Die Staats - Verfassungen Deutschlands , v o n J. F. JJenzeitberg. „So wir dann göttlichen Geschlechts sind.“ Paulus auf dem Richtplalze von Athen , in der Apostelgeschichte Cup. 17. f. SU. Gedruckt als Handschrift. 1 8 3 4 . ft Cv->A , \% £ j ( j h A «j n , *:^ßi 'a/a-o^ Düsseldorf gedruckt bei Joseph Wolf. .Deutschland hat 38 Staaten, unter denen 4 Republiken sind, namentlich Frankfurt, Hamburg, Bremen und Ltibek, und 34 an deren Spitze ein Regent stellt. fliese Staaten sind sehr klein lind enthalten 20,000, 50,000, 100,000, 200,000, 300,000 Seelen. Also nicht so viel wie die Hälfte des Regierungs- Bezirks Düsseldorf, der 700,000 Seelen hat. Sachsen-Weimar hat 234,000 Seelen, Nassau hat 358,000 Seelen, die beiden Lippe, nämlich Dett- mold und Schaumburg haben 100,000 Seelen u. s. w. so dass im Ganzen, ausser den vier Reichsstädten nur 24 regierende Häuser in Deutschland sind, deren Besitzthum so klein ist, dass sie nicht einmal 3 Regierungs-Bezirke ausmachen. IV Ausser diesen sind aber 11 Regentgeschlechter in Deutschland, welche 500,000, 700,000, oder 1, 2, 3 bis 10 Millionen Seelen zählen. So hat z. B. Oesterreich wegen seiner deutschen Lande 11 Mill. Seelen; Preussen hat 10 Mill.; Baiern hat 4’/ 2 Mill.; Sachsen hat 1 Mill. 472,000 Seelen u. s. w. W ie ist es nun zu machen, dass die Slaateu Deutschlands eine Verfassung erhalten, welche für die Dauer ist? Denn eben das Dauernde liegt in der V erfassung. -J. Tten^enberff. 1 . Der Mensch ist göttlichen Geschlechts. Ich bin Protestant. Mein Vater war reformirter Prediger in Schüller, einem Dorfe, was zwischen Düsseldorf und Elberfeld liegt. Als Protestant lese ich die Schriften des alten und neuen Bundes. Diese Schriften sind meine Religion. Lucas der Evangelist hat im 3. Capitel das Geschlechts- Register Jesu dargestellt, und er sagt im 38- Verse folgendes: „Der war ein Sohn Enos ; „Der war ein Sohn Seths; „Der war ein Sohn Adams; „Und der war Gottes.“ Denn der Mensch ist göttlichen Geschlechts. 2 . Der Apostel Paulus. So sagt Paulus, als er in Athen war und daselbst die Leute für allzu abergläubisch hielt. Er wäre durch die Strassen gegangen, und hätte daselbst einen Altar gefunden, auf dem geschrieben stand: Dem unbebannten Gott- (Apostelgeschichte 17.) Nur einige Dichter hatten gasagt: Dass der Mensch göttlichen Geschlechts s e y. 6 Und der Apostel fügt hinzu: Denn in ihm leben, weben, und sind wir, und er ist nicht fcrno von einem jeglichen unter uns. Denn wir sind göttlichen Geschlechts. Die Griechen, ein sehr gebildetes Volk, was der Sage nach Schriftsteller hatte, die bis 1500 Jahre vor der Zeit lebten, in der Paulus vor dem Ariopag stand, war etwas abergläubisch. Und doch hatten sich nur sehr wenige Spuren erhalten über den Ursprung des Menschengeschlechts. 3. Sind alle Menschen göttlichen Geschlechts ? Das sehen nur sehr wenig Menschen ein, dass der Mensch göttlicher Natur ist. In Brüggen, wo ich wohnte, und die Gemeinde aus 1700 Seelen bestand, waren vielleicht keine 20 die dies einsahen, und in ihrem Thun darnach thaten. Vielleicht keine 10. Die Gemeinde war katholisch. In Schüller, wo ich geboren bin, und wo die Gemeinde protestantisch ist, waren vielleicht keine 5, die dies einsahen und in ihrem Thun darnach thaten. Die Gemeinde zu Schüller hatte 360 Seelen. Gewöhnlich wenn man jung ist, ist einem dieses gar nicht l’echt, und man will das ganze geistige Vermögen nach republikanischen Grundsätzen gleich vertheilt haben. Aber später sieht man ein, dass dies nicht der Fall ist und dass es sehr verschiedenartige Talente gibt, und so verschiedenartige, dass 100 Talente nicht so viel sagen, wie ein grosses Talent. 7 Männer, wie der h. Augustin, wie Thomas von Kempen, wie Pascal, wie Fenelon, wie Newton, wie Ter Stegen, wie Stahlschmiedt, diese sind von Gott. 4 . Lucas der Evangelist. Lucas zeichnet sich unter den übrigen Nachrichten vom Leben Jesu durch Vollständigkeit, Genauigkeit und eine tiefe Spur nicht gemeiner Kenntnisse aus. In der Apostelgeschichte gibt er uns sehr wohl geordnete Nachrichten von der Entstehung der christlichen Kirche und besonders von den Reisen des Apostels Paulus durch Kleinasien, Griechenland und Rom. Obgleich beide Bücher nur für einen Freund, Namens Theopholus geschrieben waren, von dessen Leben wir aber weiter nichts wissen, so gelangten sie doch bald zu canoni- 6chem Ansehen, und wurden in den Kirchen öffentlich vorgelesen. lieber die Lebensumstände des Evangelisten Lucas ist uns nichts zuverlässiges bekannt, ausser, dass er ein gebor- ner Jude war, ein Zeitgenosse der Apostel, der die Nachrichten vom Lehen Jesu aus dem Munde von Augenzeugen gehört hatte, oder doch gehört haben konnte. Er war ein mehrjähriger Begleiter auf seinen Reisen des Apostels Paulus, daher er denn auch in der Apostelgeschichte berichtet, was er gesehen und erlebt halte. (Siehe die Enciclopädie bei Brockhaus. Art. Lucas.) 5. Die Staaten des deutschen Bundes. Frankfurt ist der Sitz der deutschen Bundesregierung, die aus 3S Staaten besteht, und theils grofs, thcils klein sind Oestreich bat den Vorsitz. i 8 Oestreich mit 33 Mill. Einwohner, hat nur H Mill. zum deutschen Bunde. Preussen mit 13 Mill. Seelen, hat nur 9 Mill. 900,000 Seelen zum deutschen Bunde. England mit 24 Mill. Einwohnern, hat nur 1 Mill. 783,000 zum deutschen Bunde. Holland mit ungefähr 2f Mill. Seelen, hat nur im Her- zogtlium Luxemburg 300,000 zum deutschen Bunde. Die andern Staaten besitzen nichts, ausser Deutschland. Folgendes ist das Verzeichniss des deutschen Bundes im Jahre 1833. Nr. Staaten des deutschen Bundes. Flächeninhalt. □ eil. Einwohnerzahl 1832. | ilut ' der 1 Q Meile. 1. Oestreich. 3665 10,987,000 2997 o. Preussen ..... 3323 9,900,000 2999 3. Baiern. 1477 4,500,000 3046 4. Sachsen . . 271 1,472,000 5424 5. Hannover . 965 1,783,000 2565 6- Würtemberg .... 359 1,600,000 4454 7. Baden . 379 1,223,000 4375 S- Churhessen .... 208 630,000 3015 9. Hessendarmstadt . , 186 739,000 3973 10. Holstein Lauenburg . 172 450,000 2607 11. Luxemburg .... 109 300,000 2762 12. Sachsen-Weimar . . 66 234,000 3568 13. Sachsen-Meiningen . . 43 138,000 3216 14. Sachsen-Altenburg . . 24 112,000 4662 15. Sachsen-Coburg-Gotha 43 160,000 3684 9 Staaten Flächen- Einwohnerzahl Nr. des deutschen Bundes. Inhalt. □ Meil. 1833- auf der □ Meile. 16. Braunschweig .... 70 250,000 3352 17. Nassau. 83 358,000 4328 IS. Mecklenburg-Schwerin. 224 450,000 2010 19. Mecklenburg-Slrelitz 36 85,500 2369 20. Oldenburg . 116 250,000 2155 21. Anhalt-Dessau .... 16 57,000 3499 22. Anhalt-Bernburg . . . 16 39,000 2105 23. Anhalt-Köthen . . . 16 36,000 2307 24. Schwarzb. Sondershausen 17 51,000 3017 25. Schwarzburg Rudelstadt 19 60,000 3141 26. Hohenzollern Hechingen 6| 21,000 3230 27. Ilohenzoll. Sigmaringen 18 40,000 2191 28. Lichtenstein .... 25 5,000 2367 29. Reuss, ältere Linie . . 7 25,000 2654 30. Ileuss, jüngere Linie . 21 58,000 2748 31. Lippe Detmold . . . 21 78,000 3786 32. Schaumburg Lippe . . 10 25,000 2563 33. Waldeck . 22 51,000 2031 34. Lübek ...... 6,7 48,000 7111 35. Hamburg. 7,1 150,000 21,127 36. Bremen. 3,4 52,000 15,249 37. Frankfurt ..... 4,3 55,000 10,392 38. Hessen-Homburg. . . 7,8 23,000 2923 Der ganze deutsche Bund beträgt also im Jahre 1833, 12041 □ Meilen mit einer Bevölkerung von 36,496,300 Seelen. Frankreich hat 9621 □ Meilen mit 32,560,000 Seelen. 10 6 . Vereinigung der Menschen zum Staate. Haben sich die Menschen in Staaten vereinigt, so bilden sie Freistaaten -wie in Nordamerika, oder Monarchien, -wie in Europa. In Freistaaten ist die Anzahl der Einvrohner nicht gross. Bern in der Schweiz hat 350,000 Seelen; also die Hälfte vom Regierungsbezirk Düsseldorf. Und dieses ist der stärkste Freistaat in der Schweiz, alle andern sind kleiner. In Nordamerika haben die einzelnen Freistaaten 5 bis 800,000 Seelen. Alle zusammen wählen einen Präsidenten für die Regierung, die jetzt 13 Mili. Seelen unter sich fasst. Hierhin gehören auch die Landes-Abgabcn, welche geschieden werden müssen von den Abgaben der Provinzen, die jeder für sich hat. Zu den Abgaben des Präsidenten gehören die Zölle, welche sehr hoch sind, fast so hoch wie in England, und worüber jetzt heftiger Streit entstand, da die einzelnen Staaten sie nicht bezahlen wollten. Der Präsident hat nachgegeben, die Zölle sind erniedert, und die einzelnen Provinzen haben sich erklärt, dass sie sic wieder bezahlen wollten. 7 . Freistaaten und Monarchien. Nicht alle Einwohner in den Freistaaten haben das Recht zu wählen. In Hamburg, was 150,000 Einwohner hat, haben nur 7000 das Recht zu wählen. Diese sind Bürger. In hreistaaten sind die Bürger alle gleich und haben das Recht zu wählen. 11 In Monarchien sind die Hechte ungleich und nur Einer kann herrschen. Allein dieses ist beschränkt. Wenn der Herrscher abtritt, so tritt der Kronprinz an seine Stelle, und er kann sie nicht einem aus dem Volke geben. Das sind die Hechte des Landes in einer Mona r c h i e. 8 . Das Domain des Königlichen Hauses. Der König hat seine Domainen von seinen Vorvätern geerbt, nä'mlich von den Grafen von Zollern. Er ererbt sie nach dem Rechte der Erstgeburt. Dieses Domain kann er nicht vernussern noch beschweren, denn dass ist gegen die Gesetze des regierenden Hauses. Als nach dem unglücklichen Kriege von 1S06 der König sein Domain beschwerte, so mussten dies alle Prinzen des Königlichen Hauses unterzeichnen, dass sie damit zufrieden wären. Ohne dieses hätte es keine Kraft gehabt. 9. Grösse desselben. Ungeachtet der König von seinem Domain verkauft hat, so besitzt er doch noch 7 Mill. jährlicher Renten. Diese Angabe rührt von dem Minister Freiherrn von Stein her. Es ist kein Land, was ein solches Domain hat, wie Preussen. Es hat seit dem Jahre 1417 bis zum Jahre 1833 also in 416 Jahren 11 Churfürsten mul 5 Könige gehabt, und fast alle waren zum Herrscher geboren. 12 Diese Familie ist so, wie alle Ilerrscheriämiiien von Europa, Anfangs sehr klein gewesen. Weil sie aber in guten Zeiten immer ihr Domain vermehrten und in bösen Zeiten es verminderten, so musste es doch im Ganzen zunehmen. Denn die Prinzen und Prinzessinnen aus dem Hause IlohenzoIIern waren immer nur sehr wenige. 