Pausamas. Line Tragödie in fünf Men. kerckiclo ol primero dien, toäa mi esporan^re es vai>3. I^vpe cko Vexa. Nur zum Verräther werde nicht. Schiller. Von Fritz C i ck h o r n. Düsseldorf 1858. Buchdruckern von W. Kaulen. 4 Personen. Pausanias, Oberfeldherr des vereinigten Griechen-Heeres. Seine Mutter. Glaucos, sein Vertrauter. 1. Feldherr i 2 V Aristides ! ^ L-m-n. j Uliades, aus Samos, gricch. Feldherren. Antagoras, aus Chios, ) Art abuz os, geheimer Gesandte des Zeerres. Kleonika, eine edle Griechin. Der Oberpriester. Die Pythia. Die Ephoren. Argilius, ein Bote.j - Priester- / redend. Krieger- ) Chor Sclaven- ! Knaben und Hetären ' Volk, Krieger, Sklaven, Sklavinnen u. s. w. Ort der Handlung Byzanz. Zeit: 479. 0. ». I'roIvK. Wenn cs der Dichter hat gewagt, ein Trauerspiel Zu schreiben, so wie dieses; dem der laute Markt Nie Beifall klatschen wird; in welchem Wen'ge nur Erkennen, daß, wenn er auch hinter dem, was er Gewollt, zurückblicb — er doch eifrig hat gestrebt Den Adel deutscher Sprache zu erringen — so Hat er schon viel gewagt. Wer lohnt sein Streben ihm? Wer wird sich seines Werk's erfreu'n? Wer seinem Vers Ein günstig Ohr leih'n? „Das Theater ist nur da, „So ruft man leider! um uns zu zerstreu'», nicht um „Gleich unfern Kirchen als ein Tempel da zu steh'n, „In dem mit Ernst auf ernstes Wort man lauschen soll." O, Jrrthum! Göttlich ist ja jede Kunst und wer Ihr treu ergeben als ein Priester dient, wer nur Den Zebaoth und keinen Baal verehrt, verdient Daß seinem Wort man horche! ob's unsterblich ist — Ob's nicht — wenn's davon redet, was unsterblich ist. Doch mehr noch wagt der Dichter, wenn er aus der Zeit, Die wahrhaft groß, der großen Männer viel' gebar; Den Stoff für'seine Dichtung wählte; — denn jetzt ist Das deutsche Volk an kleinen Jammer nur gewöhnt, Den jedes schmutz'ge Gäßchen gratis wahrer zeigt. Ein Spieler, Spekulant; ein schwaches Weib, das sich Vergißt; ein Diebstahl oder gar ein Mord für's Geld, Und was noch schlimmer — Morde, die nur nöthig sind, Damit der Wischwasch wird zu einem Trauerspiel, Dann ein vcrlass'nes Mädchen ohne Paß und Geld, Die Polizei als Fatum — solcher Stoff preßt uns Im fünften Acte bald vergess'ne Thräncn aus. Ein jeder Dichter, der sich einen edlem Stoff Gewählt' braucht nie zu zählen auf der Menge Dank. Uumpaei VÄZsdunäus hat die Casfe mehr Gefüllt, als Goethe, Lessing, Schiller, Gutzkow und Die vielen andern Zierden unsers Vaterlands! Seht, dennoch tritt der Dichter vor das deutsche Volk. Es richte ihn, so streng es immer mag und kann; Ihm bringt's Gewinn, denn seine Mängel zeigt es ihm. Der Lehrling bildet sich nach weiser Meister-Rath; Auch bringt's Gewinn der Sprache, die ihm heilig ist. Sein eifrigstes Bestreben bleibt zu fördern sie; Denn schöne Sprache dienet nie der Niedrigkeit; — Dem deutschen Geist zu lieb schrieb er das Trauerspiel. Im deutschen Wort erkennen wir das deutsche Volk Und diesem Volke bringt der Dichter sein Gedicht! So richte Volk! dein Beifall ist mein höchster Lohn! — Und wenn mein Lied sich diesen nicht erringen kann, So nimm den guten Willen für die That, und dann Wirst Du mir deine Liebe nicht entzieh'n, die stets Mein liebstes, höchstes Kleinod bleiben wird und der Zu lieb' ich immer nach dem Besten streben will, Um es zu legen auf des Vaterlands Altar! Erster Act. Prachtvolle, öffentliche Halle in einem Pallaste des Pausanias zu Byzanz. Eine Säulenreihe im Hintergründe läßt auf einen großen mit Pallästen umbauten und mit Wasserwerken und üppigen Baumgruppen verzierten Platz sehen. Rechts im Vordergründe eine Estrade, auf welcher Pausanias und die übrigen handelnden Personen stehen. Die Griechen sind griechisch, die Perser persisch gekleidet. 1. Scene. Artalmzos, Glaueos. Arta b. Glaub mir's o freund, mein großer König schätzt dich hoch! Glauco s. Vertrau n verdien' ich.- Art ab. Sieh, Du hast's im vollsten Maaß! — Glaucos. Und wo ich's kann, will ich dem König dienstbar sein! Artab. Im Voraus schon sei eines reichen Lohns gewiß; Doch sag' mir offenherzig, lieber Freund, was denkst Du denn von unserm Unternehmen? Gl au cos. Einfach das: — Pausanias ist aufgebracht, daß Griechenland So oft vor die Ephoren ihn gefordert hat. — Der Zündstoff ist vorhanden; einen Funken nur Und in dem großen Kopfe glüht der lohe Brand; Doch schlimm, daß er vor Griechen selbst nicht sicher ist. Aristides und Cimon sind viel mehr, denn er. Im Heer' beliebt; sic bleiben ihrem Eide treu. Die Unterfeldherrn hassen gar PausaniaS; So auch die Krieger alle, die nicht aparter sind. Artab. Wenn er nur will! Ich schaffe schon die Heeresmacht. Glaucos. Die Sparter Fcldherrn sind ihm, wie ich glaube, treu. i Art ab. Sich, das genügt, mein Lieber, Köpfe fehlen uns! Genug der kräft'gen Fäuste haben wir schon selbst. Dort kommt der Feldherr — Glaucos. Ja er ist'ö und ganz allein. Nachdenkend scheint er mir, als ob ein dunkles Bild Sich wiederspiegelte in der bedrängten Brust. Der Augenblick ist günstig! Artab. Du sprichst wahr, o Freund! Ich traue deiner Weisheit. Glaucos. Herr vertraue ihr! Artab. Bedenke wohl, es harret deiner reicher Lohn Und hohe Ehre. — Glaucos. Gern will ich das Mein'ge thun. (geht auf Pausauias zu.) 2. Scene. Artab uzos allem. Gefährlich bleibt uns immer dieses Heldenvolk; Verderblich gar, wenn es nicht unsre List besiegt: — Erst wenn Verrath in ihre Reihen Zwiespalt bringt. Und die so fest geschlossenen gewaltsam trennt. Wenn sie vereinzelt uns entgegentreten, dann Bekämpfen wir durch Mehrzahl sie mit leichter Müh! — Denn ihre Macht verdanken sic der Einheit nur! Pausanias fällt endlich auch in unsre Hand. Er dünkt sich Herrscher Griechenlands und er vergißt, Daß er nur ein Vasall von meinem König ist; Der giebt ihm seine Krone und der nimmt sie wie Das Gut von seinen Sclaven. Schleicht sich nur Verrath Ins stärkste Heer — so rennt's in seinen Untergang, Und selbst der Götter Kräfte retten's dann nicht mehr. Vollkomm'ner Sieg ist uns gewiß, fällt er in's Netz, Das festgewob'ne was ihm meine Hand gestellt; Und dann wird mir des Königs höchste Gunst zu Theil (ab). 3. Scene. Pllusanillö, Glaucos, (Beide im Gespräch hervorkommend.) Glaucos. Warum, o Herr, ist deine hohe Stirn umwölkt? 3 Auf der der Götter Ruhe einst sich spiegelte! Pausanias. Dir schenke ich Vertrauen, Freund, darum vernimm: Den Griechen dank' ich diese Runzeln. Glaucos. Was sagst du? Pausanias. Wie oft schon zwang mich dieses undankbare Volk Vor sein Gericht! — O Griechenland, so lohnest Du Die Thaten deiner Männer! G l a u c o s. Warum kamst du, Herr? Paus. Wie sollt' ich nicht? — Glane os. Umgeben von dem treusten Heer — Paus. Gehorchte ich dein Rufe meines Vaterlands! G l a u c o s. Gehandelt hast du edel, doch nicht klug! Und wer Rief dich? Die mächt'gen Neider oder Griechenland? Paus. Gewiß der Neid war's; denn sobald mich Sparta sah' Wollt's meine Freiheit und die Kläger wurden stumm! Glau cos. Da sieh'st du's selbst. Dem Sieger von Platäa, dem Eroberer von Cypcrn und Byzanz mißgönnt Der blasse Neid den wohlverdienten Lorbeerkranz! — Dein Gegner Artabuzos, darauf schwöre ich, Liebt dich aufricht'ger, treuer, als das Spartcr Volk — Und diese hinterlistigen Athener erst- Paus. Ja du hast Recht. Sieh Freund; ich dachte selber oft: Sollst du des wandelbaren Volkes Spiclball sein? Glaucos. Und gar zum größten Nachtheil dieses Volkes selbst? Kein Volk bedarf des cin'gen Herrschers mehr als dies. Getrennt durch seine Lage, — unter sich getrennt' Durch Sitten, Eifersucht, durch Neid, durch dummen Stolz Wird es gewiß des klugen Nachbars Beute sein, Wenn eine starke Hand es nicht zusammen hält; Wenn's nicht gehorchet blindlings eines Königs Wort. — L — Paus. Und dennoch sieht das Volk dies leider! niemals ein. Gl au cos. Wenn's dies nicht selbst einsieht aus Oberflächlichkeit Weil cs nicht denkt—weil es wohl gar aus nied'rem Neid Verkennt, was unumgänglich nöthig sür sein Wohl, So denke doch ein großer Mann an seiner Statt Und der verdient gewiß den Dank des Vaterland's. ' Paus. Wenn Griechenland die gute Absicht mißversteht, Was dann? Glauco s. So zwingt man es zu seinem eignen Wohl: Paus. Mit welcher Macht? G l a u c o s. Mit eigner und wenn das nicht geht- Mit fremder! Doch versteh': zu seinem eignen Wohl. Paus. Ich glaub', das läßt sich leichter sagen, Freund, als thun. Glaucos.' Warst du auch so bedächtig bei Platäa? P aus. Nein! Da war's auch anders; hätten wir das schönste Ziel Nach dem wir strebten nicht erreicht, so blieb es doch Gleich groß und schön! Deß waren wir gewiß! Doch hier? Glaucos. Du hegst wohl Zweifel, Feldherr, gegen deinen Freund? Ich schwör' beim Zeus: Ich will nichts weiter als das Wohl Des Vaterlands! Und dies durch Dich! Und Dich zum Dank Als Herrscher über Griechenland! Paus. Was sprichst du da? — Glaucos. Als König über Griechenland! denn nöthig ist Ein ein'ger Herrscher; wie ich Dir entwickelt Hab' Und Du, o Herr, — Du bist der Würdigste dazu! Paus. Ich sage Dir für Deine gute Meinung Dank; Jedoch'ich Hab' zu meinen Kräften kein Vertrau'n. Glaucos. Daß du's nicht hast, beweist nur, daß du edel denkst Und fester halt' ich d'rum an dem, was ich gesagt. Paus. Wenn endlich Niemand meinem guten Willen glaubt? Glauc o's. Dann zwingst du sie mit deinem Heer! Genügt das nicht, So stehen fremde Kräfte Dir noch zu Gebot! Paus. Und diese wären? G l a u c o s. Das Barbarcnhecr. Paus. Nie! Nie! Glauco s. Warum denn nicht? Sag' mir, sind sic nicht gut genug Um sie dem spitz'gcn Wurfspieß, dem beschwingten Pfeil Als Opfer darzubringen? Wer erkämpft den Sieg? Der Kopf des Felvhcrrn, oder des Soldaten Faust? Und ist's nicht ehrenvoller: Sieger Griechenlands Durch die Barbaren als durch ein erfahrnes Heer Zu sein? Paus. Sag' mir, mein Freund, wie soll ich das verstehn? G l a u c o s. Ein Jeder sagt: das dankt er nicht der Kraft, dem Muth Der sieggewohnten Krieger! Nein, das dankt er nur Dem Feldherr» geiste; ew'ger Götter Wcihgeschenk! Hab' ich nicht Recht? mein Feldherr — Paus. Wenn du Wahrheit sprichst? 'Gewiß. Glau cos. Beim Zeus, wie sollte es denn anders sein? — Doch sich! Dort kommt ein Aufzug Dir zu Ehren, Herr. Ich schweige jetzt, denn Vorsicht »Hut vor Allem Noch. P a u s. O, eins noch! Hoffst du Hülfe mit Gewißheit? Sprich! Glaucos. Ich weiß, der Perser König ist Dir wohl gesinnt. Mehr sage ich, wenn jener Zug vorüber ist. 4. Scene. Festzug zu Ehren des Pausanias. Unter den Jungfrauen befindet sich Kleonika. Während des Zuges ein prächtiger Fefimarsch. Vorige, Aristides neben Palusanias auf der Estrade. Volk. Heil dir PausaniaS! Dem größten Feldherrn Heil! Heil, Heil den: Ruhmbekränzten, den der Lorbeer krönt — 6 — Ihr ewgen Götter schützet ihn zu unserm Wohl! Pausanias (zu seinem Vertrauten.1 Welch' himmlisch Wesen! Hn beim Zeus, Cytheren gleich Dort in dem Zug der Jungfrau'n- Glaucos. Welche meinst du, Herr? Paus. Sich' jene! Welche in dem üpp'gen schwarzen Haar Ein Diadem von kleinen grauen Perlen trägt! Glauc os. Ich kenne diese Jungfrau nicht, doch, wie es scheint, Ist sie von edler Herkunft. Paus. Eile, forsche nach Dem Namen dieses schönen Weib's. Glauc. Ich eile, Herr! (ab.) Volk im Zuge. Heil, Heil dem Stolze Griechenlands, dem Einz'gen Heil Ihm, der von schnöden Sclavenfesseln uns befreit! Paus, (für sich.) Ha wic's mich durchzuckt! Wie klopfet mein Herz beim Anblick des himmlischen Wesens Besitzen muß ich das liebliche Kind, muß ruh'n an dem schwellenden Busen Erfrischen soll sie die glühende Stirn mit ihrem halsami- schen Athem. Doch wird sie auch mein? Pausanias dir, dir, dem sich ein Weltall muß fügen, Der stolz seinen Fuß auf's drohende Haupt des mächtigsten Herrschers darf setzen, — Dir eilt sie gewiß verlangend an's Herz, vernimmt sic, daß du sie begehrt hast. — Bedenke ich doch? — Ach nein, es gelingt! O Göttcrlust, die ohne Gleichen!