Beantwortung der Fragen: Welches sind die paßlichstcn Düngmittel für die verschiedenen Arten von Boden, und welches sind die Ursachen ihrer vorzüglichen Wirksamkeit in jedem besondern Fall? von Richard K-rwan der Rechte Doctor und Mitstied Ser Gesellschaft der Wissenschaften in Lorden und Dublin. Aus dem Englischen übersezt von Angustin Gottfried Ludwig Lentin »cr Weltweislicit Doetor, Privat-Docent InGöttinge», UN» Mitglied der Gesellschaft der Dergbaukmide. G ö t t r n g e N, im Vandenhoek < und ZNlprechtschen Verlage 1796. Vorrede des Uebersetzers. Ausser der Anzeige, daß die Abhandlung aus den 1 >kw 83 tNvn 8 ok rbs Ko^ul Irisck ^LAciemv übersezt ist, Ln deren fünften Bande ße als Beantwortung einer Preisfrage dieser gelehrten Gesellschaft abgedruckt steht, würde ich hier nichts weiter hinzuzufü- * 2 gen - 2 IV gen haben / wenn ich nicht eine Einwendung zu heben suchen müßte, die die meisten Leser gegen die praktische Anwendung, der von Herrn Kirwan vorgeschlagenen Mittel zur Untersuchung der verschiedenen Boden, der Dünger und Pflanzen machen werden, da diese ganz auf Kenntniß und Chemie beruht, und diese Wissenschaft nur sehr wenigen Landwirthen bekannt ist. Dieser Einwurf ist allerdings nicht ganz ohne Grund, und Herr Kirwan, dem er nicht entgieng, schlagt daher am Ende dieser Abhandlung vor, die Untersuchungen, durch Apotheker oder andere in der Chemie erfahrne Personen vornehmen zu lassen. In wie fern sein Vorschlag in Jrrland oder England ausführbar scyn mag, wage - ich ' ich nicht zu entscheiden; unter uns ist er ganz gewiß mit sehr vielen Schwierigkeiten verbunden. Mir scheint cs daher weit sicherer zu seyn, daß ein Landwirt!), der die Vortheile zu genießen wünscht, die ihm aus der genauen Kenntniß seiner Aecker Zuflüßen werden,' selbst Hand anlegt, und die hier vorgeschriebenen Versuche selbst anstellt. Ein solches Unternehmen ist keines Weges so schwierig als man beim ersten Anblick glauben mögte, besonders wenn man nur Gedult genug hat, die wenigen dazu erforderlichen Handgriffe zn erlangm und sich nicht durch die ersten misrathenden Versuche abschrecken laßt. Der Landwirt!) wird dadurch beFer in den Stand gesezt, * z seine seine verschiedenen Boden kennen zu lernen, als es auf dem, von Herrn Kirwan vorgeschlagenen Wege der Fall feyn kann« Ueberdem wird noch ein anderer wichtiger Nutzen daraus entstehn; nem- lich auf diese Weife wird der wichtige Einfluß, >den die Chemie auf alle übrige Beschäftigungen der Qekonomie hat, mehr von denen anerkannt und ange« wendet werden, die sich praktisch da« mit beschäftigen; da die mancherlei merkwürdigen Erscheinungen, die sich bei Besuchen dieser Art beständig dar- bieten, neben der Kcnntniß die man dadurch von den Eigenschaften und Wirkungen der Körper erlangt, eine so angenehme Unterhaltung gewähren, daß man dadurch gereizt wird, immer mer tiefer in das Gebiet dieser Wissenschaft zu dringen. Um diejenigen, welche sich entschließen sollten, solche Untersuchungen anzustellen, dazu in den Stand zu setzen, bin ich bereit, ihnen die dazu erforderlichen Materialien; als Säuren, Laugensalze und Gerüche, als ein Ökonomisches Probierkabinet zu überlassen. Ich werde dafür Sorge tragen, daß alle diese Stoffe in gehöriger Reinheit und hinlänglichen Quantitäten vorhanden seyn sollen, und werde sie ausserdem noch mit einer Anleitung zum Gebrauch begleiten. Da es ferner sehr nothwendig ist, daß die Menge von Regen, welche jährlich in einer Gegend fällt, genau bekannt VIH bekannt sei; so wird es nicht überflüssig seyn hier noch anzuführcn, daß unser geschickte Hofmcchanikus Hr. Klind" worth Regenmesser verfertigt, die ich gleichfalls zu besorgen crbötig bin, wenn man mich mit Aufträgen dazu in Post- freien Briefen beehrt. Göttingen im Februar 1796. Lentin. Welches Welches sind die paßlichsim Düngmittel für die verschiedenen Arten von Boden, und welches sind die Ursa, chen ihrer wohlthätigen Wirkung in jedem besondern Fall? —— läoneur x-rrire, 6r vriür -xnr« luven»!, 8zt, ckerbarr ist die Kunst, den Boden die größte Erndte von nützlichen Gewächsen mit dem kleinsten Kostenaufwand Hervorbringen zu machen. Es ist oft bemerkt worden, daß mitten unter den verschiedenen Erweiterungen, welche die practischen Künste von den neuern Fortschritten in A der der Physik und Chemie erhalten haben, dem Ackerbau nichts zu Theil geworben ist, sondern daß dieser beinahe in dem nämlichen Zustande bleibt in welchem er vor zweitausend Jahren war. Ich mögte die Warheit dieser Bemerkung zwar nicht in ihrem ganzen Umfange gelten lassen, weil man, um sie zu widerlegen nur die Schriften eines Kalo, Ko- lumella oder Plinius mit neuern Werken, oder noch besser, mit dem neuern Verfahren unserer beßten Landwirthschafter zu vergleichen braucht; allein man muß doch zugeben, daß schwankende und zufällige Erfahrungen, weit mehr zu dem gegenwärtigen blühenden Zustande dieser Kunst bci- getragen haben, als allgemeine Grundsätze die aus unseren seit kurzen erlangten Kenntnissen über den Proceß der Vegetation oder der Beschaffenheit des Bodens her- geleitct sind; indessen kann die so zufällig erlangte Geschicklichkeit nur einseitig und gemei- gemeiniglich nur örtlich seyu; selbst die Ausdrucke der Personen, welche sie in einem hohen Grade besitzen, sind gemeiniglich von schwankender und unbestimmter Bedeutung» So hat Aoung, dessen Bemühungen die Welt mehr Kenntniß des Ackerbaues zu verdanken hat, als irgend einem Schriftsteller der bis jczt aufgetreten ist, bemerkt, daß in einigen Gegenden von England wo Landwirthschaft mit Erfolg getrieben wird, jeder lockere Thon, Mergel gcnennt wird; in andern hingegen wird Mergel Kreide, und Thon, an welchen Orten Dammerde (losm) genannt. Phykalisische Untersuchungen sind gemacht, die man nicht gehörig genug bcnuzt hat; viele Belehrung gewahrt Herr Duhamel, und noch vielmehr die wohl geleiteten Versuche des Herrn Tillet. Ausserordentliche Schritte sind über diesen Gegenstand von dem berühmten Bergmann gemacht; Doctor Priestley's Versuche haben über diesen Gegenstand, so wie über jeden andern Zweig der Physik ein neues A 2 Licht Licht verbreitet. Lavoisierö neue Theorie erklärt viele Dinge die sonst unerklärlich waren; Entdeckungen von grosser Wichtig- keit sind von Herrn Sennebier und Do- ctor Jngenhvuz gemacht; selbst Uoung hat seine Aufmerksamkeit nicht immer auf den blos Praktischen Theik verwendet, sondern sie zuweilen mit vielem Glück auf Gegenstände von allgemeiner und spekulativer Art gerichtet; aber das vollkommenste Licht ist vielleicht über diesen Gegenstand durch die neuen Entdek- kungen des Herrn HassenfraH geworfen. Wenn die genaue Verbindung der Wirkungen mit ihren Ursachen noch nicht so vollkommen und ausgebreitet über diesen, wie über andere Gegenstände entdeckt worden ist, so müssen wir das den beson- dcrn Schwierigkeiten zuschreiben, welche die Untersuchung derselben begleitet; bei andern Operationen, die den vereinigten Wirkungen vieler Ursachen ausgesezt sind, kann kann die Wirkung einer jeden einzeln und ausschließlich für sich untersucht werden; der Prüfende kann in seinem Laboratorio mit dem Gegenstand stets vor Augen arbeiten; allein dir geheimen Proteste der Vegetation gehen im verborgenen, und den verschiedenen unbestimmbaren Einfluß dem Atmosphäre ausgefezt vor sich, und erfordern wenigstens ein halbes Jahr zu ihrer Beendigung; daher die Schwierigkeit zu bestimmen von welchen besonder» Umstanden Erfolg oder Fehlschlagimg abhänge. Die abgewechselten Versuche mehrerer Jahre allein, können eine vernünftige Grundlage zu festen eigenthümlichen Schlüssen gewähren. Daher kann es nicht erwartet werden, daß neue, entscheidende und directe Versuche der Gesellschaft in der, von ihr, zur-Beantwortung der Frage vorgeschrie, denen Zeit vorgelegt werden sollten. Die Auflösung des ersten Theils muß aus der Darstellung von Thatsachen, die lange ftst- gesezt und durch Erfahrung vermehrt sind, hergeleitet werden; und die des Zweiten A z durch durch die Anwendung allgemeiner Grundsätze zur Erklärung dieser Thatsache — Aber ehe wir zu irgend einen Theil dieser Frage schreiten, müssen die Unterschiede und Benennungen der verschiedenen Boden und Dünger genau bestimmt und erklärt werden. Erstes Kapitel. Von den verschiedenen Boden und Düngmitteln. Elster Abschnitt. Von den Boden. o ^and als die Grundlage der Vegetation i betrachtet heißt Boden. Boden besteht ans verschiedenen Verbindungen von zwei oder mehrern der vier einfachen Erden, nemlich Kalkerde, (die ich zuweilen milden Kalk nenne) Bittererde, Thonerde und Kieselerde. Eine genauere Beschreibung derselben muß man in den Handbüchern der Mineralogie suchen; hier will ich nur bemerken, daß unter Kalkerde, Kreide und jede andere Steinart verstanden wird, die sich zu scderkalk brennen läßt, und die 2t 4 sehr sehr leicht an der Eigenschaft kennbar ist, daß sie mit Säuren aufbraußt. Bittererde wird nie allein gefunden; ihr Kennzeichen besteht darinn, daß sie Bitter- purgiersalz giebt, wenn sie mit Vitriolsaure verbunden wird. Thonerdc ist der Theil des Thons, von welchem dieser das sanfte fettige Gefühl hat, und sich im Feuer erhärtet; sie ist in Sauren schwer auflöslich und braußt äußerst selten damit; mit Vitriolsäure verbunden macht sie den Alaun. Kieselerde wird oft in Stcingestalt gefunden , z» B. Feuerstein, Quarz, und noch häufiger als ein feiner Sand, wie der woraus Glas gemacht wird ; sie braußt nicht und wird auch in den gewöhnlichen Sauren nicht aufgelößt. Diesen Erden können, wir noch das Eisen in den unvollkommenen Instand hinzu- fügen, in welchen es sich befindet, wenn eS verrostet ist, und Eisenkalk genannt wird. 9 Die verschiedenen'Boden welche am häufigsten gefunden werden, und daher besonders betrachtet zu werden verdienen, find Thon, Kalk, Sand und Kieß, tho- nigte Dammerde, kalkigte Dammcrde, sandige Dammerde, kießigte Dammerde, eisenschüssige Dammerde, morastiger Boden und Haide, oder Bergboden wie er auch oft genannt wird» Thon ist.'von verschiedenen Farben; denn wir finden ihn weiß, grau, braunroth schwarzbraun, gelblich oder'bläulich; erfühlt sich sanft und etwas fettig an; feucht hangt er fich an die Finger, und in gehörigem Verhaltniß mit Wasser wird er zähe und dehnbar» Trocken hängt er sich mehr oder- weniger an die Zunge, in Wasser geworfen zergeht er almählig in demselben, und trennt sich nur langsam wieder davon. Gewöhnlich braußt er nicht mit Säuren, wenn er nicht einer starken Hitze ausgesezt wird, oder einige Kalkthcile oder Bittererde enthält. A 5 Geglüht Geglüht erhärtet er und wird zu Backstein (i). Er besteht aus Thonerde und feinem, gemeiniglich kieselartigem Sand, in verschiedenen Verhältnissen und mehr oder weniger Eisenkalk. Die Thonerde betragt gewöhnlich von 20. bis 75. Procent der ganzen Masse und Sand und Eisenkalk das Ucbrige. Diese lassen sich durch Kochen in Vitrioloel vollkommen absondcrn. Areide, wenn sie nicht sehr unrein ist, hat eine weiße Farbe, masige Harte und bestaubtes Ansehn, färbt die Finger und hängt sich schwach an die Zunge, erhärtet sich durch Erhitzen nicht, sondern wird bei heftigem Feuer zu lederkalk und verliert ohngcsähr^ ihres Gewichts; sie braußt mit Säuren und lößt sich darinn fast gänzlich auf. Ich will noch hinzufügen, daß eine solche Auflösung durch (>) Auch durch deu etgenthümlichen Geruch, den er von sich gibt, wenn er feucht ist, oder wenn er trocken angehaucht wird, ist der Thon leicht zu unterscheiden. D. 11. II durch den Zusatz von ätzendem süchtigen saugensalz nicht getrübt wird, da dieser Umstand ste von der Bittererde unterscheidet — sie befördert die Fäulniß. Sand, hierunter versteht man kleine abgesonderte Körner von großer Harte, die mit Wasser nicht Zusammenhängen, und nicht darinn weich werden; er ist gemeiniglich kieselartig und daher in Säuren unauflöslich. Dieß, unterscheidet sich von Sand hauptsächlich durch seine Größe; indessen werden oft kalkartige Steine , wenn sie klein und abgerundet sind, unter dieser Benennung mit begriffen. Dammerde, bedeutet einen Boden, der mäßig zusammenhängend ist, das heißt weniger als Thon und mehr als lockere Kreide; der Verfasser der gestimmten Landwirthschaft (2) versteht darunter einen mit Sand vermischten Thon» Doctor Hill <2) kiossv c>k Hill beschreibt sie als eine Erde, die ans ungleichartigen Theilen znsammengesezt, und