10 . Minderung der Bevölkerung nach dem 30jährigen Kriege. In dem 30 j ähr- Kriege war die Bevölkerung in Deutschland, das jetzt ungefähr 36 Mill. Seelen hat, so gesunken, dass Berlin z. B. im Jahre 1640 nur 6000 Einwohner zählte, und man versichert, dass Deutschland nur noch 4 Mill. Seelen gehabt habe. In Griiten, einem Dorfe zwischen Düsseldorf untf Elberfeld , liegt ein Hof , der Q u a 11 genannt. Dieser war ganz verlassen und auf dem Feuerheerde stand ein Hollunder, aus der man Flegelsgerten hätte schneiden können. Hieraus folgt, dass der Hof 10 bis 15 Jahre ganz verlassen war. Die Churfürsten und Könige von Preussen waren immer sehr gute Haushalter. Dabei war die regierende Familie immer sehr klein. Jetzt wo dieselbe am stärksten ist, sind nur 23 Prinzen und Prinzessinnen. Es war natürlich, dass sich immer ihr Domain vermehrte. Es folgt aus dem Beeilte der Erstgeburt. Im Jahre 1709 kam die Pest nach Königsberg. Es waren damals in der Provinz Preussen 510,000 Einwohner, und hiervon starben 246,000. Ganze Edelhöfe standen leer, und da sich hein Anverwandter zeigte der sie in Besitz nehmen konnte, so fielen sie dem Könige anheim. Aus allem diesem ist klar, warum das Domain immer gewachsen ist. Zuerst Sparsamkeit von Seiten des Königlichen Hauses. Dann eine regierende Familie die sehr beschränkt ist, z„ B. jetzt nur 23 Prinzen und Prinzessinnen des Königlichen Hauses. 11 . Georg III. von England. Georg III., der 1820 in England stai’b, hatte mit der Königin 8 Kinder, wovon der Prinz von Wallis an die Herzogin von Braunschweig verheirathet war. Der zweite Sohn, der Herzog von York hatte eine preussische Prinzessin, aber keine Kinder. Die Prinzessin Charlotte, Erbin von England, war in den Wochen gestorben, als sie den Prinzen Leopold von Sachsen-Coburg gcheirathet hatte. Das Land befand sich ohne Nachkommenschaft. Wilhelm iy. heirathete die Schwester des Prinzen von Sachsen- Coburg, hat aber noch keine Kinder. Der Herzog von Kent heirathete ebenfalls, und hinter- liefs, da er seit der Zeit gestorben ist, ein einziges Kind, Alexandrine, die nun jetzt als die Erbin von England angesehen wird. Sie ist jetzt 14 Jahre alt und scheint schwächlich zu scyn. Das ist das Erbe vom reichen England. 12 . Geringe Anzahl der regierenden Häuser in Europa. Die Anzahl der alten Dinastcn-Häuser ist ungleich kleiner, als man gewöhnlich glaubt. Es sind ihrer nur 20 in Allem. Es gibt nicht mehr als 12 regierende Familien die Kronen tragen und ausserdem noch 8 die den Namen als Grossherzog, Herzog und Prinzen liihren. 1. Die Familie von Eisass, deren gemeinschaftlicher Stammvater Etichon, Herzog von Eisass ist. Hiervon stammen ab, das Haus Habsburg, Lothringen, Zähringen, Baden. Das Haus Lothringen regiert in Oestreich, Toskana und Modena, wo es den Name Este angenommen. 2. Das Haus der Capetinger. Von ihm stammt die Familie Bourbon, welche in Frankreich, Spanien und Neapel regiert. Von einer Nebenlinie, die aber nicht aus rechtsgültigem Ehebette entsprungen, kommt das Haus Braganza her, so in Portugal und Brasilien regiert. 3. Das Haus derGuelphcn, ursprünglich aus Italien stammend (wo es aber keine Besitzungen mehr hat). Es ist die jüngere Linie des alten Hauses Este (nicht des jetzigen, so aus dem Hause Lothringen stammt). Das Haus der Guelphen oder Welphcn hat sich in zwei Linien getheilt, von denen die jüngere in Hanover und Grossbrittanien regiert, die ältere in Braunschweig. 4. Das Haus Hohenzollern, von dem die ältere Linie kleine Besitzungen in Schwaben hat, die jüngere aber, nachdem sie die Mark Brandenburg durch Kauf erworben, in Preussen, Schlesien und am Rheine herrscht. 5. Das Haus Holstein, so in Dänemark, Russland und Oldenburg herrscht. 6. Das Haus Nassau. Dies theilt sich ebenfalls in zwei Linien, wovon die ältere in Nassau, die jüngere in den Niederlanden regiert' 7. Das Haus Savoyen, welches in Sardinien regiert, und das nach Einigen deutschen Ursprungs ist, nach Andern Burgundischen. S. Das Haus Wettin oder Meissen, welches in Sachsen regiert, wovon die jüngere Linie den Künigstitel trögt, die ältere den Grossherzoglichen und Herzoglichen. 9. Das Haus Wittelsbach, welches in Baiern regiert, früher auch in der Pfalz. 10- Das Haus Wittenberg. 11 . Das Haus Bernadotte, was in Schweden herrscht. 12. Das Haus Osman aus Türkis tan stammend. Von diesem sind nur noch drei Prinzen vorhanden. Yon den 8 regierenden Häusern, die keine Krone tragen, sind 7 deutschen Ursprungs und eins Slavischen. Dies ist das Haus Mecklenburg, welches das älteste von allen regierenden Häusern ist, und das Einzige, Was von der Slavoni- schcn Nation noch übrig. Ihre Yorältern trugen den Kö- nigstitel. Die sieben deutschen Häuser sind: 1. Das Haus von Askanien oder Anhalt. Die Linie Dessau hat 17 □Meilen, die Linie Bernburg 16 und die Linie Köthen 14 2. Das Haus von Braband oder Hessen, Churhessen mit 190 □ Meilen. Darmstadt mit 142. 3. Das Haus der Fürsten Lichtenstein. Dieses hat die wenigsten Quadratmeilen, nämlich nur ist aber eins der reichsten. Die eine Linie hat 3 Milk Fl. Einkünfte, die andere 700,000 Fl. 4. Das Haus Lippe, so in zwei Häusern herrscht. Detmold mit 24 und Schaumburg mit 10 □ Meilen, 5. Das Haus der Grafen von lleuss, 6. Das der Prinzen Ton Schwarzburg, so in zwei Linien blüht. Sondershausen mit 23 □ Meilen und Rudolstadt, mit 22 □ Meilen. 7. Das der Prinzen von Waldeck mit 22 O Meilen. 13 . Das Haus Holienzollern. Das Haus Holienzollern stammt, so geht die Sage, von Etichon, Herzog von Eisass. Es soll gemeinschaftlichen Ursprung haben mit den Häusern Habsburg und Zähringen. Nach andern stammt es ab von Tassilo, Grafen von Zollern, der auf dem Bergschlosse Holienzollern in Schwaben wohnte und ein Zeitgenosse YOn Karl dem Grossen war. V\ ic dem auch sein mag, es verliert seinen Ursprung wie der von alten Dinastenhäusern in der Nacht der Jahrhunderte. Rudolph II., Graf von Zollern, lebte ums Jahr 1165- Dieser hatte 2 Söhne, von denen der jüngere ums Jahr 1200 Burggraf in Nürnberg wurde. Sein .Urenkel, Friedrich III., erhielt im Jahre 1273 vom Kaiser Rudolph, dem er bei seiner Wahl nützliche Dienste geleistet, die Burggrafschaft Nürnberg als erbliches Lehn, und so wurde aus einer Reichsbedienten-Familie ein erbliches Dinastcngeschlecht, dem der Kaiser die erbliche Fürstenwürde verlieh. Geringe war damals noch der Besitz, und das ganze Erbe fasste erst einige Quadratmeilen, allein eine grosse Sparsamkeit und Ordnung im fürstlichen Haushalte legte den Grund zur Grösse des Hauses. Als im Jahre 1411 durch den Tod des Churfürsten Sigismund die Churmark Brandenburg als erledigtes Reichslehn dem Kaiser anheim fiel, so ernannte dieser den Burggrafen von Nürnberg Friedrich VI. zum Stadthalter der Churmark, um die Verwirrung, die unter einem schwachen Fürsten von 17 alle» Seiten eingerissen, zu lösen, und die Angelegenheiten des Landes zu ordnen. Friedrich hatte dem Kaiser Sigismund vor und nach 400,üüü Goldgülden vorgeschossen, und da der Kaiser nicht im Stande war sie zurüclizuzahlen, so belehnte er ihn 1415 mit der Churmark und Churwürde. Die Burggrafen hatten nun ein Erbe von 700 □ Meilen und traten unter die sieben Erzämter des Reichs. Sie wurden Erzkämmerer und standen dem Kaiserthrone am nächsten. Jetzt sind es 1000 Jahre, dass des Geschlechts erste Erwähnung geschieht. 560 Jahre sind es, dass es vom Kaiser mit dem Burggrafthum belehnt und unter Deutschlands Fürsten aufgenommen wurde. 418 Jahre sind cs, dass es unter die deutschen Chur- liirsten tritt und unter die 7 Erzürnter des Reichs. 133 Jahre sind es, dass cs die Stelle unter Europa’s Königen eingenommen. Hoheit des Geschlechts gibt nur die Gehurt, Und eine lange Reihe erlauchter Ahnen, die im Laufe der Jahrhunderte von Stufe zu Stufe zu dieser Höhe gestiegen ist. eher Renten. Dies gibt 140 Mill. Capital. Den 17. Januar 1820, w 7 o die Schulden des Staates geordnet wurden, bestimmte Er: Dass von seinem Domain nur 2| Mill. zum Unterhalte des Königlichen Hauses sollten verwendet werden, Alles 14. Des Königs Domain. Des Königs Domain besteht also aus 7 Millionen 2 18 übrige aber sollte in die Staatskassen zur Tilgung der Schulden dienen. Die sind also im Irrthume, welche glauben, dass die Landesabgaben vom Könige erhoben würden. P’reilich erhebt er sie, wie er alles erhebt, was mit Königlicher Authoritiit geschieht, aber er weist sie gleich wieder an, entweder zur Armee, oder zur Verwaltung, oder zur Tilgung der Schulden. Aber er verbraucht keinen Pfenning zum Königlichen Hause. Die Amerikaner haben sich viel darum gewusst, dass sie einen so wohlfeilen Präsidenten hätten, und der König von England verzehre zehnmal so viel w ie ihr Präsident. Al er der König von Prcussen lebt ganz von seinem Domain, und hat noch weniger w'ie der Präsident. 15. Baiern und Baden. Dass man die Kammer der Gesetzgebung öffentlich ordne, mit einer Kammer der R eich s h err n und einer Kammer der Gemeinen, das hielt ich bis zum Jahre 1821 für das Bedürfhiss der Zeit. Baiern, YVürtenberg und Baden sind so geordnet, und später Sachsen, Hanover , Hessel - Cassel, Darmstadt u. m. a. Wenn ein Gesetz durchging und es halte die Mehrheit in der Versammlung der Reichsherren und in der Versara m lung der Gemeinen vor sich, so konnte ihm der König oder der Grossherzog seinen Beifall nicht versagen. Er sanktionirte cs, und es wurde Gesetz, und hin- zugethan zu den übrigen Gesetzen des Landes. Im Jahre 1 fc>!20 schrieb ich d i e V e r wa 11 u n g d e s F ür s I e n von Hardenberg, und als icb von der baierischen Gesetzgebung redete, bemerkte ich: „In einem Lande, wo lange der unbeschränkteste Ministerialdespotismus geherrscht hatte, war dies zu erwarten. Denn wenn die Menschen Jahre lang nicht haben reden dürfen, so reden sie zuerst ungeschickt, wenn ihnen endlich die Zunge gelöst wird. Indess muss man sich dieses gefallen lassen, und es gibt hiergegen kein anderes Mittel, als dass man sie reden lässt, bis sie sich müde gesprochen haben.