114 I. II. Flucht des Papstes nach Gacta und deren nächste Folgen.
Außerhalb Italien war, mit Ausschluß der RcvolntionSmänncr vomFach, nur eine Stimme der Entrüstung über die schnöde Behandlungdes wohlwollendsten der Monarchen. Als die ephemeren Gewalten, diesich an dessen Stelle gesetzt hatten, einen Vertrauensmann, Cannti, mitbesondern Aufträgen für die Cabinete von Paris, Brüssel und Londonanssandten, fand dieser allenthalben verschlossene Thürcn.
Dagegen entstand ein wahrer Wetteifer, welchem Lande es gegönntsein solle, dem zur Flucht gezwungenen Papste — „dem Engel der Frei-heit, der in segnender Liebe seinen Römern gegeben hatte was ein Fürstseinem Volke geben kann" — ein schützendes Obdach zn bieten. DieGesandtschaften von Frankreich, Spanien nnd Bayern hatten zusammcn-gewirkt, Pins IX. ans seinem nmlancrtcn Palaste znr Freiheit zn ver-helfen. Spanien traf Anstalten, ans seinem Gebiete dem heiligen Vatereine Schntzstätte zu bereiten. Aber dieselbe Ehre nahm Frankreich fürsich in Anspruch. „Könnte Frankreich cs dulden", sprach der Erzbischofvon Paris in einem Hirtenbrief, worin er seinen Pfarrern befahl alleTage das Gebet pro oumino korititioo zn lesen, 26. November, „daßman cs dergestalt in seinem Glauben, in seinen Überlieferungen, in seinenhöchsten Interessen angreife?" Und das „Journal des Dcbats" schrieb:„Wir wünschen, daß das französische Gebiet zuerst die Ehre habePins IX. Gastfreundschaft anznbietcn. Mögen die Paläste unserer Königesich ihm öffnen! Möge er diesem Schauplätze unserer blutigen Zwietrachtden Hauch des Friedens mittheilcn nnd der Liebe! ,vilsxi gnstitinmot olli iuicznitntorll, proptoron morior in oxiliosi diese Worte, dienach sechzig Jahren des Kampfes nnd des Ruhmes einer seiner größtenVorfahren gesprochen, die kann jetzt auch Pius IX. sagen " In derDeputirtenkammer interpcllirte Bixio die Minister wegen Rom, „dessensich die Demagogie bemächtigt, nachdem sie als Vorspiel ihres Siegeseinen niederträchtigen Meuchelmord begangen." Bereits hatte Cavai-gnac nach Toulon den Befehl tclegraphirt, vier Dampf-Fregattenbereit zu stellen um die Brigade des Generals Molierc, dem M.de Courcelles als außerordentlicher Gesandter beigcgeben wurde, nachCivitavccchia zu überführen. Der Berg erhob darüber gewaltigenLärm, in der Sitzung v. 30. November verlangten seine Redner, daßdeshalb der Tadel des Hauses ausgesprochen werde; allein mit 480Stimmen gegen 23 ging die Versammlung, „die von der Regierunggetroffenen Vorsichtsmaßregeln billigend", znr Tagesordnung über und