- Volk. Ihr Götter schützt den Retter unsres Vaterlands! äiwi n u en c> o. Ihr Völker ehret, preiset euren größten Mann! Der Zug zieht langsam vorüber; die Musik verklingt in der Ferne. — 5. Scene. Pmsanias und Aristides. Ar ist. Mein Feldherr, gönnt mir einen Augenblick. Paus. Was ist's? Arist. Ich muß im Namen meiner Krieger bitter mich Beklagen. Paus. So?- Arist. Du weißt, wir Griechen alle sind Gleich frei; besond'res Vorrecht hat kein einz'gcr Stamm Und dennoch maßt das Spartcr Volk sich solches an! Ich bin gewiß, daß du davon nichts weißt/ und daß Du's ernst wirst rügen, selbst bestrafen, thut cs Noch. — Paus. Was haben die Spartaner euch gethan, sag an? Arist. Sie wehren mit der Sclavcnpeitsche unserm Volk Den Brunnen, bis daß sie geschöpft, das Lagerstroh Bis das, was sie bedürfen, sie vorher gefaßt — — Paus. Was weiter? — Arift. Nun, das strafst du doch? Paus. Ich weiß noch nicht. — Arist. So muß ich dir erklären, daß du selber Schuld Am Unfug bist. Wie strafst du unser freies Volk? Entehrender als Sclaven! Unsre Führer selbst Behandelst du, als sei'n sie Diener, barsch und rauh. Glaubst du die Griechen trügen lange diese Schmach? Gewiß nicht! — Und dann'sieh' was daraus folgt; das Heer Wird aufgelöst, denn jeder einz'le Stamm zieht vor Zurückzukchren, eh' er länger sich derart Behandeln läßt. — Ihr Sparter seid allein zu schwach, Dem Feinde Widerstand zu leisten und er wird Uns unterjochen, wie er leider schon gethan — Sich' du allein bist Schuld am Sturze Griechenlands! D'rum bitte ich dich Feldherr- Paus, (ihm den Rücken kehrend) Auf ein andermal. Ich habe heute keine Zeit. («bi Arist. Pausanias — 8 Nicht wohl thust Du, das glaube mir! Bald ist's vielleicht Zu spät und dann bereust du Stolzer, daß Du nicht Auf treuen Freundes wohlgemeinten Rath gehört. 6. Scene. (Aristides, Cimon, Antagoras saus Chioss Uliades saus Samoss mehrere Feldherrn und Admirale.) CiM 0 N. Du sprachst den Feldhcrrn, hast du dich bei ihm beklagt? Ar ist. Der Unterredung Gegenstand war eben dieß. Cimo n. Er lieh doch der gerechten Klage offnes Ohr? A r i st. Ihr Freunde, nein, das that er leider! leider! nicht. Uliades. Was sag'st du? Alle. Wie, Aristides? Antagoras. Er schwieg dazu? A r i ft. Er sagte nur: Er habe heute keine Zeit Erhören wolle er mich auf ein andermal. Uliades. Das sagte er? Alle. Das sagte er? Ar ist. Ja, weiter nichts. — Antagoras. Und welche Antwort gabst du? Aristides. Keine. Uliades. Auf die Schmach? Arist. Er kehrte mir, als er's gesagt, den Rücken zu! — Cimon. Was dünket euch davon, Athener? Alle Athener. Unerhört! Uliades. Und euch? Ihr Griechen? Es wäre Schmach! Antagoras. Tragen wir noch dieses Joch? Einige. Andere. Mit welchem Rechte spricht er so? Andere. Mit welchem Rechte prügelt er, den Sclaven gleich, Die freien Krieger? Andere. Saget, wer gab ihm das Recht, Die Krieger Spartas andern Kriegern vorzuzieh'n? Antag.' Wer ihm das Recht gab, weiß ich nicht; das sag' ich euch, Wir müssen's ihm entreißen, wenn nicht Griechenland Des Uebermüth'gen Sclavenfesscl tragen soll! Alle. Schon gar zu lang' entehrt uns diese Sklaverei! Uliades. Wir stürzen ihn, so wie das stolze Sparter Volk! Zu lang schon hat cs Griechenland allein beherrscht. — Antagoras. Warum? Die Herrschaft dankt cs seiner Frechheit nur! Floß unser Blut nicht grad' so gut für's Vaterland? Uliades. Lag unser Gold nicht in der bittcrn Zeit der Noch, Ein Opfer, freudig dargebracht auf dem Altar? — Ar ist. Durchfurchte unsrer Schiffe Kiel das grüne Meer Wohl nicht zu unsres Vaterlands Verteidigung? Antagoras. Ihr Griechen, saht ihr müßig zu bei Salamis Und gabt ihr etwa bei Platäa Fersengeld? Zerbrachen wir nicht auch die Thore von Byzanz -so gut wie die Spartaner? Uliades. Dennoch sollen wir Als Feiglinge, als Sclaven ihnen dienstbar sein? Nicht länger, nein nicht länger, Freunde, wollen wir Ehrlose Ketten tragen! Die noch Griechen sind, Die würdig noch des Ehrennamens Helden sind, O, schüttelt kühn vom Nacken dieses Frechen Joch! Entweder sterbet ruhmvoll, oder werdet frei. Wer das nicht will, der lösch' den Namen „Grieche" aus! 10 Einige. Dem weisen Wort des Edlen Pflicht' ich gerne bei. Andere. Wahr ist's, wir thun, so wie er uns geheißen hat. Alle. Mit Sparta nieder! Nieder mit Pausanias! An tag. So recht! Denn so nur bleibt der Grieche frei und stark Gesichert wird den vielen Stämmen Einigkeit, Und jeder fürchtet, ehret uns gleich wie zuvor, Als freie Männer und vereint als mächt'ges Volk! Cimon. Doch Einer muß das Haupt von unserm Bunde sein, Soll er nicht in sich selbst zerfallen! Alle. Wahr sprichst du! Cimon. Wohlan, so wählet diesen, laut, mit freier Stirn! Wen wollet ihr? Einige. Aristides! Andere. Aristides?! Cimon. Wer könnt' es anders sein als du, Aristides? U l i a d e s. Ihr Freunde, keinen andern hält' ich je gewählt. Alle (mit freudigem Zuruf) In dir begrüßen wir des beil'gcn Bundes Haupt! Ar i st. Für diese Ehre, lieben Freunde, habet Dank! Sie nehm' ich an im Dienste unsres Vaterlands. Doch ein's! — Ich traue euch und eure Redlichkeit Ward nie von mir bezweifelt; glaubt mir's, dennoch scheint Mir's nöthig, daß ihr den bedeutungsvollen Schritt Zum Bruche mit Pausanias vereinigt thut, Auf daß kein einz'lcr Stamm den Bund verlassen kann, Würd' diese erste That nicht mit Erfolg gekrönt. Um sich Gnade bei dem Feldherrn zu crflch'n. Alle. So sei's wie du gesprochen Haft, Aristides! Arist. Wir sagen ihm, daß wir das schnöde Sclavenjoch Nicht länger tragen wollen. Giebt er nach, dann gut; Doch thut er's nicht, befreien wir uns selbst von ihm 11 Einige. tlnd dies recht bald, wir brennen Alle vor Begier Andere. Bevor der Schlaue Wind von unserm Plan bekommt. Aristides. Achtung vor eurem Männerwort; doch bindet euch Durch einen Schwur! — Auf, schwöret bei den Göttern, bei Den Ewigen, Unsterblichen, zu kämpfen und, Wenn's Noch thut — auch zu sterben für das Vaterland, Für seine Freiheit, seine Unabhängigkeit! — Alle. Wir schwören es, bci'm Throne des allmächtigen Zeus! Ar ist. Ein Jeder gehe jetzt zu seinen Kriegern hin ! Seid alle unbefangen, daß Verdacht uns nicht Vor unsrer That zu dieser selbst unfähig macht. Lebt wohl, ihr Freunde! — Alle. Lebe wohl Aristides! (Alle ab außer Aristides und Cimon.) 7. Scene. Aristides und Amon. Arist. Du tadelst mich, mein Cimon. Cimon. Nein Aristides. Ich weiß so gut wie du, daß uns das Vaterland Allein gebietet! Arist. (nach einer Pause) Traurig, daß sein größter Mann Vielleicht als Opfer, für das Theure fallen muß. Cimo n. Wo denkst du hin?-Das Opfer wird nicht nöthig sein Denn sieht er, daß wir's ernst gemeint, so giebt er nach. Arist. Nein Cimon, nein, ich sehe seinen Sturz voraus Denn nachzugebcn ist der Stolze nicht gewöhnt; Drum können wir nicht mit ihm rechten. Der Gewalt Nur wird er weichen! Siche Freund, das thut mir weh! — Cimon. O schlimm, wenn es so kommen muß! der Feldherr ist Stets heilig — Arist. Wenn er auch sein Vaterland verräth? 12 Cimo n. Das ist unmöglich! — Arist. Dennoch — dennoch ahnt es mir! — Cimon. Warum? Arist. Dann spreche ich, wenn ich's beweisen kann! Und wenn ich euch bewiese, daß er es verrietst? Cimon. Du sprächst sein Todesurtheil. — Komm' es wie es will — Kein Opfer ist zu groß im Dienst des Vaterlands! Doch hoffe ich, die Götter sparen uns die That. Arist. So recht, mein Cimon! Gieb mir deine Bruderhand Im Leben — Tod- Cimon. Wir bleiben unserm Eide treu. (Cimon langsam ab.) A r i st. (nach einer Pause halblaut) Die Zeit, wann ich's beweisen kann, liegt näher wohl Als Einer glaubt. Den Feldhcrrn habe ich durchschaut, So weit sich dieser feine Kopf durchschauen läßt. Er ist gefährlich; denn die Ruhmsucht herrscht in ihm Und dieser opfert er des Burgers Tugend auf Dort nah't er- (ab) 8. Scene. Pausailias und Glimcos. Paus. Bringst du gute Nachricht mir, mein Freund? Glaucos. Vergebens Hab' ich alle Mühe angewandt. —- Was mir die Götter gaben an Beredsamkeit, Hab' ich verschwendet. Sieh', nach Kräften malt' ich ihr Die glückerfüllte Zukunft vor, die ihrer harr't. Ich sprach von deinem hohen Ruhm, von deinem Rang, Von deinen großen Tugenden, von deinem Geist, P a u s a n i a s. Zur Sache, Freund, zur Sache ach, ich bitte dich! Glaucos. Das beste Weib verdiene nur das schönste Loos, Von dir geliebt zu werden. Wie bcneidcuswerth — — 13 Paus, (ihn unterbrechend) Was sagte sie? Das sage mir und weiter nichts! Glaucos. Sie hörte, doch sic wies den Antrag kalt und stolz Als sei er gar entehrend, von sich ab. Paus. Beim Zeus, Noch reizender scheint sie mir durch den Widerstand! Sie zu erringen setze ich nun alles dran! G l a u c o s. O, wage, du erreichst dein Ziel gewiß! Paus. Doch wie — Wenn sic schon einem andern Manne angehört? G l a n c o s. Ich konn't es nicht erfahren Herr — Paus. O, weh mir dann! G l a u c o s. Das wäre endlich auch kein großes Hindcrniß. Paus. Viel wünschenswerther macht mir den Besitz die Scheu Der Jungfrau, hat die keinen andern Grund, als nur Im Schamgefühl; des Weibes allerfeinstcr Reiz, Der uns zum schönsten Sieg am meisten stacheln kann; Jedoch bedenke ich, daß sie sich weigert, weil Die Brust daö Bild 'nes Andern schon umschließt — G l a u c o s. Ich glaub'- Paus. Schweig', denn ich fürchte kindisch mich vor jedem Wort, Das meinen Argwohn mir bestät'gen könnte und Gewißheit wünschte ich mir ebenfalls so sehr! G l a u c o s. Du kannst sie dir verschaffen — nichts steht dir im Weg. Paus. Was kann ich mir verschaffen? Gl au cos. Die Gewißheit und Die Jungfrau, grade wie cs dir gefällt. Paus. O, sprich! Wie denn? Glaucos. Du fragst undbistauch unbeschränkter Herr! 14 Paus. Ich frage dennoch! — Glau cos. Bleibt dir, Herr, nichtdeineMacht? Paus. Jetzt fürchte ich dich zu verstehn, fahr' fort! Glaucos. Du droh'st, — Doch droh'st du nur, die Eltern, die sie liebt, als Pfand Zu halten, bis die Tochter sich gehorsam zeigt. Paus. Weißt du, ob's denn der Eltern Wille ist? Glaucos. Was thut's? Jst's auch der Eltern Wille nicht, Noth macht sie kirr! Paus. Dein Nath mißfällt mir, er ist unklug und darum Für mich gefährlich! — Glaucos. Sage mir warum? o Herr! Paus. Mein Freund, bedenk' des Volkes Stimme — Glaucos. Du hast Recht Im Falle, daß du diese Stimme fürchten mußt. — Doch bleibt noch eins! Sieh', weil die Sendung mir mißlang So dacht' ich unterweges über alles nach Was uns zum Ziele führen könnte. Und so fiel