den und Abertausenden von Figuren bedeckt, alle imblendendsten, mannichfachsten Farbenschein erglänzend— gewiß jeder Gläubige einst mit erschütterter Seele,und in frommen Schauern der Götter Nähe fühlend,im Angesicht des irdisch vor ihm dargestellten Him-mels, anbetend in den Staub gesunken seyn muß.
Der Haupteingang zum Tempel stieg in einerSphynrallee, wahrscheinlich von den Kronen grünerSycomore beschattet, vom Nil heran, bis er zweipyramidcngleiche ungeheure Pylonen erreichte, zwi-schen denen sich das größte der Tcmpelthore befand,welches jetzt theilweise zertrümmert ist. Wenn manbis hierher gelangt ist, eröffnet sich eine Perspektive,die auf einmal die ganze kolossale Größe der RuineKarnack's entfaltet. Trotz der Trümmerhaufen undsieben ganz in der Nähe umgestürzter Säulen von23 Fuß Umfang, sieht man auf einer Distanz von1000 Schritten durch 12 innere, auch zum Theilzerstörte Thore, alle zwischen 70 und 80 Fuß Höhehindurch, zuerst durch den weiten Vorhof, dann, ent-lang der Niesenhalle, durch den Hof der Obeliskenund den der Kolossen, hinweg über das Heiligthum,das, wie ein Juwel geschmückt, vertieft in der Mitte