X li- • CA '<**■ "•Ä Nat.W. 714 -* '*<. +4079 387 01 M^H ■ II i e warmen Quellen in Aachen V Oll J. jF. Ilenzenberg. Düsseldorf 1830- fjfedruckt ah Handschrift hei Joanpli Wolf. % Dem General-.Major von Pfuel in Aachen als ein Zeichen des Angedenkens des Jahrs 1815 in Paris. ()° 830° 840° 850° 860° 870° 880° 890° 900° ■ 90720 : 91840 = 92960 « 94080 i 95200 = 96320 - 97440 - 98560 : 99680 : 100800 1110° 1120° 1130° 1140° 1150° 1160° 1170° 1180° 1190° 1200° 124320 125440 126560 127680 12880;) 129920 131040 132160 133280 134400 u 4. Die Quellen von Aachen und Burtstlicid. Die Quellen von Aachen sind ganz mit Badhäiiseru überbaut, hingegen die Quellen in Burtscheid, die ungefähr eine viertel Stunde von da sind, sind auch zum Thcil zwar mit l.adhäusern überbaut, aber es gibt noch zwei warme Quellen in ihrem natürlichen Zustande da. Die eine ist der Burtschcidcr Kochbrnnnen, der 45 ° hat, und noch so ist, wie er zu den Zeiten Karls des Grofscn war, d. h. seit 1000 Jahren. Er quillt unter der Erde hervor, und macht Blasen so wie die gewöhlichen halten Quellen. Wenn eine viertel Stunde lang Eier hineingelegt werden, so werden sie auswärts ein wenig hart. Dieses ist der gewöhnliche Versuch von geringen Leuten. Im Winter wenn es halt ist, schlägt er Dämpfe in die Höhe, Sonst soll er 53° gehabt haben. Aber man glaubt, dafs halte;; Wasser mit hereindränge, wodurch dann die Temperatur von 53 ° auf 45 ° gesunken ist. Sonst bietet der Brunnen nichts Merkwürdiges dar, und ob man einen kalten Brunnen oder einen warmen sieht, dieses ist dasselbe. Ungefähr 50 Schritte davon ist ein zweiter kleiner Brunnen, der durch ein Rohr von einem Zoll mächtig, liierst, und 51° warm ist. Er läuft unter dem Hause des Herrn Velen her, wo er sich in mehrere Arme vertheilt, und in die Badehäuser geht. Hier soll er 00° B. l»a- ben. Der Burtschcidcr Trinkbrunnon, der unten beim Bo- senbade steht, ist 45° warm, und hat einen angenenehmen Geschmack, Ö Dci Untersuchung des Aachener Trinhbrunnens fand ich, clafs er nur 39° warm war, oft aber ist er 41° und 42° warm. Er soll aber 4 l»s 5° verlieren, weil er durch eine sehr lange Rühre aus dem Kaisersbade liomrat. Ich halte ein Meines Bade-Thermometer bei mir, welches 3 ßoll lang wa.. Die Grade sind SDtheilige nach 11. Verwandelt man sie in lOOlhcilige Grade, so sind 45° mau keinen Salzstoclt fände, st) würde die Gewinnung des Salzes sehr wohlfeil sein, dena die Kohlen liegen nur 2 Stunden davon. 7. Die warmen Quellen hönnen hiernach durch allerhand Gesteins gehen, und mehr oder weniger hiervon in sieh aufnehmen, je nachdem dieses Gesteins weich oder hart ist. Dieses Gesteins ist nun eigentlich dasjenige, was den Badegästen hilft. Der heifse Sprudel in Karlsbad ist 80° warm, und liomint unter Granit hervor. Er hat eine liefe, wenn man sie zu 1121 annimmt, von 900(1 F»ft oder 8000, da die mittlere Temperatur im Karlsbad wohl 8 ° ist. Es enthält sehr viel KaLU-Niederschlag, die gegen Leberbeschwerden gute Dienste thun. Der heifse Sprudel in Wiesbaden ist 84 e warm, und hat also [)300 Fufs Tiefe oder eigentlich nur 72°, da die mittlere Wärme in Wiesbaden 12 ° sein wird, 8000 Fufs. Der Sprudel in Burtscheid oder die sogenannte Koch- quelle, die 45 a 11. oder 56° hunderttheilig hat, hat (j272 Fufs, oder, da die mittlere Temperatur in Kurtscheid 12° ist, nur 5000 Fufs. Der Aachener Trinlibrunncn hat 39° lt. oder 49° buu- dcrlthciliii. 