harr, steif, dicht, grob und rauh anznfnh- len ist, nicht leicht dehnbar wenn feucht, leicht zergehend in Wasser, und zusammen, gesezt auS Sand und zähem Thon; die Definition welche ich gegeben habe, scheint den verschiedenen Arten, die ich jezt beschreiben werde am angemessensten zu seyn. Thonigte Dammerde bezeichnet jeden gemischten Boden, der mäßig zusam- hangend ist, und in welchen» die Thonerde den größten Theil auömacht. Ihr Zusammenhang ist alsdann größer als irgend eine andere Dammerde, aber weniger so als reiner Thon ; der andere Bestandtheil ist ein grober Sand, mit oder ohne einen geringen Antheil von Kalkerde. Die sand- leuke nennen sie gemeiniglich strenge, steife, kalte und schwere Dammerde nach dem Verhäüniß des ThonS der darinn befindlich ist. Ralk- Ralkartige Dammerde. Dieser Ausdruck bedeutet eine Dammcrde, die aus Thon, groben Sand und Kalkerde gemischt ist, in welcher indessen der kalkerdige Bestandteil den größten Anteil ausmacht. Sie ist weniger zusammenhängend als thonigte Dammerde, Sandige Dammerde, ist Dammerde Ln welcher der Sand die Oberhand hat; sie ist weniger zusammenhängend als die vorhergehende. Der Sand ist theilö grob theils fein, und betragt in dieser Mischung 80. bis 90. Procent. Aiesiigre Dammerde, weicht von dem lcztern blos darinn ab, daß sie einen größer» Antheil von groben Sand und Kieseln enthält. diese und die beiden leztern werden von Landwirten gemeiniglich leichte oder hrmgerige Boden genannt, besonders wenn sie nur wenig Tiefe haben. Eisenschüssige Dammcrde ist gemeiniglich von einer, dunkelbraunen oder rötlichen lichen Farbe und viel harter als die vorhergehenden ; sie besieht aus Thon - und Eisenkalkcn, mehr oder weniger genau gemischt ; mau erkennt sie nicht nur au der Farbe, sondern auch au ihrer großen Schwere, zuweilen braußt sie mit Sauren, oft aber nicht; im ersten Falte laßt sich ein großer Thcil des Eisens absondern , wenn mau sie wohl getrocknet in Salzsäure schüttet, aus welcher das Eisen nachher, durch Pottasche oder Kreide abgesondert werden kann. Eisenschüssige saure Dammerde (^kiu) hierzu gehören gewisse vitriolische Boden, die, wenn man sie in Wasser einweicht, diesem die Eigenschaft mittheilcn, in Wasser aufgelößtes Lakmuß rothzufar- ben. Diese sind gemeiniglich von blauer Farbe, die aber durch Glühen roth wird. Moor Boden besteht hauptsächlich aus Holzwurzeln, vermoderten Pflanzen, mehrentheils mit Thvncrde und Sand und einer einer kohligten Substanz gemischt, die von zerstörten Pflanzen herrührt. Es giebt zwei Arten von Moor der schwarze welcher einen größern Antheil von Thon und vollkommener zerstörten Wurzeln und Bcrg- oel; in dem rothcn scheinen die Wurzeln nicht so vollkommen verändert zn scyn, und den Hauptbcstandthcil auszumachen. »Feidboden ist der welcher natürlich Heide hervorbringt. Zweiter Abschnitt. Von den Düngmitteln. §)ünger heißt irgend !ein Stoff ober eine Operation , wodurch der Boden verbessert wird. Den Boden verbessern heißt ihn in den Stand setzen, Korn, Gemüse und die nützlichste Futterkräuter hervorzubringen. Die Die Stoffe welche man gewöhnlich zum Dünger gebraucht sind, Kreide, Lcdcrkalk, Thon, Sand, Mergel, Gpps, 2lschc, Pferdcmist, reiner Kuhmist, gemischter Mist, gequetschte Knochen, Seekrauter, alte Hagen6. Andere Dünguüttel die hauptsächlich zur Beförderung des Wachsthums der Gemüse und nicht bloß zur Verbesserung des Bodens dienen, übergehe ich. Die Operationen welche man zur Verbesserung des Bodens anwendct, sind, die Brache, das Graben ziehen, und verbrennen der Oberfläche (lsliowz, strsininZ, psirinA sc kmniliZ). Von der Kreide, den Thonartcn und dem Sande haben wir schon gehandelt. Lederkalk ist ein Stoff, dessen äussere Kennzeichen und Bereitungsart, allgemein bekannt sind. Er ist von Kreide und gepulverten Kalkstein hauptsächlich durch die Abwesenheit der Luftsäure verschieden, die aus diesem durch das Brennen ausgetrie- ben wird. Diese Luft zieht er begierig aus der -7 der Atmosphäre und allen andern Körpern womit er in Berührung kommt, und die sie geben können, an sich; allein er kann sich mit ihr nicht vereinigen wenn er nicht zuvor feucht gemacht ist. Hundert Theile Lederkalk sangen ungefähr 28 Theile Wasser ein; und '700 Theile Wasser lösen einen Theil gebrannten Kalk auf. Um seinen völligen Antheil von suft auS der Atmosphäre zu erhalten, erfordert er mehr als ern Jahr, wenn er nicht absichtlich ausgebreitet wird; er widersteht der Fäulnisi, allein mit Hülfe von Feuchtigkeit lößt er organische Stoffe in Schleim auf. Mergel sindet sich in drei Arten: kalk- artig, thonigt und kieseligt oder sandig. Alle sind Mschungen von mildem Kalk (das heißt rohem Kalk) und Thon, so daß er mehr oder weniger leicht in Stücken zerfällt wenn er der Atmosphäre ausges sezt wird. Ralk- Ralkmergel ist der, welcher am gewöhnlichsten unter den Ausdruck Mergel ohne Zusatz verstanden wird. Er ist gemeiniglich von gelblich weißer oder gelblich grüner Farbe, selten braun oder bleifarben. Man findet ihn selten an der Oberfläche, sondern gemeiniglich einige Fuß unter derselben , und an den Seiten von Hügeln oder Flüssen, die durch kalkartige Gegenden laufen, oder unter dem Rasen der Moore. Oft ist er von lockerem Gewebe, oft mäßig zusammenhängend, nur selten so hart daß er den Nahmen Sceinmergel verdient ; zuweilen ist er von dichter, zuweilen von blätteriger Teptur, die oft so dünn ist, daß er Papiermergel genannt wird; oft enthält er Muschelschaalen und heißt alsdenn Muschelmergel den man für den besten hält — gepulvert fühlt er sich zwischen den Fingern trocken an — in Wasser gelegt zerfällt er schnell in Stücken, oder Pulver ohne eine schmierige Masse zu machen, — er zerbröckelt und vermodert früher oder später wenn er der Luft und und Feuchtigkeit ausgesezt wirb, nach dem er hart ist und nach dem Verhältniß seiner Bestandtheile; geglüht wir nicht zu Backstein , sondern mehr zu kederkalk; er braußk mit allen Säuren und besteht aus ZZ. bis 80. Procent milden Kalk und aus 66. bis 20. p. C. Thon. Uni die Zusammensetzung desselben auS« ssndig zu machen, gieße man einige Unzen verdünnte aber reiner Salpeter oder Kvch- salzsaure in ein Zuckerglaß, setze diese in eine Waage und wiege cs; dann pulverri- sire man einige Unzen trocknen Mergel, und trage von diesem Pulver sorgfältig und allmahlig in das Glaß, bis durch wiederholtes Schütteln kein Anfbrausen mehr bemerkt wird; denn wäge man den übrigen Thcil des Mergelpulvcrs, wodurch die verbrauchte Menge desselben au- gezeigl wird; mm wäge man das Glaß abermahls, so wird der Unterschied zwischen der eingetragenen Menge, und dem Gewicht, das erforderlich ist die Wage ins B r Gleich- Gleichgewicht zu stellen, das Gewicht der wahrend dcnr Aufbrausen verlvhrnen sust anzeigen; beträgt der Verlust iz. p. C. von dem eingetragenen Mergel oder von iZ. bis Z2. p. C» von dem untersuchten Mergel, so ist er kalkertig. Dieser Versuch ist entscheidend, wenn mau durch die oben angegebenen äußern Kennzeichen versichert ist, daß der untersuchte Körper Mergel von irgend einer Art ist. Denn sonst können auch einige Arten von spatigem Eisenstein für Mergel gehalten werden» Da die Versuche, um den thonigten Vestand- theil aufzusuchen für Landwirthe zu schwer sind, so übergehe ich sie» Das was nach der Auflösung am Boden zurück bleibt, wird nach dem es wohl ausgewaschen ist, gemeiniglich zu Backstein worden, wenn eS geglüht wird. Thonmergel euthalt 68. bis 80. p. E. Thon und folglich ZL. bis 20. p. C. rohen Kalk. Seine Farbe ist grau , braun, röthlich braun, gelblich oder bläulich grau; kV fühlt sich fettiger an als der vorhergehende und hängt an der Zunge — seine Harte ist gemeiniglich größer — in Wasser zerfällt er langsamer und oft in wurf- lichten Stücken — er zerfällt auch langsamer an der Lust und Feuchtigkeit, wenn er von lockerer Beschaffenheit ist, im Feuer erhärtet er und macht eine unvollkommene Art Backstein. —'Er braußt mit Salpeter und Salzsäure, mit Essig aber oft nicht — getrocknet in Salpetersäure, in ein Zuckerglas geschüttet, zeigt sich, daß er bei dem oben angegebenen Verfahren 8. bis io. p. C. an seinem Gewichte verliert. Der unaufgelößte Theil, wird wenn man ihn wohl ausgewaschen, gehörig erhizt, zu Backstein werden. Kieselartige oder sandige Mergel sind die, deren thonigter Antheil einen Ueber- fluß von Sand enthält; denn wenn sie wie oben mit Säuren behandelt werden, so pflegt der Rückstand oder thonigte Antheil gemeiniglich 75. p. C. Sand zu enthal- B Z ten 22 . ten — folglich sind Kalkerde und Sand die vorzüglichsten Bestandteile. Die Farbe dieses Mergels ist bräunlich grau oder blcigrau — gemeiniglich zerreib- lich und blätterich, oft aber auch in sehr harten Klumpen — er zerfällt nicht leicht in Wasser — er zerbröckelt und verwittert au der duft und Feuchtigkeit nur langsam - er braußt mit Säuren; allein daö Räckbleibftl von der Auflösung erhärtet in Feuer nicht. Txalkarn'gcr Aieß; dieses ist ein Mergel , mit, großen Stücken Kalkstein gemischt ; der Mergel kann sowohl kalkartig als thonartig seyn, am häufigsten aber ist er kalkartig; auch der sandige Antheil ist talkartig. Gpps ist eine Zusammensetzung aus Kalkerde und Vitriolsäure, er macht eine besondere Art des Kalkgeschlechts aus, wo von man sechs Familien hat. Die Die allgemeinen Kennzeichen dieser Art sind: r) Aufloßbarkeir in Zoo. mal seinem Gewicht Wasser, bei einer Temperatur von 6oO Ferenh. 2) Fällung «us Wasser durch alle milde und auch feuerbeständige äßende Laugensalze ; aber nicht durch äßendes flücht? geS Alkali. Z) LTsichtb raufen mit Säuren, wenn der Gpps rein ist; einige Arten, die mit etwas rohen Kalk vermischt sind, brausen schwach auf. 4) Unauflöslichkeit oder beinahe unauflöslich in Salpetersäure bei der gewöhnlichen Temperatur der Atmosphäre. Z) Ein eigemhümliches Gewicht das von 2,16. bis 2,31. geht. 6) Ein Grad von Harre der nur si» groß ist, daß er mit dem Nagel geschabt werden kann. B 4 7 ) 7) Wenn er bis beinahe zum Roth, glühen erhizt wird, kalzinirt er, und wenn man ihn dann etwas mit Wasser besprengt erhärtet er wieder. 8) Er befördert die Fäulniß ganz außerordentlich. Von den sechs Familien dieser Art werde ich nur eine beschreiben, nemlich die, welche man zum Dünger am vortheilhaf« testen gefunden hat- Beschreibungen der Z andern können in mineralogischen Schriften nachgesehn werden. Man nennt sie Strahl- gyps. Die Farbe desselben ist grau, gelblich, röthlich oder silberweiß, auch wohl hellrvth, braungelb oder mit einer oder mehr dieser dunkeln Farben gestreift. Er ist aus Fasern oder Strahlen zusammengesezt, die entweder gerade oder gebogen , parallel oder in einen Mittelpunkt zusammenlaufen; zuweilen sind die Fa sein grob , zuweilen fein, hangen an einander und sind sehr brüchig — er lässt sich mit dem Nagel schaben — ist gemeiniglich halb durchsichtig, bei einigen in einem hohen Grade. Asche. Gesiebte Steinkohlcnasche, Torsasche und weiße Plaggenasche sind sehr nützlich gefunden worden. Rothe Plaggcnasche unnütz und gemeiniglich schädlich. In manchen Fällen ist auch Holzasche mit Vorthcst angewendct; sie enthält die vier einfachen Erden wie Bergmann behauptet oder hauptsächlich Kalkerde nach Achard oder Kalkerde und Braunstein noch ll'^rcek. Auch enthält sie etwas phosphorsaure Kalkerde; fast alle enthalten eine kleine unbestimmte Quantität Kochsalz, Glaubersalz, und erdige Salze, die in geringer Menge die Fäulniß beschleunigen, und kleine Kohlenthcilchen. Aohle ist ein wohl bekannter Körper, der auch oft mit gutem Erfolg als Dünger angewendct ist. Aonngs Annalen der Agrikultur B. i. B 5 Der ff 26 Der Rückstand der Seifensieder- asct)e giebt einen vortreflichen Dünger für einige Boden; er besteht nach Herrn Rük- kerts Untersuchung aus 57 Theiien milden Kalk, n Theilen Braunstein 6 Theilen Thon und 2l Theilen Kieselerde in 100 Theilen. Stallmist wird entweder frisch oder verfault gebraucht, der erste wird langer und der andere kurzer Mist genannt; er enthalt sehr viel thierischen Stoff und geht sehr leicht in Faulniß über und in diesem Zustande dient er als Sauerteig, die Verwesung anderer todter Pflanzen-Stoffe zu befördern; die Gährung desselben wird durch öftere Bewegung und Aussehen der Luft befördert, wobei er aber bedeckt seyn seyn sollte, damit das Wasser nicht die wesentlichsten Ingredienzen ansspuhlt, oder damit daß Wasser welches sie aufnimmt yicht verlohren geht. Hof- Hofmist (bsrm- OunZ) besteht auS verschiedenen Pflanzen stoffen, als Stroh, Unkraut, Blätter, Heide u. d. g. mit thie- rischen Stoffen durchdrungen, er gcräth lang« sanier in Gährung als der vorige; man sollte ihn in Haufen seßen, und von Zeit zu Zeit umbringen — Heide fault sehr langsam — das Wasser welches hevaus- fließt sollte gesammelt werden. Einige dieser Düngerarten sind untersucht worden. Tabelle >2Z A» A s 8 ^ 3SL3- S« ^ -rr» v r- rr x; v <^- eS?