Mir ein's noch ein, was ohne alles Aufsehn dich Zu dem gewünschten Ziele sicher führen wird. Paus. So sprich! Ich brenn' vor Ungeduld. Glauco s. Du raubst das Weib! Paus. Was soll ich thun? — Sie rauben? Glaucos. Fürchtest du das Wort? So nimm dafür ein anderes: Du entführest sie! Paus. Das geht nicht an. Glaucos. Selbst brauchst du's grade nicht zu thun; 15 Vertraute Leute kenn' ich, welche fähig sind Dieß auszuführen, ohne daß cs ruchbar wird. — Paus. Werd' ich bei ihr gewinnen, durch die Frevelthat? Glau cos. Gewinnen wirst du eher als verlieren! denn Den muthig Unternehmenden liebt jedes Weib Und gern verzeiht es eine That dem Manne, der In heißer Liebe sie vollbracht. — Sie zieht ihn stets Dem Schwächling vor, der seinen herben Liebesschmerz Dem tauben Quell in wehmuthvollen Seufzern klagt. Das Echo äfft, wie spottend, feine Klagen nach Jndeß das Weib den muth'gen Nebenbuhler küßt. In Kampf und Liebe wird der Kühnste Sieger sein. Paus. Es glaubt zwar Jeder Alles gerne, was er wünscht Und Jeder überzeugt den leicht, der sehnlich hofft; Doch fürchte ich ein großes Unglück bei der That Mich warnt ein Etwas — Glaucos- G l a u c o s. Wie Pausanias? Paus. Ich fürchte mich vor einer That, die ehrlos ist; Auch flößt ein dunkles Vorgefühl die Furcht mir ein. Glaucos. So sage mir, was kannst du fürchten? Paus. Weiß ich's selbst. - Doch glaube mir, vor keiner Schlacht Hab' ich die Furcht Gefühlt, die jetzt mir wie ein Alp die Brust bedrängt, Fast hemmend die gesunde Lebcnsthätigkeit. Glaucos. Schlag' dir nur diese trüben Bilder aus dem Sinn Mehr wie mit Liebe bist du mit dem Krieg vertraut D'rum wird der erste ungewohnte Schritt dir schwer. Vertraue mir, du wirst es nie bcreu'n, o Herr! Nein — nein, ich zweifle nimmer — du wirst glücklich sein. Bald ruhet sie in deinem Arm; — ihr Feuerkuß Verscheucht die böse, bleiche Sorge, die dich quält. Paus. Beim Zeus, die Sinne werden wirr und wirrer mir! Glaucos. Laß mich nur machen! Paus. Freund, ich hind're nicht dein Thun! (langsam ab) Glaucos. Sieh, das genügt. — Vertraue mir, dem treuen Knecht. 9. Scene Glaucos sallein, ihm nachsehend, nach einer Pause) Der größte Mann ist Sclave seines heißen Bluts So gut wie jeder nied're Knecht. Der Sieger von Platäa wird von einem schwachen Weib besiegt. — Unzählbar sind die kräft'gen Krieger, die er zwang Zu feiger Flucht. — Jetzt bettelt er um einen Blick Und mehr als Ruhm gilt ihm die süße Tändelei, Wenn dies dem großen Manne widerfährt, so brauch' Ich mich des Bischen warmen Blutes, das mich oft Ein wenig thöricht macht, wohl nicht zu schämen, denn Wo dieser strauchelt, ist das Fallen mir erlaubt. Zmeilei- Äct. (Zimmer im Hause des Pausanias, prachtvoll decorirt, längs den Mars morwändcn prächtige Kandelaber, zwischen diesen Pfannen auf Dreifüßen, auf welchen Räucherwerk brennt. Ueppige Divans überall. Ein reich- besetztes Büffet mit Goldgefäßen überladen. Alles zeigt den üppigsten Persischen Luxus. Im Hintergründe eine offne Säulengallerie, welche auf unendliche Gärten mit Wasserwerken und Statuen rc. sehen läßt. Abendbeleuchtung.) 1. Scene. Pausanias. O, Ungewißheit, welche Qual du bist, weiß der Dem du mit kalter ehrner Riesensaust das Herz Das ängstlich zuckende zerdrückt zermartert hast. Schmerzvolle Stunden, träge schleichet ihr vorbei Als sei'n der Horen leicht beschwingte Flügel lahm, Als hing' an jeglichem ein schweres Bleigewicht; So dehnt sich eine Stunde uns zu Jahren aus, Wenn wir so sehnlich wünschen: Wäre sie vorbei! Der Kranke auf dem Schmerzenslager, in der Nacht Und der Erwartende, dem jeder Augenblick Den bittern Tod, das süße Leben bringen kann, Ja, solche Armen kennen nur den trägen Gang Der Stunden, die sie unruhvoll hinweggcseufzt. Ob's ihm gelingt? Ihr Götter, fügt sich wohl das Weib? — Besiegt die zarte Liebe diesen kalten Stolz, Der als Despot ihr jungfräuliches Herz beherrscht Wird sie sich mir ergeben?- 2. Scene. Voriger, Gl au cos. Glaucos. ^ ^ , , Hell Pausamas! Paus. Was bringst du mir für Nachricht? Jst's gelungen? Sprich! Glaucos. Es wird gelingen. Traue deinem Knechte, Herr! Paus. Noch nichts Gewisses? Glaucos. Die Gewißheit, cs gelingt. Denn klug erdacht und wohlgeordnet ist mein Plan, Drum wird er auch durch glänzenden Erfolg gekrönt. Doch mehr noch bring' ich! Arbatuzos fraget dich In seines Königs Namen, ob du Willens bist, Dem Bündniß beizutreten? Paus. Ja, das werde ich, Denn die Athener zwingen mich zu diesem Schritt; Denk, was gcscheh'n. Ich fuhr in meinem eig'ncn Schiff Gelassen hin; da sah' ich, wie der Schiffe zwei Mit angestrengten Rudern strebten mir zu nah'n; Bald nehmen sie mich in die Mitte. Vom Verdeck Ruft man mir zu! Die meuterischen Führer sind's. Sie fragen unbescheiden Anfangs — drohen dann — Ich geb' zur Antwort: Ihr bedrohet nur euch selbst Und was ihr drohet, schleudert eures Feldherrn Hand, Weil ihr die Hochachtung vergehst, die ihm gebührt, Ihr Meuterer, auf euch und auf die Eurigen! Glaucos. Hältst du auch Wort? Paus. Gewiß, beim Donnerer, beim Zeus! .Sag' nur dem Artabuzos, ich erwarte ihn, Um Näh'res zu besprechen. Glaucos. Wohlgethan, o Herr! — Denn Nachsicht war' hier Schwäche, und für Griechenland Zum höchsten Nachtheil; sieh', es fällt gewiß in sich Zusammen, wenn du's nicht mit kräft'ger Hand regierst. Paus. Ich bin entschlossen, — Ach wär' sie nur hier. Glaucos. Geduld, Nicht lang' wird's währen und du stehst am schönsten Ziel! Paus. Verlautet Nichts im Heere? Glauco s. Alle Spartcr sind Dir treu; doch fürchte Cimon und Aristides! Paus. Sie sind verdächtig, doch zu fürchten sind sie nicht! Glaucos. O fürchte sie! denn nöth'ge Vorsicht bleibt dir fremd Wenn du nichts fürchtest-Furcht geziemt den Helden nicht Im Felde; nöthig ist sie ihm jedoch im Rath! Paus, (bei Seite) O Furcht und Zweifel! früher kannte ich euch nicht. Doch kenne ich euch leider, seit ich selbst Verrat!) Im Busen trage! — Glaucos. Was sagst du? Paus. Ich sagte nur: Verständ'ge Vorsicht ist in allen Dingen gut. Glau cos. Gewiß, doch horch'! Paus. Was ist es? Glaucos. Die Vertrauten sind's, Die ich gesandt, du weißt zu welchem Zweck. — Zieh' dich Zurück, ich bitte, Alles leite ich dann ein. — Paus. Ich geh'! Glaucos. Vertraue mir! (ab gegen die Thür.) Paus. Ihr Götter, welch' ein Spiel Spiel' ich! — Ich bin schon leider mit ihm sehr vertraut; 19 Doch wenn Vcrrath, Gewalt, Betrug zu jedem Schritt Mir nöthig sind?-Das ist zu arg — — das ist zu arg- (geht nachdenkend ab.) 3. Scene. ÄlböEll (gefolgt von Sklavinnen) G l a u c o s. Tritt nur herein, o edle Jungfrau, tritt herein! K l e o n i k a. Du ncnn'st mich edel und du raubst mich mit Gewalt? Glauc os. Brauch' nicht das Wort, dann sieht die Sache anders aus. Doch öffne jetzt dein Herz der Freude und der Lust! L>ei fröhlich und befiehl, was dich erheitern kann. Zn deinem Dienste stehet Alles gern bereit. Kleonika. Ach laß' mich, — laß' mich — Glauc. Willst du Tänzer, leicht beschuht? Willst du an ihrem üpp'gcm Reigen dich erfreu'»? Am schmalen Fuße, der, als wäre er beschwingt. Die Erde selten nur berührt? Kleonika. Laß' mich und geh'! — G l a u c o s. Willst du den Flötenbläser, den mein Herr gekauft? Und der wie allbekannt, nicht seines Gleichen hat, — Daß er mit wollustvollem Ton dein Ohr erfreu'? Klevnik a. O geh'! Glaucos. Den Mimen? Kleonika. Geh'! Glaucos. Willst du den ew'gen Vers Des Sängers hören? — Kleonika. Sage mir, wie kann dein Herr Dich Wurm in seinem Dienste dulden? Gleich und gleich Gesellt sich, auch ihr werdet nicht verschieden sein! Verlasse mich! lZu den Sklavinnen) Im Vorsaal, Mädchen, harret mein! 2« Glaucos. Sich' Herrin, die Gemächer sind zu deinem Dienst! Es zieht dein nied'rer Knecht sich demuthsvoll zurück! (Außer Kleonika Alle ab.) 4. Scene. Kleonika (allein.) O, Götter! Götter! Lasset ihr den Frevel zu? Mich, edlem Stamm entsprossen, der Hetäre gleich Gewaltsam herzuschleppen, wie die Sclavin in Des fremden Mannes Schlafgemach! Ha wehe mir! Ihr Eltern, o erführet ihr nur wo ich bin, Ich wär' gerettet. — Meine Räuber haben wohl Die Spur getilgt und Niemand, Niemand findet mich! So bin ich der Entehrung Preis gegeben, weh'! Doch nein! noch nicht, mich schützet noch der Tod! Verloren bin ich, arme Eltern, doch für euch, Denn die Entehrte kann nicht eure Tochter sein! Gleich einer Todten müßt ihr sie beweinen, — d'rum Trifft euch in jedem Fall dies Loos. — Ihr Götter — horch' — Ich höre Tritte — Ha! — Kommt der Verworfne schon? — 5. Scene. Äöl'lAk, sf>tUlfülliüö/ (prächtig gekleidet mit den Zeichen seiner Feld- Herrn-Würde.) Pausanias. Bist du, o holde Jungfrau, auch zufrieden mit Dem Wenigen, das ich dir bieten kann? Was ist's, Das dich erfreuen könnte? Sag' mir's doch und gleich Steht es bereit! Was wünschest du? O sprich, mein Kind! Kleonika. Die Freiheit. Paus. Alle, alle Freiheit hast du ja! Sich' dort der stolzen duft'gen Gärten üpp'ge Pracht, Wie kühn der mächt'ge Wasserstrahl dcmautenrein Zum Aether steigt, dann sich zur sarb'gen Kuppel wölbt, Wenn glitzernd er herabfällt. Sieh' die klaren See'n, Auf deren blauem Spiegel sich die Barke wiegt Sanft schaukeln wird sie dich bei weicher Flöten Ton. Die Marmorbecken laden dich zum Bade ein; Zur süßen Ruh' der schattige Cypressenhain, Die tausendfarb'gen Blumen duften nur für dich, Dein Aug' erfreu' sich an des Meißels Meisterwerk, 21 An dem, was Reizendes der weise Maler schuf Und was du wünschest: Tanz, Gesang und Saitenspiel, Ein üpp'gcs Mahl, der Rebe gold'nes Feucrblut, Geschmeide, selt'nc reiche Stoffe, Perlen, sich' Dein ist ja Alles. Thuc nur, was dir beliebt! Kein Wächteraug' bewacht dich; Theure, du bist frei, Und ich — dein Sclave! Kleonika. Sich'st du nicht die Mauer dort? Paus. Ja, sic umschließt den ganzen Garten, den Pallast Und Alles, was dazu gehört! Kleonika. Und ich bin frei? Paus. Mein thcurcs Kind, o quäle mich nicht so! Kleonika. Wer gab Das Recht dir, mich gewaltsam hcrzuschleppe»? ' Sprich! Paus. Verzeih', verzeih' der heißen Liebe diesen Schritt! Kleonika. So laß' mich frei! Laß' mich zu meinen Eltern geh'n! Pausanias. Verlange Alles, was die kühnste Phantasie Erdenken kann, — dein sei cs! — und wenn ich dafür Die größten Opfer bringen sollte, gern thu' ich's; Doch, waS du forderst, ach, steht nicht in meiner Macht. Kleonika. Warum nicht? Schämest du dich nicht, ein schwaches Weib Zu rauben? Paus. Licbcsist ja Wahnsinn, Theure, d'rum Vergieb, vergieb mir! Ach vergiß'! Kleonika. Das hoffe nicht! Paus. Den lieben Starrsinn beuge ich durch Artigkeit, Aus tausend schone Dinge will ich sinnen nur Für einen, einen liebevollen Blick von dir. Kleonika. Der jungen, schönen Sklaven Viele dienen dir; Sie sind ja gern auf jeden leisen Wink bereit —... Paus. Dich liebe ich! — 22 Kleonika. Auch manches Weib aus ed'lem Stamm' Kannst du beglücken; biete ihr, was du mir beutst; Wie wird die glücklich sein, sagst du ihr das, was du Mir eben sagtest. Paus. Einer andern? Nimmermehr! K lco nika. Wohl lauschen viele gerne auf dein schmeichelnd Wort. Paus. Ich liebe, Theurc, ach ich liebe dich allem! Kleonika. Und ich — dich niemals! d'rum