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III. 1. 708 «.. u. o. und 1818 p. 0. u.
gegeneinander erbitterten Krieg zu Land und zur See. An allen EndenScharmützel und Gefechte, Treffen und Schlachten, Belagerungen undBlocadcn, Bombardements nnd Straßcnkämpfc, Hinrichtnngen nnd Füsil-ladcn, Meuchelmord und Todtschlag mit offenem Visier. Alle Bande dergesellschaftlichen Ordnung schienen gelöst zu sein, die Gesetze hatten ihrAnsehen, der richterliche Arm hatte seine Macht verloren. Alles ging imPartcigcistc unter, der selbst in den Schoß der Familien schneidendeNisse zog.
Wer mochte Österreich wicdcrcrkcnncn, der cs in früheren Tagengesehen nnd der cs jetzt sah? jenes Österreich, von dem Fortschritt imwestlichen Europa gehöhnt nnd verspottet, aber von allen Negierendenund von vielen Regierten beneidet; jenes Österreich mit der spiegelglattenheitern Oberfläche seines öffentlichen Lebens, kaum hie und da von einemspielenden Lustzug aufgekräusclt, aber durch mehr als drei Jahrzchendcvon keinem aufwühlenden Sturme gepeitscht und zerrissen; jenes Österreichmit dem ruhigen friedsamcn Zustand seiner Völker, deren Lenkbarkeit nndpolitische Unbefangenheit die alljährlich für ein paar Stunden zusammen-tretenden „Postulat-Landtage" nicht geschaffen waren zu stören; mit seinenbewaffneten mit Vorrechten und Auszeichnungen begnadigten, in kostbarenUniformen schimmernden Bürgcr-CvrpS, die durch ihre mit vielfacherUnbchilflichkeit verquickte Nachahmung militärischen Wesens so reichenStoff zu gntmüthigen Witzen boten; mit seiner „Österreichisch-Kaiserlichprivilegirten Wiener Zeitung", mit seinem „Österreichischen Beobachter"der das kaiserliche Privilegium nur nicht offen an der Stirne trug, mitden k. k. a. p. Zeitungen in seinen Provinzial-Hanptstädten, neben denencs wohl eine Handvoll belletristischer und scicntifischer Zeitschriften, Unter-haltnugs- und Mode-Journale, aber nicht ein politisches Tagblatt gab?!
Wie war das mit cincmmal anders geworden! Die „Wiener Zeitung"bestand noch, sic hatte noch den Doppeladler — mit Ausnahme jenesberüchtigten 29. Mai-Blattes — an der Spitze, aber das „österreichisch-kaiserliche Privilegium" war verschwunden. Das Metternich-Pilat'schcBlatt, das sicbenunddrcißig Jahre lang „österreichisch beobachtet" hatte,bestand weder dem Namen noch dem Wesen nach mehr; cs war in neueHände gekommen, hatte seinen Titel geändert und befand sich — seinebeiden Begründer mußten daö erleben! — in der Opposition. Dieandcin vordem allein begnadigten Zeitungen halten insgcsammt das „a.p.", die meisten auch das „k. k.", viele selbst den kaiserlichen Adler fallen