-y «ÄS- v> "» §>S o «r .224, Hieraus folgt, daß die verschiedenen Dünger nicht nach Willkühr, sondern nach den Umstanden die in der Folge angegeben werden, angewendet werden sollte. Zermalmte D.nocben geben gleichfalls einen Dünger, den man in der Nahe grosser Städte viel gebraucht. Sie setzen ihre öligten Theile almahlig ab, die eine beträchtliche Menge thierischev Kohle enthalten, welche durch Fäulnis freigemacht wird, l>nd phosphorsaure Kalkerde. Daher ist Knochenasche auch nützlich. Seegras, besonders wenn es mit Erde vermischt ist, fault sehr bald, und giebt guten Dünger. Alte Wagens die der Vegetation eine große Oberfläche darbicten, enthalten wenn st'e abgetragen werden, eine Menge vermoderter Pflanzen, welche faulen und einen guten Dünger geben; allein in diesem Fall muß man gehörig unterscheiden, aus was für für Boden sie gemacht waren, auS Ursa« chen die sich aus der Folge ergeben werden. Die Brache ist die vorzüglichste Operation wodurch erschöpftes Land wieder fruchtbar gemacht wird; der Nutzen derselben scheint mir darinn zu bestehn, daß die Wurzeln der Pflanzen der FaUlniß aus- gesetzt werden, wodurch Nahrung zum neuen Wachsthnm bereitet wird; die Atmosphäre fezt auch fixe Lust und kohligte Stoffe an Erde ab, die ihr lange ausgcr sezt ist. Grabenziehcn ist eine gleich nützliche und bekannte Operation, worüber ich nichts mehr zu sagen nöthig habe. Durch das Verbrennen der (Dber- stache werden die Wurzeln der Pflanzen zu Asche und Kohle, und dienen dadurch deU Pflanzen zuni Reitz und Nahrung, wie Män weiter unten sehn wird. Zwei- Zweites Kapitel. Von der Nahrung der Pflanzen und den Bestandtheilen fruchtbarer Boden. Nachdem ich in dem vorhergehenden Kapitel die Natur der verschiedenen Boden die in der Landwirthschaft bekannt sind , und die verschiedenen Dünger erklärt habe, deren allgemeine Nützbarkeit durch lange Erfahrung bestätigt sind, so inüffen wir jezt Untersuchen, welche von diesen Düngern äm besten für jeden Boden insbesondere passen- und welches die Ursachen ihrer wohlthätigeii Wirkungen in jedem Falle sind^. Um diese Untersuchung ordnungsmäßig anzustellen, müssen wir bemerken, daß die allgemeine Wirkung, die man von dem Gebrauch des Düngers erwartet, Fruchtbarkeit ist, das heißt, den reichligsteit Erktag Z2 Ertrag von Korn und Futterkrautern; und da Fruchtbarkeit selbst, der Erfolg von gehörig mitgetheilter Nahrung der Pflanzen ist, so mästen wir zuerst untersuchen worinn ihre Nahrung besteht, und aus welchen Stoffen ein Boden zusanunengesezt seyn sollte, um sie zu enthalten oder mit- zutheilen: dann wollen wir anzeigen durch welche Dünger ein jeder besonderer Boden in einen fruchtbaren Zustand versezt wird, welches die mohlthatige Wirkung ist, die man von ihnen erwartet, und was sie in jedem besondern Fall zu der gehörigen Beibringung der Pflanzennahrung, die Hie Ursache ihrer vortheilhaften Wirkung ist, beitragen. Erster Erster Abschnitt. Von der Nahrung der Pflanzen. I^m die Nahrung der Pflanzen, besonders der, die der Gegenstand unserer Untersuchung sind, ausfindig zu machen, müssen wir die Beschaffenheit und das Ver- hältniß der Stoffe untersuchen, in welchen sie wachsen, so wie der aus welchen sie selbst bestehn; dann werden wir in den Stand gefezt zu sehen, welche von den lez- tern, aus den erster» Herkommen. Erstlich. Alle Pflanzen (die unter Wasser wachsenden ausgenommen) wachsen in einer gemischten Erde, die von Regen und Thau befeuchtet wird, und der Atmosphäre ausgesezt ist; untersucht man diese Erde chemisch, so findet sich, daß sie aus Kiesel, Kalk und Thonerde, oft auch Bittercrde, in verschiedenen Verhältnissen, C einer einer beträchtlichen Menge Wasser und etwas fixer Lust besteht. Die fruchtbarsten enthalten auch einen geringen Antheil Oel, Wurzeln vermoderter Pflanzen, einen koh- ligten Stoff der durch die Fäulniß entsteht, einige Spuren von Kochsalzsaure und Gyps (i). Zerlegt man hingegen Pflanzen , so findet man daß sie eine große Menge Wasser und Kohle enthalten, auch fette und wesentliche Ocle, Harze, Gummi und Pflanzensäuren, die sich alle in Wasser, Lebenslust, inflammable Lust und Kohle reduciren lassen; auch findet sich eine geringe Menge von feuerbeständigem Alkali, einige Neutralsalze, am häufigsten Gyps, vitriolisirter Weinstein, Kochsalz und Digcstivsalz. Im Korn besonders, im Weißen trist trist man auch phvsphorsaure Kalkerde an. Hier- (i) Nemoire« (i'^griculture 1790. kncvclogeliiö ^rt. Veßctstiou. ttoms xrmcjglcs ol ägricut iure. Hieraus sieht man, daß nach der letzten Zerlegung, die einzigen Stoffe, die den wachsenden der Pflanzen, und dem Boden in welchem sie wachsen gemeinschaftlich sind, Wasser, Kohle, verschiedene Erden und Salze sind. Diese sind daher die wahre Nahrung der Pflanzen, denen man noch die Lustsaure hinzusetzen sollte, ob sie gleich wegen ihrer Zersetzung nicht besonders darin gefunden wird, oder wenigstens nicht von der bei ihrer Zerlegung zuletzt gefundenen unterschieden werden kann. Zezt werde ich die besondern Geschäfte eines jeden dieser Ingredienzien besonders untersuchen. Vom Wasser. Der Einfluß des Wassers in den Prozeß der Vegetation ist nie bezweifelt worden, obgleich die Art in welcher es dazu beitrug bis in den neuesteu Zeiten nicht ge- C r hörig hörig bemerkt ist. Doctor Hales (i) hat gezeigt, daß in den Sommermonaten eine Sonnenblume, die drei Pfund wog, und täglich regelmässig begossen wurde, alle Tage i Pf. 12 Loth durchgehn ließ oder ausdünstete, welches beinahe die Hälfte ihres Gerichts ist. Auch fand er daß eine Kohlpflanze die r Pf. 18 -vth wog, zuweilen i Pf. 6 solch, aber im Durchschnitt ohngefähr die Hälfte ihres Gewichts ausdunste. Doctor Woodward (2) fand, daß ein Zweig von gemeiner Kraufcmüntze, einer Pflanze die am besten in feuchtem Boden fortkvmmt, und nur 28 , 25 Gran wog, in 27 Tagen zwischen Julius und -Dctober 5004 Grau Wasser anödünstete, welches etwas mehr als sein eigenes Gewicht täglich ausmacht. Er gicng noch weiter, er fand daß in dieser Zeit die Pflanze um 17 Gran zngenvmmen hatte, ob sie gleich (1) Vegetsblc 8t3tiks 1*. l. (r) ?!rilotopliicgl l'rsnlgÄIons Lbriilgecl P. 7>s. gleich keine andere Nahrung erhielt als reines Regenwaffer. Auch bemerkte er, daß die Gewichtszunahme größer war, wenn sss in Quellwasser stand, und noch größer, wenn ihre Nahrung, Wasser ans der Themse war. Hieraus können wir schlies- sen, daß Grasarten und Korn in der Zeit ihres Wachsthums täglich vhngefahr die Halste ihres Gewichts Wasser cinsaugen, wenn das Wetter günstig ist. Ferner, daß das Wasser welches durch ihnen geht, sie bloß als Wasser nährt, ohne irgend fremde Stoffe mit zu rechnen; denn Zovu Gran Negenwasser gaben in Doctor Woodwords Versuch eine Gewichtszunahme von 17 Gran, da doch nach Marggrafs Versuchen 5760 Gran dieses Wassers nur ^ Gran Erde enthalten (1). Aber endlich folgt auch, daß das Wasser noch mehr zu ihrer Nahrung beitragt, wenn es ihnen erdige und salzige Theils zufnhrt, wie beim Quell und Themsewasser geschah. C Z Die (>) Marggrafs chemische Schriften B. 2. Die Art in welcher reines Wasser zu' der Nahrung der Pflanzen anßer den Dienst beiträgt welchem es verrichtet, indem es die nährenden Theile durch das Ganze vertheilt, und selbst ein Bestandtheil desselben wird, kann man aus neuern Versuchen erfahren. Dvctor Zngenhouz und Herr Sen- nebicr haben gezeigt, daß die Blätter der Pflanzen, der Sonne ausgesezt, Lebenslust erzeugen; nun ist seit kurzem gezeigt worden, daß ioo Theile Wasser ohngefahr 87 Theile Lebenslust enthalten, und daß das übrige entzündbare Luft ist. Das Wasser wird also mit Hülfe des Lichts innerhalb der Pflanze zersetzt, sein entzündbarer Antheil wird zur Bildung der Oele, Harze, Gummi u. s. w. verwendet; die Lebenslust desselben dient theils zur Bildung der Pflanzensäure, theils wird cs als ein Exkrement ausgetrieben. Viele haben zwar behauptet daß Wasser die einzige Nahrung der Pflanzen sei, und und unter den Versuchen die inan zum Beweise dieser Meinung anführt, ist der van Helmont'fche, welchen der berühmte Bvyle (i) anführt, bei weitem der scheinbarste. Er pflanzte den Stamm einer Weide der fünf Pfund wog, in ein ird- ucs Gefäß, das er mit Erde gefüllt hatte, die im Ofen getrocknet und dann mit Ne- genwasser angefeuchtet war; dieses Gefäß senkte er in die Erde, und begoß ihn theilö mit Regen-, theilö mit destillirtem Wasser. Nach fünf Jahren fand er, daß der Baum 169 Pf. wog, und daß die Erde, worinn er gepflanzt war, nachdem sie wieder getrocknet war, nur vier Loth von ihrem vorigen Gewicht verlohren hatte, obgleich der Baum eine Gewichtszunahme von 164 Pf. erhalten hatte. Ehe ich diesen Versuch erkläre muß ich einige Umstände dabei bemerklich «lachen: daß das Gewicht der Erde am Anfang C 4 und ( 1 ) Lovls 1. L» und Ende der fünf Jahre nicht genau verglichen werden konnte, weil die ncmlichen Grade von Trockenheit nicht genau bestimmt werden konnten, und weil viele der Wurzelfafcrchcn des Baums in der Erde geblieben seyn müssen, als er aus dem Gefäße genommen wurde, die es daher verhindert haben, den wahren Verlust der Erde Zn bestimmen. Zweitens, daß das irdne Gefäß sehr viel Wasser, mit mancherlei Stoffen die es aus dem benachbarten Erdreich erhielt cinsaugen konnte, denn ungla- sürte irdne Geschirre lassen die Feuchtigkeit sehr leicht durch. Drittens da cs erhellet, daß der Tovf in die Erde gesenkt war, und Regenwasser erhielt, so ist es wahrscheinlich daß nur selten destillirtes Wasser gebraucht wurde. Nachdem wir diese Umstände betrachtet haben, wird es leicht seyn zu zeigen, daß das Regenwasser das der Baum ein- sog, so viel Erde erhielt, als der Baum aller Vermuthung nach enthalten kann. Erst- 4i Erstlich. Die Wcidc nahm in fünf Jahren 164 Pf. an Gewicht zu, welches beinahe 2,7 Pf. nwnathlich betragt, und da sie eine Wasserpflanze ist, so lasst sich nicht vermuthen, daß sie weniger als ihr eigenes Gewicht in den sechs vegctirendeu Monathen täglich ausgcdnnstet habe. Zn dem ersten Monath sog sie ein und verdunstete 5 -z- Zo um 150 und da jedes Pfund Regenwasser s Gran Erde enthalt, so müssen Zo Gran Erde in der Pflanze abgefezt seyn, und wenn man auf jeden der ersten sechs Monate nur 50 Gran nimmt, so wird die abgcfezte Erde für das erste Jahr Zo -s. 6 H Zoo Gr. betragen ; allein am Ende des ersten Jahres gewinnt die Pflanze ein Zuwuchs von Z2 Pf. daher verdunstet sie in jeden der sechs Sommermonate des folgenden Jahres -l- Z7Zo H 110 Pf Wasser und erhalt einen Ansatz von Zio Gran, und am Ende des zweiten Jahres betragt dieser 2220 Gran. Beim Anfang des dritten Jahres muß der Baum, durch einen Zu- E 5 wuchs wachs von zr Pf., 69 Pf. wiegen, und in jedem der Sommermonate 69 -j- zo H 27 O Pf. Wasser durchlassen, und einen Ansatz von 690 Gran erhalten, der mit 6 mnltiplizirt 4142 Gran ist. Am Anfänge des vierten Jahres muß der Baum, der wieder Z2 Pf. znnimmt, 101 Pf. wiegen und wenn er 101 -s- zo in jeden der Sommermonate ausdunstet so muß er in jeden einen Niederschlag von i6iv Gran und am Ende des Jahres von 6060 Gran gewinnen. Am Anfänge des fünften Jahres wiegt er izz Pf. und gewinnt am Ende der sechs Monate 2Z940 Gran Erde. Die Menge der am Ende eines jeden Jahres abgesezten Erde betagt mehr als Z Pf., rin Quantum daß auch in Verhaltniß mit dem wahrscheinlichen Gehalt von 169 Pf. Weidenholz steht; denn die Kommissarien, welche zur Untersuchung der Salpeter Bereitung ernannt waren, fanden, daß ivoo Pf. Sahlweide, die der gewöhnlichen Weibe sehr ähnlich ist, 28 Pf. Asche gaben, und folglich sollten .169 Pf. 4,7 4,7 geben (i). Ich gebe auch diese Berechnung nicht als ganz genau an ; denn es ist gewiß, daß wenn der Rückstand eines jeden Monats genau genommen wäre, so würde die Hauptsumme die eben angegebene übertrefsen. Allein die auf diese oberflächliche Weise gefundene Summe beweißt hinlänglich, daß Wasser den Pflanzen einen Theil Erde zuführt, die dem gleich ist, der durch Versuche in ihnen vorhanden zu seyn erwiesen ist. In Hinsicht der Kohle oder des Kohlenstoffs welchen die Weide auch euthalteu haben muß, ist es wahrscheinlich daß viel davon in der Erde enthalten war, in welcher sie wuchs; etwas davon ist in allen Pflanzenerden enthalten, und da nicht bestimmt ist, welche Art von Erde van Helmont gebrauchte, so können wir ver- muthen, daß es eine gute Pflanzerde war, deren Gewicht 200 Pf. betrug. Dieser Grundstoff konnte auch in dem Wasser ent- («) l'rsuzüÄ. ok tbs Irisli I'. Z. ^ enthalten seyn, denn das reinste Regenwasser enthält oeligte Thcile, ob gleich in äusserst geringer Ouiantiäc, wie Marggraf bewiesen hat (i) und alles Oel enthalt Kohle. Ein Theil kann auch durch die Poren des irdnen Gefäßes aus der umgebenden Erde gedrungen seyn. Me andere Versuche die man anfuhrt zu beweisen , daß Wasser das einzige Nahrungsmittel der Pflanzen sei, lassen sich auf gleiche Weise erklären. Man hat Wcizcnkvrner auf feuchter Baumwolle mit Wasser befeuchtet zum Wachsen gebracht, jedes derselben gab eine Aehre, die aber nur ein Korn enthielt (2). Hier kam der Kohlenstoff aus dem Korne das nachher vom Wasser durch die ganze Pflanze verbreitet wurde, denn man man muß bemerken, daß das Korn gleich Eyerff sehr viel Nahrung, für seine Nachkömmlinge enthält — aus gleicher (1) Chemische Schriften B. 2. (2) Uoungs Annalen der Agrikultur B. 2. 