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2 (1870) Revolution und Reaction im Spätjahre 1848
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Folgen des StmerverweigernngS-Beschlnsses in Preußen. 11 7

kenne; Fälle von Steuervcrweigerung, von Widerstand gegen die Einbe-rnfung und Einkleidung der Landwehr kamen an mehr als einem Ortevor. Raveaux, wiederholt ans seinen Platz im Frankfurter Parlamenteznrückgerufen, schürte in Köln. Die Düsseldorfer Bürgerwchr unterWaffen versammelt beschloß die Beschlagnahme der Post-Cassa, 19. InKoblenz, Bonn wurde die Malz- und Schlachtsteuer abgeschafft, bis dasMilitär kräftig einschritt, 20.

Allein fast an all diesen Orten waren es nur kleine Brnchtheile derBevölkerung, die sich zu solchen Schritten verleiten ließen; im großenGanzen war ein entschiedener Umschwung der öffentlichen Meinung zuGunsten der Regierung nicht zu verkennen^). Den vereinzelten Fällenvon Widerstand und Auflehnung ließen sich ungleich mehr Beispiele loyalerKundgebungen entgegenhalten. Die Stadtverordneten von Danzig lehntenmit 45 gegen 5 Stimmen den Beitritt zu den Beschlüssen der National-Bcrsammlung ab, 15. November; jene von Magdeburg thaten das gleiche,als ihr Vorstand den Beschluß der Steuerverweigernng ausgesprochenwissen wollte, 18. Viele steuerpflichtige Bürger der Hauptstadt und ande-rer Orte erklärten in eigenen Adressen, daß sie ihrer Pflicht gemäß dieSteuern auch fernerhin entrichten würden. Eine große Anzahl von Ur-wählern und Wahlmännern Stettins erklärte jene Abgeordneten, die ander Abstimmung im Mielentz'schen Locale Theil genommen, für unfähigVertreter des Volkes zu sein. Einzelne Deputirte, die sich an den Ver-handlungen des Wander-Parlamcnts betheiligt hatten, erhielten Mißtrau-ens-Voten und Rügen aus ihren Wahlbezirken. In der Uckermark beschlossendie Grundbesitzer, den Unberufenen Landwehrmännern täglich 1 Sbgr.Zulage per Mann zu geben, in andern Gegenden stellten die BegütertenGeld und Naturalien für die Truppen zur Verfügung. In Halle, wo dieWühler alles erdenkliche in Bewegung setzten die Einkleidung der Land-wehr zu verhindern, war es die Bürgerwehr selbst, die für die Sache derOrdnung eintrat und die Aufrührer zu paaren treiben half, 19. Die an-gesehensten, die berufensten Stimmen im Lande und außerhalb desselbensprachen sich mit allem Nachdruck gegen den gesetzwidrigen Vorgang desRumpf-Parlamentes aus. Der greise Präsident des Rcvisions- und Cassa-tionshofes für die Rhein-Provinzen Sethe, der als Richter einst Napo-leon getrotzt, wies in einer eingehenden Erklärung das vollständige Rechtder Krone zu allen von ihr ergriffenen Maßregeln nach"). Ein von 62Professoren der Universität Berlin, darunter die sieben Ordinarien der