RES) ller Ti^> > Was unsre Alten über ben Tisch gesungen, Und was lnltig nnchgepsiffen die Jungen. Ein NI SS, TeniriinissMliog llts Deutclien Helkhsliiges aufrichtiger Verehrung dargebracht Df. pr. Ar^t zn vüsselvorf, Kitter dcsroth. Ad1erordens4 61. --- Düsseldorf 1 « 77 . Lelöstversag des Verfassers. Ä Ä .H ^^?7-- > Xon msnsae enlturn, 8öä äantis respics vultum. ^ ' !71 ! ^ler Väter Lehr' zu Nutz und Frommen s > Sei, Deutschlands Söhne, Euch willkommen! < i Ihr wollet gern entschuldigen, < s Wenn ich mich nah' zu huldigen - ) Mit Körnlein Goldes, winzigen Wesen, < < Im Rheiusand flüchtig aufgelesen — s Nicht wäget, was ich dankbar bringe; < - Hört, lustig wie ich dazu singe! ^ § --v^>-'>-- - Absatz s»p«t >. 6sI«Si'utio MONSÄS, Zurustung 48 ? I. lllustu, Speisezettel . . i— 7 , 2. I'unis, Brrd. 8- 15 - 3. (lussus, Käse. IS - 19 ) 4. Ovum, Ei ..... . 20— 23 < 5. 8s.Isu, Gcwüize .... 24— 2b i 6. ?otus, Getränke .... 27 — 48 ^ u. Wasser . . . . 29— 30 j kr. Osrevisiu, Bier . 31— 33 ^ 48 < l>. Viiiuw, Wein . . . 34— kspllt >1. rViümus, Stimmung.... 49— 57^ k-put lll. llooumsntn, AiistanbSrcgelu . 58— 71 kspllt IV. ^loclerut!», Aurtickhultiing . . 72— 99 e fnput V. 4iivitutio, Zuspruch .... IUO— > Kap. I. l Ot-Ivdrati» Zurüftung. ^ ) Elas „tägliche Brod" sammelt die alte und ' ^ die neue Welt um den häuslichen Heerd (msnsa.) ^ Was sollen wir essen? Die Frage beant-< ^ wartet Hippokrates, der Vater der Gesund- ' und Krankheitslehre und die Klosterschnle i von Salerno, jene vivitas llippovratiea entwirft i hiernach den Speisezettel (lliaotn). Der Wirth ^ ^ eilt die Speisen zu bereiten und den Tisch ^ zu rüsten. Während der Appetit sich lebhaft - § äußerst werden Brod, Käse, Eier, Gewürze j ^ und Getränke aufgetragen und jedes Einzel- j - nen gute Beschaffenheit rühmend hervorgehoben, s Nachdem ein Hymnus aus den Rheinwein ver- ; klungen und ein unmotivirtes Stichelwort auf ^ den Rothwein gefallen, kündigt das Knallen der . Champagnerpfropfen den Schluß des ersten l ^ Hauptstückes an. 8 ) 1 8smi8 8N8, 8UStsM 81 8618 86I'VSr6 äisktillll. > j ^PPI obo 816 V88S, NI81 8it mutsre 11666886; ) ^8t Ilixpoorstes tk8ti8, gnoniam 8egnitur k imils. xöslis. ^ Tn fragst mich nach der besten Speise? r Es ist die alte Lebensweise, ; Es sei denn, daß die Noth dich zwinge, § Zu kästen ungewohnte Dinge, i Hippokrates die Pest weissaget, ^ Wo täglich man nach Neuem jaget. ! 2 gt ^.tlilsts 8iint ämpsrs 8s«ps cliseks. ^ Was der Athlet verspeisen kann, i Paßt nicht für einen kranken Mann. § ^ Ovs rseentis, virni rubeukis, xin^ois fürs ) 6um 8imils xnrs iistnrse 8nnk valiknes. ! Dich schnell und gut zu restauriren, ? Aus Küch' und Keller laß citiren: > Vom Ochsen eine kurze Brühe, Vom Huhn das Ei von heute frühe, 9 Dazu der Semmel Zwerggestalten < : Und ein Glas Rothen, guten, alten. > 4 gäatur, semxsr cidns ipss ) > cognatur. ? ; Eh' auf dem Tisch die Supp' kann stehen, > - Muß ich das Fen'r anblasen gehen. i - ^ llnvitat stomaebos e8ea parata danos. ^ - Gesunde Burschen jauchzen aus, >- ' Gewahren sie des Napfes Knaus. ^ > 6 LEißnz venter ins.aäacÄt cruäa lidentor. / ; Die Eßgier möcht' nach Rüben langen, - - Die