erspare dir dein Fleh'n. Paus, (knieend.) O, sieh' mich knieen! Wende mir dein Augezu! Sieh' mich zu deinen Füßen! Ich, der Griechenland Allein beherrsche, knie' vor einem schwachen Weib. Wenn ich die Brau'n bewege, zittern Könige Auf ihren Thronen! Völker cheten an, die ich Zu Sclaven mir, mit allgcwalt'ger Hand gemacht! Das Opfer bring' ich dir aus reiner Liebb dar — Zch flehe dich um deine Gegenliebe an! Ich bitte, flehe, theures Weib — erhöre mich! — Kl eonika. Ich hasse, ich verachte dich! — Paus. Verzeih', was ich Verschuldet. O, vergieb die Kränkung mir, die ich Dir zugefügt! Wahnsinn'ge Liebe trägt die Schuld. Kleonika. Hör' auf! Ich sag' dir's nochmals! Nimmer lieb'ich dich! Gieb mir die Freiheit wieder! — Paus. Wenn ich's thäte — wirst Du dann die Meine sein? —- Kleonika. Auch dann noch nicht! Paus. Genug DesFlehn's! Du willst nicht? Nun, so zwing'ich dich — du mußt! Kleonika. Ha weh! » 23 Paus. Du mußt, und heute noch! Was ich mit Km'e'n Mir nicht erbetteln konnte, das erzwinge ich! (ab.) 6. Scene. Kleonika allein (Pause.) Erzwinge ich? So sagtest du, Pausanias? — Du kannst mich zwingen. Ohne Waffen und bewacht Bin ich, doch, Scheusal, hinderst du mich auch, daß ich Geschändete, so bald sich die Gelegenheit, Die günstige, mir bietet, diesem Leben selbst Ein Ende mache — überlebe ich die Schmach? — Die Hoffnung bleibt mir leider! leider noch allein. O schrecklich — wenn das lebcnskrLft'gc Mädchen nur Noch Rettung hoffen darf vom cis'gen, kalten Tod. — Er soll des Schlafes Zwillingsbruder sein, so lehrt Man uns, und uns're muth'gcn Helden glauben das, Doch anders glaubt von ihm daö bange, schwache Weib. — Ein großes Ovfer bringt es — gicbt cs sich den Tod, Dock/ größrcs Nebel noch als dieser ist die Schmach; Für mich war'-sie ein tausendfacher Tod! D'rum Muth Gefaßt, wenn mich die Götter nicht erretten, dann Errettet mich von ihr die eig'ne schwache Hand! — (nachdenkend.) Doch will ich mich in dieser Schmach nicht sch'n. — Herein! Herein, ihr Mädchen! 7. Scene. (Vorige. Die Sklavinnen. Während der 6. Scene ist es Nacht geworden, der Mond scheint durch das Portal, im Hintergründe die Scene beleuchtend.) S claVinnen. Was befiehlt die Herrin? Kleonika. Wenn Der Feldherr eingeschlafen ist — so tretet leise ein Und lösch't die Lampen alle aus — versteht ihr mich? — Sela Vinnen (kichernd.) Ja, wir verstehen dich Herrin und gehorchen gern, (ab) Kleonrka (nach einigem Nachdenken mit tiefer Entrüstung.) O, furchtbar — furchtbar —sie verstanden mich, o Schmach! Wie, Artemis, du bleiche, du crröthest nicht? " .. >, ^ — 32 — Paus. (Irr um sich blickend.) Ha, seh't ihr nichts mehr? Chor. Was ist dir, o Herr? Paus. Seh't ihr das Gespenst nicht, das bleiche? Chor. Verwirrt ist sein Hirn, ein Fieber hat ihn befallen; ihm zeigt's die Gebilde! Paus. . Nein, krank bin ich nicht, mir lähmte der Schreck die Glieder. Chor. Woher denn der Schrecken? Paus. O fraget mich nicht! fort muß ich von hier, der Ort birgt ein düst'res Gcheimniß. — Chor. O sage, was ist's: Verschweige uns Nichts! Du weißt wir find deine Getreuen! Paus. Nichts war es, Nichts, Nichts, ich glaub', ich bin krank und bin jetzt der Ruhe bedürftig, D'rum laß't.mich allein! Chor. Herr, wie du befiehlst. Paus. Nicht lang' wird das Unwohlsein währen. Laß't Niemand zu mir, den Boten nur, der verlanget allein mich zu sprechen, Den führet herein. — Chor. Zeus schütze dich Herr, wir thun, so wie du uns befohlen. 3. Scene. Pause. Pausanias. Bin ich allein? — Zeigt sich in jenem Winkel nicht Das Schreckensbild? Nein, diesmal war es Sinmntrug.— Ich zitt're noch. — Ja, gegenüber solcher Macht Erzitterte ein Herakles. — Und ist es nur 33 Der Schatten, der dich zittern macht, Pausanias Der bleiche duft'ge Schatten nur! O weh' mir, nein Der Sieger von Platäa, der Erob'rer von Byzanz erzittert leider, leider vor sich selbst. O Jammer! Götter sagt mir, wohin soll ich flich'n? Entflieh'» vor dem Bewußtsein meiner großen Schuld? Es wird mir immer folgen, wenn ich hcimathlos Durchirren wollte auch das ganze Weltall, wenn Ich selbst znm schrcckumgähntcn Hades meinen Schritt Beflügeln wollte; meiner Ferse folgte cs. — So also endigt dieses Leben voller Ruhm Und Ruhm, von dem die halbe Welt zu sagen weiß. (nachdcnkend) Wär's denn für nichts, daß diese Stirn der Lorbeer schmückt? Trennt sich der Ruhm vom Unglück? Nein, das thut er nicht! Nur Muth gefaßt, Pausanias, er rettet dich Bon den verfolgenden Ertnnicn! Ja ich werf' Mich ganz in seine Arme und er läßt mich wohl Vergessen diese dnnk'lc That, die ich gcthan Gedenk' ich ihrer, faßt der grimme Wahnsinn mich! O Ruhm, o tilge, sühne diese große Schuld! Bald herrsche ich allein im schönen Griechenland, Und alle mächt'gcn Städte sind mir untcrthan; Das Diadem der höchsten Macht umziehet bald Die Stirne, die so lange schon der Lorbeer schmückt. O Ruhm und Macht — O lasset jene Stunde, die Mir all' mein Lcbensglück geraubt, vergessen; in Dem Glanz des Thron's — als Herrscher über Griechenland! — Diener, (hcreintrctend) Der Bote harret draußen. Paus. Laß' ihn ein. (Diener ab) Jetzt Muth! Pausanias! Hier ist unzcit'ge Schwäche Dir Verderblich! — 4. Scene. Voriger, Artabnzos. Artabuzoö (Anfangs »lii vielen Cerenionicn.) Heil dir! Heil dir, hoher Herr! Paus. A r t a b. Hab' Dank. Mich sendet der allmächt'gc Lcrrcs, der beherrscht Mit höchstem Ruhm, das allergrößte Reich- 3 34 Paus, (ihn unterbrechend) Ich weiß, Wer dich zu mir gesandt, mein Freund, d'rum laßt uns gleich Zur Sache kommen. Sage an, waö bringst du mir? Art ab. Mein König wünschet dir zuvörderst alles Heil: Und will dir gern behülflich sein mit seiner Macht Zu deinem Werke; wenn du dem gegcb'ncn Wort' Getreu willst bleiben: Ihm ein Äund'sgenoß' zu sein; Was Griechenland auch immer dazu sagen mag! Paus. Ich gab ihm ja niein Wort um es zu halten; Hab' Ich jemals euch gezeigt, daß ich wortbrüchig bin? Artab. Verzeih' o Herr, wenn ich dir treulich sag', was mein Allweiser, großer König sprach; doch straf es nicht An mir, dem nieder'» Knechte! Paus. Sprich' nur ohne Furcht. Artab. Der König sprach: „Wortbrüchig ist er seinem Volk" Darum muß ich, um ihm zu glauben, Thaten seh'n Paus, (bei Seite) Daß Zkerrcs dem Pausanias das sagen darf! Artab. Doch ist mein großer König immerdar bereit, Vertrauen dir zu schenken, wenn die erste That Auch unbedeutend gegen solches Gut erscheint. Paus. Was will dein König von mir? Artab. Wenig, wenig nur! — Paus. So sprich doch! Dieses lange Zögern macht mir Pein. — Artab. Nochmals, nicht viel. Paus. Ich bitte, sprich! Artab. So höre denn! Die Kriegsgefang'nen, welche du in Banden halst, Und die aus edlem Stamme all' entsprossen sind (Verwandt sind viele gar dem hohen König selbst) Gieb meinem Herrn, als deines Wortes Unterpfand Zurück; doch ford're, edler Herr, kein Lösegelv. 35 Paus. DaS gebt nicht an. Artab. Warum? Paus. Ich lenkte dm Verdacht Sofort auf mich, und ick entging' den Folgen nicht. Artab. Äcfehl gicl'st du und heimlich kann es dann gcscheh'n. Paus. Wer bürgt dafür? A r t a b. Das lasse ineine Sache sein. — Doch, eine Frage an den Feldherrn! Paus. Diese war'? Artab. Du weißt doch, daß du deines eig'ucn Heer's bedarfst? -- Bist du der Krieger auch gewiß? Land sie dir treu? P " u s- Gehorsam sind sic, Alle folgen meinem Wort. Artab. Doch du vergißt o Herr, daß es Spartaner sind! P a u s. Was soll das heißen? Artab. Die an ihrem Vaterland Mehr hängen, als an ihrem Feldherrn, — dcr's verrietst! Paus. Genug der Worte, dieses überlasse mir! Artab. O, prüfe sie! Paus. Auch das. Ich laß' sic rufen, geh' In dies Gemach! Artab. Wie du befiehlst, o hoher Herr! (ab) 5. Scene. Pansmlias und ein Diener. Paus. Geh', rufe alle meine Nnterfeldhcrr'n her! lDicncr ab) Zum erstenmal ruf' ich zu solch' einem Zweck', die Feldhcrr'n zum Rathe zusammen; 3 * 36 Die mit mir vereint, oft bcrathschlagtcn, wie wir Sparta, dem Lorbecrbckränztcn, Unsterblichen Ruhm's voll, der Kränze noch mehr im Kampf' zu erringen vermöchten. Wohl schlug mir das Herz dann, voll göttlichen Muth's, jetzt schlägt cs mir, wie einem Feigling. Verräthcr! o weh' mir — der nied'rige Knecht, der Sclavc, er durfte Dir's sagen- Und standst du beschämt nicht, Pausannw da, crrvthcnd vor einem Barbaren? — Was nutzt mir die Neue? Zu spät ist's, zu spät! Der Mensch muß dem Schicksal sich beugen! Darum nicht gezittert, das Leben gewagt, den göttlichen Reif zu erkämpfen. Um, was mich gefoltert, im Glanze des Thron's, im Ruhm, in der Pracht zu vergessen! — Wohl fühl' ich's, ich bin mit mir selber entzweit, ich folge dem eisernen Schicksal. Vcrrath! Ha, das klingt mir so fürchterlich, — doch cs klingt nur — und was ist's denn weiter? Ein Wort macht dich zittern! bleib Mann und — doch sieh': die Krieger; d'rum glätte die Stirne! 6. Scene. Die Nnterseldhcrrm des Pansamas. Paus, (ihnen die Hände reichend; sehr freundlich) Willkommen edle Krieger! Seid willkommen mir! Feldherren. Wir flch'n der Götter Schutz herab auf's hcil'gc Haupt Des Feldherrn. Paus. Dank' euch! Ja, ich kenne euch, ihr seid Die alten, die so oft mit mir den Kranz verdient. Der eines Mannes schönste Zierde bleiben wird, Und solchen Männern trau't man! darum ries ich Euch, Weil ich an Euch den Muth in heißer Schlacht, so wie Vorsicht'ge Weisheit in dem Rath zu schätzen weiß, Zusammen, mir zu rächen, weil ich Rath bedarf. Itcr Feldherr. Wir danken dir für das Vertrau'», doch sage uns. Wozu bedarfst du unsres Rath's, der du ja stets Der weiseste, umsichtigste der Führer bist? 37 Paus. Ihr wißt es lieben Freunde, (daß ich kurz mich faß') Ihr wißt es, daß der Neid Athens so oftmals schon Mich abricf, um mich vor ein lcid'gcs Schmach-Gericht Zu stellen, den verbrecherischen Sklaven gleich; So lohnend mir, was ich für Griechenland gethan. — Ich ließ mir gerne diesen Schimpf gefallen, denn Mich hat getröstet das Bewußtsein dessen, was Ich bin; allein bedenket, wie litt Griechenland, Wenn der gerichtet wurde, der cs aufrecht hält; Wenn sie beschimpften den, dem sie den größten Ruhm Zn danken haben. Nicht allein, daß er den Feind Hinaustrieb über alle Grenzen — das war Pflicht — Nein, der sogar die Grenzen durch des Feindes Land Mit seiner kühnen, sichcr'n Hand gezogen hat. — Ihr alle seid aus Spartas reinstem Heldcnblut! D'rum frag' ich euch, ihr muth'gen Krieger, wollt ihr mich Beschützen,' wenn mir Achnliches begegnen sollt' ? 2ter Feldherr. Gewiß o Herr! Wir schützen dich, so lange als Du Schirm und Schutz des thcurcn Vaterlandes bist. Paus. Das wußte ich. Nun aber wäre möglich noch: Ein Fall; der Dank den Göttern, eben grade nicht Voraus zu sch'n.- 2ter F eldh err. Der wäre? Paus. Sehet, wenn ich, um Das Vaterland zu retten, aber nur zum Schein, So handeln müßte, daß die reine Bosheit mir, Verfielet mich, Freunde, nur der gelbe, bleiche Neid, Sv Etwas, wie Verrath vorwcrfen könnte — — Alle Feldherren. Wie? — Unmöglich kann Pausanias Verräther sein! Paus. Bei Euch gewiß nicht! Aber bei dem ncid'schen Volk, — Das das Verdienst stets in den Koth zu treten sucht. Ein solches Volk nur kann mich so verläumdcn, doch. Wie schon gesagt, vermeiden will ich selbst den Schein. 