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2 (1870) Revolution und Reaction im Spätjahre 1848
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III. 7. Ermanmmg Vercinswcsm Selfgovernment.

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im gcsuchtcn Einverständnisse mit derselben. Während des Belagerungszu-standes setzten die Holowna Nada Ruska und die aus ihr hcrvorgc-gangcnc Matica Nuska ihre Thätigkcit fort, ja gewannen nur an An-sehen und Einfluß; der Landes - Cominandircndc wandte sich wiederholtan sic mit der Aufforderung, für die Anfrcchthaltnng der Ruhe undOrdnung im Lande zu sorgen. Auch darin unterschied sich der ruthcnischeNational-Rath von dem polnischen, daß jener seine ganze Nation ein-müthig hinter sich hatte, was der letztere von sich nicht rühmen konnte,da die bäuerliche Bevölkerung von dessen revolutionären Tendenzen nichtswissen wollte, ja sich denselben bei jedem Anlässe feindlich gegenüberstellte. Jachimowicz, Kuziemski, Ustyanowicz, Zukowski, Borysikicwicz,Holowacky u. a. waren nicht bloß die Hauptsprccher in den Sitzungendes ruthcnischcn National-Rathcs, sie waren zugleich die anerkanntenFührer der ruthcnischcn Bevölkerung des ganzen Landes, die Vertreterihrer Wünsche und Bestrebungen. Mitte November sandte die HolownaRada eine Deputation an das kais. Hoflagcr. Sic sollte verlangen:Theilnng Galiziens nach Stammcsgränzcn in zwei Verwaltungsgcbietc;Einführung der ruthenischcn Sprache in Amt und Schule, Gleichstellungder griechisch-katholischen (ruthcnischcn) Geistlichkeit mit der lateinisch-katholischen (polnischen) im Punkte der Besoldung; ruthcnische National-gardc; Entfernung der der ruthcnischcn Nationalität feindseligen Be-amten. Die Deputation wurde in Olmüz wohlwollend empfangen undmit der freilich nur allgemeinen Zusage der möglichsten Berücksichtigungihrer Gcsuchspnnktc in ihre Heimat entlassen. Kuziemski stand an derSpitze der Scndschaft; als er am 4. Deccmber wieder in dem mit denNational-Farbcn, gelb und blau, ansgcschmückten Museums-Saale desgriechischen Seminars erschien, stimmten alle Anwesenden das begrüßendeLlnoliaja lita" (viele Jahre) an und alle ruthenischcn Gebiete desLandes gaben freudigen Widerhall.

Wie Galizien, so empfand auch Böhmen den Stillstand der parla-mentarischen Landesvcrtretung um so empfindlicher, als auch hier zweivcrschicdcnsprachigc Volksstämmc einander fortwährend im Auge hielten.Was ihnen der gemeinsame Landtag, dessen Einberufung die unglück-seligen Juni-Ereignisse vereitelt hatten, nicht bieten konnte, das nahmnun jede der beiden Nationalitäten für sich in die Hand, und so standensich die Bewohner des Landes, die in beiderseitigem Interesse für dessenWohl znsammcnznwirkcn berufen waren, abseits in feindlichen Lagern