roh noch ans dem Felde prangen. ; ) / j ^ Onin satur Wt vontor, Anaäet eapnt inäs > i < ) libsntor. j ^ Ist erst der Magen gut bestellt, ^ ? Dann sich der Kops von selbst erhellt. - N) 8 (snanäo äsest panis, tune est cid,IS oinnis ! inanis. < Was nützen mir die Telicatessen, ( Hast Tu des BrodeS schier vergessen? > 2 idlon dens pranästur, enm xanir adesss ^ viästnr. , Sich! fehlt das Brod, o das ist böse, TaS Brod bedeckt des Tisches Blöße. io tzuisgiiis eß-st xanis, euris torguetur ainaris. < Hast Du kein Brod mehr in dem Kasten, Zwingt Roth, die bittre, Dich zu saften! i> 8unt tria äainna äomns: linder, mala ke- inina, kurnus; tzuartmn eum inane surgamt pueri sine pane. Drei sind dem Hause ungelegen: Ein böses Weib und Rauch und Regen, Doch größere Sorgen mich umstricken, Muß ich nach Brod die Kinder schicken. 12 blon Miii8 nulliis, seä cümiäiu8 valet ullus, Ein halbes Brod schon bricht die Noth. 13 ker caliäum Mnem veMrem 8atiabi8 inanem. Nicht weicht die Noth noch heißem Brod. ; >"i kanis salsatns ksrmentatu8, bene coetv8, kuru8 sit sanus, i^ni non ita, sit tibi vann8. Das Brod gesalzen, rein erkoren, Sei ausgebacken, ausgegohren. ' iö kanem Latbrina non eonlicit ab8gus karina. s Tie Cathrin' einen Kuchen büke, Hält' sie nur Mehl und Oel im Krüke. 10 (Ä88N8 et xan!8 bonns 08 t oibns Ino bene - 8NNI8. ( 8i non 8nnt 8nni, tune Inine non sun^ito s xani. ? Steht Brod und Käs nur auf der Karte, s Greis' zu, nichts Besseres erwarte; s 12 Doch bist du krank und liegst im Fieber, i Sag' Dank und laß den Käs vorüber. § II UnZ-nenti stomaebo oasons aääit opsm: s 8i post somaknr, tsrminat ille äapk8. ^ Der Käse leiht dem Magen Stärke, Ruft Schluß man dem Vertilgungswerke. s (laseoo allakns convivis est male Aratns, < Xaw sua natnra von mKiiat kercul:«. plmn. ^ Drum ist der Käs nicht gern gesehen, ( Weil er die Gäste fort heißt gehen. ^ IS Lassos 68t 8UNNS, gnsm äat avara INNNN8. ^ Ein Schnittchen Käse schon genüget, ^ Das karge Vaud dem Brod znfüget. s < -O 8i 8MN88 ovnm, Mails 8it akgne novum. < DaS Ei sei frisch und weichgesotten, s Sonst dürft' es der Verdauung spotten. § 13 ^ 2 l 8orbiIs xiaevaliäum kostickum mox iirüeit > ^ OVUM. : > Ein stinkig faules schlürfbar Ei j ^ Verdirbt alsbald den ganzen Brei. f i - ^ 22 Itsp:u1u.pro8b)'t6rijubst koe pro lsAö tensri: ^ i (juoä bona sink ova, eanäiäa^ loiiAa, nova. ^ ^ Beim Eierfragen merk' die Ordre: > , Die großen, vollen, Hellen fordre. ^ > 2s 8 iout 6A0 novst plus tesM pars valst ovi. ( j Soviel ich weiß, ich höher preise ) : Das Weiß' vom Ei, als sein Gehäuse. > > , 24 Hz eoiiäimonti prasponi äebst säenti. ^ i Vergiß nicht die Gewürzesschale ^ > Dem Gast zu reichen bei dem Mahle. ^ > 2l> sapit osea. Mg. 1 s, guao äatnr absgus § > «als. i s Denn jede Speise fade schmecket, j § Die nicht der Küche Salz belecket. > I t ) > > 26 kulvin, 8ul, VINNIN, xiper, «Ilm, xetr08elinnui. ^ ^ Lx bw üt zg-lW, nisi sit oommixtia wlsn. ? Es würzen Salz und Senf die Speisen, l Ter Pfeffer ist nicht abznweiscn, § Auch Petersilie, Rettig, Zwiebel, ^ Selbst Wein und Knoblauch sind nicht übel- s In Ehren halt' nebst dem Scharlöttchen i Das Düsseldorfer Mostertpöttchen. t 2? Inter xranäenclnin 8it 8g.sps xarningue > bibvnänin. Das Salzfaß lechzt und spinnet Ränke, Sorgst Tu nicht zeitig für Getränke. 