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3 (1891) Poetik (3. Aufl.), Topik (Disputierkunst)
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übliche Benennung gebrauchen und dürfe daran nicht rütteln, wennauch freilich Manches nicht nach der allgemeinen Ausdrucksweisezu bezeichnen ist.

Elftes Kapitel.

Bon Definitionen, welche etwas Zusammengesetztes bestimmen.

Wenn eine Definition sich auf einen zusammengesetzten Aus-druck bezieht, so muß man die Richtigkeit dadurch untersuchen,daß man den Begriff des einen von dem zusammengesetzten Aus-drucke wegnimmt und sieht, ob der Rest dem Rest entspricht; istdieß nicht der Fall, so ist klar, daß auch das Ganze nicht demGanzen entspricht. Z. B. wenn die Definition einer begrenztengeraden Linie lautet: Grenze einer begrenzten Fläche, wobei dieMitte dieser Grenze in den Enden fortlanft, so ist alsobegrenzteLinie" destnirt durchGrenze einer begrenzten Fläche", also mußdas klebrige die Definition vongerade" sein, nemlichwobeidie Mitte in den Enden fortläuft". Allein die unbegrenzte Liniehat weder Mitte noch Enden, ist aber doch gerade, also ist auchdas Uebrige durch das Uebrige nicht richtig desinirt.

Ferner, wenn das zu Desinirende zusammengesetzt ist, somuß man sehen, ob die Definition eben so viele Glieder hat,wie das zu Desinirende. Eine Definition hat ebensoviele Glieder,wenn in der Definition ebensoviele Worte und Ausdrücke sind,wie in dein Zusammengesetzten, welches zu definiren ist. Manmuß nemlich eben die Ausdrücke vertauschen können, entweder alleoder einige, da ja das einemal nicht mehr Ausdrücke gebrauchtsind, als das andremal, der Desinirende muß anstatt eines Aus-drucks einen Begriff angebcn, am besten für Alles, wo nicht, dochfür das Meiste. In derselben Weise bildet man ja auch dieDefinition einfacher Ausdrücke durch Vertauschung der Namen,wie wenn man sagt, ein Rock sei ein Kleid.

sttoch größer ist der Fehler, wenn man gar unbekanntereAusdrücke an die Stelle der zu besinnenden setzt, z. B. Wennman stattweißer Mensch" sagt:schimmernder Sterblicher";