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2 (1870) Revolution und Reaction im Spätjahre 1848
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keine ^escr und darum auch keine Verleger. Selbst der einsame Forscher-in seinen vier Wänden feierte, seine Bücher hatten ihren Reiz für ihnverloren, seine Sammlungen und Apparate verlockten ihn nicht in einerZeit, die für die Früchte gediegenen Eifers keinen Sinn hatte.DasMehr von Einsicht in meiner Wissenschaft", schrieb uns im October volltrüben Mißmnths ein gelehrter Freund,das ich seit März dieses Jahresgewonnen, ist keine zwei Kreuzer wcrth".Ich habe in diesem Sommernncndlich viel gelitten", klagte der keusche Dichter Adalbert Stifter,selbst der Tod ist süßer als solch ein Leben, wo Sitte Heiligkeit KunstGöttliches nichts mehr ist und jeder Schlamm und jede Thorhcit, weiljetzt Freiheit ist, ein Recht zu haben meint hcrvorzntrcten. Als dieUnvernunft, der hohle Enthusiasmus, die Schlechtigkeit, die Leerheit undendlich sogar das Verbrechen sich breit machten und die Welt in Besitznahmen, da brach mir fast buchstäblich das Herz". Er konnte nichtsarbeiten, nichts geistiges schaffen.Ich liebte die Menschen und warbis 1848 heiter wie die antiken Völker. Jetzt weiß ich nichts zu sagen,und habe niemand dem ich etwas sagen möchte".

Die Hallen der Kunst waren verödet, die freundlichen Tempel dcrMuscn standen verlassen. In Wien mußte die Gesellschaft der Musik-Freunde ihre Thätigkcit einstcllcn, ihr Conservatorinm löste sich wegenMangels an Schülern und an Publicum ans. Die Theater fristeten einkümmerliches Dasein; das edlere Schauspiel, die große Oper fandenkeine Thcilnahme. Selbst das Vicrgestirn der Wiener Komik erblich inder düstern Glnth der allgemeinen Erhitzung; Karl schnallte sich alsRationalgardc-Bezirks-Chef der Lcopoldstadt den Officicrs-Säbel um undlegte als Wiener Gemcindcrath seine Schalksmiencn in ernste Falten;Scholz Ncstrvy und Grois trugen die Muskete. Wenn sic ans dieBretter kamen, versagte ihnen die Laune ihre harmlosen Späße von früherzu machen, wie ihren Zuhörern die Stimmung sich daran zu ergötze»;und in die herrschenden Schlagwortc des Tages zu stimmen, dazu mochtensie sich nicht hergcben. Im Gegentheile Nestroy verstieg sich zu demWagniß, dieselben in seiner Posse:Die Freiheit in Krähwinkel" in'slächerliche zu ziehen; das Stück zog eine Weile, erregte aber bald denZorn der Nadicalcn in so hohem Grade, daß sein Verfasser manchenUnglimpf dafür hinnehmcn mußte. Die Cassc des Theaters erlitt inFolge aller dieser Zustände eine solche Einbuße, daß Karl daran war