n. ⵘⴱ — O Kröte, schwarze Kröte, Zurück in deinen Sumpf, Das Rad. der Morgenröthe Zermalmt den gift'gen Rumpf. Entsage Deinem Raube, Vollführt in langer Nacht, Verzichte, daß man glaube An alte Zaubermacht. Dein Zauber ist gebrochen Beim ersten Sonnenblick, Der Frevel wird gerochen; Flieh' in dein Grab zurück! Die Väter konnt'st du hindern, Sie haben viel entbehrt, Wir schaffen unsern Kindern Von Pfaffen frei den Herd! und wenn es sich nicht mehr Als Manuskript gedruckt. Düsseldorf im November 1871. Buchdruckerei von Fr. Dietz in Düsseldorf. 5 □ . Meinem Freunde össer Julius Grubendirektor Siegen, widme ich diese Gedichte. Philipp Braun. Zueignung. Nicht um die Kritik zu fordern, Schmied' ich diese Reime klein, Dir, dem Volkstribun und Dichter, Sollen sie zu eigen sein! Nenn' sie leichte Reitersporen, (Nicht von Eisen, — rein von Blut) Leg' sie lächlend zu dem Schwerdte, Das auf Deinem Tische ruht. 4 Wär' es Sommer, und Du rittest Zum Gefecht in heil'gem Zorn, Wollt' ich um das Schwerdt Dir winden Einen Kranz von Rittersporn. Um das Schwerdt, das Du so blitzend Schwingst für Wahrheit, gegen Lug: Für die Schule, gen die Kirche“ War stets Deines Herzens Zug. Nimm auf Abschlag fern'rer Siege Diese Sporen treu und schlicht Und vergiß des Schmiedeherdes, Uns'res stillen Hauses, nicht! Volksschule oder Kirchenschule? Ein Vortrag von Julius Bösser, gehalten an mehreren Orten; herausgegeben vom Vorstande des Lesevereins für Siegen und Umgegend. Vierte Auflage; Köln 1870. Rheinische Genossenschafts=Druckerei. . Toast des Geladenen. Sagtest ja, ich sollte kommen. Heinr. Heine (Romanzero). Ich erschein' vor Deinem Purpurthrone, Stolzer Herrscher in des Glaubens Reichen, Mein Haupt zieret eine and're Krone, Deren Glanz die Deine macht erbleichen: „Protestant“ dies ist mein hoher Name, (Darob hassest Du mich sammt den Frommen) Emsig streu' ich aus des Geistes Samen, Und Du sagst im Ernst, ich solle kommen? Welch ein Meer von hohen, spitzen Kappen Woget hier im nebelnden Gewühle! Sind das Deine Reis'gen, Deine Knappen, Die Dir fluchen helfen beim Concile? Ich, ich segne diese schöne Erde Von der Freiheit Gipfel, kühn erklommen; Freiheit ist der Wolf für Deine Heerde, Warum sagtest Du, ich sollte kommen? Heil'ge Ueberbleibsel mich begleiten, S ist die Asche heldenmüth'ger Zeugen, Die in heute noch nicht fernen Zeiten Dir verweigert ihrer Kniee Beugen. Haufen halbverkohlter Todtenbeine genommen; Streu' ich grausend, wo Du Platz Du erröthest unter'm Heil'genscheine, Aber sagtest ja, ich sollte kommen. „Dreimal Nein!“ ist einzig mein Votiren; Tödte mich, ich protestire weiter! Ob Du fortfährst, alte Gluth zu schüren, Vahn und Lüge gehen doch zu Scheiter! Ich, die Ketzerbrut aus allen Zonen, Bin von ferner Küste hergeschwommen, Will, Dein Schreckbild, zu Neapel wohnen, Nachbar, sagtest ja, ich sollte kommen! Anmerkung. Bekanntlich lud Pius IX. auch die Ketzer ein, den BeschlüsGraf Ricciardi aber veranstaltete sen des Concils ihre Aufmerksamkeit zu schenken. das Gegenconcil der Freidenker, welches unter seinem Vorsitz am 9. Dez. 1869 zu Neapel eröffnet, schon in 2. Sitzung, am 10. Dez., wegen PerhorresziBeide Hemisphären hatten ihre rung des napoleonischen Treibens aufgelöst ward. Vertreter entsandt; unter den