2tcr Feldherr. Wir wissen Schein vom Wesen wohl zu trennen, d'rum Befürchte nicht, daß wir dich mißversteh'«, o Herr! 38 P a u s. Doch kann das kommen! Sch't de» guten Mimen nur. Er denkt in seine Rolle sich hinein, so sehr, Daß er die Larve für sein reines Wesen halt; So täuschend seine Freunde, und wohl gar sich selbst. Und in der Thai, ist's endlich doch nicht seine Schuld, tter Feldherr. Wahr spricht der Feldherr; darum schlage ich Euch vor, Weil wir doch einmal überzeugt sind, daß er nur Das Beste will, laß't uns ihm Treue schwören und Ihm blindlings folgen, stets gehorsam seinem Wort. Ja, wenn sein Handeln selbst verdächtig scheint, bedenkt, Er muß das Beste wollen, d'rum gehorchen wir. P a u s. Mit aller Weisheit und mit großer Umsicht sprichst Du Freund Iter Feldherr. Und dennoch such' ich schlichte Wahrheit nur. — Auch war der Feldherr stets den Kriegern treuer Freund; D'rum kettet uns an ihn das Band der Danlbarkcit! Was gehen uns die müßigen Ephoren an?- Die wohl verpflegt daheim sind, wenn von ihm geführt, Wir Lvrbcerkränze sammelten in blut'ger Schlacht, Ja, er war immer bei »nS, thciltc unsre Lasch Er schlief in unserm Zelte, aß und trank mit uns; Er opferte sich immer für uns auf; darum Glaub' ich, daß er dafür der einz'ge Herr uns ist! 2tcr Feldherr. Du irrst! Der einz'ge Herr ist unser Vaterland. Iter Feldherr. Ganz recht! Der Feldherr ist in ihm der größte Mann; Wer ihm gehorcht, dient seinem Vaterlande. Alle. Wahr! Iter Feldherr. D'rum Freunde schwöret alle unserm Feldherr» Treu! Verlaßt ihn nicht, beschützet ihn und kämpfet stets Für ihn. Ja gebet für ihn Gut und Leben hin! Alle- Wir schwören, unserm Feldherr» immer treu zu sein! Paus. Und ich, zu handeln immerdar zu Eurem Wohl! Nehmt meinen heißgcfühlten Dank für das Vcrtrau'n; Nie sollet ihr bereuen, daß ihr's mir geschenkt. — Doch heute, Freunde, trenne ich mich nicht von Euch, 39 Darum laßt uns vereinigen ein üppiges Mahl; Laß Chios' Fcucrwein, die Musik, Tan;, Und ausgesuchte Wollust unser Her; crsreu'n! Seid heute meine Käste! Alle. Ja, wir kommen Herr! Paus (zum Iten Fcldhrrrn.) In meine Prunkgemächer führe sie, und laß Sic nicht den Wirth vermissen. Seht, mich hält noch ein Geschäft hier fest; bevor ich zu Euch kommen kann. Lcb't wohl ihr lieben Freunde! Alle. Heil dem Feldherrn, Heil! (Alle Feldherren ab.) 7. Scene- Puusulliuv. Artaln.izos. P aus. Du sichst mein Freund, ich bin des Hccr'ö gewiß. A r t a b. l ' s. P aus. Nichts stch't uns mehr im Wege, sage deinem Herrn: Daß ich als Unterpfand für meine Redlichkeit, Und weil er eben Nichts von Manneswort versteht, Die Kricgsgcfang'ncn gebe ohne Löscgcld. Art ab. Er wird dir zeigen, daß er Wort zu halten weiß. — Doch cin's noch! Sende ich dir einen Brief, so laß' Den Boten tödtcn und dasselbe Ihn' ich auch! Paus. Wie, was? Barbar! A r t a b. So willst du wohl vcrratheu sein, Auf daß viel Tausend' fallen in dem Bürgerkrieg, Der dann zu früh' begonnen werden müßte? Sprich! Paus. Hat Leeres der Gesandten viel wie du, mein Freund, So ist er wohlbcrathcn! Artab. Ihr seid groß und klein Zur selben Zeit; die Mittelstrastc lieben wir — Ünd wir bescit'gcn jedes Hindernis,, was uns Den Weg zum Ziel' versperret; d'rum erreichen wir's- Paus. Wir haben wohl nichts weiter zu besprechen? Art ab. (abgehend nach und nach mit immer größern Cercuivnicn) Nein! Nur das Besproch'ne auszu führen. Götter, schützt Das Haupt des Feldherrn! Vor ihm beuget sich sein Knecht. Paus. Leb' wohl, mein Freund! Art ab. Unsterbliche, beschützet ihn! (mit tiefen Verbeugungen ab.) Paus. Zu spät! zu spät! Hätt' ich den Schritt doch nie gcthan! — Verrath, du rächst dich fürchterlich! — Zum Feste denn! — Drommeten übertöut des Sclaoen bitt'ren Hohn; Den ich geduldig Hab' ertragen müssen! Weh'! Weh' dir Pausanias, wie du gesunken bist! — (geht langsam ab.) Vierter Äct 1. Scene. (Nacht, große prachtvolle Halle. Im schwach beleuchteten Hintergründe läßt eine Säule»-Gallerie, welche thcilwcisc mit reichen Teppichen verhängt ist, iu's Freie seh'n. Rechts im Vordergrunds ein üppiges Mahl, Schenktische mit prächtigen Gefäßen'; die Feldherr« und Vertrauten des Pausanias sehr aufgeregt, überlassen sich einer zügellosen Lust. Schöne Knaben bedienen sie. Tänzer, Tänzerinnen, Sclaven mit Instrumenten. Ueberall orientalischer Luxus und shbaritischeS Betragen. Pausanias sowohl, wie alle übrigen Personen tragen reiches persisches Co st lim.) § h 0 r (von rauschender Musik begleitet.) Trinkt Freunde, trinkt, Bis uns Phvbos winkt; Bis am blauen Himmelsbogcn Sein Gespann heraufgezogen, Bis kein Stern mehr blinkt. Trinkt, Freunde trinkt! Iter Feldherr. Auf Freunde! füllt die Schalen! Uiiscrm Feldherr» Heil! Heil dem Eroberer von Cppcru und Bpzanz, Dem Sieger von Platäa, der dein Sparter Bolk Des ew'gen Nachruhms Lorbeerkranz errungen hat! 41 Alle. Heil! Heil dem Obcrfeldherrn! Andere. Heil dem Kriegerfreund! Itcr Feldherr. Blcib't ihm, dem Einz'gcn, treu, zum Wohl des Vatcrland'ö. Einige. Was wir versprochen, halten wir zu jeder Zeit! 3ter Feldherr. Der Krieger, welcher für ihn kämpft, kämpft auch für sich! > Itcr Feldherr. Du redest wahr, mein Freund; sein Loos ist unser LooSI Sein Glück ist unser Glück, sowie sein Unglück auch Für uns verderblich wird; darum beschützet ihn! — Alle. Wir lasten nie von unsrem Fcldhcrrn ab! Itcr Feldherr. Und er Auch nie von euch, Ihr Krieger, dessen seid gewiß! Er liebt euch wirklich wie sich selbst, Ihr wisset ja Daß wir, Pausanias und ich, Vertraute sind; Seh't, er vertraut mir Alles, Alles, was sein Herz Vor jedem Andern von Euch streng verborgen hält, Und darum weiß ich nun — kurzum, ich weiß genug! — Einige. Ja, ja, wir dachtcn'ö! Itcr Feldherr. Sehet Freunde,^ unser eins — Man sagt's nicht gerne, denn cs schmeckt nach Eigenlob; Jedoch — Andere. So sprich doch! Andere. Sage uns, was sagte er? — Iter Feldherr. Er sagte zu mir: Lieber, allerbester Freund, Ich achte, ehre dich, wie keinen Andern. (Fanfaren hinter der Scene) Einige. Horch I Trompeten schmettern, unser Oberfcldhcrr kommt. Andere (zu dem ttcn Feldherr».) Nun fahre fort! Itcr Feldherr. Nein, Freunde, auf ein andermal. 2. Scene. (Vorige. PausaniaS mit Gefolge hercintrctend.) Chor. Hell dir, PausaniaS! Dem edlen Fcldherrn Heil! Paus. Ich danke, Freunde, sitzet nieder; lasset Euch Nicht stören in der Freude. Hier im Kreise der Gar oft erprobten treuen Waffenbrüder will Ich mich der Lust hingebcn! Iter Feldherr. Diese Schale trink' Ich aus, auf daß dem Fcldherrn das gelingen mag, Was er in seiner großen Seele sich erdacht. Paus. Hab' Dank, mein Freund! Ich denke nur an Spartas Ruhm Alt der Spartaner Ehre, an ihr Glück und Wohl l 2ter Feldherr. Noch eine Schale, Feldherr, sei dir dargebracht! Hoch, ehre Chios Feucrblut den großen Mann, Der an dem Ruhmes-Himmcl strahlt als heilster Stern Und der die andern, schwächer», all' verdunkelt hat, Das reichste Füllhorn, Götter, leeret auf sein Haupt Die Schale dem unsterblichen Pansanias! Paus. Nimm meinen Dank. Glaub', nichts thut unscrm Ohr so wohl, Als solch' ein Wort, in dem ein Freund unö Gutes wünscht! Es findet in dem Herzen schönsten Wiedcrklang, 3tcr Feldherr. So möge auch des Grames Wolke, die sich oft In letzter Zeit um deine Stirn gelagert hat, Verschwinden; daß die Stirne unS wie früher strahlt — Zogst du die Brau'n zusammen auch in blut'gcr Schlacht, So warst du immer fröhlich doch bei frohem Mahl'. Was cs auch sei, o edler Feldherr, was dich quält, Vergiß' cs, diese Schale leer' ich darauf aus! — Paus. Dir danke ich vor Allen! Doch ich sage Euch, Ihr Freunde, cs vergißt sich jedes nicht so leicht. — Doch fühlet mein gequältes Herz hier unter Euch Erleicht'rnng, die cs überall vergebens sucht; D'rum lasst uns fröhlich sein aii treuer Frcundcs-Brust, Beim vollen Becher, bei Gesang, beim muntern Spiel; Auf! stimmt zu Dvonisos Ehren Lieder an. Ehor (der Hetären und Knaben.) Mit Rosen durchslcchtet dem Liebchen das Haar, Mit Rosen bekränzt die Pokale, Dann füllt sic mit Weine, so golden, so klar, Sitzt nieder zum fröhlichen Mahle; Und trinket und küsset, und küsset und trinkt, Doch eh' ihr dem Lieb in die Arme sinkt — Leert oft die ambrosische Schale! Erfreuet euch nicht mehr der feurige Kuß, Habt ihr zur Genüge gegessen; So dcnk't wie der Weise: Der Sterbliche muß Den göttlichen Kelch nie vergessen! Auf, greift zum Pokale, erfrischt euch das Blut, Dann kommt euch von Neuem zum Lieben die Gluth, O Wollust, die nicht zu ermessen! Paus. Ihr kurzgcschürztcn Tänzerinnen, kommt herbei! Zeigt uns im buntverschlung'ncn Neih'n den üpp'gcn Wuchs. Prachtvolles antikes Ballet. P a u s. So glücklich, froh wie heute, war ich lang' nicht mehr! D'rum lieben, lieben Freunde, d'rum verlaßt mich nicht; Auf daß der Gram sich meiner nicht bcmächt'gcn mag, Der mir so lange schon am kranken Herzen nagt. Itcr Feldherr. Wir bleiben bei dir, hier sowohl bci'm frohen Mahl, Als auch im Kampf', wo wir mit unsrer treuen Brust Des Fcldhcrrn Leben schützen wollen vor dem Speer, Womit der grimme Feind das Heilige bedroht! Paus. Ich danke Freunde, diese Schale leere ich Auf euer Wohl! dem ruhmgckröntcn Sparta Heil! Der Krone Griechenlands. Alle. Wir dankcn dir! Pan s. Heil, Heil Der mächt'gcn Stadt, die stets die erste bleiben wird! Die volle Schale gelte ihrem hohen Ruhm! sJm Hintergründe an der Gallerte erscheint Klconika, gerade so, wie bei ihrer ersten Erscheinung. Sie wird nur von PausaniaS gesehen, dieser erbleicht, zittert, die Schale entfällt seiner Hand, seine Feldherren stützen ihn.) 44 Alle. Was ist dir, Feldherr? du wirst bleich! du zitterst, sprich! Was stier'st du starren Ang's nach jenen Säulen hin? Paus. Weh' mir! Auch hier? — O Ihr Götter! Alle. Was ist dir, Pausanias? Paus. Wie, ihr fragt noch? — Seh't ihr nicht? dort — dort!—- Weh'- Alle. Beim Zeus! Wir sehen nichts, was dich ängstigen könnte — (Der Schatten nähert sich) Paus. Dunah'st, furchtbarer Schatten? O weiche, zerfließe,— zerfließe! Bildet einen Kreis um mich! Ihr Männer, ihr Krieger, die ihr den Tod nicht fürchtet, schützt mich, schützt mich! Euer zagender Feldherr fle'ht euch um Schutz an! — Alle, (sehr bestürzt) Gegen wen?- (Sie bilden mit gezuckten Schwertern einen Kreis um Pausanias. Die Erscheinung nähert sich ihm immer mehr, mitten durch die Reihen der Krieger hindurchschreitend, welche sie nicht wahrnehmen) Paus. Seht! Seh't! Ihr haltet sie nicht auf! Mitten durch eure geschlossene Reihen dringt sie immer näher, immer näher! Ha!'das stiere Auge — die klaffende Wunde. —Hör' auf, körperlos, hör' auf ein Schatten zu sein! Werde Fleisch und Bein, und wenn du Herakles Kräfte hättest, ich kämpfe mit dir! Alle. Wahnsinn hat seine Sinne umdunkclt! Paus. Komm', tödte mich! tödte mich! Ich will dir entgegen eilen, idas Schwert ziehend.) Sieh', als Mann will ich sterben, tödte mich, aber quäle, foltere mich nicht länger! — Alle. O armer, armer Mann! Paus. Komm' raschen Schrittes, nicht so langsam; o unglücklicher Jrrthum! Habe ich nicht genug durch Neue, durch Zerknirschung gebüßt? Die Erscheinung (vor Paus, stehen bleibend.) Komm' vor Gericht! Wollust bringt Männern Verderben UNd Unglück. (sie verschwindet) Paus, (ohnmächtig hinsinkend) O, Ihr Götter, helft mir!