26 Ugn bene pranäebit, potn gnieuiMis earebit. Das ist ja nur ein halbes Essen, Gibt's nichts zu trinken unterdessen. 26 8 i tibi vox rauen, bibe guoä bibit anca. Bist heiser Du von lauter Schreibt, So trink den lautern Gänsewein. 15 32 krossos Iiuinores nutrit osrevisia, vires / 3V xotus aguae sumtus 6t eäenti vsläe nooivus, s Inktri^iäat stomaeiwm, oibum nititur köre f cruäum. > Das Wassertrinken sei nicht räthlich ? Bei Tische, der Verdauung schädlich? ? O predige das den tauben Ohren — > Das Wasser ist zum Trunk geboren. s Lespies guaeso bene, non sunt cerevisia ^ spuinae. ^ Freund trau schau wem, ich rath' es Dir, ^ Der Schaum ist lange noch kein Bier. ? Uraestat et auZmientw carnem ASneratgue cruorem, krovoeat nrinam. eontrem gnogue woUit et inltat. Das Bier erfrischet, kühlt und nährt, Ist dünnen Leuten etwas werth, Es blähet auf, verleiht Ansehen Und heischt hinaus das Wasser gehen. 33 ( > 34 ) Xon sit aostosn esrsvisia, seä beiis clarn, ( Os valiäis eosta Zranis, «Ms as vstsrnta, > Os gna xotetur, «tomaolins um inäs ? Aravstur. i Das Bier sei klar, nicht süß, nicht sauer, l Ein Altgebräu von kräftiger Dauer, l Ein Wohlgemisch aus Malz und Hopfen, l Darf nicht laxiren, nicht verstopfen. l Omnis MS08Ä muls stsrnitur absgus sals, > Ostsrior vero xonitnr absgns nisro. ? Schlimm, wo's dem Tisch an Salz gebricht, l Doch schlimmer, wo kein' Wein in Sicht. ) äat ksstum, krixus eonvsrtit in > asstum. ? Oastiüeat inosstum, missrum guogns reääib l! bonostnin. l Ohn' Wein kein Fest, kein Fröhlichkeit, ? Der Wein spühlt weg das Herzeleid: ? j Es thauet auf was zugefroren ) ^ lind strebt empor was schien verloren. ? ) 36 Vinn probanturoiloro, sapors, nitors eolors. ^ Den Wein zu prüfen Dich gewöhne Nach Färb', Geruch, Geschmack und Schöne. ^ ! 67 gj bona ouxi«, base guingue pwbnntur -- i in Ulis: ^ ? Kortin, koriuo 8 u, kra^rantia, tnAiäa, krisea. < ^ Ein guter Wein perlt hell im Glase - ) Und düstet lieblich vor der Nase, ^ r Er treibt den Puls zu stärkern Schlägen > - Und macht, daß Arm und Bein sich regen. ^ ^ 38 81 bonns est Unebus, sit tibi kortis sgnns. ^ ^ ^ Ein gut Glas Wein, das Du geleert, ^ Trabt mit Dir wie ein starkes Pferd. I > 39 Hg, zggi tnlernm, znvLni 8 unt äules vs- i nvnum. 1 Dem Greise dient der Wein zum Stabe, > Den Jüngling führt er sacht zum Grabe. 40 Vinnm subtile Leit in sens eor juvenile, 8eä vinnm viis rsääit flivenils senile, Der Firne wird das Alter jüngen, Die Jugend mag beim Zapfwein singen. 41 Vinnm äa äoeto, iruco äs tlumins coeto. ^ Wer Gott verehrt, der trinle Wein, Das Oechslcin saufe aus dem- Rhein. 42 ^.bsgue l-ibore g-ravi non possum inaxnn - luerari. Duscheu'st, mein Sohn, des Lernens Mühe, i So geh' auf's Land und hüt' die Kühe. ! 4s Vinnm Llosellanum est omni tempore sanum. ^ Schlag' auf der Mosel leicht Gebinde, ! Den Wein ich stets vortrefflich finde. >44 Vinnm äe libeno luuäamus in nomine > pleno. > Im Lob des Rheinweins find wir einig, i Trum Pflanz ihn auf den Tisch vielbeinig. 