45 cher Ursache wachsen Tulpen, Hiazinten und andere Pflanzen in bloßem Wasser. Die Erde im Regenwasser ist wicMarg- graf gezeigt hat, zum Thcil mit Salpetersäure zum Thcil mit Kochsalzsaurc, bei weitem der größte Thcil aber mit fixer sust verbunden; denn die schwachen Spuh- ren der beiden ersten Sauren konnten die loo Gran Erde nicht ausgelößt enthalten die er in Zoo Ps. Regennasser fand. Vci weitem das größte Vcrhaltuiß der Pstanzcnstoffe besteht au6 Wasser; nach Aoung (r) und Ruckert (r) verliert Gras zwei Drittheil an Gewicht wenn cs zu Heu gemacht w-'rd. Doetor Halcs fand, daß eine Sonnenblumen Pflanze, welche 48 Unzen wog, nachdem sie dreißig Tage an der Luft gedrockiict war, z6 Unzen verlohnen hatte (z), welches ^ ihres Gewichts betrug. (1) Aoungs Annalen rter B. (2) Rücke« der Feldbau chemisch untersucht B.» ( 3 ) Vexetsble 8t»tiks l'. l. trug. Selbst Pflanzen die dem Anscheine nach ganz trocken sind, enthalten ° bis ^ ihres Gewichts an Wasser (i); das aber nicht alles im flüssigen Anstande, sondern dnrch den Verlust eines großen Iheils seines eigenthümlichen Feuers, fest geworden ist. Von der Kohle oder dem Kohlenstoff. Dem Herrn Hassenfraß verdanken wir die Entdeckung, daß Kohle ein wesentliches Ingredienz der Nahrung aller Pflairzen ist; ob sie gleich bisher wenig beachtet worden, so scheint sie doch eine von den Grundstoffen zu seyu, der so alt ist als die gegenwärtige Einrichtung unserer Erde; denn inan findet sie in der fixen Lust, worinn sie ohngefahr den vierten Theil ausmacht; und fixe Lust findet sich im Kalkstein und andern Stoffen, die vom Anfang der Dinge vorhanden waren. Kohle ( I ) Rückert ebendas. 8er,edier Lricxcloxeäis Vegetation. 47 Kohle ist nicht allein der Rückstand aller Pstanzenstoffe, die eine langsame und verschloßne Verbrennung erlitten haben, das heißt, wobei der freie Zutritt der Lust abgehalten worden, sondern auch aller verfaulten Pflanzen und thierischen Stoffe; daher wird sie in allen vegetabilischen und thierischen Düngern, die der Faulniß unterworfen waren, angctroffen, und ist die wahre Grundlage ihrer verbessernden Eigenschaft; wenn das Wasser, welches durch einen faulenden Misthaufen laust, untersucht wird, so zeigt es sich von brauner Farbe, und wird es abgeraucht, so findet man, daß der größte Theil des Zurückgebliebenen aus Kohle besteht (i). Alle Arten von Erdreich, werden dem Wasser, worinn man sie einweicht, dieselbe Farbe nach dem Verhältniß ihrer Fruchtbarkeit mittheilen, und dieses Wasser laßt, wenn eS abgeraucht wird, gleichfalls Kohle zurück, wie die Herrn Hassensraß und Fourcroy bezeu- (l) äe Lb/mie. 1*. >4« p, ;6. bezeugen (i). Auch bemerkten sic, daß Sagefpäne die neun bis zehn Monat an einen feuchten Ort lagen, anfingen in eine Art von Gährung zu gehn, und verfaulten alö sie auf Land gestreut wurden, und gaben einen vortrcflichen Dünger (2). Kohle kann indessen ihre wohlthatigen Wirkungen nicht anders äußern, als in so fern sie in Waßer auflöslich ist; die Mittel sie aufzulösen sind noch nicht genau bestimmt; dem ohngeachtet wird sie jezt mit gutem Erfolg als Dünger gebraucht (z). Die fruchtbar machende Kraft verfaulter thieri- scher und Pflanzen - Stoffe, waren in der That schon in den ältesten Zeiten bekannt; allein die meisten Theoretiker schrieben sie den veligtcn, schleimigen oder Salz-Theilen zu, die sich dann entwickelten, und vergaßen, daß Land durch Verbrennen der Oberfläche fruchtbar gemacht wird, obgleich die oelig- (i) Ebendas. (-.) Ebendas. (z) Vounzs /Vnnsls. oeligten und schleimigten Theile dabei zerstört und zu Kohle werden, und daß die Menge von Schleim, Oel und Salz in fruchtbarem Erdreich so gering ist, daß es nicht den tausendsten Th eil zum Gewicht irgend einer Pflanze beitragen könnte; dahingegen die Kohle nicht nur in dem Boden, sondern auch in der fixen Luft, die sie in der Erden findet und auch in der, die beständig durch verschiedene Prozesse entwickelt wird, sich wegen ihres großen cigenthümlichen Gewichts bald zu Boden senkt und dann entweder verdichtet oder mechanisch davon absorbirt wird, oder im Thau enthalten ist. Erdreich welches Eisen in einem halb verkalkten Zustand enthalt, wird dadurch fähig die fixe Luft zu zersetzen, indem das Eisen mit Hülfe des Wassers almählig die reine Luft auzieht, die ein Bestandtheil der fixen Luft ist, wie Gadolin gezeigt hat (i), und die mir eine der (,) Chemische Annalen i79'. B, l. S. ;z. D 52 der 'wichtigsten Entdeckungen der neuern Zeiten zu seyn scheint; diese Eisenkalke können durch Verbindung mit oeligtcn Stoffen in ihren vorigen Zustand wieder hergestellt werden, wie Baumä bemerkt hat, woraus einer der Vorthcile von dem Gebrauch des noch nicht ganz verfaulten Mistes herzuleiten ist (i). Hieraus lasst sich begreifen woher ein Boden erschöpft und unfruchtbar werden kann, ncmlich größten- theilö von dem almahligen Verluste des Kohlenstoffes der aus thierischcn und Pstan- zendünger abgesetzt wird, und daraus in die wachsenden Pflanzen übergeht, und ferner, von dein Verlust der siren Luft die in dem thvnigten Theil des Bodens enthalten ist, den die Pflanzen zerfetzen; und von der Verkalkung der im Erdreich enthaltenen Eifentheile. Ich sage größren- rheils, weil noch andere Ursachen, zur Verminderung der Fruchtbarkeit beitragen, die (>) Die Wahlanziehungen von Kohle und Ei« sen zur Lebenslust, verändern sich mit der Temperatur» die ich sogleich auführen werde. Hieraus sehn wir ferner, warum Land, daß behütet wird, langer fruchtbar bleibt, als anderes, dessen Ertrag eingcfahren wird, weil viel Kohlenstoff durch den Mist der Thiere wieder ersetzt wird — warum manche Gewächse einen Acker mehr erschöpfen als andere, weil Korn und vorzüglich Weitze^ mehr Kohle enthalt als Graser, und sehr wenig Abfall zurück bleibt — warum Brachen von Nutzen sind, weil die Faulniß der Wurzeln des Unkrauts, und die Einsaugung der si,ren Luft von den Thonarten dadurch befördert wird — warum Gewächse in der Nachbarschaft von Städten besser fortkvmmen, weil der Kohlenstoff häufig durch den Rauch verbreitet wird, den das Feuer in bewohnten Orten verursacht — warum Ruß ein so starkes Düngmittel ist — warum das Verbrennen der Rasen von Grasland so viel zur. Fruchtbarkeit desselben^ beiträgt, und nur dann, wenn das Feuer gedämpft ist und Kohle giebt, nebst vielen andern Erscheinungen des Ackerbaues D L die die hier zu weitlaustig aufzuzählen sind. Indessen muß ich nicht vergessen, daß in der Kohle Phosphorsäure gefunden wird, die in die Mischung mancher Pflanzen mit eingcht. Die Menge von Kohle in Pflanzen ist verschieden nach ihren Geschlechtern, Alter und Graden der Vollkommenheit; Holz und Korn enthalten am meisten, Gras am wenigsten. Wiegleb (i) fand im trocknen Eichenholz ohngefahr ^ seines Gewichts an Kohle. Wcstrumb fand, daß das Irilolium prsteuce, eine Art Klee, ohngefahr ^ enthält ; daher ist Kohle nach dem Wasser der größte Bestandtheil der Pflanzen. Von den Erden. Der nächste zniid wichtigste Stoff zur Nahrung der Pflanzen ist Erde, und von den verschiedenen Arten derselben scheint die Kalkcrde die nothwendigste, da sie im Re- . genwas- (r) lieber die Alkalien S. 76. genwasser enthalten ist; und bestimmt gesiegt, viele Pstanzm können wachsen, ohne irgend eine andere aufzunehmcn. Tillet fand, daß Korn in gestoßenem Glase wächst si), Suckow in gepulvertem Fluß- spath, Schwerspath oder Gypö (2); allein Tillet gesteht, daß es sehr kümmerlich wächst; und Hassenfratz, der diesen Versuch wiederholte, findet daß es fast gar nicht fort- kommt, wenn das Glas oder der Sand in Töpfen ist, die am Boden keine Löcher haben, durch . welche andere nährende Stoffe zugeführt werden können. Cs ist gewiß, wenigstens der gemeinen Erfahrung nach, daß weder Graser noch Korn, in blossem Thon, Sand oder Kalk gut wachsen, und daß in Pflanzen, die am besten gedeih», und in schicklichen Boden stehn, drei oder vier von den einfachen Erden gefunden werden. Bergmann (z) versichert uns, daß er die vier D z Erden (1) kteiu. 6e l'äcsä. cis ?sris 1772. (2) Chem. Annalen 1784« B. 1. (z) Oe l'crris 6eoponici« in Opulc. cdem. Vol. v. x. 94 - 98. und in Schef- fers Erden, die Kiesel, Thon, Kalk und Bittererde in verschiedenen Verhältnissen aus rnehrern Kornarten gezogen habe. Rük- kert, der die meisten Korn und Grasarten zerlegt hat, fand auch die vier angeführten Erden in verschiedenen Verhältnissen in allen derselben. Von dieser Analyse werde ich hier eine Probe herscßcn, wobei ich jedoch die Kalk und Bittercrde in eine Kolume setze, weil die leßtere kaum besonders bemerkt zu werden verdient. Hundert Theile ausgelaugte Asche enthielten; Kieselerde Kalkerd. Lhonerd. von Weißen - 48 Th. 37 iS. Hafer - 68 - 26 6. Gersten - 69 - 16 rZ. Bohnen - 65 2Z IO. Roggen - 6Z - LI 16. Kartoffeln - 4 - 66 30 . Nother Klee - Z? 33 30. Herr fers chemischen Vorlesungen mit Anmer» kungen von Bergmann 172. Abschnitt- 55 Herr Rückert ist überzeugt daß Erde und Wasser in gehörigen Verhältnissen die einzige Nahrung der Pflanzen ausmachen; allein Herr Gioberr hat das Gegcntheil deutlich gezeigt, denn als er reinen Thon, Kiesel, Kalk und Bittererde in verschiedenen Verhälnissen mit einander vermischte, und sie mit Wasser befeuchtete, fand er daß kein Korn darinn wachsen wollte, wurden sie aber mit Mistlake getränkt, so wuchs es sehr gut darinn (i). Dies beweiset die Nothwendigkeit der Kohle deutlich. Die absolute Menge von Erde in Pflanzen ist sehr gering. Doctor Watson zeigt, daß 106 Pf. — 1696 Unzen Eichenholz, welche sorgfältig verbrannt wurden, 19 Unzen Asche zuräckließen, und von dieser i,Z Unzen für Salz abgezogen, so bleiben nur 17,5 Unzen Erde, welches wenig mehr als ein Procent ist. Die Kommission zur Untersuchung der Salpeterfa- D 4 briken (i) Lncvolvxellis ltrt. Vegetativa. briken fanden beinahe das selbige Resultat; nemlich i, r p. C.; in Büchen 0,453 und in Fuhrenholz nur o,ooz; daher darf cs uns nicht wundern, daß Baume an Felsen wachsen, wo kaum Erde zu scheu ist. Zn den Stengeln des türkischen Weizens oder Mais fanden sie 7 p. C. Erde, in der Sonnenblumenpflanze 3,7 p. C. (1), so daß im allgemeinen, Unkraut und kcu- lentragende Pflanzen mehr Erde enthalten als Baume. Herr Westrumb fand im Wie- senklce ohngefahr 4,7 p. C. Erde, von welchen 2 Kalk, beinahe 2 Kiesel 0,7 Thon waren nebfl einem geringen Antheil von phosphorsaurem Eisen, Eisenkalk und Braunstein (2). Da Pflanzen einen Thcil Erde aus derir Boden ziehen, auf welchen sie wachsen , so wird es uns nicht wundern, daß diese (l) Irsnssöt. ok tbe Koz?sl Irislr l' Z. (r) Chemische Annalen 1787 B. 1. diese endlich durch Erndten die man cin- sährt, z. B. Korn nnd Heu, und besonders durch das erste erschöpft werden; selbst behütete Länder müßen endlich erschöpft werden, da die Ercremente der Thiere nicht alles wieder ersetzen, was die Thiere wegnehmcn. Daher der Nutzen des Pferchs, weil der Ersatz von mehr Thie- ren erfolgt, als