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Geschlechtes; denn diejenigen, welchen eins von beiden vorkam, hieltendieses gleich für alle fest und nahmen an, als verhalte es sich beiallen so. Dasselbe findet indcß auch bei den Schafen und Ziegen statt,denn die meisten von ihnen besitzen eine Gallenblase und zwar in ei-nigen Gegenden dergestalt, daß ihre übermäßige Größe ein Wunder-zeichen zu sein scheint, z. B. in Naxos; an andern Orten dagegenhaben sie keine, z. B. zu Ehalkis ans Euböa an gewissen Weideplätzenderselben ?). Ferner aber ist, wie bemerkt wurde, die Gallenblase derFische weit von der Leber entfernt. Mit Unrecht scheint jedoch Anaxa-goras anzunchmcn, daß sie die Ursache der hitzigen Krankheiten sei;die im Uebermaß vorhandene ergösse sich nämlich ans die Lungen,Gefäße und Rippen. Es haben ja diejenigen, welche an solchenKrankhcitszuständcn leiden, fast gar keine Galle, und bei der Ob-duction müßte cs sich ja doch wohl finden; ferner ist auch die Mengeder in den Krankheiten vorhandenen nicht mit der zu vergleichen, welcheausgeschieden wird. In der That scheint, wie auch die im übrigenKörper erzeugte eine Art Ausscheidung oder Verflüssigung ist, so auchdie an der Leber befindliche Galle eine Ausscheidung und nicht zuirgend einem Zwecke vorhanden zu sein, gerade so wie auch der Absatzim Magen und in den Gedärmen. Freilich bedient sich zwar die Na-tur zuweilen auch der Ausscheidungen zu einem Zwecke, darum darfman indcß noch kcinesweges überall nach einem Zwecke suchen, viel-mehr da gewisse Dinge so beschaffen sind, so folgt daraus manchesandere mit Nothwendigkeit. Wo sich nun ein gesunder Zustand derLeber vorfindct, und wo das in letztere tretende Blut eine süße Be-schaffenheit hat, da findet sich entweder ganz und gar keine Gallen-blase an der Leber oder nur in Gestalt einiger Gänge, oder sie habensie theils, theils nicht. Daher sind sowohl die Lebern der Thiereohne Gallenblase, um im Allgemeinen zu reden, schönfarbig und süß,als auch ist bei denen, welche eine Gallenblase besitzen, der unter der
7) Vgl. Iiint. -IN. 1, >4. 6; äeliaii liiüt. »II. XI, 2g; XVI, 28; Min.Iii-n. nat. XI, 74. — Vielleicht ist hier, wie aus Lelimi hervvrzngehen scheint,nur von gefüllter und leerer Gallenblase die Rede. Das Fehlen der Gallenblaickönnte bei Schuten und Ziegen höchstens eine individuelle Eigenthümlichkeit sein,wie wir dieß auch sonst, z. B. bei Kaninchen, beobachteten.