« Keiner Erspäht ein blasses glühn vom morgenrot. 6 Neil minder wundert es dass soviel sxerben fl\s dass soviel zu leben wagt. Wer s/:hriixhielt Mit dem Jahrhundert darf heux spuK nur sehn. Der hilft sich' Kind und narr: >Du hasts gewollt« Zilie und Keiner- heisst das bündige urteil. Der lügt sich' schelm und narr: >Diesmal winKt sicher Das Friedensreich.< Uerstrich die frist: müsst wieder Ihr waten bis zum Knöchel bis zum Knie Im most des grossen Keltrers.. doch dann schoss Ein nachwuchs auf' der hat Kein heuchel-auge; Er hat das schicKsalsauge das der schrecK Des ehernen fugs gorgonisch nicht versteint. In beiden lagern Kein GedanKe - wittrung Um was es geht... Hier: sorge nur zu Krämern Wo schon ein andrer Krämert.. ganz zu werden Was man am andren schmäht und sich zu leugnen Ein voIk ist tot wenn seine götter tot sind. Drüben: ein pochen auf ehmaligen Vorrang Uon pracht und sitte> während feile nutzsucht Bequem veratmen will.. im schooss der hellsten Einsicht Kein schwacher blinK« dass die V/erpönten Was fallreif war zerstören' dass vielleicht Ein >Hass und Abscheu menschlichen geschlechtes« Zum wehren male die erlösung bringt. Doch endet nicht mit fluch der sang. Manch ohr Uersxand schon meinen preis auf Stoff und stamme Auf Kern und Keim., schon seh ich manche hände Entgegen mir gestrecKt- sag ich: o Land Zu schön als dass dich fremder tritt verheere: Wo flöte aus dem tueidicht tönt' aus hainen Windharfen rauschen' wo der Craum noch webt Untilgbar durch die jeweils trünnigen erben.. Wo die allblühende Mutter der verwildert Zerfallnen weissen flrx zuerst enthüllte Ihr echtes antlitz.. Land dem viel verheissung Noch innewohnt - das drum nicht untergeht! Die Jugend ruft die Götter auf.. Erstandne Wie Ewige nach des Cages fülle.. LenKer Im sturmgewök gibt Dem des heitren himmels Das zepter und verschiebt den Längsten Winter. Der an dem Baum des Heiles hing warf ab Die blässe blasser seelen- dem ZerstüCKten Im glut-rausch gleich.. Apollo lehnt geheim An Baidur: >Eine weile währt noch nacht' Doch diesmal Kommt von Osten nicht das licht.< Der Kampf entschied sich schon auf Sternen: Sieger Bleibt wer das schutzbild birgt in seinen mannen Und Herr der zuKunft wer sich wandeln Kann. 8 GEDRUCKC BEI OCCO U. HOLCEN BERLIN C IM JULI NEUNZEHN HUNDERCSIEBZEHN Zll. \#- JCH STADT BUCHBINDEREI DÜSSELDORF !