Barriccidcn in Frankfurt.
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Heus der Rcichsgewalt anfangs zn finden geglaubt; denn für die revolu-tionäre Partei war die Frage keine formelle, sondern eine bedeutend ma-terielle. Abgesehen davon, daß der deutsch-dänische Krieg ein fortwäh-render Zündstoff willkommener Aufregung und Erhitzung war, wurdedadurch ein nicht unbedeutender Thcil von Rcgicrnngstruppcn an einenSchauplatz gefesselt, wo er für dieselben Negierungen nicht wirken konnte.Es zeigte sich auch sogleich, daß Preußen nicht säumte seine Streitkrästein'S eigene Land zn ziehen und den bisherigen Führer gegen die Dänen,General Wränget, zum Oberbefehlshaber in den Marken zn ernennen,15. Daher die Anstrengungen der demokratischen Partei, cs zum Abbruchder Feindseligkeiten gegen Dänemark nicht kommen zn lassen, und dieGcgenanstrcngungcn der Eonscrvativcn, ans der Falle, in die ein großerTheil derselben durch seine Mitwirkung zn dem früheren Beschluß gegan-gen war, um jeden Preis wieder hcrausznkommen. Am 14., 15. und 16.gab cs neue Bcrathung in der National-Vcrsammlnng, wobei sich Hcck-schcr durch verständige kluge Rede, Robert Blum durch die leidenschaft-lichsten Angriffe und Ausfälle bemerkbar machte». Allen Anstrengungender Linken zum Trotz wurde zuletzt mit einer Mehrheit von 21 Stimmendas Votum von: 5. znrückgcnommcn. Noch denselben Abend gab cs Auf-läufe an verschiedenen Punkten der Stadt, Rufe: „Es lebe Hecker, niedermit Heckscher", Angriffe gegen die Versammlungsorte der Rechten, gegendas Hans Bethmann's, die Wohnung Hcckscher's. Am 17. große Volks-versammlung ans der Pfingstwiese, wüthcndc Reden von Schlüssel, Zitz,Simon ans Trier, Robert Blum. Am 18. rückten von allen SeitenTruppen in Frankfurt ein, Ocstcrreichcr, Preußen, Knrhesscn, Darmstäd-ter; in der National-Vcrsammlnng erklärte im Namen des MinisteriumsSchmerling, die Geschäfte einstweilen wieder übernehmen zn wollen. Inden. Straßen erhoben sich Barricädcn, gegen welche die Truppen siegreichvordrangcn, während die Abgeordneten Lichnowski und Aucrswald außer-halb Frankfurt einer Mente Wüthcndcr in die Hände fielen, von derenAxthieben sie hingcschlachtet wurden. Der Kampf in der Stadt währtemit kurzer Unterbrechung bis 8 Uhr Abends; am 19. Morgens wurdendie letzten Haltpunkte der Aufständischen genommen. Der Reichsverwesererklärte den Belagerungszustand, verkündete das Standrecht, setzte einKriegsgericht nieder, forderte die Ablieferung aller Waffen binnen 24Stunden. Die Linke verzehrte sich in vergeblicher Wnth, schürte Unruhenin Koblenz, wo das Haus des Abgeordneten Adams vom Pöbel verwei-lt