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II. 5. OelsuN»
Im Posen'schcn hatte sich nach den verunglückten April-Ereignisseneine „I-ÜAa. xolslra" gebildet, die ihre Verzweigungen im ganzen Lande,in allen Schichten der Bevölkerung hatte und allmälig ihren Wegauch auf das Krakauer Gebiet fand. Sie sah, wie man ihr nachsagtc,bei ihren Werbungen nicht ans hervorragende Eigenschaften, sie suchtekeine Capacitäten; im Gcgcnthcile, ihr waren solche Leute willkommen,denen es an einem selbständigen Urtheil gebrach, die sich durch Schlag-Worte leicht ködern ließen und deren man daher, wo es sich umMasscn-Bewcgungcn, nur lärmende Kundgebungen auf der Straße handelte,versichert sein konnte. Der Bestand und das Endziel dieser Verbrüderungwar im allgemeinen eben so bekannt, als sich die näheren Verhältnisseihrer Mitgliedschaft und ihrer Statuten in undurchdringliches Geheimnißhüllten. Im uneingeweihten Publicum wollte man von allerhand gehei-men Anstalten und Vorgängen bei der Aufnahme wissen, von furcht-baren Eiden und Gelöbnissen, von einer Art Vchmgericht, das die ver-trauteren Mitglieder der „National-Rcgicrung" bildeten und das dievon der nationalen Sache abgcfallenen Stammesgcnosscn zu Dolch oderGift, zu Strang oder Kugel vcrnrthcilte.
Dem Jtalianismus genügte vom österreichischen Staatsgebietekeineswegs die Lombardei und Vcneticn; bis zum Fuße des Brennersund längs den nördlichen und östlichen Küsten des adriatischen Meeresließ er seine begehrlichen Blicke schweifen und fand in all diesen Gebie-ten einzelne Anhänger, die thcils offen den Anschluß an Italien ansihre Fahne schrieben, thcils in versteckter Weise auf dasselbe Ziel hin-arbeitctcn. Im Görzischcn und in den dalmatinischen Städten versäumteeine kleine aber ungemein rührige Partei keinen Anlaß, die „panslavi-stischcn" Tendenzen des Landvolkes zu verdächtigen, um ihre eigenenpanitalischcn um so sicherer verfolgen zu können. In Triest wurden vonSeite der Jtalianissimi alle Mittel angewandt, die Stadt als eine aus-schließlich italienische erscheinen zu lassen. Obgleich viele der angesehenstenHandelshäuser deutschen Ursprungs und auch sonst deutsche Sprache undSitte in den städtischen Kreisen vielfach vertreten waren, brachte manunter der studierenden Jugend einen Verein zustande, dessen Mitgliedersich verpflichteten nicht anders als italienisch zu reden. Eine eigene„Lovistü äsi Triestirii", aus den fanatischesten Italienern zusammen-gesetzt, erwies sich unermüdlich in dem Bestreben den Markt der Tages-literatnr zu beherrschen. Die „Oasstta <11 Triests" brachte Mailand,