275
Solöcismus nicht wirklich, sondern nur scheinbar erschließen; eserhellt zugleich der Grund hiefür und die Art und Weise, wieman entgegnen muß.
Dreiunddreißigstcs Kapitel.
Bon der größeren oder geringeren Schwierigkeit solcher Lösungen.
Man muß bemerken, daß die Schlüsse theils leichter, theilsschwerer zu durchschauen sind iir der Beziehung, wodurch und inwelchem Punkt sie den Hörenden täuschen, obgleich beide Artenoft einander ganz gleich sehen. „Denselben Schluß" kann mandenjenigen nennen, welcher auf demselben Moment beruht; alleinEin und derselbe Schluß kann wohl den Einen auf den sprach-lichen Ausdruck, deir Andern auf das Accidens, noch Andern wie-der auf etwas Anderes gegründet scheinen, weil es nicht Jedemin gleicher Weise klar ist, welches Moment wirklich zutrifft. Wieauch bei den auf der Homonymie beruhenden Schlüssen — unddieß ist Wohl die am leichtesten zu durchschauende Art von Trug-schlüssen — manche selbst dem nächsten Besten klar sind (es be-ruhen ja alle die lächerlichen Spielereien, welche zu diesen Schlüs-sen gehören, so ziemlich auf dem sprachlichen Ausdruck, wie z. B.:welche Kuh gebärt vorne')? Keine, sondern beide hinten. —Ist der Nordwind rein? Nein, — er hat also einen Armen,einen Sklaven umgebracht. — Ist das Euarchos? Nein, Apol-lonides^); ebenso sind auch sonst die meisten), während andereselbst von den erfahrensten Männern nicht entdeckt werden; einBeweis hiefür liegt darin, daß sie oft über Namen streiten, z. B.ob das Eins und das Seiende überall dasselbe bedeutet oder et-was Verschiedenes. Die Einen nemlich sind der Ansicht, die Be-deutung sei überall dieselbe; Andere wollen den Beweis des Zenound des Parmenides dadurch lösen, daß sie sagen, das Eins und
>) D. h. etwa vorne im Stall. Griechisch eine Zeitbeziehung gesetzt, welche— wie einige der hier gebrauchten Beispiele — nicht übertragbar ist. Da« Bei-spiel mit der Kuh entspricht ganz unserem „Welches Licht brennt länger?"
2) Euarchos als n. xr. und als LxxoU. --- guter Regent.
18 "