zur Consumption beitragen. Daher thut auch eine Folge von Erndten verschiedener Früchte dem Lande weniger Schaden als eine Reihe von Erndten vom nemlichen Getreide, weil von den verschiedenen Gewächsen andere Verhältnisse der verschiedenen Erden ausgenommen werden. Endlich läßt sich auch daraus der Nutzen des Mergels ableiten, weil dadurch die mangelnden Erden ersezt werden. Dieser Gegenstand lässt mehr Ge, nauigkeit zu, als man bisher geglaubt hat, und kann so gar durch Rechnung bestimmt werden. Das absolute Quantum und die relativen Verhältnisse der verschic- D Z denen denen Erden läßt sich bestimmen', so auch die Erndten der verschiedenen Früchte, und aus der Vergleichung von beiden, kann auch die Zeit gefunden werden, in welcher das Land erschöpft seyn muß, wenn es nicht durch Düngmitttcl erneuert wird; daher kann die Nothwendigkeit des Mergels, die Art desselben, oder andere Dünger, und der erforderlichen Menge auf einen Acker Land sehr nahe bestimmt werden. Erden können nicht anders in Pflanzen kommen als im aufgelößten Zustande, oder wenigstens nur, wenn sie im Wasser in einem so feinen Zustande schweben als wenn sie wirklich aufgelößt waren. Daß Kieselerde in einem solchen vertheilten Zustande schweben kann, erhellet aus verschiedenen Versuchen Bergmanns, welcher sie so vertheilt in den reinsten Wassern von Upsal fand; und es ist eben so gewiß, daß .sie häusig in Pflanzen eingeht. Seine und Herrn Macie's (i) Versuche bestätigen (l) kbilolopliicsl l'r-mssÄious 1791. gen diesen Punkt über allen Widerspruch. Thouerde kann auch so fein; vertheilt werden, daß sie durch die besten Seihcwerkr zeuge geht; eben so Kalkerde, wie sich aus der Menge derselben ergiebt die Marggraf in dem reinsten Regenwasser fand. Diese Erde ist so gar mit Hülfe eines Ueber- maaßes von fixer Luft in vhngefahr 1Z00 mahl seines Gewichts an Wasser auflösbar. Auch wird sic, wie das am öftersten der Fall ist, durch die Vitriolsaure, welche die meisten Thonarten enthalten, in Gyps verwandelt werden, wie Morveau gezeigt hat (i), und dann ist sie in 500 Theilcn Wasser anfiöslich. Es ist nicht blos nöthig, daß Pflanzen Nahrung erhalten, sondern auch, daß sie ihnen gehörig' mitgetheilt werde; Ueber- maaß ist ihnen eben so nachtheilig als gänzliche Beraubung deselben. Doctor HaleS bemerkte, daß ein funger Birnbaum dessen Wurzeln in Wasser gesezt waren, alle Tage (l) ^ncvrlopellie Lkemie 1 ". l. 12z« eine eine geringere Quantität einsog, weil die Saftgefäße damit überladen wurden, und Miller fand, daß zu viel Wasser die jungen Fasern der Wurzeln eben so schnell verfaulten, als sie herauskamen (i). Gesättigte Auflösungen von Mist, schienen dem Herrn Duhamel eben so nachthcilig (2). Die gehörige Aufbewahrung und Mitteilung dieses flüssigen Nahrungsmittels, wird durch gehörige Verhältnisse der einfachen Erden, ihren lockern und verdichteten Instand bewirkt. Wenn ihre Lage in anderer Hinsichk gleich ist, so hält der Boden welcher größtenteils aus Thoncrde besteht, das Wasser am längsten zurück; grobe Kieselerde am kürzesten, und die Kalkerde steht zwischen beiden; verschiedene Arten von Pflanzen erfordern verschiedene Quantitäten Wasser und anderer Nahrung, daher kommt es daß ein jeder besonderer Boden Gewächse trägt, die ihm vorzüglich eigen (1) tisles Vexetable tistikr. 1 . i. p- 17. (r) klem. lle l'Lcsä. 788 D, S» 399» - - 6Z noch fixe Lust Vorhände^ ist; so bald diese aber verzehrt ist, oder die Blätter in Wasser gelegt werden, aus welchem die Luft durch Kochen auögetrieben ist, so geben sie keine mehr (i); hieraus schließt er, daß diessuft- saure zersezt wird. Mir scheint es, daß sie als ein Reizmittel die Zersetzung des Wassers befördern hilft. Hassenfratz leugnet die Zersetzung derselben; allein seine Gründe scheinen mir nicht wichtig genug, ans Ursachen die hier zu wcitlanstig anzuführen sind. Die Vitriolsaure welche in den verschiedenen Thonartcn enthalten ist, und in manigfal- siger Berührung mit Kalkerde, durch die Umarbeitung des Bodens und die Bewegung der Wurzeln gebracht wird, entwik- kelt die in der letzt genannten Erde enthaltene Lustsaure almählig; auch der Thekl dieser Erde, der durch das Wasser in die Pflanzen geführt wird, wird durch die vegetabilischen Sauren in ihnen zersezt. Von (l) Lemiebier tur I'lnltucnce ligue 1?, 41. Von den salzigen Stoffen. Salzige Stoffe (Gyps und phosphorsaure Kalkerde ausgenommen) scheinen den Pflanzen wie den Thicren mehr wie ein Gewürz oder Verdauungsmittel, als zur Nahrung zu dienen. Diese Idee wird durch die geringe Quantität derselben, und durch die Wirkungen welche sie Hervorbringen veranlaßt. Das Verhältniß derselben ist immer geringer als das der Erden, von denen wir schon gesehen haben, daß cs ausserordentlich klein ist. 1000 Pfund - Eichenholz geb. nur Salz: I, 5 Pf. » Ulmen « > - Z, S r » Büchen - - » i, 27 - - Fubren - - - v, 45 - , Weinreben - « - 5, 5 - - Farrenkraut - « 4 , 25 s . Türkische Weitzenstengel , 17,5 r - Wermukh - - 73, » —— 65 1000 Pf. Taubenkropf (kum,rls) 79, Pf- - - Wiesenklee - - 0 , 78 s » - Wicken < « 27,5 r - » Dohnen mit dem Stroh so, » In allen Versuchen die man bis jetzt angestellt hat, ist das Verhälniß der Salze zu den erdigen Bcstandtheilen in Holzarten am geringsten gefunden; in andern Pflanzen gemeiniglich wie i zu i,Z, i,Z oder 2 . Herr Rücker! hat indessen Ausnahmen gefunden , die ich hier als bemerkenswehrt hersetze. Verhältniß der salzigen Stoffe zu den erdigen. Im Hanf wie 1 zu 8 UM OU Flachs - - 1 - i /7 Pastinaken - - 1,1 - 1. Am i! Kartoffeln - - 1 - i /3 i M! ' Rüben - - 1 - 3,33 Ml ' " Weitzen , - 1 - 3 W Rocken - 5 i - 8 W l Hafer - - 1 - 8 W si Ür- E Diese WM M Diese Verhältnisse haben Ähnlichkeit mit der Menge und Art von Dünger, der erforderlich ist, znm Bau dieser Gewächse und der Folge der Ernde. Aber ich werde mich nicht weiter in diesen Gegenstand cin- lassen, da er mich zu weit von meiner gegenwärtigen Absicht entfernen würde. Die Salze welche man gewöhnlich aus den Aschen der Pflanzen erhält, sind: vitriolisir- ter Weinstein, Glaubersalz, Kochsalz, Digestivsalz, Gypö, phosphorsaurer Kalk und feuerbeständige Laugensalze. Die Laugensalze scheinen durch den Protest der Vegetation hervorgcbrachr zu werden, denn keins derselben ist in irgend einen Boden oder in Regenwasser zu sinken , indeß sie in den Pflanzen höchst wahrscheinlich theils durch Pflanzensäurcn, die durch die Verbrennung zerstöhrt werden, theils durch Vitriol- und Salzsäure neurralisirt sind. Westrumb fand in dem Saft des IHioIium Vitriolisirten Weinstein und Digestivsalz. Gyps GypS ist in den Pflanzen wahrschein, lich in größerer Menge vorhanden, als nach dem Verbrennen und Anslaugen daraus erhalten wird, weil ein beträchtlicher Theil durch daS Verbrennen und noch mehr durch das Anslaugcn der Laugensalze zer, sczt, und so die Menge deS vitriolifirten Weinsteins vermehrt wird» Phosphorsaurer Kalk findet sich im Weitzen in größter Menge, wo er dazu beitragt den thierischen Leim zu bilden ; aus dieser Ursache hat man gefunden, daß in regnigten Jahren die Quantität dieses Leims geringer ist (i); daher die Vorzüge der Knvchenasche als Dünger für Weitzen und daher gcräth Weitzen an besten nach Klee, wenn dieser abgchütet, aber nicht wenn er abgemäht ist (2) , weil in dem Dünger der Thiere viel Phosphorfäure enthalten ist. Der vorzüglichste Nutzen des E 2 vi- (l) Wittwers Abhandlungen 2. B. 20z S- (r) Z)ou»gs Annalen der Agrikultur B. 2 68 vitriolisirten Weinsteins scheint zu sein, daß er die Zersetzung des Wassers befördert wie Senebier bemerkt hat(i). Zweiter Abschnitt. -Von den Bestanbtheilen eines fruchtbaren Bodens, und der Art die Fruchtbarkeit desselben zu beuttheilen. §)er fruchtbarste Boden ist der, welcher die größte Menge von Nahrung für die Pflanzen enthalt, welche zum Unterhalt der Menschen und nützlicher Thiere dienen, und sie ihnen mit der gehörigen Oekonomie mittheilt. Das erste wesentliche Erforderniß zu einem fruchtbaren Boden ist daher, daß er eine hinreichende Menge der drei oder vier einfachen Erden, und des auflöslichen Kohlen (i) 8e,mebier üir I'lntiueuce 6e Is lumiere x. izo. 69 lenstoffes enthalte. Andere Erfordernisse sind, daß das Verhältniß einer jeden und allgemeinen Textur des Bodens von der Art sei, daß er so viel Wasser, als zum Wachsthnm nöthig ist, und nicht mehr, aufnehmen und bei sich behalten kann. Wir haben schon gesehn, daß die Kraft des Wassers an sich zu halten in den einfachen Erden sehr verschieden ist; daher die Verhältnisse in welchen sie zur Fruchtbarkeit des Bodens gemischt seyn sollten, in den Klimaten und Landern verschieden seyn müssen, die in Hinsicht der Feuchtigkeit beträchtlich von einander abweichen ; in den trockenen müssen es die seyn, welche das Wasser am stärksten an- ziehn; in nassen die, welche es leicht durch, oder verdunsten lassen. Dieselbe Bemerkung erstreckt sich auch auf die Lage. Ländereien in der Ebne, sollten so zngerichtet sey, daß sie Wasser E z wem- 7v weniger an sich halten, als die, welche an Hügeln liegen, wie leicht begreiflich ist. Eben so sollte fand das einen Untergrund hat der das Wasser nicht gut durchläßt, anders zugerichtct scyn, alsein anderes, das einen durchlässigen Untergrund hat. Auch die Jahreszeit in welcher der Regen am häusigsten fällt, verdient beobachtet zu werden. Diese Umstände müssen ohne Zweifel die Schlüffe abändern, die aus den Versuchen gezogen werden können, die ich jezt erzählen werde. Zerlegung eines fruchtbaren Bodens in einem sehr regnigten Klima. Herr Giobert hat dem Publikum die Untersuchung eines fruchtbaren Bodens in der Nachbarschaft von Turin vorgelegt, auf welchem jährlich über 40 Zoll Regen auf den Quadratfuß fällt. Er fand daß 1 Pf. desselben 20 bis zc> Gran Ertractivstoff enthielt, welcher mit Flamme brannte und daher her in Wasser auflösliche Kohle war; 26 Pf. desselben enthielten 1808 Gran Wasser. Die einfachen Erden standen in folgenden Verhältniß im Centner (i). Kieselerde - 77 bis 79 Thonerde - 9-14 Kalkerde - Z - 12. Daher müßte ein Pfund enthalten: Kohlenstoff - LZ Gran Wasser - 70 - Kieselerde - 4562 bis 4475 - Thonerde - 509 , 794 - Kalkerde , 28Z - 679 - Auch fand er einen großen Thcil Luft darinn (ohngefähr 19 Gran) von welcher s fixe/ und die übrige schwere brennbare Luft war, aber kein flüchtiges Laugenfalz. Das Gewicht eines KubikfußeS dieses Erdreichs ist so wenig angegeben, als das «igenthümliche Gewicht desselben; daher laßt sich (i) Liicyclo^eä. L.rt. Vegetation. sich auch bi« Textur und Quantität eines jeden Bcstandthcils nicht mit Gewißheit an- gcben; allein weil es nothwcndig einigermaßen locker seyn muß, und aus dem Gewichte von gutem Erdreich, das Fabroni fand (i), schieße ich, daß das cigcnthnm- liche Gewicht nicht über 1,58 betragen kann, und alsdann würde ein Kubikfuß ohngefähr ioo Psi Civilgewicht wiegen. Zn weniger fruchtbaren Boden fand Hr. Giobert das Verhaltniß von Kieselerde - 48 bis 80 Thonerde » 7-22 Kalkerde « 6 - n Daher enthielt ein Apothekerpfund: Kieselerde - 2716 bis 4Z28 Thonerde - Z96 - 124A Kalkerde - ZZy - 622 ioo Gran für Feuchtigkeit gerechnet, da sowohl die Kalk als Thonerde das Vers hältniß in fruchtbareren Boden übertrift. Das (l) Vounßs Anusls l'. 