-Ich sterbe- .V " 07 , 45 Chor. Weh', was ist gcschch'n! — Der Feldherr liegt kalt Und todt hingestreckt, Sein Puls schlägt nicht mehr -- Ilnd eisiger Schweiß Bedeckt das erhabene Antlitz!— Helft! Helft! Rufet ihn Jn's Leben zurück, Web', wenn schon der Tod Die' Fackel gesenkt, Und ihn uns entriß- Wo finden wir Worte zur Klage? Er regt sich, o sch't, Noch athinct er! Dank! Den Ewigen Dank! Das Herz schlägt auf's Neu' Kanin sichtbaren Schlag'ö, Doch kehrt er zurück in das Leben. — Wie ist'ö dir, o Herr? Paus. Wo ist sie? Ha, sprecht! Chor. Wen meinest du denn? Paus. Ihr seh't sie nicht mehr? Verlaßt mich, o, geh't Und rufet mir her meine Mutter; C h o r. Trink' noch einen Kelch Des feurigen Wein'ö! — Paus. O, laß't mich allein, Thut, was ich gesagt! Chor. Wir wollen ja gern' Gehorchen der Stimme des Feldherrn. (kl,»r al>) 3. Scene. Palls, (allein, nach einer Pause) Furchtbar war das Gespenst, erschien cs mir, als iel «ein in meiner Kammer war. Die Einsamkeit 46 Gebiert Gebilde, die Gesellschaft stets verscheucht; So suchen wir den Grund davon in unscr'm Blut, Das durch krankhafte Gährung solch' ein Bild erschafft, — Mißtrauend unfern wirren Sinnen glauben wir. Daß es vor eines tücht'gen Arztes gutem Nath Und klug erdachtem Tranke auch zerstieben muß; Doch hier, in Mitte meines tapfern Kriegeshecrs, Hier, wo anstatt des Holzwurms einsam bang' Gepick Die schmetternde Trompete und die Pauke dröhnt Bei voller Schale — bei den frohen Gästen all' — Erscheint cs? Keiner sicht eS, und ob Jeder sich Auch um mich drängte mit gczog'nem, sichern Schwert, (Und Schwerdtcr, deren Anblick auch den kühnsten Feind Erbleichen »rachen) trotzdem, trotzdem naht es mir — Und flüstert mir die kalten Todcswortc zu! — WaS schützt dich noch, PausäniaS, vor seinem Nah'n, Wenn dich nicht mehr das Schwert, die Brust des Kriegers schützt? — Vergessen, ja vergessen, ach, das riethen sic! Vergißt sich auch, was sich dem guten Auge zeigt, Was uns beim Mahle, auf dem Lager klar erscheint? Was unablässig meinen müden Schritten folgt, O säh't ihr's! Schaudern würdet ihr! Ihr Helden, die Ihr stets dem Tod mit festem Blick entgegensetzt, Ihr würdet dann empfinden, was mich Armen quält. Doch, da kommt meine Mutter! (Mutter hcreintretcnd) 4- Scene. PausmüaS. Seine Mutter. Mutter. Sage mir, mein Sohn, Warum licß'st du mich rufen? Sich', cs dämmert schon — Bedeutend muß der Anlaß sein, sonst hättest du Gewartet, bis der Sonnengott dem Meer entsteigt, -Denn lange schon bedarfst du meines Rath'S nicht mehr! — Pa u s. O licbp Mutter! Mich verfolgt ein bös Geschick! — Mutter. Mit dem Geschicke, dem allmacht'gen, starren, kämpft Der Mensch vergebens. Paus. Weh' mir, wenn du Wahrheit sprichst! Wo finde ich das Ende meiner grimmen Qual?- — 47 Mutter. Was ist's, mein Sohn, das so dein Herz bewegt? osag's! Mir Alles gicbt cs Trost; wenn wir es selber nicht Verschuldet haben. Paus. Weh' mir! Liebe Mutter, dann — Mutter. Weh' deiner Mutter! Weh'! das; sie das hören must! Paus. Anstatt des Trostes, giebst du ätzend scharfes Gift. — Ein Jrrthum war's, du weißt cs, daß durch meine Hand Das Weib fiel, das mir über Alles theuer war. — Mutter. Der Jrrthum ist verzeihlich; was der Mensch so nennt. Ist weiser Rath der Götter, dem kurzsicht'gcn Auch Der Menschen als ein solcher nicht erkennbar. Paus. Dank Den Göttern! Mutter. Aber, wie kam sie in dieses Haus? Du schweigst? P a u s. O liebe Mutter, rede nicht davon! Mutter. Sprich Sohn! Paus. Erlaß'm ir's, Mutter! Mutter. Nun so höre! Durch Gewalt! — Und dieses ist die schwarze That, die dich Der scharfbczahnten, gift'gcn Schlangengcißel der Drei rachedurst'gen Schwestern preisgcgebcn hat. — Paus. Wie sühn' ich, theure Mutter, diese That? O sprich! Mutter. Durch große Dienste, die du deinem Vaterland, Dich selbst aufopfernd, ohne Eigennutz erzeigst. Paus. Weißt du kein and'res Mittel? Mutter. Wie, was höre ich Pausanias, der Neffe des Leonidas Spricht da? Mein Sohn, laß nicht die zweite schwarze That, 48 Ob der du eben brütest, die begangene Verdunkeln! — Paus. Mutter, weißt du keinen ander'» Rath? Mutter. Mein Sohn, wie sott ich deine Worte deuten? Sprich! Paus. Du weißt, mit Undank lohnte immer mir das Volk. Wie wurden meine Thatcn anerkannt, die wohl Verdienten die Unsterblichkeit? Mutter. Versteh' mein Sohn: „Dich selbst aufopfernd ohne Selbstsucht!" Paus. Dein Wort ist Gift! Höre auf! „Verrath!" Mutter. Am Abgrund stch'st du, sinne nicht . Paus. O liebe, liebe Mutter, schweige doch! Mutter. Warum trägst du des Feindes Kleid'? Paus. Aus Klugheit nur, O, glaube mir, zum Vorthril unsres Vaterland'ö. Mutter (bedeutend, Ich will cs hoffen! Weh' dir, wenn es anders war'! Nur dein Betragen, Sohn, berechtigt mich zu dem Verdacht. Paus. Ich gehe zum Orakel hin, um die Unsterblichen um Rath zu fragen. Mutter. Sinne nicht Verrath! — Thust du's, dann sich' in mir den größten Feind, Der dein Verbrechen ohne Nachsicht strafen wird, Bedenke dich!— (ab, Paus. Wer führt mich aus dem Labyrinth? 49 5. Scene. Pausanias (allem) Wer führt dich aus dem Labyrinth, Pausanias? — Gebrochen habe ich mit meinem Vaterland, Die Führer aller Griechen, die nicht Sparter sind, Erdrcisten sich sogar zum offnen Widerstand, Erkennen nicht die Heiligkeit des Feldherrn mehr! Wie, mir zu droh'n? Das ließ ich ung eracht gescheh'n? Nein! Bei den ew'gen Göttern, nein! Ich sehe Euch, Die ihr mit frecher Stirne mir zu trotzen wagt, An meines Thrones Stufen um Vergebung fleh'n! — O, ließ die schreckenvolle Rachegöttin nur, Die jener schöne, reine Hülle sich geborgt, O ließ sie endlich, endlich vom Verfolgen ab! — Wo rette ich mich hin, wenn sie mir Armen nah't? Wer decket mich vor ihrem stieren Todtenaug', Vor dessen Blick das Blut in meiner Brust erstarrt? Wer ist mein Schild, mein Hort —o wehe, wehe mir!- Ich fürchte fast — der sich're Schirlingsbccher ist's, Ich spiele mit dem Schicksal ein gewagtes Spiel. Ob ich gewinne? Vorwärts! Diuthig! nicht gezagt, Dich, Brief, hielt noch ein guter Genius zurück; Gleichwie der Pfeil todtbringcnd von der Sehne schwirrt, Läß't ihn die Hand des Schützen, — also fliege auch Zum Ziele. — Dem Genossen Artabuzos sag' Das Wort: „Pausanias ist zum Verrath bereit, Er stößt den Dolch in's Herz des heil'qen Vaterland's!" Geschleudert ist die Fackel, — lange wahrt es nicht, So röthet schon die Feuersbrunst ganz Griechenland, Zerstörend das Bestehende mit Riesenkraft; Und selbst ein Gott kann nicht den Flammen Einhalt thun. Die Würfel sind geworfen! Läch'le, Schicksal, mir! O, kehre, wandelbares Glück, den Blick mir zu! (Ruft dem Boten) (zu diesem) Den Brief, giebst du an. Artabuzos ab! Doch nur In seine Hand, so wartet deiner reicher Lohn! Die Sendung bleibe streng' geheim für Jedermann, Dafür bürgst du mit deinem Leben mir! (ab) Argilius (der Bote.) O Herr! Gewissenhaft thu' ich, so wie du mir gesagt. snach einer Pause) Kein Einziger von seinen Boten kehrte noch 4 50 Zurück, das weiß ich! Heißt das etwa reicher Lohn, Wenn deine Kehle der Barbar zuschnürt, um dich Von aller Qual des Erdenlebens zu befrei'n? Vielleicht enthält der Brief Verrath, denn er ist an Den Feind! D'rum bringe ich ihn dem Aristides, So stelle ich mich sicher; ist's nicht so, so lobt Man dich für deine Vorsicht doch, Argilius. Muster Lei. 1. Scene. (Gemach im Hause des Cimon. Cimon, Uliades, Antagaros und andere griechische Feldherren und Admirale.) Uliades. Wie ich gesagt, — der Freche droh'te uns sogar! An tag. Wir fuhren an sein Schiff mit ein'gem Ungestüm, Daß seine Wände krachten. — Sein Dreiruderboot Schwankt', wie ihr denken könnt, beim Anprall hin und her- Cimon. Ich seh' im Geist, wie das den Stolzen hat gekränkt. Ist er auch schuldig, traurig bleibt es immer doch! Uliades. Wozu Erbarmen? Das ist jetzt zu spät. Fahr' fort! Antag. Wuthschäumend sprang er auf's Verdeck und schimpfte uns; Wir hielten ihm sein schändliches Betragen vor; „Nicht meinem Schiff, so schnaufte er, gabt ihr den Stoß, „Nein, eurer Heimath, wie ich bald euch zeigen will!" Ich sprach: „Für diesmal ziehe weiter, dank's dem Glück, „Daß bei Platäa auch für dich gesuchten hat, „Wenn wir nicht Rache nehmen, so wie du's verdienst!" Cimon. Und beugte sich sein stolzer Sinn trotz Allem nicht? Antagoras. Zorn schnaubend fuhr er weiter seinem Pallast zu. Cimon. Wir wollen seh'n, ob's keine guten Früchte trägt! Uliades. Vernehmen wir den redlichen Aristides, 51 Ob wir gleich weiter gehen sollen, oder nicht! — Alle. Ja, thun wir das, er giebt gewiß den besten Rath ! Cimon. Laßt ihm doch Zeit! Vielleicht sieht er sein Unrecht ein! Uliades. Wo denkst du hin? Antag. Noch mehr schwingt er den Scorpion Sobald er sieht, daß es allein beim Drohen bleibt. Alle. Nein, vorwärts! Höre auf des Mitleids Stimme nicht! — Doch sieh', dort nah't Aristides! — Dem Ed'len Heil! 2. Scene. Vorige, Aristides und der Bote Argilius. Arist. Heil Euch Ihr Freunde! Mehrere. Sage, was du Neues bringst. Arist. Mehr, als ihr glaubt! Cimon. Was ist's? Arist. Ich hab's voraus gcseh'n!— An tag. So sprich! Arist. Mir wird's zu schwer, ihr Griechen, schrecklich ist's Mir glaubt' es keiner, hätte ich nicht den Beweis Cimon. Mach' unsrer Ungewißheit doch ein Ende! Arist. Hört: Pausanias verrieth das heil'ge Vaterland!- An tag. Wie?- Uliades. Was?- Alle. Verrätherseines Vaterlands? —^ — — 52 - Cim on. O nie! Das ist unmöglich! Niemals sank der Held so tief! Ar ist. Die Götter gäben, lieber Freund, du hättest Recht! Lies hier den Brief! An Artabuzos sandte er Ihn durch den Boten! Cim on. Ach, da steht es leider klar, Er hat mit dem Barbaren einen Bund gemacht, Um Griechenland zu stürzen!