■w .!>'■ mmmmmmmmmmmm mm mm »-»^^^^^^■■■■■■IMHHKBWiÄ GEDICHTE V O N ALOIS SCHREIBER. D ü s s e 1 d o v P, b e i J. H. 0. Schrei n e r, I 80 I. , ^^^ • • ■.- H-h. /V'./W ' - ' ■ D E M HERRN' PROFESSOR J A C O B I IN FR EI-BURG AUS ACHTUNG, DANKBARKEIT UND FREUNDSCHAFT OEWIDMET. prm> »yiwtf®^®«»^ 1 ^ Vorrede. lYAein Vaterland (wenn es einem Teut- Schen erlaubt ist, diesen Namen seinem Geburlslande oder Ländchen zugeben?) mein Vaterland hat bis jetzt in der Dichtkunst wenig hervorgebracht. Am Boden kann die Ursache nicht wohl liegen; denn Wo Trauben und Feigen unter freiem Himmel reifen, wo es Haine und Flüsse, Blumen und Nachligallen giebt, da sollte die Gabe des Gesangs.kein so seltenes Geschenk der Natur seyn, und in (*) TI der Thal haben einige würdige Geschäftsmänner unter uns, die in Stunden der Mufse, blos zu ihrer Erholung biswei-- len dichteten, hinlänglich bewiesen, was sie hätten leisten können, wenn es ihnen um Ausstellung vor dem Publikum zu thun gewesen wäre. Im Ganzen sind \\ ir freilich in der Sprache etwas zurück, und haben zu wenig Bekanntschaft mit den grofsen, unerreichten Mustern des Alterlhums —■ zwei Ursachen, aus denen allein schon die angegebene Erscheinung sich erklären liefs. 'Was ich hier liefere * ist auch nicht viel i aber es würde noch ungleich weniger seyn, wenn ich gröfsere Ansprüche machte. Frühe umhergeschleudert auflabyrinthisclien Bahnen^ hatte ich mehr W"^ VII mit meinem Schicksale, als mit meinem Genius zu ringen, und in solchen Kämpfen trägt man zwar mitunter eine Verrenkung, aber selten irgend einen Segen davon. Dieses Geständnifs soll übrigens die Kritik keineswegs bestechen; einem jedweden geschehe sein Recht, und keiner gelte mehrj als in ihm und an ihm ist. Mehrere der hier gesammelten Gedichte standen schon einzeln in Zeitschriften und Taschenbüchern, wo einige derselben eine freundliche Aufnahme fanden, und mir das Wohlwollen guter Menschen erwarben. Bei verschiedenen habe ich spaler die schriftliche Kritik eines in jeder Rücksicht verehrungswürdigen Mannes — des Herrn Prof. Jaco- CO » s -, I VIII bi in Freiburg benutzt, habe manches Verworfen , manches umgeändert, und einiges wohl auch verbessert. Unter den kleinem Poesien tragen verschiedene das Gepräge ihres französischen Ursprungs an sich. Es war eine Zeit, wo man in Teutschland mit Achselzucken auf die Sänger unserer Nachbarn herabsah j ich meines Theils gestehe bescheiden und dankbar, dafs ich ihnen manche angenehme Stunde und einen wohlthätigen Einflufs auf die Bildung meines Geschmacks verdanke, Baaclenj am 20. October 1800. Aloys Schreiber, ' I N H A L T. Erstes Buch. • ----- Weihe. S. 5 An die Wahrheit, 7 An Lyda, 10 Liebe, ii Jupiter und Amor. Nach le Brün, ti Skolie. i5 Zu ihr! Zu ihr ! 16 1 Aufruf. iß I Auf den Ruinen von Eberstein. S. Wiegenlied für meinen Guido, Frühlingsempfindungen einer Nonne. Empfindungen eines Karihäusers. An einen Freund, Das zufriedene Mädchen. Die Quelle von Vauclüse. Bundeslied. Der Garten. Die schwarzen und die blauen Augen. Nach le Brün, Das Glück des Weisen, Allegorie. Nach dem Franz, Der Hausvater an die Gaste. Nach d. Fr. An die Liebe, Nach Endreimen. Liebeswahusinn. Die Rache, Fischerlied. . Lied. Lebensweisheit. 21 24 27 29 33 36 38 40 42 44 46 47 49 5i 53 54 5? 5 9 62 An meinen Grofsvaterstuhl. Die Siedelei. . Nach Sarbievius. Grufs an die Heimath. Lebenswerth. Im Friihlinge 1800. An das Land. Der Mensch. An den Rhein. Warnung. Frauenlob. Lied. An die Natur. Mein Landleben. Ein beatus ille. Nach Leonard. S. 65 G5 66 68 9» 75 ?5 77 82 83 89 Ö». 95 97 108 Zweites Buch. Sehnsucht. Mäclchenlehren. *»9 l£2 Xtl Die Schreibfeder. $. 124 Die Quelle. 3 £7 An meine Tobackspfeife, 12g Der Geist der Liebe. i'3ß An gewisse Dichter. i55 Beim Besuch einer Klosterzelle. 1S6 Gram der Liebe. i58 An einen Reichen. Nach dem Latein. 142 An einen Freund in Frankreich. 144 An Lyda. , 49 An die Dunkelheit, i5o An einen Freund, • 154 Burg Windegg. ^8 An einem Festtage, 160 Ballade, 162 Det Strom der Vergessenheit, i65 Stanzen. 168 Stumme Liebe, 169 An die Heimath, 17° Das neue Jahrhundert. Nach Endreimen, 175 XHT Das scheidende Jahrhundert. S Meine Lieblingsstellen. An die Nymphen. Mädchen und Mädchen, Gegenstück. An eine Biene An den Kongrefs zu Rastadt. Ah man den Frieden für gewifs hielt. Lied eines Einsiedlers, Grablied. An den Mond. Auf ein Gemähide. An das häusliche Glück, Auf einem Spaziergange. Ballade. Wiegenlied einer Unglücklichen. Allwinens Klage An Hrn. Prof. Kappler. Lied. Antwort auf einen Neujahrswunsch. 176 iß! $5 iff> 1 187 11 189 »Q 1 1 i 9 5 1 i99 so* l so3 206 l 207 ßlO 1 317 ffi. 219 H 221 Wi kl sa3 11 22S mk 1 XIV An Sie. 3. 227 Lied. 229 An Sie. 232 An ein nicht schönes Mädchen. 234 Klage. 236 Das Mädchen an der Quelle. 237 Mein Stübchen. 23 9 Heiligenbilder. 245 Sappho. 260 Anakreon. 263 Die Unsterblichkeit, 265 Drittes Buch. Sinngedichte. Denkspruch. Was ist die Liebe ? 287 288 '• XV Melamp. An Strephon. An einen Künstler. An Lyda. Die glückliche Familie. Eine Hand wäscht die andre. Crebillon und sein Freund. Der Unterschied. Der unglückliche Liebhaber. AuF einen Schauspieler. Grabschrift der 5oo Spartaner« Fragment. Der schlafende Amor. Der sterbende Bildner. Nach dem Fr. Grabschrift eines Mops. An Arist. Grabschrift. Aehnlichkeit. An Trulla. Der treue Hund. S. 288 1 a8 9 S89 1 290 f 29« 59» 293 1 29S ¥' 294 2g5 295 H 296 Et 298 Jv 299 I 3oo 5oo Soi ■ 3oi 3o2 m h 3o2 jKltis} Mä XVI .. .. An einen Künstler. Auf einen Grofsen. Die Exegeten. Dorilis. Denkspruch. Die Ausflucht. Grabschrift eines Zechers. An einen Freund. Grabschrift Friedrichs II. Cato. Derselbe. , An einen Freund. Nach Vida. An die Blumen. Die alten Bataver. Nach St. Lambert. Gelehrten Streit. Naivetat. Amor und sein Führer. Die Alter der Liebe. Andenken. ooa OO/J. 3o5 3o5 3o6 Sc-7 3o8 3o8 3o 9 009 3io 3n 3l2 5l2 rr rr 3l4 3i5 5x6 S18 ~o -m , ;;:^ Z XVII I Pfeffel, S. 318 Bav. 3ig Letzter Wille eines Zechers. 3ig Lessing. 5qo Semler. , 5ai Der Apfel des Paris* 5ai Dichterloos. 522 Auf Manchen. 523 Grabschrift eines Prälaten, 324 Thränen. 524 Erzählung. Nach dem Franz, o25 Epictet. Aus dem Griech, 026 Auf zwo Schwestern. 626 An Chloen. 327 E>ie Erscheinung. 827 Amor und der Winzer. • 028 Weihnachtsgeschenke für Leyermann. 029 XVIII Fabeln. Die beiden Schatten. S. 33 7 Die Mutter. 34t Die Menschenopferer. 342 Die Moral. . 343 Diogen. 545 Die Musenquelle. 346 Der Dichter und sein Held. 348 Amor und die Biene. % Prometheus» , 35i Der Wolf und der Igel. 353 Der Schmetterling und die Biene. 355 Der Bär. 356 Der Denkspruch. 358 Die Keule des Herkules. 35 9 Muih des Freien. 060 Der Klausner. 362 .«<ÜL . XIX Der Kongrefs. Die Flute und das Holz. Der Hänfling und die Schnecke. Der junge Held. Silens Esel. Der Wolf und die Gans. Die Schatten. Der Habe. Diogenes und sein Nachahmer. Nutria. Der Adler und der Schwan. . Das Opfer. König Löwe. Natur und Kunst. Das heilige Feuer, Faust. Das Mädchen und die Rose, Der Alte Und sein Esel. Ze 'is und der Künstler. Der neue Prometheus. S. 564 S67 568 36 9 S70 S71 5 7 3 3 7 6 3 77 S79 383 .335 38 7 38 9 3 9 x S94 S97 599 400 401 XX Der Heldenweg. Newton. Die Priesterin, Die Bildsäule. Der practische Philosoph. Die Zwiebelsuppe. S. 40S 4o5 407 409 4« 4i3 ERSTES BUCH. (0 l J \ I 1 I ( .[ ^^^^^^^^^I^^^^^^mt^m Weil ie. -L'ie Muse sang bei meiner Wiege nicht; . Ihr Name war dem.Dörfchen unbekannt, Wo mir der erste Morgen dämmerte. Doch eine Nachtigall begrüfste mich, Als ich am Busen meiner Mutter lag: ic h Wandte horchend von der Brust mich ab, Und lächelte der Zaubermelodie. Im Wa ldgeflüster, in des Felsenbach« (1)2 4 Gemurmel, in dem Welin der Abendluft Vernahm ich Deine Stimme, o Natur, Und öfnete ihr willig Ohr und Herz. Ich sah, wie Du das Veilchen mit dem Thau Des Himmels tränktest, und sein" Bett dem Wurm Im Moos des Baumes zubereitetest, Und wie Du Deine Kinder, grofs und klein, Als Mutter liebst, und liebte sie, wie Du! Das Lied des Landmanns, welcher sein Gespann Vom Felde heim trieb , und des Hirten Hörn Erweckten meines Busens Melodie; Ich sang, doch ohne Kunst, dem Hänfling gleich : Er liebt, und seine Liebe wird Gesang. Natur, wie dank ich Dir der Kindheit Glück» Und diesen reinen , unverfälschten Sinn Für alles, was die Erde Schönes hat, Für alles , Was das Leben schätzbar und Den -Menschen göttlich macht in seiner Kraft! Du gabst ein Lächeln für die Freude mir, Du gabst mir Thränen für des Bruders Schmerz, Und lehrtest hoffen , lieben , dulden mich. Pafs ich , vom Wahn der Thorheit unbestrickt, Zufrieden bin bei selbstgepllanztem Kohl, Und wenn das Schicksal, das mit weiser Hand Des Lebens Güter , doch nicht gleich, vertheilt, Ein Feld , ein Buch . und einen Freund mir gieht, Kein Wunsch sich mehr in meinem Innern re gt» Es wäre denn ein Wunsch für fremdes Glück; Dies dank ich Dir , und Dir allein , Natur ! Dir dank ich's , dafs das schöne Morgenroth, Der Freudenruf des Tanzes, der Gesang Des Dichters mehr mir ist, als goldner Wein, Und als des Ruhmes buntes Luftgebild, Und dufs ich's fühlen kann, wenn sich ein Mensch 6 Werth seiner himmlischen Verwandtschaft zeigt; Wenn Winkelried in seine Felsenbrust Sich zwanzig Lanzen gräbt, wenn Luthers Hand Dem Adler Hildebrands den Blitz entreifst , Wenn Beaurepair dem liümertod sich weiht. : O war' es mir vergönnt, der Menschheit auch So meine Schuld zu zahlen; gerne gab Ich für ein Blatt aus jener Helden Kranz Den Lorbeer von Kronions Töchtern hin. ■ ■ . , I •. Ali die Wahrheit. TT nstei bliche , für die den Todesbecher Der Weiseste von Hellas Weisen trank , Um welche ihr und unsrer,Freiheit Fücher, Der edle Gustav auf dem Schlachtfeld §ank! Dich sing' ich dankbar , die Du , mich zu retten., Einst an der Hand der Muse zu mir kamst, Und weihe Dir, die langgetragnen K,etten Des Wahnes, die Du mir vom Arme nahmst, ■ '■ , Du lehrst uns einem Paradies entsagen., t>»d.unsre Wege über Dornen gelm; " ir dürfen nur das eigne Herz befragen, Uro. Deine Güttersprüche zu versteh«. 8 * Wer einmal Deinem schönen Dienst geschworen, Den macht kein Gold, kein Kerker von Dir los, Er neidet nicht das Marmorhans der Thoren, Und ist in einer Hütte frei und grofs. Die falschen Götzen stürzt er vom Altare, Und stellt verkannte Tugend darauf hin; Der Heuchler im entheiligten Talare, Und der Despot im Purpur fürchten ihn. Nur seinen Arm kann man in Fesseln schlagen, Er selber bleibt im Burgverliefse frei, Und furchtlos wird er auf dem Holzstofs sagen, DafsMenschenwerthkein Hirngespinnste sey. Dir, Himmlische, bleib ich fortan ergeben, Und wenn mich auch des Pfades Mühe schreckt, So wird ein Blick von Dir mich neu beleben, Was furcht" ich, wenn Dein starker Arm mich deckt ? ■Dein Zögling warf, als Menschen ihn vermieden , Sich ruhig in die Arme der Natur, Und suchte» vom Getümmel abgeschieden, Im Haine Moos , und Blumen auf der Flur: Und als der Wahn ihn auch von da verjagte, Und nirgend mehr er einen Schutzort fand , Da. sah er zu dem Himmel auf und sagte: Getrost, mir bleibt ja noch ein Vaterland! ■ IO Au Lyda, — V V enn Dich Bilder der Phantasie Uingaukeln, Lafs sie gaukeln, und freu Dich ihres Schimmers, Aber strecke die Hand nicht aus, o Lyda , Sie zu betasten ! Einen Schmetterling fand ich unter Blumen; Gold mit Purpur besäumt war sein Gefieder; Hastig fal'st' ich ihn , aber ach! verwischt war Purpur und Gold nun! ' II Liebe. E is ist den Himmel mit Nacht umzogen , Doch wandelt die Liehe ihre Bahn , Es hrüllen des Meeres empörte Wogen , Doch Liebe vertraut dem schwachen Kahn. Es harrt das Mädchen am Felsgestade, Wo schwach die Leuchte des Thurmes glimmt, Und lauschet, oh sie vom Wellenpfade Die Schläge des lluders nicht vernimmt. Umsonst! sie hört nur des Meeres Toben; Nun wird es in ihrer Seel' auch Nacht! " Madchen , es wohnt ja auch dort oben Ein Gott, der über die Liebe wacht. 12 Schon ist der Jüngling ans Land gesprungen , Schon fliegt er in der Geliebten Arm; Sie hält ihn mit süfser Lust umschlungen, Und küfst ihm die kalten Lippen warm. Es sey der Himmel mit Flor umhangen , Es tobe noch zürnender der Belt! Sie halten sich fester nur umfangen , ' Und aufser ihnen ist keine Welt. Die Liebe bettet am nackten Strande Den Liebenden wie auf weichem Flaum,. Es drücken sie nicht des Lebens Bande, ' Für sie ist das Leben ein schöner Traum, Mag ihnen das Schicksal alles rauben , Sie lassen von der Liebe nicht ab, Und blicken mit Lächeln, in dem Glauben Sich wiederzufinden , in ihr Grab. ts Wenn ihnen nur eine VViisLe bliebe, Sie hätten ein Paradies auch dort, Und ihnen wäre ohne die Liebe Der Himmel nur ein Verbannungsort. M Jupiter und Amov. I Jupiter. Xla Bösewicht, du wagest es, auf mich, Pen Göttervater, dein Geschofs zu richten? Sieh, diese Blitze würden dich, Du Thörichter, im Augenblick zernichten. Amor. Mich schreckst Du nicht, o Donnerer, ich kann Mit einem Zauberwort den Arm Dir lähmen. Sieh , Leda lächelt — werde Schwan , Und lerne Dich vor einem Kinde schämen! Skolie. «5 F„ ieunde stimmt in meine Lieder, Knabe, Wein und Blumen her! Zyvar der Frühling kehret wieder, Doch vielleicht für uns nicht mehr. Auf des Rheines Schieferhügeln Pflanzten Gotter diesen Wein — Trinket! mit der Jugend Flügeln Holt man nur das Alter ein. i6 Zu ihr, zu ihr! Jlaxx ihr, zu ihr, die ich mir auserkohren, In die geweihte Rosenlaube hin! Zu ihr, mir ist der Augenblick verlohven, Da ich von ihr entfernet bin. ,,Ha sieh, es lagert hinter jenen Hügeln Ein Hochgewitter furchtbar drohend sieb. f< Zu ihr, zu ihr, es deckt mit ihren Flügeln Die Liebe schützend sie und mich. ,, Siehst du den Regen an das Fenster schlagen ? Horst du im Wald den heulenden Orkan ? " Zu ihr, zu ihr, die Liebe kennt kein Zagen* Nur Sonnenschein ist ibra Bahn. *7 »»Der Flufs empört sich, seine Wellen schäumen, Und reifsen zürnend Hoff und Mann hinab. " Si e warten mein! die Liebe kennt kein Säumen , Für sie giebt's weder Tod noch Grab. », Sieh, wie der Blitz die Eichen dort zersplittert ! So furchtbar kämpften Erd' und Himmel nie." Zu ihr, zu ihr! und wenn der Erdball zittert, Ich hör' und sehe nichts als sie. (3) i8 Aufruf. jfVuf , Jüngling! nimm das Schwerdt zu» Hand , Und eile in die Vorderreihen , Dich'., mufs es seyir, dem Tod zu weihen, Dem schönen Tod fürs Vaterland, Hörst du der Feinde wilden Hohn? Siehst du in ihrer Hand die Ketten? Nur Mulla und Eintracht kann uns retten; Es tönt des^ Schicksals Wage schon. Verachtung dein, der feige hebt, Den nicht sein Herz zu Thaten fodert, Wenn alles rings in Flammen lodert, Und Sklaverei ihr Hanpt erhebt. W«n«RMt »9 .Das Sterben können macht den Mann! Der Sklave klebt an seinem Leben, Allein, was kann es ihm noch geben , Wenn er sich selbst nicht achten kann ? Ha , Jüngling j wenn umsonst nach dir Das Vaterland die Arme streckte, Wenn dich der Huf der Ehre schreckte, Wo nähmest du Ersatz dafür? Du könntest niemahl deinen Blick Zu einem edlen Weib erheben t Du liefsest, scheidend aus dem Leben, ■Die kleinste Lücke nicht zurück* Aufj Jüngling, auf, das Schwer dt Tat Hand ! Horst du den Schlachtgesang erschallen«? Hörst du den fernen Donner hallen? Auf t auf, es gilt das Vaterland ! (2)* 20 Sey unsrer braven Väter wenn.! Sie schweben um die tapfern Reihen Zum grolsen Kampfe sie zu weihen — Weh! wer nicht sie und sich izt ehrt! Sieh nicht der Feinde Menge an. Und ständen sie wie Sand am Meere, 13er Tapfre macht durch ihre Speere Mit seiner Brust den Brüdern Bahn: Und geht ihr Weg -dann über ihn — Er wird mit keinem Seufzer klagen , Und mit dem letzten Hauch noch fragen: O sagt mir, ob die Feinde fliehn? ■2'1 Auf den Ruinen, von EbiTsiciu. T V a » ich fühlfi hier dein Wehen, Heilige Vergangenheit ! L'm mich schweben ungesehen Geister aus der Ilcldcnzeii.. Nicht zu trauern, weil zerfallen Ihre stolzen Vesten sind , Und nur durch die iklen Hallen Saust ein rauher Abendwind : "'eil des Starken Eigenwille Nicht wie Himmelswort mehr gilt, Und. um eines Thoren Grille Nicht vrjn. Blut der Bach mehr schwillt; 22 Sanftre Zeiten sind erschienen, Menschheit kennt ein schönres Ziel, Seit in trauernde Ruinen Dieses Felsennest zerfiel, KraFt hat ihren Werth verlohren, Wenn nicht Weisheit für sie bürgt; Nicht mehr nennt man Held den 'f hören, Der um Lorbeern Menschen würgt. Menschenwürde hochzuachten Gilt nicht mehr für leeren Wahn, Und sich selbst als Zweck betrachten Darf izt auch der schwächste Mann. Mehr, als wer ein Land verheerte , Thut nun, wer sein Gärtchen baut, Und , was die Natur ihm lehrte , Dem, ders fassen kann, vertraut. ■ 1 anfu ' e Zeiten sind gekommen , Geister aus der Heldenzeit! Jener Flug, den ihr genommen, War zerstörend weit und breit. i»3 w 'e ein Fels von Bergen rollend — Graus bezeichnet seine Bahn — So erscheint ihr , wild und grollend Und mit Schrecken angethan. Menschenkraft kann nicht vergehen ! In Gefahren stehn auch wir, Und dem Tod ins Auge sehen Können wir so gut als ihr. Starke wart ihr, und trugt Ketten ! Seht, des Wahnes Tyrannei ist das Haupt durch uns zertreten — Sklaven wart ihr — wir sind frei. _ H Wiegenlied f ü r meinen Guido. v3chlummre, lieber, holder Knabe, An der Brust der Mutter ein! O des Himmels beste Gabe, Ruh und Unschuld, sind noch dein. Schlummre , wachse und gedeihe ! Dich erwarten Freud und Schmerz. Gütige Natur verleihe Ihm zu beiden Muth und Herz. Izt noch lächelst du ins Leben Mit der Unschuld heiterm Blick Lächle ! diese Tage geben Uns die Götter nie zurück. •& Weine schönen Träume rauben Menschen — Freundschaft im Gesicht; Poch verliere drum den Glauben An die Menschheit selbe« nicht. 0 du wirst im wilden Treiben Ganze Völker elend sehn , Aber Menschenwerth mufs bleiben, Oder das Geschlecht vergehn. Führst du einstens eine Barke, Oder baust ein Gärtchen an, «ei der Feder oder Harke Sey und bleib ein Biedermann. '-afs die Jagd nach Glück dem Thoren , Der es immer doch verfehlt! " Wir sind zum Kampf gebohren , Nicht für eine Dichtenveit. ü6 Was die Erde giebt hienieden Ist dem Wechsel unterthan, Nur der Unschuld süfsen Frieden Stört kein tobender Orkan, In der lezten Abschiedsstunde Macht er noch die Seele froh , Lächelt auf des Dulders Munde , Wenn das Leben schon entfloh, 2 7 Frühlingsempfindungen einer Nonne auf dem Klosterkirchhofe. W fcs ie mächtig, Hauch des Frühlings , Wehst du hier! Willst du die Todten dieser Gräber wecken? singt und summt und schwirrt und jubelt dir Im Hain, am Bach und aus den Blütenhecken. Was ist's, das sich in meiner Seele regt? Mir unbekannte, freundliche Gestalten! a 3 ist es, das zu Thränen mich bewegt, Und wie zum Beten heilst die Hände falten ? W Cn strecke träumend meine Hände aus, Und möchte jeden Stein um mich beleben; r Schläfer hier, im engen dunkeln Haus, Sind's eure Geister, die mich izt umschweben ? 1 28 Hob euer Busen auch so stürmisch sich ? War euer Blick so trüb beim Lenzbeginnen? Dich , Veilchen , drück ich liebevoll an mich, Und trinke deinen Duft mit allen Sinnen. Du gabst so gern aus deiner Fülle mir, Und duftest süfs bis tief in meine Seele! Der Hänfling zwitschert — ach es hallt in mir Eii^Lied, doch das singt keines Hänflings Kehle. Was will ich denn'? Kann, was mein Heiz begehrt, Die Erde mir, kann es der Himmel geben? Wie? oder bin ich's nicht zu finden werth ? Soll ewig mich ein Luftgebild umschweben? ----OSO>----- -9 Empfindungen eines K a r t h ä u s e r s, Ui dessen Zelle ein Frauenzimmer auf einige Augenblicke gekommen war. Fr -*--Lier stand sie, hier, die himmlische Gestair, Hier sog ich Gram und Lust aus ihrem Blicke! '^clion war mein Herz vom Hauch des Grabes kalt, l'U" Lächeln rief ins Leben mich zunicke. 16 kam i\nd raubte meine Ruh' und gieng; ■ich starrt' ihr nach mit ausgestrecktem Anne: 0c k nur ein Traumbild wars, was ich umfing, lc « blieb allein — allein mit meinem Harme. ■y 50 Die Stille, die in diesen Mauern wohnt, Besänftigt nicht den Sturm in meinem Herzen Und neben ihm dort an dem Kreuze thront Der kleine Gott der Liebe und der Schmerzen.; Es herrscht umsonst ein ödes Schweigen hier, Nur von dem Spruch des Todes unterbrochen; Ach, Amor spielt mit Geissei und Brevier, Und windet Rosen selbst um Todtenknochen. Mich ruft der Brüder dumpfer Bufsgesang; Doch ach! ihr Bild wird mir auch dort erscheinen! Ich wandle durch den dunkeln Klostergang; Wo nur die Steine , nie die Menschen weine«' Dort schleichen sie, gleich bleichen Scha^ ten, hin , Die einsamen Bewohner dieser Mauern, > wmmmmmmm -U'e Büfser, die mit frommem Sklavensinn Ihr Leben still und ungenützt vertrauern! u es Grabes Ruhe wohnt in jeder Brust, Und kaum nur scheinen sie sich zu bewegen ; ° G h salin sie Sie, wie würde schnell die Lust ^u neuem Leben sich in ihnen regen! «*■ Hochbeglückten, denen Niemand wehrt Um Sie zu seyn, Sie unverwandt zu sehen* Und wenn ihr euch in Liebe auch verzehrt * Wer wünschte nicht an euerm Platz zu stehen ? /er günnte mir das Schicksal dieses Glück , N ur einen Tag, nur flüchtige Minuten, Jeri1 tränk ich mir den Tod aus ihrem Blick, ern flog ich zu ihr Über Eis und Gl inen. *)och i • mer bin ich allein mit meinem Gram, c "ahrt von tiefer* schauerlicher Stille! I Hier, wo der Mensch dem Menschen alles nahm, Hier hört mich nur um Mitternacht die Grille, i Das eiserne Gesetz des Wahnes schlofs Das Mitleid aus aus diesen bangen Mauern! Hier, wo noch nie der Liebe Thräne flofs , Hier darf auch nicht einmal die Freundschaft trauern. ■ na vmm ■■■>'-■- nqmmpmiH| 33 An einen Freund. F„ eund , um glücklich zu seyn, fordre nicht allzuviel i Von den Menschen und noch weniger vom Glück; »Fleh vom Himmel Gesundheit, Und das übrige gieb dir selbst. Flieh die Schatten des Hofs, fliehe den Lärm der Stadt 1 genüge das Haus, wo du gebohren Warst, Dir das Erbe der Vater Nicht von Sünden und Fluch beschwert. Oi r 5 u ' ie schmecket nur dem, welcher* nicht immer ruht. e *c« ein schönes Gefühl, <üch zu gehören , und (3) 54 In den Blüthen des Frühlings Schon den Segen des Herbsts zu sehn? Zu dem ländlichen Mahl zollet dein Garten dir, Und der schattige Forst und der Forellenbach; Von den Bäumen des Gartens Singt dir Hänfling und Nachtigall. Aus den Töchtern des Lands wählst du die Edelste Zur Gehülfin , die dann deiner mit Liebe pflegt, Und die Stunden der Arbeit Und die Stunden der Mufse kürzt. Bald umschlinget euch noch fester ein neues Band; Welche Seeliglceit, wenn von der Geliebten Arm Ein holdlächelnder Knabe Dir die Händchen entgegen streckt! ^mmmm Schönes häusliches Glück, weiches der Him mel nur deinen Lieblingen schenkt! wer dich entbehren mufs, Der entbehret das Eine, Was das Leben zum Leben macht. (3)2 56 Das zufriedene Mädchen. V V em da las Glück nicht viel gegeben, Dem ersetzt es die Natur; Sieh , wie auf der kleinsten Flur JRienen unter Blumen schweben ! Hör ichs nicht im Haine summen ? Seh ich nicht den Aberidglanz ? Giebt nicht auch zum Frühlingskranz Mir der Hügel seine Blumen ? Athm' ich nicht auch neues Leben, Wenn der junge Lenz sich naht ? Macht nicht eine schöne That Höher meint» Brust sich heben? ■ ta ls * das Schöne und das (Jute Nl cht auch schön und gut für mich? G °tter, o erhaltet mich [ mmer nur bei frohem Muthe. - :■■■■'£ f: *8 Die Quelle von Vauclüse. vJ Silberquell, um dessen stillen Rand Der Lenz die schönsten seiner Blumen reihte ! Bemooste Bäume und du Felsenwand , Die einst Petrak durch seine Liebe weihte! O könnt' ich hier, im Schoofse der Natur, Mein Leben still und unbekannt verleben ! Was ich bedarF — es ist ja wenig nur — Das würben mir zwei HuFen Landes geben. Dem Wiederhall, der noch den Namen kennt, Den er so oFt in süFsen Liedern hörte , Dem nennt ich sie, die mein Gesang nicht nennt, Die schuldlos meiner Tage Frieden störte. 