8. — — 73 Das eigenthümliche Gewicht dieser Boden ist nicht angegeben, aber wahrscheinlich übertrift es oder ist geringer als die fruchtbarem Boden. Im unfruchtbaren Boden. Kieselerde - 42 bis 88 Thonerde - 20 - 30 Kalk - 4-20 Daher enthielt ein Apothekerpfund 120 Gran Feuchtigkeit eiugeschloffen: Kieselerde - 2368 bis 4963 Thonerde - 1128 - 1692 Kalkerde - 225 - 62s Das eigenthümliche Gewicht ist nicht angegeben, allein es ist entweder weit über oder weit unter den vorigen, weil sie entweder zu dicht oder zu locker sind, Herr Fabroni fand, daß des unfruchtbaren Sands landes 2,21» E § Auch MM Auch bemerke man, daß wenn das Verhältniß des Wassers von dem hier angenommenen abweicht, die Angabe nach Apothekerpfunden auch unrecht ist, aber leicht berichtigt werden kann. Untersuchung eines fruchtbaren Bodens wo der Fall des Regens 24 Pf. beträgt. Bergmann fand, daß fruchtbarer, in einer Ebenen liegender Boden, wo der Regenfall 15 schwedische, oder 2Z,y englische Zoll betragt vier Theile Thon, zwei Theile Kieselsand , zwei Theile Kalkerde und einen Theil Bittererde — im ganzen zehn Theile enthielt; da aber die lezte Erde nicht wirklich nothwendig ist, so kann sie der Kalkerde zugerechnet werden. Die Bestandtheile des Thons führt er nicht ausdrücklich an; allein wir können sie armehmen, wie sie gewöhnlich vorkommt x als enthaltend 66 P. C. feinen Kie- 7Z Kieselsand und z4 reine Thonerde, folglich enthalten 0,40 beinahe 14 Theile reine Thvncrde, und 0,26 feinen Kieselsand. Der Kieselfand welchen Bergmann erwähnt, istwasmian Kieß nennt (er besteht aus Steinchen von der Größe einer Erbse oder weniger bis zu der einer Nuß) wie er selbst es erklärt; er beträgt zo P. C. Hiernach bestimmt sich das Verhält- niß so: Grobkörnige Kieselerde - zo Feinere - - 26 56 Theile Thonerde - - 14 - Kalkerde - - zo - 100 Theile Der Nutzen des Kießes ist, das Land locker und offen zu erhalten, ein Umstand, der, wie ich vorhin erwähnte unumgänglich nothwendig ist» Das Das eigenthümliche Gewicht ist nicht angegeben; allein ich glaube daß es nicht viel über 1,600 beträgt; denn Muschen- brock fand das die Gartenerde i,6zo. Der Kohlenstoff war Bergmann nicht bekannt. Das Verhältniß in einem Apotheker- Pfunde , angenommen daß das Quantum vou Wasser und Kohle nicht über'ioo Gran betragt, steht mit Weglassung der Bruch- theile so: Kieß » 1698. Feiner Sand - 1471. Thonerde Kalkcrde 3l6y. 792. 1698. Hier sehn wir das Verhältniß des Kalkes viel größer, als in dem Boden von Turin, wo der Negcnfall größer ist; denn Luden trocknen Klimaten ist es nothwendig, den Regen anznhalten, und der Thon, wenn er mehr vorhanden wäre, wurde ihn zu lange und Ä..- und zu viel davon anhatten, und geht ausserdem nur sparsam in die Mischung der Pflanzen. Die folgenden Versuche wurden von Tillet in Paris gemacht, wo der Rcgen- fall im Durchschnitt zwanzig Zoll beträgt. Er füllte eine Anzahl Topfe von ir Zoll Durchmesser oben, und io unten, und 7 bis 8 Zoll tief, mit Mischungen verschiedener Erden; es scheint auch, daß sie so porös waren, daß sie Flüssigkeit einsogen und am Boden durchlöchert waren; diese grub er bis an den Rand in einen Garten ein, säte in jedem derselben einige Weißenkör? ner und überließ sie dann der Natur, Fruchtbare Mischungen. Die erste Mischung welche' er fruchtbar fand, bestand aus ^ Töpferthon von 6en- ----- 0,575 — ^ Abfall von Kalkstein, und Z Flußsand o,sZ. Hierinn wuchs Korn 78 Korn drei Jahre lang, so lange nemlich der Versuch dauerte, sehr gut. Da Töpfer Thon keine reine Thonerde ist, und Tillct das Verhältniß des reinen Thons gegen die Kieselerde nicht anführt, so muß ich diesen Mangel ersetzen, und annehmen, das dieser Thon beinahe die Hälfte feines Gewichts an reinen Thon enthielt, da diese Art von Thon von Töpfern gebraucht wird, und der von 6enkiII^ für einen der Vesten gehalten wird. Thon und Kalkstein waren gepulvert damit sie sich durch die Mischung genau mit einander verbinden mögten. Hiernach stehen die Verhältnisse in hundert Theilen so: Grobe Kieselerde - 2Z. Feine Kieselerde - 21. 46 Thonerde - - 16, Z Kalkerde - - Z 7,5 L00. Im 79 Im Apotheker Pfund sieht das Verhältnis; , wenn für Wasser u. s. w. 100 Gran gerechnet wird: Grober Sand - 141Z Feine Kieselerde - 1188 2ÜOZ Thon - - 934 Kalkerde - - 2722 5659. Die zweite. Diese enthielt A Töpferthon, ^ Abfall von Kalkstein und ^ groben Sand. Diese Verhältnisse sind nach Hundertthcilen: Grober Sand - 37,5 Feine Kieselerde - 14 5l,5 Thonerde s - n Kalkerde - - 57,5 100. I>" 8o Im Apotheker Pfund, betragen die Quantitäten der drei Erden, wenn für Wasser 100 Gran angenommen wird: Grober Sand - 2122 Feiner - - 792 2914 Thon - - 622 Kalkerde -- - 2122 56Z8. Hieraus sehen wir, daß in trockne.' Landern, wo der Regenfall nur 20 jZoll ist der Boden, um fruchtbar zu seyn, dich, 1er seyn, mehr Kalkerde und weniger Kieselerde enthalten muß. Daher ist in dem Klima von Turin, wo der Rcgenfall über 42 Zoll betragt, das Verhältnis der Kieselerde 77 bis 80 Procent und das der Kalkerde 9 bis 14, damit dieser übermäßige Regen leichter wieder verdunsten kann. Im Klima von Upsal, wo der Regen 24Zoll betragt, ist das Verhältniß der Kieselerde nur 56 P. C., aber das des Kalks ist Zo; rmd und im Klima von Paris das noch trockner ist, betragt der Anthcil der Kieselerde nur 46 bis Z7 P. G und der des Kalkes 57,5. Und hieraus können wir die Nvthwendigkeit lernen , uns mit der Mittlern Quantität des Negcns bekannt zu machen, um daraus die gehörige Beschaffenheit ..eines fruchtbaren Bodens nach festen Gruudsaßcn zu bestimmen. In den beiden lezten Mischungen sind die Verhältnisse beträchtlich verschieden: die erste kann als ein Modell für schwere Boden und die zweite für leichtere dienen. In diesen und den folgenden Versuchen scheint der Kohlenstoff aus der umgebenden Gartenerde gezogen zu seyn, welche yüt den: Topfe dnrch die darinn befindlichen Locher Zusammenhang Hatto. Unfruchtbare Mischungen. Die Erste. Titlet mischte in seinen 7 tcn und Zten Versuch ^ T heile Töpfer Thon, mit ^ 2lbfall von Kalkstein und § feinen Sand; der einzige Unterschied zwischen dieser Mischung und der des ersten Versuchs war bloß, daß im ersten Versuch grober 6and gebraucht wurde, und in diesem feiner. Der erste war im höchsten Grade fruchtbar ; aber im leztern wuchs Korn freilich im ersten Jahre, im andern hingegen kümmerte es und blieb im dritten ganz aus — die Verhältnisse sind schon angegeben. Hier haben wir einen deutlichen Beweiß von der Nothwcndigkcit einer offnen Tortur des Bodens, ohne welchem die besten Verhältnisse unnütz sind. Die Zweite. Anm dreizehnten Versuch nahm er eine Mischung von ß Töpferthon Z groben Sand und ß Mergel. Das Korn wuchs im ersten 85 sten Jahre gut, im zweiten kaum merklich, und im dritten verfaulte es. Die Be- standtheile des Mergels.sind nicht angegeben ; aber wir wollen annehmen, das er 70 im Hundert Kalkcrde und zo Thon enthielt, wovon die Halste reine Thonerde war, welches eine der besten Mergelarten gewesen seyn würde; also würde das Ver- hältniß der Mischung in hundert Theilen folgende seyn: Kieselerde -- 4- 14 - 64 Thonerde - 11-4-8 -19 Kalkerde - - - 17 Am Apotheker Pfund, sind die Verhältnisse, wenn mau für Wasser u. s. w. too Gran anniuit: Kieselerde - Thonerde Kalkcrde - 2659. F 2 Die Die Unfruchtbarkeit dieser Mischung scheint aus dem Mangel an Kalkerde zu entspringen. Wenn wir den Mergel »och schlechter annehmen, so wird der Mangel noch grosser seyn. Die zurückhaltenden Kräfte der Erden für das Wasser, werde» durch die Menge auögedrückt, welche eine jed'e behalten kann, ohne einen Tropfen fallen zu lassen, wie oben gesagt ist; und da die Menge desselben, welche von der gemischten Masse dieser Erden zurückgchal- ten wird, mit der besonder» Quantität einer seden in Verhaltniß steht, so sollte es scheinen, daß in fruchtbaren Boden, wo der Regenfall 20 bis zo Zoll betragt, diese Kraft nicht über 70 und nicht unter 50 ein Hundert seyn sollte. Die genaue Bestimmung dieses Punctcs würde von grosser Wichtigkeit seyn; allein um cs zu bewerkstelligen würde man sehr viele Versuche anstelle» müssen. Um meine Meinung Zn erklären, werde ich ein Beispiel geben- Bon Von der zurückhaltenden Kraft des fruchtbaren Bodens, von Bergmann angeführt. Dieser Boden enthält wie wir schon gesehen haben Kieselerde - - A6. Thonerde - - 14» Kalkerde -- - zc>. Nun ist die zurückhaltende Kraft / von lOo Thcilen Kieselerde — 25 Thonerde 252 Kalkerde — zo Folglich ist die zurückhaltende Kraft von 56 Theilen Kieselerde — i z - 14 - Thonerde — z; zo Kalkcrde iZ 63. Die Vestandtheile eines fruchtbaren Bodens in Irland ist noch nicht bestimmt, so wenig als die jährliche Menge von Negen welche im Durchschnitt fällt; die Beantwortung der von der Akademie ausgegebenen Frage erfordert es auch eigentlich nicht, F 3 weil wcil sie nickt auf ein besonders Land eingeschränkt ist; aber ich glaube daß der beste Boden, dem von ilpsal gleichkommt, da der Regenfall zwischen 24 und 28 Zoll seyn wird (1). Zm Jahr 1792, welches besonders naß war, betrug er in Dublum 3°; Zoll Ehe ich Tillets Versuche verlasse, wird es gut seyn noch einige von ihm anzufüh- rcn, die die Nothwcndigkeit der Gegenwart der drei einfachen Erden in fruchtbaren Boden zu verstärken schienen^ 1) Zn seinem 26ten Versuchs sagt er uns, daß er bloß reinen Saud, wie ihch die Glasmacher gebrauchen, angcwendet habe, und daß im ersten Jahre Korn sehr gut gewachsen sei, im 2len Zahr mittelmäßig und im Zten gar nicht. HgssenfraH wiederholte diesen Versuch in unduHlöcher- ten (l) Das nämliche gilt auch wohl von UN-, sc im Lakcrlanve. L. ten Töpfen, und fand daß eS sogar im ersten Jahre gar nicht wuchs, daher war der Erfolg in Tillets Versuchen, den Löchern im Boden der Töpfe zuzuschreiben, durch welche Wasser mit den verschiedenen Erden und Kohlenstoff imprägnirt durchgedrungen seyn muß. Wirklich wird auch Tillets Schluß durch allgemeine Erfahrung widerlegt. 2) Zn seinem 28tcn Versuche, zu welchem gepulverter Kalk allein gebraucht wurde, gcricth das Korn alle drei Jahre hindurch ausserordentlich gut. Zu der beim L6ten Versuch angegebene Ursache, muß ich noch hinzuseßrn, daß der Kalkstein dessen er sich bediente von St. Leu war, der Thon, und folglich Kiesel - und Thonerde enthalt; er ist so porös daß er ^ bis ^ seines Gewichts aufnimmt, wie Brisson gezeigt hat, und daher leicht zersezt wird. Das gröbliche Pulver, zu welchem er ge- stvsen wurde, entsprach der nämlichen Absicht als grober Sand, und der feinere Theil konnte die Pflanzen ernähren. F 4 Z)Z-im 88 Z) Aunr zoten Versuch, nahm er allem Töpferthon; das Korn wuchs im ersten Jahr ziemlich gut, wurde aber im zweiten vernichtet und stand im dritten am besten. Es ist schwer einen bestimmten Schluß, aus diesem Versuch zu ziehen, denn es ist sichtbar, daß wenn die Textur nicht viel lockerer wäre, als die des Thons, das Korn gar nicht wachsen konnte wie der Fall in dem schon angeführten ^teu und Zten Versuche war, wie Hassensrah, der sie wiederholte bemerkt hat. Negcnwasser konnte indessen einen geringen Theil Kalkerde Zufuhren , die zur Hervorbringung einer geringen, Quantität Korn, hinlänglich war. Ich übergehe die Versuche mit altem. Mörtel, weil augenscheinlich die drei Erden darum enthalten waren, ybgleich in, unbekannten Verhälnissen. Das land an Hügeln mehr Wasser zu--- rückhalten sollte, versteht, sich von selbst. 8S Drittes Kapitel» Bestimmung der Besiandtheile eines Bodens. i) An trockncm Wetter, wenn der Vodeu weder zn feucht noch zu trocken ist, lasse man eine Flache von 16 Quadratzol- len, acht Zoll tief durchstechen, welches am besten mit einem recht winklichtcn Spaden geschieht , der zu dieser Absicht gemacht ist» Von diesem Parallelepipedum müssen zwei Zoll von der Oberfläche abgenommcn werden , um Gras und den größten Thcil dev Wurzeln wegzunehmen, so wird man einen soliden Körper von sechs Zoll lang und und sechzehn Quadrat — 96 Kubikzoll haben. Dieser wird gewogen (i) und das, F ,5 Gc- si) Apotheker Gewicht ist gemeiniglich ge, nguer als Civilgewicht, daher man es gell raw Gewicht wird dienen, das eigenthümliche Gewicht des Badens zu finden; denn wenn 96 Kubikzoll n Pfund wiegen, so sollten 1728 '.ein Kubikfuß) X Pfund haben, und X dividwt durch 75,954 wird den Quotienten des eigenthümlichcn Gewichts des Bodens ausdrucken. Um diese und die folgenden Operationen verständlicher zu machen, will ich sie durch ein Beispiel erläutern. Gcsezr die y6 Kubikzoll wiegen 6, üv Pf. so werden 1728 Kubikzoll 120 Pf. I2O wiegen und-- r, 579. 75,954 -) Wenn die Erde gewogen, ist wird sie zerrieben, aber Steine die größer als eine Nuß sind, ansgelesen, und das übrige wohl untereinander gemischt um das Ganze so gleichförmig als möglich zu machen; denn brauchen sollte. Ein Kubikfuß reines Wasser wiegt 75, S54 Apotheker-, oder beinahe 6 r, 5 Cioilpfnnbe, bei einer Temperatur von Forteheitt 9i dann wiegt man die ausgelcsenen Steine, und sucht das Verhältniß derselben zu einem Pfunde der rückständigen Erde; man nenne es steinige Beimischung bezeichne eS durch 8. — Wenn also die Steine i Pf. — 12 Unzen wiegen, so muß das Gewicht der übrigen bloßen Erde z, 66 Pf. seyn , und wenn zu Z, 66 Pf. 12 Unzen Steine gehören, so müssen zu 1 Pf. 2,12014 Unzen oder 2 Unzen 7Z, 66 Gran — 1017,66 Gran wiegen. Dies ist also die steinigte Beimischung eines jeden Pfundes 8, Z) Von dieser von Steinen befreiten Erde nehme man 1 Pf. — 8. (das ist in dem gegenwärtigen Falle 1 Pf. weniger 2 Unzen 57 ? Gran) erhitze sse in einem flachen Gefaste bis zum Rothglähen unter öfterem Umrühren eine halbe Stunve lang, und wiege sie nach dem Erkalten abermals^ Die Abnahme des Gewichts wird die Menge Wasser, die in 1 Pf. dieser Erde enthalten ist anzeigen, Wan bemerke diesen. 