“ Allein der Bürgermeister Behr von Würzburg, eins der thätliigsten Mitglieder der ersten Ständeversammlung vom. Jahre 1S20 sitzt jetzt auf der Frohnieste in München. Als im vorigen Jahre der Fürst Wrede vom Könige nach Zweibrücken gesendet wurde, um wegen der Unruhen, die damals das Ilambacher Fest verursacht halte, sich zu erkundigen, so sagte der Fürst mit seinen grauen Haaren in öffentlicher Versammlung: „Auch mir hat der König von Baiern den Verfassungs- Entwurf gesendet und ich habe ihn durchgesehen und ihm „meinen Beifall gegeben.“ (Dies war im Jahre 1819.) „Freilich hätte es anders gefasst seyn können, wie ich „mich überzeugt habe bei dem letzten Reichstage in München.“ Ich kenne nicht genau genug das Domain, das der König von Baiern hat, und ob es mit dem Domain, welches der König von Preussen hat, sich messen könnte. Wenn dies der Fall ist, so braucht der König nichts vom Lande, sondern von seinem Domain, welches er nach den Rechten der Geburt von seinen Vorjahren geerbt hat, und wozu es der Bewilligung des Landes in keiner Weise bedürfte. Man wird sich erinnern, dass die baierische und baden sehe Verfassung sehr schnell gemacht worden. 2 * 20 Im Jahre 1818 hatte Baiern Streit mit Baden wegen der Pfalz. Man glaubte, dass eine Verfassung nothwendig sey, und Baiern gab Eine. Aber Baden gab auch Eine, und mehr wie es schien, im Systeme der damaligen Zeit. Auch in Baden hat die Kammer der Gemeinen viel Unruhe gestiftet. 16. Darmsladl, Dresden, Hannover und Hessen-Cassel. Seit der Zeit bat man nun in Darmstadt, in Dresden, Ilanovcr und Hessen-Cassel Landstündische Versammlungen eingerichtet. Man bat sie eingerichtet, ein wenig durch eine R e y o 1 u t i o n. Alle haben das Prinzip, dass, wenn ein Gesetz durch die Mehrheit der Kammer der Reichsherren, und durch die Mehrheit der Kammer der Dcputirten zum Gesetz erhoben wird, dass dann der Landesherr die Sanction nicht versagen biinne, so wie in Frankreich. Man sagte dann: Das Land habe eine Verfassung. Ich bin jetzt der Meinung: Dass der König von Preussen diese Sanction zu einem Gesetze versagen könne, auch wenn die Mehrheit der Kammer der Reichsherren und die Mehrheit der Kammer der Deputirten für das Gesetz sey. Denn ich bin der Meinung, dass , wenn der König ein Gesetz gibt, dass er dies nur vermöge des Königlich e n Wohlgefallens zu geben habe. Und die Reichsherren und die Deputirten der Gemeinen mögen beide bejahen oder verneinen. Er 21 hört sic an, das ist der Verfassung gemäss; aber er kann sie durch dieselbe weder bejahen noch verneinen. Denn das ist der Wille des Königs. 17. Der Wille des Königs. Der König hat nichts vom Lande, sondern er lebt nur Von seinem Domain. Die 56 Mill. Thlr., die der Staat mit den Hebegebühren aufbringt, diese sind Gut des Staats, die der König zwar einzieht, aber gleich, sey es zum Militair, scy es zum Civil, oder zum Tilgen der Schulden verwendet. Er hingegen lebt von seinem Domain. Wenn die Kammer der Reichsherren und die Kammer der Deputirten öffentlich sind, so kann jeder, der den Entwurf zu einem Gesetze durchsetzen will, zeigen was er vermag. Der König aber kann in gewohnter Ruhe herrschen. Denn er kann das Gegentheil von allem dem thun. ' Denn das ist der Wille des Königs. 18. Die Reiclisherren und die Abgeordneten der Gemeinen. Die Reichsherren und die Abgeordneten der Gemeinen versammeln sich. c Bei den Wahlen wird nun darauf gesehen, dass es ordentlich hergeht. Wenn die Wahl ordentlich ist, so wird hierauf keine Rücksicht genommen, ob ein Deputirtcr aristrokatisch oder monarchisch oder republicanisch sey. Dies hat jeder zu verantworten. Aber der Künig bann mit gewohnter Ruhe herrschen, und er bann das Gegentlieil von dem thun, was die Mehrheit der Reichsherren und die Mehrheit der Ah* geordneten der Gemeinen beschHessen. Denn das ist der Wille des Königs. 19 . Beispiele von den Staaten Deutschlands. Ich muss, um eine solche Lehre zu rechtfertigen, die Gründe anführen, die mich zu dieser Lehre gebracht haben. 1. Ich schrieb im vorigen Jahre etwas über die Gemeinde-Ausgaben der Städte und fand, dass die rheinischen Städte 1 Thlr. 7 Sgr. Abgaben thun, und mit den Armen 2 Thlr. 10 Sgr. Ich machte dieses bekannt und liess es als Handschrift drucken, ohne Censur. Ein Herr der Düsseldorfer Regierung, der mich schon lange mit seiner Freundschaft beehrt hatte, sagte, als er den Brief an den Künig las: „Das ist zu viel, das können „die Gemeinen am Ende nicht mehr aufbringen, nämlich „2 Thlr. 10 Sgr.“ Und doch bringt Berlin bei 234,000 Seelen 4 Thlr. S Sgr. auf, und Leipzig mit 44,000 Seelen 6 Thlr., wie wir dies noch neulich in der Staatszeitung hatten. Und doch war dieser geehrte Herr seit ungefähr 30 Jahren in der Regierung, und hatte sich viel mit dem Haushalte der Gemeinden beschäftigt. 2. Als zweites Beispiel mag folgendes dienen: Coblenz gibt 3 Thlr. für Mahl - und Schlachtsteuer. Düsseldorf gibt zwischen den Gräben 2 Thlr. Mahl - und Schlachtsteuer. 23 Elberfeld, was die Mahl- und Schlachtsteuer nicht haben hann, weil es offen ist, hat Klassensteuer und gibt 24 Sgr. aul den Kopf oder da es 30,000 Seelen hat 24,454 Thlr. Wenn es aber wie Coblenz eingeschlossen würde, so würde es mit der Mahl- und Schlachtsteuer bei 30,000 Seelen 90,000 Thlr. geben, vorausgesetzt, dass es so viele Fremden hätte wie Coblenz. Dies hat man im Staatsrathe sehr gut gewusst, aber es nicht ändern hünnen. Bei Gelegenheit, dass das neue preuss. Zollgesetz gelobt wurde, wurde zugleich bemerkt, dass die Mahl- und Schlachtsteuer sehr viel einbrächte. Dabei können die Armen ihr Fleisch und Brod von aussen herein hohlen, weil nur -* s Centner versteuert wird. Wenn es also unter Centner ist, oder 6 ß, so könnte es lrei herein gehen. Nur müssen sie es am Thore angeben, damit sie nicht mehr hereinbrächten wie die 6 ß- So ist es hier und so ist es in Coblenz. Einem Herrn der Regierung war dies ganz neu, obschon es bereits 12 Jahre sind, dass die Mahl- und Schlachtsteuer eingeführt worden ist. Ich sagte ihm, dass ich Befehl gegeben habe, Mehl herein zu bringen, um zu sehen, ob es auch seine Richtigkeit halie. Ich liess nämlich 3 & Mehl in Bilk hohlen. Das Mädchen ging aufs Zollamt in der Neustadt und bekam einen Schein, den sie am Thore abgab, und kam nun frei herein. Uebrigens hätten es auch 6 ß sein können, denn 6 ß ist noch kein Centner. Dieser Herr der Regierung würde , wenn er zum Deputaten beim Reichstage gewählt würde, die andern sich Glück wünschen können, da er einen so einfachen Charaeter hat, und nichts thut, als wovon er überzeugt ist. 3. Ein Friedensrichter, mit dem ich schon seit Jahren auf einem freundschaftlichen Fusse stehe, sagte mir, als er den Brief an den König und die Antwort des Königs las: „Ist dass auch wahr, dass sie für die Städte am Kheine 2 „Thlr. 10 Sgr., für Berlin 4 Thlr. und für Paris 14 Tlilr. „als Gemeinde-Ausgaben haben?“ Er sagte dies zweimal, und es war mir um so auffallender, da er sich seit 30 Jahren mit dem Steuerwesen der Gemeinden beschäftigt hatte. Ich sagte ihm, dass er es lesen hönne in der Schrill: Die Gemeinde-Ausgaben der Städte Düsseldorf, Elberfeld, Coblenz, Trier, Berlin und Paris. Wenn die Wahlen wären, und der Friedensrichter würde gewählt, so müsste man sich Glück wünschen zu einer solchen Wah', und doch steht er im Zweifel, dass Paris sechsmal so viel zahlt, als die Rheinischen Städte. 4- Es war ein Kaufmann bei mir, der zwar nicht zu den Landständen gewählt war, aber es doch seyn konnte. Er hatte etwas über das Zollsystem geschrieben, gegen einen andern Kaufmann, der das Gegentheil behauptet hatte. Ich fragte ihn: W 7 ie viel Zollaufseher Frankreich habe? Er wusste es nicht. Ich sagte ihm 2(3,000. Ich fragte ihn wie viele Preusscn hätte ? Auch dies wusste er nicht. Ich sagte ihm 2400- Ich fragte ihn wieder: Wie hoch die Kammer der De- putirten das Palais bourbon gemiethet habe? Auch dieses wusste er nicht. Ich sagte ihm 34,666 Thlr. Und dies sind Landstände, die sagen Ja oder Nein von Etwas, was sie nicht verstehen. 25 5. Ich will zum Schlüsse eine Sitzung der Landstände vom Grossherzogthum Baden anführen. Einer der hiesigen Landstände war in Carlsruhe, und besuchte die Kammer der Landstände, die grade eine öffentliche Sitzung hatten. Ich fragte ihm nun: Wie sich dort die Landstände be' nommen, und ob ihre Berathung dem Lande und der Regierung würklich wäre nützlich gewesen? Er antwortete mir: An diesem Tage war grade das Ablüsungsgesetz für die Zehnten. Es habe hierbei sehr scharf hergegangen, und der Kriegsminister habe erklärt: Bass wenn die Landstände in der Stimmung verbleiben sollten, Avio sie eben erklärten, so hätte er den Auftrag vom Grossherzog, das Gesetz zurückzunehmen. Nach seiner Meinung sey die Ansicht der Landständo beschränkt geAvesen, und die Regierung hätte ohnstreitig das Recht gehabt, so zu handeln. 20 . Beispiel aus Frankreich. W ir Avollen ein zweites Beispiel an Frankreich nehmen. Vor 1789 überstieg der Haushaltsplan vor der Revolution unter Ludwig XVI. nie die Summe von 120 Mil.* Thlr. Im Jahre 1789, wo die Revolution begann, wurde cs auf 149 Mill. gesteigert. Hie Revolution halle begonnen, weil es für den gemeinen Mann unerträglich schien 600 Mill. Frks. oder 160 Mill. Thlr. zu zahlen. Her Convent war die einzige Steuerbehörde, und er führte sie auf 100 Mill, Thlr. zurück. 26 Alles baare Geld war jetzt verschwunden. Ich spreche von den Jahren 1793, 94, 95 und 96. Nur die Assignaten hatten einen gesteigerten Werth, der so weit ging, dass der Frank 1 Decimc, \ Decime und endlich nichts mehr werth w r ar. Man hatte für 45,000 Mill. Assignaten gemacht. Das war die Revolution in Frankreich. Während des Directoriums mehrte sie sich bis auf 133 Mill. Thlr. Während des Consulats stieg es wieder auf 146 Mill. bis 160 Mill. Thlr. Im Anfänge des Kaisertlmms im Jahre 1805 belief sicli’s auf 186 Mill. Thlr. Im Jahre 1812, wo erst das Kaiserthum 131 Departements umfasste, und Rom und Jjiibek dazu gehörten, da belief es sich auf 293 Mill. Thlr. bei 45 Mill. Menschen. Endlich fiel das Kaiserreich und der Kaiser wurde nach Elba geschickt. Dies war im Jahre des Herrn 1814. 