12 Wenn man im Kaisersbad 46° B. oder 57" hundert- llieilig annimmt, so ist die Quelle 6384 Fufs tief. Oder da die mittlere Temperatur 12° sein wird 5000 Fufs. Der Gneiser in Island, der auf dem fj4° N. Br. liegt, hat, wenn er auswirft, die Hitze des kochenden Wassers und die Tiefe von ungefähr 11000 Fufs. 8. Es wäre zu wünschen, dafs man einmal mit Wärmemessern von i\ bis 2 Fufs die Quellen von Aachen und Burtscheid vergleichend untersuchte. Ein Wärmemesser Ton 2 Fufs Länge kann den hunderttheiligcn Grad noch in 10 Thcilc theilen, und dann könnte man Aufschlufs über die Natur der Wärme, haben. Das ist gar nichts seltenes, dafs die W'ärme um 1 oder 2° in Aachen und Burtscheid entweder fällt oder steigt, und der Grund davon läfst sich durch vergleichende Wärmemesser auffinden. Im Winter, wenn beim Schneewasser es fällt, so ist der Grund davon eben im Schneewasser zu finden; denn ich glaube nicht, dafs. die warmen Quellen von Aachen oder Burtscheid ihren Grund in solchem Ilegenwasser haben, das entfernter wie 3 Stunden von hier niederfällt, und dafs ihr ganzer Betrieb in dem Umkreise von Aachen. Uiegt. Würde es im Sommer wieder heifser, und ihr Qucll- wasscr um 1 oder 2° wärmer, so würde dieses ebenfalls auf Vermehrung der Hitze im ursprünglichen Quellwasser schliefseu lassen, denn die Quellen, che sie in die Erde 13 gehen, und wenn sie noch halt sind, d. h. 12° haben, müssen diese Grade durch die Wärme der Sonne vermehren, und ihr Qucllwasser im Burtscheider Kochspru- dcl ist heifser. 9. Die feuerspeiende Berge erklären sich nach diesem System sehr leicht. Denn 5 Meilen unter der Erde vom Pol bis nach dem Acquator steht alles in Flammen. Die Temperatur ist 1000° und ihre Tiefe 11 '000 Fufs. Im Jahr 1820 war Humphrcy Davy in Neapel, der- selbe, der 1828 in Genf starb. Er besuchte den Vesuv, der damals Lara auswarf. Silberdraht, der ^ Zoll im Durchmesser hatte, und der in der Nähe der Ausflüsse der Lava eingetaucht wurde, schmolz auf der Stelle. Nach Gehler schmilzt Silber bei 550° Cent. Kupferdraht, der a * 5 Zoll im Durchmesser dick war und der ebenfalls in der Nähe der Lava getaucht wurde, schmolz ebenfalls. In Gchlcrs physikalischem Wörterbuch wird das Schmelzen des Kupfers nach Toi bcrnBergmann zu 800° Cent, angegeben. Aus diesem allem geht hervor, dafs die Lava auf einem Hcerdc schmolz, der tiefer war als 89600 Fufs. Allein Eisen schmolz nicht, denn ein Eisenstab von | Zoll an dem ein Eisendraht von g~ Zoll Durchmesser war, und der 5 Minuten lang in dem Wirbel des Stroms gehalten wurde, schmolz nicht. Das Schmelzen des Eisens hat 2000° Cent. Wurme, und es ist nach dieser Theorie bei 10 Meilen Tiefe, wo es diese hat. 14 Ans allen dem geht hervor, dafs die Lara zwischen 4 bis 10 Meilen llüssig sein mnfs, und der Lava- Strom kommt sicher ans einer Tiefe, die grö'fscr ist, als die von 4 Meilen. 10. Man könnte vielleicht vermnthen, dafs die Lara sich sehr schnell abkühle. Allein dieses ist nicht der Fall, und man hat Lava-Ströme, die nach 1 oder 2 Jahren noch den Wärmegrad hatten, den sie gleich anfangs haben, Dejnn so langsam kühlt sich erst die Lava ab. Biot fand nach seinen Versuchen, eine Eisenstange von 7 Fufs Länge, dafs er sie, wenn er an dem einen Ende einen Wärmemesser auf 1° wollte steigend machen, er am andern Ende eine Hitze von 23984° K. anwenden müsse. So langsam pflanzt sich erst die Wärme durch festes Me» tall fort. Wenn man daher auch annehmen will, dafs die Wä'rmc sich nicht durch festes Schmiede-Eisen, sondern durch festes Gesteins fortpflanzt, so wird dieses doch immer nur sehr wc. ig sein. Wenn die Burtscheider Kochquelle 56 ° hundertteilig hat, so ist die Wärme wohl keine 10 Fufs verbreitet, und vielleicht keine 5. Nicht alle Vulkane werfen Feuer aus, sondern auch viele Wasser. Der Wasser-Vulkan bei k] ^uatemala in Amerika begrub 1775 diese Stadt, und nöthigte die Ein* ■wohncr, sich in Neuguatemala anzubauen. Wahrscheinlich hat der Vulkan keine gröfsere Tiefe als 2(J0 bis 300 °« Also 1 Meile oder \\ Meile tief. 15 11. Die warmen Quellen in Aachen und Rurtschcid haben also denselben Ursprung, wie die feuerspeiende Berge. Der Clrimborazo ist freilich jetzt erloschen, aber der Antisana steht noch in Flammen, und unter dem Aequator in der Grenze des ewigen Schnees. : ••v L } r .' '■'. V Wk- m M ** p ^