92 Verlust, und nenne ihn wäßrige Beinss- sü'ung — die wir hier zu ioo Gran annehmcn wollen. 4) Ein anderes Pfund der obigen von Steinen befreiten Masse, von welchem die steinigte und wäßrige Beimischung abgezogen ist, das ist 1 Pf. — 8. — V/., oder in unferm Beispiel i, Pf. — 2 Unzen 57 ° Gran für Steine und — 100 Gran für Wasser, folglich r Pf. weniger 157^ Unzen, pulverifire man und koche cs eine halbe Stunde, in vier mal seine- Gewichts Wasser; wenn es kalt ist, gieße man es ab, anfangs durch ein Seihctuch von grober Leinwand, um die Fasern der Wurzeln anfznfangen, und dann durch weiß Papier um die feincrn thonigten Theile welche darinn schwimmen aufzufangen, man seßc daS abstltrirte Wasser zur Seite, und schütte das, was auf dem Filtrum zurück- blieb zu der gedachten Masse; wenn die fase- rigtc Masse ganz ohne Geschmack ist, wie sie 9 Z sie wahrscheinlich feyn wirb, so wiege man sie, nnd nenne sie faserige 2 Beruji- scbung — k' ; wir wollen sie hier zu io Gran annehinen. 5) Man nehme zwei andere Pfunde von der von Steinen befreiten Masse diieo LI. nnd ziehe davon das Gewicht der steinigten, wäßrigen und faserigten Stoffe, die man schon gefunden hat ab, das ist 2 Pf. — 28. — 2 VV. — 2 si- gieße zweimahl ihr Gewicht heisses desiiliirtes Wasser darauf, und lasse cs 24 Stunden oder langer stehn, bis das Wasser gefärbt ist; dann gieße man es ab, und wieder frisches auf, bis es seine Farbe nicht mehr ändert, dann siltrire man alles abgegossne Wasser und koche es bis auf ein ober ein halbes Maaß ein, fcßr dieses Z Tage lang an einen kühlen Ort, und nehme dann das Salz heraus wenn etwas davon sich findet, und' bewahre es ans. 6) Dean 7 7 »«,a 6 ) Man untersuche die Flüssigkeit/ aus welcher die Salze genommen sind, ob sie nicht mit Salzsaure braust, koche sie bis zur trok- kenheit ein Und wiege das was zurück bleibt— braust dieses mit Säuren, so sä- tige man cs mit Vitriol- oder Salzsäure und koche es bis auf L des Ganzen ein; Nach dem Erkalten nehme man das Salz heraus, koche das übrige bis zur Trok- kenheit ein, und wiege es, so erhält man den Kohlenstoff, den man versucht, daß man ihn auf schmelzenden Salpeter wirft, mit welchem er wie Schießpulver verpuffen wird, die Hälfte dieses kohligtcn Stoffes Nenne mau kohligre Beimischung, von welchen ich hier i Pf. 72 Gran annchmen, Und es durch K. bezeichnen wilst 7 ) Das abgcseihte Wasser Nrö 4 ist zu nächst gelinde bis auf ein Maas abzudampfen, und drei Tage an einen kühlen Ort stehn zu lassen, damit cs seine Salz, theile absetze- wenn es deren enthält, und sind sind sie herausgenommen, so muß der übrige Theil bis beinahe zur Trockenheit eingekocht, und die darinn enthaltenen Salz und anderen Thcile untersucht werden. Wie dieses geschehn sollte, werde ich nicht anführen, weil es auf vielfache Weise geschehn kann, und zu wcitlauftig und unbedeutend ist; eS kommen wenig Salze ausser Gyps vor, den man leicht unterscheiden kann. Das Wasser kann in Hinsicht seiner Salztheile untersucht werden, wenn es bis zum Maas eingekocht ist; findet man deren, so nenne man sie Salz Beimischung, und bezeichne sie durch ; ich nehme sie hier — 4 Gran am 8),Jetzt kehren wir zu dem ausgekochten Rückstand Nro 4 zurück, welchen wir als vollkommen frei von Salzthcilen ansehn, da im umgekehrten Fall, es leicht durch Ansatz von mehreren, Wasser geschehn kann; man trockne ihn wie in Nro z gezeigt ist^ Von dieser Erde wiege man nach dein Trocknen eine Unze ab > in dem man eiü Awolftheil von einer jeden Beimischung 8 '. 8. V/. st. X. und e. diesem Falle 1017,66 12 abzieht, daß ist in 100 84/40Z -j- " 12 10 12 ^ 8, ZZZ 8, ZZZ — 12 12 4 --- 1 0, ZZZZ — YZ Gran 12 in allem — also 480 — 95 — Z85 Gran werden übrig bleiben, und die bloß erdigen Theile des Bodens anzcigcn. 9) Diesen übrigen Theil trage man al- mahlig in ein Zuckcrglas, worinn ich mahl so viel Salpetersäure bestndlich ist, als die Erde wiegt, und zu welcher auch eben so viel Wasser geschüttet ist. (Die Sauren welche man gebraucht dürfen nicht mit Bitriolsaure verunreinigt seyn). Wiegt man den folgenden Tag das Glas mit der Mischung wieder, so wird der Unterschied zwischen dem Gewicht der Ingredienzien und das nun gefundene, die Menge von Lust umgeben, die während der Auflösung Verfahren gegangen ist — so in den, obigen Falle wo die 97 die Erde 585 Gran, und Saure 577,5 Gran und das Wasser 577,5 Gran, also alles zusammen 1540 Gran beträgt, würde das Gewicht nach der Auflösung auch 1540 Gran seyn müssen; allein wenn der Boden Kalkerde enthält, so wird sich immer ein Verlust an Gewicht zeigen; wir wollen ihn hier zu Gran annehmen» Das Gewicht der entwichenen Luft giebt uns ein Mittel die Menge von Kalkerde welche der Boden enthält zu schätzen; denn milde Kalkerde enthält gemeiniglich 40 Procent Luft; wenn also 40 Theile 100 Thejle Kalkerde anzeigen, so werden 60 Theile Luft 150 Theile anzeigen (i). 10) Die Auflösung wird dann sorgfältig abgegossen und das Unaufgelößte in Lestillrrtem Wasser geschüttelt und gewaschen; das (r) Die Dittererde rechne ich nicht, weil sie, wie ich glaube, in der Agrikultur vor» keinem Nutzen ist. G 98 das Ganze auf ein Filtrum geschüttet, und mit Wasser so lange übergossen, bis dieses zulezt ganz geschmacklos durchläuft; aus diesem Wasser schlagt man das darinn aufgelöste durch mildes Mincrallaugensalz nieder , und nachdem dieser Niederschlag auch ausgesäßt und bei einer Hitze die dem Rothglühen nahe kommt, getrocknet ist, wieder gewogen; hiedurch erhält inan ein anderes Verfahren das Gewicht der Kalkerde zu finden. 11 ) Der unaufgelößte Theil wird nun bei einer ähnlichen Hitze getrocknet, und der'Unterschied zwischen dieser» Gewicht und der Schwere der ganzen Erdmasse angemerkt, weil dieses eine dritte Methode zur Entdeckung des kalkerdigen Antheils ist, der ihm nun entzogen worden. Angenommen, daß dieser 1 Z 0 Gran beträgt, so sollte der unaufgelößte Rückstand in dem obigen Fall Z85 -- --- LZ5 Gran seyn. 12 ) 99 ir) Die getrocknete Masse pnlverisire man so fein wie möglich, schütte sie in eine gläserne Retorte und gieße dreimahl ihr Gewicht reines Vitriolöl darauf, digerire sie in einer Sandbadhiße, so daß die Mischung zulezt ins Kochen kommt, und lasse es bis beinahe zur Trockniß abrauchcn; nach dem Erkalten schütte man die Mischung allmahlig in 6 bis 8 mal ihres Gewichts Lestillirtes Wasser, und gieße nach einigen Stunden die Auflösung auf ein Filtrmn; dieses sollte vorläufig gewogen und die Ränder des Papieres in geschmolzenes Talg getaucht werden (i); der auf dem Filtrum zurückblcibeude Theil gicbt getrocknet und gewogen (das Gewicht des Filtrnms zu- rückgerechnct) die Menge von Kieselerde, und dieses Gewicht vou der getrockneten Masse abgezogen giebt die Thonerde; in diesem Fall will ich annchmen, daß die G L Kie- (i) Eine vcrtrrfliche Erfindung von Doctor Black. 100 Kieselerde 140 Gran wiegt, die Thonerde wird also 95 Gran ausmachen. Die Vestandtheile eines Pfundes von dem Boden sind also folgende: Steine - - Wasser - - Wurzelfasern - Auflösliche Kohle Salze « * Kieselerde - 140 Thonerde - 95 Mild. Kalkerd. 150 -- 1017, 66. - 100, - 10. - 12. - 4 -j- 12— 1680 -j- 12 --- 1140 -j, 12 — 1800. 576z, 66 (') fSteine « , 18 I Feine Kieselde - 29 I 47 Mdin>°vTheil.^hErde . - rr ^ Milde Kalkerbe_«_31 I 100. Seine <>) Ein Fehler von z,s6 Gran für ivegge. laffene Zchntheile in der Subtraktion. Seine zurückhaltende Kraft beträgt 82,25 daher würde ich ihn im hiesigen Klim« für unfruchtbar halten, es wäre denn daß er an einen Abhang von ununter- brochnem Fall läge, man kann ihn rho» nigre Dammerde nennen. Herr Nvung hat einen merkwürdigen Umstand entdeckt, der sich bei fruchtbaren Boden zeigt; er fand daß gleiche Gewichte von verschiedenen Boden, wenn sie getrocknet und gepulvert waren, durch Destillation Quantitäten von Luft gaben, welche gewissermaßen mit der Ratio ihres Werths übereinkamen. Diese Luft war eine Mischung von fixer und brennbarer Luft, die warscheinlich beide aus der Zersetzung deS Wassers durch den Kohlenstoff des Bodens hervorgebracht wurden; eine solche Deflation sollte in einer auswendig verglasten irdnen Retorte vorgenommen werden — er fand, daß eine Unze trockne Erde, von einem Acker, dessen Wehrt war: G Z Dier von Z Schilling, gab: IO Unzen Maas — 5 — 12-28 -» - — IL — 20 - 42 s s über 2 v - 66 Dieses scheint ein gutes Verfahren zn feyn, das Vcrhältniß der Kohle in Boden zu schätzen, die kn vollem Trieb, das heißt nicht erschöpft und frei von Wur« zcln rc. re. sind» Ein anderes Kennzeichen der Güte des BodenS ist die Lange der Wurzel des Weitzcnö der darauf wächst, denn diese stehn im umgekehrten Vcrhältniß gegen einander; denn wenn das Land mager ijt, so breiten sich die Wurzeln desselben weit aus nach Nahrung, ist es aber fett, sv erstrecken sie sich nicht über fünf Zoll; doch von diesen und andern empyrifchen Kennzeichen ,. will ich nichts mehr sagen, weil sie uns die Mängel eins Bodens nicht aM zeigen» Vier» Viertes Kapitel. Von den Düngmitteln welche den verschiedenen Boden am zuträglichsten sind, und von den Ursachen ihrer guten Wirkungen in jedem Fall. §)ie Auflösung des ersten Theiks dieser Aufgabe kann nur aus der allgemeinen Praxis der geschicktesten, Landwirthe, verbessert durch die genauern Bestimmungen und Einschränkungen der Theorie hcrgenom- mcn werden. Die des zweiten Thcils werde ich mich bemüh» ganz allein aus der in den beiden lezten Kapiteln aufgestellten Theorie hcrzuleiten. Das Ganze gründet sich ans den einfachen Saß; daß Düngmittel angcwender werden, mir entweder die fehlenden Bestandrheite eines Bodens zu ersetzen; oder seine Textur zu verbessern; oder seine Mängel adzuändern. G 4 Azt Jezt fahre ich fort jeden Boden ins besondere zu betrachten. Von thom'gten Boden. Der beste Dünger für thonigte Boden ist Mergel; hierüber sind alle Schriften über Agrikultur einstimmig (i), und unter den verschiedenen Mcrgclartcu, ist der kalkartige der beste; Sandmergel der zunächst beste; Kalkgrand der beste von allen und Thonmergcl der am wenigsten vortheil- hafte (r). Thonigte Boden sind in ihrer Mischung und Textur mangelhaft, und bedürfen den talkartigen Bestandthcil und groben Sand. Kalkmergel ersezt vorzüglich den kalkartigen Bestandthcil; Kalkgrand aber beide. Die andern Mergel ersehen sie in einem geringer» Grade. Untersucht man den Thon, und kennt also feine Verhältnisse von Thon- crde (i) Vouiig's eslteri, tour 1*. 4. 404. Loclzt ok »Zriculture l' 1. g. 104. 108. er) of äßriculture 'III. l. g. lo8> erde und Sand, so läßt sich die beste Art von Mergel bestimmen ; wenn z. B. die Thonerde 40 oder 50 Proccnt oder beträchtlich darüber betragt, so sind Kalkmergel oder Kalkgranv die besten Dünger, weil sie am meisten von Kalk enthalten; beträgt aber der Antheil von Kieselerde 75 oder 80 p. C. wie das zuweilen der Fall ist , so ist der Thonmcrgel am faßlichsten. Eine Mischung von Mergel Mid Mist ist noch vortheilhafter (i) weil der Mist den Kohlenstoff hergiebt ; allein der Mergel muß in der selben Quantität gebraucht werden, als wenn kein Mist gebraucht wäre, oder die Operation muß öfter wiederholt werden. Wie die Quantität von Mergel oder anderm Dünger zu schätzen sey, werde ich gleich zeigen. Wo kein Mergel zu haben ist, wird eine Mischung von groben Sand und vollkommen gelöschten Kalk oder Kalkstein, die- G 5 selben (1) Vounx'r kÄltcrii lour. Vol. 4. 