Deutschen befanden sich Johannes Ronge und Uhlich. — Die Eröffnung. Freu' dich nimmer, falsche Roma, Schmück' dich nicht mit neuen Lügen, Trägst die Tage, so gezählet, Deine Grabschrift in den Zügen! Wo Parthenope umschließet Ihren Golf, den Hort des Schönen, Wird ein heil'ger Bund geschlossen Von der Freiheit ächten Söhnen. Zittert, feiste Nachthyänen, Uhns, Fledermäus' und Käntze; Nicht „im Kreuzeszeichen siegen Kriechen werdet ihr zu Kreuze! Drohend die Vesuve rauchen; Klosterratten, flink, ihr Trägen! Gottes Zorn flammt in den Lüften, Senkt auf euch den Aschenregen. Haben doch des Papstes Kinder Selbst gefunden in der Butter Manches Haar; — sogar in München Ward der Probst ein „halber“ Luther. 8 Die Auflösung. Deute mir dies edle Drängen? Welches Fest denkt man zu feiern? Ist das heil'ge Blut im Sieden Januarii, des Theuern? Nein, es haben sich versammelt Tausend wack're Geisteskrieger: Zwar kocht Blut in ihren Adern Ob der Frechheit der Betrüger! In der Sitzung tönte mahnend Eine Stimme, keine zarte: (Sieben Monde vor dem Kriege) „Fort mit Louis Bonaparte!“ Darob ist das Fell der Trommel König Biedermanns gesprungen; Und der Saal ward ausgeräumt, Wo das frev'le Wort erklungen. Legt man's aus im Vatikane Auch als Viktors Freundschaftswerben Und schaut pfiffig nach Neapel, Ja, — „Neapel seh'n — und — sterben! . Die Annexion. Sohn des „Schwerdtes von Italien“, Welche neuen Heldenthaten! Mit Versich'rung deiner Treue Nimmst dem Greis du seine Staaten. Weiser König, der du ruhig Abgewartest hast die Stunde, Wo sein „Louis“ war geknebelt, Todverheißend Frankreichs Wunde! Warte! — Engels=Legionen Werden sich zum Kampfe rüsten; Wenn Gott selber ist ihr Moltke, Wehe deinem Siegesbrüsten! Prüfung nur ist's, was die Kirche Jetzt erfährt von deinem Degen! Morgen wird dir jäh entrissen, Was du gestern nahmst verwegen! Wer's erlebt, der wird es sehen, Wie Gott auswetzt alle Scharten, Die man beibringt seiner Klinge: „Er ist ewig — und kann — warten.“ 10 n Der Fels Petri. Nichts als Flüche und Parteiung, Was ich ringsum hör' und seh', Ist's da glaubhaft, daß das Wort vom „Schaafstall“ in Erfüllung geh' Selbst die ersten Kirchenlichter Freuen sich des großen Bann's; Tausende sind auf der Wippe, Tausend' sind des Teufels ganz Ist das die gepriesne Einheit, Die sich sonst nicht finden läßt, Venn Conciliums=Beschlüsse, Wechseln gleich, geh'n in Protest? Ja, die Einheit schnappt nach Athem, Ist wohl gar im fünften Akt; Fährmann in dem lecken Schifflein, Schließ' mit Satan einen Pakt! Furchtlos steh'n die Jesuiten, Felsengrund hat ja ihr Haus: Die am Geiste arm, die Sel'gen, Sterben nun und nimmer aus. 11 nain N n Hau't ihm selbst! (Auf die Nachricht, daß der Hersteller deutscher National-Einheit in ultramontaner Adresse gebeten werden sollte, dem Hersteller der italienischen National=Einheit zu Gunsten der durch Gottes gnädige Fügung den Weg aller Napoleons gegangenen geistlichen Herrschaft den Krieg zu erklären.) Was in Welschland sich begeben, Spottet aller Phantasie: Der galant'ste der Gebannten Wirft sich vor dem Papst auf's Knie. Reineckes gelehr'ger Schüler Deckt mit Thränen Pius' Hand: „Heil'ger Vater, gieb den Segen Deinem Sohne — und dein Land Ueberreiten, überlisten Ist der Welschen täglich Brod; Könnt ihr