86 Departements, w eiche ursprünglich an Frankreich gehört hatten, bildeten die neue Fläche von Frankreich und Louis XY1II. hatte wieder 232 Mill. Thlr. Einkünfte, die die Kammer der Deputirten und der Pairs bewillig t h a 11 e n. Also noch 72 Mill. mehr, als nach der Meinung des gemeinen Mannes die Revolution begann. Die zweite hunderltägige Regierung Napoleons im Jahre 1815, vom März bis in den Juli, brachte sie wieder auf 266 Mill. Thlr. Die Schlacht von helfe alliance machte, dass der Kaiser zum zweitenmale abdanktc , und die Engländer schickten ihn nach St. Helena. 27 Louis XVIII. kam von Gent zurück unrl es wurde festgestellt von der Kammer der Pairs und von der Kammer der Gemeinen, dass der Haushaltsplan, der hei der Restauration 870 Mill. Franks gekostet hatte, auf 253 Milk Thlr. festgesetzt wurde. Denn der lOOtägige Feldzug hatte Frankreich 533 Mill. Thlr. gekostet. Dann blieben noch 150,000 Mann fremde Truppen in Frankreich, die erst nach dem Congress in Aachen ISIS, an welchem die fünf Mächte Thcil hatten, sich wieder zurückzogen, da keine Gefahr von Napoleon und seiner Dynastie schien vorhanden zu seyn. Louis XVIII. und Carl X. regierten nun. Nach der Julirevolution von 1830 stieg es auf 1219 Mill. Franks und seit der Zeit auf 1175 Mill. Franks. Dies ist 313 Mill. Thlr. Also das Doppelte von 600 Milk, die der gemeine Mann für unerträglich fand beiz u- bringen. 21 . Der Kaiser Napoleon. Von 1801 Dis zum Frühjahre 1814 regierte Napoleon, und folgendes sind die Staats-Abgaben, die er forderte und erhielt vom Gcsetzgebungs-Corps in Frankreich. Sie sind aus der Tlisloirc financiere de la france, von J. Bresson genommen, wo sie im 2ten Theil Seite 442 stehen. Fs ist in preuss. Thalern berechnet, nämlich 15 Franks zu 4 preuss. Thalcr. 28 Jahrgang. P'estes Budget, pr UMr. Renten preuss. 3Mr. 1801 146 Mill. 565,380 9 Mill. 626,790 1802 133 » 316,770 10 » 511,580 1803 168 » 607,873 11 » 398,386 1804 214 » 515,080 12 » 082,718 1805 180 » 666,666 12 » 446,569 1806 240 » 572,931 13 » 766,820 1807 195 » 126,850 14 » 382,515 1808 206 s> 065,1 S5 14 » 701,943 1809 209 » 797,390 14 » 970,197 1810 209 » 282,785 15 » 128,155 1811 266 » 666,666 16 » 208,533 1812 268 » 270,400 16 » 533,702 1813 0 16 » 837,710 Im Jahre 1801 hatte Frankreich 35 Mill. Seelen, denn damals war Braband und die llhcindcpartcments dabei. Wenn 35 Mill. 146 Mill. 565,380 Thlr. llusn, so thut jeder Einzelne 4 Thlr. 5 Sgr. Im Jahre 1812 hatte Frankreich 45 Mill. Seelen, denn es ging von Rom an bis nach Lübck. Wenn 45 Mill. 26S Mill. 270,400 Thlr. thun, so thut jeder Einzelne 6 Thlr. Und alles dies wurde durch das Gcsetzgehungs-Corps bewilligt. 22 . Die Bourbonen. Mau konnte nun vielleicht sagen, dass Napoleon ein eiserner Mensch gewesen, und, hätte er Frieden ge- habt, da 12 Jahre der Krieg wiithete, so hätte er vielleicht weniger ausgegeben. Denn die Commission im Gesetzgebungs- Corps, welches im Jahre 1813 zusammen gesetzt wurde, sagte: „Dass es unmöglich sey, die Steuern von „Frankreich zu bezahlen. Dies ist nicht der Fall, wie wir dies an den Bourbons gesehen haben. Herr Bresson hat in seiner liistoire fmanciere de la france , im 2tcn Theil Seite 442 das Budget vom Jahre 1814 bis 1828 herausgegehen. Folgendes ist es: Jahrgang. Festes Budget. Prcuss. Cour. Benten. Preuss. Cour. 4) letzte Monate V. 1814 162 Mil1.505,234 16 Milk SSO,000 1815 212 » 975,562 26 » 304,000 1816 238 820,600 31 » 845,333 1817 276 » 4S2,S22 32 » 176,000 1818 277 182,330 46 463,200 1819 231 » 550,019 50 132,566 1S20 233 » 424,600 50 224,320 1S21 235 » 285,667 46 814,070 1822 253 » 113,329 47 » 566,410 1823 291 224,988 47 » 962,430 1824 253 864,608 52 » 542,127 1825 252 » 282,918 52 » 543,016 1S26 251 33S,335 52 » 024,032 1827 0 52 » 695,431 1828 ü 53 > 426,919 m Seit der Juli-Revolution v. Jahre 1830, wo der altere Zweig der Bourbonen aus Frankreich vertrieben wurde, und da der jüngere Zweig in der Person des Herzogs von Orleans regierte, so ist das Budget noch immer höher geworden , oh n g e acht et he in Krieg vorhanden war. Im vorigen Jahre war das Budget 1175 Mill. Franks oder 313 Mill. Thlr. und alles bewillig'. Franlireich hat jetzt 32 j Mill. Seelen, da die Alliirten es wieder auf seine ehemalige Gränzc brachten. Wenn 32 ,j Mill. Seelen 313 Mill. Abgaben geben, so kommt auf jeden Einzelnen 9| Thlr. Und wir geben ohne Bewilligung 4 Thlr. 10 Sgr. Wenn ein ganz fremder Mann nach Preussen hiime, und er hörte, dass da 4 Thlr. 10 Sgr. an Staats - Abgaben gegeben würden, und in Frankreich 9 Thlr. 15 Sgr., so müsste er schliessen, dass in Preussen die Stände das Recht hätten zu bewilligen, und in Frankreich die Stände nicht das Recht hätten zu bewilligen. Aber der Fall ist umgekehrt. 23. Der preussisciie Maushaluingsplan von 56 Mill. Thaler. Wir wollen jetzt den Haushaltungsplan zu 56 Mill Thlr, annchmen. Diese Zahlen sind amtlich, nämlich 51 Mill. Thlr. lür die Bedürfnisse des Staats und 5 Mill. Thlr. für Hebegebühr. Die Grundsteuer zahlt z. B. 5 pCt. Hebegebühr, die Mahl- und Schlachtsteuer 7 pCt., und so geht es fort bis die Zölle bezahlen 13—14 pCt. als Hebegebühr. Im Ganzen kann man annehmen, dass der Staat 10 pCt, Hebegebühr zahlt, welches ungefärh 5 Mill. Thlr. beträgt. 31 Der Haushaltsplan wurde 1821 zum erstenmale öffentlich gegeben. Er betrug damals auch 51 Mill. Thlr., und mit den liebegebühren 56 Mill. Thlr. Im Jahre 1832 betrug der Haushaltungsplan wieder 51 Mill. Thlr. und mit den Hebegebühren 56 Mill. Thlr. Alle drei Jahre wird der Haushaltsplan gemacht. Im Jahre 1821 zahlte man in Frankreich 235 Mill. Thlr. und 1S32 zahlte man 313 Mill. Thlr. und immer dieselbe Seelen - Anzahl. Also bezahlt man mehr 7S Mill. Thaler. Die Einwohner ron Preusscn verhalten sich gegen die von Frankreich wie 2 zu 5, denn Preussen hat 13 Mill. Seelen und Frankreich 32j Mill. Wenn aber Frankreich 78 Mill. Thlr. mehr bezahlt, so müsste, wenn dasselbe Gesetz in Preussen anwendbar wäre, so müsste es 31 Mill. mehr bezahlen wie 1S21, und statt 56 Mill. Thlr. müsste es 87 Mill. Thlr. zahlen. Welches sollte erwiesen werden. 24 . Der Schatz in Preussen. Preussen hat einen Schatz, und der steht unter dem Minister des ü ff entliehen Schatzes. Alles das, was mehr einbringt, als es nach dem Haushaltsplan cinbringen muss, geht in den öffentlichen Schatz. Der König geniesst nichts davon, denn der lebt von seinem Domain. Als im Jahre 1830 die Pariser Revolution ausbrach, als nachher im August die Revolution in Krüssel ausbrach, und endlich, als nachher in Warschau die Revolution ausbrach, so glaubte man , dass neue Steuern müssten erhoben werden. I 32 Allein dies war nicht der Fall, und ungeachtet der Zurüstungen die Preussens lleer schnell gebrauchte, so gab der König nur Ordres auf den Schatz, ab. Man sagt, dass in diesen drei Jahren 29 Mill. Tlilr. aus dem preuss. Schatz gekommen sind. Die Polen, welche in Preussen flüchteten und die zuletzt nach Amerika gingen, haben sehr nahe 2 Milk gekostet. Das ist der Schatz von Preussen. 25. Ursache, warum in Frankreich die öffentlichen Ab-* gaben eine solche Höbe erreichen. Frankreich hat immer ungemein schlechte Finan* zen gehabt. Der einzige Fürst, der die Finanzen ordnen wollte, war Heinrich IV. König von Frankreich. Dieser und sein Finanzminister Sully waren die Einzi* zigen in Frankreich, die etwas vom Finanzwesen verstanden. Heinrich hatte das Finanzwesen auf 35 Mill. Livres ab“ geschlossen, und damals war der Livres ungefähr so viel wie jetzt. In den verschiedenen Perioden ist zwar die Münze im* liier schlechter geworden, aber doch so viel nicht. Wir haben im 17. Jahrhunderte den 1/ Gulden FtisS gehabt, für 16 Loth fein Silber, jetzt haben wir den 21 Gulden Fuss für 16 Loth fein Silber. Die Einheit, sechszehn L o t h fein Silber, ist geblieben und zwar durch die fünf letzten Jahrhunderte. Wenn nun die 35 Mill. Livres, auf die Heinrich den Steuerertrag von Frankreich festsitzte in dem Verhältniss von 17 zu 21 gestanden hätten, so wären sie Ungefähr 41 Millionen. Heinrich hatte einen Finanzminister wie cs wenige gibt. Nur grosse Ideen beschäftigten den Herzog von Sully. Zuerst wollte er die Finanzen ordnen, dann die Gehalte herab setzen; er wollte es so machen, wie z. B, der König, als er die Gemeinde - Ordnung frei gab. Alles was die Gehalte betraf sollte öffentlich seyn. Da wurde Heinrich durch Ravaillac ermordet. Heinrich hatte gesagt: Er hoffe noch zu erleben, dass jeder Bauer Sonntags ein Huhn habe. Sollte dies aber der Fall seyn, so ist es nütliig, dass die Empfänger, die Oberempfänger und die General-Empfänger nur die Gehalte haben, die sie zu Heinrich IV. Zeiten hatten. Sie müssten auch zu 8 Sgr. ohne den Wein zu Mittag essen, und zu 13 Sgr. mit dem Wein.*) *) Ich wohne, wenn ich nach Cüln komme, bei Herrn Thibus im Bönn’schen Posthause, dem Casino gegenüber. Ich bezahle 10 Sgr. für Essen und 5 Sgr. für eine halbe Flasche Wein. Ich fragte Herrn Thibus: was die Gäste geben die monatlich da ässen? Er sagte: Sieben Sgr. und mit einer halben Flasche Wein 12 Sgr. Das macht im Jahre 1-16 Thlr. Wenn die Teller von Porzellan sind, so kostet dieses 50 Thlr. Hierfür hat man ein Gedeck von 12 Personen. Wenn man aber das Essen bestellt, dann ist es theurer. Es sind jetzt 25 Jahre, dass ich meiner verstorbenen Frau zu Ehren ein Essen im Casino gab. Es war gerade ihr Geburtstag. Ich hatte es auf 13 Personen bestellt und das Essen kostete ohne den Wein 1 Thlr. 16 Sgr. und mit dem Weine 2 Thlr 25 Sgr. Der Wein kostete 1 Thlr. 9 Sgr. die Flasche. Markobrunner kostete 1 Thlr. 17 Sgr. Ich fragte die Wirthiu, woher es komme, dass es so theuer sey? Sie antwortete mir: ,,Zuerst der vielen Speisen wegen, die daun genommen „würden. „Zweitens, die vielen Speisen aus den Treibhäusern. Freilich kann man am Rheine alles haben, aber wenn man die „Treibhäuser in I.iiUig, Aachen und Cölu sich öffnen lässt, so 34 Als Sully die Nachricht erhielt, dass Heinrich ermordet sey , so sagte er, als man in ihn drang zu ihm zu gehen: Wollt ihr mich denn auch ermorden? Man hat immer nicht gewusst, warum die Grossen so gleichgültig bei dem Morde von Heinrich IV. waren. Sie fürchteten, die grossen Gehälter zu verlieren, denn Heinrich und Sully bannten die Finanzen des Landes. Heinrich bezahlte von 35 Mill. Livres Biidget 330 Mill. Livres Staatsschuld u. hinterliess noch 40 Mill. Liv. Staatsschatz. Alles wurde nun käuflich, wo für Meine