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II. 4. Völkerkrieg in Ungarn und Siebenbürgen.
niemals die Hälfte dieser Ziffer erreichte*"). Auch ein sächsischer Land-sturm wurde gebildet, der in Bataillone und Compagnien abgetheilt war;jeder Mann war verpflichtet, sich beim Ausrücken mit Lebensmitteln aufvier Tage zu versehen, bei längerer Dauer des Dienstes im Felde sollteärarische Verpflegung eintrcten. Außerdem erbot sich der sächsische Sicher-heits-Ausschuß, durch freie Werbung ein eigenes sächsisches Jäger-Bataillonvon 1250 Mann zu errichten; die Ziffer wurde thatsächlich nie erreicht *").
So hat sich uns denn auch hier gezeigt, daß die Erhebung dernicht-ungarischen Volksstämme Siebenbürgens, weit entfernt von denOrganen der Wiener Regierung angeregt nnd betrieben zu sein, un-mittelbar aus ihrem National-Bewußtsein hcrvorging; daß die kaiser-lichen Behörden, die sich Monate hindurch jener Erhebung theils gleich-giltig theils geradezu abwehrend gezeigt, ziemlich spät zur Erkenntnißihrer wahren Bedeutung kamen und erst zu einer Zeit in die Actioneintraten, wo die ungebildeten Romanen durch Wort und That im Lande,die rechtsförmlichen Sachsen durch verwahrende Einsprache in Pest undin Hermannstadt den Beginn ihres Kampfes gegen die magyarischenHegemonie-Gelüste längst besiegelt hatten. Zwar kam es jetzt auch inSiebenbürgen dahin, was im Banat schon früher der Fall war: daßGlieder und Genossen einer und derselben Armee, in dieselben Uniformengekleidet, mit denselben Ehrenzeichen geschmückt, sich kriegsmäßig alsFeinde gegenüberstanden; allein andrerseits brachte eben diese Kriegs-mäßigkeit, die an die Stelle des früheren ungezügelten Wüthens vonbeiden Seiten trat, auch manches gute mit sich. Fielen selbst dann nochActe von roher Grausamkeit und Zerstörungswut!) vor, so war dieß dochnicht mehr Regel wie vordem, sondern Ausnahme. Wo die Präfectenselbst oder durch ihre Unterbefehlshaber eingreifen konnten, wurde manchemUnheil vorgebeugt. Der als Ausbund von Wildheit und Blutdurst ver-schriene Auxentiu, Präfect von Blasendorf, rühmte nachmals von sich,daß bei der Entwaffnung der ungarischen Bevölkerung in 120 Dörfernseines Bezirks nur sechs Magyaren das Leben verloren, „und auch diesenur, weil sie pochend auf ihre Feuergewehre, die den Romanen gänzlichmangelten, dieselben abzuliefern sich weigerten und Widerstand leisteten."Vor allem aber erwarb sich Janen in dieser Hinsicht entschiedene Ver-dienste, und wenn man ungarischerseits heute noch seinen Namen mitAbscheu ausspricht, mit Fluch und Verwünschungen begleitet, so sollteman des vielen Übels nicht vergessen, das durch ihn verhütet wurde.