39 *n dieser unbesuchten Siedele! Könnt ich doch unbelauscht von Menschen klagen; Hier ward ich ihr, wie theuer sie mir sey, Zum mindesten in meinen Träumen sagen. Hier opfert ich am grauen Felsaltar Des Sängers Manen Blumen feucht von Zähren. Ach sie ist streng, wie seine Laura war, Und ewig wird auch meine Liebe währen! /jo Bundeslied. V V ülkommen uns , wer frohen JMuth Mit Biedersinn vereint, Und immer recht und redlich thut, Und das ist, was er scheint! Wir grüfsen ihn mit Bruderkufs, Denn er ist unser Mann, Und wandelt sonder Ueberdrufs Mit uns des Lebens Bahn. Der weisen Freude weihen wir Den kurzen Pilgergang, Und bringen manches OpFer ihr Bei Lachen , Scherz und Sang; Ihr leeren wir oft den Pokal, Den Rheingaus Traube füllt, T- . ^ lla " weihen wir das kleine Mahl, ^o sie sicli uns enthüllt. Kl ' tt,lei n ist der Kreis der Brüder nur, Doch ewig ist sein Band; «1 Wüsten und auf grüner Flur Schliefst fest sich ihre Hand , Un " zieht nur leise sich zurück , Wenn wo ein Armer klagt, Und trocknet seinen trüben Illick , Und zeigt ihm, wo es tagt. 4' So wandeln wir mit gleichem Schritt Dem dunkeln Ziele zu, Und ruft Freund Hain aus unsrer Mitt' Auch einen früh zur Buh: **"* blicken seinen Hügelan, Und schwören froh und weis ^ u wandeln stets , und schliefen dann Noch enger unsern Kreis. 42 Der Garten. Xst dies vielleicht der Garten, wo Grosvater Adam hauste, Und bei der Vögel Waldkonzert An ofner Tafel schmauste? O welche Lust, wo die Natur Den Tisch uns selber decket, Wo alles unsre Wünsche stillt, Und alles sie erwecket! Auch Aepfel giebts hier , schön genug , Selbst Götter zu entflammen, Und uns , der Erde Kinder, sammt Und sonders zu verdammen. v ^, ').:> •Bei Adam fand sich nur ein Weib , Und obendrein die Seine; "ier ist um mich ein ganzer Schwärm, Und keine ist die Meine. *- r hatte Wasser nur zum Trank, Uns winkt der Saft der Reben i Wir singen und betrinken uns, Ha, welch ein Wonneleben! Nach einem solchen Göttermahl, Wen plagten da noch Grillen? Und wer verdammt den Armen noch , Um eines Apfels willen? ■ii Die schwarzen und die blauen Augen. J Jie schwarzen und die blauen Augen stritten Sich lange um den Vorzug schon : Und endlich hil'st Cytherens Sohn Zum Richter sich in diesem Zwist erbitten. Er sitzt voll Ernstes auf dem Thron , Um den die Scherze und die Küsse stehen; Die Götter im Olympus sehen Neugierig auf den grofsen Streit; Kronion selbst vergifst den Becher, Den Ganymed ihm eben beut; Zwei Amoretten treten auf als Sprecher, Von ihren Lippen strömt Beredsamkeit, Und Amor schlichtet endlich so den Streit: ,,Die schwarzen Augen sprühen Feuerfunken» 45 ^ e blauen ziehn bescheiden an; *-.Jn Blick von jenen macht die Seele trunken, *- lr » Blick von diesen wiegt in süfsen Wahn. le schwarzen Augen glänzen heller, 111 blauen Auge schwimmt Melancholie; Jl e schwarzen siegen und erobern schneller, ^•och schneller auch und öfter wechseln sie. J ä3 schwarze Auge schreckt den kalten Spötter, a s blaue scheucht den frechen Muth zurück, as schwarze Aug' erhebt zum Sitz der Götter, Das blaue giebt der Liebe stilles Glück." #s Das Glück des Weisen. Jöeglückt, Wer in Verborgenheit Mit einem Freund und einem Buche lebet» Und sich den holden Musen weiht, Und nicht nach leerem Schatten strebet! Verfolgt ihn auch der Unbestand Fortunens hier, er wird sich wenig härme»; Und steckt sie ihm sein Dach in Brand , Sich ruhig an der Flamme wärmen. 47 All egorie. E J n alter Fischer hatte einen Kahn, °mit er sich sein Brort gewann; eu lieis er sterbend seinen Erben .' 0c h die , von einem 9toIzern Sinn , er schmähten dürftigen Gewinn , ^"d suchten Glanz und Reichthum zu erwerben, •^d'nählig ward der kleine Kahn u m MarktschifF erst, dann zur Schebecke ; ßalcl Und Al 8 Und A *s Kri strahlte Waffenglanz von dem Verdecke, seine Masten strebten himmelan — egesschiff stolzirte izt der Nachen, seine Führer wufsten schlau 1) es H Wer unrnels Blitze nachzumachen; widersprach , den knebelte ein Tau i bri et man ihn sogar — zu Gottes Ehre. 4 8 So trieb das Schiff durch alle Meere, Nahm fremde Länder in Besitz, Und bot sie andern an zum Kaufe, Und man befreite von dem Rächerblitz Sich nur durch Lösegeld und Taufe. Doch, wie ein alter Weiser spricht, Es geht der Krug zum Brunnen , bis erbricht' So gieng es auch dem stolzen Schiffe; Izt hangt es, von der Zeiten Zahn Durchlöchert, am Korallenriffe, Verschwunden ist der blinde Wahn: Des Fischers Enkel müssen sich bequemen , Und wieder zu dem kleinen Kahn Des Vaters ihre Zuflucht nehmen. 49 Der Hausvater an die Gäste* W a as ich liebe , find ich hier: Wackre Freunde seyd willkommen! '> die Plätze zwischen mir Und der Frau vom Haus genommen. Schont der vollen Flaschen nicht, Lafst uns froh im Kreise schweben! ■*hes, nur die Wirthin nicht, Sey euch heute preisgegeben* i"" \v * r m und Freude paare sich, Lafset Stuhl und Tisch sich drehen, er fet alles um , auch mich , N Ur die Wirthin lalst mir stehen. (4) jO Meldet sich der Schlaf — '■ man kann Höflichkeit nicht weiter treiben — Nehmt mein Bett, nur werd ich dann Wach mit meinem Weibchen bleiben. 5 1 An die Liebe. Nach vorgeschriebenen Endreimen. ^■f du, die aus Pandorens Schachtel Mit Schwindel, Gicht und Zwietracht Äß»i, ■^ich sollt ich singen, die ein Achtel Von meinem bischen Leben schon mir nahm ? Se y , s, dals der grofse Sankt Kristoffel Sogar vor dir die Seegel streicht, ,a selbst der Mann, der den Pantoffel "ich küssen liifst, manchmahl vor dir erbleiclit. B el mir wird Amor fruchtlos klopfen, n< * schlüpft er auch durchs Schlüsselloch , r anket sich um mich wie Hopfen, 'ich beugt er nicht in sein allmächtig Joch. (4) a ; ä 53 Wer aus dem Sturme sich gerettet, Der flieht von weitem den Orkan , Und beim Syrenenliede kettet Der Weise sich fest an den Mastbaum an. Ich bleibe bei Minervens Eule, Wenn Herkules am Rocken sitzt, Inders aus seiner Eichen -Keule . Gott Cypripor sich lachend Pfeile .schnitzt. O gegen dieses Knaben Bolzen Schützt eine Holzaxt uns fürbafs , Und öfter birgt man vor dem Stolzen Am besten sich vor einem vollen Fafs, So esa ich ruhig meine Schoten, Die mir kein Liebesgram versalzt i Und schiefse , Amors Macht zu spotten , Den Auerhahn , indem er eben balzt d ■■■ 53 Liebeswahnsinn. In meinem Busen nähr' ich eine Schlange, •Die Tag und Nacht (mir lluh und Schlummer raubt! Ach ■> einen Andern liebt sie schon seit lange, Und ich l — ich habe sie so treu geglaubt! i Und dennoch dräng ich mich zu ihr und sauge Stets neue Lieb und Quaal aus ihrem Blick! zt glänzt mich Hofnung an aus ihrem Auge , «t stufst ein Wort mich tief in Nacht zurück. 0 Welche Thorheit, sich zur Quaal zu lieben! ^id dennoch ist mir selbst mein Kummer werth: Ich Sturze , wie vom bösen Feind getrieben, • lc h in die Flamme, welche mich verzehr!*« 54 Die Rache, D, I 'er Frühling lockt Chlorinden Ins Freie , wo die Baume Beschneit von Blüthen stehen. Sie kömmt an eine Hecke, Wo ein bescheidnes Veilchen Den süfscn Duft verbreitet, Und bückt sich , es zu suchen, Doch fährt sie schnell betroffen Zurück — ein kleiner Knabe , Gelblockigt und geflügelt, Liegt sorglos in dem Grase\ Vom holden Schlaf gefesselt. Chlorinde stuzt nicht lange; Der Schlafer ist am Bogen Und an den Pfeilen kenntlich, VI 5:^ •Die ihm zur Seite liegen. Ha > treffen wir uns endlich , Freund Amor? sagt das Mädcheni lr haben mit einander ^n Hühnchen noch zu pflücken; ^ u sollst mir in der Folge Kein Seelchen mehr verwunden» lc ht einmal einen Sperling. M 11 diesen Worten nimmt sie e n Bogen , und versucht es , ■Die Sehne zu zerreifsen s Der kleine Gott erwacht izt, n ^ hlinzt dem Mädchen schelmisch n seine blauen Augen. er brich den Bogen immer, lr ist er nichts mehr nütze, ln Blick ans deinen Augen n *t sicherer die Herzen, Als zwanzig meiner Pfeile. , 5* So spricht der Schalk; welch Mädchen Wurd' eine solche Rede Nicht ganz und gar besünft'gen? Nimm nur dein Spielzeug wieder, Erwiedert ihm Chlorinde, Sonst weinst du noch, und Thranen Kann ich durchaus njcht sehen. I Fischerlied. 57 M ""-'J-ein Hüttchen ist nur klein, •'-'och scheinen Sonn und Mond hinein. ' Ule Schwalbe nistet gern hei mir, I) e «n kein Gezanke stört sie hier. Ifl ein Gartchen ist nur klein , Doch kehrt auch da der Frühling ein, ^ n d lälst gedeihn , was früh und spät Mein liebes Weibchen pflanzt und sä't, M m Kahn ist leicht und klein, 0c h bringt er Brodt und Butter ein. I.) az u lieb Weibchens froh Gesicht — So Vl el hat mancher Reiche nicht. 58 Mein Glück dünkt euch nur klein ? O lerntet ihr genügsam seyn! Bei Arbeit, Liebe und Gesang Wird uns das Leben nie zu lang. Lied. ^u kurz sind diese Erdentage, u bald verrinnt der Tropfen Zeit ! glücklich , wer ihn unbereut err innen sieht, durch keine Klagt e S Lebens Lenz entweiht. 59 üie Freude beut auf allen Wegen ns ihren frischen Blumenkranz: ' lacht sie uns im Abendglanz A ut der beblümten Flur entgegen, n d i 2t i m l\ e ii ientanz . le si zt mit uns am frohen Mahle, n< * giebt uns doppelten Genufs; lr Lächeln scheucht den Ueberdrufs; "./' 6o Sie schmückt mit Rosen die Pokale , Und würzet Spiel und Kufs. , Auf alle Menschen blickt sie nieder; Oft ist der Hasen ihr Altar, Da kränzet sie der Hirtinn Haar, Und stimmt in Philomelens Lieder, Und girrt im Täubchenpaar. Nur flieht sie glanzende Palläste: Da herrschen Zwang und Ueberdrufs, Da darbt man mitten im Genufs; Die Etikette ruft zum Feste, Die Mode giebt den Kufs. Doch mit uns weilt sie .gern , ihr Brüder J Gerad und frei ist unser Herz; Wir höhnen nicht des Bruders Schmerz : Die Weisheit ehren unsre Lieder, Sie lehrt uns Spiel und Scherz. 6i D ir ■> Freude , weihn wir unser JLeben , •Uich ehret unser Rundgesang, Di lr tünet unser Becherklang, Üod wird die Nacht hernieder schweben, ßi * unser Grabgesang. ■ , Sa Lebensweisheit. Ach ehre Tugend und Genie, Lal's einem jeden seine Weise , Und lebe froh im kleinen Kreise ; Denn Muth und Arbeit darben nie. Ein giites Weib theilt meine Sorgen , Und streut mit Blumen meine Bahn ; Ich suche nie vom Glück zu borgen , Was ich mir selber geben kann. 63 Di An meinen Grosvaterstuhl. ^ v ar ist dein dichtes grünes Kleid verschlissen, e Zeit hat manchen Fleck davon gerissen: °cli d er ist wahrlich keines Freundes werth, er ihn nicht auch im Rock des Bettlers ehrt. Dicli hat kein frecher Gaukler noch entweihet, er uns den sechsten Wundersinn verleihet, nc i die fünf übrigen dagegen raubt, Und selig preist, wer blind ist — aber glaubt. Ei n3 t ruhete in deinem weichen Schoofse, r ieden mit dem ihm beschied'nen Loose, es und an Seel und Leib, ein Biedermann, Ö r Manchen Traum zum Wohl der Menschheit spann. €a Du bist geweiht durch seine lezte Stunde; Ich sah sein Lächeln auf dem blassen Mund*' Er lächelte den Todesboten an ■— O dreimal selig, wer so lächeln kann! In deinem Arm, wo ich oft Grillen fange, Und sein gedenke , wenn ich mehr verlang*' Als ich bedarf, um froh und frei zu seyn, .Hier wiegt tfucu mich des Schlafes Bruder ei* .Dann soll ein teutscher Biedermann dich erbe' 1 ' Der werth igt, In der Seinen Kreis zu sterbe* 1 » Sein Brodt im Schweifs des Angesichts gewinn 1 '? Und nie in-dir auf eine Thorheit sinnt. UM 65 Meine Siedeley. E Wo M ln kleines Haus von Nufsgesträuch umkränzt, durch das Fensterclien das Frülirotli glänzt, mich vom Schlaf das Lied der Lerche weckt; " ln kleiner Tisch, den mir difi Liebe deckt; J • " ln kleines F.dd , das keinen Zehnten giebt; " ltl alter treuer Nachbar, der mich Hebt; n reiner Himmei $ unverdorbnes Blut, zu der Arbeit immer froher Muth — K\ es schöne Glück — Freund, neidest du es mir? 1 chs nur erst j ich theilt' es gern mit dir. (5) <,.g Nach Sarbieviüs. J-Jafs ab mit deinen Klagen , Freund, Verscheuch die schwarzen Sorgen aus deiifS Brust, Und heitre deine Stirne auf. Wenn gleich die Sonne nicht, wie gewöhnlich lacht, So wird es morgen anders seyn. Ob heut der Sturm die ruhige See empört, Und Untergang dem Schiffe dräut; Doch setzt es morgen seinen gehemmten La* Mit sanftgeschwellten Seegeln fort. Zinn Gram gesellen öfter die Scherze sich» Und spotten seines finstern Blicks, Und unterm dunkeln Schleier der Traurigk' 1 Guckt lächelnd oft die Freude vor. D 67' 0 s pielt da.s Schicksal, welches die Menschen nicht * n Rosengärten auferzieht; le selbe Hand, die gestern den Pflug geführt^ Giebt heut Gesetze im Senat, n< * legt das Joch, vom Nacken des Stier» gelöst, ■Den überwundnen Nachbarn auf; ° c h treibt des Glückes Laune den Sieger bald Zurück in seine Dunkelheit: ■fo r spaltet mit dem lorbeerbekränzten Beil I?t Holz, und zündet auf dem Heerd as Feuer an , und wenn es an Reis ihm fehlt, Wirft er die Fasces in die Glut, tl kocht dabei die Schoten, die er gepflanzt, Zufriedener beim kleinen Mahl, 8 Wz vorher bei Trüffeln und Chierwein. (5)S 63 3: Grafs an die Heimath. i Xcl) sehe dich, es ist kein Traum , Dich Thal, wo ich erwacht ins Leben! Die Wiese dort, und hier den Baum, Wu noch der Kindheit Bilder schweben. , . I Ach, traurig schied ich einst von hier, Entsagend jedem Lebensglücke, Es folgte nur die Liebe mir, Allein die Hofnung blieb zunicke. Zwar Blumen fand ich auswärts auch, Und Baume , die von Obst sich bogen, Doch süfser schmeckt die Frucht vom Strauch Den wir uns selber giofs gezogen. % k'chtj geht doch übers Vaterland, ■Das Schicksal selbst herrscht hier gelinde; 111 Haus , wo unsre Wiege stand, Stand auch die Wiege unsrer Kinder. Hier ist's , ..wo Herzen ohne Trug "t Wiegt sich auf den Blumen des Kirchhofs er Schmetterling, es holt sich der Buchfink Von Leichensteinen Moos zum Neste; —• Weckest du , mächtiger Frühlingsodem, lcll t auch auf ihren Kissen von. Staube le ^ngen Schläfer? Tretet hervor ihr, ^ a ts ich an meine Brust euch drücke , Und nicht allein bin mit meiner Freud«! |^^ Im Frühlinge 1800. D M er Frühlingsodem säuselt im Haine, 11 Uim der Hauch verschwisterter Liebe, Und überall ist Lebensfülle, ■ Weben und Summen und neues Daseyn. 74 Komm, meine Minna, clafs ich dich unter Die Blüten führe, dafs sich dein Busen Dem schönen Frühlingsleben öfne! Komm auch, o Wilhelm, mit deiner Schwester ! Und du, mein Emil, der du die Sonne Nitr einmal sahst, und schnell wieder hingiengst, Wo weder Mond noch Sonne leuchten, Wo keine Mutter die Brust dir reichet! -— Sie kommen nicht, und eine Gestalt geht An mir vorüber, welche mir flüstert: Bald werden auch dich, die dich liebe«» Rufen und suchen und nicht mehr finden. ! 75 An das Land. Buris Amatores vatcs summ. T. LOTICH. skcun». s °ufse ländliche Stille , dich begriifs ich, n< *dich, schattigen Forst mit deinen Nymphen! llc «, ihr Felder, von denen mir des Jahres Hofnungen lachein ! ü * der Liebling der Musen kennt die Wonne ln C8 Lebens in eignem freien Wirken , 0 man izt sich im Lehnstuhl dehnt, und izt de» Spaten ergreifet. c e Tageszeit wechselt Licht und Schatten, er Monath die Farben meiner Landschaft: tj i e s Winden mir um den Karst die Musen Rosen und Epheu. 7 6 Dreimahl glücklich , wer heim vom Felde kehr' 1 Mit dem süfsen Gedank' an Weib und Kinder» Und den steigenden Rauch von seinem Heerde Fern schon erblicket! ■ Der Mensch. N. 'ein, o Mensch, u bist nicht das schwache , Gebve W, rechliche, hülflose Wesen, °zu du dich selbst machst 77 01 finstern Wahn und in feiger Verzagtheit., Gehst du nicht aufrecht, n d blickest zum Himmel ? le bt es eine Kraft in der Natur, fJi le die Kraft deines Willeiis Zu beugen vermögte? sonst feinden die Elemente dich an \ Arm, den der Stich einer Mücke lähmt, net dem Blitz seine Bahn vor; Sc haukeist dich auf den Wogen des Oceans, I) Ze 7« Dein Geist arbeitet mit im Sturme, Zerstört mit im Feuer, Und fährt auf Fittigen des Windes. Von allen Wesen , die wir kennen , Ist nur dir das Wahre wahr, Ist nur dir das Schöne schön , , Ist nur dir das Gute gut. Ohne des Löwen Kraft Meisterst du den Löwen; Ohne des Adlers Fittich Schwingest du dich in den Kreis der Sonne. Du siehst dich in einer Wüste — Deine Hand schaft sie zum Garten um. Und zwingt Fruchtbarkeit Dem nackten Felsen ab. Dein Blick forscht unruhig umher Nach den Grenzen der Erde, ntl findet sie zu nahe gerückt: Da winkt dir die Liebe !\l 11 ihrem Zauberlächeln, Und ein Fleckchen Erde, as dich mit deiner Geliebten nährt. Ist d W ir eine Welt, le der Lerche ihr Nest Zu • ls chen den Furchen des Ackers. ?y " Sonne und Mond, ^e und Flut, l nd fremden Gesetzen unterthan; ^in G esetz l' gt der Mensch in sich , M'as begann , «eni, vvas war und seyn wird. rm 8a An den Rhein, jytayuz 1738. Wu illkommen,' Sohn der Alpen a In Teutschlands Gauen, Willkommen , o Rhein ! Dir weih ich Spiel und Gesang t Du liebest die Fluren nur, Wo goldne Freiheit lacht. Die Völker an deinem Haupt Und an deiner Ferse Opfern der Göttin, Teils müthige Abkömmlinge s Die in ihren Hirtenthälern Noch treu blieben Der Sitteneinfalt ihrer Vätei> «3 La gern sich Un ter den Weiden deiner Ufer, Dft ä ihre Gesänge Be gleiten dich in deinem stillen Gange: ' n d der rührige Bataver, ° er des Oceans Ite Herrschaft schmälerte , L nd eine amphibische Welt en Fluten entlockte, ^ch er war frei und glücklich ^*i deinem Gestade ! a schüttet' er Indiens Pflanzen "d die Gewächse der Südsee uf den Altar der Hehren. Tr, i. r aure , der Freiheit Genius ! t beugt er den Nacken. Sei n °n halb dem Sclavenjoch entgegen, W klirret um ihm die Fessel, 1 er , der einst dem Occan gebot, em das eiserne Schicksal (6)2 J) 8. Seinen Boden nur für Schweifs Seine Freiheit: nur für Blut Mit unerbittlicher Strenge zuwog , Iludert nun des Fürsten Kuhn. Aber frei ist auch der 'Fernsehe, In dessen Gauen, o Fihein , Du so gerne weilst! Frei ist er, denn Friedrich, Schon nah 'dem belorbeerten Ziele , Schwer gebeugt Von des Alters und der Thaten Gewicht , Bifs noch einmal sich auf; Noch einmal schwollen die Muskeln seines Arin s ' Wie einst im Gewühle der Feldschlacht, — Teutschlands Genius war um ihn In dieser heiligen Stunde — Und gewaltig zertrümmert' er Yie Fessel, Die uns bereitet lag, Da fs dar ob die Ufer der Donau 85 U "d des Wolgastroms furchtbar ertünten. rei sind wir, o Rhein, wie du, Prei , wie das Volk n deinem HaujJt und an deiner Ferse , rci unter der Gesetze Schild, Und gebunden ist I) er Uebermaclit eiserner Arm, nc * an ihrem Busen Na gen die Geyer ■ ^ e r getäuschten Herrschsucht und der Schatuli g einst am Felsgebirg Atl gekettet der Frevler, *) eu frecher Uebermuth 1 höhnen die Himmlischen trieb; u dunkelm Fittich umschwebt ihn I) I) e * Vogel der Hache. •"och weg mit diesen Bildern ! ort winkt im Rebenhain , *) Pr< •Jnctheu, 86 Mit purpnrm und gelbgemischtcm Laube bekränzt, Die junge Freude. Siifs, wie der Rede Honig Von rosigten Lippen , Quillet dein Nectar, o Rhein , Aus ihrer Hand in den Becher, Den sie lächelnd mir beut. Ich komme, freundliche Göttin, Und netze die dürstende Lippe Mit dem Tranke des Himmels, Und höher hebt sich dann mein Gesang, Wie der Schwan , Wenn dem erfrischenden Bad er entsteigt. Weg mit den Reben Burgunds , Weg mit dem Weine vom Kap ! Wie dieser heimische Nectar Ist der Trank nicht, den Hebe An der Tafel der Himmlischen reicht. tln Bild des teutschen Geistes Blendet seine Farbe nicht, Al >er Kraft und Feuer S Wmet mit ihm in Blut und Nerven, Und grofse Entschlüsse Reift er im schwellenden Busen. ^ Weih ich -Spiel und Gesang , u Ncctar vom Rheine l 01 Schatten dieser Reben Ve *gefs ich der Heimath Gefilde , "^ge da meine Leyer auf, & : Und um meinen Hügel r tÖnen einst noch meine Lieder m Gelispel der Abendluft. i 88 W arm mg. — Oiehe, halb, versteckt in zartes Laub,. Lacht dir dort die goldne*Frucht entgegen, Aber , Wandrer , strecke nicht verwegen Deine Hand nach ihrem Ilaub ! Harre, bis die Zeit ihr lleife gab! Sprengt der Herbst einst ihre harte Schale, 0 dann fällt 7.11 ileinem Pilgermahle Sie , auch ungepHückt, herab; o*c^ 8 9 Frauenlob. vv; Auf as macht des Weibes eignen Werth ? ists, warum der Mann sie ehrt, mimer sich an Eine bindet, seinen Himmel in ihr findet? Ist e s der leichte, stolze Gang? ( er Stimme süTser Lautenklang? as frische Jugendroth der Wangen? r Augen schüchternes Verlangen? les macht dem Mann das Herz nicht weit! • as Jugend schenkt, das nimmt die Zeit; w as die Charitinnen geben l ot Unvergänglich durch das Leben. 9» Die Anmuth zieht den Weisen an , Und fesselt selbst den starken Mann; Sie weifs auch über Kleinigkeiten Ihr holdes Etwas zu verbreiten. Und mehr ist Schaam noch , die den Werth Der Liebe durch Verzügern mehrt, Und in der jüngsten Huldin Schleier Wacht über Aphroditens Feuer; Und jener sanfte , zarte Sinn , Der die Natur dem Weib verlieh'n, Des Mannes heifse Stirn zu kühlen, Und Dornen ihm zu Flaum zu wühlen ; Und wenn er Felsenlasten tragt, Und seine Brust von Unmuth schlagt, Ihn zu sich selber zu erheben , Ihm Frieden mit sich selbst zu geben : 9' l T nd jener Miuh, auf den sogar lch Männer stützen in Gefahr — le lächelt mit der Todeswunde, K • 6ln Schmerz ist auf dem starren Munde. J) les macht des Weibes eignen Werth , Üiesi Sich l st's , warum der Mann sie ehrt, ewig fest an Eine bindet, seinen Himmel in ihr findet. n- °&1, wer ein solches Weibchen fand! * lacht des Glückes Unbestand, ein Candide kann den Glauben ei «e beste Welt ihm rauben. Üftd ke An 9 a Lied. Jb ried, de mit dem Bruder, der In der Ferne weilet , Unsrer Freuden keine mehr , Keine Sorge theilet! Friede mit dem Biedermann, Der nach Rechtthun strebet, Leiden mildert, wo er kann, Und nicht sich nur lebet. Friede mit dem teutschen Weib, Das nicht, wahnberauschet, Um den schalen Zeitvertreib Mutterfreuden tauschet. HM friede mit dem Märtyrer, D er füv Wahrheit leidet! friede mit dem Zweifler, der U m Pha ntome streitet l i\ li »iede dem , der nie den Graf» Eines Freundes horte , en der Liebe Feuerkulis Nie Empfindung lehrte ! 93 le de mit dem Bösewicht, ■Oern beim frommen Liede ^ Cü e späte Geissein flicht, Tugend ihm Und Friede I t? • riecle dem auch , defs Gebeha Sc hon ein Hasen decket, en ^s Morgens Purpurschein Nicht zur Freude wecket! ' - 94 Friede sey das Losungswort Unsrer letzten Stunde , Friede weihet uns auch dort Wieder unserm Bunde. 