Summen grosse Gehalte gegeben wurden. Sogar Rance der Stilter des Tra- pisten - Ordens wurde schon mit 10 Jahren Abt de la Trappe. Sein Vater war Staatsrath und Seliretair der Königin Marie von Medicis und seine ganze Familie beMeidete damals die ersten Stellen. Rance war 1626 geboren, also 16 Jahre nafch Heinrichs Tod. Im Jahre 1636) wo er also 10 Jahre alt war, hatte erfolgende Stellen: 1. Abt de la Trappe; 2. Abt vom Augustinerliloster, Notre dame du val in der Normardie; 3. Abt der Benedictiner Abtei St. Symphorien zu Beauvais; 4. Prior zu Boulogne; 5. Prior zu St, Clement in Poitu, und „lassen einem dies die Leute sehr hoch bezahlen. So stehen ,jetzt in Aachen reife Ananas zum Verkauf, aber sie kosten „auch 3 bis 4 Thlr. In Berlin habe ich mit dem Wein bei Hrn. Jagor nie mehr wie 1 Thlr. bezahlt und eben so in l’aris. Aber wenn bestellt w-ird, dann wird es viel theurer. Beim General Grafen von Gneisenau, w urde jedes Couvert mit 1 Najioleonsd’or bezahlt. Dies war auch zur Hälfte zu viel. 6. Domherr von Notre dame zu Paris. Diese Stellen trugen ihm 15 bis 20,000 Livres ein, die er später grösstenthcils in Paris verzehrte. Unter Colbert, der 1683 starb, wurde ein Ueberschlag gemacht, nach welchem 45,780 Stellen verkäuflich wurden, und blos im Justiz- und Finanzfache. Dies war 1664 und man hätte mit 6000 Stellen reichlich ausgchominen. Ihre Besoldung aus dem Staatsschätze betrug über 8 Millionen, wofür der König nur 2 Milk Livres wieder erhielt. Also 187 Milk Capital. Und dieser Kaufpreis der Aem- ter ging mit völliger Sicherheit, und sie trugen im Handel und Wandel 420 Milk Livres ein. Dieses kiessen Paulettes, welche der Sekretär Carl Paulette erfunden hatte, wonach sie den Namen hatten. Diese Stellen halten das Recht, sie ihren Erben zu hinterlassen, oder sie andern zu verkaufen, nur mussten sie jährlich 1^ pCt. abgeben. Dies war eins der Zeichen der Revolution. Im Jahre 1789 wurden natürlich alle diese Stellen abge- scliaft. Aber nach und nach bildeten sie sich wieder, nur auf anderm Wege. Die Deputirten des Gesetzgebungs-Corps haben nun im vorigen Jahre 1175 Milk bewilligt, und die Regierung zieht sie von den Steuerpflichtigen ein. Daher die grosse Anzahl der Angestellten. Einer auf 81- Sie haben 26,000 Douanen und Wir bei längern Gränzen nur 2400. Das Palais Bourbon, worin das Gesetzgebungs - Corps ist, ist gcmiethet, und sie zahlen dafür 34,666 Thlr. Miethe. Nach der preuss. Staats-Zeitung v. 1. Mai 1831 bezieht der Marschall Macdonald 51,000 Thlr. Gehalt. (Ein preuss. 3* 36 Prinz hat vom KÖnigl. Domain nur 40,000 Thlr., und wenn er verheirathet ist 80,000 Thlr,) 1. Er erhielt 100,000 Franks als Canzler der Ehrenlegion; 2. 40,000 Frks. als Marschall; 3. 25,000 Frks. als Major-General der König], Garden; 4. 16,000 Frks. als Staats - Minister. 5. 12,000 Frks. als Pair; 6- 6,000 Frks. als Grosskreuz der Ehrenlegion; 7. 3,000 Frks. als General - Gouverneur der 15. Mili-* tair - Division. Und wenn so ein Marschall sein Gehalt ein wenig geschmälert würde, dann würde ganz Frankreich in Streit geratlien. Denn jeder Angestellte hat mehrere Posten, und was heute dem Marschall Macdonald Recht sey, das konnte morgen auch auf andern Posten des Staatsdienstes ausgedehnt werden. Der Baron Carl Dupin, der Statistiker, bezieht 7600 Thlr. Gehalt, also noch 1600 mehr wie ein preussischer Okerpräsident hat. Die Staatszeitung vom 31. März 1833 gibt folgendes Gehalt an. 1. Als Marine-Ingenieur 4 bis 5000 Fr. 2. Als Staatsrath 12,000 Fr. 3. Als Mitglied des Admiralitäts-Ratlis 5000 Fr. 4* Als Professor an der Kunst - und Gewerbeschule 5000 Fr. 5. Als Mitglied der Academie der Wissenschaften 1800 Fr. Also in Allem 28,500 Pr. öder 1 7600 Fhlr. Ausserdem noch sollte er Sekretär der moralischen und politischen Wissenschaften werden, die auch 6000 Fr. ein-« trug. Aber Raron Dupin that auf diese Stelle verzieht. Wahrscheinlich deswegen, da so viel von seinem grossen Gehalt in den Zeitungen die Rede war. 37 26 . Die Stadt Paris. Auch der Haushalt der Stadt Paris mit 770,000 Seelen ist, hinsichtlich des Geldausgebens ungeheuer. Sie bezahlen jährlich 10 bis 12 Mill. Thlr. an Bedürfnissen für die Stadt. Dies gibt für Jeden 14 Thlr. In Berlin hingegen, mit 250,000 Seelen, zahlt man 4 Thlr. 8 Sgr. an die Stadt. Paris hat also vor Berlin 10 Thlr. auf jeden Einzelnen voraus. Im Jahre 1816 betrug der Haushaltsplan von Paris 1 \ Mill. Thlr. Im Jahre 1818 betrug er 8.j Mill. Thlr. Im Jahre 1822 betrug er 111 Mill. Thlr. und Im Jahre 1828 betrug er 12| Mill. Thlr. Die Schulden von Paris waren im Jahre 1815 26 Mill, Thlr. Capital. Im Jahre 1820 betrug sie 50 Mill. Thlr. Capital. Im Jahre 1825 betrug sie 52 Mill. Thlr. Capital. Im Jahre 182S betrug sie 53 Mill. Thlr. Capital. Dieses ist auch ein Zeichen der Zeit. Wir haben es zweimal erlebt, dass ganz Frankreich banherott gemacht hat. Zuerst mit den Assignaten, deren die Summe von 45,000 Mill. Frks. ausgegeben waren. Diese gingen zurück auf 90 Livres, 50 L., 10 L., 1 Livre und am Ende zahlten sie nichts mehr. Wir Preussen haben 17 Mill. Thlr. Papiergeld, darnach müsste Frankreich 50 Mill. Thlr. haben, oder ungefähr 200 Mill. Frks. und es hatte 45,000 Mill. Frks. an Assignaten. Das zweitemal, wodurch es bankerott machte, War die Staatsschuld, die plötzlich auf | herabgesetzt wurde. Jedermann der 300 Livres geliehen hatte, bekam nur 100 Livres. 38 Daher wurde auch die Staatsschuld von Frankreich so klein, nämlich 9 Mill. Thlr. im Jahre 1S01- Iin Jahre 1816 hatte es schon 30 Mill. Thlr. und im Jahre 1828 ungefähr 53 Mill. Thlr. und jetzt wird es im Jahre 1834 nngefähr 60 Mill. Thlr. haben, und zwar blos an Zinsen. Also viermal so viel, als im Jahre 1801 das Tiere consolideo eingeführt wurde. Das ist auch ein Zeichen der Zeit, und wir können es noch erleben, dass es zum driltenmale bankerott machen wird, hinsichts der Zinsen. Wer dann 3000 Frhs. geliehen hat, bekommt 1000 Frks. wieder zurück. Aon dem Domain, was die Revolution dem Könige genommen, will ich gar nicht reden, und eben so wenig von dem, was sie dem Adel und der Geistlichkeit genommen. Dies alles sind Zahlen, und genaue Zahlen. 27 . Die Minister von Frankreich. Die Minister müssen herrschen und wenn die Mehrheit schwankt, so müssen sie sich Mittel bedienen, wodurch sie Herr der Mehrheit werden. Dieses ist in Frankreich kein Geheimniss, und obschon die Deputirten nichts bekommen, so ist doch ein Deputirter zu seyn nicht ohne grossen Einlluss. Als im Jahre 1830 die Julirevolution gesiegt hatte, so kam ganz Frankreich nach Paris, um eine Anstellung zu erhalten. Die Journale beschwerten sich hierüber, aber es half nichts. Jeder, der zu den Ideen der Zeit gehörte, glaubte Ansprüche zu machen, und wenn sie auch noch so klein 39 wären, z. B. eine Empfangerstelle bei den Steuern, oder eine beim Salz, oder eine bei Droit reunies. Das eben ist das Verderben Frankreichs. 28. Zeitungen von Paris im Jahre 1831 und 1833. Paris bat so viele Zeitungen wie das übrige Frankreich zusammen genommen. Für das Jahr 1831 gab ein Blatt aus Nantes folgendes Verzeichniss von Zeitungen, nebst Angabe der Exemplaren, welche seit Anfang dieses Jahres aus Paris mit der Post nach den Departements abgehen, nämlich 78,387 Zeitungen. Im Jahre 1833 gab le Temps auch ein Verzeichniss sämmtliclier Pariser Zeitungen an, die im Juli dieses Jahres abgingen, nämlich 40,423 Zeitungen. Bei dieser Liste sind die Exemplare, welche von diesen Journalen in der Hauptstadt und dem Weichbilde oder ins Ausland gehen, nicht berechnet, so dass man bei den Meisten ein Drittel, bei mehreren die Hälfte der Anzahl hinzufügen muss. Ungeachtet der Pressfreiheit vom Jahre 1833 haben doch die Journalen abgenommen. Dieses kömmt tlieils von der Caution, die beim Constitutionei 100,000 Frlts. beträgt. Denn da die Presse frei ist, so bestrafen sie jeden Ueber- tritt derselben und sehr hart. Z. B. die Tribüne ist bereits 86mal angeklagt und 17mal verdammt, auch muss der Redakteur 14 Jahre und 2 Monate sitzen, und 82,474 Frks. Strafe zahlen. 40 Verzeichniss der Zeitungen Frankreichs. 1831 1833 Moniteur — — — — — 1224 849 Constitutionei — — — — 15400 8370 Journal des debats — — — 8SS2 5900 Gazette de france — — — 10019 6703 Courrier fraucais — — — 3930 3500 Le national — — — — 1919 2686 Le temps — — — 6596 3840 Quotidienne — — — — 4810 3743 Messager — — —. — — 1328 507 J. de Commerce — — — 1308 831 La tribune — — — — 564 841 Journal de paris — — — 223 1731 Gazette des tribunaux — — 1279 L’ Avenir — — — 1688 Le Globe — — — — — 1270 » L’ Echo francais — — — 1154 » Figaro — — — — — 668 » La revolution — — — — 252 5> Le Corsaire — — — — 90 » Courrier de l’europe — — 750 » Courrier des electeurs — — 2520 Journal des Maires — — 6374 » Le Voleur — — — — — 1111 » Le correspondcnt — — — 1300 » L’ Ami de la religion — — 1780 y> La f'euille francaise — — — 340 » Revue de Paris — — — 300 3> Galiganis Messager — — — 1308 » Renovateur — — — — » 913 7S,387 40,423 Die Caution ist 100,000 Frks. und wird in Renten bezahlt. Da aber der Redakteur die Zinsen bekommt, so ist dies nicht viel, allein eine Menge anderer Journale konnten doch diese nicht zu Stande bringen und gingen ein. Die (seitdem eingegangene) Revolution stand 32mal vor Gericht, wurde llmal verurtlieilt und hatte 9 Jahr 3j Monat Gefangniss und 41,469 Frks. Geldstrafe zu tragen. Die (tuolidienne ist zu 1 Jahr 10 Monat Gefangniss- und 23,637 Frks. Geldstrafe verurtlieilt. Die Gazette de france erleidet ungefähr gleiche Strafe. Der National hat einmonatliche Gefangniss- und 6,175 Frks. Geldstrafe zu tragen. Die Totalsummen stellen sich folgendermaassen: Eingeleitete Prozesse 411. Yerurtheilungen 143- Gefängnissstrafen 65 Jahre 2 Monat. Geldstrafen 301,555 Frks. Und dies seit dem Monat August 1830> wo die Pressgesetze so strenge wurden. Das war die Julirevolution von 1830. 29. Gott erhalte den König. Der König ist sein Domain Fideicommiss, und wenn er etwas von seinem Domain verkaufen will, so muss er alle Prinzen des Hauses darum fragen, ob diese ihre Einwilligung geben oder nicht. Dann lebt er und sein Haus von seinem Dorn a i n. Da aber das Domain grösser ist als er und sein Haus gebraucht, so lässt er es in die Staatskassen fliessen. 