19 Laekus Rbenensis äscus est et gloria ^ niensis. ^ Es bebt der Tisch von des Weines Ruhme, - Glänzt im Pokal des Rheines Blume. i UeUx venter, gusm intrabis, - O seliger Bauch, den Du zum Schlauch, i ^elix Ungua, cinum rigabis, ^ O selige Zunge, die Du nässest, Junge, ? IVUx os, guoä tu lavabis, ? O seliger Mund, füllst Du ihn rund, ^ Lt bsata iubiu. ^ Und selige Lippen, die dich nippen! < < < 8i vinuinrubouin nimium guaiiäoguebibutur, ^ Venter stixatur, vox Umgiäu turxillsntur. - Wer zu sehr neigt zur rothen Sorte, < Versperrt sich leicht die Hinterpforte, < Und könnt' er ehdem Solo singen, ? Will jetzt kein Laut mehr hörbar klingen. < 20 ) 5S Dum saltant atoini, patöt exovllentia vini, ? Das Knallender Propfen, schäumt der Wein i Sagt, daß bei Tisch ein Edelstein. > - 48 Vivat in astsrnuin, gm äat inilli äules - I'ulsrnmn, ' tzui midi äat villinn, mala xassio torgnsat i ' illnin. > Ein Hoch dem edlen Wein und ächten! ^ Zehn Pereat dem sauren, schlechten! ) > > > - ) i i > Kap. II. Animus, Atimmunss, > Aie Gäste werden zur Eintracht ermahnt; s! der Stilisier preist das Glück eines fried- > fertigen Stilllebens und der Wirth setzt i ein freundliches Gesicht auf. Da droht i' ein Mißklang aus schönem Mnnde die > gute Stimmung zu trüben. Jetzt laßt ^ der Wirth es beim Ermahnen nicht be- ^ wenden, sondern führt die christliche > Charitas zum Tisch, ihr den ersten Platz ^ einräumend. Es werden hiernach nur ^ noch die Schüsseln angefochten, hinter ^ denen Einer der Tischgenossen zum < Schrecken der fiebrigen das Unglaub- < liche leistet. f - ^bsint ollensas, eum üt oolobrirtio immsao. >! Dieweil der Wirth den Tisch geht rüsten, ^ Laß Dich zu Händeln nicht gelüsten. / 22 ? 50 ZtziMz UIs bomo, (1>N vivit SUN cloino, ^ < / Habet bonam paosm et ssäet post kor- < < iiaeein, ^ z Uanäat vsnm trinum st bibit donum ( vinum. ^ < Glückselig, wer am eignen Heerd § In Frieden mit der Welt verkehrt, f > Gott ehrt, wie es die Kirche, lehrt < s Und täglich seinen Schoppen leert. ^ l mensas eultum, ssä äautis respies ^ f / vultnm. ^ Nicht auf den Inhalt der Terrinen, Blick' auf des Wirthes heitre Mienen. bs koäisute 8vn Piiä nobils nsnts? ^ War Adam doch ein Ackersmann ( Und Eva nesselte in Strümpfen — Was ficht das gnäd'ge Fräulein an, ^ So hoffärtig die Nas' zu rümpfen? l ) 23 s 55 ^dsint a mensa äiscoräin, murmnr st ira, s / 8eä cum lastitia sumatur xotus st vsca. < Fern bleib' von Speise und Getränke i Der Zorn und Zwist, das laut Gezanke; s Ter Frohsinn herrsche in dem Saale, ^ Die beste Würze zu dem Mahle. 54 Oum SIS in MSNSL, primum äs Mupsrs Pensa. ( Dein erst' Gedanke, wo Du ißest, - Daß Du der Armen nicht vergissest. s 55 g^unc dens pranästur, cum Lbristus aässss s viästur. s Hat Christus einen Platz am Tische, s Ruht Segen auf dem Brod, dem Fische. / 5« >son mens in cosiis, si morss in coenis. ^ Wer weilet bei des Leibes Pflege, s Gehl Gottes Wort gern ans dem Wege. ; 5^ Locius non est bonus, gui äsvorst omnia ) ^ solus. ^ Der Tischgefährte ist nichts Werth, s Der Alles vor sich weg verzehrt. s Kap. III. ^ Oveumsnts, Anhandsregeln. - hiernach dürfte es sich empfehlen, ge- s wisse Lehrsätze (Doenmsntn) im