nimmer euch vertragen, Schlagt euch ohne Deutschland todt. Zieht nun selbst, ihr Adressanten, Nach dem Appenin nicht faul, Zieh' vom Leder, Reichensperger, Aber nicht nur mit dem M...! 12 ☻ Xenien. „Ehrwürd'ge Brüder, 's ist zum Beinausreißen, Wie's heute um die Masematten steht Das sagst du gut, du alte Fluchmaschine, Dein Wind hat all den Staub emporgeweht. Erst lehren wir: wir seien nicht zu bändigen; Dann: die uns Meister, würden schlimm noch endigen. Wenn damit wir das Volk nicht mehr verständigen: Gott wird sie ewig strafen, die uns schändigen. Kracht wo ein morscher Stuhl in seinen Fugen, Schrei'n „Weh!“ die Narren, freuen sich die Klugen. Dich kitzelte, dem wahren Gott zu gleichen; Auch Lucifer! Ihr könnt die Hand euch reichen. In's Dintenfaß bracht' dich dein Zeterschreien; Nun willst du auch heraus dich maledeien. Spräch'st du: „Ich habe fünf und zwanzig Jahr Die Welt belogen! spräch'st du einmal wahr. 13 Anhang Namenlos. I. Ein Priester hatte, zornesmüthig, Schon Manchem großes Leid gethan; Einstmals erschlug im Redewechsel Er einen armen Handwerksmann. Dem Bischof kam die That zu Ohren, Ihm stellte sich der Mörder dar: „Du darfst, um deine Schuld zu büßen „Nicht Messe lesen ein ganzes Jahr!“ Mit diesem Urtheil nicht zufrieden, Trug rachebrütend sich der Sohn; Ein ehrsamer Schuster, hat er den Priester Erstochen in off'ner Prozession. Der Clerus schleppt den Held vom Pfriemen Zum König und fordert ein Sühnegericht; „„Du sollst““ — so war der Spruch Don Pedros „Ein ganzes Jahr lang — schustern nicht.“ 14 . II. Der König fährt auf dem Meere Mit seinem Almosenier: Die Majestät liest im Voltaire, Der And're im Brevier. Da hat sich ein Sturm erhoben Von furchtbarster Heftigkeit; Die Seeleute rennen und fluchen, Der rettende Hafen ist weit. Nun steigt herab zur Kajüte Der braune Schiffscapitein; Kein Roth mehr färbt seine Lippen, Im Auge unheimlicher Schein: „Sire, trügen die Zeichen nicht, wandeln „Wir bald in der Seligen Schaar! „„Davor“ — ruft zitternd der Priester, „„Der Herr uns in Gnaden bewahr'!“ 15 . III. Ein Ehepaar hatte in Frieden gehauft Seit Jahren, in Treue umschlungen; Zohl suchte der Teufel zu stiften Zank, Doch ist es ihm nimmer gelungen. Zuletzt spricht er die Frau Base an, Sie möcht' einmal trüben die Ruhe, Und als Belohnung verheißt er ihr Ein nagelneues Paar Schuhe. Jetzt dauert's nicht lang, da hört man Geschrei Im ehedem glücklichen Hause; Die guten Leutchen zerkratzten sich, Zur Höll' wird die heilige Klause. Der Base wurden die Schuhe gereicht, Doch über den Bach mit der Stange; Zu näherem Rendez=vous mit diesem Weib' War Satanas selber zu bange. 16 — IV. So ist es dem Peter passiret: Das Licht der Vernunft ihm erlosch; Er hüpfte quakend im Felde, Vermeinend, er wäre ein Frosch. Da nie er gekommen zur Messe, Bevor ihn das Schicksal betraf, So wollte darinnen erkennen Der Pfarrer die göttliche Straf'. Mit Petern ging es zu Ende, Da zeigte das Herrlein sich schön; Es gab ihm die letzte Oelung Nebst Aussicht auf Wiedersehn. Der Kranke blickte so sinnend Mit Thränen im sterbenden Aug Noch einmal schien ihn zu küssen Des Geistes göttlicher Hauch. Der Seelsorger hatte geendet: „Me, Domine, salvum fac Doch statt des erwarteten: Amen Spricht Peter ganz andächtig: „„Quak!“ .