42 Wenn die Stände des Reichs zusammen kommen, so lässt er durch seine Minister die Lage des Reichs den Ständen vorstellen. Dann gibt er sie zur Berathung, und erst wenn die Mehrheit der Reichsherren und der Gemeinden die Sache berathen haben, so braucht er sie doch nicht zu thun. Denn also ist es des Königs Wille. Dass er sie anhört, dieses ist Gesetz. Aber da er das Gegentheil thut oder thun kann, dies ist auch Gesetz. Als Hermann der Cherusker die Römer geschlagen hatte, so wurde er im 36. Jahre ermordet, und im 12. seiner Herrschaft. Dieses waren damals Heiden vom caspischen Meere stammend, die, was sonderbar genug ist, allen Anklang verloren hatten, wodurch sie von Noa abstammen. Vor 1S33 Jahre ist Christus geboren. Karl der Grosse besiegte die Sachsen, und mit ihm kam eine neue Religion. Diese Religion wurde im neuen Testamente gelehrt, und nach ihr kann man sagen: Der Mensch ist göttlichen Geschlechts. Das Geheimnissvolle regiert die Welt. 30. Die Wahlherren und die Deputirlcn. Ein Mann, der sehr hoch stand, schrieb mir folgendes: „Ich sehe es als eine Hauptursache der Gährungen „unserer Zeit au, dass alle bisherigen Versuche um 43 „zu einer besseren Staats vorfassung, in Ländern vor- ,,genommen wurde, eine sehr schlechte, oder doch „eine sehr unvollkommene Landesverfassung liatten. Dadurch ist nicht allein der unsägliche Zwiespalt zwischen Volk und Beamten entstanden, den man in den meisten Orten als ein „dauerndes Verwaltungs-Erforderniss an- „z us elien scheint, sondern man hat auch in die- „sem Zwiespalte einen Weg eingeschlagen, der mit „jedem Jahr das B ii d g e t theurer mach t.“ Dies ist so. Wollte die Regierung alle Stellen mit doppeltem Gehalte abschaffen, so würde sie einen solchen Widerspruch zu erdulden haben , dass sie davon abstehen müsste, besonders in einem representativen System. Es sagten dann viele Deputirten: W i r sind D e p u t i r t e und wir wollen auch etwas haben. Dass der Marschall Macdonald 51000 Thlr. Gehalt hat, das hat er auch Stellen zu verdanken die etwas eintragen. Oder es müsste Sitte seyn, dass Keiner, der Gehalt als Professor oder Prediger oder Beamter hatte, gewählt werden könnte. Unabhängige Gutsbesitzer müssten gewählt werden, z. B. die fünf Universitäten, welche im Preussischen sind, wählten, aber einen unabhängigen Gutsbesitzer, der nirgend Gehalt bezog. Gesetzt auch, der eine oder andere Professor dankte ab um gewählt werden zu können. Allein dies thut nichts, wenn er sonst die Eigenschaft hat Wähler zu seyn. 44 In England sind bei den Volkswahlcn nur 3 oder 4 Can- didaten, die sich Mühe geben, gewählt zu werden; aber der Wähler sind vielleicht tausend. 31 . Friedrich Perthes in Hamburg. Ich war 1814 in Hamburg, als der Friede abgeschlossen war, und die Franzosen abgezogen waren. Ich besuchte den Buchhändler Perthes, Schwiegersohn von Claudius in Wannsbeck. Perthes war 1813 einer der Anführer, die Hamburg ver- theidigten. Mit mir war da der Pfarrer Geibel in Lübek mit dem ich noch in Marburg studirt halte. Perthes erzählte uns wie mancherlei Gefahren diese damals ausgestanden hätten und wie sie endlich, da Hamburg nicht mehr zu halten war, nach Holstein flüchten mussten, wo sie in einem Walde, in einem Hause, Perthes den ganzen Winter gelebt hatten. Er fürchtete verrathen zu werden, und durfte deswegen kein Licht anmachen, weil das ein Zeichen sey, dass Jemand da wohne. Seine Frau, Tochter von Claudius, war bei ihm. Während des Gesprächs kamen folgende merkwürdige Worte vor: „Hamburg hat 150,000 Seelen. Hätte es noch „einmal so viel gehabt, so hätte ein Prinz herrschen müssen. „Man hat sehr viel mit der Eifersucht zu kämpfen gehabt, „die alles zu Grunde richtete.“ Herr Perthes hat jetzt: C o nstrt utio n el 1 e P li an- tasie eines alten Steuermanns, im Sturm des Jahres 1832 herausgegeben. Bremen hat 55,000 Einwohner, und hat sich bei dem Befreiungskriege im Jahre 1813 sehr tapfer gehalten. 45 Aber eben weil Bremen so klein ist, so kann es eine Republik seyn. Zehnmal grösser dann ist es keine Republik mehr, sondern eine Monarchie. *) 32 . Die kleinen Staaten Deutschlands. Aber Ilohenzollern Hechingen mit ungefähr 15,000, An- haltküthen mit 30,000, Lichtenstein mit ungefähr 6000, die ältere Linie von Reuss mit ungefähr 20,000 Seelen. Dieses ist schwer eino geordnete Staatsverfassung möglich zu machen. Denn sie sind so Mein zu einer Republik und zu einer Monarchie. Lichtenstein, was ungefähr 6000 Seelen hat, hat eben so viel wie Berlin unter den Linden. Allein Braunschweig mit 250,000 Seelen, Nassau mit 330,000 Seelen, Sachsen-Gotha mit 200,000 Seelen u. s. w., diese müssen, öbschön sie nur die Hälfte des Reg.-Bezirks Düsseldorf sind, der 700,000 Seelen hat, doch eine Verfassung haben, die denen ähnlich ist, die 1 Mill. oder 4 Mill. Volksmenge haben. Zuerst haben sie ihr Domain, wo alle Mitglieder des regierenden Hauses drauf angewiesen sind, und das völlig Fi- deicommis ist, und zu dem sie, wenn der regierende Fürst Spart, dieses Domain yergrössern können. Preussen hat vermöge seiner agrarischen Gesetze «her Ackerbau und Städte, in 10 Jahren, von 1821 bis 1831, sich um 1 Mill. 800,000 Seelen vermehrt. Also so viel wie Sachsen, oder Hanover oder Wiirtemberg. Jährlich also 180,000 Seelen, oder vierteljährig '15,000. Also ungefähr so viel wie Bremen. 46 Wenn z. B. ein neues Residenzschloss gebaut werden soll, so kommt dieses zu seinen Domainen, und es ist thö- rigt so etwas die Stände zu fragen, da es nicht aus der Staatskasse geschieht, sondern zum Domain des Hauses gehört, also zur fürstlichen Familie. Oder der Fürst soll Schulden bezahlen, die er, weil der Vater noch an der Regierung war, hat geglaubt machen zu müssen. Dies Geld kommt wieder nicht aus der Staatskasse, sondern geht der Krone nach, also aus dem Fideicommis des regierenden Hauses. Alles andere geht dem Kriegsminister oder dem Finanzminister, oder dem Justiz minister, und geht für Rechnung des Landes. 33 . Die Krone Preussens. Ebenso wird es, wenn das Land 10 Mill. Seelen hat. Preussen hat 13 Mill. Zuerst hat es sein Domain, welches in Preussen 7 Mill. Thlr. beträgt, oder 140 Thlr. Capital. Wenn Schlösser gebaut werden, so geschieht dieses aus des Königs Domain, und das Land hat gar nicht zu sagen, ob er dasselbe gut oder schlecht anwendet. Wenn der König als Kronprinz hat Schulden gemacht, so gellt solches auf das Domain des Königs, und das Land hat sich nicht darum zu kümmen. Aber die Landesabgaben, darum hat sich das Land zu kümmern. Wenn er die erblichen Reichsstände und die Deputirten der Gemeinen zu einem Reichstage lässt versammeln, so lässt der König entweder selbst oder durch seine Minister die Lage des Reichs darstellen, und gibt an, durch welche Mittel ihnen abgeholfen werden können. 47 Die Stände berathen sich tind fordern vom Minister jede Art Aufklärung, welche die Minister gehen können. Wenn die Kammer der Reichsherren diesen Gesetzentwurf gesehen hat, so geht er an die Kammer der Deputirten der Gemeinen. Und wenn auch diese ihn gesehen, so geht er an den König zurück. Der König gibt dann das Gesetz, und zwar nach s c i n e m W o h 1 g e f a 11 e n. Er braucht sich weder an die Mehrheit der Reichsherren , noch an die Mehrheit der Kammer der Deputirten an- zuschliessen. Es ist genug, wenn es heisst: „Nach Anhörung der Kammer der Ileichsherren und der Deputirten der Gemeine n. “ Alles andere ist sein Königliches Wohlgefallen. 34 . Wie ich auf diese Idee gekommen bin. Ich bin auf diese Idee hauptsächlich durch Frankreich gekommen, und dann durch die constitutioneilen Staaten Baiern, Baden, Würtenberg, Ilanover u. s. w. In Frankreich fing man die Revolution an, weil es für den gemeinen Mann unerträglich war, 600 Mill. Franks aufzubringen. Man hat also das repräsentative System, vermöge dessen kein Heller aus der Tasche des steuerpflichtigen Bürgers fallen kann, ohne dass er weis warum. Nach 40 Jahren, ungeachtet immer das repräsentative System aufrecht erhalten wurde, ging das Budget auf 1175 Mill. Franks. Und 600 Mill. waren es, wo vor 40 Jahren die Revolution anfing, weil man sagte, dass sie es nicht mehr aufbringen könnte. 48 Und das repräsentative System ist immer aufrecht erhalten worden. Aber woher kommt es dann, dass in Frankreich das repräsentative System so schlechte Früchte getragen hat? Es kommt davon, dass alles Beamter seyn will. Es kommt von 400,000 Beamten, wie wir vorher hatten. Es kommt von den 26,000 Grenzaufsehern, da die Krone Preussen bei langem Grenzen nur 2400 hat. Es kommt daher, dass man für den Palais Bourbon 34,666 Thlr. Miethe zahlt. Es kommt daher, dass Macdonald 51,000 Thlr. Gehalt bezieht, wie wir dies §. 25. gesehen haben, und zwar siebenerlei Art Revenüen. Es kommt daher, dass der Baron Dupin 7600 Thlr. Gehalt hat, also noch 1600 Thlr. mehr wie ein Preussischer Oberpräsident. Es kommt davon, dass der Kaiser Napoleon sehr strenge Haus hielt, in Hinischt der öffentlichen Revenüen, dass aber Ludwig XY1II., Carl X. und König Philipp sehr unhaushäl- trisch sind. Denn anders weiss ich es mir nicht zu erklären, dass Biidget 1175 Mill. ist. Wegen 600 Mill. fingen sie die Revolution an. Auf diese Weise wird der gemeine Mann immer betrogen. Als Baiern, Baden, Würtenberg und Darmstadt im Jahre 1818, 1819 und 1820 die Verfassungen gaben, so glaubten sie, und ich selbst habe es geglaubt, dass der Weg zur wahren Verfassung jetzt gefunden sey, und zwar durch die Bewilligung der Abgaben durch die Stände, auf die das Verfassungs-Prinzip beruht. Dass man im Anfänge ungeschickt sprechen würde, war zu erwarten, aber dies würde sich geben. 