Antiüge c»,f Nückberufnng der öftere. Abgeordneten nnö Franksnrt. 240
lammt solle sich nicht hcransnehmcn Gesetze zu geben, „die wir mirvon unserem Kaiser, unserem Reichstage empfangen wollen"; keine Pro-vinz könne solche Übergriffe dulden, „die geradezu den Untergang Öster-reichs bezwecken"; Sc. Majestät geruhe daher „im Vereine mit demReichstage jene Maßregeln zu ergreifen, die den nngcthciltcn Fortbestandder Monarchie zu sichern geeignet sind, und im Einverständnisse mit denübrigen Provinzen die Abberufung der sämmtlichcn österreichischen Depu-taten von dem Frankfurter Parlamente zu verfügen". Einen gleichenSchritt that der Laibachcr slovcnischc Verein in einer zahlreich besuchtenaußerordentlichen Generalversammlung am 22. November; anknüpfcndan die Thatsachc, daß das Volk von Krain „gegen seine Überzeugungund nur aus Achtung für das kaiserliche Gebot" für Frankfurt gewählthabe, „wie dies die Wahl-Protokolle darthnn", wurde die Bitte gestellt,Sc. Majestät geruhe „die Abberufung der südslavischen Abgeordnetenallcrgnädigst zu veranlassen". Ein ähnliches Verlangen sprach der GörzcrSlavcnvcrcin aus, nachdem der österreichische Rcichstagsabgcordncte Doliakbereits in einem von „Görz im Octobcr 1848" datirtcn Artikel cs als„höchste Zeit" bezeichnet hatte, „daß jene slavischcn Bezirke, welche Abge-ordnete nach Frankfurt geschickt haben, selbe alsoglcich zurückbcrnfcn"
Es hat sich uns früher gezeigt, welche Anstrengungen der Jtalianis-mns machte, um die wichtige Hafenstadt Triest in seine Netze zu ziehen.Allein wenn cs schon unter der wälschen Einwohnerschaft der Stadt einemächtige Partei gab, die treu an Österreich haltend dem Treiben derexccntrischcn Nationalen einen festen Damm entgegensetzte, so war dicßin noch höherem Grade bei den an Zahl und Ansehen nicht unbcdeutcndetdeutschen Familien der Fall. Die slavischcn Elemente endlich gehörtenzwar im großen Durchschnitt den minder bemittelten, ja den unternSchichten der Bevölkerung an; allein auch sic hatten unter den Fälligender neuen Freiheit ihr politisches Dasein zur Geltung zu bringen begonnenund die „Erhaltung Österreichs als Gcsammtstaat und des constitntioncllenThrones" war das Losungswort, unter dem sic ihr nationales Bannercmporhiclten So war cs gekommen, daß Triest gleich von denMärztagcn an eine loyale Haltung bewährte, die sich weder durch dieunausgesetzten Wühlereien der Jtalinnissimi innerhalb und außerhalbseiner Mauern noch durch die gefährliche Nähe der Schiffe Albini's cin-schüchtern ließ und die der Gnbcrnial-Präsidcnt Altgraf Salm und derMilitär-Commandant Graf Gynlai durch tactvoll crmnthigcndeS Benehmen