- Ant. Schwarze Frevelthat! Wir strafen ihn! — Uliades. Wir strafen ihn! — Mehrere. Wo mag er sein? Arist. Nicht gar zu rasch! Ich ging zu den Ephoren hin, Die wollten sein Geständniß hören, und darnach Ihn richten! Uliades. Ist der Brief denn nicht Beweis genug? Arist. Nie zu vorsichtig kann man beim Verdammen sein! An tag. Wozu das Zögern? Arist. Ist er schuldig, büße er! — Der Bote fliehe zu Poseidons-Tempel hin, Anscheinend nur, um seiner Rache zu entgeh'»; Dort halten die Ephoren sich versteckt. Er eilt. Wenn er's erfährt, gewiß dorthin, den Boten zu Befragen. — So bekennt er selber seine Schuld — Und dann verdammen die Ephoren ihn mit Recht! C i m o n. Ja, du sprichst wahr, er könnte noch unschuldig sein! Arist. Ich glaub' es nicht, Uliades. Er ist es nicht, A n t a g. Unmöglich ist's! — 53 — Arist. Wir gehen unterdeß zu seinem Pallast, um Dort zu erwarten, was da kommen mag- CiM 0 N. (ihn unterbrechend) So ser'ö! Arist. (fortfahrend) Und zu verhindern einen Bürgerkrieg, der wohl Ausbrechcn könnte; denn er hat der Freunde viel; Und die Spartaner sind ihm, wie ich glaube, treu! Der Perser Hülfe ist zwar fern, in seiner Hand Jedoch für uns gefährlich. — Muth und Götter-Gunst Erhalten uns, so hoffe ich das Vaterland! Cim on. Du weiser Mann! Alle. O Götter, Götter schützet ihn! Schirmst den Gerechten, schirmet ihn zu unser'm Heil! (Alle ab.) 3. Scene. (Das Innere des Tempels des Apollo. Halle edel, einfach von Säulen getragen. In der Mitte eine Estrade, worauf der göttliche Dreifuß steh't. Links ein Altar, mit den nöthigen Opfergeräthen. Helldunkel und Ruhe zeigen die Heiligkeit des Ortes an.) Palls, (hereintretend) Sei mir gegrüßt, du heil'ge Halle, die der Gott Der schönste, wohllautreichste, oft gewürdigt hat, Als Aufenthalt. — Wo er durch weiser Priester-Mund Uns kund thut, was die ferne, dunkle Zukunft birgt. Sei mir gegrüßt! Anbeten will ich hier im Staub Den Bvgenspannenden, der mit der Leier-Klang Das Ohr der ew'gen Götter göttergleich entzückt! Wohlthät'ger Phöbos, o erhör' mein Fleh'n, o gieb Mir stets Verfolgten, Aermsten meine Ruh' zurück. Laß' sich erhellen meine düst're Zukunft, Gott! Sieh' schwarz umdunkelt, schweren Wetterwolken gleich, Erscheint die Finst're meinem Gram umflorten Aug'! Ob hier die Gottheit mir den Schleier lüften wird. Der sie verbirgt? Und was wird dann dies Auge schau'n, Was harrt noch Schreckliches in fernen Zeiten mein? Und welche neue Qualen sinnt mein Schicksal aus, Um zu verbittern meines Jammerlebens Rest? Was es auch sei — den Vorhang zieh' ich muthig weg Beim Zeus! Vor keinem Schreckniß weich' ich feig zurück! 54 Und was Verderbliches die Zukunft bergen mag, Viel schlimmer kann's nicht sein als, was mich täglich quält! — Darum will ich's ertragen — ruhig — wie ein Mann! — (Feierlicher Marsch, Oberpriester und Priester im Opferzuge. Sie gehen zum Mare und begehen das Opfer; während dem) Chor der Priester. O, schwinge dich, Lied Beflügelt empor — Und dringe zum göttlichen Throne! Der Azur umwebt Und glanzvoll umstrahlt Vom ewigen himmlischen Licht ist! — Erflehe o Lied, Daß freundlichen Blick's Der Herrliche anschau' die Diener, Die knieend im Staub' Mit Weihrauch, Gesang, Die Gnade des Ew'gen herabfleh'n! O, steige empor Wohlklingendes Lied, Getragen von Rauch, Der wohlgeruchsvoll Vom Fett und dem Fleisch Des brennenden Thiers, Das makellos wir Dem herrlichsten Gott Als Opfer gebracht, In bläulicher Wolke emporsteigt. (Oberpriester zu Pausanias.) Sterblicher, was suchst du hier? Paus. Ruhe! — Oberpriester. Die giebt dir nur der Tod! Paus. Den suche ich und fürchte ihn zugleich! Oberpr. So bist du sehr beklagenswerth. — Warum suchst du den Tod? — Paus. Weil ich die Ruhe von ihm hoffe! Verfolgt bin ich von den Erynnien. Die Ehrwürdigen lassen nicht ab, mich zu geißeln! Orestes Qualen sind nichts gegen die Mei- 55 nigen; denn die Schlangenhaarigen borgten die schönste sterbliche Hülle des Weibes, welches mir über Alles theuer war und dessen Blut ich in toller Verblendung verspritzt habe. Oberpr. Und warum fürchtest du den Tod? — Paus. Weil ich nicht weiß, ob er mir Ruhe bringt. — Verschwindet mit dem Leben auch die Erinnerung an jene schwarze That? Trinkt sie aus Lethes Fluchen ewige Vergessenheit? — O, sprich! — Werde ich endlich Ruhe finden? — Oberpr. Auf diese Frage kann ein Gott nur Antwort geben! Paus. Sie von ihm zu erflehen bin ich hier! — Darum betrat ich diese heiligen Hallen. Ob erpr. Dort nah't die Pythia. Sie wird dir den Ausspruch des Gottes verkünden, wenn der Unsterbliche uns seines Wortes würdigt. Stimmt an, ihr Priester! Feiert nach Euren besten Kräften ihn im Hohenliede! (Die Pythia naht mit dem üblichen Gefolge und besteigt unter den gebräuchlichen Ceremonien den heiligen Dreifuß, während dem:) Priester-Chor. Ferntreffender Gott! Mit sicherm Geschoß Befreitest du oft von gift'gem Gewürm, Vom schuppenbepanzerten Drachen die Welt. Wohlthätiger Gott! Wir flehen zu dir! Beschütze uns doch, Beschütze uns, wenn wir bedrohst sind. — Lichtbringender Gott! Manch' herrlichen Trank Erdachtest du, der von Seuchen und Pest Die Menschen befreite, die eisiger Tod Schon kalt angehaucht; Erzeuger des Welt-beglückenden Sohn's, Beschütze uns, Phöbos Apollo! — Weissagender»Gott, o gönne dein Wort Das zukunftergründende, gönn' es dem Weib', Das in deinem Dienst nicht rastet und ruhst, Das täglich dich preist, Dich, der die wohltönende Leier erfand! Beglücker, Erzieher der Menschheit! 56 Oberpriester zum Pausanias. Geh' hin und frage selbst die Pythia! Paus. Wehe mir, Mich faßt Entsetzen, das mit klarem Aug' zu schau'n, Was mir, wohlthätig wohl der Zukunft Schleier birgt. Und dennoch, dennoch treibt's mich, ihn hinweg zu zieh'n. Oberpr. Bedenke, du entgeh'st dem sichern Schicksal nie! Ob dir's bekannt ist, oder unbekannt. Vielleicht Erträgst du leichter des Gewalt'gen Keulenschlag, Naht's sich, wenn du es vorbereitet hast, erschaust. Das Fürchterlichste trifft uns nicht so schwer, wenn wir's Vorausgesehn und d'rum mit ihm vertrauter sind! P aus. Wohlan, ich frage! — Weib, der Götter weisester Bedient sich deines Mundes, um uns kund zu thun, Was dunkel, unerkennbar, uns die Zukunft birgt! Erfleh' von ihm, daß auf die Frage, die ich hier Voll Demuth stelle, er mir Antwort gebe, klar Und unzweideutig, die mein schwacher Geist begreift. Pythia. Zweideutig ist der eitlen Menschheit Thun und Wort! Der Götter Sprache, einfach, ohne Trug, und klar Paus. Ist sie's! —so laß sie's bleiben auch im Priester-Mund! Pythia. O Mensch! Schmäh' nicht in mir den Gott! O frage nur! Paus. An dieser Frage schwebet Leben oder Tod! So hör'! Den frage, der den Sonnenwagen lenkt, Den Gotterzeugten, ihn, der selbst der schönste Gott, Den Liederkund'gen, der mit treffend sich'rer Hand Den leichtbeschwingten spiß'gen Pfeil wie Keiner schnellt! Frag' den Lorbeerbekränzten: Wann die Qualen mich Verlassen, die mich foltern ohne Unterlaß. O frage ihn und gieb mir tröstlichen Bescheid! Pythia. (Orakelspruch mit Pathos)! Höre den Spruch des Gottes: „Du steh'st an dem Ziele Hbf I „Und die ersehnte Ruh' — findest du Sterblicher bald!" sDie Pythia verläßt den Dreifuß-, tritt i» die Mitte der Priester; der Zug verläßt unter einem Marsch, welcher nach und nach xisnissiwv verklingt, den Tempel) Paus, (allein) Dank, Dank dir, Herrlichster, für des Orakels Spruch! 57 Ich darf auf Ruhe hoffen, o ich Glücklicher! O Ruhe! Sehnsuchtsvoll Hab' ich dich oft erfleh't, Und wenn das finst're Grab selbst dich nur geben kann, Ja, dann erfleh' ich gern das dunkle, kalte auch! Du Tod, des Schlafes Zwillingsbruder, schreckst mich nicht, Lösch' nur die Fackel, die mein armes Herz versengt, — O — lösch' sie aus, und mit ihr den lcbend'gen Schmerz! Was ich erduldet habe, wer beschriebe das? Pause. Und dennoch hängt der Sterbliche am Leben fest. — Ist unser Jammer-Dasein, auch nichts weiter, als An tausend Qualen aller Art gewöhnt zu sein. So ist doch die Gewohnheit einem Jeden süß. — Es wohnet in uns Menschen toller Widerspruch Denn was wir billig fürchten sollten — lieben wir. — Doch Tod, von Dir erwarte ich noch nicht die Ruh' Nein, nein das warme Leben giebt sie diesmal mir. Was ich gewollt, gelingt — war des Orakels Sinn, Die Leiden weichen, endlich lächelt mir das Glück. 4. Scene. ^llllsiUllllfl. (fllllllküö. (hereinstürzend) Paus. Was bringst du mir? Die Nachricht scheint mir fürchterlich Zu sein — denn du bist aufgeregt — du zitterst und Es schlagen deine Pulse, wie' im Fieber! Sprich: So sprich doch! Sprich — du siehst, wie mich dein Schweigen quält! Glaucos. (nthemlos) Pausanias, die Furcht beflügelt meinen Schritt! P aus. Was ist? Glaucos. Die Zung' erlahmt, gedenke ich daran! — P a ü s. So sprich doch!- Glaucos. Alles, alles — ist — entdeckt- Paus. Was denn? Glaucos. Der Bote — an den Artabuzos abgesandt — Ist - fasse dich - 58 Paus. Ist? — Nun beim Herakles, so sprich! G laucos. Ist — noch — nicht — fort! — Paus. Was sagst du? Wie? Ist noch nicht fort? Gl au cos. Hat dem Aristides — den — Brief gebracht! — Paus. Wie? Was? Gl au cos. Sie suchen dich! — „Der Strafe soll er nicht entgeh'n!" So rufen sie! Paus. Ich fürchte nicht den Tod! Glaucos. Du sollst Vorher entehrt, den Tod erleiden! Paus, (verhüllt sein Gesicht) Weh! ha! Weh! Glaucos. Ach, fliehe! Paus. Sprich mir nicht von feiger Flucht! Noch giebt's Ein and'res Mittel! — Widerstand! Gla ucos. Warum? Glaucos. Das ganze Heer weiß, glaube ich, von deinem Brief; Denn alle Krieger sind versammelt. Paus. Dieses noch? Glaucos. Der Bote floh — er fürchtete, du rächtest dich! — In des Poseidons Tempel! — Worauf sinnest du?- Paus. (Nach einigem Nachdenken.) Er floh? — Er floh zum Tempel? — Diese Flucht macht ihn Verdächtig. — Mir strahlt Hoffnung! Auf! auf, hin zu ihm! Ich zwinge ihn zum Widerruf! Glaucos. Ein Gott rieth dir's! — 59 Laß ihn erklären: Deine Neider hätten ihn Gedungen! Alle Sparter glaubcn's gern. Sie seh'n In deinem Sturz den eig'nen Untergang — und sind Wahrscheinlich d'rum zu deinem Schutz bereit. Sieh, so Wird die Gefahr für dießmal von dir abgewandt! Du zögerst nicht, vereinigst dich dann mit der Macht Der Perser, um das auszuführen, was du sinnst! Und ist's gescheh'n, so stehst du unantastbar fest! — Paus. Ich eile Freund I — Glaucos (allein) Auf Wiederseh'n, Pausanias! — (nach einer Pause) Ich fürchte — ach — es ist zu spät! — Der Arme gehr Dem dunklen Grab entgegen. — Als sein Mitgenoß Scheint eil'ge Flucht mir rathsam! — Zu den Persern denn! — Sie schirmen mich schon, weil ich ihnen treu gedient. Ihm kann ich dort vielleicht noch nützlich sein — und ich — Ich rette sicher meinen Kopf, d'rum fort von hier! (schnell ab) 5. Scene. (Große offene Halle wie im ersten Act. Cimon. Antagoras. Viele Feldherren, Krieger und Volk im Hintergründe in Gruppen vertheilt.) Cimon. Antagoras. Antag. Er ging zum Tempel des Apoll, um dort den Spruch Der Seherin« zu hören. Cim on. Weiß man, was sie sprach? Antag. Nein, Niemand war zugegen! Cim on. Armer, armer Mann, Wie furchtbar spielt das Schicksal mit dir! Antag Höre auf Ihn zu beklagen; er verdient kein Mitleid mehr! Cimon. Ein Jeder, den das Schicksal so verfolgt, verdicnt's! Uliades. (Hereintretend) Antag. Wo kommst du her? Dort ist xr. Uliades. Von des Poseidons Tempel. Wiß't: Cimon. Ja der Arme sucht den Boten auf. U l i a d e s. Er thut's und die Ephoren halten sich versteckt. Antag. Ob er wohl in die Falle geht, die ihm gestellt? Ul iades. Wie sollt' er nicht? Von dem Vertrauten Glaucos weiß Er Alles und er will den Boten zwingen, zu Gesteh'n, er sei gedungen von Verräthern, die Im Schilde führten, Sparta durch des Feldherrn Sturz Zu stürzen! Alle. Ob ihm das gelingen wird? Uliades. O nein! Der Bote ist ja sicher und er weiß genau. Was er zu sagen! Antag. So bekennt er seine Schuld, Und die Ephoren können endlich sicher sein, Daß er das theure Vaterland verrathen hat! Da kommt Aristides! Was bringt er? Cimon. Sage uns: Wie steht es mit dem Feldherrn? Arist. Alles ist entdeckt! Cimon. So hat er endlich selbst die Thal bekannt? Arist. Er hat's. Antag. Wie ging das zu? Meh rere. O sprich! An d e,r e. Erzähle uns, wie war's? A r i st. Er rannte, ein Verzweifelnder, zum Tempel hin, Sein wirres Haar, die bleiche Stirn, das stiere Aug', Dies Alles klagt' ihn an für das, was er gethan; 61 Er eilte raschen Laufes auf den Boten zu, Beschwor ihn — bot