4<) Der König Maximilian Joseph und der damalige Kronprinz Ludwig feierten die Verfassung, und erst, was merkwürdig ist, nach 1, 2 his 3 Jahren. Aber es hat sich nicht gegeben. Ein Deputirter der Stände, Herr Behr von Würzburg ist auf der Festung, und heim Ilambacher Feste in Zweibrücken, kam auch eben nicht viel Gutes zum Vorschein. Die Leute meinten, die 40 Jahre, die seit der Zeit verflossen waren, wären rein unter gegangen. Aber was mich betrifft, ich bin 56 Jahre alt und 40 Jahre habe ich noch sehr gut erlebt. In Baden ging es eben so. Ncbenius, der durch das V\ crk: „beb er den öffentlichen Credit“ ungemein viel Ehre eingelegt hat, bekam den Auftrag die Verfassung im Badcn’schen zu entwerfen. Er war grossherzoglich Baden'scher Referendar urd war eine Zeitlang in Frankreich, um die französische Verwaltung kennen zu lernen. Auch er stimmte für die Abgaben, und so, dass, wenn die Reichsherrn und die Deputirtcn der Gemeinen nicht dafür seyn sollten, sie der Grossherzog nicht erheben könne. Die Baden’sche Verfassung wurde ebenfalls als ein Zeichen der Zeit angesehen. Sie wurde gelobt und gepriesen. Jetzt freilich geht es ganz anders. In Wiirtemberg ging 1819 der König zu seinem Schwager, dem Kaiser, nach Warschau. Als er wieder zurück kam, gab er die Verfassung; und auch wieder, dass wenn der Mehrheit der Reichsherren oder der Deputirten der Gemeinen die Abgabe nicht angenehm ist, dass dann der König sie nicht erheben darf. Ebenso in Darmstadt, wo der Grossherzog, ein Mann mit grauen Haaren, der leidenschaftlich Musik liebte (weshalb 4 das neue Theater in Dannstadt entstand) die Verfassung gründete. Auch wieder, dass wenn die Kammer die Abgaben nicht bewilligten, er, der Grossherzog, dieselben nicht erheben bann. Seit der Zeit ist nun in Darmstadt viele Unruhe gewesen, und zwar in Hinsicht der Stände. Aus dem bisherigen scheint daher zu folgen, dass man mit der Verfassung noch nicht auf dem rechten Wege ist. In Hanover, in Hessen - Cassel, in Dresden, lässt sich ähnliches erwidern, und es scheint, dass man da auch das wahre Prinzip ständischer Verfassung nicht eingesehen hat. Und dieses Prinzip ist: Zuerst Königliches Domain liir die Glieder des Königlichen Hauses, die der Natur der Sache nach immer sehr beschränkt sind in Hinsicht ihrer Anzahl. Das Haus Hohenzollern hat 23 Prinzen und Prinzessinnen. Das Haus Bourbon, so in Frankreich herrscht, hat l(j Prinzen und Prinzessinnen. Dann landständischc Verfassung in einem Hause der Reichsherren und in einem Hause der Deputirten der Gemeinen. Dann aber, dass, ehe das Gesetz gegeben wird, der König entscheidet, wie es gegeben werden soll. Denn das ist der -Wille des Königs. 20 . Die Könige des alten Testaments. Da aber Samuel zu alt ward, setzte er seine Söhne zu Richtern über Israel. Sein erstgeborner Sohn hiess Joel und der andere Abia, und waren Richter zu Berseba. Aber seine Söhne wandelten nicht auf seinem Wege, sondern neigten sich zum Geitz und nahmen Geschenke und beugten das Recht. 51 Da versammelten sich alle Aeltesten in Israel und kamen gen llamath zu Samuel. Und sprachen zu ihm: Siehe du hist alt geworden, und deine Sühne wandeln nicht auf deinen Wegen, so setze nun einen König über uns, der uns richte, wie alle Heiden haben. Das gefiel Samuel übel, dass sie sagten: Gieb uns einen König, der uns richte. Und Samuel betete vor dem Herrn. Der Herr aber sprach zu Samuel: Gehorche der Stimme des Volkes in allem, was sie zu dir gesagt haben, denn sie haben nicht dich, sondern mich verworfen, dass ich nicht soll König seyn über sie. Sie thun dir, wie sie immer gethan haben von dem Tage an, da ich sie aus Egypten führte, bis auf diesen Tag, und haben mich verlassen und andere Götter gedient. So gehorche nun ihrer Stimme. Doch bezeuge ihnen und verkündige ihnen das Hecht des Königs, der über sie herrschen wird. Und Samuel sagte alle Worte des Herrn dem Volke, das von ihm einen König forderte. Das wird des Königs Recht seyn, der über euch herrschen wird. Eure Söhne wird er nehmen zu seinem Wagen und Reutern, die vor seinem Wagen hertraben. Und zu llauptleuten über 1000 und über 50, und zu Ackerleuten, die ihm seinen Acker bauen und zu Schnittern in seiner Erndte, und dass sie seinen Harnisch, und was zu seinem Wagen gehört, machen. Eure Töchter aber wird er nehmen, dass sie Apothekerinnen, Köchinnen und Rächerinnen seyen. Eure besten Aecker und Weinberge und Oehlgärten wird er nehmen und seinen Knechten geben. Dazu von eurer Saat und Weinbergen wird er" den Zehnten nehmen und seinen Kämmerern und Knechten geben 4 * 52 Und eure Knechte und Mägde und eure feinsten Jünglinge und eure Esel wird er nehmen, und seine Geschäfte damit ausricliten. Von euren Ile erden wird er den Zehnten nehmen, und ihr müsset seine Knechte seyn. Wenn ihr dann schreien werdet zu der Zeit über euren König, den ihr euch erwählet habt; so wird euch der Herr zu selbiger Zeit nicht erhören. Aber das Volk weigerte sich zu gehorchen der Stimme Samuels und sprachen: Mit nichten! sondern es soll ein König über uns sevn. Dass wir auch seyen wie alle andere Heiden, dass uns unser König richte und vor uns her ausziehe , wenn wir unsere Kriegen führen. I)a gehorchte Samuel allem dem, was das Volk sagte, und sagte es vor den Ohren des Herrn. Der Herr aber sprach zu Samuel: Gehorche ihrer Stimme und mache ihnen einen König. Und Samuel sprach zu den Männern Israels: Gehet hin, ein jeglicher in seine Stadt. ( 1 . Buch Samuel 8.) 36 . Mein Glauben,sbekerintniss. Bonaparte und sein Geschick hatte allen Muth benommen, und diejenigen standen Einzeln, die sich noch wohl um die rechte Einrichtung der Staaten bekümmerten. Auch Bonaparte stand Einzeln da, und höhnte die Völker. Alle freisinnige Ideen waren mit ihm zu Grabe getragen, und nur wenig Menschen hofften auf eine Zukunft, die besser werden würde. Er ging nach Kussland und hier fing eine neue Zeit an. Hier hiess es: Ich will ihm einen Ring in die Nase legen und ein Gebiss ins Maul, und will dich 53 des Weges h e I m führ e n, den du gekommen bist- Ja endlich über das Meer nach der Insel Elba und dann zu den Engländern nach der Insel St. Helena. Als im Jahre 1814 der Wiener Congress gehalten -wurde, so hatte noch Niemand nachgedacht über die beste Einrichtung der Staaten. Am 13. Dezember 1814 wurde von Preussen vorgeschlagen : 1. dass den Ständen ein bestimmter Antheil an der Gesetzgebung gebühre; 2- dann Bewilligung der Landesabgaben; und 3. Vertretung der Verfassung beim Landesherrn und bei dem Bunde. Auch war in diesem Entwürfe von 2 Kammern die Rede, oder von erblichen und gewählten Stellvertretern. Der Fürst Hardenberg war unstreitig ein grosser Minister. Aber 19 Jahre, die seit derZeit verflossen sind, haben gezeigt, dass dies in Deutschland auf keine Weise geht Endlich kam Bonaparte von der Insel Elba zurück. Die Erde dröhnte. In der Verfassungsurkunde des deutschen Bundes wurde gesagt: §. 13. Dass in allen Bundesstaaten Landstände seyn sollten. Am 18. Juni 1815 war die Schlacht von belle alliance. Bonaparte wurde aufs neue geschlagen, und musste nach der Insel St. Helena ziehen. Drei Jahre hindurch blieb das Besatzungsheer in Frankreich von 150,000 Mann unter Herzog von Wellington. Erst im Jahre ISIS auf dem Congress in Aachen wurde es zurück gezogen. Baiern und Baden gaben die erste Verfassung im Jahre 1818 und 1819. Wie diese ausgefallen sind, dies ist schon im vorigen da gewesen. 54 Ich war 1820 und 21 in Ilerlin und schrieb über die Gesetzgebung des Königs und die Verwaltung des Fürsten von Hardenberg. Ich war damals der Meinung: ,,Dass eine Reichsverfas- „sung so scvn müsse, wie die von Raiern und Baden, und „dass bei der Bewilligung der Abgaben, wenn die Mehrheit „der Reichsherren und die Mehrheit der Deputirten einig „wären, so könnte der König nur das Gesetz vollziehen, ohne etwas daran zu andern.“ Im Januar 1822 ging ich als Geschworner nach Cleve. Der Appellationsrath Schmitz war Präsident. Im April sollte die Assise in Trier beginnen, wo Fonk angeklagt war, und es sollte entschieden werden, ob Fonk unschuldig an der Ermordung von Coenen wäre oder nicht. Der Präsident Schmitz glaubte, dass er unschuldig wäre. Ich ging Anfangs April nach Trier, wohnte daselbst den Verhandlungen bei, die beinahe 2 Monate dauerten. Fonk wurde zum Tode verurlheilt. Denn nach französischen Gesetzen, die wir hier noch haben, sprechen 8 den Tod aus, wenn auch 4 ihn begnadigen. Die französischen Gesetze sind blutdürstig. In Nordamerika sprechen, wenn 9 ihn verdammen und 3 ihn freisprechen, den Angeklagten frei. Fonk wäre freigesprochen nach Amerikanischen Grundsätzen. Ich war aber der Meinung, dass, als Coenen des Abends von Hahnenbein weg ging, er sich in den Rhein gestürzt habe, bei einem Anfalle von Melancholie. Denn Coenen w r ar trübsinnig. Der jetzige Justizminister Herr v. Ilamptz hielt ihn ebenfalls für unschuldig. Ebenso der Staatsrath Daniels und viele andere, so dass man sagen kann: Dass mehr als die llälfle von der Unschuld von Fonk überzeugt waren. 55 Wenn ein Verbrechen begangen ist, worauf die Todesstrafe steht, so muss dies erst Tom König vollzogen werden. Der König begnadigte ihn, so wie auch Hamacher. Den 8- August 1823 kam sie aus Töplitz. Im Februar 1824, wo ich die Versuche über der Streuungskegel der Kugeln anstellte, bekam ich auf 600 Schritt einen Schuss auf den Hüftknochen mit einer 5löthigen Kugel, welche hinten herein- und vorne heraus fuhr. Ich liess den Arzt und Wundarzt rufen. Der Wundarzt war für den Aderlass. Der Arzt nicht, vermuthlich aus Eifersucht. Vier VVochen nachher bekam ich den Schlag, an dem ich noch immer leide. Nach und nach erholte ich mich wieder, und ich schrieb im Jahre 1830: Ueber die Schulden des preussi- sehen S taa tes. Ich halte nämlich 6000 Thlr. Staatsschuldscheine gekauft, und nun berechnete ich, wie hoch die Staatsschulden der verschiedenen Mächte Europa’s standen. Im Jahre 1820 hatte ich nämlich eine Schrift geschrieben: Ueber Preussens Geld haus halt und neues Steuersystem und dieses meinen Mitbürgern gewidmet. Ich hatte in ihr die verschiedenen Einnahmen und Ausgaben dargestellt, die von der Grundsteuer, von der Schlachl- und Mahlsteuer, die Zölle, die Verbrauchssteuer u. s. w. Dieses war nur eine Fortsetzung von jenem. Im Jahre 1830 musste der König von Frankreich dasselbe verlassen und ging nach England. Ein paar Monate später’ brach in Brüssel eine Revolution aus, und zwar nach dem Theater. Es waren die Zeitungsschreiber, die sie veranlassten. Vierzehn Tage nachher, als sie sahen, dass es gut ging, so machten sie wieder eine neue, und änderten den S t a a l s nt e c h a n i s m u s. Auch in Aachen brach eine Revolution aus, die aber durch die Aachener Bürger gleich unterdrückt wurde, Ich schrieb nun sur la dette de V etat de prusse, dass ich Agar, Grafen von Mosburg zueignete, der franzüs. Finanzmi- uister in den Jahren 1806, 7 und 8 in Düsseldorf gewesen war. Ich zeigte hierin, dass wir, in Preussen, 4 Thlr. 20 Sgr. an Abgaben zahlen, hingegen in Frankreich 9 Thlr. 15 Sgr. Diejenigen, die anderer Meinung waren, sagten: „Das sey zwar allerdings wahr, dass man in Preussen „weniger zahle, wie in Frankreich, denn 4 Thlr. 20 Sgr. sey „nicht die Hälfte von 9 Thlr. 15 Sgr., die in Frankreich be- „zahit werden. Allein die Gemeinde - Abgaben seyen zu ’,hocli, ja höher wie in andern Ländern. So würden für „Schulen sehr grosse Summen aufgebracht, und w r enn auch „die Schulen dem Bedürfnisse des Volks entsprechen, so „wird doch hierfür viel zu viel Geld ausgegeben.