95 An die Natur. tt atUr 5 mit freundlichem Lächeln Podest du deine Gaben aus, ln ^est den Müden zum kühlenden Quell nte r das wankende Laubdach , ^ngst die Bäume des Landmanns jyt. xt gobiner Frucht, ^ streuest Blumen und Kräuter Um seine Hütte. e Wange des Mädchens ■* ll)s t du mit lieblichem Pauli, * e gst in ihren Busen Vi t>i ■Keime sanfter Empfindung. Gu te Natur, ctl ich bin deiner Kinder eines I f* m Wende nicht von mir Deinen Mutterblick! Sieli, ich liebe dich, Wandle deine Bahn An der Hand der Einfalt Und der Wahrheit", Und lausche deiner Stimme Im Schoolse der Frühliiigsflur , Wo alles um mich Zu neuem Leben sicli regt, Wo das stille Brüten , Das Gesumm, und Gewebe Zeugt von deiner Allkraft! Da erwachen in mir Unnennbare Gefühle, Da sLieben in mir Verborgene Kräfte, Da drimgts mir im Busen , Zu schaffen und zu wirken mit dir! im Mein* Landleben. re und , clu forderst ein Bild vori meiner ländlichen Wohnung n ^ der Gegend, wo ich die Tage des Herbstes verbringe , A 111 Kamin die trüben und auf den Bergen die heitern — ? lQ un es, im flüchtigen Umrifs mit schüchternem Griffel entworfen! nils t du das Hiiuschen, das Gessner auf einem lachenden Hügel er Bäumen t gebeugt vom Seegen des Jahwes > erbaute ? ein Zaun, und an dem einen Baume die Leiter *) ? " Gelsum railjrteu Blättern. (7) t N eb en ■ppPBMHliic&PMf i 98 Nimmst du dies Blatt zur Hand , so stehst < 10 vor meiner Behausung» Eng sind die Stiihchen, und ihrer nur zw' 1 ' doch reinlich die Wänd e » Und in den Illeinen Scheiben der Fenster sp' e< gelt die Sonne Hundertfarbig im Scheiden sich noch; b l6 wohnet die Ruhe, Hier der balsamische Schlaf, den keine S<> r ' gen verscheuchen. Um die Hütte stehen in hunter herbstlich 1 Mischung, RSthlich und gelb , ins grüne schattirt, fruc- 1 '' tragende Bäume; Mancher gesprenkelte Apfel entgieng dem A*' ge des Brechers , Manche Birne, die ist es mir Lust vom As' zu lösen, Dafs sie nicht werden die Beute der Wo oder des Frostes, Auc h ein G'ärtchen hab ich, da sprosst aus dem Zaun der Hollunder ß d die Haselstaude, da find ich rankende Bohnen, ellerie, Zwiebeln und Lauch und Ringelblumen und Rosen , ^d den duftenden Rosmarin, die Blume des Winters, eiche das ländliche Mädchen sich sorglich zürn Brautkranz erziehet, ^teund , du lacheist? Ich zeichne getreu, und mag nicht verschönern. "er höre nur weiter! Mich wecket vom friedlichen Schlummer a 'd mein Kleiner, den nach der Suppe verlanget, und bald das ^ähen des Hahns, das Gebelle des Hofhunds, oder die Glocke, le ll a benachbarten Dorf zu Gebet und Arbeit ermahnet. (7)a < V iOO Neugestärkt von dem Schlafe , dem Bringer der Kraft und des Lebens , Schau ich hinaus in die Landschaft, das dampfende Pfeifchen im Munde. Nebel wallen dem Bach entlang und über diß Wiesen; Streifen von Licht verbreiten sich an dem östlichen Himmel, Und schon wecken die Hören die schlummern* den Vögel im Laube , Und ein heiliger Schimmer v verkündet die Nahe des Gottes, Der sie lenket die Sonnenröss' an, purpurnen Zügeln. — Auch auf dem Heerde lodert die Glut nun) und zum Getränke Stelm die Levantischen Bohnen bereit Und di* frischgemolkene, Reinliche Milch, durchwurzt von aromati' sehen Kräutern , ^H .101 che die Hügel umher darbieten zum Futter den Rindern. y dem Frühstücke sammelt sich unterdessen der kleine 'onhehe Kreis — die Kinder und die wirth- liche Gattin, an bekrittelt das Wetter und theilt die Stunden des Tages 'sehen Arbeit und Mufse; jedoch die grü- fsere Sorge M das längste Gesprach der guten verständigen Hausfrau das Mittagsessen; nicht, weil der Gerich- » te so viele u * den Zettel des Tages stehn , nein, weil uns die Kasse die Gesundheit zwei nur aufzutischen er. iauben % cl1 die beiden schmackhaft bereitet und heil' sam dem Körper. Zw ioa Zwar der Nachtisch von Trauben und Obst) Kastanien , Nüssen, Und was sonst noch die Jahrszeit giebt, fall' besser ins Auge; Aber für mich ists ein Schaugericht nur, '* wollens die iErzte. Dieses abgethan , legt die gute , verständig' Hausfrau Selber Hand an, und ich — ich suche de" traulichen Armstuhl; Einen römischen Dichter zur Hand, und W ter noch einen Nebenbuhler der Römer aus späten, eiserne" Zeiten. Aber sie rangen mit Kraft, und standen rühi*' lieh im Kampfe. Sanfter Johannes secundus , in dessen Zaube'' gesängen Liebe athmet, und Liebe gefühlt wird W el " den, so lange Du Und Und 105 le,J e noch wohnet unter dem tragen Geschlecht des Prometheus. » Lotichius , der du das Herz zur Weh» ; muth ( bewegest } » ehrwürdiger Nida, du, . ein Liebling ; der Weisheit der Musen zugleich, der beide Kränze vereinigt. aß chmahl lockt mich ins Freie hinaus die ) , wärmere Sonne; lt dem Rohr, das den Tod in seinem eiser« nen Bauch trägt, " bleich ich mich zum Geröhrig des Sumpfes, oder zum Kleefeld, Q nicht selten ein schüchternes Häschen, oder ein Feldhuhn ln den Schufs kommt, eine willkommene Beute der Gattin. Gigi.. c es im Thierreiche nichts , so gehts auf die Jagd der Ideen , % Mh ■■ \l . / 104 Und bleibt auch die Jagdtasche leer, so brM ich doch immer Ein Epigramm oder irgend ein Bild im Kopf' nach Hause. Schneller bei Schwatzen und Lachen entschlüpf' die Stunde des Mittags» Und da der sorgliche Arzt mir jede Arbeit» die mehr als Tändelndes Spielwerk ist, mit Ernste zu rnei' den geboten, So entreifs ich mich, nicht ohne Müh' of f ' meinen Papieren , Wandle mit Gattin und Kindern durch Fl* ir und" Auen , bespreche Mich mit den Hirten, die sich bei ein*" 11 Feuer gelagert, Oder dem pflügenden Landmann, und höre sc 1 ' ne Geschichte. Abends umsitzt man im Kreise den Heer"' wo die heilige Flamm« io 5 «mc Verbreitet, und jedes Gesicht der Wiederschein rölhet; Sa S ß n und Lieder gehn nun von Munde zu Munde, indessen te S«n die Kleinen , zum Naschen , Kastanien in die Gluten , Ehrend die Mutter das mäfsige Abendessen bereitet, ne Schüssel mit Kohl , darauf der willkommene Fremdling , e * gefräfsige Krametsvogel, in Schlingen gefangen , der Was sonst die Küche vermag. Behagli- eher wirds noch , en n sich draussen ein Sturm erhebt, und der Regen in grofsen ro Ken ans Fensterchen schlägt, da wird es so heimlich am Feuer, ^an fühlt sich so wohl, in warmer, schützender Wohnung, Eine ; De. x t, V I jo6 Gegen den Ungestiimm des Wetters geborgt zu sitzen. Freund, ich lege den Krayonweg, die Ze'tf v nung ist fertig! Tauschen würdest du nicht mit mir, so w [ nig als irgend Ein Prälat, doch tauscht' auch ich mit W^ nem Prälaten. Glückliche Stunden verlebt' ich hier , und m'' 1 ' hat der Mensch nicht Von dem Geschicke, Zufriedenheit muß selber sich geben , Und die giebt man sich leichter in sanfter \W, lieber Stille , Als im Jahrmarktsgewimmel der Stadt, ^ leider der Klügste Mit den Thoren ein Thor seyn mufs, und'*' chen und gähnen , Wenn der Nachbar lacht oder gähnt! O g 011 "' te der Himmel 107 M r z 'im Eigentliümer dies Haus mit dem kleinen Bezirke Bender Felder und Wiesen, die um das- Ich selbe sich reihen , nts agte mit fröhlichem Herzen den trauri- VV ° die M gen Mauern , enschen die mehreste Zeit mit jEngst- N| lichkeit suchen, 8 der Zeit zu entfliehn, wo man die Freundschaft berechnet; ^ Romanen das Mädchen liebt, und naeh Gelde sich ehlicht! — lel3 e die Wahl mir zwischen dem goldnen Schlüssel am Rocke, er der Bischofsmütze und meiner ländlichen Wirthschaft, l 'Üssel und Infel lägen mir gut — ich näh» me den Spaten. Od, io8 Ein Beatus 'die. Nach Leonard. KJ selig, wer, Von eitelm Wahne frei» f Ein Feld , ein Buch und einen Freund besi ( "; Und unterm Dache seiner Väter lebt, Gleich fern von Mangel, und von Ueberflul'- i In seinem Busen wohnt der Unschuld Ruh" Und leitet ihn zum Frieden mit sich selbst Umsonst ertönt der Zwietracht lauter Ruf; Er hurt nur das Gemurmel seines Bachs; Und schaut er auch aus seiner Siedelei Ins Weltgericht, so sieht er zwar mit Schm e Doch unbesorgt, wie ein betrognes Volk Sich würgen läfst aus Wahn und Eigennutz Indefs der Säugling an der Mutter Brust v «rsdr macht et , 2u 109 und der Greis den Trost entbehrt , Wi- J er ; Weit l üe« an des einzgen Sohnes Grab, lr S e 'ntwo in fremder Erde ruht. » Weit von ihm verhallt der Sturm der Welt. mmenrand des Baches hingestreckt, "ttet von des Ahorns Bl'ätterdach , >ch t s H t er sich Glück zu seinem Loos , Und sagt; eise altert, unverfolgt vom Neid , °hne Sorge in die Zukunft hin: Ji 'opft Freund Hain an seine Hüttenthür , l 'uf t er ihm ein freundliches Herein ! . gönnt ^ fri s e mir der Himmel dieses Loos! J er eben Morgen weckte mich das Lied 'Untern Lerche, oder das Geflüster oenblätter um mein Fensterchen; schweift ich heiter durchs bethaute Grau, I lo Und stärkte zu des Tages Arbeit mich. Bald hemmte hier die Schönheit der Natur» Bald dort der Fleifs des Landmanns ine»"'' Gang; Und da die Ruhe nur auf Arbeit schmeckt» So grub ich selbst des Gartens Beete um» Und pflanzte Rosen neben Bohnen hin. Des- Abends irrt' ich in der Dämmerung > Und sänge zu der Weidenfloten Ton Ein Liedchen von der Dorfbewohner Glü^ 1 Das ihnen die Natur so wohlfeil giebt. j O schönes Leben, wärst du mehr als Ti' 311 " Wenn über uns der blaue Himmel lacht, Und unter uns die Erde Blumen trägt, Wenn mit der Lerche von dem Saatenfeld Der Geist empor sich hebt — wer achtet d» Den Prunk der Stadt nur eines Blickes ^ e Hier schwärmt um mich das leichte Bienen^ Und trinkt die süfsen Blumenkelche leer» J> ]) rt tönt vom Blütenbaum das Wechsellied ].) J) B e Ich Sänge Helden dieses Namens werth, er Nachtigallen — im Gehölze girrt 3 Täubchen — alles liebt und wird geliebt. er friede, der in stillen Hainen wohnt, geisterte zu höhern Tönen mich, ' Wie Alkmenens Sohn , mit Ungeheuern, n icht mit ihres Gleichen Krieg geführt, rt Menschen gut und menschlich seyn gelehrt. Mitternächten fragt ich die Orakel „* Vorwelt, deren Namen dankbar ein ändert an das andre übergiebt. «lanner, die zuerst mit kühner Hand Wahrheit Fackel angezündet, um lange Nacht des Irrwahns zu zerstreun, J) W )) Ihr Luther und der edle Hütten, dem Vaterland ein Grab verweigerte, deinem Blick entrollte die Geschichte 5 r °fses Buch, und hier sucht ich zuerst »or : ita Nach euern Namen, Schöpfer der Aus seinem bessern Selbste spinnt. Bis\ve J Besucht' ich einen Nachbar, plauderte Bei einem Gläschen selbstgezognen Weins Von Politik und Wittrüng und Moral. Ein Anderer keuch' in des Zimmei'ä Q 11 ' Sein Leben hin , damit die Afterwelt il<* al" rf ahre, solch ein Mann hab einst gelebt! Im. . singe nur ein ungekünstelt Lied Sylvien, . und wenn es ihr gefällt t frag ich dann nach einem Lorbeerreis ? Pur Waa vv enr i sie mit Liebe meinen Namen nennt, So ;„ nt ls ts mir mehr als Lob der Enkelin. K * Var schnell entflieht die nimmermüde Zeit, ' e Kränze welken, die uns Amor flocht, "^ Blumen giebt der falbe Herbst nicht mehr. Es , sey! in unserm Tempel thronen der 0tt heiten zwei, und theilen imsre Opfer, n n Amor flieht, bleibt uns die Freund- Schaft noch , c ' giebt Ersatz für unser Frühlingsglück, ihr geführt und der Erinnerung Vv % W ie i) man des Leben9 letzte Strecke hin, "^an nach einem schönen Mayentag ^ ^ohnbekränzten Schlaf entgegen geht. es Weisen Glück, beneidenswerthes Loos, 2u besitzen ist mein höchster Wunsch! (3) ^ch MHHHHi..... ii/ f Was frommt* es auch, noch mehr von dem M haben , Was uns nur Sorge beim Besitze macht? Der Reiche darbt in seinem Ueberflufs. Es giebt der Himmel seinen Lieblingen Von seinen Gaben, was das beste ist, Was keine Motte frifst, kein Räuber stiel»"' Von dir geliebt , du süfse Einzige , Und wenig Biedermännern nur bekannt, Mit frohem Sinn und stets der Tugend tre^' Von keinem bösen Plagegeist gequält, Seh ich den Abend meines Lebens nahn , Und wünsche nicht den Tod , und furcht i" 1 ' [ nicht. O Wahrlich, 'schön ist dieser Dichtertra» 111 ' .Doch macht ihn auch ein Gott zur Wirklichk e, ' Und winkte Menschheit oder Vaterland, Ich sagte diesem Traume gute Nacht! Und reichte nassen Blicks, doch festen M« 1 ' 1 ' lr 5 h r s Sylvie, die Hand zum Abschied dar, En tri fs mich deinem Arm und deinem Kufs, r Menschheit zu entrichten meine Schuld. e Woltemade sterben , wahrend man e "and zur Rettung seines Bruders beut, 10 Winkelried den Tod fürs Vaterland, «ies i s t mehr als ein Idyllenglück. Sri]- Qo *i ist es , wenn um eines Sängers Grab E' " fühlend Mädchen junge Blumen streut, ^ schöner, wenn gerührt ein dankbar Volk 1 Unsre Urne schreibt: Er starb für uns! . (8) 2 ZWEITES BUCH. t ■ Sehnsucht. W K er giebt mir Flügel, hinzuschweben ns Land, das meine Seele sucht, ^eine Truggestalten weben, ei « bunter Tand das schwache Herz versucht ? W 0 ün s aus fül'sen Phantasien le kalte Wirklichkeit nicht weckt, «icht die schönsten Freuden fliehen, 11X1 n^an noch kaum die Hand nach ihnen streckt ? 120 Wo nicht, von manchem Wahn betröge»» Der Zweifler in sich selbst vergeht, Nicht, von der Ferne angezogen , Der Wanderer zuletzt am Abgrund steht? Wo ist das Land, das nicht, vom Fluche Gedrückt, statt Blumen Dornen trägt? Wo man, zufrieden mit dem Spruche Des Herzens, nicht erst einen Sphyns: n flC fragt ? • ■ Wo sich des Weibes zarter Busen Entfalten darf am Sonnenschein, Und wo die Grazien und Musen Nicht Mos in Büchern leben und in Stei« • Wo Amor ohne Pfeil und Binde Gesellig mit der Unschuld geht, Nicht leichten Sinns, gleich einem Kin<* e » Vor jeder Gaukelbude stille steht? 121 Wo 18t das Land, wo man die Harke ™ e hr als ein Ordensband verehrt, n( i Wo mit seinem Arm der Starke nur Ungehenern wehrt ? Nicht Menschen würgt W, Und 0 »an dem Geiste nicht die Schwingen, ^ie dem gefangnen Vogel, lähmt, Wo, um einen Preis zu ringen, e r ihn entehrte, sich ein jeder schämt? ^Flügel! Flügel I hinzuschweben, v ° nie der Zwietracht Fackel raucht, ; Wo man keinen Muth zum Leben nc l Wenig nur zum Sterben braucht! L» f I2ä Mädchenlehren. IVXädchen, willst du glücklich seyn ? Glück kann dir das Glück nur geben. Eines kommt von dir allein — Die Zufriedenheit im Leben. Willst du liebenswürdig seyn? Hasche nicht nach Prunk und Flimmer! Nur Bescheidenheit nimmt ein, Tiioren blendet leerer Schimmer. Willst du schön und reitzend seyn ? Uebertünche nicht die Wangen, Hülle dich in Unschuld ein, Gecken nur kann Schminke fangen. iWI Ist du froh und heiter seyn? Fr 1 elle Weit vom Starltgewühle , Uc *e siehst du dort entweihn, Pötten reinerer Gefühle. 123 Wi Ust du froh durch Liebe sefnt li Ul:e dich vor Liebeleien! c en Ungefärbt und rein Ü 'S man ihr zum Opfer weihen. - ■■ 11— i s: I2,i Die Schreibfeder. wollt* ich kein Wort zu deinem Lobe sag cl " Gefährtin meiner Einsamkeit? Wenn mich — zu oft nur! —■ Grilleusch^ me plagen, Sojbist du gleich zu scheuchen sie bereit- Du giebsl; Gestalt und Leben dem Gedanke"' Der luftig dem Gehirn entspringt; Du bist es, die in des Gesetzes Schrank« 11 Den grofsen und den kleinen Frevler zwi"»' Wer keiner Macht und keinem Richter »tt* Selbst dem in seinem Busen nicht, Den hat schon oft ein Zug von dir erschüt^ Die Todten selbst rufst du vors Welrger' 0 ' "5 0,1 bist du Kiel dem menschlichen Geschlecht© Wr Wohlthat in des Weisen Hand,' Dr aucl lt dich muthig für der Wahrheit Rechte.» er Schwärmer ruft durch dich zu Mord und Brand. W; ls w w 8e it Jahrtausenden die Menschheit ehrte, as ihre Schmach, ihr Brandmahl war: • Luthers Mund in Feuerworten lehrte , öd Frevel, ausgesonnen am Altar — \ 8 a "«m mu9test du, o Kiel, dich leihen! °kl» wem der seine heilig hlieb , NVe n, der Wahrheit Dienste sich zu weihen, eitl Genius schon in der Jugend trieb ! «abe niemals zu bezahltem Tadel, jU f eile m Lobe dich gebraucht, J ed 0 c h Für Menschenwerth und Menschenadel att ' ich dich in mein Herzblut eingetaucht. • 12.6 1 Drum soll dich meiner Söhne liebster erbe"" Im Sterben geb ich dich ihm hin; Wollt* aber er nur Gold mit dir erwerben» So werde stumpf, und zeuge wider ihn* ■ Doch wird ihn nichts vom muth'gen Sinn V wegen, So mag er einst mit Seelenruh Dich am Altar der Wahrheit niederlegen, Dann schliefst sein Auge sich in Frieden' l ■ 127 Ö Die Quelle. ö le du kühl und erquickend hier im Schatten iv 'stanien und der Wallnufsbiiume s elst, freundliche Quelle , o du kanntest Mich schon als Knaben! Ei Ij ^ a ls schöpft ich mir oft mit hohlen Händen 11 lebenden Trunk aus deiner. Fülle; ^al. 8 macht ich mir oft hier von der Zukunft Goldene Träume. k "ofnungen wurden zwar betrogen, J Och **ut ruhiger Seele athm' ich wieder iß ^frischende Kühle und den Frieden, Welche hier wohnen. i^8 Hier ists küsilich zu seyn, hier stört J* 11 ' nichts im Stillen Sinnen, als etwa eine Hirtin Oder Schnitterin , die den Krug am kühle 11 Quelle sich füllet. d 129 An meine Tobackspfeife. w h >e sollt' ich länger von dir schweigen ? Uc n du theilst meine Einsamkeit! st du dich gleich nicht allenthalben zeigen, s ey doch hier ein Blättchen dir geweiht. w u 11 1111 Morgens ich am Fenster stehe, ^d neube-lebt, ganz Aug und Ohr, aus in Gottes schöne Schöpfung sehe, Sfift wallt dein Rauch wie Opferrauch empor. Ich fi Mit e meine Brust erweitert» * s s Pielt um mich ein holder Wahn: ft euer Kraft gestärket und erheitert, rei ^ ich mit dir des Tages Arbeit an. (9) l 5° . . Steigt eine Grille mir zu Kopfe, Du, liebes Pfeifchen , treibst sie ab5 Bei dir und einem halben Huhn im Topfe Vergefs ich , dafs das Glück mir wenig S a Die Mücke scheuchst du, wie den Thore»' Mit einem leichten Hauche fort, Und quält ein arger Schwätzer meine OhrC"' So bringst du ihn oft schnell zum let* 1 ' Wort. Wenn um mein Dach die Winde blasen, Wie ruhig sitz' ich am Kamin Mit dir! indefs im Hain die Stürme rase"» Ziehn deine Wölkchen sanft im Zimmer fl! Da rufst du freundliche Gestalten In meiner Phantasie hervor, Ich fühle sanfte Wesen ob mir walten , Und süfse Töne dringen in mein Ohr* BV^P H w H, 6 ^alzmann alles von dir sag«n, ° Zu ihn böse Laune treibt — W Na 1 • hm gehörst du zu der Menschheit Plagen, Du Ich > die dem Armen oft den Gram vertreibt! — l " dich immer dankbar elir( gedenk der Wahrheit seyn ^ ein löschen Freuden nur im Kleinsten mehren, 0 y besser, als — ihr Elend zu beschrei'n ! (cj) 0 rga Der Geist der Liebe. V V o wellt der Geist der Liebe ? ^Er weht in Hain und Flur; Sieh, wie sich Knospen spalten , Und Blatter sich entfalten, Das thut sein Odem nur! Wo weht der Geist der Liebe? Den Lenz erweckt sein Hauch; Er lehrt die Vögel bauen, Streut Blumen auf die Auen , Und Hosen auf den Strauch. Wo weht der Geist der Liebe? Er weht im Morgenlicht, Er säuselt in dem Thale , ■' ...... t4K 1 . M Wo die dunkle Schale er Schmetterling durchbricht. Wo Weht der Geist der Liebe? - r schwellt des Mädchens Brust, Jnd W rü thet ihre Wange , c *-t Dichter zum Gesänge , le bt Armen Lebenslust. '7.3 K Wo Weht der Geist der Liebe, e r so viel Wunder thut? Würmchen sich vermehren, "lückchen sich verzehren tu rnm in der Feuerglut. Wo ^eht der Geist der Liebe? 0 an der Mutter Brust 'er Zai 'te Säugling trinket, Qc i die Treue sinket, etl Dolch in ihrer Brust. V*ll h"-i.-'P I x 7>4 Wo weht der Geist der Liebe? In Wasser, Feur und Luft, Wo sich ein Leben reget, Wo sich ein Hauch beweget Und in der Todtengruft. »55 An gewisse Dichter. W arum, ihr Thoren, ruft ihr die Grazie«! 11 Aoriiden von dem Olymp herab, ^ ,l tauschen ihren süfsen Nectar Mit dem Aepfelmost eurer Heimath ? ' sollen sie im starrenden Winter, wen« K ■ ltl Bächlein rinnt, kein Blättchen am Aste grünt, ut euch heim warmen Ofen sitzen, Im erstickenden Qualm des Tobacks? J H 2e igten sie sich erst bis zum Gürtel blofs; v ürde bald ein Vater des Vaterlands n sein Serail sie bringen lassen, Wo nicht gar vielleicht in sein Spinnhaus, 1 i 3 6 Beim Besuch einer Klosterzelle- 5o wohnt denn wirklich hier der Friede* Nach dem so mancher Erdenpilger ringt- Ists wahr, dafs man mit eihem frommen L' el1 j Des Herzens wilden Aufruhr hier bezwing Drei Schritte kaum mifst diese Zelle, In welche kaum ein Strahl des Tages br' l< * ' Ein Buch , ein Kreutz und eine LagersteH e Mehr hat und braucht der fromme Büfser n lC Doch wehe, wenn ein Hauch des Lebens In diesen Aufenthalt des Todes dringt» Und nun der arme Einsame vergebens Den schweren Kampf mit der Versud 1 ringt! 4 i;V r 37 n< * dreimal wehe, wenn sein Glaube ^»d seine Hofnung izt verlohren geht, nd er, der bangen Zweifelsucht zum Raube, Am Grabe des entschlafnen Bruders steht! e Erde hat er aufgegeben , er Himmel ist ihm nur ein Traumgesicht; '°liren hat er sein vergangnes Leben, n d seines Herzens schöne Zuversicht. ■I : » Armer, du ein Herz für Liebe, So Do h suche sie die dich noch heilen kann ! * hafstest du die Menschen — o so bliebe ir nur das Loos, zu enden als ein Mann. ' - '*' :* i 3 8 Gram der Liebe. JDrich, armes Herz, dein Urtheil ist gesproch c " Den Schwur, den sie auf meinem M 0 * 1 gethaii, Hat sie mit leichtem Madchensinn gebroch efl ' Verschwunden ist der letzte süfse Wahn» Nichts hatt' ich mir mehr vom Geschick " düngen, Als sie mir sagte: Dein bis in das ö' a Auf sie beschränkt' ich alle Förderungen s Die die Natur mir an das Leben gab. Nun hat sie einem andern sich ergeben: ' Ich stehe da , ein Bettle* — nackt und W, r 39 4ch' nicht einmal gehört mir mehr das Leben, S' Cle schnitt das Band, das dran mich knüpfte , los. ^Ocli • 11 Einmal kommt zurück, ihr Truggestalten, ^d lafet mich tiefer in mein Elend sehn! r e me Stunde will ich fest euch halten, n d Wenn ihr flieht, stumm zu den Schatten gehn. i 1 ch J) b a eh ihr Lächeln, das mich einst gefangen, ei i Blick, an dem ich oft verlohren hieng, Il eilge Schaam auf ihren holden Wangen, ^ e nn zitternd sie mein kühner Arm um- fieng. 16 kippen treffen sehnsuchtsvoll zusammen, M Üri d stürmisch wogt mein Herz an ihrer Brust, ein ganzes Wesen lodert auf in Flammen, ncl ich versink in einem Meer von Lust. »' I/jO O flieht noch nicht ihr zauberischen Bilde*» « ll Lafst mich noch einen Pulsschlag glücW 1 seyn! Umsonst! sie Wandeln sich in Nacht, und wü* 1 Zuckt nun die Fieberglut durch mein Geb el Sie spottet izt vielleicht noch des Bethörte 11 ' Dem sie die Erde und den Himmel n 3 ' 11 '' 0 spotte nicht! die hohen Götter hörten Den Schwur, der einst aus deiner Seele k 3 Du hast mich um die Seeligkeit betrogen» Es streichelt mich des Todes kalte Harid» Ich steh umtoset von des Abgrunds Woge"' Und schnell zerrinnt im Stundenglas der S^ O rinne nur! ich seh dich kalt zerstiebe« 1 » Was soll die Welt mir , da ich mir nichts b» Man kann nur einmal und nur Eine U e ^ e Und einmal hin , ist auch auf ewig h" 1 ' I i-41 £ äbr, faucht kein Gift zu enden meine Schmerzen, a tt>ich der Gram mit Amors Pfeil durchsticht. B " e g und pfleg die Natter an dem Herzen , ls Von dem Todesbifs mein Auge bricht. 11 Ö 1) U ) Erde! wirst mir ja ein Plätzchen gönnen, 0 müde sich mein Haupt zur Ruhe legt? 0,1 werd ich auch im Grabe ruhen können ? w ttd nicht mehr dort des Todten Staub bewegt ? I ^ Wenn mir nun dies Herz auch jenseits bliebe Mit di W, eser Glut, die wie die Hölle brennt? 11,1 mich auch dort noch eine fremde Liebe 0r » ihr, von ihr — und ach, auf ewig trennt ! n > Weltengeist, der diese Brust entflammte, «ann belebe nicht mehr mein Gebein ! Ich werde sonst der einzige Verdammte leiten Kreise deiner .Schöpfung seyn. IM . \ ' i4» An einen Reichen. W* d* wandeln auf verschiednen Wegen Schwebst bei dem Hauche günstiger Zephj' 16 Mit vollen Seegeln über Meere: Naher der Erde hin zieht mein Pfad s'i c ' ] Ein schmaler Fufssteig, aber gesellig doch' Mich schreckt der kleinen Quelle Gemui' 11 ' nicht, Die Schlaf und Labsal beut dem Müden ? Wenn dir empörete Wogen dräuen. (\ Mich kann das Schicksal dahin und dorthin «' c Nach Laune schleudern; all meine Hofnung eI Begrenzt der Zaun von meinem Felde "' Mög es dir geben , was ich entbel»' e ' M3 cl gern entbehre , bleibt mir ein Vorzug doch! ,c n plagt die Furcht des Wiederbezahlens , denn «eliehen nur sind seine Schätze ^ Aber von mir hat es nichts zu fordern* 0(0— ß i44 An einen Freund, der nach Frankreich gieng. 1792. VV ie lebst du, Freund, im Vaterland« Der Freiheit und Philosophie'*? Sprich, reute deine Wahl dich nie? Bist du izt frei? Wie, oder — Schande Für^unsre Zeiten! war es wahr, Dafs trotz dem Eid am Bundsaltar, Und euerm aufgesteckten Hute Und eines Defili's Märt'rerblute, Nur wenig Franken noch verstehn , Der Freiheit schroffe Bahn zu gehn ? ' ' Leicht bricht ein Volk zwar seine Keit e °' In welche Tyrannei es schlug, 'm D ^agt wohl einen kühnen Flug es Lebens Kleinod zu erretten, a «arme ists noch nicht genug. 