Druckschrift 
1 (1844) Unter-Aegypten
Entstehung
Seite
206
Einzelbild herunterladen
 

20ü

neuen regenerirtcn Leben cntgegenschrcitet. Er hatallerdings weder einen bedeutenden baaren Schatz,noch hält er einen kostspieligen Hofstaat, ja ohnge-achtct seiner so reißend angewachsenen Revenuen,die sich jetzt höher gesteigert als die der preußischenMonarchie, ist er oft kaum im Stande die laufendenAusgaben zu bestreiten, weil er immer Neues schaf-fend , wenig oder nichts zurücklcgt ^). Wie gesagt,er giebt, wie er nimmt. In keinem Lande sindverhältnismäßig die Staats- und Militairbeamtennur zur Hälfte so hoch besoldet als hier, so daß siees auch recht gut vertragen können, nicht sehr regel-mäßig bezahlt zu werden, was ich jedoch, da es meistabsichtlich, aus kleinlichem Interesse geschieht, füreine sehr schlechte und unpolitische Maßregel halte.Außer der Unzahl von angelegten Fabriken, Kanälen,und andern großartigen Wasserbauten, Hospitälern,

Deshalb sagte auch der Courier de Smyrne:Mehe-med Aii'S Finanzen sehen in dem schlechtesten Zustande, und erhabe bereits ein ganzes Jahr seiner Nerenücn voraus ver-zehrt." Wäre dies wahr, was es nicht ist, so müßte demohn-geachtet Mehenied Ali noch vcrhälinißmäßig für den reichstenFürsten in der Welt gelten, denn welchen civilisirten Staat inEuropa giebt es, der nicbt ein, zwanzig, hundert Jahre seinerRcvcnüen im Voraus verausgabt hätte!