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6 (1891) Große Ethik [u.a.] Metaphysik
Entstehung
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IV.

Ueber Träume und Traumdeutung.

Erstes Kapitel.

Welchem Vermögen der Seele der Trcium angehört.

Unsere Untersuchung führt uns nun weiter zum Traum.Die erste Frage ist hier, welchem Theil der Seele der Traumangehört, ob er eine Bestimmtheit des denkenden oder des wahr-nchmenden, sinnlichen Theiles ist; denn dieß sind die einzigen,uns gegebenen Vermögen, vermittelst deren wir etwas erkennen.Wenn nun der Gebrauch des Gesichts das Sehen, der Gebrauchdes Gehörs das Hören, überhaupt der Gebrauch der Sinne diesinnliche Wahrnehmung ist, wenn ferner Manches den Sinnengemeinsam ist, wie Figur, Größe, Bewegung und dergleichen,Anderes aber eigenthümlich, wie Farbe, Schall, Saft; wennendlich kein Wesen im Stande ist, zu sehen, solang es die Augengeschlossen hat und schläft, und wenn das Gleiche bei den übrigenSinnen der Fall ist, so geht hieraus offenbar hervor, daß wirim Schlaf keine sinnliche Wahrnehmung machen. Somit ist esnicht das sinnliche Wahrnehmungsvermögen, wodurch wir denTraum wahrnehmen. Allein ebensowenig ist es die Vorstellung.Denn das, was an uns da herankommt, bezeichnen wir nichtbloß als Mensch oder Pferd, sondern auch als weiß oder schön,solche Prädikate aber könnte die bloße Vorstellung ohne sinnlicheWahrnehmung nicht aussagen, weder richtig noch falsch. ImSchlaf aber kommt es vor, daß die Seele dieß thut, denn wirglauben ebensogut zu sehen, daß die Erscheinung ein Mensch,als daß sie weiß ist. Ferner: neben dem Traum haben wiroft noch andere Gedanken, wie wenn wir im Wachen etwas