3 liilfts, Bastillen zu zerstören, Wandeln nach dem Pappelhain, da das heilige Gebein ^annes der Natur verehren, nicht gerecht und mäfsig seyn ? M5 Öie Freiheit ist ein theures Gut, s sind die Opfer, die sie fodertj 8 ühnet sie nur Bürgerblut; ^ol Manches Edlen Leiche modert, itlz t sie mit Eichlaub ihren Hut. t) ^tinst du die Mutter jsnes Griechen, r seines Volks Verräther war , , ei «er Gottheit Hochaltar , W ar t> er gerechter Bach' entwichen* Mutter kam in Trauerhülle, (10) w .' 1,(6 Und schlofs des Tempels ehern Thor', Und trug den ersten Stein davor; Ihr folgt das Volk in dumpfer Stille, Und mauert ihn lebendig ein: Sie wankt nach Haus , stumm , wie der St« 1 "' Den sie zum Grab des Sohns getragen i Und folgt ihm' nach in wenig Tagen. O Freund! ein Volkchen, nur gewöhnt Des Lehens Freuden nachzujagen, Wird dies so viel für Freiheit wagen? Wer etets der Thorheit nur gefriihnt, Wird der so leicht dem süfsen Dienst entsag 6 Wo man die Stirn mit Iloseh krönt? Dein Franke ist kein Schweitzerhirte* Kein roher Zögling der Natur i Der seine angeerbte Flur Um kein St. Cloud vertauschen würde; Der Franko Ist durch Kunst verzogen , Planmäfsige Despotcnlist iMn«Mi Ml JJ Gi 3f *l. "in um. seine Kraft betrogen: hui ein Bonmot, er vergifst, m Gefahr sein Kleinod ist. M • S ieh > selbst die edelsten Gefühle *»lie E* re n sich bei ihm im Spiele > öa Ut sich einen Hausaltar , M We iht ihn ein mit Sang und Tänzen> ^ Ufa von einer Mädchenschaar J es M guten Jean Jaques Büste kränzen > Uiacht nun eine Modewaar os t aus den Trümmern der Bastille $ e mer Modethürin Grille w wenig Tagen sie verdrängt — s 9 am bunten Spielwerk hängt, *<* der wohl grofse Ojjfer bringen , Parta's Loos sich zu erringen, fi cl 1 v v . arzer Bi^ije f re i zu sevn 7 Cli glaube nicht, ich denk allein b« Oft! guten Frankenvolk geringe , > unter uns , für grofse Dinge (10) 2 I •V*« ^H >-"' ; l 1,8 Denkt unsre Menschenwelt mir fast zu kl e) ' Wir prahlen bei gelähmter Schwinge, Und stellen mit Vermessenheit Uns zu den Männern einer bessern Zeit, Und möchten gern , wie sie , Altäre , Wenn Tugend nur hübsch mit Gemächlich* Im Armstuhl zu erringen wäre. Aii L.yda. M9 t> a k dich Amor nicht ereile , bellest du mit scheuem Fufs ? ' ea Mädchen, seinem Pfeile W l e «rt kein Berg und wehrt kein Flufs Kl ltn ftie über Alpenhühen, ie kein Wandrer noch betrat, Wirst du ihm nicht entgehen , lSs e, dal's er Flügel hat. 1 W I^O An die Dunkelheit» «3ey mir gegrüfst, du, die des Weisen I^" Der Tliorheit Blick, des Neides Zahn entzi«' 1 '' O glücklich, wer befreit vom eitlen Streb fi|1 ' Mit noch gesundem Herzen zu dir flieht- Er athmet freier in der kühlen Laube, Als der besternte Mann im Marmorsaal» 1$ Und süfser schmeckt ihm von dem Stock ( Traube, Als jenem sein umlärmtes Leckermahl- \ Zwar kann und wird er nie ein Land verh eeI Und seinen Namen nennt kein Zeitnngs 1 ' 11 Doch giebt er seinem Nachbarn gute Le' 11 Und schafft die Haide in ein Fruchtfeh' l Ihr, I 5 I schrecket nicht aus seinem Schlaf der Jammer Hüls Es D oser Waisen , die sein Schwerdt gemacht; c Wehen nicht durch seine stille Kammer ie blassen Schatten aus der Todesschlacht. J, ep; Ur ie der Reue schlägt die Krallen lc "t in sein Herz; mit heiterm Angesicht er im Herbst des Baumes Blätter fallen, ö d zitiert vor der Abschiedsstunde nicht. Sieh t >.in tl- eues Weib theilt seine kleinen Sorgen, guten Kindern sieht er noch einmal e 'gnen Kindheit froh durchlebten Morgen, ll *eine Welt ist ihm sein stilles Tbal. und ^• r heit eilt er in der heiigen. Frühe , reichlich lohnt der Seegen seinen Fleifs; Weibchen sorget, dafs der Garten blühe, Jftc i Schürt des Heerdes Glut mit dürrem Reis. J-53 Das kleine Völkchen sucht mit frohen Spf'" 1 ' gen Den Vater manchraahl bei der Arbeit a«' Sie jagen sich gleich bunten Schmetterling 6 "' Die Fröhligkeit beflügelt ihren Lauf. Er lagert sich mit ihnen unter Blumen , Die ihre Hand in bunter Mischung bricl 1 *' Und lehret sie, dafs in dem Wehn und Sum 1 " Wie im Orkan ein guter Vater spricht» Dafs er dem Würmchen in dem Moose bet te ' Den Schmetterling vom Winterschlafe v/e c Die Geisterwelt durch Lieb zusammen k et Und den Verbrecher durchs Gewissen sclf e I* So bildet er zur Hofnung und zur Güte Die Seelen.seiner Kleinen, und bewaW Mit Sorgfalt der Empfindung erste Blüte Denn Zukunft ist die Frucht der Gegen w #' Und D »53 1 w 'nclet ihm in sein verborgnes Leben ü ' e Häuslichkeit der Blümchen manches ein, seines Geistes reines , schönes Streben ^* r d nicht getäuscht durch einen falschen Schein. le trübe Zeit weife er als Mann zu tragen, *W Mißgeschick nur noch den Muth erhebt; ei jeder Tagesrechnung kann er sagen : ' c h habe heut nicht ganz umsonst £,..lebt. 1 >M An einen Freund. Bonn im JVLiy 1792. jVJLan sagt wohl falsch , des Menschen GlSj Sey nicht an Ort und Zeit gebunden! Warum denn rufen wir die Stunden Der Kindheit uns so oft zurück? Warum dann fliegt oft unser Blick Voll Sehnsucht nach dem Mutterlande , Wo uns die ersten sanften Bande An unsers Gleichen angeknüpft; Wo unter jubelvollen Sprüngen Bei einer Jagd nach Schmetterlingen, Ein Tag behender uns entschlüpft, Als izt ein Stündchen beim Gezische Der Schm'ähsucht an dem Ombretischf. ■^ u ch hier verweilte die Natur, ni diese Gegend auszuschmücken; ° c h ach., was soll mir Hain und Flur, r Siebenberge grauer llücken, n " aller Reichthum der Natur? Acl, l; > nirgend find ich eine Spui*, Welche die Erinnrung schwebt! Wuscht umsonst die Wiesenquelle, ' ^inkt umsonst, vom Epheu überwebt, 6 4j;_ L graue Eremitenzelle. \\T °ttin ich geh — in Thal und Hain ich ein Fremdling und allein ! n Pläzchen, das mir heilig Ware rc h eines Freundes Abschiedszähre. , tc h süfse Jugendschwärmerei ! 111 Pläzchen, das mir Liebe weihte, b. c h an der Erwählten Seite ^Üte, W as das Leben sey. er Zephy r f der mich hier umspielt, deinen , der mich liebt, gekühlt. im F i 5 6 Ja wohl, mein Freund ! ist unser Glück An Ort und Zeiten festgebunden! Der Kindheit rosenfarbne Stunden Hüft auch der Greis am Knotenstab zurück* Und an dem fernsten Meeresstrande Späht noch des Pilgers trüber Blick Nach seinem fernen Mutterland. O Kindheit, süfse, golclne Zeit, Kein Gott kann dich uns wiedergeben S O Land , wo deine Traume schweben , » Von der Erinnerung erneut! O könnt ich mit des Kranichs Flügel Hinschweben in des Thaies Schoos, ,Das mich gebahr , auf jene Hügel , Wo Windeggs Thürme, grau von Moos> Hervor aus dunkeln Tannen ragen, Wo aus der Kindheit golduen Tagen Noch manche Spur mir übrig ist, Und wo ein Grabmahl sie umschliefst» I) hl ie meine guten Engel waren Jenen sorgenfreien Jahren. x n7 och, Freund! das Schicksal löst vielleicht Bald deines Freundes Sklavenkette; nn her mein Pilgerstab , ich trete 11 Heuern Muthe , froh und leicht, t>i e «ei Wallfahrt an , und du , mein Lieber , e Uest mich zu ihrem Grab, önv l). ° r t lafs ich meinen Wamlerstab", "« wirds bisweilen um mich trüber, 1 trocknest meine Thranen ab. jrß Burg Windegg; Im Friililiiigc »7i)3. .Fiin schöner fleck von Gottes schöner Er Liegt ausgebreitet unter mir — So manches stille Dörfchen winkt mir hieti Und dort das Dach vom väterlichen Heerde. Ein Fleckchen ists nur» das ich überschau' Wie grofs ist dieser Erdkreis noch! Und mir genügte von dem Fleckchen doch Ein Baum, ein Quell und eine Elumenatf 6, i Sonst war mir auch, wie manchem ju I1 6 Thoren Die Welt zu eng; ich träumte mir Ein goldnes Wunderland, und hätte schi er Mein ganzes Leben,so im Traum verlob*** T 59 Wi e Ward mir, da ich meiner Heimath Grenze 1 er stenmahle nun verliefs! Ich ' s Uclit e da und dort mein Paradies, eilchen,nacli schon langst enlllohnem Lenze, 38 dort ward hier! Ein Fremdling und verlassen n< * ich in weiter Ferne" da , *and , wohin ich auch nur immer sali , tt Hudelei der Muftis und der .Basse w k ^llr ü. H gerne baut ich nun, des Pilgerns müde, deiner Heimath SchooJse liier kleines , ■ abgelegnes Hüttchen mir, Pflügte selbst mein kleines Feld in Friede! J nd le gte mich, wenn dräüssen Stürme heulen, ^ines Weibchens Arm zur Ruh, "Id Hi sah ie e still und unbekümmert zu, g»'ofs e H errn 8ich in die ElJe t]lciIen . f ' ifio Ali einem Festtage. V ora Tempel, wo der Pöbel mit Gepr' 111 ^ Vor selbstgemachten Götzen sich Im Staube krümmet, fliehe ich Fern in des Haines dunkle Sckatteng'änge- Hier regt der Geist die Flügel freier. Hier, ihr der Menschheit Genien, Wo eure Schatten mich umwehn , Hier weih ich euch des Herzens stille Fei £ ' O dir vor allen, die den Becher Des Todes für die Wahrheit trank , Und dir , der bei Philipp! sank , Borns letzter Sohn und seiner Freiheit R> 1C ■ich«' mvnw -« 161 n eni Guelfen, der der Tugend uns versöhnte, \Eiri Fürst starb er für Menschen doch!) n d sein so schönes Leben noch lt einem schönern Tode krönte. Uc h allen, die der Menschheit Ketten Schlugen mit dem Retterarm, ( * die ihn linderten den Harm er Armen , die auf Dornen betten; Uc h zünd ich hier mit frommen Händen f dem bemoosten Felsalta* Ei, h " ltl Feuer an und bring ein Opfer dar , äs Priestertrug und Wahn nicht schänden. Mit in mnen — eine kleine Gabe *8t eu ch die liebste! — kränz ich diesen Stein, Bes Pr en I) g ihn mit der Quelle hier, und grabe en Namen Howard darauf ein. <») ,'--. i6a Ballade. VV aram, o Mädchen, jammerst du? Was trübt dein Augenpaar? Warum hängt welk dein Blumenkranz Ums losgebundne Haar? ,, Still, still, dafs uns der Mohr nicht hP Der auf der Felsburg wohnt, Und wie ein Weih auf Beute,lauscht, Und nicht des Säuglings schont." ,,Auch meinen Jüngling schlug er todt; Den Leichnam such ich hier! Gegraben hab ich ihm ein Grab, Das liebste Pläzchen mir." 1-1 ,. n fache dich, und sey die Burg Auch wie die Hölle fest! ^ ol il oft ereilt der Rache Pfeil e n Weili im Felsennest. c h, eisern ist des Mohren Arm: La *s ab von deinem Muth! 1 brüllt er laut um Mitternacht V °r Durst nach Mensclienblut;" ''^d reifst voll Ingrimm Felsen los, n d schleudert sie ins Thal, tischt sich dann bei Haben auf., ^(1 hält ein Leckermahl. " K\ >>h "'m, Jünglingj lafs Von deinem Muth, llcl baue nicht dein Grab, a °ns t ^d kehrst du meinen Jammer nur, ziehst auch mich hinab." (11) 2 i(?4 Ich trau auf, den , der Unschuld schützt, Er ist mein Schild und Wehr; Und seine Hand lenkt mein Geschofs — Ha sieh , dort schleicht er her! — M Der Mohr kommt aus des Waldes Nacht:' Mit graulichem Geheul Stürzt er auf seinen Raub , und schwingt Die hlutbespritzte Keul. Das Mädchen fafst den Jüngling an t Todtbleich und odemlos : — Der Jüngling steht, es zischt sein Pfeil Vom rächenden Geschofs, Und haftet in de9 Mohren Hirn; Es rinnt herab — im Grimm Fafst er die nahe Tanne noch -~ .Sie kracht und sinkt mit ihm. Der Strom der Vergessenheit:. N, e in, ich will den Schlumnierrniell nicht trinken, Wicht vergessen , Menschenleben , dein! ™ wir dort auch Gütterfreuden winken; Dennoch sollst du mir, Erinnrung, heiligseyn. w ie der Wanderer an sernern Hernie ^ e fti der überstandnen Mühen denkt:, So au ch denk ich dein noch, Mutter Erde, e nn des Schlafes Bruder mir die Fackelsenkt^ M, ei «er Kindheit goldnes Maienleben, ^° ich sorglos Flur und Hain durchstrich, ' lc * des Herzens erstes, leises Beben, ft d die Thräne, die mir oft vom Auge ach lieh, i j66 Wenn ich einsam stand auf meinem Hügel , Rings um mich das frohe Lenzgewühl, Und wie traurend rief: ach Flügel, Flügel' Und zu deuten nicht vermochte dies Gefühl' Und die Stunde, wo ich, was mir fehltet Was ich suchte , in Themiren fand, Wo , was ihre Rede noch verhehlte , Ihr gesenktes Auge schüchtern mir gestand' Alles dieses , und die theuren Lieben , Die ich von des Schicksals Huld empfiengi Die mir treu und unverändert blieben , Ob es über Rosen oder Dornen gieng; Und das Weh, das meine Brust beklemmte' Und die Thränen , die ich oft vergofs, Wenn der Wahn auf meinem Weg mich hem 111 te, fei Wenn mich Hinterlist in ihre Arme sein 0 A " e s aus der Seele wegzuspülen Mit dem Schlummertranke? Nein , ach nein ! ic "t mehr hoffen , ahnen , menschlich fühlen ? p.. Uu tter, o ich mag kein fremdes Wesen seyri. h ar Um — i st m ein Wunsch nicht zu vermessen, ar um lafst mir, was mein Herz begehrt! er Erde, könnt ich dein vergessen , ^ ich wäre nicht des Göttermahles werth. 1) tom t x68 Stanzen. N« ur wer hienicden treue Liebe fand , Nur der ward für Arkadien gebohren; Für ihn gieng nie das Paradies verloren, Und überall hat er ein Vaterland I Wenn ihm ein Gürtchen Kohl und Rosen gl*"" Wird er mit keinem Wunsch das Glück " schweren , Es könnte höchstens seine Sorgen mehre«! Wer viel von aussen braucht, hat nie gel'" Ein Heiligthum ist ihm sein kleines Haus» Kein Gram , mir Alter bleichet seine Wa* 1 ?' Mit leisem Schritte kommt Freund Bai n gangen , Und löscht die Lampe seines Lebens aus. ei" iG 9 Stumme Lieb«. W er kann Themiren sehn, und sagenr ■^r hab ein Herz und liebe nicht? 0c h sollt ich ein Gestiindnifs wagen, ^a strenger Ernst aus ihrem Auge spricht 1 ^ kann der Kummer nicht entgehen, Der sichtbar mir am Leben nagt, ^ sollte sie ihn nicht verstehen, * er steht sie auch nicht, was mein Mund ihr sagt. ■ li 170- An die Heimath. Oey mir gegrüfst im Schatten deiner Baum 1 O Dorfchen, das mir einst das Leben g^' Hier find ich wieder meiner Kindheit Träu« ,ft Hier find ich mehr als ein mir theures &$' Hier winket mir so manche liebe Stelle , Um welche freundlich die Erinnrung schweb 1 ' Dort die bemalte gothische Kapelle , Um deren Mauern sich der Epheu webt; Da in der alten Wallnufsbaume Schatten Das kleine Haus, wo meine Wiege stai 1 » Und nebenan die blumenreichen Matten, Wo Unschuld mir mit Freude Kränze vv« 11 171 d Windeggs graue, moosbewachsneTrümmer, w ° von den Thürmen der Hollunder nickt, 1 °ft, verwundrungsvoll, im Abendschimmer er Fuchs aus dem verwachsnen Fenster blickt; er stille Friedhof, wo an Leichensteinen c ' 1 oft gerührt die fromme Aufschrift las! ° c h damals hatt'ich noch nichts zu beweinen, n d sah die Blumen nur im Kirchhofsgras. l*t Sc hlummern hier so manche meiner Lieben, nc l hören meinen lauten Rxif nicht mehr! Ach i ' lange vom Geschick umhergetrieben ^rn ich zu ihnen aus der Ferne her ; K u tr ennt ein schmaler Raum; umsonst! jie sehen < en nicht, der seine Hand nach ihnen streckt, v °n den Bäumen, die sie pflanzten, wehen 1) le Blüten auf den Rasen , der sie deckt. 17a Die Sonne geht und kehlt noch immer wiß" e ' Der Frühling bringt noch Blumen, "' und Laub, Und Fink und Hänfling singen ihre LiedC* Doch tief und eisern ist ihr Schlaf im Sta u ' Ich will mit Klagen nicht die Müden stör*"! Wer früher schlafen gieng , wird früher W c ' Die Mutter, der wir alle angehören , Bereitet jeglichem sein Schlafgemach. Doch einstens kommt ein Tag in Ungewitt' Dann tönt zum zweitenmal das Schöpfungs^ 0 Die Himmel und der dunkle Abgrund zit te Die Todten stehen auf und wandeln fo lf ' Dann seh ich euch! dann lohnet sich der G' al1 Den uns das Herz aus seiner Fülle lehrt» Was Staub ist, bleibt versammelt bei dem St a Indefs zum Himmel, was von ihm ist, * *73 Des neue Jahrhundert. Nach Torgeschriebenen Endreimen. 16 Parze nimmt bald eine neue Spindel, n d Charon zimmert einenFneuen Kahn , ^ lacht — dem Säugling gleich aus seiner Windel) ltl neu Jahrhundert uns vom Arm des Friedens au. tu l) w Iß 7 • ' 6e it, die die Cumanische Sibylle lln Maro sang, die goldne Zeit beginnt, * e ben dann ein Leben der Idylle, jedem das Geschick ein goldnes Fäd- chen spinnt. % H ■74 Man kämpft nicht mehr mit Degen oder FedCi Des Geistes Fing hemmt kein Censur-£^" ; ' Der Menschensinn wird nicht von der Kath^ Mit dunkeln Räthseln mehr in den April $> e schickt. Kein Ketzer wird gebraten und gesotten , Auch Synagogen gönnt man Thurm llfl Knopf, Es pflanzt für sich ein jeder seine Schoten > Und Sonntags fehlt das Huhn nicht in d«' kleinsten To$ Es kauft kein Thor sich mehr, nebst einer Krä® ' Vom Ruhm eiri Blatt aus seinem' Lorb e Kranz ; Die Schönheit Uifst dem Kahlkopf die Per^' Mit freiem Lockenspiel eilt sie züiri -ß<" tanz. 175 Wa s jeder wefth ist, Iäfst man jeden gelten ,' tr «ab ein blondes oder Wollenhaar, cl holt nicht mehr aus neu entdeckten TVelken ue Würz und Pocken und noch etwas Schlim- mers gar. D s clio ne Zeit, komm, eile * nimm dir Flügel, Scheine gleich bei des Jahrhunderts Sclüvfs, * mi t ich nicht wie Mos«s von dem Hügel ^*>i Eldorado sehn imd dann mich trollen 0>9k ^ ij6 Das scheidende Jahrhundert. An ernster Stille harr ich der Mitternacht» Wo das Jahrhundert, gröfser als alle, d' c Vor ihm sich wälzten, mit dem erste" Schlage der Glocke den Kreislauf eo ( Wie bleiche Schatten wandeln vorüber M»' X)ie lliesenthaten , welche sein Auge sali' Unglaublich schon den Zeitgenossen, Aber unglaublicher noch der Nach^ e O du Jahrhundert Josephs und Friederid 13 ' Des Lichtes und der kämpfenden FinstC Mit Blut bespritzt War deine Wieget Aber noch blutiger dein Sterbeki» s ■™*^HH I;7 •Li'ue Kinder rangen noch nie so kühn lottern , selbst nicht, als che verruchte Schaar> Auf Berge Berge thürmend , nahe Stürmte die ewige Burg des Himmels, ö H ä v orwelt Wunder sind nur ein Gaukelspiel; ' fafsten wir die zackigten Blitze nicht JW sicherer Hand , und sprachen : hierher Fahre, Verderben, und nicht mehr weiter ! f schufen neue Stfcatseh im Oceari , K\ Neue Welten sprangen für uns empor , '** größerem Glück als ihr Erfinder Schwammen wir sicher auf Dädals Flügeln. iy iüth u. Glücke wagt sich des Menschen Geist ^l SP - eiß e tiefsten Tiefen , und schwindelt nicht; °uerjdet ist die Charte, die vom «•eiche der Wahrheit den Umfang Zeichnet, (12) M i 7 8 c Doch keiner hob den Schleier der Göttin a«> So viel auch ihre Priester und Jünger es Vermessen wagten; jeder giebt den Sprüchen der Hehren verschiedne Deut'» 11 »' I Wir wissen izt mit hoher Gewifshcit nur, Wie wenig unser Wissen und Meinen ist: Kein Menschenarm brach noch die Ilicg 6 "' Welcher die Pforte des Grabes schlief Und selbst die schöne Würde der Menschlich Strahlt zwar in unsern Büchern , doch ü ° Herz, Xon Wahn und Leidenschaft v«erzogef» Hinget noch immer mit Luftgestalt efl ' rfl $ Mit jener Flamme, welche Prometheus el1 Vom Himmel brachte , stecken den Erdb«'* In Brand , und opfern dir, o Freib eI ' BJu.t auf Altären von Menschenkn 01 " W *79 er zählt die Hunderttausende, die das Schwerdt s Kriegeis würgte '{ die der Oceanus ^"schlang? die, schuldlos, ihren Nacken Unter dem Beile des Henkers beugten? 1) Raubthier ist dem Menschen der Mensch, und wenn en * Arme des Würgers müde der Dolch entfällt, *>o kommt der Tod auf schwarzen Flügeln Wüthender Seuchen dahergefahren. I) le Erde scheint nur Kinder zu Zeugen, um z u Verschlingen^ Oefnete nicht ihr Arm *^ n Grab oft einem ganzen Volke Unter gesunkener Städte Trümmern? ^h >f; 11 bei der Wieg* umringen Gefahren Uns. ;itl gt uns Müh' als treue Begleiterin , 0 nc ' tnanchmahl legt auf einem Blocke Müde der Weise sein Haupt zur Puihe. (12) 2 i! «■* i8o r Nicht Rosenpfade führen zum hohen Ziel, Der erste Schritt zur Tugend ist: Mann zu se)'"> Und nicht die kalte Hand zu fürchten» Welche die Bande des Lebens trennet. Verdammt als Knabe schon zu Gefahr und N"' Vom strengen Schicksal rang der Alkmene S°' Mit Ungeheuern , und bestand im Härteren Kampfe noch mit sich sehV' Und als die letzte Prüfung nun vor ihm !<<£' So baut er selbst den lodernden Opferheerd Zum Sühnungstod , und aus den FIap*r Schwebt er in ewiger Jugend aufw'är' s ' e" j.8i Meine Lieblingss teilen. r, ch K\ Weile gern im Dunkel alter Baume, ** seit Jahrhunderten schon Schatten streun, Wo oft wunderbare Träume ^ a S kranke Herz erfreun. Ich Weile gern beim frommen Abendliede ^ e s Landmanns , der vom Feld nach Hause geht, fühle, wie um ihn der Friede es Himmels leise weht. kh ^eüe Heber noch am Meergestade, ^o si ch der Geist mit Adlerflug erhebt , J 'i ( | ni iuhig überm Wellenpfade *- n gewitter schwebt. . i8u Am liebsten weil ich am bemoosten Maale Des Edlen, der im Dienst der Menschheit sank» Und seines Lebens bittre Schaale Mit froher Hofnung trank; Wo Hufs, den man zu Gottes Ehr erstickt«« Als schon um ihn empor die Flamme schlug' Mit Lächeln auf die Einfalt blickte, Die Holz zum Feuer trug. Hier fühl ich tief, es sey nicht leere Grill« > Was man von Menschenwerth und Witt* spricht, Es beuge sich des Menschen Wille Selbst vor dem Schicksal nicht; Und dann erneur' ich, ganz wohl nicht vergeb« n ' Den Schwur, zu kämpfen mit der Zeiten W^ 1 Und wagt* ich auch die Ruh des Lebens Und etwas mehr noch dran. m An die Nymphen. Uc h, ihr freundlichen Nymphen dieser Quelle, e v oni buschigten Felsenhange rieselt, § ich Kränze, gewunden von des Feldes Blumen zum Opfer. **in e * im summenden Schatten habt ihr öfters lc hin Schlummer gewiegt; bei euchvergafs ich A]i e Muhen des Lebens, frohe Traume Gaukelten um mich. II, lc h hörte der Vorzeit heiige Stimmen. 6 länger und Helden schwebten um mich; J nci es War mir, als hiitt' ich schon dieheilge Lethe getrunken. 184 SüTses Ahnen und Traumen, süfse Bikl« r Eines schöneren Daseyns! ihr nur wiegt w fl Mit der freundlichen Hofnung, daTs wir nicht o Erde gehören. *»3 Madchen und Mädchen. E ltl Mädchen, welches nur von sich n d seinem Putze spricht, cl »lehr den Spiegel liebt, als mich, **Öcht ich zum Weibe nicht. $ * Mädchen , das im Weltgewühl Si ch Siegeskränze flicht, i n ^ tändelt mit des Manns Gefühl, ^cht ich zum Weibe nicht. Ein VV Mädchen , das mit seinem Witz , ie mit der Nadel, sticht, tödtet mit der Rede Blitz, Mocht i ch zum Weibe nicht. ■i86 Ein Mädchen, das den Schimmer liebt, Und, was das Herz auch spricht, Die Hand um einem Titel giebt, Möcht ich zum Weibe nicht. Ein Mädchen, das sich glücklich wähnt, Wo Thorheit Kränze flicht , Und der Natur ins .Antlitz gähnt, Möcht ich zum Weibe nicht. Ein Mädchen , das da gerne weilt, Wo Wollust Rosen bricht, Und mir halbwegs entgegen eilt, Möcht ich zum Weibe nicht. i8 7 Gegenstück. E '*> Mädchen, das ein fühlend Herz ^it frohem Muth vereint, n ^ öfter bei des Bruders Schmer*, «*U bei Romanen weint; as überm Putztisch keine Pflicht ^«d nicht sich selbst vergifst, ° n mehr als neuen Moden spricht, * er dienst nach Gold nicht mifst; gern auf stiller Frühlingsflur ' as Lied der Lerche hört, &» dem Tempel der Natur ^Uch ihren Schöpfer ehrt} m Das mit des Mannes Ruhe nicht Wie mit der Puppe spielt, Und Liebe heuchelt im Gesicht, Wovon das Herz nichts fühlt; Das gerne froh und heiter ist, Bei Swift und llabner lacht, Doch nie der Sittsamkeit vergifst, Die über Tugend wacht; Das willig jedes Blümchen pflückt, Wenns ihm kein Dorn verwehrt, Durch Schönheit weniger entzückt, Als durch den innern Werth? I O Mädchen, sag, wo find ich dich? Wo lacht dir Flur und Hain? Mit dir erwählt ein Strohdach ich, Und würde glücklich scyo, i8g An eine Biene. s e y Willkommen , kleines Bienchen , mir , Uf der frischbeblümten Wiese hier! H > des Frühlings freu ich mich mit dir. ^ den Blüten holst du süfsen Raub , iL, lst von Blumen feinen Silberstaub, n kst des Himmels Thau auf zartem Laub» Ich H ÄUc h athme frische Düfte ein, cler Morgensonne goldnen Schein; ' l nk ^«d Hänfling schlagen in dem Hain. re ich , Bienchen , hier und überall * St u tls die Natur, ein reiches Mahl Si e uns auf Bergen und im Thal. ^ff R5*l I 190 L'äfst der Kinder keines freudenleer, Eine Welt summt um die Blüten her , Eine Welt hat ihre Lust im Meer. Bienchen> lafs uns immer dankbar seyn» Trag du flcilsig in die Zellen ein , Ich will meine Liederchen ihr weihn. w An den Congrefs zu Rastadt. 