ihm Gold und bot ihm Rettung an. Der Bote sprach: „Ich habe weiter nichts bekannt; Der Brief ist mir entwendet worden mit Gewalt" „So sage, daß er nicht von mir geschrieben ist!" Sprach jetzt Pausanias. — Der Boteschwieg. —„Willst du," Rief der Geängstigte, „den sichern Tod?" und zog Den Dolch! — Da traten die Ephoren aus — er floh; — Jetzt sucht man ihn! — Antag. Den Göttern Dank, daß er entlarvt. Uliades. So hört doch endlich die strafbare Nachsicht auf! Ar ist. Ach war es nur ein wüster Traum! Mir thut's so weh Um unfern Feldherrn, denn in Vielem war er groß! Cimon. O traurige Nothwendigkeit! O Vaterland, Welch' großes Opfer forderst du! — A n t a g. Die Mutter des Pausanias! — Cimon. O du beklagenswerthes Weib! 6- Scene. (Vorige. Die Mutter des Pausanias, langsam aus dem Innern des Pallastes hervorkommend.) Arist. Es nahet sich die hohe Frau; daß sie die Schmach An ihrem heißgeliebten Sohn erleben muß! — O wehe, Götter! Furchtbar tritt das Schicksal oft Mit schwerem Fuß' uns schwache Menschen in den Staub! Wie manche edle Häuser gingen schon zu Grund' ; Wie manch' erhabenes Geschlecht ward schon vertilgt! Die Stätte, wo es blühte, kennen wir nicht mehr! Und selbst des Schicksals Fußtritt, der es einst zermalmt, Hat längst die Zeit mit des Vergessens Staub gefüllt. O wandelbar ist unser Glück und Unglück! D'rum Sei, Sterblicher, auf's Allerschlimmste stets gefaßt, Der Wahnsinn kämpft und rechtet mit dem Schicksal, — doch Der Weise stirbt mit Gleichmuth unter seiner Wucht. — 62 — O Männer tröstet diese edle, arme Frau! — Cimon. Wie bringen wir ihr denn die Trauerbotschaft bei? Arist. Vertrau' dem Zufall, dieser nimmt vielleicht dem Wort, Dem nöthigen, das ätzend-scharfe Gift. Heil, heil Der großen, edlen Mutter eines großen Sohn's! Mutter. Ich danke! Gern erwiederte ich Euren Gruß, Doch leider, kann ich das aus reinem Herzen nicht. Cimon. Du bist schon unterrichtet? Mutter. Ja mein Sohn gestand Die schwarze That! ANtag. (eilig) Daß er das Vaterland verrieth? Mutter (voller Entrüstung im Kreise umherblickend. Wer sprach das? An tag. (kleinlaut) Sagtest du nichtselbst, — daß er's gestand? Mutter. Das hätte ich gesagt? — Nie! — Nie! — EiMVN. (besänftigend) Gestand er dir? Und welche That Mutter. Daß er den spitz'gen Stahl in der Verblendung in des lieben Weibes Herz gesenkt. Die That befleckt sein Leben, bis er sie gesühnt; — Und dieses kann er nur im Dienst des Vaterland's! — Ich hoffe, daß es diese dann ihm auch verzeiht. Cimon. (zögernd) O arme Mutter, weißt du nicht? — Mutter, (sehr ängstlich) Und was? Uli ad es (zögernd) Daß er's Verrieth? Mutter (im Höchsten Zorn drohend sich umsehend) Das Wort bringt dir den Tod! Ihr Männer schweigt? Und strafet nicht den Lügner, der den Sohn mir schimpft? Arist. Ach leider — leider ! — Er sprach allzuwahr! Dein Sohn — 63 Mutter (ihn ängstlich unterbrechend) Was? — Sprich —- Arist. Schloß mit dem Perser-König einen Bund, Hu unterjochen Griechenland-— Alle. So ist's — so ist's! Mutter (mit höchster Würde nach einer Pause, in welcher sie sich zu fassen sucht.) Wenn er das Vaterland verrieth — ist er mein Sohn Nicht mehr! lsie verhüllt sich und geht langsam ab.) Alle. O arme Mutter! Arist. Große Bürgerin! Ihr Krieger, ehret dieser Edlen heil'gen Schmerz! C i m o n. Du Bild der Helventugend, du erhab'neö Weib! 7. Scene. (Auf ein Trompeten-Signal versammeln sick die im Hintergründe stehenden Krieger um ihre Feldherren und umgeben im Kreise die Estrade.) Arist. (zu den ihn umstehenden Feldherrn) Ich ließ das Zeichen geben! Cimon. Sprich, zu welchem Zweck? Arlst. (die Krieger und Feldherrn anredend) Wohl jeder weiß, was uns der letzte Tag gebracht.— Des Hochverraths am Vaterlande angeklagt Ist unser Ober-Feldherr! — Länger kann er nicht Mehr Führer uns'reS Heeres sein, das ihm den Eid Der Treue schwur; darum entbind' ich Euch davon, Bis seine Unschuld an den Tag gekommen ist! Doch sieh! Dort kommen die Ephoren! Hören wir, Ob sie den Feldherrn schuldig fanden, oder nicht! 8. Scene (Während der Scene Dämmerung bis vor der letzten vollkommene Nacht eintrttt. Die Ephoren kommen mit dem üblichen Gefolge.) Arist. Heil euch ihr Richter, die ihr unpartheiisch streng Der Griechen Thaten richtet! saget uns bei dem, Der stets das Wahre sieht: findet Pausanias ' <» Ihr schuldig des Verrathes, deß' er angeklagt? Ephoren. Ja! — Der gerechten Strafe! wird er nicht entgeh'n. Arist. Der Eid, ihr Krieger, ist gelöst für immerdar, Der euch an unfern einst'gen Obcrfeldherrn band; Doch, daß kein Bürgerkrieg den Busen Griechenlands Durchwühlen mag, auf daß ihr Griechen einig seid, Schwör't Alle ew'ge Treue eurem Vaterland! Der sei verflucht, der nicht dem theuren dienen wird. Der nicht sein Gut, sein Leben gern für'ö heil'ge giebt! — Den aber, welcher wagen sollte, an ihm zum Verräther gar zu werden, — diesen mögen die Unsterblichen, die Ewigen verdammen, denn Der Menschen Strafen sind für diesen zu gelind! Auf, schwört dem Vaterlande Treu'!! Alle. Wir schwören sie! (Mehrere Männer hinzutretend,) Pausanias fand in der Pallas Tempel Schutz. Cimo n. Das Heiligthum schützt den Verbrecher! An tag. Laßt uns geh'n, Um selbst an Ort und Stelle zuzuseh'n, damit Er's nicht verlassen kann, um bei den Persern Schutz Zu suchen! Uliades. Du hast Recht, wir Alle folgen dir! Es wird schon Nacht — und Finsterniß begünstigt ihn. — (Alle ab außer Aristides und Cimon) 9 Scene. Aristides und Cimon. Arist. Er steht am Ziele! — Cimon. Leider, leider! — Ha! —Mich schmerzt Des armen Feldherrn Schicksal — o du fühlst es nicht! Arist. Glaub' mir, o Cimon, gerne wälzte ich sein Loos Auf mich! Nothwcndigkeit zwang mich zu meinem Thun! Und könnt' ich's auch, er müßte doch zu Grunde geh'n; 65 Es ketteten allmächt'ge Leidenschaften ihn Fest an's Verbrechen, eh' er dessen sich bewußt. Er wäre nie gefallen durch 'ne fremde Macht; Ihn stürzte nur die eigene Titanenkraft; Erliegen konnte er nur dem gewalt'gen Ich. — Das ist das Schicksal wohl von jedem großen Mann, Wenn seine Laufbahn er im Unglück end'gen soll. Cimo n. In meinem Auge stehst du rein wie immer da, Wer kennet nicht den rechtlichen Aristides? Doch komm, mein Freund laß't uns zum Trauerschauplatz geh'n. (Beide ab.) 10. Scene- (Mutter des Pausanias, langsam hervortretend.) Mutter des Pausanias.*) Laß ab so bang' zu schlagen, armes Mutterhcrz. Verloren ist mein Sohn für mich. — Ihr Götter, o Hält' ich ihn nie geboren! — Gerne wollte ich Mein Leben opfern — gern stieg' ich zur trüben Fluch, Die selbst den ew'gen Göttern furchtbar ist — hinab Um ihn von dem verdienten Tode zu bcfrei'n. — Doch weh — er ist Verräthcr seines Vaterlands! Und ich — ich bin die Schwester des Leonidas! Laut ruft des Helden Blut nach Rache, welches er Und seine todesmuth'ge Kriegerschaar verspritzt. Andere Lesart. Schweig' Mutterhcrz I Laß ab so bang' zu schlagen I Für immer ist mein Sohn für mich verloren! — O hätte ich doch nimmer ihn geboren, — So brauchte ich ihn jetzt nicht zu beklagen! — Wie gerne wollt' ich Alles für ihn wagen Ach wär' ich selbst zum Untergang erkoren, Doch Hab' ich dem Verderben zugeschworen, Den unter meinem Herzen ich getragen. Und diesem Schwure bin ich treu geblieben; Verrather war er seinem Vaterlandc, D'rum sei'» gerissen fortan jede Bande Mehr wie den Sohn muß ich die Götter lieben! Wenn ihn noch nicht die Racheschwerter trafen, So muß ich leider selber ihn bestrafen! 5 66 O schweige — arme Mutter — Bürgerin sprich du! „Er schwur dem thcuren Vaterlande Untergang, „Drum bring' ihn dem beleidigten als Opfer dar! (ab nach derselben Seite) 11. Scene. (Das Innere des Tempels der Pallas. In der Mitte unter der, von Säulen getragenen Kuppel ihre Statue auf einem Piedestal, zu welchem eine breite Marmortreppe mehrere Stufen hoch hinauf führt. Im Hintergründe ein Portal, welches auf den mit Cypressen und Lorbeer bepflanzten und mit Wasserwerken gezierten Vorhof des Tempels sehen läßt. Mondschein beleuchtet die Scene.) Pausanias (durch's Portal hereinstürzcnd, sein aufgelöstes Haar, seine Kleidung, die Blässe seines Gesichts deuten die äußerste Verzweiflung an. Er ist ohne Mantel und trägt als Waffe nur den Dolch.) Hier wäre ich endlich geborgen. — Unter der Aegis der Göttin bin ich unantastbar! — Furchtbar, furchtbar! — Pausanias, wo ist dein Muth? Hat er dich mit deiner Ehre verlassen? O schulderfülltcs Leben, wie wirst du enden? Götter, gebt mir den Tod, aber bewahrt mich vor Entehrung! Doch weh'! Wieder meine Verfolger? Gewaltsam speit sie das Portal gegen mich aus. — Zwei meiner Unterfeldherrn führen sie. (mit Hoheit) Nah't Euch nur! 12. Scene. Ulli) Nllllüeö (mit einem Haufen Krieger und Volk mit Fackeln.) Antagoras. Verlaß das Heiligthum, Verräther und empfang Die Strafe! Paus, (stolz) Du Antagoras du lügst! Ich bin Nicht des Verrathes schuldig! Was ich sann, war nicht Verrath—nein —nein, es war zum Besten Griechenlands! Und diesen Ort verlaß ich nicht, bevor ihr mir Nicht ein Geleite gebet, wic's dem Feldherrn ziemt. Uliades (spöttisch) Laß ab Pausanias! Laß ab! Wir führen dich Zum Hochgericht! (Stimmen im Volk.) Die Mutter des Pausanias! 67 13. Scene- P a U s. (sein Antlitz verhüllend) Weh', meine Mutter! Mutter. (Alle machen ihr ehrfurchtsvoll Platz) Ich bin's nicht mehr, seit du am Vatcrlande zum Verräthcr wardst! Paus. Mitleid, Mutter! Erbarmen! Verzeihe! Verzeihe! Mutter. Nie! Nie! Paus. Bedenke, du hast mich geboren! Mutter. Mein Herz bricht und hört auf zu schlagen, wenn ich meine Pflicht gcthan habe. Die Mutter muß schweigen, wenn die Bürgerin spricht! — Paus. Jetzt auch kein Wort des feigen Bittens inehr. Mutter, (zumVolke) Ihr Männer stehet hier — höret und laßt Euch vielleicht erweichen! Bedenket, was ihr dem Vaterlande schuldig seid! Auf! — folgt mir — mauert dort den Eingang zu. — Ein solcher Tod mag seinen Frevel sühnen! Kein Opfer ist zu groß für's Vaterland! ^, (verhüllt sich und geht ab) Alle. Entsetzen! — furchtbar! — Sparta, welch' eine große Bürgerin hast du! (Alle ab nach dem Eingänge, welche sie zuzumauern beginnen, Fackel- belcuchtung durch das Thor.) 14. Scene. Pause. P a u s a n i a s. O Mutter, Mutter, diese That hättest du dir ersparen können! — Mag ich dein Sohn sein oder nicht, noch weiß ich zu sterben! Riß mich mein Schicksal auch gewaltsam aus der Bahn der Tugend! War auch mein Leben nicht immer meiner würdig —'so soll's sein Ende — soll'ö mein Tod doch sein! — (Er tritt zum Fuße der Statue und zieht den Dolch.) Verzeihe diese Frcvelthat, Pallas Athene! Verzeihe 68 — 68 — die Befleckung deines Heiligthum's. Fahr' wohl — fahr' wohl du jammervolle — schale — Welt! (Der Fackelschein wird schwächer. Er ersticht sich und sinkt an den Stufen hin. Es erscheint im verklärten Glanze) Kleonika. Erfreu' dich der ersehnten Ruh'! Paus, (sich halb aufrichtend, die Arme ihr entgegenstreckend.) Versöhnung! — Ha! — (sinkt hin und stirbt.) lKlconika verschwindet. Fanfaren und Ruf hinter der Scene). Heil dem Aristides! Heil dem Gerechten! Heil!! (Der Vorhang fällt langsam.) R' HM - M PE M/-' - -tu*.'-'' WM ^ V- >7. . . 'H. ... , -Mch .