Speise- ) saale anzuschlagen, wonach Jeder sein Benehmen bei Tische einzurichten habe, i Da bekanntlich jedoch das lebendige Bei- s spiel eine weit größere Zugkraft aus- ^ znüben Pflegt, so hat der Wirth eine wohldisciplinirte Dorfschule eingeladen, s deren Lehrer sich auch sofort anschickt, ; die 12 Hauptstücke des Anstandes mit > seinen Schülern vorzunehmen. ^ privvtnr MSNW, gni spvrnit I,aec äocnmönta. s Behüt' Dich Gott vor Tischgcnossen, Die mit dem Anstand treiben Possen. dlkino oidum enpint, äonee„8ensäi6its" äieat. < Eh' Gottes Segen Du erfleht, i Laß unberochen steh'n, was steht. ^ 25 Dam manänentie, vultns Inlnros dabsatis. . Mit heit'rer Miene laß Dich nieder t Und grüße freundlich hin und wieder. Dum manciueatis, membris reotis 8 eäeatis. / Am Tische mußt hübsch grade sitzen, < Das Rnckgrath nicht zum Buckel spitzen. 62 Dam mnnäueatis, guiä ecksnckum sit ne xetatis. Sitzst Tu nun fest ans Deiner Schwarte, Bekrittle nicht die Speisekarte. 6 » Dum manckucatis, non äepoeitum capintis. ' Zufrieden, was der Tisch bescheere, ^ Nicht auch noch Schnepfendreck begehre. ) > 64 Dum manckneatis, mappnm munäam teneatis. ^ Das Tischtuch darfst Tu nicht beschmutzen, § Nicht Mund und Hände ab d'ran putzen. ?. l 26 k i s b!> D,,^ nmnäue-ttis, ssl onltello Wpiatis. ' " -' Das Salz nimm mit der Messerspitze, , s So daß es nicht unnütz' verspritze. i !> 6S Ouin moniluoatis, ns sonlptatis oavsatis. i Mit Messer, Gabel so hantiere, ^ Daß Keiner Nas' und Aug' verliere. ' - vuin w.onüueutis, morsos non ezioiutis. Ten Bissen darfst nicht aus Du spucken,- So sauer auch sein 'Nunterschlucken. ' 681)nm inanänoatis, imllis purtsm tridnutis. i Ein Jeder zehre sein Portiönchen Und steck' nichts ein sür's liebe Söhnchen.' 6o Unm inanäueatis, moäieunr secl erebro ) didutis. ? Auch sollst Tu oft und züchtig trinken, Bald rechts anstoßend, bald zur Linken. ^ Dum maiickueatis, rixarmwmm'inur ko^iakis. Das Brummen, Summen laß bei Tische, Daß keinen Zänker ich erwische! Hebst Du die Faust gar drein zu hauen, Dann ist es aus mit dem Verdauen. Dum manclueatis, grates Deo rskoratio. Ist glücklich nun das Mahl vollführet, So danke Gott, wie sichs gebühret. Kap. IV. lUockvratio, Zurückhaltung. Ä^ei der Fülle und Vortrefflichkeit der aufgetragenen Speisen liegt die Besorgniß nahe, es möchte Mancher des Guten zu viel genießen und dadurch seine Gesundheit schädigen, weshalb hier auf die Folgen der Unmäßigkeit aufmerksam gemacht, sowie der Gewinn heroorgehoben wird, , 28 den eine weise Zurückhaltung auch in § anderer Beziehung verspricht. Die zum ^ Schlüsse vorgesührten Bilder notorischer s Zechbrüder dürften Wohl geeignet sein, ^ die überschwengliche Trunksucht des Einen s oder Andern unter den geehrten Güsten § auf das richtige Maß zurückzusühren. ^ Lloäious vidi, meäieus sidi. s Wer sich der Mäßigkeit befleißet, ) Mit Recht sein eigener Doctor heißet. ^ ) Ltrau^ulut in mensis plures §ula, guarn ^ nseat SN8I8. s Das Schwert schlägt nicht so viele todt, ? Als durch die Kehle sind bedroht. < < ksr pisess kt aves malti psridrö seüolgrss. s Durch Krebsen, Fisch- und Vogelfängen s Ist mancher Schüler zu Grund