8 eit dreizehn Monden harren die Völker nun '* banger Ahndung, ob es nicht Täuschung War, ■*Jafs aus Gewitternacht der erste Tröstende Schimmer des Frieden« lachte. EU *^ dunkle Jahre wiithete Mordbegier, v ttat der Huf die ländlichen Hofnungen, ^fcd der Erinnys blutige Fackel Wandelte Dörfer und Stadt' in Trümmer. dunkle Jahre würgte das Kriegesschwerdt, lr »nk der Boden seiner Bebauer Blut; ° m Tajo bis zum Bheingestade Qefnete grausend ein weites Grab sich. ma i : i Es schien , als habe t die in den Wolken ihr 011 '' Und in der Hand die Wage des Schicksals U ;ilt ' Ein ganz Geschlecht dem Tode geweili et Ob den Verheerungen seiner Vater. Da scholl es > Friede ! über den Alpen h e ' Die Schwerdter sanken aus der erhobnen H 3 "' Der Donner schwieg, in Mcnschenhei' 2 ' Kehreten Hofimng und Lust des Le£0 Doch acii! die Hofnung ward zur Gewiß' 1 ' nicht! Noch birgt im Dunkel unser Gesichtskreis s ' Noch drohen schwere Wetterwolken Neue Verderben den Menschenkind^ ' O ihr, auf die das Auge der Volker bli c ' 4 ■ji;' Die aus dem Grab die richtende Nachwelt e Zur Rechenschaft heraufruft, dir &* Segen und Elend in einer Hand <>'' 1y *93 ,J n Wort, es fallen hundertmahl Tausende! ln Wort, es leben hundertmahl Tausende! Ihr sprecht das eine Wort — es lodert Wieder in Flammen des Erdballs Hälfte; Ihr sprecht das andre, und das Gewitter flieht; ^elbaumschatten sammeln die Völker sich, u»d die sich erst Vertilgung schwuren, Reichen die Hände sich izt als Brüder. I w, D ^ Fleckchen Erde mehr öder weniger — as ist es dem Auge der Menschlichkeit? Ö °U denn das Erbe unserer Mutter Immer mit Blute gewogen werden ? lt Ruhe sucht die Menschheit * den Frieden uel ls t der Arbeit, viel ist der Mühe noch, ,ri diesen Wohnplatz zu verschönern , Welchen die Gottheit uns angewiesen, (.3) J 9( Der Krieg zerstöret öfter im Augenblick, Was ein Jahrhundert mühsam gebauet hat; Und blinder Wahn mifst seine Grüfse Nach den Gebeinen erschlagener J3rü« e ' Ihr Friedensboten , hört der Menschheit £ tt ' Ist diese^Erde nicht euer Vaterland? Seyd ihr nicht Gatten, Vater, BrüdC r ' Seyd ihr nicht Kinder desselben Starn» 1 *"" »«CS— Als man den Frieden für ge wifs hielt. *797« "^ r schwebt herab , der langersehnte Friede, 0l ö Himmel, seinem hehren Vaterland! c «zt ihm entgegen, der die Eumenide ßes Krieges fest mit ehrnen Fesseln band. Schwarzer Fuls zertrat des Feldes Segen, lr Hauch verödete die weite Flur; Wl e v«enn der Aetna zürnt im Feuerregen, So Zeichnete Verwüstung ihre Spur, 4 LT Tagus bis zu Hollands Sandgestade. ^ Wo die Tiber gelbe Fluten rollt, °s am Lechstrom^ und wo die Najade eä Mains dem llheingott ihre Trauben zollt; 03) 3 liß Wie mancher blutete im heifsen Kampfe Für eigne Meinung und für fremden Wah n ' Die Sonne ward umwölkt vom Pulverdamp' e ' Es färbte Blut den fernen Ocean. In Hütten Jammer, Jammer in Pall'ästen ! Kein Lied, kein Hall der Freude tönte meb f ' Es irrten , aufgescheucht von ihren Festen» Die Reichen ohne Dach und Brodt umfi«*' Wo sonst ein Dorf aus grünen Bäumen blick'* Sah man den Hauch der schwarzen Trünii 1 ' 6 nur, Und der Rosse wilder Huf zerknickte Die Aehren auf der blutgedüngten Flur» Da lag — noch macht mich die Erlnnrnng beb e Ein Junges Weib gewürgt ans Mordes!» 13 " Ein Säugling liierig an ihr iail halbem L eS) Und Buchte Nahrung in der kalten Brutf» 197 'bohren schien auF einmahl, was seit lange ■Wes Menschen Geist mühsam zusammentrug, Und reif die Menschheit ihrem Untergänge; ^och der im Himmel sprach: Es ist genug! & H ün darf der Menschheit Genius nicht zagen, Die Barharei trägt nicht den Sieg davon. a seht, es folgt auf dem bekränzten Wage» ^er Ueberflufs dem jungen Frieden S£honJ ^langsam nurverharrscht so manche Wunde, ■^ie uns die Furie des Krieges schlug! r Wüsten sind izt da, wohin im Bunde *'t Höllengeistern sie die Fackel trug. So ^ckst mir meinen Jüngling nicht ins Leben, a »vnst mir meinen Sohn nicht wiedergehen, r uft der Greis — allein an seinem Stab; So r uft die Braut an des Geliebten Grab. i 9 8 Weint immerhin! denn nur auf Dornenweg« 11 Gehn Menschen ihrem hohen Ziele zu. Dem Frieden strecken wir die Hand entgegen» Und sind doch nicht geschaffen für die R«' 1 ' In heil'sen Kämpfen lafst sich nur gewinnen, Was auch den Feigen oft zu Thaten treib'' Und, wenn der Erde Nebel all zerrinnen, Ein Eigenthum für befsre Welten bleibt, i Ihr, deren Namen keine Steine sagen, Die ihr gefallen seyd am Tag der Schlack» Ich stör euch nicht in eurem Schlaf durch Klage"' Ein Morgen folgt auf diese lange Nacht. » Sie, die von fernher sich zu würgen käme"' Sie reichen beim Erwachen sich die Hand, Der Name-Mensch gilt dann von allen Na« 3611 Allein , und all empfangt Ein Vaterland. Lied eines Einsiedlers. dieser unbesuchten Zell«» l) \i l! m le kühles Nufsgesträuch bedeckt k dem Geplauder einer Quelle, Wt leb ich vor der Welt versteckt. e *> wo nicht Wahn und Schein mich trügen* 0l *i Streben eitler Thpren frei» * ftlt ' ich , dafs Friede, nicht Vergnügen t as höchste Gut des Menschen sey. n Kärtchen giebt mir Obst und Kraute* Ul ' für ein wenig Müh und Schweifs j, Ar beit macht gesund und heiter % "• Segen krönet meinen Fleifs^ u n nur buchen holt mit frohem Summen, ^ich die Beute von der Au, 200 Die Erde unter mir trägt Blumen, _ • Der Himmel über mir ist blau. Mag ein Gewitter sich erheben, Es zieht mit dem Gewollte hin ! Nie wird der Winter Veilchen geben , Dann sucht, wer klug ist* den Kamin- Sieh dort, die kühle Felsenquelle Bahnt sich durch Klippen , wild und fr"" Den Weg zu meiner stillen Zelle, Und rieselt leise da vorbei. ^ ; Grablied. Alis einem Roniiu. I cl1 baue mir ein Kammerlein, H, 0 ich einst ruhen werde -r n jeglicher Beschwerde; D s 201 8cheint nicht Sonn uud Mond hinein. ^ Winter oder Frühling sey , " Schnee liegt auf den Auen ,. Vögel Nester bauen , 1) M ist dem Schlummrer einerlei. ö, och plagen hösc Traume den, er Böses that im Leben; D l: le Engel Gottes schweben ms Grab des Guten ungesehn. 202 Stark ist des Grabes ehern Band, Doch wird ein Tag es lösen, Dem Guten wie dem Bösen , Dann gehts ins neue Vaterland. Ä0£ ^ n den Mond, in einer Herbst- nacht. fc Endlich ist dein Antlitz, *k l n des Himmels! <'U i) 8 md deine Tritte tc h des Aethers Wüste, Mi er Nachtgefahrte, * ln Schimmer ist sanft und erquickend. das Wort des Trostes > de * e «n s Freundes Lippe , a *i der Seele Kummer * ^ie ein Geyer, nagt. a *ich e ThrHne siehst du , 0, *n s ° manches Lächeln, ■ 1 N l '-'"i ■■WH 20/(. Hörst der Liebe trauliches Geflüster, Leuchtest ihr auf stillem Pfade ; Hofnung schwebt auf deinem Strahl« Herab zum stillen Dulder, Der einsam geht auf rauhem Weg. Du siehst auch meine Freunde , Zerstreut in fernen Landen;' Du gieisest deinen Schimmer Auch auf die frohen Hügel, Wo ich als Knabe hüpfte , Wo oft bei deinem Lachein Ein unbekanntes Sehnen Mein junges Herz ergriff. Du blickst auch auf die St'äta, Wo meine Lieben ruhen , Wo der Thau fällt auf ihr Grab , Und die Gräser drüber wehen In dem Abendhauche. ^°cli (lein Schimmer rin gt nicht in die dunkle Kammer ,"" 0 sie ruhen von des Lebens Mühe , Wo Du n ™ sehn noch manches Lächeln, '"1 sehn noch manche Thrane! auch ich bald ruhen werde ! Wirst gehn und wiederkehren, l] b a K rin Werd ich nicht mehr lachein , ÜB "n werd ich nicht mehr weinen , % 20^ e in wird man darin nicht mehr gedenken "' dieser schönen Erde ! ,' 1 ■ • .'. s£>S< m 206 Auf ein Gemählde, Perseus und Andromede vorstelle 11 "' JtliUe, Perseus , Rettung ihr zu •bringe ft ' Eh das Leben aus dem Busen flieht, Und ihr schönes Auge Nacht umzieht! Erich die Ketten, welche sie umschlingt' Wag es mit dem Ungeheur zu ringen, Ob es Flammen dir entgegensprüht: Dir, dem Götterkraft im Busen glüht, Wird das grofse Wagestück gelingen. Sieh, die Arme, die izt Fesseln trag Winden um den Retter sich mit Lust, Und besänftigter an deiner Brust Werden ihres Busens Wellen schlagen, An das häusliche Glück. Meiner Galtia. tt iclit deiner Schwester, welche Ordensbänder n d Geld und Ruhm aus voller Hand verschenkt , " oft das Loos der Völker und der Länder ™ach ihrer Laune dreht und lenkt: fc 6111 j dir, die stille Häuslichkeit und Frieden., Barn. Fügsamkeit und fromme Einfalt liebt, dem, der reines Herzens ist, hienieden eii Himmel schon in seiner Hütte giebt; e y mein Haus geweiht, das sich bescheiden, £rr» a von der Stadt in Nufsgesträuch versteckt. '"mt ich Thoren ihre Feste neiden * t>. deinen kleinen Tisch die Liebe deckt? 20Ö Gerettet hab ich aus dem Weltgewühle Den besten Theil, den Sinn für euch, $ atu Und Wahrheit! unverschrobene Gefühle Gefallen dir, o Himmelstochter, nur« Wo wahnberauscht in einem Zauberkreise Der Mensch nach bunten Luftgestalten te« 1 " Und für das Leben keine höhern Preise , Als Geld und Titel oder Wollust kennt: Da wendest du dein Antlitz ab, und kek 1 Beim Landmann in dem dunkeln Stübchen ei"! Hörst sein Gespräch mit Weib und Kind, ll " lehrest Ihn dankbar froh bei Brodt und Liebe se ' Auch meiner Hütte gehst du nicht vorübe r ' Sie ist durch dich an kleinen Freuden «" e Sonst flössen manche meiner Tage trüber» Doch du machst einen izt dem andern g 1 J> ; ,!'• I) ie ihr der Thorheit Taumelbecher leertet, 0 wüstet ihr, wie es so wenig nur m froh zu scyn bedarf; gewifs, ihr kehrtet V oll Reue m die Arme der Natur. erj n ich mich traulich an mein Weibchen schmiege , Ul 'd sich mein Mund auf ihre Lippen neigt, * sie mit leisem Lächeln nach der Wiege •^Uf unsern lieben ^ holden Säugling zeigt, ef Wie die Unschuld schlummert: o dann tausche c h dies Gefühl nicht um gepriesneu Tand. Rosen schläft man ein im. Wollustrausche, u f Dornen wecket uns der Heue Hand. ' 0cl » jenes Glück lohnt nur ein reines Leben, V °'iUeppigkeitu.Dumpfheit gleich entfernt; ** Kunst und Weisheit können es erstreben, \, ^° Wenig als sich Lieh und Einfalt lernt. Üi( l ÜIO Auf einem Spaziergange. V V ie fühl ich meinen Geist erhöben In deinem Tempel, o Natur! — Wo wild die Meereswogen toben, Und im Gesumm der Frühlingsflnr. Wie unhesorgt und fröhlich schweben Die Mückchen hier im Sonnenlicht! O wohl euch! so viel giebt das Leben Uns armen Erdensühnen nicht« Zwar sehen wir den Himmel ofFen, Wenn Liebe unser Herz bestrickt, Doch alles Ahnen, Traumen, Hoffen Ist nur ein Wahn, der uns berückt. 1) as Glück ist eilig im Versprechen , Je doch im Geben trüg und karg; cl1 pflücke Rosen, und mich stechen •^ie Dornen, die ihr Lächeln barg. an er erste Schritt in dieses Leben. * 3 t auch der erste zu dem Grab; "d will der Geist zum Himmel schweben, ?0 zieht die Erde ihn herab. b a ) welch ein Blühen, Zirperl, Summen "ftd Leben auf dem Wiesenplan! ° c h weht mich auch im Duft der Blumen e ' Odem der Verwesung an. 111 Fufs zermalmet tausend Wesen j ie nicht einmal mein Auge sieht, ganze Schöpfungen verwesen, °ch eh der Tag von uns entflicht. 04) a ..... 1 2VZ Die Rose, die mir Balsam hauchet, Ist einer kleinen Welt ein Grab; Der Käfer, in der Sonne Gold getauchet * Fällt todt in ihren Schoofs herab. Der Staub, auf den ich achtlos trete , Hat einst vielleicht gefühlt wie ich; Die Flamme , die in ihm sonst wehte , Glüht in der Traube izt für mich. Bf Und ich? was werd ich seyn, wenn wie» Die Blüthe aus der Knospe dringt, Und Philomele ihre Lieder Am Grabe ihres Gatten singt? Izt kränzt noch Jugend meine Locken, Izt gehts noch rasch Berg auf und ab; Bald aber kommt auf leisen Socken Das Alter mit dem Krückenstab. 21" "^ Busen der Geliebten Schwindet Ir i einem Kufs der Traum von Zeit: W ; 33 Götter an die Menschen bindet, *8t der Vergänglichkeit geweiht. Kaum eine Lehensblüthe reifte, ■Die tausend andern fielen ab; öi e Hofnung , die in Ewigkeiten schweifte, begrenzt das enge, dunkle Grab. ■ n isonst ist dieses volle Leben ! , Der Funke, der im Herzen glüht, * r d einer Pflanze Nahrung geben , Die einst auf meinem Hügel blüht. c 0 dreht sich die Natur im Kreise, ^U wäre sie des Zufalls Spiel, ^J& immer aus im alten Gleise, n d ist doch immer auch am Ziel. 314 Doch wenn der Erde Pfeiler wanken, Das Band von tausend Welten reifet, Ich halte mich an dem Gedanken: Er bleibt, defs Name Liebe heilst. Ballade. e ' lf: ihr das-kleine Hüttendach V Jj »JS 0t i Epheu überhangen? ° rt kömmt, mit leisem Web, und Ach ■^'ft Mädchen oft gegangen. 0r t irrt' ich jüngst beim Mondenschein, ^d horte ihre Klage : '' ^lassen bin ich und allein , Cr borgen selbst dem Tage.*' »•M, Da eit i Herz war gut, und leicht mein Sinn, lr blühten lauter Rosen; S a h ich einem Mann mich hin % e thört durch falsches Kosen. " 2l6 5>Wie liebt' ich ihn so treu und warm! Umsonst war Lieb' und Treue ! Bald rifs er sich aus meinem Arm , Und liefs mir Gram und Heue. '* „Bedeckt mit Schande mufs ich fliehn, Und büfsen mein Vergehen , Bis über meinen Hügel hin Di« Abendwinde wehen. " t > ■•• Wiegenlied einer Unglücklichen fächle mir im Mutterarm , «»einer Schmach und meiner Liebe Üfs es Pfand ! o dafs mein Harm *Vvig unbekannt dir bliebe ! Sc hle, liebes, holdes Kind! •ruh genug noch wirst du weinen. h l » des Lebens Farben sind a 8 nicht, was sie dir izt scheinen. Ü clx »ch sah im Rosenlicht 'ohe Jugendbilder schweben, Och a sie sind dem Menschen nicht iü Jt Täuschung nur gegeben. Au ai8 Ihn , der treulos mich vcrliefs , Dürft ich niemals Gatte nennen! Ihn, der dich und mich verliefs, Wirst du nie als Vater kennen. { , PI Lächle, wenn auf dich herab Meine warmen Thr'inen fliefsen ! Gerne gieng ich in mein Grab, Dürft ich dich nicht elend wisse«. Bilde, gütige Natur, Zart und weich des Miidchens Seele! Leite sie auf deine Spur, Dafs sie.nicht des Ziels verfehle. Hast du, Schicksal, Thr'anen ihr Zugedacht, und Gram und Plagen , Gieb, ich flehe, gieb sie mir, O ich will sie gern noch tragen. Allwinens Klage. err i ist er, den ich liebe, n einem fremden Land , Schlangen um ihn zischen!" Quell, ihn zu erfrischen ! "ein Lager ist der heifse Sand, *'9 r ( r " bist du , den ich liebe ! D, '*e gerne wischt ich dir Ü n Schweifs von Stirn und Wange, * Wiegte zärtlich bange ^ Abend dich im Sclioofse hier! f er n ist er, den ich liebe , bleicht auf weitem Meer , ^ult von wilden Stürmen , 220 Die Wog' auf Woge thürmen , Und ach! kein Retter um ihn her! < Fern ist er, den ich liehe! Schon klirrt ein Pfeil vielleicht Von eines Wilden Bogen , . Sein Ang ist Nacht umzogen , Er wanket, stürzet, und erbleicht. Fern ist er, den ich liebe, Könnt meinen Busen ich Zu seinem Schilde machen, Nicht Tiger und nicht Drachen, Und nicht die Hülle schreckte mich. Fern bist du , den ich liebe ! Dein letztes Wort bin ich! Vielleicht ists schon gesprochen , Dein Äuge schon gebrochen! Komm , heiiger Schatten , ruf auch *° i<* ! Aii Herrn Professor Kappler. W 3 ansehen zu der Menschheit Würde hebt, 8 'erat sich nicht, es ist in uns gebohre«! Ü2I P: k re ünd , was ist Wahrheit, und wo kann man sie e in , unverfälscht von Menschensatzung , finden? Insern Schulen ewig nie.* ^ort irrt man nur in öden Dorneewinden. h * r agst umsonst die Geister alter Zeit! w, ° n ihnen wirst du dunkle Iläthsel hören. et k 8 *ch im Ernst der Wahrheit weiht, u ^ 3 » frei von Wahn, den Geist in sich beschwören^ 2.23. Nur .eine Luftgestalt umschwebt Den, der einmal sich aus sich selbst v loliren. Wie leicht vergifst man im beschränkten IW Der Biicherwelt tlas eigentliche Leben ! Erwacht zu spät aus seinem Traum , Und kann für That nur leere Worte geW' Mag auch die Welt, die uns so schön umg' £l |)tl O'i Ein Trugbild seyn im Spiegel unsrer Sin* 1 ' Das, was in uns verlangt und liebt, Kann nicht, wie Glanz im Abendhauch»*' rinnen. Was ists j, wenn ein System heut üntei"g ei,t ' Und morgen man sich um ein neues s tre Wenn unser Meinen locker steht, So steht doch fest, Was unsern Willen it« 1 ' leit«*' JiSJ JLiech t % a 'St uns ihm zu Einen trinken, ^ er uns dieses Leben gab! ätlr lich , manclie Freuden winken "QU der Wiege bis zum Grab. ^dingsrosen blülin am Strauche, Elchen auF dem Wiesenplan , 8 dem. blauen Mädchenauge ac ht uns süfse Liebe an. Au, , «er Traube goldnen Beeren V u «lle n froher Sinn und Muth, er Becher , den wir leereh, **Wft uns reines 9 leichtes Blut. ■RHB 224- Freundschaft bietet uns die Rechte, Wo der Weg durch Wüsten geht, Und im rauhen Dorngeflechte Selten nur ein Blümchen steht. W*o der Pfad auf Gräber neiget , Lafst die Hofnung Rosen blühn , Trocknet unsem Blick, und zeiget Lächelnd nach den Sternen hin. h Fremle , die im Himmel thronet, Kehrt auch oft auf Erden ein. Wahrlich, Bri'ulei , es verlohnet Doch der Mühe t Mensch zu seyn. -—ose—— ££■■ Antwort auf einen Neujahrswunsch. VV H arum sollt ich nicht mein Schicksal , . tragen ? ° 8 en blühen ohne Dornen nicht, >y i nur der darf übers Leben klagen, ^Hs an einem Freund gebricht. le noch geitzt ich nach des Reichen Habe, u w e nach einem goldnen Vliefs> dll ke taglich noch dem Mann im Grabe, fcr 5 statt Golds i mir Weisheit hinterliefs. ' lr als Flitter in dem Marmorsaale eit *t der Hain mich, wo der Hänfling singt, ich misse nicht die Leckermahle, Kl » fi26 rill Wenn ich auch nur eine Hütte fände , Eine kleine abgelegne Flur, Deren Blumen mir die Liebe bände, Dennoch dankt ich der Natur. Ann ist man bei armem Herzen nur. a»7 An Sie. 1788. A *-ufs neue keifst des Schicksals Tücke mich Ach, fern von deinen Armen gehn ! °ch traure nicht! bald , Holde, werd ich dich ■^üf stets und immer Vviedersehn. 11 deiner Hand besuch ich bald das Thal, v *o ich zuerst das Licht begrüfst, le Fluren , wo ein Veilchenstraufs , ein Ball, ^ lt jeden Jugendtraum versüfst; freundlich nehmen uns die Schatten ein, le meiner Kindheit Spiele salin , ri 'eundlich lächelt uns der Blumenrain, ticl jede. Staude freundlich an. (i5) 3 i i ,f 228 Dann folgst du mir auch in die Hütte hin» Wo an rler besten Kitern Hand So lieblich mir einst jede Sonne schien $ So glücklich jeder Tag mich fand, Und da erneuern wir den hohen Schwur, Uns treu zu lieben bis ins Grab , ,Und segenlächelnd schwebt im Duft der f' 1 Ihr Geist zu uns herab. An ihrem Rasenhügel knien WÜTi Uns mehr als Tempel und Altar } Und weihen uns der schönen Liebe hier» Die ihres Lebens Gottheit war. Sie leichtert uns auch jede Erdenmüh» Pflückt unter Dornen manchen Strauft Für uns , und löschet dann sp'a"C oder Des Lebens Fackel lächelnd aus. früh Lied. w, o ums grüne Gartengitter Sich die Bohnenblüthe webt, Wo im Sturm und Ungevvitter £ "9 krausend sich das Meer erhebt; 0 sein Nest -der Hänfling bauet, *»o das Madchen frömmlich schwärmt. s W 0 der dunkle Abgrund grauet, Und eich strenge Tugend härmt j ^o a, e Andacht Hiincle faltet % 1; i'^melan die Seele reifst, Ccli gt alles laut, es waltet. Ueber uns ein guter Geist. )fi\j\y ü%o Spuren seiner Vatergüt« Trügt rings um uns die Natur ! Blumen giebt er , Laub und Blüthe , Heerden brüllen auf der Flur ; Trauben reifen auf den Mühen Zu erfrischen unser Blut; Kühle Abendlüfte wehen Nach des Sonmiertages Glut. Wo der Fels in Wolken thronet, Baut der Adler sich sein Haus , Wo den Schweifs die Erde lohnet, Sucht der Mensch sein Plätzchen aus. Auf des Armen Sklavenkette Fällt der Hofnung goldner Schein, Hofntxng spricht am Siechenbette Muth dem blassen Dultler ein. 331 ^° der Lenz aus seinem Kranze Blumen auf die Graber streut, Scheit uns im Morgenglanze Bindung der Unsterblichkeit. H91 ü"T2 An Sie, Hd .arme dich , Geliebte , nicht so seh* > Heitre deine thränenvollen Blicke ! Menschen trennen uns nun nimmermehr , Liebe trotzet jedem Mifsgeschicke, Gern miss ich all den Prunk und Tand, Welchen nur-des Zufalls Launen geben! O du bist mir Welt und Vaterland, Bist mir Alles, Reichthum, Glück Leben, iii»« Reift für uns kein Nectar an dem Rhein» Duftet uns kein Maal von Leckerbissc 1 ' Liebe wandelt auch den Quell in Wein, Und den Stuhl von Holz zum Eiderkis sClJ ' *33 * schlichter Thron ; obgh' idt Von Stroh, steht fest auf seinen Bei« e ' ' ^ m Morgen weckt das Frühroth mich, * c h blick hinaus auf Flur und Auen , Seh > wie die Finken nachbarlich Au f meinen Bäumen Nester bauen; n( l leichter wallet mir das Blut, c 'i fühle Frieden mich umwehen, Kann, gestärkt mit neuem Muth A« das Geschäft des Tages gehen» k c 'it seiton fällt es mir auch ein , e r Weisen Geister zu beschwören; I) II, ei- zen unverfälscht und rein ^ist «41 gern sich ihre Stimme hören. 0f t , K °nimt die Muse auch zu mir, ^d lehrt mich leichte Lieder singen, *Ue vergefs ich, dankbar ihr es Frühlings ersten Kranz zu bringen, (16) 2-J3 Steigt eine Grille rhir zu Kopf, So greif ich nach der Fliegenklappe , Begiefse meinen Blumentopf, Und blattre in der Bildermappe. Bald sammelt sich der kleine Kreis Von Weib und Kindern zu dem Mahle} O warlich, nur ein Herz von Eis Mifst hier den Prunk im Marmorsaale. . ■;;■. H5 Heiligenbilder. An den Itofmahler Becker in Carliruhe. Die Madonna mit dem Kinde, w. er ist das Weib, so hehr und mild, 1) °rt in des alten Palmbaums Schatten, deren Wesen sich Jungfrau und Mutter gatten ? l ^ ihrem Schoos ihr und der Liebe Bild, ' .-! h 0» (l Knab' , in dessen Angesicht überirdisch Etwas strahlet, s keine Sprache kennt, Und JAaphael trat mahlet? ler ndlirige gehört der Erde nicht ! 06) a ui Beglückter Knabe , welcher sich An diesen keuschen Busen schmieget! Beglückte Mutter, die mit Lieb und An' lilC dich , © Götterkind , in ihren Armen wieget! II.- Johannes; in der "Wüsl? T ^ tiefen Forste , wo es halb nur tagt, zt er arn Quell, und scheinet nachzusinnen, at der Welt nicht als ein Thor entsagt, H seiner Seele reift ein grofs Beginnen. *r 5 sah mit Schmerz die Menschen seiner Zeit; Würdiget, .am Schlamm der Erde kleben , T barg sich in der stillen Dunkelheit, \ ■ e mst mit Kraft sie wieder zu erheben. Nahrung beut der Wald ihm Wurzeln an, ~ l * TW t) igerfell umhüllet seine Lenden; Kampf mit sich begann er als ein Mannt, ^it der Welt wird er als Held vollenden. ' ?4'g el1 ' Es leuchtet aus des Knaben Angesicht Den Kommenden ein überirdisch Licht. Die Hirten nähern sich, und schauen Das Wunder an mit ehrfurchtsvollem Gi'< lU Der Knabe lächelt — o vertrauet mir, Denn nur um eurer willen bin ich hier. 2 (9 VI. Die Kxeutzigung. D ie Sonn' erlischt, ein Hochgewitter schwebt 0l 't furchtbar auf die Schadelstätte nieder! 