404, selben Dienste leisten, da sie die mangelnden Ingredienzien ersetzen, und die Textur des Thons öffnen wird; eben so dienen Sand allein, oder Kreide oder gepulverter Kalkstein, obgleich weniger vorteilhaft. Kalk allein scheint mir weniger gut, weil er geneigt ist zusammen zu backen, und den Boden nicht genug locker macht. Wo diese Düngerarten nicht zu haben sind, da können Steinkohlen- Asche, Holzspane , gebrannter Thon, Ziegelmehl oder selbst Kiesel nützlich seyn (i) denn alle diese verbessern die Textur und die erstern ersetzen den Kohlenstoff. Ehe ich weiter gehe, werde ich, um Wiederholung zu vermeiden einen zweiten Grundsatz festsetzen: Nüst ist ein schick- leches Ingredienz in den paßlichen Düngern für jeden Boden, weil er den Kohlenstoff hergiebt. Von s>) kerAMiMni Opulcuts ptiykc» L cliemicL V, x. lc>7» Aounß's lour. p- »4?. iry. r;6. Von der thom'gten Dammerde. Diesem Boden mangelt entweder der kalkigte Bestandthcil, der sandige, oder oder auch beide; im ersten Fall ist Kalk« stein (i) ver schicklichste Dünger, im zweiten'Sand ; in beiden Sandmergel oder Kalkgrand oder auch vollkommmen gelöschter Kalk und Sand. Die Menge von Kalk welche man gebrauchen müste, sollte in Abstraktobetrachtet gerade im Verhältnis! mit der man- gelden Kalkerde stehn ; da aber ein solches Quantum nicht zugesezt werden kann, ohne den Antheil eines der andern Ingredienzien zu vermindern, so muß eine viel geringere Quantität oder ein anderer Körper genommen werden, der ein Verhältnis! des andern Bestandtheils mit sich führt. Die nemliche Bemerkung gilt auch in Rück« sicht des Sandes; so haben wir im vorigen Kapitel eine thonigte Dammerde gcsehn,, tu welcher der sandige Bestandthcil fehlte^ und (>) VounZ's Tsltern lour. Vsl. i. p. -xx» Mid der thonigte im Ueberftuß und der kalkartige gehörig vorhanden war; seine Bestandteile waren: Sand und Kieß - - 41 Thonerde - - 22 Milde Kalkerde - - zr Hier fehlt dem Sande 10 p. C., der Thon ist überflüssig vorhanden; allein man kann das Verhältniß des Sandes nicht vergrößern, ohne das der Kalkerde zu verringern. Daher muß man entweder einen geringern Antheil von Sand zusetzen, als der Mangel derselben erfordert, oder einen Stoff nehmen , der auch einen Thcil von Kalkerde enthält; dergleichen wäre Kalkgrand, Sandmergcl, alter Kalkmörtel mit Sand und gestoßenem Kalkstein gemischt. Gesezt das Verhältniß des zu gebrauchenden Körpers ist 6, Pf. zu jeden poo'Pf. des Erdreichs, so muß die zu jedem Morgen erforderliche Quantität so berechnet werden: ein Quadratfuß von diesem Boden bis zur Tiefe von 14 Zoll ausge- ausgestochen und die zwei obern Zolle ab- genommen, weil sie hauptsächlich aus Wurzeln u. d. g. bestehn, wiegt, wie wir gestehn haben i2o Pf. und wenn 100 Pf. erfordern 6 Pf. Dünger, so werden 120 Pf. nöthig haben 7,», daher wird jeder Quadratfuß 7, 2 Pf. Dünger erfordern, nun enthält ein englischer Acre 43560 Quadratfuß und folglich 43560 mit 7,2, mnl- tiplicirt — 31363, 2 Pf.Dünger oder 208 einspännige Karrn, jeden zu 1500 Pf. gerechnet. Kalkigter Boden. Diesem Boden fehlen sowohl der rho- nigte als auch der steinigte, sandige oder kießigte Bcstandtheil, daher sind die besten Dünger für demselben, thonigte oder sandige Dammerde (1). Wenn aber der Kalk so hart ist, wie er häufig in England vorkommt, daß er nur mit Mühe zu steinern Pulver gebracht werden kann, und also (,) Bergmann am angeführten Orte S, 107. als!) den Boden gehörig offen erhält, so ist Thon der beste Dünger (i) , weil in solchen Fällen der grobe Sand oder die kießigten Bestandtheile der Damrnerde von keinem Nutzen sind. Einige glauben freilich, daß Kiesel in einem Felde dazu dienen, die Warme an sich zu halten oder mitzu- theilcn, dieser Nutzen ist aber nicht hinlänglich bewiesen. Kalkigte Dammerde. Der beste Dünger für diesen Boden ist Thon oder Thonmergel (r) wenn Thon nicht zu haben ist, weil diesem Boden hauptsächlich der thonigte Bestandtheil mangelt: in Irland kommen kalkigte Boden oder kalkigte Dammerde selten vor, aber leichte Kalkstein Boden häufig, und diese weichen nicht wesentlich von kalkigten Dammerden die arm an Thon sind ab; daher sollte Thon und oft auch Erde aus Mooren zum Dünger dienen. San- (l) Voniiß's Hallern l'our. (r) VsuiiA's Lallern I'our. Vol, 4, p. 4V4. Sandige Boden. Für diese ist Kalkmergel der beste Dünger (z) welches mit dieser Theorie genau übercinstimmt, denn ihnen fehlen die tho- nigtcn und kalkartigenBestandtheile, die dieser Mergel beide ersezt; der zunächst beste ist der Thvnmergel und nächst diesen Thon mit gebranntem Kalk gemischt, oder kalkartige oder thonigte Dammerden. Zu Norfolk scheint man dem Thon den Vorzug vor Mergel zu geben, warscheinlich weil ihr Sandboden schon Kalktheile enthält; vielleicht auch daß man da mit Unrecht Mergel nennt, was eigentlich nur Kalk ist. Lederkalk oder Kalkstein find weniger paffend, weil sie dem Boden nicht Zusammenhang genug geben; wenn sie indessen mit Erde oder Mist gemischt werden , so sind sie recht gut (4) , weil sie eine Art Mergel oder Mischung machen, welche die mangelnden Bestandtheile enthalten. San- (z) Ebendaselbst S. 40t. 41z. (4) Voulix'« Laüern lour- ^>. ZA?. Sandige Dammerden. Ihnen mangelt hauptsächlich Kalkerde, und einigermaaßen auch Thonerdc; ihre Textur ist zu unvollkommen, weil sie Ueber- stuß an feinen und groben Sand haben. Gebrannter oder roher Kalk würde den ersten Mangel ersetzen, aber die Textur un- verbessert lassen, daher sollte mau diese nur gebrauchen, wenn man nichts besseres haben kann (i). Kalk oder Thonartige Mergel sind die paßlichsten (2); Thon, wenn das Land gekalkt ist, thut, wie uns gesagt ist, ausserordentlich gute Dienste, weil er die Textur verbessert (g). Kießl'gte Dammerde. Diese Boden werden durch den Gebrauch von Thon - oder Kalk - Mergel vers^ bessert (4), aus Ursachen die jezt wie ich hoffe (1) Vouux« Lsllern Dour. Vol. 4. x. z-8. (r) Ibicl. 40». (z) Voungs Liinai» vk /Vzriculture Vol. 4. k- 4'Z. (4) Vounzs Lsliern l'our« Vol. 4, g.404,40S. hoffe einleuchtend sind; ist der Kiest kalkar- tig so, kann Thon angewendet werden (i). Eine Mischung von alten, Mörtel und Thon leistet in allen Fallen gute Dienste. Till oder vitkiolische Boden. Diese erfordern nothwendig kalkerdkge Beimischung um die schädliche Saure zu neutralisircn; daher Kalkstein, und kalkartiger Mergel am besten angewendet werden. Moor oder moorigte Boden. Wenn diese durch Grabens ausgetrocknet sind, so muß die Beschaffenheit ihres Bodens durch chemische Untersuchung erforscht, und da nach ein schicklicher Dünger gewählt worden; gemeiniglich sollten sie zuerst gebrannt werden, wenn sie zu dieser Operation fähig sind, und dann mit Kiest vermischt; enthält ihre Oberstäche einen hinreichenden Theil Kohlenstoff, wie oft der Fall ist, so brauchen sie nicht gebrannt zu wer- (l) ^äouoZs Lstiern lour. Vol» l. p» 4K4, G werden. Kalkgrand ist am besten, ausserdem aber gebrannter Kalk mit groben Sand oder Kiest gemischt, weil sie gemeiniglich thonigter Art sind; enthalten sic mehr Sand so ist sederkalk sehr gnt, oder kalkartiger Mergel, doch muß die Untersuchnng den Vorzug entscheiden (i). Heid Boden. Diese muß man erst abbrennen, um die Heide zu zerstören, und den Kohlenstoff zu vermehren, alsdann muß man' sie untersuchen, und die fehlenden Bcstand- theile ersetzen; gebrannter Kalk soll Heiden zerstören, so wie auch Kalkkieß ( 2 ); dieser ist am besten, wenn der Boden thonigt, gebrannter Kalk aber, wenn er kießigt ist (3). Gyps ist auch sehr vortreflich, wenn der Boden trvckner Art ist. Von (1) VouiiA's InL l'our. p. 22Z. (2) Loun^'s LsUcrn l'our« Vol. 4, ^§ 6 . (z) Vouoz's IriLi l'our. x. 212. Von einigen besonder» Düngmitteln. Wir haben nun die meisten der bekannten Boden, und die Düngmittel angeführt, welche am vorzüglichsten zu ihrer Verbesserung dienen; es giebt indessen noch einige andere, deren Wirkung noch nicht allgemein bekannt ist, und deren Beschaffenheit erklärt zu werden verdient. Vom Verbrennen der Oberfläche. Diese Art der Verbesserung ist nicht einör besondern Art von Boden eigen, obgleich arme Boden, auf welchen wenig Pflanzen wachsen, unstreitig am wenigsten dabei gewinnen. Die vorzüglichsten Vortheile desselben sind: i) Daß cS die Pflanzen und ihre Wurzeln zn Kohle macht. Daher sagen ökonomische Schriftsteller, ohne den Grund davon zu wissen, daß man ein lebhaftes Feuer vermeiden, und nur ein langsames gedampftes anwenden muß (i). H r 2) Daß (l) korty ok Aßrlculture Vol. l. x, Lir. r.4. irö 2) Daß es alte kränkliche Wurzeln zerstört, und dadurch den jungen gesunden Platz zum wachsen laßt. Viele haben sich eingebildet, daß dadurch der Boden vermindert, und zerstört wird, allein wiederholte Erfahrungen haben das Gegentheil gezeigt. Ich darf nur das Beispiel des Obersten St. segcr in Dork- shire anführcn, dessen Hr. Aonng im ersten Theil seiner Lallorn lour. p. 182. erwähnt. Es ist wohl bekannt, daß Thon und Dammerde durch Feuer mehr erhärtet als zerstört werden. Indessen wenn nicht frischer Saamen eingesat wird, so wird ein solcher Boden viele Jahr hindurch nichts tragen, auch kann der Kohlenstoff durch eine Reihe von Erndten erschöpft werden.. Vom Gyps. Dieses Düngmitel wurde von dem Verdienstvollen Prediger Meyer im Jahr 1763 entdeckt, und man hat es seit dem mit ausgezeichnetem Erfolg in Deutschland, der Schweiz, Frankreich und Italien angcwenr- dct. det. Wenn es in England nicht so allgemeinen Beifall gefunden hat, so muß man das der Kalkerde zuschreiben, die dort beinahe allgemein die Ueberhand hat; tho- nigte Boden werden am meisten dadurch verbessert; die Zeit ihn zu streuen ist der Februar und Marz, wo man ihn als dann über das Land streut, so daß ohngefähr auf jeden Acre ohngefahr 3 bis 9 Himbtcn kommen; mehr würde schädlich scyn. Die Ursache seiner Wirkung laßt sich aus seiner ausscrordemtlich septischen Eigenschaft herleiten, denn es findet sich, daß er die Fäulniß in einem weit höher« Grade beschleunigt als irgend ein andrer Stoff (i); daher wird er nicht wie andre Düngcrar- tcn untcrgepflügt, sondern bloß auf das Laird gestreut, und im Monat Februar, damit er das alte Gras schnell in Kohle Verwandle , um die junge Pflanze zu nähren. 2) Weil er selbst ein beträchtlicher Thcil der Nahrung mancher Pflanzen, besonders des Klees und Korns ist; allein das Land H Z wor- ( 1 ) I4iUorie . ;S, worauf man ihn streut muß trocken seyn, so wie es dein Klee rc. re. natürlich paffend seyn würde, weil er sonst unnütz ist. So weit habe ich mich bemüht den wichtigen, von der Akademie vorgcschlagencn Gegenstand zu erläutern, indem ich die zerstreuten Strahlen, welche aus den neusten chemischen Untersuchungen hervorgingen, sammelte und betrachtete. Die genaue Verbindung zwischen manchen von diesen, so abstract und entferne sie auch mit den verborgenen Prozessen der Natur schienen, kann man jezt deutlich cinschn. Diese erhabenen und verwickelten Operationen, gleich einer wohl befestigten Stadt, lassen sich nicht durch Sturm oder Uebersall überwältigen, sondern man muß sich ihnen aus der Ferne und beinahe unbemerkt nähren — daher kann man bcurtheilcn, was von sandwirthschafts- Gcsellschaftcn zu erwarten ist, die nicht Chemie und Metorologie mit ihrem Hauptgc- genstande verbinden. In Hinsicht der Frage, die gegenwärtig vor uns liegt, scheinen die großen Deside^ rata zu seyn: wie man ckxohle züm Be- hufder Vegetation in XVasscr austäs^ dar mache; und, die dlufchung der verschiedenen Erden zu entdecken, welche am geschicktesten ist, das gehörige Verhältnis der Feuchtigkeit welche im Durchschnitt in jedem Lande fallt, zurückzuhalten und zu verdampfen? Von diesem Verhältnis oder dieser Einrichtung hängt, wie wir gesehn haben, die Fruchtbarkeit sehr wesentlich ab; auch müssen wir bemerkt haben; daß zu einer regelmäßigen und systematischen Verbesserung der Boden, eine Kenntnis ihrer Mängel, und das (Quantum dieses fehlenden unumgänglich uothwendig ist. Diese Belehrung kann allein eine chemische Zerlegung verschaffen. Landwirthe (wenigstens so lange die jetzige abgeschmackte Erziehung sich nicht ändert) können nicht Geschicklichkeit genug erlangen, die nothwendigen Prozesse zu unternehmen; allein allein die Apotheker können es. DcrVorthekl welcher aus solchen Untersuchungen (wenn das Publikum sie unterstützt) entsteht, würde sie hinlänglich ermuntern, einen Zweig von einer Wissenschaft zu erlangen, der so nahe mit ihrem Handwerk verwandt ist. Zugleich könnten Erdarten von Edelleute und Beamte an geschickte Männer gesendet werden, wodurch sie in den Stand gesezt würden , die Vorthcile solcher Untersuchung zn schätzen und zn bestimmen, und ihre unwissenden Untergebenen belehren, und anf-- klärcn. Viele unter ihnen würden vielleicht selbst Geschmack an Beschäftigungen dieser Art erlangen; Beschäftigungen welche nicht nur vollkommen hinreichen, sehr viele müssige Stunden und Tage welche die Einsamkeit des Landlebens ihnen geben muß, nützlich zu beschäftigen, sondern noch durch die angenehme Erinnerung versüßt werden, daß sie vor allen andern am meisten zum Glück der Menschen beitragen.