gegangen. ^ 29 Lx M8ANN voena Äonnrelio üt msximg, > xosna. - Wo stets zuviel wird aufgetragen, Erliegt zuletzt der stärkste Magen. In Iwngng-M couikäijs, stomuedum uisi i uovsris 088 s ) kur^ntnin vueuuinguk oibo, (inorn 8 vw 8 Sri 8 ^ uuts. < Bevor der Magen leer von Speisen, ) Laß ab, ihm neue zuznweisen. > Lx äesiäsrio xotoris cvAnoscers esrto. > Ter Hunger ist ein sicherer Fühler s Für den noch unerfahrnen Schüler. > Lase tun sunt siAiin: 8ubtil>8 in oro > äinstn. ^ Als Zeichen will ich das Dir stecken: ! Picksein muß es der Zunge schmecken. i 30 i x^eito snsps eibis^ st sie annosior Ibis, j Ein hohes Aller zu erjagen, j Mußt früh Dich üben im Entsagen. S ^ ba?g.,-<;s mero, coenato xarum, non sit tibi ^ vanmn. ) i LurAsrs post eputas, somnnm kug-s meri- j äinnum. ^ Trink mäßig Wein, laß Schmausen sein, j Steh' auf nach Tisch und schlaf nicht ein. > > i x<,zt mensam xnnsa, nee eas, nee stss sine enusn. Hast wohlgespeiset, halt' Dich still — Ohn' Ursach steh' und geh' nicht viel. 82 I,ote eate, sta pranse vel i, t, iASsee minnts. Hast du gebadet, darfst nicht frieren, Nach Tisch magst stehen, promeniren; 31 Doch wird ein kühl Verhalten passen, Wann Du zur Ader hast gelassen. xisnus si venter, rsnuit stuckere libenter. Ein volles Bäuchlein eilt nicht sehr, Wenn's Glöcklein tönt zur Christenlehr'. ^ Ilt minus asArotes, non Inter kereula potes. Die Gicht Dich zwickt an Hand' und Füßen, Gehst Du zu jedem Gange gießen. 84 Ht sis noete levis, sit tibi meine brevis. Daß Morpheus sanfter Dich umfange, Den Brodkorb Abends höher hange. 8« lemxoribus vsris wockicuin xranäsre jubsris. Erblüht der Lenz zu neuer Zierde, Tann mäßige Deine Eßbegierde. 8? 8oä calor aestatis ckaxibus nocet innno- äsratis. 32 Doch drücken schwül des Sommers Tage, Fleuch Schmausereien, Trinkgelage. 8s ^ukmnni Uuekns envens, ns sink, tibi Inetns. Dem Herbste gönne Zeit zu reifen, Tenn herbe Früchte herbe kneifen. 80 Dö wensa SNMS^ ciuanküm vis ^ tvmxors brumas. Im Winter laß es gut Dir schmecken, Nach Allem darfst die Hände recken. o« l'einporibus brnmas suxka iZmem xoeula sums. Wenn's schneit und stürmt, bleib' im Alcoven, Und leer' Dein Mödchen hinter'm Ofen. or kost vinum verba, xosk imbrem naseiknr llsrba. 33 Wie's GraS wächst nach dem Regenfall, ; So brudclt im Wein der Worte Schwall, i < 82 I>c»zt sumptum vinum loguitur mea lia^va ^ / latinnm, 6um dibo dis vel ter, sum giialikst arto < maxister. i Hab' ich mein Quantum Wern getrunken, i Lall' ich latinnm wie die Unken; > Trink' ich noch ein, zwei, drei Glas mehr, < Bin ich bezopfter Magister. > 82 Ueäämrt äelirnm ksmina, vina virum. : Der Gläser Kliiren, süges Girren, > Hat manchen Mann gemachr znm Irren. ' 8^ kinta tradit pintam, tradit altsra pintuia c ^ pintam, Lt sie xsr ^intas naseitur edristas. ^ 34 Ein Schluck, ein Schlückchen, wieder ein < Schluck, ( Dann Schluck auf Schluck in Einem Ruck; < So lange lassest Du es lausen, s Bis, Brüderchen, Dich thust besaufen. < < 95 tzui bibit et rsbibit uee eessat, stultus ' nbibit. > I Wer ständig trinkt und sich berauschet, > Zuletzt zum Narren auf sich bauschet. ^ s ! se 8tu pes, st» mi xss, stu pö5, nee Inders l! / wi pes! ^ M tu stes, mi pss, leetus erunt laxiäes. : Steht fest und wackelt nicht ihr Beine; - Gerade geht wie an der Leine — ^ Steht — oder wir fallen auf die Steine. Leeurs patut, gut snu strutu notut. ^ Willst kneipen in Sorglosigkeit, ' Sorg', daß dein Bett nicht allzuweit. ! 