'e Graber öffnen sich , indem die Erde bebt, le Todten kehren in das Leben wieder. ^ e h über euch und eure Kinder , ihr, iie ihr mit Hohn den Heiligen gerichtet! ^Mütter, eilet mit den Säuglingen von hier, ^ Gottes Hand den Frevelort zernichtet. le ht, eh das Schwerdt der Todesengel blinkt, le euer Volk dem Untergange weihen! ° c h er, der izt am Kreutz den Kelch der Leiden trinkt, nil > selbst im Weh des Todes, nur verzeihen. | 119 55a Vit Die Weiber, die zum Grabe gehen. J_ rocknet eure Thränen ab, Sticht ihn nicht im Felsengrab , Euren Meister, der euch Wahrheit lohne, Und dann zu dem Himmel wiederkehrte. I I Wähnet nicht, dafs er , der kam , Und dem Tod den Stachel nahm, Und der Hülle ihre langen Siege, In den Armen der Verwesung liege. Trocknet eure Thränen ab, Denn ihn fesselte kein Grab 3 Und der schöne Tod, den er gestorben, Hat ein neues Daseyn euch erworben. ^B «31 W ' lt & euch jenes Dort einst Hier, a nn , ihr Treuen, werdet ihr etl Verklärten freudig wiedersehen , j was er euch lehrte, ganz verstehen. ^d o 52 i': i \ VIII. Die heilige Tlierese. JlS ie hat, mit deinem hohen, zarten Sil" 1 ' Das Irdische dich angezogen ; Dein Geist schwebt übern Sternenbogen Zum Quell der Lieb' und Wonne hin. Und o ! es ist kein eitler , leerer Wahn , Womit die Phantasie dich trüget ! Was unsenn Herzen ganz genüget, Trifft es nicht auf der Erde an. Die schönre Welt, die liebend dich umgi^' Sieht man in deinem Antlitz strahlen , Und du erblickst im Reich der Qualen Nur einen Ort — wo mau nicht l ie I IX. Der heilige Sebastian. "^-n einem Baume festgebunden kartet er den Tod, und siebt 8. lt Ruh empor, obgleich aus zwanzig Vunden H Ift bald sein Leben flieht. le Söldner des Tyrannen schicken 4,- ^ r That sich an mit manchem harten Wort, w gfeichtung grinzt aus ihren Blicken 0 e 8: Jünglings Herz schlügt ruhig fort. 01 grofsen Kampfe vorbereitet, St nichts mehr, was ihn an die Erde halt. r ^eifs, dafs, wer für Wahrheit streitet , Www, i^«m. ), '.?: 1 «5*4 X. Magdalena in der Wüste. V V er ist die Büfserin, die hier Am öden Felsenhange trauert , Wo im Gestrüpp die Natter lauert? Erlag sie einst der lüsternen Begier? Wohl, dafs du, von der Wollust Pflaum Hinweg , auf Dornen dich gebettet! Was ewig an den Abgrund kettet, Ist nur des Lebens goldbeglänzter Schaum« Der Unschuld süfsen Frieden kann Die lleue zwar nicht wiedergeben t Doch die vom Falle sich erheben, Nimmt Tugend gern als ihre Kinder an- ^55 XI. Adam imd Eva im Paradies. Vv. o die Ulme Weinbeerstück' umarmen. % 0 ein ewger Frühlingsodem weht, K< le die Bäum' an goldner Frucht erarmen, ft d der Waller nur auf Blumen geht: 1 ) f $ 1) lt? en,sie von süfser Kuh umgeben , "'l von keiner Sünde noch versucht, ' l H den Engel freundlich niederschweben, er sie oft als treuer Freund besucht. m Di **ch selber finden sie Genüge, * ihr Glück ist, wie ihr Herz , sich gleich, ntl ilir Garten noch so wenig (rüge, Sle Waren doch durch Liebe reich. I H ■ I a 5 6 Schöne Bilder! wie das Kind im Spiele, Tauscht ihr uns mit einem goldnen Schein» Aber nicht am Anfang, erst am Ziele Kehrt der müde Mensch in Eden ein. -----=3*.cs----- : l\ '■ ■*■ *57 XU. Das Pfingslfest, ° e ht hier des Herren Jünger, die ^ a s Heil verbreiten, das er uns errungen 1 Öl, Ji e Kraft von oben überströmet sie, Si le reden wunderbar in allen Zungen , n d ziehn izt über Meer Und Land , 1X1 freudig ihn den Menschen zu verkünden, t) er glorreich aus des Grabes Nacht erstand, Jlu Gottes Reich auf Erden zu begründen, 011 von des Glaubens hohem Muth Vi sie bereit, die Hölle zu verriegeln, Uc 'i werden sie mit ihrem Herzensblut ei1 ßnndesbrlef des Meisters froh besiegeln, (17) 2?ß XIII. Das Weltgericht. Di 'ie Eid erbebt in bangen Ungewittern, Des Menschen Sohn kömmt zum Gericht! Der Himmel und des Abgrunds Tiefe zittc 1 ""' Und Heilige verhüllen das Gesicht. Die Mutter fleht den Sühn noch um Erharrt 16 * 1 ' Doch des Erbarmens Zeit ist aus. Ein Engel öffnet izt mit starken Armen Zum letztenmal der Hülle dunkles Haus. Verdammte wandeln über öde Steppen, Goröthet von dem Feuermeer, Und aus geborstnen Grabgewölben schlepp e Pich mühsam menschliche Gerippe her. a 59 "tlion wirbelt die Posaun' in Donnertönen, ^nd Schrecken geht durch jedes Herz; kt kann nicht mehr 1 der Reue Gram versöhnen, ^»(1 ach! das Leben bricht nicht mehr im Schmerz. Der Todienrichter sondert die Gerechten °ii Haufen der Verworfnen ab; . . ■um Himmel schweben die zu seiner Rechten, ^er Abgrund schlingt die übrigen -hinab» ■ ■ (17) 2 ;) sfr» Sappiio. JuLoch auf Felsen überm Meer Oedes Schweigen um sich her, Steht die Schülerin der Musen , , i Blafs , das Auge tlnänenleer , Namenlose Qual im Busen. Lange starrt sie stumm hinaus In die weite Wasserwüste, Streckt die Arme träumend aus Nach der fernen dunkeln Küste, Wo ihr Liebling ihr entschwand; Undankbar und Fühllos wand Er sich aus der Huldin Armen , Wo er sonst den Himmel fand , Ach! und kannte kein Erbarmen, Als *ie ohne Leben stand. A ä6j Konnte deine Rache schlafen, Ve «us, die der Liebe Schwüre.hört? **ast du nicht, den Meineid zu bestrafen,. 5 °ist die Meeresflut empört? peh, was hilft dir nun, Bethörte, deiner Töne Zaubermacht:? *•*, der nicht die Liebe hörte, ^hd durch Lieder nicht zurückgebracht. Götter, ruft sie izt, und milder ^»t ihr Weh in Thränen sich , '»nun täuschen noch die Bilder tl igerischer Freuden mich? e g, du Traum von jener Stunde, 0 ich bebend ihn umfieng, 0 ich stumm an seinem Munde ^'gelöst in Wonne hieng: 0 die Seele auf den Lippen achwebte, ei der Leben ineinander strebte, f(i Und Himmel uns vergieng. z6z Doch in Asche aufgelodert Ist die Flamme seiner Brust, Nur zu schnöder Frevellust Hat sein Auge mich gefodert, Und nun bin ich ihm nichts mehr, Und sein Heiz ist liebeleer. Ha , verlassen und vergessen Bald in einem fremdem Arm! Und er höhnet noch vermessen Seinen Eid und meinen Harm 1 ! Götter, ihr habt mir das Leben In dem Einen nur gegeben , O so lafst nun auch im Schmerz Brechen dieses arme Herz. Wühlt, o wühlt in mir, ihr Flammen» Stürme, brauset um mich her ! Riefs , und stürzte sich ins Meer, Und die Wellen schlugen über ihr znsava^ ' Anakroon. I, 111 Schatten einer Rosen-Iaube Gebahr die Mutter ihn , Öi ft d lächelnd streckte nach der Purpurtraube *^er Säugling schon die zarten Handelten hin ; *« 11 beller Schein vergoldete die Blätter , n 'l eine siifse Melodie erklang, Wie beim linden Frühlingswetter 1) er erste Nachtigallensang: ' ,Ge deihe, holder Knabe! Sieh, es weben Oi. 0 *d tu le Grazien den Lebensfaden dir, a ue Liebesgötter schweben 111 deine Wiege hier , " „Und legen in dein Herz die Luide Gabe» Die Menschen zu erfreun, Und von der Wiege bis zum Grabe Den LebenspFad mit Blumen zu bestre» 0 « ,,So wandelst du mit dem Pokale Und mit der goldnen Zither deine Bahn» Und selbst der Tod füllt seine schwarze Sch*^ Mit Traubensaft statt Wermuth für dich '«r ä6§ Die Unsterblichkeit. An *'»-. Th. Vülz. Ö er traurige November störet schon 111 öden Hain das gelbe Laub herab; ^eer ist der Traubenhügel an Gesang , M *i grauer Nebel decket das Gefild * e ich einem Bahrtuch — jede Freude flieht. 0 fliehet unser Leben , Freund ! verwelkt S' ltl rt all die Blüten meiner Hoffnungen, ie hier die Frühlingskinder auf der Flur! n Traumgesichten schwebt um mich ihr Bild, ie Um den einsam Trauren den das Bild e * früh verblichenen Geliebten schwebt. lr schönen Tage , wo ein Kr'äusel noch t ln Ball mein ganze* Herz befriedigte! üGG Wo ich in Kappeis stillen Auen noch Nach Schmetterlingen haschte , leicht wie" Weg über Dorn und Blumen gaukelte. Ihr schönen Tage, unentweiht von Gram» Von Sorgen um die Zukunft! Unschuld g ie * An meiner Seite, und die Freude gofs Auf jeden meiner Schritte Blumen aus. Und diese schönen Tage sind, nicht mehr! Und auch die Guten , die sie mir versch'' n ' Der Weisheit früh mein Herz geöfnet, r Mich zum Genüsse der Natur gewöhnt, Mit Und zu dem Frieden, der im Herzen esung sein Organ zernagt? Kann eis M„; t> ty ° c hkaum, wenn Schmerz in jeder Nerve tobt, Wi e e «a nur das Band des Schlafs die Glieder hält» > oder sinkt mein Alles in das Grab, ff/: I ■ L'i. £ 68 Wie wenn das Saitenspiel in Trümmer» h e 2 ' Auch jede süfse Melodie erstirbt? I Zwar nichts geht unter rings in der ^ a Der Blitz zersplitterte die Eiche dort —■ Sieh , einen Theil verzehrt des Heerdes (01 Er steigt in Dünsten auf, und fruchtet Im Thau des Felds, der andere zerstiebt! Doch aus ihm saugt der Fruchthalm Nahrung eJ ' Die späte Rose am Geländer hier War einst vielleicht ein schädliches InseW' Und so geht alles rings in der Natur Den ewgen Kreislauf: Leben grenzt an T" ' Doch nie an Nichtseyn. Wenn mein Auge s> Beraubt des süfsen Lichts , mit Nacht uniz 1 ' Dann leb ich bald in andern Wesen auf, Du pflückest mich im jungen Veilchen, F ieUl Das lieblicher dir seinen Kelch enthüllt» Du hörst mich singen in der Nachtigall« Die Ruh iu deine kranke Seele spricht. ei)'» V B$9 ° c h bin ich selbst dann noch? Wenn hier den Wurm e *n Fufs zermalmet, bildet die Natur ^ nächsten Lenz vielleicht zum Grashalm ihn, ö( ' dieser wandelt sich im Bauch des Thiers Zu z h ^ Tropfen Bluts , und einst nach Jahren wohl ""8 lebenden Geschöpf; doch ists der Wurm a nn nicht mehr, der zu meinen Füfsen kroch. 16 Sorge der Natur erstrecket sich Ir wenig auf das einzelne Geschöpf; 's Ganze ist ihr groi'ses Augenmerk! % *s kümmert sie das Fallen eines Blatts, as Welken einer Blüthe, was der Tod 0,1 Tausenden im Schutt von Lissabon, ütl Hunderttausenden im Sonnenreiche , '<: W ihgt durch guter alter Christen Hand, an ge nur noch das Geschlecht besteht? Vielleicht fällt meine grobe Hülle mir Sta ub, und wandelt sich in mancherlei n 1 270 G&stalten ? Doch dies ist mein Selbst ja nicht» Ist nur mein Wohnhaus für die Erde hier. Das feinere Organ , gewebet aus Aetherischem Stof, verzehrt Verwesung n lC Entfesselt Schwingt der Geist nur leichter Zu höhern Sphären, wo er, dem Gesetz Der endlichen Vollkommenheit gemiifs , Stets näher rückt der Schöpfung grofsem ZvVC r Stets ähnlicher der Gottheit Bilde wird. I Jedoch wer sagt mir dies ? Wohl ist i' 1 Ein dunkles Streben ins Unendliche; Wohl nähert sich mein Geist nur langsam 11 In weiten Sonnenfernen seinem Ziel; Allein wird ers erreichen ? oder ist s jcb <*> J Sein Weg dahin der Kreis der Ewigkeit: fing Wird er nicht noch in seinem kühnsten Anstofsen an der Eingeschränklheit RflBR > Und ^stärker noch , je rascher er sich hol'' Wie, oder kehrt er in der Gottheit S cll ° t_j*j ,N **-~-.r"*-"*»»*. *^i™. 271 ^s Theil und Ausflufs des Unendlichen? st Unser Ich ein Traum des Augenblicks ? W Doch was wird Gott, der uns ins Daseyn rief, enn mit dem Körper auch der Geist zerstiebt? b ^i Säugling, der am Mutterbusen stirbt , K ch eh er einen Tropfen aus dem Kelch ber w. Freude schmeckte, rief kein guter Gott* e nn er nicht aus dem Grabe, wie im Lenz er Schmetterling aus seiner Hülle geht. Id ist: dies Erdenleben Tausenden Uir lc ht zehnmal schrecklicher , als nicht mehr 1 seyn?. k Lafs uns das Menschenleben näher sehn , ' c «t mit des Menschenhassers trübem Blick, eit », ernst und ruhig, wie der Wanderer ^ einem Schlachtfeld oder an dem Grab ° n einem Borgio und Nero weilt,' Die blühete der llosenknospe gleich, Des Vaters Lust und seines Alters Stütze» Izt liegt sie bald entblättert in dem Staub- Verschwunden ist der Unschuld Heiterkeit Aus ihrem Aug', ein traurig Lächeln scliW c Um ihre Lippe — alles , was ihr blieb, Ist das Gefühl noch dessen, was sie war! Und er, der Greis in der verwaisten Hült e Ringt stumm die Hände, schlingt den G> a in sich, frrollt mit dem Himmel,uucht den Menschen> ufl Sinkt sterbend der Verzweiflung in den A rl ' Sieh hier die Menschenheerde zum Ve^' 1 Nach irgend einem Menschenmarkt getiieb e Wo man mit Tippo's Gold das reine Blut Von Herrmanns und von Huttens Enkeln Ha! welches Ufer trank nicht teutsches Blut! n Welcher Wüste dörrt nicht das Gebein 011 Teutschlands Kriegern an der Sonne Brand? er alte Vater blickt von seinem Feld , 0 er dem Unkraut nicht mehr wehren kann, n d seinem müden Arm der Karst entfüllt, 11 trübem Auge nach der Gegend hin, 11 der man seinen Sohn verhandelte , n d tröstet sich mit seiner Wiederkehr! Wird nicht wiederkehren > und nicht mehr >e süfse väterliche Hütte sehn ! Hon hüllet ihn die Nacht des Todes eiri; tll 'b, alter Mann, eh dieser Blitz dich trifft! "■b, eh der Hungertod dich langsam würgt! "h — oder geh zur fürstlichen Maitresse, tlc * fordere des Sohnes Preis ^ den sie 'bleicht an einem ihrer Finger trägt ^ Vi bleicht auch izt auf eine Charte setzt; £>a bauet ihren heiigen Opferheerd 8e Seht auf das Schlachtfeld hei Philipp! hin — Vom eignen Blute trieft das eigne Schwerst ■ Des letzten Homers. — Tugend, ha du l>' lSt Ein leerer Name ! ruft er aus , und stirbt ■ Sein edles Haupt liegt blutend in dem Staub» Und Nacht umhüllt den hohen FlammenbU^' Doch jenes Göttliche, was in ihm wohnte, Was ihn zu muthger Selbstverleugnung trieb» Und ihn zum Kampfe stärkte mit sich selbst Und mit dem feilen Geiste seiner Zeit, Ist dieses Göttliche denn auch vergangen, Wie von des Windes Hauch ein Licht erlisch' O klüger trank alsdann der Tejer Greis Den Traubensaft, als Sokrates sein Gift! Im Grabe sind sie nun einander gleich, Ein wenig Staub der eine wie der andre. Du mahnest mich au Menschenwürde ? ***"» Was ist sie denn , wenn sie das Grab mir raubt • Wenn mir den schönen , schwererrungnenr'' e Der mir im Kämpfen mit mir selber ward, ^as Einzige, was Mein ich nennen kann, Wean ihn die Hand des Todes mir entreifst? Du sagst: die Würde lebe ferner noch h dem Geschlechte fort; mein Beispiel sey ^d werde bleiben für die Enkelwelt, ^as kümmert ein Geschlecht mich, welchem ich "un. ewig nicht mehr angehören kann ? " r Ur mich ist nichts mehr, wenn ich nicht mehr bin. ^erm ich dem Erbtheil dieser Welt entsage, 0 fordre ich mit Recht ein Besseres; tl< i wenn es mir durch Müh und Kampf ge-* lingt, er » Himmel zu ersteigen, wird mich wohl ^e unsichtbare Macht, an deren Hand ' as Sonnenstäubchen wie der Erdball hangt, ^ sie zurück in jene Dnnkelheit c h stofsen, wo es nimmer Morgen wird ? i) Mi i.f I 282 • i \ O schöner Glaube an ein befsres Seyn, Dich giebt die Erde nicht, dich lehrt das Herz» Das sich erwärmt vom Strahl der Gottheit fiiM 1 • Trügt diese Stimme, so ist alles; Trug. Nein , ich vertraue dir, wer du auch se} st > Der du das Ahnen einer bessern Welt In meine Seele legtest! Alles , was Vergehen kann, war nicht zu bleiben wer*' Die Erde nimmt ihr Eigenthum zurück, Und so der Himmel auch das Seinige. Du bist, Unendlicher, weil etwas ist! Nicht im System der Schule fand ich dich > Doch tief in mir vernahm ich deinen Huf! Du bist, und ruhig blick ich auf das Gr^ * Das schon 60 viele meiner Lieben birgt! Ich werde sie dort alle wiedersehn — Dich , meine Minna, die du einsam schla ' In fremder Erde — fröhlich kömmst du o a Mit deinen Brüdern, welche nie dich sab«» Zu deiner Mutter hergehüpft und mir. a8 g b '°ft find ich alle wieder, die Natur treue Liebe an mein Heiz geknüpft. Und Mag nun des Schlafe« Zwillingsbruder bald h meine Hütte klopfen — Wiedersehn, *^ Wirst mir leuchten, wie in dunkler Nacht Je <$><= Sinngedichte und fabeln. —.oeoosc*"*-• W li In ! SINNGEDICHTE. Denkspruch. fr. y W. chts Grofses kommt aus blofsem Sturm und Drang: W* Himmel fliegt man nicht mit nachgemachten Schwingen; err *s nicht sein Genius schon bei der Wiege sang, wird es höchstens nur zum Abentheuref bringen. ö et I Was ist die Liebe? Au Ghloen. Oie ist ein Kind , und doch mein Meiät er » Beugt Könige und Hirten unter sich j Gleicht dir an ftiidung , fühlt wie ich, Und ist vielleicht nur etwas dreister. Melamp. Mc .elarhp ist klein an Witz und Sffut&J Sein Körperchen gleicht einer Gurke; Ein wahrer Mann aus Lilliput, Und klein ist alles j was er thut t «tw ist er, ach ! ein grofser Schurke/ *8 9 An Strephon. ^*ai's Chloe dir verliebte Blicke giebt, les macht mir wahrlich keine trübe Stunde; 1 bin gewifs , dafs sie — nach ihrem Hunde —« lc 'i doch am meisten liebt. ■ An einen Künstler. h ö ^ lerntest, Freund ! aus weichem Thon, 111 Töpfer gleich, Gestalten kneten. ^icl *t ist das Räd der Kunst zu treten; J 0ch > willst du mehr als Zeitungslohn, So ^fst du dich zum Himmel wasren : «, ^mimelsglut beseelt den Erdenstaub J a st du Mulh zu solchem Raub ? a nnst du Feu'r in blofsen Hunden tragen? (»9) 2f)0 An Lyda. irchtest, Amor mochte dii• enlsch,vvi n . * ' JJu fü Weil Zeus ihm Fittige veriieh? O lerne von den Grazien ihn binden, Denn diese Kunst vci;stehn nur sie. Die glückliche Familie. Xlier sitzen sie, in ihrer Baume Seh* 1 Und sehen all so freundlich aus ! Sie macht das Glück des braven Gatten» Er macht das Glück vom ganzen Haus. atie«" agi ' ■ Eine Hand wäscht die andre. ^rispin, der Arzt, kam beim Cocytus an, ^«d rief den Alten mit dem Kahn : e j Bursche , wirst du mich gleich überfahren, Sa Zahl ich gern für ihrer zwei. u as Geld, versetzt der Fährmann, könnt ihr rj sparen. ei m unsre Freunde sind hier frei. .? I (19) 2 29» Crebillon und sein Freund. Der Freund. Ach seh dich selten, oder nie, Dafs nicht ein Schwärm von Hunden mit " ! renne: Das ist wohl so ein Stückchen vom Gerne • Crebillon, Das ist, mein Freund! weil ich die Mensch« 11 kenne« »93 Der Unterschied. E i) in Freund des Weins verliefs mit schwerem Kopf en Krug, um sich >— weifs nicht wohin? zu tragen; ^och geht er kaum zwei Schritte, so versagen ^ie Füfse ihm den Dienst —r da liegt der volle Tropf» e) n treuer Nachbar sieht ihn sinken, ft d eilt, dem Armen beizustehn : ^ e > Maz , du kannst ja nicht mehr stehn, 11 thatest unrecht, so zu trinken! eij i, lallte Maz, ich that nur unrecht, weg« zugehn. ^9* Der unglückliche Liebhaber. D, 'reimahl verliebt ich mich in meinem Lebe n > Doch hat die Liebe mir nur Gram Statt des gehofften Glücks gegeben! " Die erste der Geliebten nahm Ein Kloster mir, dem sie die Habsuchtweiht«» Der Knochenmann nahm mir die zweite; Die dritte, und dies macht so früh mich g raU ' Nahm mir die Ehe, — sie ist meine Fra«- s 9ä Auf einen tragischen Schauspieler. I Du Held im Trauerspiel entlockst uns immer Thränen , V1 r mögen über dich nun lachen oder gähnen. Grabsclirift der 3oo Spartaner. I ■*- od oder Freiheit suchten wir, 11 d fanden beides hier. • s 9 (S Fragment. JLst es die Stimme deines Genius, Die dich , im leichten Schifflein teutscher K U " S Das Meer des Lebens zu befahren , treibt» So fasse Muth, und folg ihm als ein Man"' Doch wehe, Freund! wenn du vor Stü«° e b;mgst! Und wenn du gar um niedrigen Gewinn Den stillen Frieden deiner Tage wagst. Was du erwirbst, lohnt schwerlich der Gef a " ' Dem Künstler ist es, wie dem Schöpfer, ß Um seine Welt zu thun; und schlagt ein. Goü Mit Blindheit ihn , und lähmt ihm seinen A 1 ' 11 » Den Fittig seines Geistes lähmt er nicht. Am Fels, gekettet durch das Schicksal, lie o C Prometheus, aber immer noch er selbst. 2 &<7 Er weifs, die Glut wird nicht mehr unter- gehn, vie er zur Erde vom Olymp gebracht. "Tag nur der Donner rollen über ihm — *hn kann er treffen, doch sein Werk wird stehn. ■ '. .: ■■■ ■ ■ . ■ ccj8 Der schlafende Amor. s W, er schlummert hier, an diesen Rosenhecken? Ein holder Knabe , voll und rund, Ein Lächeln schwebt um seinen Purpurmund "" Ich möcht ihn wohl mit dieser Knospe wecken- m\ O Mädchen , Amor ists , der Lose! Siehst du die goldnen Pfeile nicht Da neben ihm, scharf, wie der Dorn <*e r Hose ? O flieh ihn weit, den kleinen Bösewicht , Denn, störest du in seiner Ruhe ihn, So ist zugleich auch deine Ruh dahin. mm 2 99 Der sterbende Bildner. b ~Mm Künstler kam aufs Sterbelager; pfc alter Priester, fromm und hager, "*"at ernsten Blickes vor ihm hin, u ftd sprach: du siehst das Leben fliehn , *t helfen weder Aesculap noch Musen, H&A alle Kunst ist weiter nichts als Tarul • iier zog er mit der Knochenhand l n Krucifix aus seinem Busen — le h, fuhr er fort, den Leitstern in der Nacht, * sey dein einziger Gedanke! Mch, kennst du ihn? — Warum nicht, sagt der Kranke, * hab ihn selber doch gemacht. • . ~ 3 oo Grabschrift auf meinen Mops. Jtiier liegt mein Mops mit seinen kurz cn Ohren, Erbaulich war sein Lebenslauf; Er schien zum Domherrn oder Abt gebohre 11 * Afs , trank, und — hörte zu verdavien au» An Ali st. J.V-Lan muTs gestehen, Freund Arist, Dafs alles trefflich hei dir ist! j Geschmack und Pracht, wohin das Auge blicK » Und reiche Kunst, die Herz und Sinn entzück Kurz, Freund Arist, man findet hier Nichts ganz Gemeines — aufser dir. tf« '»Ol Grab schrift, S teh, Wanderer, an dieses Mannes Grab* Dem nicht der Stolz die kleine Innschrift gab; pttr wirst du mich umsonst nach seinem Na* men fragen, B wufst ihn selber nicht zu 3agen. ©- Aehnlichkeit. W a ahrlich, es gleichen sich Cypripor und die summenden Bienen, e *de verwunden sie, und freun sich am tönenden Erz. I i. ■■■■■■I 7,02 An Truila. Otatt Pallas Schild dient dir dein Angesicht» Wer dich erblickt, dem wird das Herz zU Stein. 3k Der treue Hund. Jjeilend empfang ich den nächtlichen D 1 doch still den Geliebte»' Und so gefall ich dem Herrn, und so g ich der Frau. efall 303 An einen Künstler. vjypria bildest du, wie sie den Wellen de» Meeres entschwebet? Treffender bildest du sie, steigend aus schäumendem Most. i Auf einen Grofsen* Vv arum aus Hunderten nur er die Dichter ehrt ? K ^ er thut Thaten ihrer Lieder werth. 3°4 Die Exegeten. i J-VXan stritt sich einst , ob des Propheten Thie r Auch in der That gesprochen habe? Hm , sagte Hinz der Exeget, kein Knabe Aus unsrer Schule würde hier Ein sogenanntes Wunder sehen; Dergleichen Dinge, glaubt es mir, Sind nicht buchstäblich zu verstehen; Gott selber kann nicht die Natur verdrehe* 1. Komm mir nicht mit dem alten Kram Der starken Geister angestochen , Rief Steffen, der das Wort izt nahm , Die Eselin des Bileam, Ich schwörs bei Siegelbuch und Lamm -, Hat so wie ich mit dir gesprochen. 3°ö p_j Dorilis. I i E in schönes Marmorbild! das Leben 'Vircl ihm vielleicht die Liebe geben. Denkspruch. (20) w ( ohl ist die Kunst zu reden schwer, e doch die Kunst zu schweigen ists noch mehr. ttHl 5 oß Die Ausflucht. uLieander war in einen schlimmen Streit Mit der Gerechtigkeit gefallen: Die Dame streckte schon die Krallen Nach ihm, da warf zur rechten Zeit Ihn eine Krankheit unsanft nieder , Ein Fieber schüttelte die Glieder; Es kommt der Arzt, ein Mann von Zeitungsrun t Der alten Heilkunst Antipode [ ig Gefahrlich , murmelt er , doch Brauns Met« 0 Thut Wunder! gebt ihm Opium, Dies rettet ihn allein vom Tode. Die Wunder blieben diesmahl aus; Kaum strahlt der fünfte Tag vom Himmelsbog e So zieht Leander schon ins Leichenhaus, Und die Gerechtigkeit sieht sich betrogen. Doch unser Arzt ruft selbstgefällig aus: Den hah ich trefflich aus der Schling gez»S eI3 ' k-i 3«7 Grabschrift eines Zechers. M ' I u nter dem Fasse, begruben wir dich, o Bi- bulus) schöner Kann ein Jünger des Bacchus nicht ruhn! Unter den Grabgewölben des Kirchhofs hätte man leichtlich Auch das deine mit Wasser besprengt. (20) 2 i l 3<$ An einen Freund. VV andle nicht so düster durch die Flur» Sieh die Blumen dir entgegen blühen — Brich sie! Wenn noch wenig Tage fliehe»» Findest du die kahlen Stengel nur. t Grabsehrift Friedrichs If. | JJer Brenne Friedrich schlummert hier« Noch mehr zu sagen , O Wandrer, wäre Sünde mir, Und dir — noch mehr zu fragen. 