Ljudcvit Gaj und der Jlchrisums.
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wcim sic sich hierbei in Gedanken und Ausdrücken mitnnter etwas freierergingen, so war der königl. Bücher-Ecusor Stephan Moyscs, Professorder Philosophie an der Agramcr Akademie, ganz der Mann, solchen Über-schwänglichkeiten jugendlicher Begeisterung wohlwollende Nachsicht angedcihcnzu lassen. Eine eigene illyrischc Druckerei, für deren Errichtung Gaj dieErlaubnis; der Behörden zu erlangen wußte, förderte durch Herausgabezahlreicher Schriften den Aufschwung einer Sache, die der Magharismnssolange höhnte und verlachte ""), bis sic ihm zuletzt die Achtung derFurcht abzwang. Denn schon hatten die Ideen Gaj's hochgestellte Gönnergefunden; der Agramer Bischof Georg Hanlik, gleich Mohscs aus Ober-Ungarn gebürtig, zeigte sich ihnen nicht abgeneigt; Graf Janko Draökovio,Vorsitzer der Banal-Tafcl, erließ einen Aufruf „an Jllhrienö hochherzigeTöchter" und wurde Begründer eines illhrischcn LcscvcrcinS (Eitaonioa),der durch Auflegung von Zeitschriften in allen slavischcn Sprachen, durchVeröffentlichung patriotischer Lieder und Gedichte, durch Concertc undBälle ans immer weitere Kreise wirkte. Dabei beschränkte sich der Ein-fluß Gaj's und seiner Freunde keineswegs ans sein enges Hcimatsland;aus dem Banat, ans dem Schoße der „Jrdi-lraNatioa" in Pest, töntenbefreundete Klänge ihm zu. „Jeder von uns sei seiner Kirche getreu",schrieb der Präses der letztem, Sabbaö Tökölh, „aber alle wollen wirgetreu sein dem Gebote Christi von der Liebe. Azbuka oder lateinischeLettern, was hindert uns, sich, der einen oder der andern zu bedienen?lind wollen wir uns darum fern bleiben, weil der eine von der rechtenSeite zur linken, der andere von der linken zur rechten das Kreuz macht?"In Bosnien und der Herccgovina begannen Römische und Orientalenihr altes Mißtrauen gegen einander abzulcgen; die Glieder des Frau-ciscancr-Ordens förderten mit Eifer den nationalen Aufschwung, und inso verschiedenartige Verhältnisse griffen ancifcrnd und aufregend dieneuen Ideen ein, daß Gaj fast zur gleichen Zeit vom Bischof Baraöivbeim päpstlichen Stuhle als abtrünniger Katholik und vom türkischenPascha bei seinem Kaiser als hochverräterischer Unruhstifter angcschwärztwurde. Gaj siegte über beide; der Bischof wurde von seinem Sitze ab-berufcn und Kaiser Ferdinand gab Gaj durch Übersendung eines Bril-lant-Ringes eine glänzende Genugtuung. Noch war kaum ein Jahrze-hcnt seit Gaj's erstem Auftreten verflossen, und er konnte das stolze Wortsprechen: „Von nun an wird jedes Kind im Vatcrlande mir geboren!"
Zu Anfang der vierziger Jahre war die illyrischc Partei bereits so