35 98 Uleuus vsatrs msro 1 'öAls cliuäsmata sxsro. ^ Und voll von edlem Rebensaft, Träumst Du von Krön' und Herrscherschaft. 99 ^äronit ipso äiss, stiam sl non eanit nies. Schon naht der Helle Tag heran, Mag krähen oder nicht der Hahn. Kap. V. > Invitatio, Zuspruch. s > Anderseits bemerkt man unter den Gästen ' ^ allzuschüchterne und nüchterne Naturen s > die nicht selten die besten Schüsseln un- z berührt an sich vorübergehen lassen und s ^ die mit ihren Lippen kaum an den Rand s ^ des Glases zu tippen wagen. Hier be- < ^ darf es, sollen dieselben nicht unbefriedigt s > vom Tische aufstehen, fürwahr der Er- ( 36 muthignng (invitatio) durch Zureden, ^ i Anstoßen, Röthigen Seitens des frei- > i gebigeu Wirthes oder des aufmerksamen i ; Nachbars. Veranlassung gibt theils ^ i die Muße bei Tisch, das gesellige Zu- > sammcnsein, Freundschaft, Liebe, theils ^ s die natürliche Beschaffenheit- der vor- l : gesetzten Speisen und Getränke und schließ- . , lich die Verehrung der um das Vater- ( > land hochverdienten Männer. i ! i ^ a>o Pit vitss xosnam, äs xotidus inoixs ooonam. < i Bevor die Suppe aufgelragen, ' > Darfst immerhin ein Gläschen wagen. ^ i vwg, sojuno stomaello 8umpta xlurimnm > noosrs. ? > i > Galen zwar meint, es müsse schaden; ( ) Doch riß auch ibm der Lebensfaden. i s, . 37 Ot nunguaw Leo-rotes, all sing-ula ksreula ^ ^ potes. ^ Soll's gut um die Verdauung stehen, s Mußt öfters geh'n den Krahnen drehen. i i ^ earo xoroina sine vino psiur oriua, 8i tribuus viua, tune est cibus et me- äieiria. Hast Du 'was Schweres zu verdauen, ^ Ter Flasche darsstTu's kühn vertrauen: ? Ein Glas auf Hammel-, Schweinebraten, ; Die Medizin wird wohl gerathen. i Omnibus est notum, xost ovum sumere, i xotum. Es ist ein' allbekannte Sache, ; Daß gut auf's Ei ein Trunk sich mache. ) ) j 8ing-ulL xost ova iwcula sume novu. ^ Auf jedes Ei ein Glas laß lausen, < Das Ei und nicht den Wein sollst taufen. 38 > 8g,y>i 8unt pjzgtzz, 81 MM vino bsns miscss. ? < Ein gut Gericht gesottne Fische, ^ ; Wenn flott sie schwimmen noch bei Tische. ) > ^07 Onssns anAuilla, nimis obsunt si come- ' > äantur, / ^ Xi tu sasxs bibas st rsbibsnäo bibns. ^ ^ Nach Käs' und Aal folgt gern''was Qual, ^ ^ Ta bleibt Dir keine andere Wahl, ^ Als auf des Nachbars Rath zu hören ^ Und abermals Dein Glas zu leeren. ^ ^ M8 xgzt pi8css nnx sit, xost earnos easous ^ aäsit. ^ < as Bärbchen schnappt nach welschen ^ Nüssen, ( Das Häschen möchl' den Käs'noch küssen. < E 8sto pulmsntum, guin non est lassio äsntum. 