3°ü Cato, Ais den Römertod Cato starb, 3a sprach er: dies Eisen Konnte mein Vaterland nicht retten; so rett es denn mich! 9? -*•: '■-•'.. ■ Auf denselben. IST ein, ich überlebe dich nicht, o Freiheit l so sprach der * et *te Römer und starb, und die Freiheit mit ihm. 3 io An einen Freund. V V cnn die Früchte des Gartens dir genüge"» Und ein Becher mit ungemischtem Weine, i Und sdkrätischer Scherz, so sey mein G& 1 heut. Ohne Nester von Kochin-China's Klippen, Ohne Trauben vom Kap sind wir zufrieden- Die Gesundheit bedient uns freundlich lächeln«' Und die Freud*"bestreut den Tisch mit Blume"' 3" An die Blumen. .. j ■Ihr holden Kinderchen der Wiese, ^ie hin, und her der Hauch des Morgens wiegt, 0 beugt euch sanft zum Lager, wenn Elise Sich hier an meine Seite schmiegt ! ^och , liebe Blümchen , nur geschwinde k'hcbt euch wieder auf der Flur, ^afs kein Verräther je die Spur "°i> ünsrer Liebe finde. ! t ' 1 •> An die alten Bataver. W as ihr besitzt, verdankt ihr eurem M« tb > Und eurem unverdrofsnen Streben; Es ward euch nichts umsonst gegeben , Die Erde nur für Schweifs, die Freiheit fl u für Blut. Nach St. Lambert. U\x, deren Tod mir tiefe Wunden schl l, S' Um die noch täglich meine Thr'ünen fliel se Ich komme her zu deinem Aschenkrug, Um meinen Schmerz hier zu geniefsen. o r 3 Gelehrten Streit. IVXan stritt sich einst bei einem Abendschmaufs, Wem wohl des Nachruhms erster Kranz gehöre? Der sprach für Newtons, der für Wielands Ehre, Und ich, rief Stauze gähnend aus , Ich lobe mir den göttlichen Verstand Des Mannes , der den Schlaf erfand. ■■ ■■■■■■ 3i4 I Naive tat. Ei Änst trabte Junker Haberspren Zur Stadt auf einem jungen Pferde; Am Thove wird das Thierchen scheu , Und setzt den Reuter auf die Erde. Ein Mädchen sieht es an, und lacht. Mein klüger Falke bäumt sich immer , Sagt Hans , wenn er ein Frauenzimmer Erblickt, das um sein Kränzchen sich gebracht In diesem Fall, versetzt das Mädchen , Nehmt einen guten Rath von mir, Und reitet nicht in unser Städchen , Sonst brecht ihr euch den Hals auf eurer» 1 * gen Thier. -OSO ■MMM S r 5 Amor und sem Führer. E ls mufste sich , auf Jupiters Gehelfe » Gott Cypripor die Augen einst verbinden; Der Knabe rief: ach weh mir armen Blinden, Wie soll ich mich nun auf der Erde finden , Wo ich nicht Steg noch Wege weifs. Den Vater rührt das Flehhdes Knaben; Gieb, kleiner Trotzkopf, dich zur Ruh, Du sollst ja einen Führer haben, Sprachs und gesellte ihm den Leichtsinn zu. ■ I ... 1i6 Die Alter der Liebe. JTÜLmors Kinder jähre Sind sein goldnes Alter. Ohne Trug und Arglist Spielt er unter Blumen', Und die Unschuld selber Wiegt ihn auf dem Schoofse. Ist er Mann geworden", O dann spielt er tückisch Mit des Herzens Ruhe, Und der kleine Trotzkopf Herrscht und giebt Befehle Mit sultanscher Laune. In dem Alter hangt er Miürisch seine Flügel, ajV" ' Gähnt, wenn Nachtigallen Von den Bäumen singen; Will er auch die Freude Noch bisweilen haschen, So entschlüpft sie luftig Seinen schwachen Armen. ;v r /. ! ! 1 !■■ ... MUH 318 l Andenken. JtjLier schlofs sich des Verklärten Blick» Hier denk ich seiner in der Abendstille I Hier nahm die Erde seine Hülle, Der Himmel seinen Geist zurück ! rieffei. Z war sieht er nicht mehr Hain und Flu 1 "* Doch kennt er dich und liebt dich, o Natu r ' Und glänzt ihm auch der Strahl des Tages m c So ist es doch in seiner Seele Licht. 3*9 Bar. ^lolz auf sein episches Gedicht Rief Bav bei einem fetten Abendessen : So mancher Name lebt durch wen'ge Messen , Den Meinigen vergifst die Nachwelt nicht. Sein Nachbar sieht ihn lachend an , und spricht: Was man nicht weifs, vergifst man freilich nicht. Letzter- Wille eines Zechers. V or allen Dingen fordre ich, Will's man mir keinen Grabstein setze; Woch ins Trockne leget mich, Damit kein Thau und Regen mich benetze. "n 3* £.(> L j I essing. ilr.iimsclnveig 179». Jlir hatte zwar und hat der Freude vielj Doch keiner zeichnete sein Grab mit ein ßI11 Stein; Der griff und jener nach dem Gänsekiel, Um ihm ein Denkmahl von Papier zu weih 11 ' Und strich dafür den EhrenpPenning ein, Doch keiner zeichnete sein Grab mit ein e " Stein. OS« Kt - ..«cisv•■••- wx-iniM-! £31 Semler. er g Ute Mann ! erst wollt* er Licht D «is Dunkel unsrer Schriftgelehrten bringen, Und dann von seinem Tiegel Gold erzwingen; Ach, beides können Menschenkräfte nicht. Der Apfel des Paris, An J-iyda. E r war einst Aphroditens Ehre, ?t reich ich dir ihn billig dar! c 'i bin gerecht, wie Paris war, e >" du erkenntlich wie Cythere. (ßi) Dichteilüus. I ■■:«' i 1}'! / ■ r' turn ( : -*' ■ J\ä$ l D hübus einst die Hand nach Daphn eI1 streckte * Erhascht' er einen Lorbeer blos; Dies war auch oft der Dichter Loos, Die Cypripor gleich dem Apollo neckte; Der Lorbeerkranz war ihr Gewinn , Die Schöne nahm ein andrer hin, —ose---' 3 2 3 Auf Manchen* ,% vJein Rock ist seines Geistes Meisterstück, Sich selbst zu seilen macht sein ganzes Glück; Das heifst auf wenig sich beschränken. Ich lobe mir den Ehrenmaun ! Und da er selbst nicht denken kann ^ LaTst er den Spiegel für sich denken, 0S0- («0 2 ! ', .'. 5 a 4 Grabschrift eines Prälaten. Jtlier ruht, von manchem Mahle satt, Ein wohlgemästeter Prälat; Sein Wille ist, dafs man ihn ruhen lafstj Bis es am jüngsten Tag zur Himmelstafel bl» st ' M Thränen. J_ hrilnen. sind des Himmels Geschenk: o a?? 1 ' mahl beglücket , Wem ihr lindernder Quell nimmer im He**? versiegt! 3 2 * Erzählung. XJer Antichrist, rief einst ein Kapuziner Von einem alten Bretterthron , Der Antichrist — mir ists, ich sah ihn schon! Wird aller bösen Lüste Diener , Ein Fallstrick allen Guten seyn; £r wird nicht Mönch noch Nonne dulde»; Aus seinen Kellern strömet Wein , Und jedem zahlt er seihe Schulden; Ehum schliefst mit Sorgfalt euer Haus, Otid seyd auf eurer Hut, ihr Frommen J Herr Pater, rief ein Hörer aus, Sagt, wird der Ehrenmann bald kommen? Yfi 7)- 6 Epictet. Ich bin Epictet, ein Krüppel, ein Ims a" Armuth, Ein verachteter Sklav', aber den Himmlische» . werth. Auf zwo Schwestern. d- Immer seh ich nur zwo von euch, ihr freu 11 liehen Mädchen- Wo ist die dritte ? Sind dann nicht mehr de Grazien drei? 3*7 An Chloen, als sie Rosen pflückte. ■Der Wollust Bild sieh in den Rosen hier , üie Blüthe flieht, die Domen bleiben dir. . ; ?{> Die Erscheinung. I "»■«i Traum stand Lessmg jungst vor nur, ^°«i Lichte der Unsterblichen umglänzt: ^ Ie in Vaterland, sprach er, was that ich dir, aI s Bavens Muse meine Büste kränzt? m 5*8" Amor und der Winzer. JLxylas kelterte Wein; ihn sah der gefliigelto Knabe, Welcher der Götter nicht schont, und sich an Thränen erfreut. Gleich dem Schmetterling flattert er um de n duftenden Bottich ' rvTit dem lieblichen Saft goldener Beer*» gefüllt, Trachtend, wie er das Herz des Jiingling s aJ sichersten treffe ; Aber mit ruhigem Blick sieht ihn der * Vl zer , und sprich 1 • Komm nur, ich fasse dich straks, wie eine Fliege, beim Fittich Und dann sollst du mir hier schwimmen g'ahrenden Most. ir» i 3*9 Weihnachtsgeschenke für Herrn x Leyermann. Der Vorzug. J_/en Meister hat Apoll in dir gefunden , In einem Stück tliust du's ihm weit zuvor : Der Dichtergott hat Einen nur geschunden , Du zogst schon Hunderten die Felle übers Ohr. II. Opera cmnia. JxLan findet Spuren von Genie darin, Nur leider keinen Menschensinn, 55° J1T. Thorheil: im Alter. AJet arme Wicht! Sein graues Haar schützt ihn vor Thorheit nicht; Er hält sein Schilfrohr für Alcidens Keule, Und liebelt mit Minervens Eule. IV. Beruhigung. ^iwar taucht er seinen Bolzen oft in Gift, Doch fürchtet nichts , da keiner jemahls trifft .■...:■.,;.,:.;:■;,■... ryr- f DO 1 K V. Das Bekenntnifs. I ur vor den Thüren der Grofsen sing ich, die setzen doch manchmahl Einem bleiernen Vers goldene Flügelchen an. Doch das Volk, die Kanaille, hat nur Kinder und Schulden , Und mit beiden bin ich selbst zur Geniige versehn. * I VI. Guter Rath. -Uafs deine Werke dich doch künftig überleben, So lafs nach deinem Tod sie erst zum Drucke geben. ■ mmmmmmmm 33 3 VIL Gute Ursache. _L/er kleine Mann mufs sich an grofsen reibe"» Wo würde sonst sein Name bleiben? Kann man auch Männchen nur auf ihrem lw" cken machen , So kriegen doch die Euben was zu lachen. 1 VIII. Wiedervergeltung. U ns zu kränken, sagst du von uns , was keiner gewesen; Wahrlich, wir rächen uns, und sagen von dir» was du bist. IX. Ich und Er. 333 I D« Ich. 'em Liede fehlt gemeiner Menechensinn! Er. Ha , glaubst du, dafs ich ein gemeiner Dich« ter bin ? X. Rechtfertigung. ün- liebt ein wenig Dunkelheit, £s nennen'3 Manche Unversfandlichkeit! öoch liegt es dann an ihm, wenn wir nicht sehen, Wie sich vor seinem Blick Stuhl, Tisch und Flasche drehen? I! 00* 1 XI. V ertraue mir die goldne Zither an! In ihrö Saiten sing ich dann Der grolsen Männer kleinste Blöfsen. So ruft zum Phobtis Leyerma..n. Vertraue sie ihm ja nicht an , O Gott , sonst tnufst du sie beim Juden löse"' oa< XII. Oeffentliche Beichte. 335 Oohn der Latona ,,.. gehe nicht Mit deinem Knechte ins Gericht, Ich habe viel auf meinem Rücken, So manches lahme Sinngedicht, So manches lyrische Gesicht , la selbst — so mutete mich ein böser Geist berücken 1 Ein grofses episches Gedicht, Das izt die Krämer noch verbrauchen ! Die Exemplare, die mir übrig sind, (Ich schlachte, wie einst Abraham, mein Kind) Die sollen dir zur Sühne rauchen , Nur wende deine Ruthe von mir ab! •örfi Ach, tlieuer zahlt ich meiner Finger Jucken, Ich liefe auf eigne Kosten drucken , Wofür kein Mensch mir einen Heller gab. Drum, Sohn Latonens , hab' Erbarmen , Und schone gnadig eines Armen , Der laut und feierlich verspricht, Der Presse Bengel nicht mehr zu bewegen; Und halt ich mein Gelübde nicht , So mögen Schwindel, Staar und Gicht Das Handwerk mir auf immer legen. ■ ■ ■ ■ ÜBELN, Die beiden Schatten. • ■ £j\vei Schatten langten Vor dem Throne Des ersnten Tocltenrichters an; Was hast du , sprach mit mildem Tone Er Zii dem ersten Erdensohne* ^Vas hast des Guten du gethan? ^h war, erwiedert der mit Beben, Ein unbemerkter Bauersmann, •^em zwar das Glück nicht viel gegeben , Doch nie bejammert' ich mein Loos, Das mir nur schwarzes Brodt beschieden, (aa) 33 8 Und baute meinen Kohl in Frieden, Zog meine Kinder treulich grofs, Und theilte noch mit einem Armen, Was mir die Nothdurft übrig liefs; Drum , guter Minos , hab Erbarmen , Und gönne mir im Paradies Ein Plätzchen , wo ich auch die Meinen Einst neberr-mir'Versammeln kann. Der Richter blickt ihn freundlich an, Und liifst den andern izt erscheinen. Der tritt mit kecker Zuversicht Hervor: — Nun gieb du mir Bericht Von deinem Erdenthun und Treiben ! Den mufs ich dir wohl schuldig bleiben , Sagt der, ich fand die Menschen nicht Reif jenem grofsen Ideale, Das ich zu ihrem Wohl erfand; Stets störten Eigennutz und Wahn Auch meinen bestgemeinten Plan. Naeh einem abgelegnen Thale —. :. -v^ . ■■ ■ 539 Floh ich zuletzt, und träumte hier-« Und schuf mir meine Welt in mir. Ein schales Marionettenleben Ist wahrlich nicht des Weisen werth , Und wo man seinen Rath nicht ehrt, Thufc er am besten , sich zu leben. Er schweigt, und Minos nimmt das Wort: I)u , frommer Erdenwailer dort, Der, ohne Kemitniis, gut und weise, Und nützlich und zufrieden war In dem ihm angewiesnen Kreise , Vermehre des Olympus Schaar. poch du hier, der den Zweck verlohren, für welchen jeder Mensch gebohren, Zu wirken wo und was er kann, «leibst ausgeschlossen aus den Thoren Des Himmels, bis du deinen Wahn Und Dünkel reuvoll abgeschworen. Erkenne deine Thorheit nun, pl Traum das Leben zu versäumen. (sa) 2 1 HA 540 Die kleinen Dinge redlich thun Ist mehr, -als grofse Dinge träumen. ■ ..."..■• . .. i - ■ ■ 1 ■ . . 54» Die Mutier. J_iii iin Bote kam nach Sparta aus der Schlacht Bei Montinea; ihm begegnete Am Tempel des Apoll ein spartisch Weib. HaJ kennst du meinen Sohn? — „Mit Tausenden Fiel er fürs Väterland. Du jammerst mich!" Warum? et that, wozu ich ihn gebahr. i • 34a Die Menschenopferer. il jfi-Is Cortes nach den Anden zog, Ein Volk von Wilden zu bekehren, Und wenn es dann die Knien gläubig bog, Sammt seiner Haab' es aufzuzehren, Um ihn den Himmel früher zu bescheren: Gerieih einst eine,kleine Schaar Von seinem Heer zu einem Opferfeste; Die Wilden tanzten um den Blutaltar, Bis ein Gefangener geschlachtet war; Entsetzen fafst die ungebetnen Gäste; Ihr Führer ruft mit hochgesträubtem Haar: Ha! diese Unholde verachten Natur und Menschlichkeit, und bringen g* r Den falschen Göttern Menschenopfer dar: Auf! lafst uns sie dem Zorn des wahren Got* tes schlachten! 3«5 • i Die Moral. /iu einem alten , weisen Bramen , (Die Zeit verlohr uns seinen Namen') Der, ferne von der Thorheit Spiel , In einer stillen Klause lebte , Und da durch guten Rath» soviel Er konnte , noch zu nützen strebte, Kam einst ein junger Biedermann , Und redet ihn bescheiden an: Mein Vater! hange Zweifel quälen Schon lange , lange meine Brust; Der Tugend Bahn gieng ich mit Lust! * Doch welch System soll ich erwählen? Als Knabe schon safs ich im Staub Der Schule zu der Weisen Fiifsen , Und horchte ihren strengen Schlüssen, % 1 LVi' 544 Und blieb doch stets der Zweifel Raub. Der eine rief: geh meine Wege! Der Andre : näher führ ich dich ! Ein Dritter sprach Sanscritt für mich. Der Brame lächelt: o, die Rege Zum Guter» giebt die Schule nicht! Dein eigen Herz kennt jede Pflicht, Mein Sohn ! bewahre seine Lehren , Und folge ihnen stets mit Muth. Das übrige sind taube Aehren , Nur für gelehrte Scheunen gut. 3-i5 A D logen. x\_Is einst im Menschen wimmelnden Athen Mit seiner Leuchte Diogen Umher durch alle Strafsen irrte, Und lärmend ihn der GafFer Meng' umschwinte, Kam ohngefähr auch Plato auf ihn zu, Und sagte lächelnd : Menschen suchest du ? Mein guter Diogen, an deiner Stelle Spart" ich die Sohlen , gieng nach Haus, Und löschte meine Lampe aus. „Warum? sie hrennt doch ziemlich helle'.'» Das wohl, versetzt der Philosoph, allein Dein Auge scheint ein wenig trüb zu seyn. J.4-IL ,U»JII!.i|iMlJI 54* Die Musenquelle. Jliin Dichter von Thaliens Trosse Bekam einst Lust, von Punsch und Wein Begeistert, auf dem Flügelrosse Zu reiten nach dem Musenhain. Er schnallt an seinem Fufs die Sporen, Doch ach! er war zum Hohn gebohren , Und fafste, statt des Pegasus, Das Grauthier Silens bei den Ohren. Sey mir gegrüfst, o Genius! Biel' er, mit diesen sanften Schwingen Wirst du zum Musenbörn mich bringen. Der Esel staunt ob diesem Grufs, Und wiehert aus der vollen Kehle. Ha, dachte mit entzückter Seele Der Versenmann, ich höre schon 347 Frau Melpomenens Odenton ! Doch sieh, der Langohr wirft vom Sitze Beim ersten Sprung den Reiter ab, Der ihm den Sporn zur Unzeit gab; Da liegt er nun in einer Pfütze , Doch fühlt er in Begeistrung nicht, Dafs ihm der Schmerz die Lunge sticht, Und schlürft in sich das faule Wasser, Wie Hochheims Wein ein fetter Prasser, Und kreischt der Musen Lob dabei. Der Esel mifst in gleichem Drange Dazu sein heiseres Geschrei; So ward's ein Schauspiel mit Gesänge. 348 Der Dichter und sein Held. lYXir danke , sprach im blassen Schattenreich Zum Held Leonidas , der Britte , der Pen schönen Tod des edlen Griechen sang 5 Mir danke, dafs in meinem Liede nun Dein Name herrlicher und späthin strahlt! Der Feldherr lächelt: danke mir vielmehr f Dafs ich dir Thaten werth des Liedes gab; Du schnitztest nur den Namen um mein Bil^t Und ohne Bild — was wäre deirie Kunst ? Amor und die Biene. 849 In jenen ersten goldnen Jahren Der lasterfreien Hirtenwelt, Von denen Theo.crit erzählt, Und die nur darum golden waren ! Weil ihnen noch das Erz gefehlt, Das Thoren izt und Weise quält; Als Cypripor noch ohne Flügel Mit Hirten über Thal und Hügel Nach bunten Schmetterlingen lief, lind unter einem Baume* schlief, Und Blindekuh mit Mädchen spielte , Und nur erst mit verstorbnem Blick Nach einem vollen Busen schielte; *n jenen Zeiten, deren Glück ^ns in Jahrhunderten von Eisen 5.)« Die Dichterlinge heiser preise» , Kam Amor einst von Durst geplagt, In einer hohlen Eiche Schatten, Wo Bienen ihren Wohnsitz hatten. Da giebt es was zu naschen, sagt Bei sich der kleine Löwenzwinger, Und langt den süfsen Raub hervor: Schnell summt ein Bierichen ihm. ums Ghr , Und husch! verwundet es am Finger Den goldgelockten Cypripor; Der Kleine stampft und schilt, es rollen Ihm helle Thränen vom Gesicht. Das Bienchen raunt ihm zu: das Schmollen» Freund Amor, läfst dir wahrlich nicht! Ich stach dich wirklich nur zum Scherz; Du selber giebst ja deine Gaben i Nicht an die Menschen ohne Schmerz , Und willst umsonst den Honig haben? 55? ... Prometheus., ■ •■ ■ _. _, ...... Xrometheus, nach Ovids Bericht, Verliebte sich in Jupiters Xantippe; Zwar schwebte Hohn auf ihrer Lippe, Zwar trübte Stolz ihr himmlisches Gesicht, Doch daran kehrt sich Liebe nicht. Wer nennt das Ding, das uns an Andre kettet, Auf Dornen wie auf Rosen bettet, Und Kränze um den Krückenstab noch flicht? Er war verliebt, wollt ihr ihn drum befragen, So dürft ihr nach dem Kaukasus nur gehn, Er wird die Ursach euch gestehn, Weifs er sie anders selbst zu sagen. üoeh Juno war nicht aufgelegt, Ein Duodram mit ihm zu spielen; Ei" schwatzt von brennenden Gefühlen, < ' r ■ 35 3 Von dem> , was sich in seiner Seele regt: Sie hürt ihn an, und sclieint bewegt > Doch scheint sie's hur, um ihn zu hecken, Und schiebt dem hochverliebten Gecken An ihrer statt ein Dunstgebild im Arm. Er drückts ans Herz so voll und warm!' Doch ach! bald sieht er sich betrogen, Im Nu ist die Gestalt verflogen. ■ Ihm giengs, wie manchem Dichterlein: Es sieht der Helden leuchtende Gestalten, Und will mit einem Ann von Fleisch und Bei" Die Geister fest im Finge hallen, Der Wolf und der Igel. 353 -Die Thlerej müde, länger hoch Ihr Blnt in Fehden zu vergiefsen > Beschlossen, Frieden unter sich, zu schliefsen. Der fromme Vorschlag kam , jedoch Nicht ohne Widerspruch, zu Stande* Der aite Zwist schien abgethart > Und festgeknüpft der Eintracht neue Bandet Da traf an eines Baches Bande Von ohngefahr der SVolf den Igel an , Und sprach zu ihm: wie t nun wir Frieden haben } Gehst du mit Waffen hoch einher? Izt kann man sicher Feld und Hain durchtraben, ■thum weg, mein Freund, mit dieser eitlen Wehr! (23) f)5'F Wer dich umarme.i will, muls sich ja stechen. O diese Stacheln leg ich gern von mir , Versetzt der Igel, willst du vorher dir , ■Mein Freund ! nur auch die Zahn' ausbrechen. ' I • I 355 Der Schmetterling und die Biene. ' Im Busen einer Sommerrose lag Ein todtes Bienchen. Armes Thierchen, rief Ein Schmetterlingj der da vorüber flog, Du suchtest Lust, Und fandest deinen Tod ! Dies ist der Menschheit Looa! Es rinnt für sie Aus einem Quell die Wolius't und der Schmerz. ■ (2$) 2 w Q Der Bär* "1 I k Tl 1 X-jinst kam ein Bär von einem Honigschmause, Den ihm der Brüder einer gab* Zurück in seine Felsenklause , Und legte sich aufs Fell: da fiel ein Stein herab , Und traf ihn unsanft auf die Ohren* Maz fährt empor — Ha, Tod sey dir ge- schworen, Der du mir diesen Spuk gethan , Hüft er, und steigt den Fels hinan; Doch alle Mühe Ist yerlohren: > Er trifft nicht eine Spur vom Thäter an. Verdammter Fels, du hast es selbst gethan, Führt er mit Brummen fort, und schlägt m* 1 »einen Tatzen ^^^^ Er i*f*3 00/ üen Fels , doch der fühlt nichts davon, Weh , schreit der Blir, und fängt sich an in kratzen , Izt hab ich noch den Schmerz zum Hohn. Wer hiefs mich aber auch den harten Klum- pen schlagen l Man soll sich nie an einen Starkem wagen. . ,'.J 1 'I 358 Der Denkspruch. Sljin Knabe von nicht ganz gemeinem Schlag Sprach einst zu seinem Lehrer: Siehe da, Welch einen schönen Spruch ich heute fand. Lafs hören! — „Nichts erfrischt so sehr das Blut, Als das Erzählen einer guten That." Mich dünkt denn doch, dafe etwas drüber sey • Und was, mein Lehrer ? — Gute Thaten thun. 359 Die Keule des Herkules. JJiin Kraftmann kam im alten Heldenland, Wo man dergleichen auch schon fand, Zum Sohn Alkmenens , der in stillem Muthe, Gelehnt auf seine Keule , ruhte. 0 borge mir , du Herrlicher , Doch deinen Stock , bespriitzt mit Hydernblutc \ Beim Bart des Zeus , mich liistet gar zu sehr, Mit Ungeheuern , so wie du, zu ringen , Und einst zu glänzen an dem Sternenplan. Der Halbgott lächelt: Nun wohlan , Hier ist die Keule! Kannst du sie auch schwingen ? Der Geck versnchts , es will ihm nicht gelingen. Die Pest, wie schwer! Doch du wirst billig seyn, Pöd mir dazu den Arm auch leihn. 7) C,0 Muth des Freien. Ei 4n Mandarin, den schon das Alter bleichte, Doch der ein Herz im Busen trug, Das warm für Recht und Wahrheit schlug , Und der sich keinem Götzen neigte, Sprach ohne llückhalt laut und frei, Nicht weil ein jeder damabls kreischte, Nein, weil sein Amt es von ihm heischte 5 Von seines Fürsten Tyrannei, Der seines Volkes Töchter pflückte, Die Söhne raubte von dem Pflug, Den Wahrheitsfreund in Fesseln schlug, Und das Verdienst zu Boden drückte. Schach Omar läfst ihn vor sich fodern, Und redet ihn mit Blicken an, In denen Wuth und Bache lodern 5 tfl Ha, Sklave! bebst du nicht i Ich kann Mit einem Winke dich verderben. O nein, antwortet er dem Chan, Zu fürchten hat sich nie ein Mann, Der Murhs genug besitzt, zu sterben. • *%f*l ^6z Der Klausner. ' Imh J—iin Gimpel hatte seine Zelle, Entfernet von des Tages Helle, In einen hohlen Baum gemacht , Und sang daselbst bei Tag und Nacht. Ein frommes Lied mit heisrer Kehle Aus trüber freudeleerer Seele. Einst unterbrach den Bufsgesang Die stille, sanfte Philomele, Die ohnweit von des Klausners Höhle , Geleitet von dem süfsen Drang Der Liebe, sich ein Nestchen machte , Und künfrger Mutterfreuden dachte. Ha, rief der Mönch mit frommer Wuth , Die Dirne wagts, in meine Psalmen Zu mischen ihre Frevelglut! 3 R 5 Die Götter mögen ?ie zermalmen, Sie , die das Heiligthum entehrt, Wo , allen Lüsten abgeschieden , Mein Geist, gewiegt in Himmelsfrieden , Schon des Olympos Lieder hört. Den Vorwurf deiner finstern Seele , Versetzt dem Grämler Philomele, Hör mit Gelassenheit ich an; Dir Armen rauht ein finstrer Wahn Den freundlichen Genufs des Lebens , Und die Natur ruft dich vergebens Auf ihre blumenvolle Bahn, Mir ist der Schwärmer zu beklagen , Der weiser noch zu seyn begehrt Als die Natur, und durch Entsagen Den Freudengeber preisen lehrt. mm ..■■:.■■■ \: i ; ffi Tfii Der Kongrefs, Im Reich der Vögel fieng es an zu gähreu. Das Rebhuhn und der Auerhahn, Der Siaar , die Lerche, der Fasan, Kurz alle , die vom Halm sich nähren , Erhoben lärmend ihr Geschrei, Der Hofpoet war mit dabei , Ein Gimpel, der Philosophen Zu seinem Steckenpferde machte, Und vieles las , und wenig dachte. Die Zeit der Wunder ist vorbei, Rief er mit einer Brutusmiene . Die er erst hinter der Gardine, Wie ein Theaterheld , studiert, Der vom Hanswurst zum Römer sich maskirt* Kein Ganschen glaubt mehr an die Rechte, D»e dem blitztragenden Geschlecht© ^m ft' äii'tfiif**- ' — " -- ^ Kronion über uns verlieh, • Izt, Brüder, gutes, oder nie, Den Adler von dem Thron zu jagen , Und kühn dem Druck der Despotie Auf ewig Lebewohl zu sagen. Ich stimme für Demokratie ! Das Volk nur kann Gesetze geben; Wer nicht den Muth hat , frei zu leben , Und anders denkt, den hängen wir« • Ein lauter Beifall hemmte hier Der Bede Strom. Mit stiller Würde, Belastet von der Jahre Bürde , Erhob sich izt ein grauer Schwan , Und redete die Schreier am Wenn ihr die Bechte wirklich ehret, Die Zeus uns allen gleich verlieh, So zeigt es dadurch, dafs ihr sie Dem Andersdenkenden nicht wehret* Wenn ihr mit Stricken Freiheit lehret, Sprecht ihr den Göttern minder Hohn, Als eine Immisizion, Die ihren Gott durch Blut vereinet, Und ihm zum Preis die Welt verheeret? Wer nicht aus eigner, freier Wahl Den Entschluß fafste, frei zu leben, Dem würdet ihr zu seiner Qual Dies Huldgeschenk des Himmels geben. Die Fackel in des Blinden Hand Steckt eure Wohnungen in Brand. **» $7 i * ie Flöte und das Holz. -L/ie Flöte sprach zu einem Stückchen Holz, Das ihr von ohngefähr .zur Seite lag: Wie sehr erhaben bin ich über dich! Du bist und bleibst ein todtes Holz , doch ich Bewege sanft das Herz durch meinen Ton ! Den doch des Menschen Hauch in dir erzeugt^ Antwortete das Holz: denn ohne ihn Bist du so stumm und seelenlos als ich. Mit Unrecht, Mädchen, thust du dir so viel Zu gut auf deinen bunten Bücherkram. Es ist ein fremder Geist, der aus dir spricht, So wie die Flöt' ein fremder Hauch beseelt. mmmmmmmm s 568 Der Häiiflitig und die Schnecke. Jliin Hänfling sah einst eine Schnecke, Die auf den Wipfel eines Baumes safs* Und die zurückgelegte Strecke , Sich blähend j mit den kleinen Augen mafs» Der Hänfling fragte : sag mir doch, Wie kamst du da hinauf? — jfKh kroch.'