“ Die Städteordnung ist öffentlich nach dem grossen Freiheitsbriefe, den der König am 19. November 180S den Städten gab. Ich liess daher den Gemeinde-Haushalt der Städte: Düsseldorf, Elberfeld, Coblenz, Trier, Berlin und Paris abdrucken und so ergab es sich daun, dass die Städte am Rheine 8 Sgr. für Schulen bezahlten. Dass aber im Ganzen sie 1 Thlr. 7 Sgr. für Verwaltung der Städte, Polizei, Schuldenwesen u. s. w. aufbringen, und dass sie für die Armen 1 Thlr. 3 Sgr., also zusammen 2 Thlr. 10 Sgr. Abgaben zahlen. Dahingegen muss Berlin 4 Thlr. 8 Sgr. geben, Leipzig 6 Thlr. und Paris 14 Thlr. an die Stadt und 20 Thlr. an den Staat von 770,000 Menschen zahlen. Ich schickte dies an den König. Der König schickte mir den rothen Adler-Orden 4ter Classe . „als ein Zeichen des patriotischen Sinnes, welcher „sich früher,;, so wie jetzt, in der Schrift: »Ueber den 57 »G e mein de - Haushalt grosser Städte« ausgesprochen ha t.“ Die Gemeinden zahlen mit den Armen 2' Thlr. 10 Sgr., also die Hälfte von 4 Thlr. 20 Sgr., welche die Unterthanen an den Staat zahlen. Das Oberpräsidium Coblenz enthält 2 Mil], 213,000 Seelen, also mehr als Würtemberg oder Sachsen oder Hanover. Die Gemeinden im Oberpräsidium Coblenz betragen 763 Bürgermeistereien. Also jede Bürgermeisterei 2900 Seelen. Eine solche Bürgermeisterei beherrscht sich durch ihre eigene Schwere. Freilich betragen die Städte immer viel mehr. Coln hat 64,000 Seelen. Aachen 35,000. Düsseldorf 30,000. Elberfeld 30,000- Barmen 24,000. 'Trier 14,000- Coblenz 12,000- Aber in den Städten wohnet nur immer ein Viertel, statt dass drei Viertel auf dem Lande wohnen. Besonders ist dies am Rheine der Fall, wo wir im Regierungsbezirk Düsseldorf 7000 Menschen auf der Quadratmeile haben. Aber wenn die Deputirten auf dem Reichstage zusammen kommen, so stellt sich die Sache ganz anders. Diese Deputirten haben nur vom Steuerwesen eine sehr oberflächliche Idee. Ich habe mich ungefähr 16 Jahre mit dem Steuerwesen beschäftigt. Aber ich muss noch 2 Jahre mich damit beschäftigen, ehe ich einen voüsändigen Lehr-Cursus aller preussischen Steuern geben kann. Wie viele Deputirten haben Sinn dafür? Vielleicht unter 100 Deputirten keine drei oder vier. 58 Deswegen schreibt der König das Geldgesetz aus, lebt aber von seinen Domainen, und erhält gar nichts von den 56 M i 11. T h a 1 c r, so in die Staatskasse fliessen. 37. Worte des Köuigs von Holland. Der König von Holland sagte neulich bei Eröffnung der General - Staaten: Einigkeit macht stark. , Das ist ein wahres Wort, was Seine Majestät da gesagt haben. Und so auch in Deutschland Einigkeit macht stark. 1. DasKönigl. Domain besteht in 7 Mill. Renten und die Einnahme und Ausgabe hat der König zu bestimmen. 2. Die Landesabgaben bestehen mit den llebegcbühren in 56 Mill. Auch diese bestimmt der König sowohl in der Einnahme als in der Ausgabe. Dieses ist 4 Tlilr. 10 Sgr. auf den Kopf. Die Ober - Präsidenten, die 4 Pf. auf den Kopf kosten, die Regierungen die 2 Sgr. 10 Pf. aul den Kopf kosten, und die Landräthlichen Kreise, die 2 Sgr. auf den Kopf kosten, sind hierin schon mit begriffen. 3. Die Gemeinen-Abgaben, welche mit den Armen 2 Tlilr. 10 Sgr. kosten, hat der König frei gegeben. Eine Verfassung haben wir schon, doch ist sie noch nicht geschrieben. Uebersicht. 1. Der Mensch ist göttlicher Natur. Männer wie der heilige Augustin, wie Thomas von Kempen, wie Pascal, Fenelon, Newton, Stahlschmidt, diese sind von Gott. 2. Haben sich die Menschen in Staaten vereinigt, so bilden sie Freistaaten wie in Amerika, oder Monarchien wie in Europa. 3. In Freistaaten ist die Anzahl der Einwohner geringe. Hamburg hat 150,000 Seelen. In Monarchien sind sie grösser. Preussen hat 13 Mill. Menschen. 4. In Freistaaten sind die Bürger gleich, aber in Hamburg haben nur 7000 das Recht zu wählen. In Monarchien sind die Rechte ungleich und nur Einer kann herrschen. Allein auch dieses ist beschränkt. Wenn der Herrscher abtritt, so tritt der Kronprinz an seine Stelle, und er kann sie nicht Einem aus dem Volke geben. Das sind die Rechte des Landes in einer Monarchie. 5. Der König hat sein Domain. Er erbt dieses nach dem Rechte der Erstgeburth. Dieses Domain kann er nicht veräussern, oder beschweren. Dies ist gegen die Gesetze des regierenden Hauses. 60 Seit dem Jahre 1417 his zum Jahr 1S33, also in 416 Jahren, hat das preussische Haus 11 Churfürsten und 5 Könige gehabt, und fast alle waren zum Herrscher geboren. 7. Nach dem Staatsminister von Stein beträgt das Vermögen des Hauses 7 Mill. jährl. Renten, oder 140 Mill. Tldr. Capital. 8. Das Königl. Haus besteht gegenwärtig aus 23 Prinzen und Prinzessinnen. Nie ist das Königliche Haus so stark gewesen. 9. Durch das Edict über die Staatsschuld bestimmte der König am 17 . Januar 1820 : „Dass er von seinem Domain „nur 2£ Mill. fordern wollte, alles andere sollte zu Tilgung der Schulden dienen.“ 10- Die Land- oder Heichsstände bestehen demnach aus einem Ober- und Unterhause, oder aus erblichen Pairs und Deputirten der Gemeinen. Wenn der König den Reichstag zusammen ruft, so stellt er ihm die Lage des Reichs vor. Wenn der Reichstag geschlossen ist, so thut er Erwähnung von den Ständen, aber er erhebt Seine Willensmeinung zu einem Gesetz. Denn das ist des Königs Wohlgefallen. 11 . Auf diese Weise wird man nicht wie in Frankreich zu einem repräsentativen System kommen, das alles um- wirfl. Dieses System, obwohl es mit grossen Worten verkündet, ist äusserst nachtheilig für Frankreich. Bei 600 Mill. Biidget mussten sie, wie sie sagen, die Revolution beginnen, und jetzt haben sie 1175 Mill. Biidget und sie sagen nicht, dass sie sie nicht aufbringen können. Dies kommt von der ungeheuren Menge Armen in Frankreich. In Paris ist jeder 11. Mensch ein Bettler in Bourdeaux ist jeder 5. Mensch ein Bettler und in Lille, mit 60,000 Seelen, ist jeder 3. Mensch ein Bettler. 61 12. Sie haben 26,000 Grenzaufseher, indess wir, bei lungern Grenzen nur 2400 haben. Sie haben das Palais Bourbon für die Deputirten der Gemeinen gemiethet und bezahlen 34,666 Thlr. Miethe. Das Rathhaus von Elberfeld kostet, wenn es fertig ist, 120,000 Thlr., thut also nur 6000 Thlr. Miethe. Die Hauptfacade ist 148 Fuss lang. 13. Die Angestellten in Frankreich haben ungeheure Gehalte, besonders die, welche sich dem Mittelpunkte genähert haben. Der Marschall Macdonald hat 51,000 Thlr. Gehalt, indess ein preuss. Prinz von dem Domain des Königs nur 40,000 Thlr. hat, und wenn er verheirathet ist, 80,000 'Thlr. Selbst der Baron Dupin, der Statistiker, bezieht 7600 Thlr. Gehalt, also noch 1600 Thlr. mehr wie ein preus. Oberpräsident. Diese Gehalte sind dasjenige, was in Spanien und Portugall die Mönchsorden sind. Jeder Franzose will Yom Andern leben Und dann ist die Steuer das bequemste. Wenn 400,000 Angestellte sind, so kommen auf jeden Angestellten 81 Seelen. 14. Heinrich lY. hatte den Staatshaushalt auf 33 Milk Livres herabgesetzt. Da ermordete ihn Rayaillac ein Fanatiker. Als Sully diese Nachricht gebracht wurde, da rief er: „Wollt ihr mich denn auch ermorden?* 4 Heinrich 1Y. und Sully hatten den wahren Begriff vom Finanzwesen. Aber die Grossen des Reichs theilten sie nicht. Heinrich bezahlte von 33 Mill. Livres Budget 330Mill. Livres Staatsschuld und hinterliess noch 44 Mill. Livres im Staatsschätze. 62 15. Im Jahre 1810 ist die Königin von Preussen gestorben. Der König versammelte 6eine Kinder um sich, die damals noch klein waren. Im Pallast des Königs Hess er über die Strasse bauen und hier schlief er mit seinen Kindern. Er gab 50 Thlr. monatlich Nadelgeld, und dies von einem Vermögen, was 7 Mill. Thlr. Renten hat. Ich weis dieses vom Feldmarschall Grafen von Gnci- senau. Iß. II oh en Zöllner ns altes Geschlecht, der deutschen Freiheit gegenwärtiger Erhalter und künftige einzige Hoffnung. Inhalt. Seite. 1. Der Mensch ist göttlichen Geschlechts . . . . 5 8. Der Apostel Paulus.. 5 3. Sind alle Menschen göttlichen Geschlechts? ... 6 4. Lucas der Evangelist.7 5. Die Staaten des deutschen Bundes.7 G. Vereinigung der Menschen zum Staate .... 10 7. Freistaaten und Monarchien ..10 8. Das Domain des König!. Hauses.11 9. Grösse dieses Domains.11 10. Geringe Bevölkerung nach dem 30jiihrigen Kriege . 13 11. Georg III. von England.13 13. Geringe Zahl der regierenden Familien in Europa . 13 13. Das Haus Iiohenzollern.16 14. Des Königs Domain.17 15. ßaiern und Baden.18 16. Darmstadl, Dresden, Manöver und Hessen - Cassel . . 30 17. Der IVille des Königs.31 18. Die lleichsherren und Abgeordneten der Gemeinen . 31 19. Beispiel von den Staaten in Deutschland ... 33 30. Beispiel von Frankreich.35 31. Napoleon.37 33. Die Bourbonen.38 23. Der preussisehe Haushaltsplan von 5G Mill. Thlr. . . 30 34. Der Schatz in Preussen.3t 35. Ursache warum in Frankreich die öffentlichen Abgaben eine solche Höhe erreichen.33 36. Die Stadt Paris.37 64 Seite. 27. Die Minister von Frankreich ...... 88 28. Zeitungen in Paris 1831 und 1833 .... .39 29. Gott erhalte den König.H 30. Die Wahlherren und die Deputaten .... 12 31. Friedrich Perthes in Hamburg.H 32. Die kleinen Staaten Deutschlands.15 33. Die Krone Preussens.10 31. AVie ich auf diese Idee gekommen bin .... 17 35. Die Könige des alten Testaments 50 36. Mein Glaubensbekeuntniss ...... 62 37. AA'orte des Königs von Holland.58 Uebersicht.bl