39 Das Acpselmuß darfst nicht verpassen, Brauchst keinen Zahn dabei zu lassen. i no lUsam lauäars Lsorovimus so rspwbars: ° UsUibus ablatis est bona xisa satis, s Ust inüativa cum psitibus atguo nooiva. c An Erbsen ich zu tadeln finde > Ihr laut Gefolg', die losen Winde, Drum heiß' die Bläser fort sich scheeren , Und nicht dm guten Ton verkehren. - UeA xira nostra xirus, sins vino sunt , xira virus, : 8i xira sunt virus, sit malöäieta pirus. s Die Birne will im Wein sich baden, Drum wird ein Gläschen drauf nicht ^ schaden, s Doch daß sie wollt' das Leben rauben, Die Forscher selbst daran nicht glauben, s "" Oerssa si comeäas, tibi contert AianäiaLona. Die Kirsche saftig, glatt und rund, Sie spricht: nimm mich in Deinen Mund. s nux xroüsst, noost altera, tvrtia < " mors sst. < i Nur eine Nuß genüg' zur Noth? i > < - Tie dritte brächt' den sichern Tod? s Salerno so. Ein deutscher Magen : ^ Dürft' ein halb Dutzend wohl vertragen, s ) lntrixiäanfl laxsnt, multnm prosont xrunas. < ^ Tie Pflaume läßt sehr wohl verspüren > s Den Wunsch, Dich linde abzuführen; < > Doch willst perfekte Wirkung sehen, ^ i Muß Senna mit in die Brühe gehen. ^ i ZirivW VINN ruta kaciunt tibi xocala tuta. i Zur Bowle nimm Salbei und Raute — : ; ( ) So klang Salerno's alte Laute. - s < ) L.ääö llosns üorew, minuit potenter amorem. ^ 41 Ter Liebe heilig Feuer zu hüten, ^ Setz' zu eine Handvoll Rosenblüthen. - ^ 8alvia salvakrix, nakurae eonelliakrix. > Die Salbei salbe Deine Worte, i Daß zünden sie am rechten Orte. i Rata kaoik eastuw, änk lumen st in^erik t astum. s Die Raute klärt und schärft die Sinne, i Beschirmend keusch der Treuen Minne. i ^ sik AEr: nee smo, nee ^ nmor, nee ainavi, s i 8sä sciv, si guis ainLt, urikur i^ne §ravi. ^ ^ Noch weiß ich nicht, was Liebe heißet, < Auch Niemand wohl um mich sich reißet, s Doch weiß ich, daß da Großseuer brennet, ( > Wo Liebe heiße Thrünen flennet. - - ^ ) ^ Ldibe vas totum, si vis eo^noscers potmn. - 42 Dem Trank gereicht cs nicht zum Lobe, Trinkst Du nicht aus auf Nagelprobe. - gi Mj zsrotina noeeat xotatio, vina < > / ; ^ ^ Hora matatina rsdibss st srit meäieinn. > i Wirft Abends der Pokal Dich nieder, z - Ein Morgentrunk richt' auf Dich wieder. ^ , iss pcüum xrimum nou xossum noseers f ^ ^ vinaia i Mn lanäo vina; ni ästnr xstio irina. i ? ?sr gaintain xotvm xossum eSAnosesre : ^ totum. s ^ Das erste Glas nicht sagt mir das, i > Beim zweiten schon verspür' ich 'was, i Das dritte läßt den Wein mich finden, Das fünfte erst das Ganz' ergründen. i ^„nozum virnim, sooias vstn8 et vstas ? i anram: ) Hase sunt in oonetis trina xrobata. loois. ^ Sei altem Wein und altem Gold ^ Wie einem alten Freunde hold; j Tie drei such' auf in jeder Noth, ^ Bei Hochzeit, Kindtauf, Krankheit, Tod. i 8i dsns rem msmini, eansas sunt guingno > ^ bibsuäi: d - Hospitis aclventus, xrassons sitis atgno i ^ kntnra - Lt ^ini bonitas et gaaelibek altera oausa. - Thu' ich es recht mir überlegen, § Fünf Gründ' zum Trinken mich bewegen: i Denn erstens ist ein Gast zu ehren, j Sodann muß ich dem Durste wehren — § Daß dieser nicht bald wiedcrkehre, § Ich gleich das dritte Glas noch leere. ' Nun ist des Weines Güt' zu preisen, i Und nützlich wird sich noch erweisen ^ Ein fünfter Grund — dieweil ich suche, ^ An Erster Stell' ich's Centrum buche. Ein Vivat 6sntrum in aotornum! Ein Glas ilidi äules l^alornnin! Hoch Wahrheit, Freiheit, Recht für Alle! Im Reich es donnernd wieder- .halle! - >.<5, 71 l>r»<-Ir von 6. Le.-Irel-u. 6omp., , -,c>- ?)- Ej