* 3% Der junge Held* ■iliin Sohn des Wackern Seiadln , Dem Schwere! t Und Lanze Spieiwerk waren, Bat einst den Vater: lafs mich ziehri Mit deinen sieggewohnten Schaareh , Und löschen meinen Thatendrang; •Es tobt in meiner Brust ein Feuer , Und nagt an meinem Leben, wie ein Geyer, Und zehrt mich auf bei längerm Miissigahg: Darum vergönn' t um was ich dich beschwöre! Der Vater nimmt den Jüngling bei der Hand : 0 besser, dafs das Feuer dich verzehre» Als stecktest du damit die Welt in Brand. en) I :^r^ ■]''.'. 37S< „ 57 l Der Wolf und die Gans. xloch auf des Kapitoles Spitze SaCs eine Gans , und rief voll Unmuths aus: fürwahr, Der Mensch ist ungerecht! des Feindes wilde Schaar Trieb unser Muth von diesem Göttersitze, Doch sieht man Uns nur mit Verachtung an. Dies hört ein Wolf, der auf der Lauer Im Dickigt lag, und sagt: wir haben mehr gethan , Wir retteten und saugten Roms Erbauer," tooch dichtet uns der Mensch in stolzem Wahn t>ie Grausamkeit, die ihn entehret, an. Schon will die Gans ihm Beifall rufen , ^a fliegt ein Adler auf sie zu. (2/j.) 3 * 37* Sie birgt sicli schreiend hinter Marmorstufen; Der WolF ersieht im gleichen Nu Ein Lämmchen, und mit wutherfülltem Blicke Erhascht er es, und bricht ihm das Genicke. 373 Die Schatten. XLis lang ten in derselben Stunde Sechs Abgeschiedne vor dem Himmelspförtche« an; Sankt Peter kommt mit seinem Schlüsselbunde ; " Sprecht, welchem Glauben seyd ihr zugethan ? „ Der erste sagt: Ich bin ein Muselmann. St. Peter. Herein , mein Lieber! dort zur Linken Kannst du Sorbet mit dem Propheten trinken. Der Zweite. Ich bin ein Jude. St. Feter. Auch willkommen liier! Zur Rechten dort ist Abrahams Quartier. — Und du, der du so finstre Blicke Auf den Hebräer wirfst ? mgf «■ 374 JDtfr Dritte. Ich bin ein Christ. Nach Luthers Lehre. St, Peter. Wenn du's ohne Tücke, Mit reinem Sinn und Wandel bist, So geh nach jenem Tempel, WO die Deine« Um ihren Lehrer sich vereinen. Der Vierte. Ein Quäker , Freund! St, Peter, Auch gut! Hier geht man mit und ohne Hut. Dort, wo im Hain die kleinen Hütten rauche»» Kannst du mit Penn dein Pfeifchen schmauche»» Der FünJ-te. Ich bin, Dank sey es dem Geschick ! Ein guter, treuer Katholik! Doch wunderts mich, hier Jud und -Türk sehen! mm m St, Peter. Du magst zu deines Gleichen gehen: In jener Kirche singen sie — Bei uns gilt jede Psalmodie. Doch hier ist ja der Pilgrimme noch einer! Von welcher Kirche ? Der Sechste, Ich? von keiner. St. Peter. Von keiner? Wie, du hättest nicht« geglaubt? Der Sechste. Ich glaubte , was der Tod dem Menschen raubt, Sey nur sein schlechtrer Theil, dafs ihm der bessre bleibe, Und Gott kein Spiel mit Menschen treibe. St. Peter. Von keiner Kirche? Nun wohlan, Dein Plätzchen ist bei jedem Biedermann. >eo*- t. 57 6 Per I\abe, JL/mch Ji!gerlist gerieth ein Raba In eines jungen Nimrods Hand , Der ihm zum Spafs die Flügel band. Nun, Graukopf, sollst du, sprach der Knabe, Dich wohl na,ch meiner Laune drehn, Und laTst du nicht den Wunsch vergehn, Dereinst dich wieder frei zu sehn , So werd ich dir den Fittich lahmen. — Das, Halbmensch, magst du immerhin, Doch wirst du mir den Freiheitssinn Dadurch so wenig, als den Glauben, Dafs die Gewalt kein Recht giebt, rauben. 577 Diogenes und sein Nachahmer. \J folgten doch die Menschen dir, Freund Diogen ! Ich lobe mir Das Philosophenleben in der Tonne: Steht uns nur niemand in der Sonne, Der Bettler ist der reichste Mann, Wenn er, wie du, entbehren kann. Nur du allein gehst auf der rechten Bahn. So sprach zum Diogen, der eben Vor seinem Schneckenhäuschen safs, Und wohlgemuth Holzäpfel afs, Wie's Weisen ziemt, die für das Weltall leben, Nicht sli'n , und keinen Zehnten geben , Ein Stutzer, der, weil er sonst nichts besafs. Sich kürzlich der Philosophie ergeben. Mein Freund, entgegnet Diogen, r I Mi 373 Du scheinst das Ding noch nicht recht zu verstehn , Wenn die Athener sich in Tonnen steckten, Und so, wie ich, mit Lumpen deckten, So sollte man mich bald bei Hofe sehn , Und buntgewirkte Kleider tragen. Ein Philosoph, das lafs dir sagen , Muts nie auf der gemeinen Strafse gehn. 379 Numa. An Herrn Diakon K-itz in Geintbacb. An einem alten , unbesuchten Hain Liefs sich zu Numa, wie die Sa"g" erzählt, Die himmlische Egeria herab , Und lehrte ihn , der Römer rohes Volk Durch Religion , den Weisen unsrer Zeit Ein Aergernifs ! zur sanften Menschlichkeit Und zum Gehorsam gegen das Gesetz Zu bilden. Einem Witzling fiel es ein, Des Königs Umgang mit den Himmlischen (Ihm däucht es nur ein leeres Possenspiel) Im Haine zu belauschen; er versteckt Sich in das Dickigt — Numa nähert sich Der heiigen Stelle, und mit einem Blick Voll Andacht betet er zum Himmel so: O würdige, du Himrhelstochter, mich l ■■UVB I 380 Auch heute deines Umgangs , fahre fort, Zu lehren mich, wie du bisher gethan. Der Spötter reckt den Kopf aus dem Gebüsch» Und schaut umher — der König ist allein , Und in der Stellung eines Horchenden. Ha, ruft er, sonnenklar ist der Betrug, Freund Numa täuscht uns mit Erscheinungen! Ich bin doch wach, und meine Sinne sind's» Und höre nichts, und sehe nichts umher. So murmelt er; der Wald erhellt sich izt, Und eine unbekannte Stimme ruft: O Thor, ein Nebel hüllet deinen Blick! Des frommen Weisen Ohr allein vernimmt Der Götter Ausspruch; ihm ists hell und klar* Was dunkel und verwirrt dem Thorew scheint. Ich weifs, mein Lieber! dafs auch du den Staub Des Mannes segnest, der ein rohes Volk 58i Zur Würde der verkannten Menschheit hob. O nähmen die Solonen Galliens An ihm ein Beispiel ! Sie zerstörten nicht Den süfsen Frieden in des Landmanns Brust , Den ihm der Glaube an^die Gottheit gab. Wie schlecht verstehn die neuen Schöpfer sich Aufs Herz des Menschen, das so viel bedarf! Was bleibt dem guten , armen Landmann noch, Wenn auch die Aussicht jenseits ihm erlischt! Wenn ihm kein Engel mehr zur Seite geht, Der sein Gebet zum Throne Gottes tragt! Er wandelt in der Schöpfung, wo der Geist Des Ewigschaffenden ihn sonst umgab, Izt wie ein Fremdling, welcher keinen Freund Und keine Heimath hat; sein Herz^wird kalt, Sein Daseyn drückt ihn — schaudernd blickt er auf Zum Himmel! So blickt nach der Eltern Haus, Die man zu Grab trug, das verwaiste Kind. Was hält ihn nun, wenn er am Abgrund steht ? 5 8* Wo soll er suchen, was die Eni' ihm nahm ? Ihm wird die Tugend eine Truggestalt, Wenn sie am Grabe von ihm weicht, ihm wird Das Laster minder schreckend ; Eigennutz Und Selbstsucht macht er nun zu Göttern sich, Und opfert ihnen, was ihm theuer war, Wie Mütter ihre Kinder opferten In Molochs Feuerarm. — O wende , Freund , Mit mir den Blick von diesem Lande weg, Von dem der Genius der Menschlichkeit Den seinigen schon lange weggewandt! Wkrs auch ein Traum, was uns das Herz er- wärmt, Er wärmt es doch zum Guten, und das ist Mehr als die Weisheit eines Plato werth. 3 8 3 Der Adler und der Schwan. W. ie mag es kommen, sprach der Chan Der Vögel einst zu einem Schwan, Der: sich am Hofe selber lebte, Und nicht nach Gunst und Aemtern strebte ; Wie kommt es, dafs dem Uniertban So wenig mehr vor Blitzen grauet, Die Jovis Hand uns anvertrauet, Und mancher gar im Wahn des Rechts Dafür hält, ich auf meinem Throne Sey wohl nicht göttlichen Geschlechts, Und mit ihm aus demselben Thone. Der Schwan, der Muths genug besafs , Obgleich er nicht Journale las , Das, was er dachte, laut zu sagen , Erwiedert frei und ungeziert: 384 Du hast wohl selbst die Schuld zu tragen, Dafs sich der Nimbus um dein Haupt verliert; Hier diese frischen Üeberrestö Von einem jungen Goldfasan In deinem blutbespritztem Neste, Sind fähig, jeden alten Wahn Von Herrscherwürdc zu verjagen , Und selbst der Dümmling mufs sich sagen: Wer sich am Blut des Volkes letzt, Sein Brodt mit dessen Thränen netzt, Und trüg er einen Heilgenschein, Kann nicht vom Stamm der Gütter seya. s3; I Das Opfef. J.m Myrthenwäldchen auf Cythera Lag einst ein Täubchen am Altar 4 Der Aphroditen heilig war , Als noch das Mädchenj ihr zur Ehre» Mit dem Geliebten Hand irt Hand ' Die ersten Fiühlingsrosen pflückte , Und sich damit zum Opfer schmückte , Und was es fühlte, frei gestand. Still lag das Täubchen, ohne Beben, Und mit Ergebenheit im Blick, Erwartend so den Augenblick j Wo es sein urlschuldvolles Leber» Verhauchefl sollte am Altar ^ Als Opfer für ein liebend Paan Ein Sperling sah das Täubchen liegen, (25) mm*mimmmm* S 8G Und rief ihm zu : wie , Schwesterchen , Du kannst dich so dem Schicksal schmiegen, Und deinem Tod entgegen s ehn, Als war sein Hauch ein Frühlingswehn ? Wohl Schade, dafs dein junges Leben Der Opferstahl so früh zerreifst! — Wie, da mein Blut der Gottheit fleufst, Versetzt das Täubchen , sollt" ich beben { Wer sich zum Opfer weihen will, Dem ziemt es, willig , , stumm und still Dem Opferer sich hinzugeben. ■■■^■■■1 38 7 König Löwe. B, "erühmt war König Leu der vierte} Er frafs , verdaute , und regierte Sein Volk aus seinem Schlafgemach. Trotz manchem andern Purpursohne t Und schlief er nicht, so war er wach, Auch liehte er, wie die Nerone Und Borgia das warme Blut, UnH raubte oft mit frohem Muth Ein Hirschkalb von der Mutter Seite; Das zarte Lamm war seine Beute; Der Spisser und der junge Bär sogar Fiel unterm scharfen Zahn des Göttersohnes. Einst sammelte am Fufse seines Thrones Sich dje beraubte Völkerschaar, Und flehte hingestreckt im Staube: (ao) a ii 3 B8 O gönn uns unsre Kinder doch, Die wir erziehen für dein Joch, Und drück uns länger nicht mitblut'gemRaube! Ha, brüllt der Schach mit grinzendem Gesicht, Sind sie denn nicht durch mich geborgen ? So ich sie fresse, braucht ihr nicht Für ihren Unterhalt zu sorgen» S*ü I Natur und Kunst. J_ch lobe mir vor allem die Natur, Sprach eine Dame —■ zu Vapeurs geneigt, Indem sie auf dem Sopha hingestreckt Jn einem Dichter las; und wechselweis Mit ihrem losen Joly tändelte: Ich lobe mir vor allen Dingen die Natur! Sie ist so reich an Freuden mancherlei; Wohl dem, der Sinn für ihre Reilze hat 1 O Tante, unterbrach die freundliche Matthilde sie, o lassen Sie uns dort Auf jenen Hügel steigen, und von da Die Sonne sehen , wie sie untergeht. Wozu, mein Kind, fallt ihr die Dame ein , Wozu uns mühen? o das alles ist Viel schöner in des Dichters Schilderei, =P •--:-. •■ 39° Der Dichter giebt zugleich Empfindung mit, Und die gewährt der blofse Anblick nicht. Ihr lächelt über dieses Fabelchen, Und o wie mancher giofse Pädagog Macht die Natur zur Puppe, läfst damit Den,Zögling spielen, und gewöhnet ihn Empfindungen zu sammeln da und dort , Wie Schwamm' und Kräuter der Botaniker. 1 . ■ • 39 1 Das heilige Feuer. -ijLls in des Pindus Lorbeerschatten Die Musen einen Tempel hatten , (Die Zeit liefs uns die Trümmer nur) Und ihnen noch ein Kranz der Flur, Den eine Hirtin liebend brachte , Ein angenehmer Opfer war , Als das Geschrei der Bardenschaar: In jener goldnen Zeit bewachte Die Glut auf ihrem Hochaltar , Die einst ein Blitz Kronions fachte, Das Kleeblatt frommer Grazien; tiie Flamme dürfte nie verwehn, Und.sie lebendig zu erhalten, War nur der Unschuld vorbehalten. Dies Amt traf einst Pasiphaen, 1 ' l Freund Cypripor, der kleine Lose, Der damals noch statt dem Geschosse In seiner Hand die Fackel trug, Die sapft erwärmte, nicht verzehrte» Und die er bei dem Aschenkrug Der Hirtin thränenvoU verkehrte, Schlich zu der jungen Charitin Mit einem frommen Lächeln hin, Und fieng sie kindisch an zu necken. Das Ding mifsfiel dem Mädchen nicht, Die Unschuld safs ihr im Gesicht: • Da wars nicht Noth. sich zu verstecken, Sie jagten sich bald her und hin , Gleich frohen , luft'gen Schmetterlingen , Sie hascht ihn hei den goldnen Schwingen, Er tändelt ihr um Haar und Kinn, Und so. entschlich der Tag dahin; Stets war er fromm gleich einem Lamme« Doch auf dem ländlichen Altar Erlosch zum erstenmahl die Flamme; 593 Die Huldin wards zu spät gewahr. Sie klagt und weint; die helle Zähren Wischt Cypripor ihr vom Gesicht: Ach, gutea Madchen , weine nicht, Dem Unglück ist noch wohl zu wehren! Mit seiher Fackel zündet er Die Reiser an , und rein und hehr Flammt das erloschne Feuer wieder, Und seit der Zeit wärmt es zugleich Das Herz zum Singen froher Lieder, Und macht es für die Liebe weich, ■mv^p 594. l,'.l ; Faust. Fa aust hatte , wie die Sag' erzählt, Sich mit der. Geisterwelt vermählt, Einst führt sein luftiger Bogleiter Ihn auf des Montblancs Spitze hin; Da lacht um sie der Himmel noch so heiter, Und Wolken und Gewitter ziehn Tief unter ihren Fül'sen hin. Hier, in dem ungetrübten Aether Fühlst du dich, wie der fromme Bether, Wenn ihn der Andacht Glut entzückt, Dem Dünstekreifs der Erd* entrückt; Dein Körper schwebt im reinen Meere, Dein unbewaffnet Aug' erblickt Die ungezählten Sternenheere, In einem reinen Glänze hier, 395 Wie sie durchs Sehrohr nie erscheinen , Hier wähnst du dich mit Göttern zu vereinen , Und jede niedrige Begier , Und jeder Erdenwunsch verstummt m dir , Als ob vom Körper dich der Tod befreite. So spricht der Dämon, wie im Wehn Des Maigeflüsters----der Geweihte Der Geisterwelt bleibt staunend stelm; Allein nach einer kurzen Pause Entgegnet er dem Führer; nein , Hier bauen wir uns keine Klause! Für einen Geist mag dies ein Plätzchen seyn, Doch ich, verzeihe mir! ich fühle Zu sehr mich Mensch, und es behagt Mir mehr im menschlichen Gewühle , Als hier, wo mich der Schnupfen plagt. Zwar lacht um uns der Himmel heiter, Doch hau' ich auch noch Jakobs Leiter, Zu steigen bis zur Sonnenbahn, Was sollt ich dort, ich armer Mann , ■■■■^^■■M 39 6 Der nicht im Feuer leben kann? Dort, tief im Thale blühen Kräuter, Dort schwebt auf stillem See der Kahn, Dort winkt am Strauch die Sommerrose, Dort bettet Liebe auf dem Moose I Was soll mir all die Pracht der Sternenwelt, Wo mir die Luft zum Athmen fehlt ? I od? Das Mädchen und die l\ose. An meine Schwosier Jenny joubeit. -L/ie junge freundliche Belinde Gieng einst in ihrem Gärtchen hin, Und freute sich gleich einem Kinde t An Myrtheri , Nelken Und Jasmin , Die sie zu einem Kranze pflückte^ Voll war ihr Körbchen, da erblickte Sie einen Strauch, den eine Rose schmückt». Lang stand sie stumm, die Hose zog Sie an, als könnt sie Liebe geben, Und Liebe nehmen , und sie sog In sich das süfse Blumenlebeh. O Kind des Frühlings , nimm vort mir Den be9ten Dan . für deine Gaben! Du sollst in meinem Gärtchen hier Den ersten Platz auf immer haben« 398 i ! 1/ Wie schön erfüllst du deine Pflicht'. Du sollst mich , dir gleich , Wohlthun lehren, Und sorgsam will ich dich umwehven , Und schützen gegen Raub! — So spricht Sie mit dem liebevollsten Tone. Ich nehme keinen Dank von dir, Versetzt von ihrem Dornenthrone Die Lieblingin Cytherens ihr. Ich hauche hier in meinem Kreise Den süfsen Weihduft aus , weil die Natur die Fülle mir verlieh, Nach innerm Drang, und auf die Weise Gebühren Lob und Dank mir nie. Ihr guten i edlen Menschen , die Ihr Segen um euch her verbreitet, Weils euch im Busen überquillt, Und so den Durst des Herzens stillt, Ist der, so blos von Pflicht geleitet, . Nur als Gesetz die Tugend eint, Wohl mehr als ihr in eurer Einfalt werth ? . «99 Der Alte und sein Esel. ».I i. Jlün altes Fabelchen ! i— Ein reicher Filz Trieb seinen-magern Esel wohlbepackt Durch eine wilde Gegend; sieh, da kommt Aus dem Gesträuch ein Räuber auf ihn zyjj Komm , lafs uns fliehn , mein liebes , gutes Thier , Eh jener uns zu seiher Beute macht! Hüft voller Angst der alte Wucherer. Hm! ich verliere bei dem Wechsel nichts, Erwiedert ihm der Langohr, denn beim Zeus J Mir ist es einerlei, ob ich für Hinz, Ob ich für Kunz die Säcke tragen müfs. 1! ■HMMHB 40» Zeus und der Künstler* JZiin Künstler schuf im alten Griechenland Einst einen Zeus aus einem Marmorblock. Birg dich vor mir im Staub , und bete an ! So sprach zu ihm der nagelneue Gott. — Dich, den ich mit dem Meisel bildete, In dessen Hand ich selbst die Blitze gab? — "Thor, warum machtest du den Block zum Gott?,, Ihr Völker t die ihr unterm Joche keucht» Ihr hülst mit diesem Künstler eine Schuld* 4oi Der neue Prometheus. XLin junger Maler , der im kühnen Drang Mit dem erhabnen Genius der Alten, Wie Jakob mit dem Engel, rang, Uni vor den göttlichen Gestalten Da- Griechen lange Tage safs , IM alles übrige vergafs; Raf einst im Rausche seiner Seele: Vteg , mit den Menschlein unsrer Zeit, Hlb der Verwesung schon geweiht, Ld von dem Ideal der Raphaele b fern! an Kraft und Schönheit leer! ;h schaffe Götterbilder um mich her, rleich diesen , die mich hier umgeben, Jnd will nur unter ihnen leben. (26) ■pm 40a Ei, ei! sagt izt ein Freund, der eben Von ohngefähr ins Zimmer kam, Und noch den Monolog vernahm, Wirst du auch Glut vom Himmel stehlen, Um deine Bilder zu beseelen? Der Mensch lebt von sich selber nicht! Es werden sich noch »Stunden zeigen, Wo dir ein menschliches Gesicht, Und war es einem Neger eigen, Mehr werih seyn wird, als allzumahl Die Gottersöhne hier im Bildersaal. *o<5 \ Der Heldenweg. y_iur Zeit, als noch in Griechenland Der hehre Geist der Freiheit webte , Und schon der Knaben Brust belebte , Gieng oft eirl Jüngling, in der Hand Ein Buch, an des Ilissus Strand , Und brachte manche stille Stunde Daselbst mit ernstem Lesen hin. Einst stöfst ein lahmer Greis auf ihn } Der manche ehrenvolle Wunde Fürs Vaterland im Busen trug: Was liesest du? — Der Jüngling schlug Die Augen auf: hinanzusteigen In der Heroen schonen Kreis Ist meines innern Gons Gehcifs; Dies Büchlein soll den Weg mir zeigen. (26) a 4 4o* Mein Solin , erwiedert ihm der Greis, O glaube mir, der viel gesehen, Der Helden steile Bahn zu gehen Lehrt uns kein Buch! Soll nicht die Glut In deiner Brust schon früh verwehen j So stähle durch Gefahr den Muth, Und lerne dulden und entbehren. Was uns der Weisen Sprüchlein lehren , Ist zwar zum Schwatzen schön und gut, Doch wärmt3 nur, wie der Wein , das Blut, Und solch ein Feuer kann nicht währen* Steil ist der Tugend rauhe Bahn: Willst du sie wandeln — sey ein Mann. ■\ 40;: Newton. JL/afs Newton das Gesetz derSchwere fand, War Werk des Zufalls, dessen Hand Die Frucht von einem Baume pflückte , Vor welchem just der Britte stand ; Das leichte weiter Suchen glückte Sonach im Schlafe dem Verstand. So sprach bei einem Abendschmause Ein Männchen , das sich gern an Mannern mals, Und nie sein wahres Selbst vergafs, Und zupft dabei gelehrt an seiner Krause. Wohl war der Zufall mit im Spiel, Versetzt ein Greis , der stumm bis izt geblieben, Ein Denker, ob er gleich nie viel Sein Wesen mit der Bücherwelt getrieben ; ^^^^^^^^ 406 Wohl war der Zufall mit im Spiel, Allein den weisen Wink verstehen, Und so der Wahrheit tiefversteckte Spur In diesem Zufall auszuspähen , Und zu erlauschen die Natur, Dies konrue Newtons Falkenauge nur. 497 Die Priesterin. JL/er Liebling Socrates des Weisen Sollt' aus Athen ins Elend reisen , Das Murren gegen ihn war allgemein. Wer hübsche Töchter hatte, stimmte ein; Denn Alcibiades stand eben Nicht in dem Heiligkeits - Geruch! Noch sollte zum Verdammungsspruch Des Phöbus Priesterin die Stimme geben; Allein sie sprach — ihr Priester, horts mit Beben ! Mir ziemts zum Segen , nicht zum Fluch, Die gottgeweihten Hände zu erheben. Ihr Heilgen , Dominik und Hildebrand , Wie stündet ihr an dieser Heldin Seite? ~M**& '"""" ^^^^^^^^ 408 O weh , der frevelhaften Hand, Die einem blutgen Schatten Tempel weihte! Doch niemals tilgt der Kirche Spruch Der Menschelt Thränen in des Richters Buch, Nicht wen'ge heilige Gebeine, Belastet mit Inquisitorenfluch, Vermodern auf dem llabensteine, Indefs so manches Menschenquiilers Blut In Prunkgefäfsen auf Altären ruht, Und wohlbezahlte Wunder thut, , .--^ 4©9 Die Bildsäule des Pygmalion. i _r\-Is eines Gottes Wink das Marmorbild Pygmalions beseelte, in der Brust Sich warmes Leben regte, und, o Wunder! Der erste Laut von ihren Lippen kam , Doch ungebildet noch, ein blofser Schrei: Wie schlug das Herz dem Künstler, lange stand Er in ein Bild bethört von Liebeswahnsinn! Er breitete die Arme nach ihr aus , Und drückte sie mit Inbrunst an sein Herz! Doch sie erwiedert sein Entzücken nicht, Und ist und bleibt nur ein belebter Stein. Izt schwebt der Sohn Cytherens ins Gemach, Und haucht auf ihre Lippen einen Kufs; Sieh, ich vollende nur, was Zeus begann! So ruft er lächelnd; izt schlingt Agathee . 4io Den Arm um ihren Bildner, inniger Schlingt um den Ulmbaum sich die liebe nicht, Und beide küfsten einen langen Kufs. Ja, Amor , ruft Pygmalion , im Rausch, Den nur der nie Geliebte Thorheit nennt, Ja, Amor, dir gebührt der erste Dank. Zeus gab das Leben, du die Seele ihr. Der practische Philosoph. 411 L seiner Klause safs ein Staar, Mit jungem Kopf und greisem Haar , Der auf Philosophie sich legte, Nur selten sich vom Fleck bewegte , Und weit berühmt als Denker war. Da kam des Wegs ein Specht gezogen, Und sprach beim grauen Siedler ein: Ach, Freund! mit einem lahmen Bein Bin ich dem Geyer noch entflogen; O lafs in deinem Stäbchen mich Auf kurze Zeit nur Pflege finden , Und hilf die Wunden mir verbinden, Sonst tödten Schmerz und Hunger mich. Professor Maz brummt, halb vor sich : Mein Freund! von Herzen gern wollt ich ■ 4ra Ein Obdach dir und Pflege geben; Allein das Büchlein der Natur Heifst mich aus reiner Güte nur Der Tugend Urgesetz zu leben , Und noch bis izt gelang mirs nicht, Trotz meinem eifrigsten Bestreben , Zu dieser Höhe mich zu heben. Noch thut mein Herr nicht gern Verzicht Auf Kränze , die uns Tugend flicht: Und bis ich diese Höh' erschwungen, Will ich dem Denken blos mich weihn , ' Doch ist es mir dereinst gelungen, Dann sollst du mir willkommen seyn. U Die Zwiebelsuppe. 4*3 ■ ijin armes Bauerlein , dem die Natur , die aucli Philosophie , Zwar nicht nach Kant und Fichte, lehret, Ein Stückchen Hausphilosophie Vom Nachlafs Epictets bescheret, Fuhr einst, mit Zwiebeln nach der Stadt, Und kürzte sich die kleine Heise Mit einem Lied nach alter Weise* Doch ach, wer einmahl Unglück hat, Dem hängt es immer auf dem Pouchen, Und nur dem Thoren folgts auf Krücken , Wie Vulpius Thalien nach. Der Karren kommt durch einen Bach , Das Unglück setzt sich drauf und krach! Da schwimmt er hin , und um ihn hev Die Zwiebeln , wie im Aethermeer Die Sterne , würde Pinclar sagen , Doch einem deutschen Dichterrhagen Ist solch ein Gleichnifs allzuschwer. Das Bäuerlein bleibt ruhig stehen, Und ruft mit heiterm Angesicht: Nein , all mein Tage hab ich nicht Solch eine Zwiebelsupp' gesellen! Ich halt es auch mit deiner Hausphilosophie, Freund Epictet! sie trügt uns nie. Du trägst nur einen Knotenstock, Und einen ungeschornen Rock ; Allein der erste dient zur Stütze Am Felsenweg, an einer Pfütze: Und deren trifft man leider! viel Hier unterm Mond, auf allen Wegen; Der andre deckt hey Sturm und Hegen, Wo ein ätherisches Gewand Nur schlechte Dienste leisten würde. 4*5 Ein jeder keucht mit seiner Bürde , Und wohl, wer einen Bruder fand, Der, wenn die Mittagsglut ihn röstet, Nicht ruhig nach Systemen tröstet, Nein , tragen hilft mit starker Hand. Ein solcher Freund , ist deine Hausphilosophie, O Epictet, die Schule giebt ihn nie. ■ Hi^^^^B" ^^^^^^*? E S S E N , «JKD1UJCKT BEIM HOirBUCHDBUCKEft BAEDEKER- Dru ckfehler. 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